Freitag, 30. April 2021

Lesebiografie und Monatsrückblick April 2021

April, April - der macht was er will. 

Dieses alte Sprichwort traf in diesem Jahr nicht nur beim Wetter zu. Mein Computer verabschiedete sich still und leise, die Küchenwaage konnte immerhin noch gerettet, zwei seltene Leuchten halbwegs ersetzt und die Ofentüre geflickt werden, nicht aber Tumbler und Kühlschrank - heute kam die Nachricht, dass wir neue Geräte bekommen. Gut so. Aber nervig, wenn gleich alles so zusammen kommt. 

Bevor ich es vergesse: wer mir per eMail folgt, sollte sich eine Alternative überlegen, denn der "eingebaute" von Blogger wird abgeschaltet. Ihr könnt mir gerne über RSS folgen, ich benutze zum Beispiel die App "Leaf" um anderen Blogs zu folgen und bin sehr zufrieden damit. Dort könnt ihr einfach meine Blogadresse in das "Subscribe-Feld" setzen und dann anklicken. Dann werdet ihr sofort informiert, wenn ich einen neuen Blogpost veröffentliche. 

Der April war so gar nicht mein Monat, denn neben all dem technischen Debakel nervten auch noch meine Allergien (der Heuschnupfen war da nur Nebensache) sehr. Immerhin ist mein Balkon ready für den Sommer und mein Granatapfelbaum überlebte die tagelangen eiskalten minus 12° doch - ich wollte ihn am Montag schon rückschneiden und entsorgen, als ich merkte, dass er doch wieder spriesst!

Zum Lesen kam ich diese Woche kaum, hab gerade mal eineinhalb Bücher geschafft, deshalb sind es nun am Ende des Monats auch weniger als im ersten Quartal des Jahres trotz einer von zwei Frühlingsferienwochen, die mir ausser dem Ausschlafen am Morgen so gar nicht ferienhaft vorkam. 

Das Positive am April: nach etwa einem halben Jahr konnte ich letzte Woche zum ersten Mal wieder einen Kaffi auf einer Café-Aussenterrasse geniessen - die sind bei uns seit knapp zwei Wochen wieder geöffnet. Eine schöne Abwechslung!


Auch sehr positiv: die gelesenen Bücher waren durchwegs alle gut bis sehr gut.

Mit den gelesenen Büchern war ich vor allem im Mittelmeerraum unterwegs: zum Beispiel in Frankreich, Italien und auf Kreta. Ich war ausserdem bisher noch nie, aber dafür im April gerade zweimal auf Fidschi, einmal musste ich meinen Besuch aber abbrechen. 

"Zartbitter ist das Glück" von Anne Ostby besticht durch einen schönen Schreibstil, war mir aber viel zu langweilig. Nach 80 Seiten, nachdem noch nicht mal alle der fünf Frauen vorgestellt wurden, hab ich mir Rezensionen durchgelesen und da hiess es oft, dass nicht mehr viel mehr passieren würde. Deshalb hab ich abgebrochen, mir wars einfach zu ereignislos und langweilig. 

Der zweite Fidschi-Aufenthalt war um einiges interessanter, die "Tropische Gefahr". Überrascht im April haben mich "Horizont am Meer" und "Das Leben leuchtet sonnengelb". Beide Bücher hab ich durchgesuchtet. Aber auch die anderen Büchern waren toll, schaut selbst: 

14 gelesene Bücher und ein abgebrochenes Buch im April:

abgebrochen:
- Zartbitter ist das Glück von Anne Ostby (80/400)

4 Punkte:
- Sommerleuchten am See von Sarah Morgan 
- Liebe im kleinen Brautladen am Strand von Jane Linfoot (Wedding Shop Band 5) 
- Josephine Baker und der Tanz des Lebens von Juliana Weinberg (Ikonen ihrer Zeit 3)
- Sweet at heart von Robyn Neeley (Honey Springs 2)  
- Tropische Gefahr von B. M. Allsopp (Fidschi-Krimi 1)  
- Mord frei Haus von Thomas Chatwin (Band 3) 

4.5 Punkte:
- Die Bildhauerin von Pia Rosenberger 

5 Punkte: 
- Die Träume der Bienen von Patricia Koelle (Inselgärten 3)  
- Mittwochs am Meer von Alexander Oetker  
- Am Horizont das Meer von Anika Beer 
- Der tote Rittmeister von Elsa Dix (Seebad-Krimi 2)  
- Das Leben leuchtet sonnengelb von Pauline Mai  
- Bretonisch mit Aussicht von Gabriela Kasperski (Tereza Berger 2)  
- Kretisches Schweigen von Nikos Milonas (Band 3) 

So viele 5 Punkte-Bücher hatte ich glaub noch nie in einem Monat! Und kein einziges unter 4 Punkten. Ich bin also mehr als nur zufrieden :-) 

Die Rezensionen habe ich euch alle verlinkt und die letzten zwei Tage richtig Gas gegeben um möglichst nicht in den Rückstand zu geraten. Es fehlt noch jene zu "Mittwochs am Meer". Sie folgt am Mittwoch, dann ist offizieller ET. 

Mit in den Mai nehme ich den elften Band der Green Mountain/Lost in Love-Reihe von Marie Force "Nur Augen für dich". Einige Mai-Neuheiten liegen bei mir schon auf dem Reader, aber mehr dazu dann morgen in der Mai-Vorschau. Ich freue mich auf den neuen Monat, dann gibts nicht nur einen neuen Tumbler und Kühlschrank, sondern ich kann hoffentlich bereits schon nächste Woche wieder komplikationslos auf einem grösseren iMac arbeiten und muss nicht improvisieren und immer mal wieder vom kleinen Laptop auf die Festplatte aus wechseln und wieder zurück. 

Was machte der April bei euch? Haben wir gemeinsame April-Bücher? 



Krimi: Bretonisch mit Aussicht von Gabriela Kasperski (Tereza Berger 2)

Klappentext:
Tereza Berger, Buchhändlerin mit Kampfgeist, will eine verschwundene Nonne rehabilitieren, die verdächtig ist, ihre singenden Kolleginnen, die Bergamottes de Camaret, und eine Pariser TV-Crew mit einer Fischsuppe vergiftet zu haben. Dumm nur, dass Tereza als Köchin engagiert war und deshalb selbst zum Kreis der Verdächtigen gehört. Damit nicht genug, stößt sie am Strand auf einen Toten. Der ehemalige Marineadmiral war eine bretonische Berühmtheit. Hängen die beiden Fälle zusammen? Terezas Nachforschungen führen sie zu einer geheimnisvollen Grotte – und weit zurück in die Vergangenheit.



Es ist Frühling in der Bretagne und bald steht schon wieder das erste Fest an, ein Kriegsheld soll dabei geehrt werden und der Frauen-Chor von Camaret singen, unterstützt von einer berühmten lokalen Sängerin, die aber schon längst das ländliche Idyll verliess und in Paris zu Hause ist. Wo Armelle ist, ist auch das TV nicht weit. Um alle schnell verpflegen zu können, soll Tereza als Hilfsköchin im Kloster fungieren. 

Auf ihrem Weg zum Kloster stolpert Tereza aber fast über eine Brüstung und sieht, dass jemand vor ihr kein Glück hatte und sich nicht halten konnte. Als sie im Kloster davon berichtet, verschwindet Schwester Nominoë und macht sich sehr verdächtig - erst recht als Tags darauf alle Nonnen und die Crew wegen einer Vergiftung flach liegen. 

Kommissar Gabriel Mahon will Tereza mal wieder nichts glauben und so streiten sie munter weiter miteinander, als ob sie die weisse Fahne am Ende des ersten Bandes gar nicht gehisst hätten. Tereza macht sich deshalb selbstständig und versucht so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen - über Land und Leute, mögliche Verdächtige und alle Hintergründe, die zu diesen Taten geführt haben könnten.

Tereza kann sich aber nicht in Ruhe auf ihre Ermittlungen konzentrieren, denn  die Schmierereien an ihrer Buchhandlung Déjà-lu beginnen wieder und auch sonst reiht sich zuhause Katastrophe an Katastrophe. Doch wer Tereza bereits aus dem ersten Band kennt, weiss, dass sie nicht so schnell aufgibt und am Schluss den richtigen Riecher hat. 

Es gibt ein Wiedersehen mit Surflehrerin Ayala, deren Tochter man hier endlich kennenlernt; mit Magalie, die immer für Café-au-lait-Nachschub sorgt; mit Isidore, der die Villa Wunderblau in Schuss hält und mit Sylvie, das Herz der Buchhandlung und ohne die Tereza nicht einfach so frei und unabhängig in der Gegend rumdüsen könnte.

Erneut war es ein grosses Vergnügen diesen Krimi von Gabriela Kasperski zu lesen. "Bretonisch mit Aussicht" hat alles, was ein guter Krimi braucht: ein interessantes Thema, Spannung, Humor und vielfältige Charaktere. 

Fazit: Beste Krimiunterhaltung ist garantiert - kein Wunder mit dieser bodenständigen, sympathischen und eigenwilligen Protagonistin, die dem Kommissar das Leben schwer macht. 
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Bretonisch mit Aussicht 



Krimi: Mord frei Haus von Thomas Chatwin (Daphne Penrose 3)

Klappentext:
Ausgerechnet als Daphne zusammen mit ihrem Mann Francis den Sonnenaufgang auf der wilden Landzunge Land`s End genießen will, stört ein Anruf die Ruhe. Daphnes Cousine Annabelle ist außer sich. Vor ihrer Tür liegt ein Toter, eingewickelt in Geschenkpapier. Der Ermordete ist Annabelles grantiger Nachbar. Als Chief Inspector Vincent am Tatort Daphne antrifft, ist seine Laune sofort im Keller. Außerdem mutmaßt er, dass Annabelle selbst die Mörderin ist. Nur dem energischen Eingreifen von Daphne ist es zu verdanken, dass ihre Cousine nicht festgenommen wird. Während Daphne auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, denkt sich der Täter bereits ein neues Geschenk aus. Und es soll nicht das letzte bleiben.


Lange mussten wir auf den dritten Band warten - doch das Warten hat sich gelohnt. Es geht weiter, als wäre nie eine Pause da gewesen. 

Francis arbeitet noch immer als Hafenmeister und Daphne nach wie vor als Postbotin. Für eine spezielle Paketlieferung ist sie jedoch nicht zuständig: ein grosses "Paket", das vor Annabelles Türe liegt. In Geschenkpapier verpackt liegt Annabelles Nachbar, der unbeliebte und total nervende George Huxton.

George hatte mit vielen in Fowey Streit, doch für DCI Vincent James ist klar, Annabelle ist die Täterin. Überlegen war noch nie seine Stärke, deshalb halten Daphne und Francis Augen und Ohren offen und legen auch mal eine extra Tour ein, um die einen oder anderen Erkundigungen zu tätigen - die oft durchaus lustig daher kommen.

Daphne und Francis muss man einfach mögen. Es ist nicht nur ihr Vorteil gegenüber Vincent, dass sie hier alle kennen, sondern auch Daphnes neugieriges und herzensgutes Wesen und Francis Gutmütigkeit und seine schnellen Reaktionen, die die beiden erfolgreich und liebenswert macht. 

Der Fall um den toten George ist interessant und unterhaltend. Während man am Anfang durch mehrere aktuelle Entwicklungen verschiedenen Spuren nachgeht, kommen die Tat-Hintergründe erst nach und nach ans Licht.

Der Plot rund um den toten George ist gut gestrickt, wie immer gibt es mehrere Personen, die als Täter in Betracht gezogen werden können - ich lag mit meiner Vermutung komplett falsch, was mir sehr selten passiert.

Fazit: Mit Daphne auf Post- und Ermittlungstour zu gehen ist nicht nur ereignisreich, sondern macht auch viel Spass. 
4 Punkte. 


Reihenfolge: 
Band 3: Mord frei Haus

Donnerstag, 29. April 2021

Krimi: Kretisches Schweigen von Nikos Milonas (Michalis Charisteas 3)

Klappentext:
Es ist Ende Mai auf Kreta, und die Insel steht in voller Blüte. Im Süden Kretas haben sich zahlreiche Urlauber am Strand von Frangokastello eingefunden, weil sie im Morgengrauen die Drosoulites, die „Seelen des Taus“, sehen wollen. Der Legende nach erheben sich jedes Jahr Ende Mai diese Seelen für einige Minuten aus dem Sand und ziehen in riesigen Schwaden über den Strand. Doch in diesem Jahr kommen nicht die Seelen zum Vorschein: Im Sand finden sich die Skelette zweier Männer. Beide weisen Einschusslöcher auf. Also Mord? Als Michalis Charisteas seine Ermittlungen aufnimmt, erfährt er jedoch eine völlig andere Geschichte. 


Die Geschichte, die Nikos Milonas im dritten Fall für Michalis Charisteas zusammen gesponnen hat, ist nicht nur mega spannend, sondern auch sehr interessant. 

Dieser neue Fall spielt sich in einer touristisch eher unbekannten Region ab. Eine Sage erzählt, dass an windstillen Mai-Tagen Seelenschatten zu sehen sind und eines Tages hier die Widerstandskämpfer wieder auferstehen werden. 

Als Touristen an einem Mai-Morgen am Strand Knochen entdecken, ist für die Einheimischen klar, dass es sich dabei um ihre Vorfahren handeln muss. Die Gerichtsmedizin weiss aber schon vor Ort, dass die Leichen maximal 15 Jahre hier im Sand lagen. 

Alekos Tatsopoulos, der Revierleiter aus Sfakia, hilft vor Ort mit. Alekos ist die Ruhe selbst und hat seine Eigenbrötler gut im Griff. Doch zum Reden bringt auch er sie nicht. Die eigensinnigen Einheimischen schweigen weiterhin und wollen nicht, dass die Polizei sich einmischt. Doch genau dies müssen Michalis Charisteas und sein Partner Pavlos Koronaios tun, damit sie herausfinden, was damals passiert ist. 

Neben ein bisschen Nachhilfe in Geschichte und Kultur werden die Leser mit einem extrem spannenden Kriminalfall bestens unterhalten und kommen dadurch immerhin in Gedanken ins sonnige Kreta. 

Nicht so sonnig steht es aber um einige Charaktere, die mit dem Fall zu tun haben. Einer davon hat mich zum Ende hin sehr beeindruckt.

Schatten stehen auch über Hannahs Gemüt: ihr Projekt wurde abgesagt und das einzige Projektangebot, welches sie stattdessen erhalten hat, wäre in Kanada. Michalis sorgt sich um Hannah und ihre Beziehung und muss sich neben dem schwierig zu lösenden Fall überlegen, ob ihm Hannah oder Kreta wichtiger ist. 

Hannah scheint sich schon mehr an Michalis grosse Familie gewöhnt zu haben, als er meint. Abends in der familieneigenen Taverne sorgt sie dafür, dass ihren deutschen Freunde, die zu Besuch sind, richtig griechisch aufgetischt wird. Aber auch Ermittlungen machen Hunger und wer Pavlos in den ersten beiden Bänden kennengelernt hat, weiss, dass dank ihm kaum eine Mahlzeit ausgelassen wird. Appetit werden auch die Leser schnell mal haben - der Mund wird einem wässrig gemacht, wenn man den Figuren so oft beim Essen zusehen muss.

Am besten ist es also, ihr plant einen störungsfreien Lesetag, legt euch Brot, Honig und Feta auf dem Tisch bereit und stellt den Raki fürs Finale schon mal kalt. Der Roman ist derart spannend, dass ihr euch nicht durch Kochen oder anderes beim Lesen unterbrechen lassen wollt.

Fazit: Mir war es ein grosses Vergnügen "Kretisches Schweigen" zu lesen, ich genoss jede Minute meiner Lesezeit, dieser Band war wirklich mega spannend. 
5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 3: Kretisches Schweigen

Top Ten Thursday 29.04.21 - Zehn spannende Bücher, die in der Vergangenheit spielen

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn spannende Bücher, die in der Vergangenheit spielen 

Die heutige Aufgabe ist ein Fass ohne Boden. Deshalb hab ich ich mich für historische Romane entschieden, die über reale und sehr beeindruckende Frauen berichten. 

"Die geheime Braut" ist ein mega spannender Krimi, bei dem es um Katharina Luther und ein Gemälde von Lucas Cranach geht. "Die Frau im grünen Kleid" ist nicht nur ein Bild des berühmten Impressionisten Claude Monet, sondern erzählt auch die Geschichte dieser Frau, Camille Monet, seine erste Ehefrau. "Die Bildhauerin" ist Camille Claudel, die restlichen acht Titel sind selbstredend. Kennt ihr die Frauen aus meinen vorgestellten Romanen?

Zu den Rezensionen - in den Klammern hab ich jeweils das Jahr, in dem der Roman beginnt, vermerkt:
Die geheime Braut von Brigitte Riebe (1528)
- George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert (1831)
- Die Frau im grünen Kleid von Stephanie Cowell (1870)
- Die Bildhauerin von Pia Rosenberger (1881)
- Madame Picasso von Anne Girard (1911)
- Frida Kahlo und die Farben des  Lebens von Caroline Bernard (1925)
- Josephine Baker und der Tanz des Lebens von Juliana Weinberg(1925)
- Teatime mit Lilibeth von Wendy Holden (1932)
- Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück von Sophie Villard (1937)
- Miss Kelly und der Zauber von Monaco von Heather Webb und Hazel Gaynor (1950)

Habt ihr heute einfach wahllos spannende Bücher raus gepickt 
oder schlussendlich 
ähnlich wie ich nach einem Thema geordnet? 


Mittwoch, 28. April 2021

Das Leben leuchtet sonnengelb von Pauline Mai

Klappentext:
Die dreißigjährige Carli weiß nicht weiter: Das Architekturstudium ist nichts für sie, ihr Zimmer in einer Marburger Zweck-WG ebenso wenig, und ihr Job im Café erfüllt sie nicht. Einziger Lichtblick: ihre beste Freundin Fritzi. Und dann ist da noch Stammgast Fabrizio. Der italienische Herr erinnert Carli an ihre eigene mediterrane Herkunft, zu der sie jedoch kaum noch Bezug hat. Als Fabrizio eines Tages nicht mehr auftaucht, und Carli kurz darauf zu seiner Testamentseröffnung geladen wird, ändert sich schlagartig alles für sie: Denn Fabrizio hat ihr eine kleine Spielzeugwerkstatt in Florenz vermacht. Völlig überrumpelt reist Carli ins Herz der Toskana und entdeckt dort – inmitten verwinkelter Gässchen und italienischer Köstlichkeiten – nicht nur ihre Liebe für das Land neu, sondern stößt dabei auch auf einen alten Brief.

Zwar habe ich den ersten Roman von Pauline Mai noch ungelesen auf meinem SuB, doch ich hatte total Lust auf einen Lese-Ausflug nach Italien, deshalb entschied ich mich, ihren neuen Roman zuerst zu lesen. 

Carlie, die nach abgebrochenem Studium im ehemaligen Café ihrer Grosseltern jobbt, weiss gerade nicht wie weiter in ihrem Leben. Als sie unerwartet eine Wohnung in Florenz von einem treuen Café-Gast erbt, ist sie überrascht. Wenn sie die Wohnung verkaufen würde, hätte sie ihre Schulden los und könnte aus der nervigen WG ausziehen. 

Also reist Carli nach Florenz, um alles in die Wege zu leiten. Dort angekommen, erlebt sie ein ganz anders Florenz, als sie es in Erinnerung hatte. Sie fühlt sich total wohl. Auch wenn sich die Wohnung als Spielzeugwerkstatt entpuppt, und dessen Charme sie total einnimmt. Spätestens jetzt möchte Carli mehr über den ehemaligen Besitzer, ihren Café-Gast und "Erbonkel" erfahren. 

Spätestens jetzt hat Pauline Mai auch die Leserinnen auf ihrer Seite. Mich hatte sie schon viel früher - der Schreibstil und der bezaubernde Plot machen es aber auch extrem leicht der Geschichte total zu verfallen. 

"Das Leben leuchtet sonnengelb" ist ein Roman, bei dem ihr so gefesselt seid, dass euer Umfeld einsilbige unpassende Antworten auf ihre an euch gerichtete Fragen bekommt. Ein genervtes und lang gezogenes "Ja" auf "Also tschüss, ich geh jetzt" ist nur ein Beispiel von meiner Seite. 

Erbgeschichten-Romane gibt es unzählige und es werden immer mehr, aber nicht alle werden so schön erzählt. 

Hier stimmt einfach alles: Charaktere wie Carli, die die Ansprüche ihrer Eltern nicht erfüllen kann und will und ihren Weg noch sucht, oder ihre Freundin Fritzi, die gerne tindert und sich nicht festlegen will, sowie all die italienischen Beteiligten, über die ich aber nichts verraten möchte; ein packender Schreibstil, humorvoll und tiefgründig an den richtigen Stellen; eine Hintergrundgeschichte, die betroffen macht; und eine Geschichte, die einfach überzeugt und immer wieder überrascht (ausser die eine Sache mit Fritzi).

Auch wenn es mich verwundert hat, dass keiner der Werkstattnachbarn einen Blick in die Werkstatt warf und einen Schwatz mit Carli begann: diesen Roman habe ich sehr gerne gelesen und war fast schon traurig, dass ich Florenz nach fast 600 Seiten verlassen musste.  

Fazit: Die 560 Seiten lesen sich weg wie nichts - auch wenn ihr von Erbgeschichten genug habt: diese lohnt sich zu lesen! 
5 Punkte. 


Donnerstag, 22. April 2021

Krimi: Der tote Rittmeister von Elsa Dix (Seebad-Krimi 2)

Klappentext:
Norderney 1913: Im glanzvollen Seebad, wo der Adel des Kaiserreichs die Sommerfrische genießt, herrscht anlässlich des Thronjubiläums eine feierliche Stimmung. Doch dann überschatten bestürzende Ereignisse die sommerliche Idylle: Ein Rittmeister der kaiserlichen Kavallerie wird ermordet, und ein kleines Mädchen aus dem nahen Seehospiz verschwindet spurlos. Die unerschrockene Viktoria Berg begibt sich mit dem Journalisten Christian Hinrichs auf die Suche nach der Wahrheit und entdeckt in der feinen Seebadgesellschaft Abgründe, tief und geheimnisvoll wie die Nordsee.



Der erste Band endete für Viktoria Berg und Christian Hinrichs so vielversprechend. Doch Viktoria musste sich danach als Opfer ihrer Zeit für Beruf oder Mann entscheiden. Ihre Wahl fiel klar auf ihren Beruf als Lehrerin, was die Leser nicht erstaunt, aber Hinrichs nicht verstanden hat. 

Nun treffen sie wie ein Jahr zuvor erneut in Norderney zusammen. Viktoria benutzt die Sommerfrische um einen ihrer Schützlinge, die kranke Elli, zu besuchen. Journalist Christian soll über die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum des Kaisers berichten. 

Als bei einem Pferderennen eine Leiche gefunden wird, und Christian mit seiner Fotoausrüstung auftaucht, wird er sogleich zum Hilfskommissar ernannt. Sehr zum Missfallen von Gendarm Müller, der den Lesern aus dem ersten Band bekannt ist. Auch Viktoria stolpert über die Szene und entdeckt etwas, was den Herren entgangen ist. Leider wird sie fortgeschickt, aber wer sie kennt, weiss, jetzt will sie es erst recht wissen. 

Das hat Viktoria gemeinsam mit Christian, der auch gleich mehr tun will, als er soll. Da sich die beiden noch nicht grün sind, ermitteln beide erst mal getrennt. Bei der Leiche handelt es sich um den bekannten Rittmeister von Papitz, in dessen Familie nicht alles zum Besten steht. 

Als Leser weiss man erst mal nicht, wie man den Rittmeister einschätzen soll. Gehört er zu den Guten oder Bösen? Klarer ist da die Sache um Rieke, das verschwundene Mädchen aus dem Seehospiz, die Bettnachbarin von Elli. Man hofft und bangt, dass das "Ungeheuer" sie nicht finden konnte und Rieke noch lebt. 

Autorin Elsa Dix schafft es perfekt, den Spannungsbogen permanent hoch zu halten. Mit "Der tote Rittmeister" hat sie sich eine interessante und fesselnde Geschichte ausgedacht. Wie bereits im ersten Band wurde die Seebad-Atmosphäre und das Zeitgeschehen toll eingefangen. 

Ich war von der ersten Seite an sofort in der Geschichte drin und hätte den Krimi am liebsten in einem Zug durchgelesen. Trotz einiger Pausen war die bis zur letzten Seite höchst spannende Geschichte viel zu schnell ausgelesen. Dafür hört sich der Ausblick auf Band 3 vielversprechend an. Ich bin deshalb gespannt, ob Hinrich nächstes Jahr noch offizieller als in diesem ermitteln kann.

Fazit: Diese Sommerfrische im Seebad Norderney darf man diese Saison nicht verpassen. 
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Der tote Rittmeister 

Montag, 19. April 2021

Am Horizont das Meer von Anika Beer

Klappentext:
Seit sie denken kann, träumt Sofia vom Meer. Von einer wilden Küste mit tosender Brandung. Woher diese Bilder kommen, weiß sie nicht, und ihre Großmutter Emilie weicht ihren Fragen nach der Vergangenheit immer wieder aus. Erst nach Emilies Tod findet Sofia eine Kiste mit Briefen aus einem Fischerdorf an der Costa Brava. Offenbar hat Sofia dort als kleines Mädchen einen Sommer verbracht. Fest entschlossen, das Meer aus ihren Träumen zu finden, macht sie sich auf den Weg nach Spanien – und auf die Suche nach der eigenen Vergangenheit.



"Am Horizont das Meer" ist ein überraschend guter und melancholischer Roman von Anika Beer. 

Erinnerungsfetzen sind alles, was Sofia aus ihrer Kindheit hat. Sie träumt vom Meer, von einer Küste, zu der sie keinen Namen hat und auch von einem Mädchen und einem Jungen. Einige Worte wie "Meerjungfrau" kreisen immer wieder durch ihre Gedanken. 

Mittlerweile ist Sofia um die 30 und muss mit dieser Ungewissheit leben, mit diesem unbekannten Sehnsuchtsort in ihrem Herzen. Ihre Grossmutter wollte ihr nie etwas erzählen. Und jetzt kann sie es nicht mehr: ohne ein Wort verraten zu haben, ist sie verstorben. Sofia fällt in ein Loch, ist genervt von ihrem ungeduldigen Freund Oliver, der sie einfach nicht verstehen kann. 

Erst als Sofia beim Aufräumen eine Schachtel mit Briefen findet, keimt eine leise Hoffnung in ihr auf. Sie macht sich auf den Weg an die Costa Brava, an einen kleinen Fischerort, ohne zu wissen, was auf sie wartet, ob sich jemand an sie erinnert und ob ihr jemand sagen kann, ob sie wirklich aus dem Meer kam, wie sie das in ihren Träumen sieht. 

Auch ich habe so einen Sehnsuchtsort aus meiner Kindheit, den ich allerdings kenne. Das Wissen darum hätte ich Sofia gegönnt. Zu wissen, wohin man gehört, wo man seine Wurzeln hat - all das fehlt Sofia und ich konnte ihre Sehnsucht verstehen. 

Die Leser haben den Vorteil, früher als Sofia vom geträumten Ort und der damaligen Situation zu erfahren. Doch auch sie werden von der Geschichte überrascht werden. 

Es ist eine sehr nachdenkliche und traurige, aber sehr schöne und stimmige Geschichte, die mir total gut gefallen hat. Es ist eine Sehnsuchtsgeschichte, in der man mit der Meerjungfrau bangt, den Leuchtturmwächter lieb gewinnt und die Königinmutter nicht versteht. 

Wer diese drei sind? Erfährt ihr beim Lesen dieses Romans. Es gibt noch weitere vier Personen, die wichtig sind, sowie einige Nebenfiguren. Ich fand sie alle interessant und war sehr gespannt auf einige Entwicklungen. 

Das hübsche Cover täuscht übrigens. Die Story ist zwar nicht düster, aber längst nicht so idyllisch, wie das Cover uns zeigt. 

Dieser Roman hat mich in Beschlag genommen, so dass ich am Ende darüber hinwegsehe, dass das Geheimnis, welches Sofias Grossmutter mit ins Grab nahm, durch gründliche Recherche seitens der erwachsenen Sofia durchwegs herausfindbar gewesen wäre. 
 
Fazit: Eine ganz tolle, leise, melancholische, mal etwas andere Geschichte.
5 Punkte. 


Sonntag, 18. April 2021

Tropische Gefahr von B. M. Allsopp (Josefa Horsemann 1)

Klappentext:
Die Fidschi-Inseln: Weiße Strände, exotische Cocktails und Sonne satt – das ist die Heimat von Kommissar Joe Horseman. Immer wenn es brenzlich wird, brüht er sich einen Tee auf – nach alter Fidschi-Manier, von der die Touristen keine Ahnung haben. Doch als Horseman die Inseln für eine Weile verlassen muss, wird es nach seiner Rückkehr alles andere als paradiesisch. In einem idyllischen Resort wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Joe muss schnell handeln, um weitere Opfer zu verhindern – und um seine eigene Stellung zu sichern; auf dem Revier gibt es mittlerweile so einige jüngere Kollegen, die eine steile Karriere anstreben.


Öfters mal was anderes - dachte ich mir, als ich zu diesem Krimi griff. Die Destination Fidschi ist wirklich mal ganz was anderes als England, Frankreich oder Spanien. Die Inseln sind mir gänzlich unbekannt und so war ich gespannt darauf, was mich erwartet. 

Anfangs hatte ich Mühe mit den mir unbekannten Namen, denn viele Männernamen enden auf ein A. Der Kommissar zum Beispiel heisst Josefa, das verwirrte mich sehr, für mich ist das ein Frauennamen. Zum Glück wird er später nur noch Joe oder Horseman genannt. Zum Ende hin konnte ich die Namen dann aber besser einordnen, ich kam auch mit der allgegenwärtigen Freundlichkeit von fast allen Beteiligten in diesem Krimi klar und gewöhnte mich an die vielen rhetorischen Fragen der Einheimischen. 

Wenn ich die Serie weiterverfolge - im Original sind bereits vier Bände erschienen - werde ich so gut über Fidschi und seine Kultur informiert sein, dass ich ohne Probleme auf den Inseln herum reisen kann, würde ich sie mir eines Tages als Feriendestination auswählen. 

Vielleicht habe ich bis dann auch die vielen Inseln und Gegenden besser im Kopf - was wo ist, war echt schwer sich zu vergegenwärtigen und ich schaute deshalb während dem Lesen öfters auf der Weltkarte nach. 

Würde ich die Serie weiter verfolgen, wenn die weiteren Bände übersetzt werden? 

Ja klar! Ich mochte den Aufenthalt im Paradise Island Resort, wo gerade ein grosser Abschnitt zum Meeresschutzgebiet erklärt wurde. Am Tag nach der offiziellen Einweihung wird eine Hotelangestellte dort tot im Riff aufgefunden. Joe Horsemann, soeben nach einem Jahr in den USA, gelandet, wird sofort aufgeboten zu ermitteln - sehr zum Leidwesen seiner Familie, allen voran seiner Mutter. 

Joe ist eine bekannte Grösse auf Fidschi, er ist Rugbyspieler und Kommissar und wird von allen erkannt. DS Susie Singh ist nicht wirklich begeistert mit diesem berühmten Mann zu arbeiten, doch sie merkt schnell, dass Joe auf ihre Meinung und selbstständige Arbeit Wert legt. Später wird ihnen noch ein junger Sergeant, frisch ab Polizeischule, zugeteilt. Mit diesem neuen Ermittler-Team kann man in Zukunft rechnen, sie ergänzen sich gut. 

Dieser Krimi um die tote junge Frau hat mir gut gefallen. Obwohl der Fall spannend und höchst interessant ist und das exotische Südsee-Setting dazu schon ausreichen würde, verschliesst die Autorin B. M. Allsopp nicht die Augen vor den Problemen, die auf Fidschi Thema sind und integriert sie authentisch in diesen Kriminalroman. 

Fazit: Jedem, der dem kalten Aprilwetter entfliehen möchte und mal einen Krimi ausserhalb der europäischen Komfortzone lesen will, sei "Tropische Gefahr" wärmstens empfohlen. 
4 Punkte. 



Donnerstag, 15. April 2021

Top Ten Thursday 15.04.21 - Zehn Bücher, die ihr richtig gut findet

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die ihr richtig gut findet, aber noch nie beim TTT vorgestellt habt. 

Es mag zwar von Vorteil sein, dass ich erst seit diesem Jahr beim TTT mitmache und somit noch nicht so viele Bücher zeigen konnte. Doch Ende Februar wurde nach Lieblingsbücher deutscher Autor*innen gefragt und da habe ich schon richtig gute Bücher genannt. Jetzt hätte ich aber freie Wahl bei den Krimi- und den ausländischen Autor*innen - aber dennoch die Qual der Wahl und ich hätte locker viel mehr als 10 Bücher aus den Sparten Romane, Krimis und historische Romane nennen können. 

Ich habe mich jetzt für zehn zwölf Einzelbände entschieden, deshalb fehlen nun einmal mehr meine geliebten Krimis - einige davon habe ich ja schon letzte Woche untergebracht. Es sind alles total fesselnde Romane, die in Erinnerung bleiben und die ich euch gerne empfehle. 






Zu den Rezensionen:
Der geheime Schwimmclub von Mary Kay Andrews
Die Honigtöchter von Christina Caboni
Die Karte des Himmels von Rachel Hore
Nachts nach Venedig von Veronica Henry
Brombeerwinter von Sarah Jio
Die Gabe der Zeichnerin von Martina Kempff
Liebe mit zwei Unbekannten von Antoine Laurain
Der Sommer der Frauen von Mia March
Das italienische Mädchen von Lucinda Riley
Der Wind der Erinnerung von Kimberley Wilkins

Wie erging es euch heute mit der Qual der Wahl? 
Oder war es ganz leicht euch für "nur" zehn Bücher zu entscheiden?

Mittwoch, 14. April 2021

Sweet at heart von Robin Neeley (Honey Spring 2)

Klappentext:
In der kleinen kalifornischen Stadt Honey Springs dreht sich alles um Honig. Vom Buchladen «The Book Bee» bis zur Baseballmannschaft der Schule, den «Honey Hornets», alle sind stolz auf das besondere Markenzeichen ihrer Stadt und zeigen das auch. Nur einer nicht: Patrick Manning, der Besitzer des Coffeeshops, weigert sich beharrlich, seinem Geschäft einen Honig-inspirierten Namen zu geben. Und das ärgert Madison Porter, die Assistentin der Bürgermeisterin, jeden Tag aufs Neue. Vor allem weil sie in dem Laden selbst eine Eisdiele eröffnen wollte, und Patrick ihr die Immobilie vor der Nase weggeschnappt hat. Der Kerl ist einfach unausstehlich. Daran ändert auch nichts, dass ihr Herz jedes Mal einen kleinen Hüpfer macht, wenn sie sich streiten.


Schon im ersten Band bei der ersten Begegnung von Madison und Patrick merkte man, dass zwischen ihnen Funken fliegen.

Diese fliegen hier übergangslos weiter. Erst recht als im Bürgermeisterbüro eine Schachtel mit Papieren gefunden wird, die mit dem Verkauf der ehemaligen Eisdiele "Honey Cone" und jetzigen Cafés "Bean and Brew" zu tun haben. 

Das ärgert Madison, denn sie wollte damals eine Eisdiele eröffnen, doch Patrick hat den Laden schlussendlich bekommen. Mit den neuen Informationen fordert Madison deshalb Patrick zu einem Wettbewerb heraus: wer in den nächsten Tagen mehr Umsatz macht, gewinnt den Laden. Als Anwalt weiss Patrick, dass er im Recht ist und ihm der Laden gehört, egal wie dieser Wettbewerb ausgeht. Trotzdem heisst es ab da klar: Kaffee gegen Eiscreme.

Da Patrick über die Hintergründe des damaligen Verkaufs immer mehr herausfindet, lässt er Madison gewähren. Sie ist die erste Frau seit langem, die ihn interessiert. Doch sie hasst hin. Umgekehrt merkt auch Madison, dass Katze Belle - die als Hochzeitsstifterin gilt - vielleicht gar nicht so verkehrt liegt. Aber Patrick mag sie eh nicht, kein Wunder, so wie sich ihm gegenüber die letzten drei Jahre verhalten hat. Zu zeigen, dass sie ihn jetzt lieber mag, fällt Madison schwer, obwohl sie aktuell nicht nur wegen dem Wettbewerb viel Zeit zusammen verbringen, sondern auch anstelle von der kranken Bea, das Honig-Festival zusammen organisieren müssen. 

Der erste Band "Sweet like you" war total schön zu lesen und so war ich sehr enttäuscht, als es in diesem zweiten Band in der ersten Hälfte nur um diesen doofen Wettbewerb ging und Madison sich in eine neidische Furie verwandelte. Kein Wunder, dass ich Patrick viel lieber mochte. 

Zum Glück änderte sich die Stimmung in der zweiten Hälfte. Madison und Patrick werden sanfter, sie traut ihren Gefühlen nicht - wenn sie wüsste, was er für sie plant! 

Am Ende war ich zwar versöhnt, dennoch fehlt diesem Band der Charme, der den ersten so lesenswert und schön kuschelig machte. 

Es gibt natürlich ein Wiedersehen mit der halben Kleinstadt. Alle packen wie gewohnt mit an oder kommandieren andere herum und dazwischen streift Belle mit ihren Katzenkindern allen, besonders den zwei Protagonisten, um die Beine herum.  

Fazit: Nicht so gut wie der erste Band, aber spätestens nach der Mitte nett zu lesen. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 2: Sweet at heart

Dienstag, 13. April 2021

Die Roseninsel von Gabriele Diechler

Klappentext:
Buchhändlerin Emma reist nach London, um ihren verstorbenen Eltern noch einmal nahe zu sein, denn diese hatten sich dort kennen- und lieben gelernt. Schon am ersten Tag begegnet ihr die sympathische Witwe Ava. Die beiden Frauen freunden sich an, und Ava macht Emma das verlockende Angebot, in ihrem Anwesen auf der Roseninsel in Cornwall die Bibliothek auf den neuesten Stand zu bringen. Begeistert sagt Emma zu. Völlig unerwartet trifft sie in dem Haus auf den Klippen auf Avas Sohn Ethan, der ihr gegenüber sehr abweisend ist. Dennoch fühlt Emma sich zu ihm hingezogen. Als sie herausfindet, was hinter Ethans kühler Fassade steckt, begreift sie, wie tief Liebe gehen kann – und steht plötzlich vor der größten Herausforderung ihres Lebens.


Schafft euch ganz viel freie Zeit, bevor ihr diesen Roman zu lesen beginnt. Denn einmal angefangen, will man nicht mehr aufhören zu lesen. 

Die Geschichte um Emma, die den Buchladen ihrer verstorbenen Eltern aufgeben musste und nun im Angestelltenverhältnis einer Filialkette nicht glücklich ist, begeistert. Sie braucht dringend Abstand und möchte auf den Spuren ihrer Eltern erst nach London und dann nach Cornwall. 

Ihre Eltern haben sich in London kennengelernt, ihre Mutter ist in Cornwall aufgewachsen. Emmas Reisewünsche erfüllen sich und tatsächlich verbringt sie erst einige Tage in London, bevor sie nach Cornwall gelangt. Doch ihre Auszeit wird ganz anders als von ihr geplant. 

Nicht nur für Emma gibt es viele Überraschungen auf ihrem Trip, auch die Leserinnen werden immer wieder mit neuen Wendungen belohnt. Seien es unerwartete Begegnungen mit Tieren oder Menschen, aber auch Orte, an die uns Gabriele Diechler auf dieser Lesereise mitnimmt. 

Die Charaktere sind der Autorin gut gelungen, man weiss fast nicht, wer einem am besten gefallen hat. Emma und Ava sicher, kautzige Wirtinnen kommen ebenfalls auf die Liste. Aber der heimliche Favorit ist Jimmy - ein bellender Vierbeiner, der Emmas und auch mein Herz schnell erobert hat. 

Auf den ersten Blick ist wirklich viel "rosa" in der Geschichte da, aber man merkt schon zu Beginn, dass viel mehr dahinter steckt und der Roman eine tiefergehende Basis hat. Neben der Geschichte von Emma (und der später dazukommende misstrauische Ethan) gibt es öfters kurze Einschübe, Rückblicke auf das Leben von Emmas Eltern, die zeigen, wie sehr sich die beiden geliebt haben. 

Es ist der erste Roman, den ich von Gabriele Diechler gelesen habe. Die Geschichte und ihr Schreibstil gefallen mir so gut, so dass ich sicher noch weitere Bücher von der Autorin lesen möchte. 

"Die Roseninsel" ist ein schöner Liebesroman, der vielleicht nicht so lange in Erinnerung bleibt, aber der einem direkt beim Lesen alles ringsrum vergessen lässt. 

Fazit: Ein toller Pageturner, der euch erst nach London und dann nach Cornwall führt. 
4 Punkte. 

Montag, 12. April 2021

Die Bildhauerin von Pia Rosenberger (AFzAuL 5)

Klappentext:
Paris, 1881. Die siebzehnjährige Camille Claudel wusste schon früh, was sie will: Bildhauerin werden. Doch als Frau bleibt ihr eine Ausbildung an der École des Beaux-Arts verschlossen. Gemeinsam mit zwei Freundinnen mietet sie ein Atelier und stürzt sich in ein Leben der Bohème. Schon bald erregt sie mit ihren Plastiken die Aufmerksamkeit des viel älteren Auguste Rodins. Dieser protegiert und unterrichtet sie, Camille wird zu seiner unentbehrlichen Mitarbeiterin und schließlich auch Geliebten. Doch sie wünscht sich mehr, als nur eine seiner Musen zu sein.



Auf diesen Roman hab ich gewartet! 

Dieser Roman ist eins von drei Büchern, auf die ich mich 2021 am meisten freute. Ich bin begeistert von Camilles Kunstwerken und hab vor vielen Jahren alles gelesen was es über sie und Auguste Rodin zu lesen (und sehen) gab. Viel war es nicht, aber seither gehört "Der Kuss" von Anne Delbée zu meinen Lieblingsbüchern. Dass ich nun, nach so langer Zeit, endlich mal wieder über eine meiner Lieblingskünstlerinnen etwas lesen kann, freut mich riesig.

Der Roman beginnt, als Camille auf ihrem Weg zu ihrer ersten Lektion in der Académie Colarossi ist. Louis-Prosper-Claudel förderte seine Tochter, was 1881 eher ungewöhnlich war. Auch Paul Dubois und Alfred Boucher, Camilles erste Lehrer, sahen ihre Begabung und ermöglichten ihr Unterricht an dieser Kunstschule. 

An der Académie freundet Camille sich mit drei Engländerinnen an, Emily, Amy und Jessie, sowie mit Umberto, einem italienischen Model. Ein weiterer wichtiger Mann in ihrem Leben war der Komponist Claude Debussy. Mit ihm kam sie raus aus den staubigen Ateliers, sah sie Paris durch andere Augen, mit ihm konnte sie das Leben geniessen. Alles war leicht und unkompliziert mit Claude. 

Doch Camille opfert ihr Leben wortwörtlich der Bildhauerei und ihrem Lehrer Auguste Rodin. Ihm ist sie mit Haut und Haar verfallen, obwohl sie sich anfänglich total dagegen sträubt. Für ihn war sie Model, Muse, Beraterin und Geliebte. Doch niemals die Ehefrau, die sie so gerne gewesen wäre. Sie war ihm mindestens ebenbürtig wenn nicht besser, das wusste Rodin. Aber zu Lebzeiten schaffte Camille es nie über Rodin hinaus. Und das, obwohl er einer der Wenigen war, die Frauen in der Kunst als ebenbürtig ansahen, überall sonst begegnete sie dem Vorurteil des schwachen Geschlechts.  

Neben der Beziehung zu Rodin wird in "Die Bildhauerin" das Augenmerk auch auf Camilles Familie gelegt. Vor allem Pauls Entwicklung, der später ein bekannter Literat wurde, wird sehr gut beschrieben. Pauls Wesen, seine Angst vor dem Leben, seine Gottesfürchtigkeit und seine Hinwendung zum katholischen Glauben, obwohl aus einem Agnostikerhaushalt stammend, und somit das pure Gegenteil von Camille, wird toll geschildert. Paul hielt den Lärm zuhause kaum aus. Er, Camille und ihr Vater waren ein Team, die Mutter und Schwester Louise ein anderes. Doch Camille und Paul hielten zusammen, so unterschiedlich sie auch waren.

Es gibt immer wieder Rückblicke in Camilles Kindheit, die einerseits aufzeigen, wie Camille immer schon nur bildlich dachte, alles in ihren Händen formen wollte und "Dreck" liebte; andererseits die Streitereien ihrer Mutter mit allen anderen. Eine Mutter, die immer nur wer sein wollte, aber die Genialität von zweien ihrer dreier Kinder nie sah und mit ihrem Gekeife beide aus dem Haus jagte. 

Aufgrund dieser Einblicke gefällt mir der  Roman "Die Bildhauerin" und ich denke, dass die Autorin Pia Rosenberger die wichtigsten Schritte im Leben der Künstlerin Camille Claudel gut herausgearbeitet hat. 

Mir fehlte aber ein Nachwort, in dem beschrieben gewesen wäre, wie es mit Camille und Rodin weiter ging. Denn sie trennte sich später endgültig von ihm, verwahrloste daraufhin und wird in eine Psychiatrie eingewiesen. 

Dies, und viele weitere Szenen, die noch viel mehr mit Camilles eigenen Kunstwerken und eben auch dem berühmten "Der Kuss" zu tun haben, wird enorm eindrücklich im Roman von Anne Delbée und im Buch von Reine-Marie Paris beschrieben. Wer durch die Lektüre der "Die Bildhauerin" neugierig geworden ist und noch mehr über Camille Claudel erfahren möchte, dem seien diese beiden Bücher empfohlen.

Alle andern bekommen mit dem vorliegenden Roman von Pia Rosenberger einen guten Einblick in Camille Claudels Leben, wie auch in die Arbeit der Bildhauer im 19. Jahrhundert.

Fazit: Ein Leben im Staub und der Kunst verschrieben - zwar im Gegensatz zu anderen Büchern über die Künstlerin eher zahm und nicht zu Ende erzählt, aber dennoch spannend und schön zu lesen, da der Schwerpunkt auf anderen Szenen lag. 
4.5 Punkte. 


Reihenfolge "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe":
Band 1: George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert
Band 2: Die Pianistin von Beate Rygiert (Clara Schumann)
Band 3: Milena und die Briefe der Liebe von Stephanie Schuster (Milena Jesenka)
Band 4: Die Rebellin von Thérèse Lambert (Lou Andreas-Salomé)
Band 5: Die Bildhauerin von Pia Rosenberger (Camille Claudel)
Band 6: Frau von Goethe von Beate Rygiert (Christiane Vulpius) (ET 16.8)


Mehr über Camille Claudel in:


Der Kuss von Anne Delbée erschienen im btb Verlag
Camille Claudel von Reine-Marie Paris erschienen im S. Fischer Verlag
- Camille Claudel - Eine Verfilmung mit Isabelle Adjani und Gérard Depardieu