Freitag, 18. September 2020

Adventszeit in der Valerie Lane von Manuela Inusa

Klappentext:
Die Valerie Lane ist die romantischste Straße Oxfords und Heimat der wunderbaren kleinen Läden von Laurie, Keira, Ruby, Susan und Orchid, den Heldinnen der erfolgreichen Romane von Manuela Inusa. Zu den liebevoll erzählten Geschichten gibt es endlich auch die Lieblingsrezepte, schöne Gedanken und zauberhafte DIY-Projekte der fünf Freundinnen. Passend zur kalten Jahreszeit verraten sie ihre Lieblingsteemischungen und wärmende Rezepte, die Anleitungen für hübsche Wanddekorationen, einfache Strickprojekte, entzückende Adventskalender und wunderbaren Baumschmuck oder bezaubernde Tischdeko. Jeder findet sein Lieblingsprojekt, viele Schritt-für-Schritt-Anleitungen machen die Umsetzung gelingsicher und führen auch Anfänger zum Erfolg. Zahlreiche persönliche Tipps, Eintragseiten, Playlisten und warmherzige Gedanken laden ein zum Kreativwerden, Ausprobieren, Genießen oder einfach nur zum Schmökern.


Manuela Inusas Valerie Lane-Reihe begeisterte viele Leserinnen. Da die fünf Ladenbesitzerinnen alle kreativ sind, wundert es nicht, dass nun zwei Kreativbände heraus kommen. Der erste Band nun pünktlich zur Adventszeit, der zweite Band, "Frühlingszauber", erscheint im Februar.

Jetzt im September ist die Adventszeit noch weit weg, aber ihr wisst: mit Weihnachtsvorbereitungen kann man nie früh genug beginnen. Zumindest mit dem Ideen sammeln. Man kann also seine Nase jetzt schon ins Buch stecken und sich von den vielen Ideen inspirieren lassen, so dass man Ende November alles beisammen hat, um die Rezepte und Basteltipps umzusetzen und sich damit auf eine gemütliche und kuschlige Adventszeit daheim freuen kann.

Im Buch finden sich über 40 Ideen um sich selbst und anderen die Weihnachtszeit zu verschönern. Seien es Back- oder Kochrezepte, Strickanleitungen, Deko- und Basteltipps samt Anleitungen und allesamt einfach umzusetzen mit Dingen, die man - wenn eh nicht schon zuhause vorrätig -, sich schnell und unkompliziert im Supermarkt oder in der Bastelabteilung besorgen kann. 

Valerie Lane-Fans werden sich freuen, wenn sie sehen, dass viele Ideen unmittelbar mit der Serie zu tun haben, sei es mit einer Löffel-Bastelidee oder dem Rezept für Mrs Witherspoons Stargazy Pie. Einen Schreck bekommen? Nein keine Angst, die Pie ist fischlos und zur Spinat-Pie umgewandelt worden, so dass auch unsere Serien-Figuren beim Essen derselben alle kräftig zulangen werden. 

Daneben gibt es im Buch auch einige Listen zum Selberausfüllen, wenn man möchte, aber auch Musik- und Buchlisten mit Tipps der Autorin persönlich.

"Adventszeit in der Valerie Lane" ist ein schönes, unterhaltsames DIY-Buch, das man sich selbst oder Freunden schenken kann und allen Lesern Spass machen wird, sei es durch das sich Erinnern an Begebenheiten aus den sechs Romanen oder weil man sich selbst oder andere mit den gebastelten, gestrickten, gekochten und gebackenen Dingen Freude bereitet. 

Fazit: Das perfekte Adventsgeschenk für Valerie Lane-Fans, liebe Freunde und Bekannte. 
4 Punkte.



   

Reihenfolge:
Band 1: Adventszeit in der Valerie Lane
Band 2: Frühlingszauber in der Valerie Lane (erscheint am 8. Februar 2021)

Valerie Lane - Reihe von Manuela Inusa

2017 erschien mit "Der kleine Teeladen zum Glück" der Auftakt und somit erste Teil der Valerie Lane-Serie von Manuela. Die Serie hörte sich gut an, doch der erste Band hat mir gar nicht gefallen, zu wenig war los, auch Emotionen fehlten mir. Das Lesen der weiteren Bände habe ich deshalb hinausgeschoben, obwohl mir einige Bekannte sagten, es würde besser. 

Erst kürzlich, im August, habe ich mich getraut und weiter gelesen. Der Vorteil: ich konnte fünf Bände am Stück lesen. Und: die anderen Bücher der Reihe, die in Oxford angesiedelt ist, sind tatsächlich besser! Es passierte mehr, es war nicht mehr zu 100 % heile Welt beschrieben und nicht alles verlief komplikationslos. 

Die Romane sind immer noch sehr zuckrig-süss, aber manchmal - zum Beispiel wenn es im Hochsommer viel zu heiss ist mit 34° in der Stadt - braucht man halt genau das und nicht mehr. 

      

    

In jedem der Romane steht eine der Ladenbesitzerinnen der Valerie Lane im Vordergrund. Die Leserinnen lernen die jeweilige Frau besser kennen, aber sind auch immer auf dem Laufenden, was dann gerade bei den anderen passiert. Die Ladenbesitzerinnen Laurie, Keira, Ruby Orchid und Susan werden zu immer besseren Freundinnen. Auch den Leserinnen wachsen sie ans Herz. Schon bald mag man diese fünf Frauen und will einfach wissen, wie ihre Geschichten weiter gehen. Interessant sind auch ihre Wegbegleiter wie Mrs Witherspoon, Rubys Vater, der Obdachlose Gary und und und. 

Der sechste und letzte Band setzt die Leser in Kenntnis, was in den letzten drei Jahren nach Band 5 passierte. Ein netter Serien-Abschluss, wie ich finde. 

Gerade eben ist ein Do-it-yourself-Buch erschienen, "Adventszeit in der Valerie Lane", das die Fans der Valerie Lane einlädt, sich mit dem Buch einen gemütliche Adventszeit zu machen, als Begleiter sozusagen, und die eine oder andere oder sogar alle Ideen daraus umzusetzen. 


Viel Spass beim Eintauchen in die Valerie Lane, die kleine Strasse im Herzen von Oxford!


Band 1: Der kleine Teeladen zum Glück
Laurie ist glücklich: Als stolze Besitzerin eines kleinen Teeladens in der romantischen Valerie Lane in Oxford, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. In Laurie’s Tea Corner verkauft sie köstliche Teesorten aus aller Welt, dort duftet es herrlich, und die Kunden fühlen sich wohl. Denn das gemütliche Lädchen strahlt genau dieselbe Harmonie und Wärme aus wie Laurie selbst. Nur das mit der Liebe wollte bisher noch nicht so richtig klappen, obwohl Laurie seit Monaten von Barry, ihrem attraktiven Teelieferanten, träumt. Das muss sich schleunigst ändern, finden Lauries beste Freundinnen, und schmieden einen Plan.
 
Band 2: Die Chocolaterie der Träume
Keira liebt das, was sie tut, über alles: In ihrer kleinen Chocolaterie in der Valerie Lane stellt sie Confiserie in sorgfältiger Handarbeit her – ihre selbstgemachten Pralinen, Kekse und schokolierten Früchte sind bei Jung und Alt beliebt. Bei all den leckeren Sachen kann Keira oft selbst nicht widerstehen. Aber was macht das schon? Sie steht zu ihrer Leidenschaft und zu ihren Kurven. Doch ihr Freund Jordan, mit dem es ohnehin kriselt, sieht das leider etwas anders. Zum Glück stehen Keira ihre Freundinnen immer zur Seite – und dann gibt es noch diesen einen charmanten Kunden, der in letzter Zeit häufiger bei Keira’s Chocolates einkauft.

Band 3: Der zauberhafte Trödelladen
Ruby verkauft in ihrem kleinen Antiquitätenladen Trödel aus aller Welt, den sie mit liebevoller Sorgfalt restauriert. Auch wenn sie insgeheim von einem Buchladen träumt, liebt sie die Arbeit in Ruby's Antiques, das sie von ihrer Mutter übernommen hat, und verliert sich oft in der Vergangenheit der Stücke. Und ein Leben ohne ihre Freundinnen aus der Valerie Lane kann sie sich sowieso nicht mehr vorstellen! Diese sind in diesem Frühling noch stärker für Ruby da, denn nicht nur das mit der Liebe gestaltet sich schwieriger als gedacht, sondern auch Rubys eigene Vergangenheit holt sie ein – und wird die eine oder andere Überraschung bereithalten. 

Band 4: Das wunderbare Wollparadies
Susan verbringt ihre Zeit am liebsten in ihrem kleinen Wollladen. In Susan’s Wool Paradise strickt und häkelt sie wunderschöne, kuschlige Sachen, die sie nicht nur verkauft, sondern auch an Bedürftige verschenkt. Außerdem kann man bei Susan zu Lauries Tee und Keiras leckeren Pralinen in gemütlicher Runde gemeinsam stricken und häkeln, sich austauschen und helfen. Ihre Freundinnen schätzen Susan für ihr großes Herz und ihre ruhige Art, vor allem in diesem besonders kalten Dezember, der auch nicht vor der Valerie Lane Halt macht. Und während es draußen stürmt und schneit, erlebt Susan einen Winter, der alles verändern wird.

Band 5: Der fabelhafte Geschenkeladen 
Orchid liebt ihren kleinen Geschenkeladen, mit dem sie sich ihren Lebenstraum erfüllt hat. In Orchid’s Gift Shop gibt es alles, was das Herz begehrt, wie wunderbare Düfte, Badeperlen und selbstgemachte Kerzen. Doch das größte Geschenk, das Orchid anderen gibt, ist ihre Zeit. Immer gut gelaunt hat sie stets ein offenes Ohr für jedermann. Nur ein Mensch vertraut sich ihr nicht an, und das ist ausgerechnet Orchids Freund Patrick. Schon länger scheint es in der Beziehung zu kriseln, doch selbst ihre besten Freundinnen wissen keinen Rat. Und als Orchid endlich beschließt, Patrick vor die Wahl zu stellen, erfährt sie etwas, das sie nie für möglich gehalten hätte.

Band 6: Die kleine Strasse der grossen Herzen
In den letzten drei Jahren ist viel passiert in der Valerie Lane. Die kleine Tochter von Laurie, der Besitzerin des Teeladens, hat ein Geschwisterchen bekommen, Chocolatière Keira hat sich getraut, und Orchid ist ihrer großen Liebe gefolgt. Doch auch wenn nicht mehr alle beisammen sind und sich vieles verändert hat, herrscht doch Zufriedenheit in der kleinen Straße im Herzen Oxfords, denn nach wie vor halten alle zusammen und versuchen, Gutes zu tun. Doch dann passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hätte, und die Frauen der Valerie Lane erfüllen einer lieben alten Freundin einen großen Wunsch.  




Donnerstag, 17. September 2020

Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà & Silvia Tarrago

Klappentext:
Barcelona, 1926. An einem Wintermorgen, der voller Wunder ist, wird Alba geboren. Es schneit in Barcelona so heftig wie nie zuvor, und die Menschen laufen auf die Straße, um die tanzenden Kristalle zu bewundern. Schon bald wird sich herausstellen, dass Alba in ihrem Leben noch viele Menschen verzaubern wird – mit ihrer einzigartigen Gabe, Kuchen und Kekse zu backen, die Glück und Trost spenden. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, Konditorin zu werden. Doch im Spanien der rauen Nachkriegszeit ist es für eine junge Frau alles andere als leicht, sich den Weg zum Glück zu erkämpfen. Bis sie eines Tages die Bäckerei Escribà betritt – und ahnt, dass sich ihr Leben für immer verändern wird.

Ich mag Barcelona, ich mag Bäckereien und so wanderte "Die Bäckerei der Wunder" gleich nachdem ich den Roman in der Verlagsvorschau sah, auf meine Wunschliste. Es hörte sich gut an, die Geschichte eines Familienbetriebs zwischen den Seiten eines Buches in Romanform nachzulesen. 

Doch beim Lesen fühlte es sich so an, als ob man eine Führung durch einen Betrieb macht und die immer wieder durch spezielle Episoden der Familiengeschichte unterbrochen wird. Wie ein Geschichtenerzähler, der es spannend machen will und dabei ein bisschen pathetisch wirkt. 

Die Geschichte beginnt beim elfjährigen Mateu, der 1876 alleine nach Barcelona ging und zum Gründer der Bäckerei wurde. Seine Geschichte wird immer wieder unterbrochen, weil plötzlich von anderen Personen zu anderen Zeiten berichtet wird. Wie wenn einer bei einem Vortrag immer wieder den Faden verliert und woanders weiter erzählt. Das macht es schwer, die Familiengeschichte linear zu verfolgen.
 
Am Ende stellt sich heraus, dass die tatsächliche Geschichte der Konditorei Escriba mit einer fiktiven Story verbunden wurde. Ich frage mich, was die Autoren mit dem Roman bezwecken wollten, denn die Verbindung ist meiner Meinung nach nicht geglückt, es ist weder Fisch noch Vogel. Durch die gestelzte Sprache wirkt der komplette Roman unnatürlich, auch das dauernde "es war ein Wunder" trägt dazu bei. Als ob man Zauber und Magie einfangen will, wo keine/r ist. 

Echt war Antoni Escribà - ein Zuckerkünstler mit einer theoretisch interessanten Biografie. Seine Lebensgeschichte wäre anders beschrieben spannender gewesen, läuft aber hier nur der fiktionalen Story nebenher und kommt leider überhaupt nicht zur Geltung. Auch andere Backstubenszenen liessen mich kalt, nie hatte ich das Gefühl, von den beschriebenen Backwaren probieren zu wollen. 

Gefallen haben mir einzig die Szenen, bei denen Alba in der Küche der Vidals arbeitete und deren Kinder die Geschichten der Desserts erzählte. Doch auch aus diesen Szenen hätte man mehr herausholen können. 

Es hörte sich gut an, aber das war nix. Zum Glück hat der Roman nur 288 Seiten, die auch bei Nichtgefallen schnell gelesen sind. 

Fazit: Ein Roman ohne Wunder, auch wenn uns die Autoren diese verklickern wollen. 
3 Punkte. 


Dienstag, 15. September 2020

Madame Curie und die Kraft zu träumen von Susanna Leonard (Ikonen ihrer Zeit 1)

Klappentext:
Paris, 1891. Schon als Kind träumte Marie davon, eines Tages der Enge ihrer von Russland besetzten polnischen Heimat zu entfliehen. Nun, 20 Jahre später, erfüllt sich dieser Traum: Marie darf an der Sorbonne studieren. Dafür musste sie hart kämpfen, denn eine Frau ist in der Welt der Wissenschaft nicht gern gesehen. Doch Marie weiß, was sie will. Trotz aller Anfeindungen stürzt sie sich in die Forschung – und ins Leben. Als sie dem charmanten Physiker Pierre Curie begegnet, ist ihr Glück perfekt. Pierre wird ihre große Liebe, eine Liebe, die ihresgleichen sucht. Mit Pierre erzielt sie bahnbrechende Erfolge. Doch der Preis dafür ist hoch, und Marie ahnt nicht, welche tragischen Schicksalsschläge das Leben noch für sie bereithält.

Die erste Frau, die den Nobelpreis verliehen bekommen hat, war Marie Curie. Ihre Geschichte erzählt Autorin Susanna Leonard in "Madame Curie und die Kraft zu träumen". Aus Sicht von Marie (als Maria getauft, doch immer nur Mania genannt, bis sie sich bei ihrem Studienbeginn selbst Marie nannte) rückblickend erzählt, beginnt der Roman bei Manias Kindheit in Polen, wo sie unter russischer Besatzung die Schulzeit durchlief. 

Ihre Kinderjahre sind wichtig, um Manias späteren Lebensweg zu verstehen. Sie lebte mit ihren Schwestern und Pensionatsschülern bei ihrem Vater, der genau wie die Mutter Lehrer war. Doch die Mutter war krank und kurz nachdem Manias Schwester Sofia starb, mussten sie auch die Mutter zu Grabe tragen, sie starb an Tuberkulose.

Mania Sklodowski war neugierig wie diese Krankheiten entstehen und was sie auslösen. Sie wollte verstehen - ein wissbegieriges Kind, gewohnt zu lernen, immer Klassenbeste, obwohl jünger als ihre Klassengspänli. Somit wurde der Grundstein für ihre Zukunft gelegt. 

Bildlich und sehr lebendig erzählt die Autorin von Kutschenfahrten im Schnee, sorglose Sommeraufenthalte auf dem Land, Szenen aus der Schulstube, die erste Liebe - und vieles mehr. Man kann sich alles perfekt vorstellen, auch die späteren Verbrennungen an Oberschenkel und den Fingern beim Erforschen der Radioaktivität und das Entdecken und Benennen der chemischen Elemente Polonium und Radium.

Susanne Leonard schildert eine faszinierende Persönlichkeit, die sozial, aber auch ehrgeizig war. Im Gegensatz zu ihrem Mann Pierre Curie, dem Preise und Statusgehabe, wie sie andere Wissenschaftler gerne an den Tag gelegt haben, nicht sehr wichtig waren und der gerne teilte. 

Der Roman fesselte mich durch die lebhaften Beschreibungen, auch mochte ich die rückblickende Erzählweise, wenn Marie bei einigen Gelegenheiten Bekannten von früher erzählte und damit ihren Zuhörerinnen Mut machte, ihre Träume nicht aufzugeben. 

Chemie und Physik fand ich zu meiner Schulzeit nie interessant, doch ich bin mir sicher: hätte ich diesen Roman damals schon lesen können oder hätten meine Lehrer ein paar Szenen, wie zum Beispiel die Namensgebung von Polonium uns so erzählt, wie es Susanna Leonard hier macht, wäre ich im Unterricht auf jeden Fall aufmerksamer gewesen und hätte womöglich noch Spass daran gehabt. 

Fazit: Toll erzählte Romanbiografie über die erste Nobelpreisträgerin. 
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 1: Madame Curie und die Kraft zu träumen 
Band 2: Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne

Donnerstag, 10. September 2020

Eisblumenwinter von Anne Barns (Rügen 2)

Klappentext:
Mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen lebt Pia erfolgreich ihren Traum. Und doch ist sie nicht glücklich. Denn Paul, der Mann, den sie liebt, lebt gut fünfhundert Kilometer entfernt auf der Insel Juist. Als ihre Großmutter sie bittet, sie auf eine Reise zu den Orten ihrer Kindheit zu begleiten sagt Pia zu. Eine Auszeit mit ihrer Oma ist genau das, was sie jetzt braucht. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei entdecken sie eine Liebesgeschichte, die Zeit und Grenzen überdauert hat – und bis heute nachwirkt.



Die drei Schwestern Rina, Pia und Jana haben die Leser*innen bereits in "Drei Schwestern am Meer" kennen gelernt. Dort ging es um Rina und Oma Annie - und um ihre Familiengeschichte.

Etwas mehr als zwei Jahre nach diesen Ereignissen, am ersten Advent, sitzen wir mit den Schwestern, Oma Annie, deren Schwester Erika und Nachbarin Thea in Annies gemütlichem Haus und erfahren beim Kuchenessen, dass es noch mehr Geheimnisse gibt im Familienstammbaum. Denn plötzlich stehen die von Annie vermissten roten Stiefel vor ihr. Das Rätsel um diese speziellen Stiefel wurde bereits im ersten Band angesprochen - und hier gelöst. Es stellt sich daraus, dass Erika und Annies Tante, die 95jährige Hedwig, noch lebt. 

Was Hedwig mit den roten Schuhen zu tun hat, erfahren wir auf eine spannende Weise, denn die Familiengeschichte ist sehr interessant und birgt einige Überraschungen für alle Beteiligten. 

Während Annie sich auf die Begegnung mit Hedwig freut, hat Pia Kummer. Ihr stellt sich die Frage: Nordsee oder Ostsee? Sie liebt Paul, aber der will nicht von Juist weg, und Pia möchte auf Rügen bleiben. Ob ihre Beziehung so eine Chance hat, steht in den Sternen. Auch Jana hat ein Beziehungsproblem, denn sie ist sich auf einmal nicht mehr sicher, ob sie ihren Freund Hendrik oder einen andern liebt. Rina hingegen ist sich mit Miro sicher, doch der spricht plötzlich von einem Umzug nach Polen, was Rina sich nicht vorstellen kann. 

Doch die Probleme der Schwestern werden nicht in den Vordergrund gepackt. Da steht ganz klar die Verwandtschaftsgeschichte - die Gründe, weswegen Tante Hedwig plötzlich aus Annies Leben verschwand. 

Daneben wird natürlich auch viel gebacken, gekocht und genossen. Mir gefiel die adventliche Frauenrunde und die gemütliche, positive Stimmung in der Geschichte, die Autorin Anne Barns vermittelt. Es braucht nicht in allen Roman eine Drama Queen oder viel Streit, frau kann auch schöne Romane schreiben ohne superdramatische Twists oder schwierige Charaktere. Das mag ich sehr in Anne Barns Romanen und das kommt auch in "Eisblumenwinter" zum Tragen. Zum sich Wohlfühlen trägt zudem bei, dass die Autorin ein Auge auf Kleinigkeiten legt. Details wie die bezaubernden Lampenfrauen zum Beispiel, oder die diversen Karamellvarianten - einfache, aber schöne und wohlschmeckende Dinge. 

Nach zwei Romanen fühlt man sich auch schon fast als Cousine oder Tante der drei Schwestern und würde natürlich seine Verwandten gerne wieder einmal "sehen". Deshalb bin ich nun gespannt, ob wir der sympathischen Frauenrunde wieder einmal, sei es im Advent oder in irgendeiner anderen Jahreszeit, begegnen werden. 

Fazit: Ein schöner "Einkuschel"-Roman, den man sich am nächsten Wochenende gönnen sollte. Spätestens aber am ersten Adventswochenende solltet ihr "Eisblumenwinter" lesen - dann habt ihr das perfekte Buch-lese-Date! 
4 Punkte.

Mittwoch, 9. September 2020

Krimi: Die Braut sieht rot von Rebecca Michéle (Sandra Flemming 4)

Klappentext:
Im sommerlichen Cornwall kümmert sich Sandra Flemming, Inhaberin des Higher Barton Romantic Hotels, nicht nur um ihre Gäste, sondern steht auch dem Zimmermädchen Imogen bei. Diese hat sich in einen Adeligen verliebt, aber dessen Mutter ist strikt gegen die Verbindung. Nun arrangieren die Verliebten einen Urlaub im Hotel, bei dem Lady Claire ihre zukünftige Schwiegertochter kennen- und schätzen lernen soll. Doch dann geschieht ein Mord in der Gegend und das Opfer sieht Lady Claire überraschend ähnlich.




Nach dem sehr konstruierten und deshalb nicht sehr interessanten dritten Band ("Ein Mörder zieht die Fäden") sah ich diesem vierten Band besorgt gespannt entgegen. Doch Autorin Rebecca Michéle zeigt sich hier wieder in alter Stärke, was mich sehr freute.

So hat auch Sandra Flemming wieder zu ihrem normalen Ich zurück gefunden. Und scheint etwas gelernt zu haben: zu sagen, wenn ihr etwas verdächtig vorkommt. Nur wird sie dafür erstmal von ihrem Freund und DCI Christopher Bourke belächelt. Aber dass Hotelgast Lady Claire mit einem Mordopfer grosse Ähnlichkeit aufweist, kann selbst Bourke nach einem Sandras Vermutung bestätigenden Vorkommnis nicht mehr von sich weisen.

Jemand scheint es auf rothaarige Frauen in Lower Barton abgesehen zu haben. Die Leser sind leicht im Vorteil, im Gegensatz zu Sandra und Christopher wissen sie von einem Ereignis, welches wohl mit dem aktuellen Fall zu tun haben müsste und können miträtseln - Möglichkeiten gäbe es einige. Welche Verbindung dann tatsächlich bestätigt wird, erfährt man erst am Ende.

Man hätte vielleicht dem einen oder anderen möglichen Verdachts-Szenario ein wenig mehr Futter geben können, um mehr Spannung zu erzeugen. Aber auch ohne wars ein schöner Fall, in den eine kleine Lovestory eingefügt wurde.

Denn Lady Claires Sohn ist in Imogen, das Hausmädchen des Hotels, verliebt. Damit seine Mutter Imogen kennenlernt, verbringt er zusammen mit seiner Mutter eine Urlaubswoche auf Higher Barton. Sandra ist eingeweiht, doch sie ist nicht davon überrascht, dass Lady Claire "was Besseres" für seinen Sohn will.

Sandra hält sich weitgehend raus aus der Sache, viel lieber geniesst sie Zeit mit ihrem Patenkind, der Tochter von Anwalt Alan Trengove und seiner Frau Ann-Kathrin. Auch weitere alte Bekannte wie Metzgerin Agnes Roberts, der Major oder Hotelkoch Monsieur Peintrés haben ihre Auftritte und so ist man einmal mehr traurig, wenn man Higher Barton nach der letzten Seite wieder verlassen muss.

Fazit: Ein gelungener Fall für Sandra Flemming und Christopher Bourke.
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 4: Die Braut sieht rot

Dienstag, 8. September 2020

Die Pianistin von Beate Rygiert (AFzAuL 2)

Klappentext:
Leipzig, 1835: Die sechzehnjährige Pianistin Clara spielt vor ausverkauften Häusern. Fünf Monate lang ist sie mit ihrem Vater auf Tournee. Was wie ein harmonisches Miteinander wirkt, ist in Wirklichkeit die reinste Hölle. Die beiden sind heillos zerstritten. Der Grund: Clara ist verliebt. Ihr Vater ist dagegen, dass sie sich jetzt schon bindet. Und schon gar nicht an diesen zwar hochbegabten, aber absolut lebensuntüchtigen Robert Schumann. Doch Clara, die nicht nur die musikalische Begabung, sondern auch den Eigensinn ihres Vaters geerbt hat, wehrt sich und kämpft für ihre Liebe.



Über das Leben von Clara Schumann wusste ich bisher nichts, ich kannte nur die CD's von Interpreten, die ihre Werke spielten. Oft zusammen mit den ihres Mannes Robert Schumann. Doch mehr war mir nicht bekannt. Deshalb war ich neugierig auf ihr Leben, welches Beate Rygiert uns Leser*innen in "Die Pianistin" näher bringen möchte.

Die ersten Kapitel lasen sich schnell und süffig, doch bald stellte sich eine Müdigkeit ein. Neben den Konzertreisen, auf die sich die junge Clara mit ihrem Vater Friedrich Wieck begab, geht es nur um die Liebe zwischen Clara und Robert und um ihren Vater, der diese Liaison nicht duldete und total gegen eine Hochzeit der beiden Musiker war. 

Doch wie wir ja bereits wissen, konnten sie Jahre später heiraten - bis es soweit ist, vergehen fast zwei Drittel im Roman. Die Ehe danach war aber auch nicht viel glücklicher. Clara ging es wohl am besten, als Robert starb, endlich war sie frei von allen Zwängen. Erst gängelte sie ihr Vater, dann Robert, beide engten sie ein. Wäre Vater Wieck nicht ganz so rigoros gewesen, hätte Clara vielleicht gemerkt, dass sie eine Ehe mit Robert nicht glücklich machen wird. Anzeichen waren bereits da, doch da beide sich ja nur selten sahen, hätte Clara nur minim mehr realen Kontakt gebraucht um zu sehen, dass Robert nicht gesund ist. 

Aber der Lauf der Geschichte war nun mal anders und die Autorin gab sich redlich Mühe, aus dem Wenigen und dem immer gleichen Thema etwas Interessantes zu schreiben. Doch bis zur lange ersehnten Heirat von Clara und Robert dauert es viel zu lange und ich langweilte mich. 

Ich sass fünf Tage an dem Buch, was für mich aussergewöhnlich lange ist. Ich hatte kein Verlangen abends - und erst noch am Wochenende - weiter zu lesen und musste mir schlussendlich einige Stunden tagsüber einplanen, um das Buch zu Ende zu lesen. Leider war ich auch nach "der Heirat" öfters kurz davor den Roman abzubrechen, war dann aber auch schon zu weit, um kurz vor Schluss aufzugeben. 

Beate Rygiert kann schreiben, das bewies spätestens der Roman um George Sand, und sie gab sich auch hier Mühe, aber wenn die Vorlage nicht mehr hergibt, wird es für jede*n Autor*in schwierig, eine gefällige Lektüre daraus zu basteln. 

Eigentlich sollte man meinen zwei Musiker gleich Traumehe, doch Vater Wieck wollte das nicht. War er als Vater eifersüchtig oder sah er in Clara nur eine Geldquelle, die ihm entglitt, wenn sie heiratet? Ganz spät im Roman sagt auch endlich Claras Mutter etwas zu ihrer Ehe zu Friedrich Wieck. Das schilderte die Autorin gut. Ebenso die Unannehmlichkeiten von tagelangen Reise mit Kutschen, das Leben als Musikerin, das Wunderkind, das später verheiratet mit einem Komponisten plötzlich nur noch "die Frau von" ist. Die Charaktere konnte die Autorin gut rüberbringen, meine Sympathie hatten klar die gezeichneten Frauen. 

Der Reihen-Titel "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe" beinhaltet theoretisch auch den "Aufbruch", der hier leider fast nur im Nachwort vorkam. Die "Liebe" wird viel stärker gewichtet und nimmt schwerpunktmässig fast den ganzen Raum ein. 

Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht die Liebe zu Robert Schumann in den Vordergrund zu stellen, sondern die Zeit danach zu porträtieren, mit Rückblicken auf diese harten Jahre, um den "Aufbruch" mit "Liebe" zu untermalen. Wahrscheinlich wäre das spannender geworden. Denn Claras Aufenthalt in Paris und später ihre eigenen Konzertreisen, ihr Verhältnis mit einem anderen Musiker, und Jahre danach noch endlich in London konzertieren - das alles wäre interessant gewesen, kam aber zu kurz bis kaum vor. 

Beate Rygiert hat sich ins Zeug gelegt, um den Leser*innen einen spannenden Roman über das Leben von Clara Schumann vorzulegen. Spannend ist er aufgrund der "never ending lovestory" nicht geworden. Interessant stellenweise schon.

Fazit: Das viel zu lange und langweilige "Wann klappt's endlich mit der Hochzeit?" überwiegt, deshalb konnte mich diese Geschichte einfach nicht fesseln.
3 Punkte. 

Vielen Dank an den atb Aufbau Verlag!

Reihenfolge "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe":
Band 1: George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert
Band 2: Die Pianistin von Beate Rygiert
Band 3: Milena und die Briefe der Liebe von Stefanie Schuster (ET 10. November)
Band 4: Die Rebellin von Thérèse Lambert (ET 18. Januar 2021)


Montag, 7. September 2020

#litlovetalk September 2020

Wir stellen euch an jedem siebten Tag im Monat eine Frage zu Romanen, die von lit.love-AutorInnen geschrieben wurden.

September-Frage: 



Noch vor einigen Jahren habe ich bedeutend mehr historische Roman gelesen als jetzt, doch mit dem Aufkommen der Zeitebenenromane wurde mein Bedürfnis nach Geschichtlichem besser gestillt. Seither lese ich zwar immer noch historische Romane, aber nicht mehr so oft.

Wobei spezifisch von den lit.Love-Autorinnen doch viele historische Romane auf meinen Leselisten mit dabei sind. Gerade ist ja die Vorgeschichte zum 3. Band der Schokoladenvilla-Serie erschienen. Und auf den dritten Band, der am 12. Oktober erscheint, freue ich mich schon. Beim Lesen historischer Romane bekommt man ja immer noch viel Geschichte mit, das mag ich sehr. Egal, ob das Zeitgeschichte ist oder Erfindungen der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Schokolade-Automaten, wie sie Maria Nikolai in ihre Romane mit einbringt. 

 

Bei Petra Durst-Benning erfährt man aktuell viel über den Beruf der Fotografen oder der Leinenweber in ihrer "Die Fotografin"-Serie. Nächste Woche erscheint der vierte Teil. Meine Lieblingsbücher von ihr sind aber "Antonias Wille" und "Solang die Welt noch schläft" (als Velofahren für Frauen noch nicht gang und gäbe war) und "Die Glasbläserin" (Christbaumkugeln in the making). Julia Kröhn schrieb unter anderem über die Entwicklung der Mode ("Das Modehaus") und Reisebüros. Unter einem ihrer Pseudonyme sogar über die Grimaldis. Das liegt noch auf meinem SuB, genau wie "Das Traum vom Meer" und Durst-Bennings zweiter und dritter Band der Fotografin.




Dann haben wir noch Beate Maly, die uns in "Lottes Träume" eindrücklich den Beginn des "Skifahren für jedermann" respektive vor allem für Frauen näher brachte, oder Annette Wieners, bei derem Mädchen aus der Severinstrasse es sich ums Fotografieren während der Kriegszeit dreht. 


Bettina Storks, Sylvia Lott und Lucinda Riley schreiben Zeitebenen-Romane. Da ist es auch immer interessant, die Verbindung von früher zu heute zu sehen. 


Was ich bei historischen Romanen aber weniger mag, ist, wenn sie ausschliesslich zur Zeit der ersten beiden Weltkriege spielen. Das Thema ist wichtig, ja wichtiger denn je, aber es gibt ja noch viele andere Jahrhunderte, die auch nicht langweilig waren, wenn ich das so flapsig sagen darf. 

Kriegsjahre eignen sich für Autor*innen natürlich hervorragend, um ihren Protagonisten ganz neue Lebensläufe zu bieten, um unliebsame Lover im Krieg verschwinden zu lassen und so weiter. Ich hab aber schnell genug davon und kann daher nur wenige solcher Bücher im Jahr lesen und würde lieber mehr aus anderen Zeiten lesen, es muss ja nicht immer über dieselben dreissig Jahre geschrieben werden.

Deshalb lese ich lieber historische Krimis als historische Romane, aber die gehören ja nicht ins lit.Love-Thema. 

Ich gehe jetzt mal gucken, was Susanne Edelmann und Ute von scarlett59 lieber lesen. 

Und wie sieht es bei euch aus? Aus welchem Genre stehen bei euch mehr Bücher im Regal, sind es historische oder moderne Romane? 



Und unter #litlovetalk findet ihr alle bisherigen Fragen auch auf Instagram. 

Diese Autoren waren an den bisherigen lit.Love-Festivals zu Gast:




Sonntag, 6. September 2020

Rosenträume von Debbie Macomber (Cedar Cove 2)

Klappentext:
Das Leben der Bibliothekarin Grace Shermans im beschaulichen Cedar Cove ist ruhig und unbeschwert, bis ihr Mann Dan von einem auf den anderen Tag verschwindet. Grace hat keine Ahnung, was ihn als hingebungsvollen Vater und wunderbaren Ehemann dazu gebracht hat, sie wortlos zu verlassen. Auch Grace‘ Tochter hält verzweifelt an der Hoffnung fest, dass er zurückkommen wird. Zu unvorstellbar ist der Gedanke, dass er ihre kleine Tochter, sein erstes Enkelkind nicht im Arm halten wird. Trotz des Schmerzes muss die Familie lernen, was es heißt, ohne Dan weiterzuleben und es sind ihre Freunde und die Gemeinschaft der Kleinstadt, die ihr in dieser schweren Zeit zur Seite stehen und ihnen zeigen, was es heißt, eine Familie zu sein.

Im ersten Band der Cedar Cove-Serie, in "Leuchtturmnächte", ist Dan, der Mann von Grace spurlos verschwunden. Damit umzugehen ist schwer für Grace und ihre beiden erwachsenen Töchter. Denn gerade auch Maryellen hat ihre eigenen Probleme, sie wurde bereits von einem Mann enttäuscht. Nach einer viel zu frühen Heirat und Scheidung wollte sie jahrelang keine Beziehung mehr. Eigentlich auch jetzt nicht, aber Künstler Jon Bowman weckt etwas in ihr, dass sie so noch nicht kennt. Als etwas passiert, denkt sie, er sei genau gleich wie ihr Ex-Mann und gibt Jon nicht mal die Chance für ein Gespräch.

Grace hingegen wird von Cliff Harding hofiert. Obwohl sie sich in Abwesenheit von Dan scheiden lassen hat, kann sie irgendwie nicht abschliessen. Klar, denn sie hat ja keine Ahnung was Dan geschah - hat er sie wegen einer anderen Frau verlassen oder lebt er vielleicht gar nicht mehr? Als dann noch im Thyme und Tide ein unbekannter Gast eintrifft, der eventuell etwas mit Dan zu schaffen haben könnte, kann sich Grace auf nichts mehr konzentrieren.

Olivia hat aktuell öfters mit ihrem Ex-Mann Stan zu tun, was Jack eifersüchtig macht. Denn er sieht, dass Stan Olivia wieder liebt und hat Angst um ihre relativ frische Beziehung. Ausserdem wohnt sein Sohn Eric gerade bei ihm, weil dieser Streit mit seiner Freundin Shelly hat. Sie sei schwanger von ihm, aber das kann doch gar nicht sein - meint Eric. Olivias Tochter Justine hat von Seth, der in Alaska als Fischer arbeitet, schon lange nichts mehr gehört - bereut sie die schnelle Heirat etwa schon?

Neben den bereits bekannten Figuren tauchen hier Rosie und Zack auf, in deren Ehe es nicht gut läuft. Zack ist wütend, weil Zuhause so ein Chaos ist und Rosie keine Zeit zum Abendessen kochen und Haushalten hat. Sie hingegen versteht nicht, dass Zack ihre Hausarbeit und das ehrenamtliche Mitarbeiten in der Schule etc. nicht würdigt. Die beiden werden die Hauptfiguren im dritten Band "Winterglühen" sein.

Das am Anfang eingefügte Personenregister ist hilfreich, um einen Überblick über die Figuren zu haben. Die Probleme der Charaktere in Cedar Cove sind alle ähnlich: es geht um Liebe, Gefühle, Hochzeiten, um Beziehungen und Kinder. Debbie Macomber gelingt es dabei, sich nicht zu verzetteln, sondern die diversen Storys gut zu verteilen, damit man kein Durcheinander bekommt - auch wenn einige Szenen manchmal an eine Seifenoper erinnern. Aber man muss halt auch immer im Kopf haben, dass die Serie vor fast 20 Jahren geschrieben wurde. 

Mir gefiel, dass der Zeitraum, in dem der Roman spielt, einige Monate dauert und dadurch den Beteiligten Zeit gibt, sich zu entwickeln und ihre Meinungen gegebenenfalls auch wieder zu ändern. So wirken die Storys meistens glaubhaft. Anstatt "Rosenträume" würde der Titel "Rosenkrieg" zwar besser passen ;-) Im englischen Original haben die Romane jeweils einen Strassennamen - der, an denen die jeweiligen Protagonisten wohnen. 

Fazit: Ein "Abschalt"-Roman: hinsetzen, lesen und den Alltag vergessen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Rosenträume
Band 3: Winterglühen
Band 4: Frühlingsmagie

Mittwoch, 2. September 2020

Politik: Zu viel und nie genug von Mary L. Trump

Klappentext:
Mary L. Trump, Nichte des US-Präsidenten und promovierte klinische Psychologin, enthüllt die dunkle Seite der Familie Trump. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Mary im Hause ihrer Großeltern in New York, wo auch Donald und seine vier Geschwister aufwuchsen. Sie schildert, wie Donald Trump in einer Atmosphäre heranwuchs, die ihn für sein Leben zeichnete und ihn letztlich zu einer Bedrohung für das Wohlergehen und die Sicherheit der ganzen Welt machte. Als einziges Familienmitglied ist Mary Trump dazu bereit, aus eigener Anschauung die Wahrheit über eine der mächtigsten Familien der Welt zu erzählen. Ihre Insiderperspektive in Verbindung mit ihrer fachlichen Ausbildung ermöglicht einen absolut einmaligen Einblick in die Psyche des unberechenbarsten Mannes, der je an der Spitze einer Weltmacht stand.

Mary L. Trump erzählt ihre Familiengeschichte und verweilt dabei vor allem bei der Biografie ihres Grossvaters Fred und die von zwei seiner fünf Kinder, nämlich Fred junior, Freddie genannt, und Donald. Freddie ist Marys Vater. Als ältester Sohn stand er extrem unter dem Einfluss des Vaters, der ein harter, gefühlloser Mensch war. Seine Lebenseinstellung gab er seinen Kindern weiter, erwartete, dass sie so werden wie er. Jegliches Aufmucken wurde nicht geduldet, woran vor allem Freddie litt. Sich von seinem Vater zu lösen gelang ihm nicht. Gedankt wurde es ihm mit Verachtung. Nur einer machte den Vater wohl stolz: Donald, der sich sogar noch schlimmer entwickelte als sein väterliches Vorbild. 

Donald erinnerte mich immer ganz stark an dreijährige Trotzköpfe, die andern ihr Spielzeug wegnehmen, behaupten, es sei seins und die anderen damit haut und gleichzeitig nach Aufmerksamkeit und Liebe heimst. Nach dem Lesen von "Zu viel und nie genug" weiss ich, dass ich mit meinem Eindruck noch viel näher dran war, als ich je dachte. 

Die Autorin erzählt die wahre Familiengeschichte der Trumps. Sie selbst scheint sich mittlerweile von der Familie gelöst zu haben, aber auch ihr viel es schwer, trotz allem, was die Familie ihr und ihrem Vater antat. 

Und sie erzählt dabei nicht mal irgendwas total Skandalöses, sondern nur Ereignisse, die real so statt fanden. Nach der Lektüre wundert es mich noch mehr, dass die Amerikaner solch einen Menschen in das Amt des Präsidenten wählten, obwohl in Amerika schon früh bekannt war, was für ein Lügner und Betrüger Donald ist. Einer der total verschuldet von Apanagen der Banken lebte, monatlich einen riesigen Betrag bekam, mit dem eine vierköpfige Familie einige Jahre lang gut leben könnte. Ein Soziopath, der seine Wähler nicht mal mag, sondern sich einen Scheiss um alle anderen ausser sich selbst kümmert, und auch vor seinen eigenen Familienmitglieder nicht Halt macht und sie übers Ohr haut. Einer, der nur sich selbst der Nächste ist. 

"Zu viel und nie genug" - ein Titel, der nicht passender sein könnte. Das Buch ist keine Enthüllungsstory, sondern eine Analyse einer dysfunktionalen Familie. 

Fazit: Mary L. Trump ist es gelungen, den Lesern eine sachliche Vorstellung davon zu geben, wieso der Mann, der aktuell im Oval Office sitzt, so ist wie er ist. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Amerikaner dieses Buch lesen, damit der jetzige Bewohner des Weissen Hauses diesen Winter umziehen muss. 
4 Punkte. 


Dienstag, 1. September 2020

Vorschau: Neuzugänge und Neuerscheinungen im September 2020

Herbstbeginn! Zumindest aus meteorologischer Sicht. Ich mag den September. Nicht mehr zu heiss, aber noch nicht kalt, die Blätter an den Bäumen verfärben sich, die Auswahl auf dem Markt riesig, man kann je nach Temperatur draussen oder drinnen gemütlich lesen. Falls der eigene SuB dazu nichts hergeben sollte - hust, hust, hust - kann man sich durch die Neuheiten schmökern.


Neben zwei interessanten historischen Roman freu ich mich auf zwei Krimis (nämlich den zweiten Teil für Jackie Dupont in Monaco und auf Sandra Flemming in Cornwall, die mittlerweile zum vierten Mal ermittelt), einige Romane und weitere neue Weihnachtsromane. Über den ersten hab ich mich ja schon im August amüsiert. Immerhin kommen die September-Weihnachtsromane alle erst Ende Monat, da kann man die gut noch in den Oktober rüber nehmen oder auf den ersten Schnee im November/Dezember warten. Eigentlich wollte ich schreiben "auf die ersten Lebkuchen warten" - aber die gibts ja bereits, wie ich gestern in einem Lebensmittelgeschäft bereits feststellte.

"Winter in Bloomsbury" ist der vierte Teil der Bloomsbury-Serie - der erste Teil ist auch bekannt unter "Der kleine Laden der einsamen Herzen" - und wird wohl sehr süss, denn es geht um Tom, der Montags nicht nur wegen der Kuchen im Laden arbeitet. Eher wegen Mattie, die die Kuchen bäckt. Die Serie wurde von Band zu Band besser, meine Erwartungen liegen also hoch.

Ein Herbst ohne Weihnachtsroman von Sarah Morgan ist mittlerweile auch fast wie Weihnachten ohne Karen Swan. Debbie Macombers "Winterwunderzeit" ist im Original schon vor vielen Jahren erschienen, mal schauen, ob es eine der besseren oder weniger guten Weihnachtsstorys von ihr ist. Auf Michelle Marlys "White Christmas" bin ich aber am allermeisten gespannt.

"Herzblitze" und "Adventszeit in der Valerie Lane" sollten bereits auf dem Weg zu mir sein, bei der "Fotografin" muss ich erst mal noch die Bände 2 und 3 lesen, bevor ich mich an Band 4 mache. Mal schauen, ob das im September der Fall ist, oder erst später. Ich hab ja auch noch einen gut gefüllten SuB, auf dem einige Romane liegen, die ich jetzt im Herbst endlich lesen möchte. Darunter zwei dreiteilige Reihen, die "Firefly Lake" von Jen Gilroy, und eine andere von Ella Thomson. 


Interessante Neuerscheinungen im August 2020:









Ich lasse mich Ende Monat ja immer selbst überraschen, zu welchen Büchern ich schlussendlich greife. Schauen wir in 29 Tagen also nochmals, ob ich tatsächlich alle der hier erwähnten Bücher gelesen habe oder es eher andere Titel wurden.

Habt ihr eure Leseliste für den September auch schon wie ich "provisorisch" erstellt? Auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch im September? Ist es euch für die vielen Weihnachtsromane noch zu früh oder kommen die passend?


Montag, 31. August 2020

Lesebiografie August 2020

Mein August ist in Hälften aufgeteilt: in der ersten Hälfte des Augusts waren hier noch Schulsommerferien, seit Mitte Monat habe ich nun wieder Corona-Alltag (Kind in der Schule, Mann immer noch im Home Office). Auch das Wetter schien in zwei Hälften geteilt: eine lange Hitzewelle, seit Samstag hat es nun aber deutlich abgekühlt und vor allem sehr viel geregnet, so dass einige Bäche und Flüsse über die Ufer getreten sind. Der Herbst ist nahe, fast schon da, man spürt es deutlich - fast mehr Herbst als Spätsommer ist in der Luft. 

Deshalb habe ich bereits am Freitag anstatt morgen meine Sommerdeko abgeräumt und auf Spätsommer/Frühherbst umgestellt - ich hatte total Lust dazu, denn es ist schliesslich meine Lieblingsjahreszeit. Auf dem Markt fand ich diese schönen Blumen: 


Parallel zur Saisonumstellung habe ich auch den ersten Weihnachtsroman in diesem Jahr gelesen: "Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall" von Jane Linfoot. Bzw. waren es eigentlich zwei, denn der vierte Band der Valerie Lane ("Das wunderbare Wollparadies") war auch sehr weihnachtlich-winterlich. 

Gelesen habe ich insgesamt 16 Bücher, plus eine Kurzgeschichte. Nämlich die heute erschienene Vorgeschichte zum dritten Band der Schokoladenvilla (ET 12. 10) von Maria Nikolai. 

Meinen SuB konnte ich im August nur leicht abbauen, aber immerhin eine Reihe beenden, somit habe ich (fast) alle Bücher von Manuela Inusa gelesen. Etwas, was ich mir für 2020 und 2021 vorgenommen habe: angefangene Reihen so weit wie möglich zu beenden und von möglichst vielen Autor*innen alle Bücher zu lesen. Der erste Band der Valerie Lane hatte mir ja gar nicht gefallen, die restlichen sind besser, einfach insgesamt eh zuckrig-süss, aber manchmal braucht man genau das. 

Zwei Krimis habe ich im August abgebrochen: "Tessiner Verwicklungen" von Sandra Hughes und "Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny. Die Verwicklungen konnten mich auf den ersten 50 Seiten nicht abholen, also gab ich es auf. Den ersten Fall von Inspector Gamache fand ich langweilig, da hab ich den Schluss aber noch gelesen, um zu sehen, ob meine Vermutung stimmt. Tat sie, der Täter war tatsächlich der, den ich beim ersten Auftauchen vermutete. Vielleicht ist der zweite Band spannender und vielleicht gebe ich dem mal noch eine Chance; das Setting fände ich nämlich toll. Aber beim ersten Band hab ich jedenfalls nichts verpasst. 

Im August ist ein neuer eReader bei mir eingezogen, der kann Farbe - es ist der Pocketbook Color, den ich euch hier vorgestellt habe. 



Enttäuscht hat mich Brunetti - ich denke ja schon seit ein paar Jahren, dass ich nicht mehr weiterlese (und machs dann doch), weil sich alles irgendwie wiederholt, das Kommissariat im letzten Jahrhundert stehen geblieben ist und die Fälle nur noch langweilig sind. Die aktuellen Umweltthemen, in die sie verpackt sind, sind auch nicht so aktuell und innovativ, so dass die Brunetti-Reihe zu lesen leider keinen Spass mehr macht. 

Informativ waren die beiden neuen Romane über Peggy Guggenheim. Wenn ihr sie liest, beginnt bitte bei "Peggy Guggenheim" und nimmt als zweites Buch "Miss Guggenheim". Wieso diese Reihenfolge wichtig ist, habe ich euch in einem extra Blogbeitrag  zusammengefasst. 

Begeistert hat mich "Lehrerin einer neuen Zeit" von Laura Baldini und der zweite Teil der Happy Ever After-Serie von Jenny Colgan. Der war viel bodenständiger als der märchenhafte erste Teil. 

2 Punkte:
- Geheime Quellen von Donna Leon (Brunetti 29) 

3.5 Punkte:
- Mandelglück von Manuela Inusa (Kalifornische Träume 3) 
- Engadiner Abgründe von Gian Maria Calonder (Massimo Capaul 1)

4 Punkte:
- Die Dirigentin von Maria Peters 
- Miss Guggenheim von Leah Hayden (MFrzKuL 15 )
- Die Chocolaterie der Träume von Manuela Inusa (Valerie Lane 2) 
- Der zauberhafte Trödelladen von Manuela Inusa (Valerie Lane 3) 
- Das wunderbare Wollparadies von Manuela Inusa (Valerie Lane 4) 
- Der fabelhafte Geschenkeladen von Manuela Inusa (Valerie Lane 5) 
- Die kleine Strasse der grossen Herzen von Manuela Inusa (Valerie Lane 6) 
- Zu viel und nie genug von Mary L. Trump
- Prequel zu Zeit des Schicksals von Maria Nikolai

5 Punkte: 
- Wo dich das Leben anlächelt von Jenny Colgan (Happy Ever After 2) 
- Lehrerin einer neuen Zeit von Laura Baldini


Soviel zu meinen gelesenen Büchern. Die Rezension zum Trump-Buch kommt in den nächsten Tagen - jetzt ist mir klar, wieso der Typ so ist wie er ist...


Welche Bücher haben euch im August überzeugt und welche nicht? Habt ihr vielleicht dieselben Titel gelesen wie ich? Erzählt!