Donnerstag, 31. Dezember 2020

Jahresrückblick und Jahreshighlights 2020

Im 2020 war vieles anders, nicht aber meine Freude am Lesen. Wie immer wurden viel mehr Bücher veröffentlicht, als dass man lesen hätte können und wie immer konnten viele Bücher begeistern. 

Im vergangenen Jahr hatte ich um die 200 Bücher in meiner Hand. Okay, fast ausschliesslich via eReader 😉 Davon kam im Spätsommer ein neuer dazu, der Pocketbook Color Lux

Da ich Sach- und Kochbücher nicht zu meiner Lesebiografie zähle, komme ich ohne die auf ganz gelesene 185 Bücher plus 4 abgebrochene. Sind 189 Bücher und somit einige weniger als im 2019. Da fehlten mir im 2020 ganz klar die vielen Bahnfahrten, das Lesen mit einer Tasse Kaffi in der Hand in einem Café oder einer Gartenbeiz und besonders die eine Woche Strandferien 😄



2020 schrieb ich 192 Blogbeiträge, davon 151 Rezensionen. 

Reisen war im 2020 praktisch nur in Büchern möglich, das habe ich ausgenutzt und literarisch 14 Länder besucht. In England war ich 52x zu Besuch, in Deutschland 41x. Frankreich und Amerika je 25x, in Bella Italia 15x, je 6x in Spanien und Portugal. 3x in Griechenland, Island, Kanada und der Schweiz. In Irland nur 2x und zu nur einem Besuch reichte es für Österreich und Polen. 

Insgesamt hatte ich fünfundvierzig 5-Punkte-Bücher, aus denen ich einige Favoriten herauspicke:

Meine Krimi-Highlights:
- Tod in Saint Merlot von Serena Kent (Penelope Kite) 
Die Sünden der Gerechten von Peter Tremayne (Schwester Fidelma 31)
- Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix (Seeebad-Krimi 1)

Meine Romane-Highlights:
- Sommer in Atlantikblau von Miriam Covi
- Wo die Sterne tanzen von Katharina Herzog
- Der geheime Schwimmclub von Mary Kay Andrews
- Herzblitze von Kristina Valentin

Meine Historische-Romane-Highlights:
- Leas Spuren von Bettina Storks
- Lottes Träume von Beate Maly (Die Sonnsteins 1)
- Lehrerin einer neuen Zeit von Laura Baldini (auch bekannt als Beate Maly)
- Zeit des Schicksals von Maria Nikolai
- Teatime mit Lilibet von Wendy Holden 
Das Lied des Achill von Madeline Miller

Meine Weihnachtsromane-Highlights:
- Das Winterkarussell von Anna Liebig (Rezension folgt)

Meine Lieblingsserien:
- Die Farben der Schönheit von Corina Bomann
- Inselgärten von Patricia Koelle: 
   - Die Zeit der Glühwürmchen von Patricia Koelle
   - Das Lächeln der Libellen von Patricia Koelle
   der letzte Band folgt im 2021

Highlights von den Highlights: 
- Der geheime Schwimmclub von Mary Kay Andrews
Das Winterkarussell von Anna Liebig (Rezension folgt) 

Autoren-Neuentdeckungen:
Miriam Covi
Patricia Koelle
Elsa Dix
Juliana Weinberg (auch bekannt als Amanda Kissel)

Die, die (fast) immer gut schreiben und deshalb auch im 2020 überzeugten:
Anne Barns
Sarah Morgan
Sophie Bonnet
Gil Ribeiro
Viola Shipman
Ulrike Sosnitza
Catalina Ferrera

Die Flops im 2020:
Ich erfinde dir Paris von Liam Callanan
Das Beste kommt noch von Richard Roper
Happy End für 2 von Rachel Winters
Geheime Quellen von Donna Leon (Brunetti 29) - so langweilig, dass ich nichts darüber schreiben konnte und wollte.

Thematisch okay, aber brutal langweilig: 
- Grace und die Anmut der Liebe von Sophie Benedict (der Schreibstil war schuld)
- Die Pianistin von Beate Rygiert (das Leben von Clara Schumann war schuld und nicht die Autorin)

Was ich am Ende des Jahres blöd finde: 
Dass Lovelybooks das Lesestatus-Widget im Januar abschaffen will. Ich hoffe, dass viele andere Bücherblogger*innen das ebenso doof finden und Lovelybook ein Feedback gegeben haben, und uns das Widget im 2021 doch noch erhalten bleibt. Denn ich finde es interessant auf anderen Blogs zu sehen, was aktuell gelesen wird. 

Was ich 2020 SuB-unabhängig lesen wollte und nicht geschafft habe:
Die Krimis von "Alex Lepic"; alle Romane von Patricia Koelle (es fehlen noch ungefähr fünf); den letzten noch ungelesenen Roman von Viola Shipman ("Für immer in deinem Herzen"); die Grado-Krimis von Andrea Nagele und die Mitzi-Krimis von Isabella Archan. 

Aber, meine Lieben, es stehen 365 Tage in einem neuen (und hoffentlich besseren) Jahr bevor. Theoretisch zumindest viel Zeit für meine Lese-Vorsätze. Mehr dazu, wie auch zum Thema SuB-Abbau demnächst. 

Auf dass es im 2021 wieder 
viele gute Bücher von den Autor*innen 
und von mir viele neue Kaffi/Bücher-Fotos 
geben wird! 







Lesebiografie Dezember 2020

Eigentlich dachte ich, ich hätte im Dezember jede Menge Zeit um mich durch meinen SuB zu lesen, doch es war ein unruhiger Monat für mich. Das Warten (seit Ende Oktober eigentlich) auf einen Lockdown, der dann doch nie kam, und Weihnachtsvorbereitungen hielten mich auf Trab. 

Zwar konnte ich einige Bücher von meinem SuB befreien, doch gelesen habe ich doch vermehrt neuere Bücher oder Bücher von Autorinnen, die ich dieses Jahr neu entdeckt habe (mehr dazu dann in separaten Blogbeiträgen im Januar). Und die Weihnachtsromane lesen sich ja auch besser im Dezember als im Januar. Dafür nehme ich eineinhalb Rezensionsexemplare mit in den Januar ("Elsas Glück" und "Miss Bensons Reise"). 

Rezensionen hab ich nur eine einzige verfasst im Dezember - so wenig habe ich in den letzten sieben Jahren nicht mehr geschrieben! Aber ich brauchte diese Pause, für mehr Rezensionen fehlte mir die Lust und die nötige Ruhe. Einige Rezensionen schreibe ich nächste Woche fertig, wenn die Weihnachtsferien zu Ende sind und der Alltag wieder beginnt. 

Gelesen habe ich folgende 13 Bücher: 

abgebrochen:
- Requiem am Comer See von Clara Bernardi (Band 1)

3 Punkte:
- Cottage mit Kater von Hermien Stellmacher 

3.5 Punkte:
- Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc von Maria Dries (Philippe Lagarde 12) 

4 Punkte:
- Ein Spion kommt selten allein von Ellen Barksdale (TKM 16)
- Eine tödliche Rezeptur von Neil Richard und Matthew Costello (Cherringham 38) 
- Ein Engel vor dem Fenster von Patricia Koelle
- Der Himmel zu unseren Füssen von Patricia Koelle
- Johannisfeuer von Yann Sola (Perez 4) 
- Der Glanz einer Winternacht von Karen Swan 
- Lesen kann tödlich sein von Helena Marchmont (Bunburry 9)

5 Punkte:
Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis von Pierre Martin (Isabelle Bonnet 7) 
- Das Licht in deiner Stimme von Patricia Koelle (Ostseetrilogie 2) 
- Das Winterkarussell von Anna Liebig 




Darunter ist ein abgebrochener Krimi. Viel zu viele Klischees finden sich in "Requiem am Comer See" und auf den ersten 60 Seiten kaum Handlungen, nur seitenweise Personenbeschreibungen; auch nachdem die Leiche gefunden wurde. Da liess ich mich vom schönen Cover verführen, nur dumm hab ich mir auch den zweiten Band gekauft.

Ansonsten gab es nur ein 3-Punkte und ein 3.5-Punkte-Buch, so dass die Qualität wenigstens bei den anderen Büchern überzeugte. 

Mein Lieblingsbuch im Dezember ist eindeutig "Das Winterkarussell" - eine super schöne Geschichte, total stimmig und auf eine spezielle Art besonders. Eben so eine Story, die Autor*innen nicht jedes Jahr gelingen und die von Leser*innen jeglichen Alters gelesen werden kann. 

Eigentlich wollte ich ja noch den dritten Teil der Ostseetrilogie lesen, um die Trilogie im 2020 zu beenden. Doch nochmals ein Roman mit über 600 Seiten hab ich im Dezember nicht mehr geschafft. Statt zu einem kürzeren Roman griff ich dann spontan zu "Miss Bensons Reise" von Rachel Joyce. Ich bin mitten in den 500 Seiten und lese den Roman dann wohl morgen aus. 

Der Dezember und das Jahr 2020 dauern nur noch wenige Stunden - und somit wünsche ich euch einen ruhigen Jahresausklang und ein gesundes, gutes neues Jahr.  


Möge euch das neue Jahr "viel Schwein" bringen!

Wir lesen uns hoffentlich auch im 2021
Anya






Donnerstag, 24. Dezember 2020

Weihnachtswünsche




FROHE
STILLE
SCHÖNE
FRIEDLICHE
GLÜCKLICHE
ENTSPANNTE
BESINNLICHE
WUNDERVOLLE
MÄRCHENHAFTE
WEIHNACHTEN

UND IMMER EIN GUTES BUCH IN DER HAND
DAS WÜNSCHE ICH EUCH VON HERZEN
ANYA


Dienstag, 8. Dezember 2020

Krimi: Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc von Maria Dries (Philippe Lagarde 12)

Klappentext:
Bei Sanierungsarbeiten in einer alten Abtei entdecken die Arbeiter hinter einer Mauer vier Frauenskelette. Bei einer der Leichen wird ein Medaillon gefunden – darin ein Foto von Caroline Vernier, deren Enkelin vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Nachdem ein Privatdetektiv, der den Fall bearbeitet, sich das Leben nimmt, soll Philippe Lagarde die Ermittlungen leiten. Ihm wird der Polizist Jacques Bayrou zur Seite gestellt. Doch der zeigt ein ungewöhnliches Interesse an dem Fall, und bald ist Lagarde nicht mehr sicher, ob er ihm trauen kann.




Totgesagte leben bekanntlich länger. So erging es mir bei dieser Lagarde-Serie, bei der ich nach dem letzten Band dachte, sie würde nicht mehr weitergehen. Doch gefehlt. Ziemlich genau ein Jahr nach dem letzten Fall, der wie ein Serienfinale wirkte, erschien der vorliegende 12. Band.

Philippe Lagarde freut sich gerade auf einige freie Tage mit Odette, wird aber in die Bretagne gerufen. Dort wurden in einer alten Abtei einige Frauenskelette gefunden. Man vermutet, dass es sich dabei die seit einigen Jahren vermissten vier jungen Frauen aus Perros-Guirec handelt. 

In meiner Rezension zu Band 11 hab ich noch geschrieben, dass allen Spuren nachgegangen wird - hier leider nicht. Lagarde und Bayrou, der zuständige Polizist vor Ort, haben zwar gut zu tun, nehmen es aber gemütlich und schlendern auch mal über den Markt. 

Mir brannte es dabei unter den Fingern, denn kurz zuvor hab ich einen Krimi gelesen, in dem selbst beim Autofahren recherchiert und an allen Ecken ermittelt und nachgeforscht wurde. Deshalb konnte ich kaum verstehen, dass die Polizei hier eine langsame Nummer schiebt und nicht allen Spuren nachgeht. 

Unbegreiflich war für mich aber auch, dass dieser Cold Case nicht schon Jahre zuvor gelöst wurde - im Gegensatz zu Band 11 wäre es hier ein leichtes gewesen, das Verschwinden der jungen Mädchen aufzuklären. Der ehemals zuständige Kommissar ist zwar im Ruhestand, wohnt aber dennoch vor Ort, man hätte also auch mit ihm Kontakt aufnehmen können und müssen. 

Der Klappentext stimmt so, wie er da steht, auch nicht wirklich. Zusammen mit der Aussage "den Fall konnte man damals nicht lösen" wirkt "Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc" auf mich zu konstruiert und ein bisschen zu schnell veröffentlicht, obwohl der Krimi sonst eigentlich unterhaltsam ist. 

Fazit: Ein zwar interessanter Fall, der aber zu gemächlich angegangen wird, zudem gibt es Mängel im Plot. Die Autorin kann es auf jeden Fall besser. 
3.5 Punkte. 


Reihenfolge:

Dienstag, 1. Dezember 2020

Vorschau: Neuzugänge und Neuerscheinungen im Dezember 2020

Ach wie schön - für einmal stehen nur drei Neuerscheinungen auf meiner Liste. Schön deshalb, weil deshalb endlich mal viel Zeit für meine ungelesenen Bücher auf dem SuB bleibt! 

Eigentlich dachte ich, dass die Kommissar Lagarde-Serie zu Ende ist, doch nun gibt es nach einem Jahr doch noch einen Band, nämlich schon den 12. Band, er erscheint am 8. Dezember. Die meisten der bisherigen Bände hab ich schon rezensiert und bin nun gespannt, wie es weiter geht. Ich hab ihn schon bekommen und werde in den nächsten Tagen beginnen zu lesen. 

Erinnert ihr euch an "Lottes Träume" von Beate Maly? Kurz vor Weihnachten geht es in Wien weiter mit dem zweiten Band der "Die Sonnsteins"-Reihe und heisst "Elsas Glück".

Um ein anderes Glück geht es in "Mein Glück in deinen Händen" von Mary Simses ("Der Sommer der Blaubeeren" und "Der Sommer der Sternschnuppen"). Mein Glück, dass ich eBooks lese, denn so komme ich bereits in den Weihnachtstagen in den Genuss dieses neuen Romans, den ich mir für knapp 4 Euro vorbestellt habe und der als eBook am 25. Dezember erscheint, die Printausgabe folgt am 18. Januar. 


Ende November sind drei neue Bücher bei mir eingezogen. Als Erstes hab ich mir "Ein verheissenes Land" von Barack Obama gegönnt. Für mich als eBook und für meine Mutter als Weihnachtsgeschenk in der Printausgabe. Sie hat Anfang November "Becoming" ausgelesen und fand es toll. Jetzt will sie natürlich noch wissen, was Michelles Mann zu sagen hat :-) Ich habe vor zwei Wochen zwei Interviews mit ihm gesehen, die haben mich dann endgültig überzeugt, mir sein Buch zu kaufen. 


Dann kamen der neue "Cherringham"- und der neue "Tee? Kaffee? Mord?"-Band bei mir an, die hatte ich vorbestellt. Ebenfalls vorbestellt hab ich"Sweetlike you" von Robyn Neeley (dem trau ich nicht so, deshalb wollte ich es nicht als Rezensionsexemplar. Aber da das eBook gerade günstig war, hab ich zugeschlagen) und einfach so gekauft hab ich mir "Der kleine Blumenladen am Meer" von Rosanne Ley (auch als Juliet Hall bekannt, die ich sehr gerne mag). 

 

 

Welche Bücher ich ausser den drei Neuerscheinungen im Dezember lesen werde, weiss ich noch nicht Und wisst ihr was? Ich freue mich drauf! Der Dezember gehört meinem SuB und ich werde diesen Monat geniessen, in dem ich ganz nach Lust und Laune Bücher vom SuB befreie oder mich in der Onleihe oder bei Skoobe bediene. Auch sonst werde ich diesen Dezember ruhig angehen und ich weiss noch nicht mal, ob ich viele oder gar keine Rezensionen schreiben werde - es kommt wie es kommt. Einfach mal drauflos lesen, die Adventszeit geniessen und alles andere spontan entscheiden. Zum Beispiel einen Spaziergang im Schnee zu machen. Falls der Schnee von heute Morgen liegenbleibt. 


Denn was war das für ein tolles Erwachen heute: alles weiss draussen! Pünktlich zum 1. Dezember und zum meteorologischen Winterbeginn begann es in den frühen Morgenstunden zu schneien. Die Mädchenclique ging heute zum ersten Mal zu Fuss zur Schule - und sie sind schon seit fast 1 1/2 Jahren an dieser Schule - soviel Schnee hatte es den ganzen letzten Winter nicht. 

Was habt ihr in diesem Dezember so vor? 
Lesen? Spazieren? Backen? TV schauen? Yoga? Basteln?

Und welche Bücher stehen auf euren Leselisten? 

Einen wundervollen, weissen und friedlichen Dezember wünsche ich euch allen!

Montag, 30. November 2020

Lesebiografie November 2020 - Monatsrückblick

War der November anfangs noch so wie wir uns hier den Oktober eigentlich wünschten, nämlich sonnig und relativ warm, endet der November grau und eisig kalt. Ich würde sagen, der Winter ist definitiv angekommen bei uns in der Schweiz! 


Der November war aber nicht nur durchs Wetter, sondern auch von den Wahlen in Amerika und Mini-Lockdowns in Europa geprägt - nur nicht in der neutralen (Deutsch-)Schweiz.

Und dann war da noch die lit.Love dieses Jahr in digitaler Form. Ich war nicht mit dabei, aber Susanne Edelmann hat einen tollen Bericht geschrieben. Für alle "Daheimgebliebenen" gibt ein kleines Video einen kurzen Überblick über die digitale Veranstaltung. 

Diesen Monat kam ich wieder mehr zum Lesen als noch im Oktober und so wurden es gar nicht mal so schlechte 16 Bücher im November:

3.5 Punkte: 
- Der verschwundene Gärtner von Gitta Edelmann (MacTavish & Scott 1) 
- Zu tot, um schön zu sein von Helena Marchmont (Bunburry 5) 

4 Punkte: 
- Ein weisser Schwan in Tabernacle Street von Ben Aaronovitch (Peter Grant 8) 
- Das Glück wartet auf dich von Jana Lukas (Die Mühleschwestern 3)  
- Weihnachten am Ku’damm von Brigitte Riebe 
- Mein Glück mit dir von Marie Force (Greenmountain 10) 
- Mord in guter Gesellschaft von Helena Marchmont (Bunburry 6) 
- Rache ist süss von Helena Marchmont (Bunburry 7) 
- Nur das Schaf war Zeuge von Helena Marchmont (Bunburry 8)

5 Punkte:
- Das Lächeln der Libellen von Patricia Koelle (Inselgärten 2) 
- Die Sünden der Gerechten von Peter Tremayne (Schwester Fidelma 31) 
- Teatime mit Lilibet von Wendy Holden 
- Sophias Triumph von Corina Bomann (Die Farben der Schönheit 3) 


Natürlich sind alle mein 5-Punkte-Bücher ganz toll, trotzdem habe ich einen klaren Favoriten. Es ist "Teatime mit Lilibet", weil es einen Einblick in die Kindheit der Queen gibt und einfach mal was ganz anderes ist. 

Ein Flop war zum Glück im November nicht dabei. Unterwegs war ich im November auch nicht gross, zwar mehr als im realen Leben (da war ich praktisch nur zum Einkaufen draussen), hauptsächlich in England und Deutschland und nur einmal in Frankreich, dafür zweimal in Amerika. Dieses Jahr hab ich für mich Monat für Monat interessehalber aufgeschrieben, in welchen Ländern ich literarisch war und bin nun auf das Endergebnis Ende Jahr gespannt.

Der Winter ist da, die Adventszeit ebenso und gerade ertönt - für mich aus nostalgischen Gründen immer ein spezielles Erlebnis - das erste Mal "Feliz Navidad" im Radio. Die Weihnachtszeit beginnt nun für mich auch ganz offiziell :-) und morgen kommt nicht nur der Schnee, sondern auch die Vorschau auf meinen Bücherdezember. 

Kommt gut in die Adventszeit!

Sophias Triumph von Corina Bomann (Die Farben der Schönheit 3)

Klappentext:
New York, 1942. Für Sophia bricht eine Welt zusammen, als ihr Mann sich nach einem Streit freiwillig an die Front meldet. Der Krieg in Europa schien so fern, auch wenn Sophia immer noch Freunde in Paris und Familie in Berlin hat. Sophia stürzt sich in die Arbeit, so gerne würde sie für die erfolgsverwöhnte Elizabeth Arden eine eigene Pflegeserie entwickeln. Oder ist für Sophia der Moment gekommen, sich selbstständig zu machen? Als ihr Mann in Frankreich als verschollen gilt und die Nachrichten aus der alten Heimat immer schlimmer werden, stellt sie alle Pläne zurück. Sie wird ihren Traum nicht aufgeben, aber für die große Liebe ist sie bereit, alles Erreichte zu opfern.

Es ist, als hätte man den zweiten Band erst gerade vor ein paar Minuten beendet und sich nur schnell einen frischen Kaffee aus der Küche geholt. Sofort ist man wieder drin in der Geschichte, an dem Punkt, als Henny ins Spital kommt und um ihr Überleben kämpft. 

Bis es zu den im Klappentext geschilderten Dingen kommt (wobei ich mich frage, ob der Name Arden nicht etwa eine Verwechslung ist), vergeht aber einige Zeit. Erst muss Henny genesen und Sophia überlegen, was sie nun beruflich machen will. Zu Ende studieren am liebsten - doch dazu braucht sie Geld und einen Job. Um einen Job zu bekommen greift Sophia tief in die Trickkiste. Ob das reicht, um endlich in einem Labor zu arbeiten und endlich Cremes zu entwickeln? 

Das Leben der sympathischen Sophia ist und bleibt nicht einfach. Doch sie macht immer das Beste draus. Sophia könnte man schon fast als Kosmopolitin bezeichnen. Die Deutsche, die in Amerika wohnt, aber immer mal wieder in Frankreich nach dem Rechten schaut oder aus familiären Gründen kurz mal nach Deutschland reist.

Schlag auf Schlag folgen die Ereignisse in "Sophias Triumph" aufeinander, manchmal vergehen aber auch einige ruhige Jahre. Interessant ist die Geschichte um Sophia durchgehend, nicht nur wegen den einbezogenen historischen Details wie beispielsweise die Weltausstellung in New York anno 1939/1940. Wie bereits in den ersten beiden Bänden, konnte ich auch diesen Teil kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie sich alles entwickelt. Und in diesem "alles" ist so viel drin und nie weiss man, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. 

Genau das ist ein Grund, wieso mir diese Trilogie so gut gefällt: sie ist nicht voraussehbar. Es könnte alles passieren oder nichts. So wird man als Leserin immer wieder überrascht. 

Toll fand ich ausserdem, dass die Autorin gewisse Themen auf eine gute Art und realitätsnah vertiefte, ohne dass die jeweiligen Figuren sich im Selbstmitleid wälzten.

Zudem gefiel mir, dass alle drei Bände im selben Jahr erschienen sind, so dass man nicht jahrelang auf den nächsten Band warten muss, sondern sie alle in einem Jahr lesen kann. 

Fazit: Absolut schönes und starkes Finale, das mit einigen Überraschungen daher kommt. 
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 3: Sophias Triumph

Mittwoch, 25. November 2020

Mein Glück mit dir von Marie Force (Greenmountain / Lost in Love 10)

Klappentext:
Sie sind ein Herz und eine Seele – die eineiigen Zwillinge Lucas und Landon Abbott. Doch dann tauchte Amanda in dem kleinen Städtchen Butler auf, und plötzlich interessieren sich beide für die coole New Yorkerin. Nach einem ersten Date mit ihr ist Lucas begeistert. Dummerweise scheint sein Zwilling Landon genau das gleiche zu fühlen. Lucas ist nicht nur eifersüchtig, sondern zum ersten Mal wütend auf seinen Bruder. Kurz entschlossen fährt er für drei Tage in ein Ferienhaus in den Bergen. Doch statt den Kopf frei zu bekommen und Ski zu fahren, taucht das Schicksal in Form einer wunderschönen jungen Frau und ihres Babys auf: Dani ist mit ihrer vier Monate alten Tochter ebenfalls auf dem Weg in die Berge. Doch während eines Sturms kommt ihr Auto von der Straße ab. Lucas sieht den Unfall und hilft Dani. Da springt der Funke über: Lucas kann nicht fassen, wie schnell er sich für Dani interessiert und wie rasch er Amanda vergisst, und auch Dani fühlt sich von Anfang an fast unwiderstehlich zu Lucas hingezogen. Die beiden kommen sich näher – doch kann aus der zarten Verbindung wirklich etwas Ernstes entstehen?

Was habe ich mich auf die Geschichten der Zwillinge Lucas und Landon gefreut! So richtig konnte man sich das bisher ja nie vorstellen, denn die beiden Clowns schienen weder am Erwachsenwerden noch an richtigen Beziehungen interessiert. Am Ende des neunten Bandes gehen aber beide mit Amanda aus und man merkt: Ärger ist programmiert.

Und so nervt sich Lucas am Anfang des zehnten Bandes dermassen, dass er die traditionelle gemeinsame Geburtstagsfeier bei seinen Eltern früher verlässt, nur damit er Amanda und Landon nicht länger zusammen sehen muss. Zum Glück hat er einige Tage frei und so fährt er spontan nach Stowe ins Haus eines Freundes. Auf dem Weg dorthin wird er Augenzeuge eines Autounfall und rettet die Insassen. Es ist Dani mit ihrem viermonatigen Baby Savannah. 

Auch Dani ist geflüchtet - von ihrer sie erdrückenden Eltern, die zwar nach einem Schicksalsschlag alles für Dani getan haben, aber ihr keinen Raum geben um wieder am Leben teilzunehmen. Stowe oder Butler scheinen ihr weit weg genug zu sein, um ein neues Leben zu beginnen. Jetzt braucht sie nur noch Glück bei ihren Vorstellungsgesprächen. 

Es kommt wie es kommen muss. Lucas wird schneller erwachsen, als alle denken und plötzlich hat er auch Amanda vergessen, denn Dani fasziniert ihn und die kleine Savannah stiehlt ihm sein Herz. Doch ist es der richtige Zeitpunkt für Dani und Lucas oder geht alles viel zu schnell? 

Hach, es ist eine tolle Geschichte um Lucas und sie hätte fünf Punkte verdient, wenn nicht die vielen Wiederholungen wären um Danis Trauer. 

Diese Wiederholungen, die sich immer auf die Vergangenheit der Figuren beziehen bzw. um die Erinnerung daran, ziehen sich durch alle Bände hindurch. Es ist immer in etwa dasselbe Muster und das nun bereits zum zehnten Mal. Klar wären zu wenig dieser Gedankenspiralen nicht glaubwürdig, aber zu viel davon eben auch nicht. Immerhin sind die horizontalen Szenen weniger geworden, aber auch hier finde ich nach wie vor: weniger ist mehr. 

Obwohl Marie Force in diesen beiden Punkten hartnäckig ihrem Schema treu bleibt, ist sie jedoch eine Meisterin in interessant verpackten Cliffhanger. Die Aussicht auf Landons Sommergeschichte ist jedenfalls vielversprechend.

Fazit: Trotz meiner Kritikpunkte, die aber auf alle Bände zutreffen, ist "Mein Glück mit dir" ist einer der schönsten Bände der Serie. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Kein Tag ohne dich
Band 3: Mein Herz gehört dir
Band 4: Schenk mir deine Träume
Band 5: Sehnsucht nach dir
Band 6: Öffne mir dein Herz
Band 7: Jede Minute mit dir
Band 8: Ein Traum für uns
Band 11: Nur Augen für dich

Dienstag, 24. November 2020

Weihnachten am Ku'damm von Brigitte Riebe (Die Schwestern vom Ku'damm)

Klappentext:
Berlin, 1946: Es ist der "Hungerwinter", der kälteste Winter des Jahrhunderts. Bei erbarmungslosen Temperaturen erfrieren die Menschen sogar in ihren Wohnungen. Das Kaufhaus Thalheim am Ku’damm liegt nach dem Krieg in Trümmern, dennoch geht es der Familie noch vergleichsweise gut. Als Rike eines Abends das provisorisch eingerichtete Modegeschäft am Savignyplatz zuschließt, sitzt ein Junge vor der Tür, in Lumpen gehüllt. Mit seinem weizenblonden Haar sieht er aus wie Oskar als Kind, ihr im Krieg verschollener Bruder. Kurzentschlossen nimmt sie den Jungen mit nach Hause. Er spricht kaum und scheint von weit her zu kommen - und er soll ein Weihnachtsfest haben, das er nie vergisst, da sind Rike, Silvie und Florentine sich einig. Doch woher einen Weihnachtsbaum nehmen, wenn sogar der Tiergarten abgeholzt ist? Jede der drei Schwestern hat eine eigene Idee.

Was gehört unbedingt zu Weihnachten?

Diese Frage stellen sich gerade viele Leute, denn sie ist sehr aktuell in diesem Dezember 2020. Durch die gegenwärtige Pandemie überlegt man sich, wie man das kommende Weihnachtsfest gestalten soll. Was gehört dazu, damit Weihnachten Weihnachten ist? Soll nur der eigene Haushalt, nur die engsten Verwandten oder doch wie üblich mehrere Familien oder Freunde zusammen feiern? Und was kommt auf den Tisch, wenn viele traditionelle Weihnachtsessen wie die diversen Fondues wegfallen? Immerhin stellt sich nicht die Frage nach dem Christbaum, denn der stellt Weihnachten 2020 kein Problem dar. 

Doch nicht anno 1946, als sich Flori in "Weihnachten am Ku'damm" unbedingt einen Weihnachtsbaum wünscht. Weihnachten ohne Christbaum geht für Flori nunmal nicht. Alle Familienmitglieder versuchen auf ihre eigene Weise Floris Wunsch zu erfüllen, und kreuzen dabei Wege von alten Bekannten oder lernen neue Personen kennen. Die Suche nach einem Baum, nach eventuellen kleinen Geschenken und nach genügend Essen ist gar nicht so leicht, denn eine grosse Lebensmittelkrise und ein extrem kalter Winter kamen im Dezember 1946 zusammen. 

Die Zeit zwischen November 1946 bis März 1947 ging als Hungerwinter in die Geschichte ein. In der durch Krieg gebeutelte und zerstörte Stadt froren und hungerten die Bewohner Berlins - sie mussten selbst schauen, wie sie zurecht kamen. 

Ob das mit dem Christbaum und der Weihnachtsfreude doch noch was wurde oder nicht, erzählt uns Brigitte Riebe hier auf 160 Seiten. Der kurze Roman nimmt "Die Schwestern vom Ku'damm"-Leserinnen wieder mit zu der Familie Thalheim. 

Man kann die Geschichte aber auch einfach so lesen, auch wenn man die Trilogie nicht kennt. Sie eignet sich deshalb gut zum Verschenken. Vielleicht kommt die eine oder andere Leserin dann auf den Geschmack und möchte mehr von den Thalheims wissen und gönnt sich daraufhin die Trilogie. 

Fazit: Ein Weihnachtsfest voller Entbehrungen, aber mit viel Nächstenliebe - so in etwa kann man diese berührende Geschichte umschreiben. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Weihnachtsspecial: Weihnachten am Ku'damm 
 

Montag, 23. November 2020

Madame Clicquot und das Glück der Champagne von Susanne Popp

Klappentext:
Reims, 1805: Die junge Witwe Barbe-Nicole Clicquot übernimmt gegen den Widerstand ihrer Familie die Champagnerproduktion und den Weinhandel ihres verstorbenen Mannes – und stellt sich als talentierte Winzerin heraus. Doch es ist die Zeit der napoleonischen Kriege und die Geschäfte laufen nicht gut. Unterstützt von ihrem Mitarbeiter Louis Bohne und dem deutschen Buchhalter Christian Kessler bringt Barbe-Nicole ihr Unternehmen dennoch durch, entwickelt ein neues Herstellungsverfahren und schenkt dem Champagner damit sein verführerisches Prickeln. Angetan von ihrem Esprit entwickeln beide Männer Gefühle für sie – doch nur als Witwe kann Barbe-Nicole ihr Unternehmen unter ihrem Namen weiter führen. 

Obwohl ich das Prickelzeug selbst nicht trinke, bin ich, seit ich "Die Champagnerkönigin" von Petra Durst-Benning gelesen habe, fasziniert von den Champagner-Witwen - also jenen Frauen, die das Geschäft ihrer verstorbenen Männern weiter führten. Frauen in Männerberufen haben es auch heute noch immer nicht leicht, aber stellt euch das mal vor 200 Jahren vor. 

Eindrücklich erzählt Susanne Popp von Barbes mutigen Ideen und vor allem von ihrer Geduld und ihrer Beständigkeit trotz etlichen Schwierigkeiten. Die Kriegs- und Belagerungsjahre mussten überstanden werden, das Hoffen auf bessere Zeiten war die Durchhalteparole - und da ihr Name, Veuve Clicquot, und ihr Champagner auch 200 Jahre nach diesen harten Zeiten immer noch in aller Munde ist, scheinen sich alle Entbehrungen gelohnt zu haben. 

Der Schwerpunkt von "Madame Clicqout und das Glück der Champagne" liegt aber weniger auf den Entbehrungen, dafür viel mehr auf Barbes Ideen und ihrem Dilemma zwischen Witwe sein oder doch wieder heiraten (die Firma wäre dann an ihren neuen Ehemann übergegangen) oder zumindest einfach nur lieben und geliebt werden. Auch in diesem Bereich war sie ihrer Zeit weit voraus. 

Obwohl die junge Witwe sympathisch und grossherzig rüberkommt, Bekanntschaft mit Napoleon und Josephine macht und mit anderen politischen Grössen ihrer Zeit handelt, fehlt mir ein wenig die Nähe. Als Leser fühlt man sich mehr als Beobachter als mittendrin im Geschehen, dennoch fand ich den Roman sehr lesenswert. 

Neben den geschichtlichen Begebenheiten hat die Autorin viel Wissenswertes rund um den Weinanbau mit eingewebt, zum Beispiel die Entwicklung zum Klären des Champagner, die laut Roman Barbe zusammen mit ihrem Kellermeister erfunden hat. 

Fazit: Interessanter historischer Roman über eine Wegbereiterin in einem von Männern dominierten Beruf.
4 Punkte. 

Freitag, 20. November 2020

Azurblau für zwei von Emma Sternberg

Klappentext:
»Ein Sommer auf Capri. Persönliche Assistentin für Recherche- und Schreibarbeiten gesucht« Als Isa diese Anzeige liest, ist sie gerade an einem seelischen Tiefpunkt angekommen. Also packt sie kurzentschlossen ihre Koffer, fliegt nach Capri und findet sich in einer wunderschönen Villa am Meer wieder. Hier lebt die glamouröse Schriftstellerin Mitzi, die mit über 80 ihre Erinnerungen aufzeichnen möchte. Während der Arbeit an dem Buch kommt Isa zur Ruhe - und Mitzi wird immer aufgewühlter. Denn tief in ihrer Erinnerung verbirgt sich eine große Liebe, die nie erfüllt wurde.



Das knallige Cover kann man nicht übersehen und die Zitronen rufen die Leser laut nach Capri. 

Auf diese sonnige italienische Insel reist Isa, um für einige Monate bei der 75jährigen Autorin Mitzi als Assistentin zu arbeiten. Mitzi diktiert, Isa schreibt auf. Auf diese Weise erfährt Isa viel aus dem Leben der bekannten Schriftstellerin, die unerkannt auf der Insel Capri lebt. Während Mitzi dabei merkt, dass sie jemand aus ihrer Jugend gerne wiedersehen würde, vergleicht Isa ihr Leben mit dem von Mitzi und erkundet in ihren freien Stunden die Insel. 

Polizist Luca ist nur zu gerne behilflich, und auch Mitzis Nachbar Massimo, dem der Schalk in den Augen sitzt. Dank den beiden fühlt sich Isa wohl auf Capri und sieht ihrem baldigen Abschied mit einem lachenden und tränenden Auge entgegen. Doch dann wird es auf einmal turbulent.

Isas Geschichte fand ich am Anfang gut und vor allem witzig erzählt, der Schreibstil gefällt. Doch ab einem gewissen Punkt auf Capri beginnt sie sich zu sehr im Selbstmitleid zu suhlen. Anstatt das Thema "keine Kinder zu bekommen" zu vertiefen oder halt mal wirklich ernsthaft darüber zu reden, denkt Isa nur. Der Plot hätte meiner Meinung nach auch ganz ohne das Thema Unfruchtbarkeit funktioniert - die Trennung von Alex allein hätte gereicht - es gab genug andere. Deswegen wundert es nicht, dass Mitzi Isa das Scheinwerferlicht nimmt, denn Mitzis Lebensgeschichte ist einfach viel interessanter. 

Es ist eine nette, leichte Geschichte, aber "Fünf am Meer" hat mir deutlich besser gefallen, da dort die Story viel spezieller war. Dennoch lässt sich "Azurblau für zwei" gut im Liegestuhl beim Sonnenbaden lesen, aber auch an einem trüben Wintertag. 

Fazit: Kurzweilig, aber nicht so speziell wie "Fünf am Meer". 
4 Punkte. 

Mittwoch, 18. November 2020

Das Glück wartet auf dich von Jana Lukas (Die Mühleschwestern 3)

Klappentext:
Antonia, die älteste der drei Mühlenschwestern, ist der Wirbelwind der Familie. Nachdem vor vielen Jahren ihre erste Beziehung traumatisch endete, lässt sie sich nur noch auf oberflächliche Affären ein. Dafür geht sie ganz in ihrem Beruf als Hebamme auf – und neuerdings in der Aufgabe als Treuzeugin für ihre beste Freundin Anna, die in der Mühle am Sternsee eine große Hochzeit plant. Doch als Antonia erkennt, dass ausgerechnet Xander, arroganter Sohn eines skrupellosen Hoteliers, den Trauzeugen gibt, möchte sie am liebsten davonrennen. Wenn Xander nur nicht so entsetzlich attraktiv wäre. 



Es hat sich ja bereits in den Vorgängerbänden angedeutet, dass Antonia und Xander irgendetwas miteinander verbindet, dass etwas geschehen sein muss, weswegen Antonia den netten und gutmütigen (und absolut nicht arroganten, wie es im Klappentext heisst) Xander auf dem Kieker hat. 

Und man merkt auch, dass gewisse Anziehungspunkte bestehen, gegenseitig. Dass sie nun aber viel Zeit miteinander verbringen sollen, weil sie beide die Trauzeugen ihrer Freunde Anna und Hias sind, passt besonders Antonia nicht. Doch ihre Härte schmilzt immer mehr und langsam erfahren die Leserinnen was die Älteste der Mühleschwestern Xander vorwirft. 

Ebenfalls Licht ins Dunkel kommt in Louisas Geschichte. Denn da war noch mehr, damals mit Brandl. Ob die fragile Beziehung zu ihrer Schwester Rena dadurch noch mehr belastet wird?

Viele Geheimnisse und turbulente ernste wie auch sehr witzige Szenen sind Kennzeichen dieses dritten Bandes. Rena mochte ich im Verlaufe der Serie immer weniger, Louisa und Xander hingegen mehr. Antonia ist diejenige der Schwestern, die für mich am unnahbarsten war. 

In meiner Rezension zum ersten Band freute ich mich darüber, dass die Autorin auf unnötige Twists und doofe Missverständnisse verzichtete. Im zweiten Teil kamen solche bereits vor - leider ist dieser dritte Teil nun komplett darauf aufgebaut. Jana Lukas ist natürlich bei weitem nicht die einzige Autorin, die sich dieses Stilmittels bedient, und wie der erste Band beweist, kann sie durchaus tolle Romane ohne diese nervenden Missverständnisse schreiben. Ich hätte gerne mehr davon! 

Trotz dem alles zu Grunde liegenden Problem ist "Das Glück wartet auf dich" eine nette Geschichte, bei der man die Figuren der ersten beiden Bände weiter begleitet, und die so kurzweilig daherkommt, dass die 512 Seiten schnell ausgelesen sind. 

Toll fand ich, dass alle drei Bände im selben Jahr erschienen sind. So kann man entweder alle nacheinander lesen oder im ET-Modus, aber man hat in einem Jahr die Serie komplett abgeschlossen und muss nicht jahrelang warten, um die Serie zu Ende zu lesen. 

Fazit: Unterhaltender letzter, aber nicht bester Teil der Mühleschwestern-Serie. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:

Samstag, 14. November 2020

Teatime mit Lilibet von Wendy Holden

Klappentext:
England, 1932: Im Alter von 22 Jahren wird Marion Crawford die Lehrerin von Prinzessin Elisabeth und ihrer Schwester Margaret. Als Marion ihre Stelle im englischen Königshaus antritt, ist sie schockiert. Das Leben im Schloss hat nichts mit der Realität zu tun. Vor allem Lilibet, die zukünftige Königin, wächst Marion ans Herz. Als überzeugte Sozialistin macht Marion es sich zur Aufgabe, Lilibet das echte Leben zu zeigen. Sie fährt mit ihr Metro und Bus, geht in öffentliche Schwimmbäder und macht Weihnachtseinkäufe bei Woolworth’s. Ihr Einfluss auf die zukünftige Queen ist gewaltig. Doch Marion ahnt nicht, wie sehr sich auch ihr eigenes Leben durch die Royals verändern wird.


Tee trinken mit der Queen? Kein Ding für Marion Crawford, allerdings tat sie dies in Lilibets Kinder- und Jugendjahren, also bevor Lilibet zu Queen Elizabeth II. gekrönt wurde. 

Crawfie, wie Marion im Palast genannt wird, kommt als Gouvernante zur Herzogin von York um Elizabeth und Margaret zu unterrichten. Erst mal für einen Probemonat - hätte man ihr gesagt, dass sie 16 Jahre lang im Dienst der britischen Krone stehen würde, hätte Marion dies als Erste nicht geglaubt. 

Sie versucht den beiden Prinzessinnen das Alltagsleben normaler Bürger zu zeigen, indem sie die beiden mit anderen Kindern zusammen bringt, sie ins Kino oder ins Selbstbedienungsrestaurant mitnimmt. Trotzdem werden Crawfies Bemühungen immer wieder torpediert. Hat ihre "Operation normal", wie sie den Unterricht für Lilibet nannte, überhaupt gefruchtet?

Darüber kann man nach der Lektüre von "Teatime mit Lilibet" nachdenken. Ich denke, es ist Marion teilweise trotz allem gelungen. Zu sehen zum Beispiel daran, dass alle Nachkommen der Royals seither richtige Schulen besuchten und nicht mehr ausschliesslich zu Hause unterrichtet wurden. Welchen Preis aber zahlte Crawfie dafür? Unglückliche Beziehungen, Einsamkeit und am Ende eine grosse Enttäuschung. 
 
Spannend fand ich, dass man die Charaktereigenschaften der Prinzessinnen schon von klein auf genau sah. Die pflichtbewusste Lilibet und die lebenslustige, sich immer zu kurz gekommen sein fühlende Margaret, die immer im Schatten ihre grossen Schwester stand, welche ihr viel später ihr Liebesglück nicht gönnte und ihr nicht erlaubte, ihre grosse Liebe Peter Townsend zu heiraten. 

Ein ganz anderes Bild als zuvor habe ich nach dem Lesen des Romans von der Queen Mom. Ich kannte von ihr aber auch nur Bilder und Berichte als sie bereits 75 und älter war und fand ihr Gin-Tick witzig. Hier aber kommt sie sehr schräg und eisern rüber in ihren Ansichten und ich dachte oft: zum Glück ist sie nur die Frau des Königs. Am besten gefiel mir aber Marions Dozentin Mrs Golspie mit ihrem Ansatz, auch der Adel brauche gute Lehrer, denn dann kann ein Umdenken statt finden. 

"Teatime mit Lilibet" ist ein absolut interessanter und faszinierender Bericht über die Kindheit der jetzigen Queen und ihrer Schwester. Einen Blick hinter die Palastmauern zu werfen, aus praktisch erster Hand zu erfahren was die Yorks zu Wallis Simpson dachten, was ihnen im Alltag wichtig war, was weniger, wie sie die Kriegsjahre verbrachten (z.B. wurden auch die Royals rationiert), fand ich total aufschlussreich. 

Beworben wird der Roman mit "die wahre Geschichte". Was davon aber alles wahr ist oder nicht, ist nicht ersichtlich. Das ergäbe sich wahrscheinlich wenn man Marion Crafwords "The litte Princesses" gelesen hätte. Ich denke, vieles ist wahr und so oder ähnlich abgelaufen, dennoch stört mich die Anpreisung mit diesem Attribut. 

Der Roman ist ein Muss für "The Crown" - Gucker und für alle Geschichte-Interessierte, denn er beschreibt ein eindrückliches England-Bild zwischen 1932 bis 1948, geschrieben aus einem bisher noch nie da gewesenen Blickwinkel. 

Fazit: Absolut lesenswerte 528 Seiten!
5 Punkte.