Montag, 6. April 2020

Mord in Barcelona von Isabella Esteban (Jaume & Montse Soler 1)

Klappentext:
Auf dem Friedhof Montjuïc in Barcelona wird eine Tote gefunden, die dort nicht hingehört: Die Frau, eine deutsche Touristin, wurde ermordet und nur stümperhaft versteckt. Comissari Jaume Soler von der Kriminalpolizei übernimmt den Fall, aber für ihn und sein Team gibt es nur wenig Anhaltspunkte. Daher beschließt Jaumes Schwester Montse, die die Tote zufällig kannte, ihrem Bruder bei der Aufklärung zu "helfen." Zwischen pittoresken Gräbern, engen Gassen und der Brandung am Meer bringt das unfreiwillige Ermittlerduo nach und nach ein tödliches Drama ans Licht, das noch lange nicht zu Ende ist.



Der Einstieg in diesen Krimi fiel mir schwer. Nach einem Prolog folgen vier kurze Kapitel, die je aus der Sicht einer anderen Person erzählt werden. Somit wurde ich jedes Mal wieder auf Anfang gesetzt. Ausser diesen Bruchstücken hat man noch nichts und weiss zu diesem Zeitpunkt auch nicht, wer welche Rolle inne hat. Erst als Jaume etwas länger ins Spiel kommt, kam ich langsam in die Geschichte rein. 

Sie handelt von einer tot aufgefundenen deutschen Fotografin, deren Kamera fehlt; einem Zimmermädchen, dem auffällt, dass an der Türe eines Hotelzimmers seit einigen Tagen das Schild auf "nicht stören" steht und dies nicht sofort meldet; dem Sohn des Opfers, der sich komisch verhält und einigem mehr. 

Jedes Kapitel ist mit Datum, Uhrzeit und Person, von der es handelt, überschrieben. Man weiss deshalb zwar um wen es gerade geht, aber sympathisch finde ich das nicht. So wirkt es eher wie ein Beschattungsbericht. Leider macht der ganze Krimi diesen Eindruck - ich fand den Zugang auch nachher nicht. 

Potential wäre vorhanden, besonders Jaume Soler hat was. Aber nur schon der Grund wieso seine Schwester Montse ermittelt, scheint sehr konstruiert. Ebenso einige Witze, die auf dem Kommissariat gerissen wurden, sie kommen mehr gewollt als gekonnt rüber. Die Figuren wirken alle kühl, egal ob Montse, die Polizisten oder der Sohn des Opfers. Selbst bei Doris, dem Opfer, ist nicht klar, weshalb genau sie nach Barcelona reiste. Nicht schlüssig erzählt empfand ich die Sache mit der Kamera, da bleiben einige Fragezeichen zurück. 

Dem Krimi fehlt es an Emotionen und Leidenschaft und wirkt extrem kühl, man merkt nicht einmal, dass "Mord in Barcelona" von Isabela Esteban (ein Pseudonym der deutschen Autorin Brigitte Pons) im Sommermonat August spielt - höchstens vielleicht wegen der Flipflops, die einer der Charaktere trägt. 

Einzig die Location, die Stadt Barcelona, wurde gut eingefangen. Barcelonakenner wissen jederzeit, wo sich die Figuren gerade aufhalten. 

Der Fall an sich kann nicht wirklich überzeugen, und ich glaube nicht, dass ich dem zweiten Fall eine Chance geben werde. 

Fazit: August in Barcelona - doch davon merkt man nichts. Kühle durchzieht diesen Krimi und begeistert mich nicht. 
3 Punkte. 

Mittwoch, 1. April 2020

Krimi: Tante Poldi und der Gesang der Sirenen von Mario Giordano

Klappentext:
Es ist so weit: Die Poldi heiratet Montana. So jedenfalls der Plan. Die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf vollen Touren, bei manchen liegen die Nerven bereits blank. Aber - man kennt das - Sizilien ist kompliziert, immer kommt was dazwischen. Ein unbeliebter Unternehmer verschwindet. Fiel er etwa in die Hände der Mafia? Und auf der Isola Bella vor Taormina wird die Leiche einer jungen Frau angespült. Die schöne Slowakin ist an einer Überdosis Ketamin gestorben. War es Selbstmord? Ein Unfall? Für die Poldi steht bereits fest: Mord. Zwei gute Gründe, die strapaziösen Vorbereitungen einer sizilianischen Hochzeit erst mal ad acta zu legen und stattdessen dem Jagdinstinkt zu folgen.


Wenn in China ein Reissack umfällt, sind die Auswirkungen bis nach Italien zu spüren. Das sieht man nicht nur jetzt in der Corona-Krise, sondern auch bei Tante Poldi auf Sizilien. 

Auch dort ziehen bestimmte Vorkommnisse ihre Kreise. Poldi wird von einem windigen Geschäftsmann um Hilfe gebeten - es geht um Poldis Schwester Maria, Lügen, Drogen und enorm viel Geld. 


Der Neffe bekommt erst mittendrin was mit, kann aber mit hilfreichem Wissen beitragen. Er wird dafür von den Hochzeitsvorbereitungen für Montana und Poldi befreit. Und wie es so kommt: auch die Ermittlungen von Poldis Team haben Konsequenzen und alles kommt anders als erwartet. 


Es gibt Überraschungen en masse, kaputte Handys, defekte Autos und auch der eine oder andere Tote bis zum allumfassenden und stimmigen Happy End für alle. 


Wie immer temperamentvoll und temporeich verfasst, die Italianità tropft aus allen Poren - danke lieber Neffe für die tolle Zeit, die wir mit euch in Torre Archirafi bisher verbringen durften. Wir Leser fühlen uns fast dort schon so heimisch wie du dich. 

Fazit: Temporeich und witzig wie immer - ein tolles Finale mit viel Grandezza! 
4.5 Punkte. 

Dienstag, 31. März 2020

Lesebiografie März 2020

Was für ein Monat! Wer hätte Ende Februar gedacht, dass innert zwei, drei Wochen die ganze Welt still steht! 

Und nun sind wir schon in unserer dritten Woche Home Office - ich bin es mich ja gewohnt, nur eben ohne Familie zuhause. Wir haben das Glück, das jeder sich in ein eigenes Zimmer zurück ziehen kann, so dass wir uns bisher nicht mehr nervten als sonst auch ;-) Ausserdem sind wir und unsere Angehörigen alle gesund, uns geht es also gut. Ich hoffe, euch allen auch! 


Zu lesen haben ich und meine Tochter dank eReader (beide) und vollem SuB (ich) genug. Mein Mann hat seine Filme. Es fehlt uns an nix (höchstens Blumen!), ausser halt spontane oder geplante Treffen mit Freunden, die man vermisst, oder die Freiheit schnell mal irgendwo einen Kaffee trinken zu gehen. Aber es geht ja der ganzen Welt gleich. Den April schaffen wir auch noch und dann schauen wir, wie es weiter geht. 

Im März habe ich 18 Bücher gelesen. Leider waren nur wenig wirklich tolle dabei. Darüber hab ich mich mit einer Bloggerfreundin ausgetauscht, auch ihr ging es ähnlich - wir mussten letzte Woche lange überlegen (und nachsehen gehen), als es darum ging, welche Bücher uns im März wirklich vom Hocker hauten und eben besser als "nur" gut (= 4 Punkte) sind. Bei mir war es "Sophias Hoffnung" von Corina Bomann und der (bei der Diskussion noch nicht gelesene) Krimi "Der tote Carabiniere" von Dino Minardi.

Enttäuscht war ich vor allem von "Ich erfinde dir Paris". Letztes Jahr erschien das Hardcover und eigentlich wollte ich den Roman schon da lesen, kam aber nicht dazu. Deshalb griff ich jetzt, da die Taschenbuchausgabe am 4. April erscheint, zu diesem Titel. Die Story konnte mich nicht überzeugen, sie war seltsam komisch und langweilig. Immerhin wollte ich noch das Ende wissen und habe bis zum Schluss durchgehalten. Bei "Das Beste kommt noch" war ich so gelangweilt, dass ich nicht mal mehr das Ende erfahren wollte. Auch jetzt noch, zwei Wochen später, ist mir das Ende total egal, auch wenn einige andere das Buch toll finden. Dass mich an einem Buch das Ende null interessiert, kommt wirklich selten bis gar nicht vor - dabei war der Anfang recht gut. Item. 

Meine März-Leseliste im Überblick:

1 Punkt:
- Ich erfinde dir Paris von Liam Callanan

2 Punkte:
Das Beste kommt noch von Richard Roper (nach 250 Seiten abgebrochen) 

3 Punkte:
Zu wahr, um schön zu sein von Gabrielle Engelmann  
- Emilie und das kleine Restaurant von Annie L’Italien 

3.5 Punkte:
Dear Oxbridge von Nele Pollatschek 
- Ein Sommer im Alten Land von Julie Peters 
Die verschwundene Braut von Bella Ellis (Brontë-Schwestern 1) 

4 Punkte:
- Der Schmetterlingsgarten von Marie Matisek (Capri 1)
- Wo das Glück in Büchern wohnt von Jenny Colgan (Happy Ever After 1)
Der Gin des Lebens von Carsten Sebastian Henn
Comisaria Fiol und der Tod im Tramuntana-Gebirge von Lucia de la Vega (Comisaria Fiol 1)
- Islandsommer von Kiri Johansson 
- Elsässer Intrigen von Jean Jacques Laurent (Jules Gabin 5) 
Liebe ist tomatenrot von Ursi Breidenbach 
- Tante Poldi und der Gesang der Sirenen von Mario Giordano (Tante Poldi 5) 

5 Punkte: 
- Sophias Hoffnung von Corina Bomann (Die Farben der Schönheit 1)
- Rückkehr nach Capri von Marie Matisek (KG Capri) 
- Der tote Carabiniere von Dino Minardi (Pellegrini 2) 

Im März habe ich zu allen gelesenen Büchern Rezensionen geschrieben und veröffentlicht, zudem die Rezension zu "Mitten im August" von Luca Ventura. Den Krimi hab ich bereits im Herbst gelesen, durfte da aber noch nichts verlauten lassen, da das Buch erst jetzt Ende März erschien. Die Rezension zu "Tante Poldi" kommt morgen, diesen fünften Poldi-Band lese ich heute Abend noch aus - er gefällt mir bisher gut und bekommt mindestens vier Punkte, deshalb habe ich den Titel dort eingetragen.  

Mitte März haben meine Tochter und ich einige Buchtipps für Teenager gesammelt. Letzte Woche erschien in meiner Heimatzeitung ein Artikel mit Lesetipps, die ich in einem dazu passenden Blogbeitrag ("Wie wärs mit einem Buch?") noch weiter erläuterte, bzw. mit den Rezensionslinsk versah. Denn auch wenn die Läden geschlossen sind: Bücher könnt ihr bei euren lokalen Buchhandlungen bestellen. Und wenn ihr schon länger mit einem eReader liebäugelt: viele Buchhandelsketten bieten gerade eReader-Aktionen an. 

Das Lesen geht weiter - so sehen es auch viele Verlage, die online Lesungen anbieten, wie zum Beispiel der dtv Verlag

Auch bei mir geht das Lesen weiter. Von den Neuerscheinungen warten folgende Bücher kommende Woche aufs Gelesen werden: 



Danach stehen noch einige April-Neuheiten auf meiner Leseliste. Ich hoffe schwer, dass ich mich im April ein wenig um meinen SuB kümmern kann, denn das habe ich im März leider nicht mehr geschafft. Da hier ab Ostern Schulferien sind, geht morgens der Wecker nicht und ich kann Nachts noch das eine oder andere Kapitel anhängen, ihr wisst schon "nur noch eins..." ;-) Von daher sehe ich das positiv, der SuB-Abbau könnte klappen, auch wenn es dann nur drei oder vier SuB-Bücher werden. 

Wie erging es euch im März? Konntet ihr euch auf eure Bücher konzentrieren, waren mehr gute oder enttäuschende dabei? Und welche Bücher habt ihr euch für April vorgenommen? 


Ich wünsche euch einen schönen April - bleibt gesund und bleibt zuhause! So ganz nach dem Motto:

Stay home and read a book or two or more... 





Montag, 30. März 2020

Émilie und das kleine Restaurant von Annie L'Italien

Klappentext:
Das Rezept für eine perfekte Geschichte: Man nehme drei Frauen, die wissen, was sie wollen, gebe eine gehörige Portion Gefühl dazu, vermische das Ganze mit dem unbändigen Wunsch nach Selbstbestimmung und garniere alles mit einer Prise Spitzzüngigkeit. Nicht zu vergessen, die Geheimzutat: der Inhalt des rätselhaften grünen Koffers aus der Vergangenheit. Voilà! Davon kann man nicht genug bekommen. Nachschlag, bitte!





Erst als ich das Buch in der Hand hielt, merkte ich, dass es sich um eine Zeitebenengeschichte handelt, denn die drei Frauen aus der Kurzbeschreibung -  Émilie, Hélène und Marie-Juliette - leben zu unterschiedlichen Zeiten: 2016, 1967 und 1934.

Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich den Roman jetzt wohl nicht gelesen, denn ich hatte Lust auf eine Freundinnen-Geschichte. Ich war als sehr gespannt auf den Inhalt.

Der Roman spielt im französichen Teil von Kanada, in Saint-Henri, einem Quebecer Vorort und beginnt 2016, als Émilie sich einen bekannten Koch als Mentor sucht. Sie träumt von ihrem eigenen Restaurant und wird von ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn unterstützt.
Hélène trennt sich 1967 von ihrem Mann, zu einer Zeit, in der man sich noch nicht so leichtfertig trennte. Um für ihre Kinder zu sorgen, baut sie sich ein Catering-Service auf.
Marie-Juliette hat 1934 tolle Eltern, die sie unterstützen in ihrem Bestreben Chefkoch zu werden - in der Zeit, in der "man" erwartete, dass eine Frau so schnell wie möglich heiratet.

Was die drei Frauen miteinander verbindet, ist die Liebe zum Kochen. Zudem wirkt ein in Émilies Küchenschrank gefundener grüner Koffer wie ein roter Faden und bringt am Ende die drei Zeiten und Geschichten der Frauen zusammen.

Der Erzählstil ist speziell. Es ist, als ob ein Aussenstehender die Geschichte einem Publikum erzählt und die Zuschauer immer mal wieder etwas fragt, ebenso auch die Protagonistinnen anspricht. Es wirkte mehr beobachtend als richtig mit Herz und Seele erzählt, ein wenig wie aus der Zeit gefallen.

So fiel es mir schwer, eine Verbindung zu den drei Frauen aufzubauen. Die Idee ist nicht schlecht. Selbst die Figuren wie auch deren Geschichten waren nett, aber sie wirkten zu brav und man kam durch diese Erzählweise nicht wirklich an sie ran. "Émilie und das kleine Restaurant" wirkt dadurch viel zu einfach, um zu überzeugen. Am besten gefiel mir noch die freche Marie-Juliette, Maju.

Zu einfach empfand ich auch die Rezepte. Es muss nicht immer Sterneküche oder irgendwas Besonderes sein, aber sie sollten ansprechend sein. Hier waren sie so einfach, dass man sich manchmal wundert - denn auch 1967 hat Schnittlauch und Petersilie anstatt viel Dill und einige Prisen Minze in einem Zaziki nichts zu suchen.

Die Rezepte stehen jeweils zwischen den einzelnen Kapiteln. Ebenso wird jedes Kapitel mit einem kleinen Rezept wie "1 Unze Neugier, 1 Prise Mut, 6 Tassen Dreistigkeit" überschrieben. Das ist nicht so meins, störte zwar nicht sehr, müsste aber auch nicht sein.

Fazit: Alles ein bisschen zu einfach und zu nett gehalten - "1 Prise Schärfe, 2 Tassen anderer Schreibstil" und schon würde der Roman gefälliger sein. 
3 Punkte. 



Sonntag, 29. März 2020

Krimi: Der tote Carabiniere von Dino Minardi (Pellegrini 2)

Klappentext:
Ein toter Carabiniere ist Angelegenheit der Carabinieri. Commissario Marco Pellegrini von der Polizia di Stato darf nicht ermitteln. Und das, obwohl er den Mann kannte. Salvatore Bianchi, vierzig Jahre im Dienst in Brunate hoch über den Dächern Comos, wurde von der Standseilbahn überrollt, die Touristen und Einheimische in das beschauliche Dorf befördert. Und Pellegrini saß auch noch in genau dieser Bahn! Ein tragischer Unfall? Oder wurde Bianchi auf die Gleise gestoßen? Ausgerechnet die Ehefrau des Verstorbenen legt ein Geständnis ab. Aber hat wirklich sie ihrem Mann nach dem Leben getrachtet? Zwar ist Pellegrini von den Ermittlungen ausgeschlossen, aber dass er in der "Bar della funicolare" Augen und Ohren offen hält, kann ihm niemand verbieten. Zufällig liegt die Bar nur wenige Meter vom Fundort der Leiche entfernt, und bei einem "caffè" gerät so mancher ins Plaudern.


Fünf Monate ist seit dem Mord an einem Studenten, Pellegrinis 1. Fall vergangen. Commissario Marco Pellegrini ist frühmorgens, nach dem obligaten ersten Caffé in der Bar, auf dem Weg nach Como runter. 

Doch die Funicolare fährt nicht weit - ein toter Mann liegt auf den Gleisen. Marco kennt ihn, es ist Carabiniere Bianchi. Am liebsten würde Marco selbst direkt anfangen zu ermitteln, doch dies ist Sache der Carabinieri - und Maggiore Visconti und Pellegrini sind sich gar nicht grün. 

Als Visconti die Ermittlungen schleifen lässt, wächst Pellegrinis Unruhe. Da er zum untätigen Zuschauen verdonnert ist, spürt man diese richtiggehend. Irgendwann hat er genug. Als Brunatesi hat er eh das Gefühl etwas machen zu müssen, und so tauscht er das Kommissariat mit der Bar - jetzt kommt Leben in die Sache. 

Von Marcos Team tritt diesmal nur Claudia Spagnoli auf, dafür verstärken sich die im ersten Band bereits angesprochenen Familienprobleme. Doch am Ende des Krimis hat Marco nicht nur selbige fürs Erste entschärft, sondern auch den Fall souverän gelöst.

Dieser Fall machte Spass. Dino Minardi legt einige Motive vor, so dass es an Pellegrini ist, allen Fährten nachzugehen und die richtige Spur zu erwischen. Auch die Leser werden zum Miträtseln animiert.

Die Unstimmigkeiten, die ich im vorherigen Band kritisierte, sind hier nicht vorhanden, so dass man sich auf einen runden und ausgewogenen Fall mit einer Prise Galgenhumor am Ende freuen kann. Somit konnte sich Dino Minardi mit "Der tote Carabiniere" enorm steigern.

Fazit: Dieser zweite Band hat mich überzeugt -  er ist bedeutend stimmiger und interessanter als der erste Band. 
5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Ein Espresso für den Commissario
Band 2: Der tote Carabiniere

Samstag, 28. März 2020

Liebe ist tomatenrot von Ursi Breidenbach

Klappentext:
Dolce Vita und Amore – warum nicht? Die 40-jährige Nelli fährt spontan mit ihrem Freund Luca für einen romantischen Kurzurlaub nach Italien. Dort verliebt sie sich sofort in das kleine sonnengeküsste Dorf, durch dessen Gassen der Duft der köstlichsten Tomatensoße zieht, die Nelli je gegessen hat. Auch wenn sie bezweifelt, dass Luca der Mann für den Rest ihres Lebens ist, freut sie sich auf ein paar ruhige Tage an diesem idyllischen Ort. Neugierig streift sie über die umliegenden Felder, wo die saftig glänzenden Tomaten unter azurblauem Himmel in der Sonne reifen. Doch als sie dabei dem attraktiven Halbitaliener Roberto begegnet, der sie in die Geheimnisse der Tomatenernte einweiht, stehen Nellis Gefühle noch mehr kopf.


Der Anfang des Romans fand ich ein wenig langweilig, da er mich recht klischeehaft dünkte - ganz nach dem Motto verfasst: "Die Welt geht unter wenn man 40 wird".

Doch dann steigert sich die Geschichte enorm. Sie wird an dem Zeitpunkt "interessant", als Nelly und Luca in Italien ankommen. Nelly bereut, dass sie nicht besser hin gehört hat, als Luca ihr davon erzählte. Statt Urlaub zu zweit, gibt es Familienurlaub par Excellence, denn Lucas gesamte Verwandtschaft ist vor Ort.

Nelly hat Gewissensbisse, als sie mit ihrer Affäre, dem 16 Jahre jüngeren Luca vor seiner sympathischen Sippe auftaucht. Probleme hat aber eigentlich nur Nelly damit. Erst recht als sie dem attraktiven Mittvierziger Roberto begegnet. Noch mehr, als sie erfährt, wer er ist.

Ursi Breidenbach hat mit "Liebe ist tomatenrot" eine unterhaltende Geschichte geschrieben, die mit einem Thema aufwartet, über das man in Romanen nicht sehr oft liest: ältere Frau mit jüngerem Lover. Die Autorin hat die Generationenkonflikte gut aufgezeigt - und ebenso gut gelöst. Auch Nellys Gedanken über ihre Situation, das Pro und Contra, ja halt die ganze Auseinandersetzung mit so einer Beziehung, und schlussendlich das sich-selbst-finden haben mir gut gefallen.

Das Setting, ein kleines italienisches Dorf, Tomatenfelder und ein kleines verfallenes Häuschen, bezaubern. Mit einem liebevollen Blick für Details werden Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Möbel und die Pflanzen vor der Cassata beschrieben.

Glaubhafte Missverständnisse sorgen für nötige Spannung und Überraschungen. Gekrönt wird die Geschichte mit einem angenehmen, humorvollen Schreibstil. Begleitet wird sie mit einem grossen Hunger auf Spaghetti mit ganz viel Tomatensauce.

Fazit: Ab der Reise nach Italien macht es Spass, den Roman zu lesen. So dass am Ende wohl alle LeserInnen dasselbe wollen: Urlaub in der Cassata in Tabbio verbringen. 
4 Punkte. 

Freitag, 27. März 2020

Wie wärs mit einem Buch? Buchtipps im Sarganserländer

Den Lesern meiner Heimatzeitung "Sarganserländer" durfte ich heute Bücher empfehlen. Wer auf diesem Wege auf meinen Blog geraten ist: 

Härzlich Willkommä! 



Mit ämä Klick uf dä Titäl chömäd ihr uf mini Rezension zum vorgstelltä Buach und erfahräd so no chli meh däzua.


Wer schon länger bei mir auf dem Blog zu Besuch ist und meine Beiträge abonniert hat, kennt meine Empfehlungen bereits. Doch es schadet nicht, sie noch einmal zu lesen - um danach die Bücher endlich von euren SuB's (Stapel ungelesener Bücher) zu befreien :-)

Wer weitere Inspiration sucht, findet sicher den ein oder anderen Tipp in den bisher veröffentlichten 1086 Rezensionen und Beiträgen. 


Für Krimifans - Dem Täter auf der Spur:


"Spanische Delikatessen" von Catalina Ferrera
Ist der erste von drei Bänden, in denen der deutsche Kommissar Karl Lindberg und sein spanischer Schwager Alex Diaz von der Mossos d’Esquadra in Barcelona in kniffligen (und originellen) Mordfällen ermitteln.








- "Kommando Abstellgleis" von Sophie Hénaff
Die Pariser Kommissarin Anne Capestan bekommt ein neues Team – zusammengesetzt aus lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter, eben alle, die auf dem Abstellgleis stehen. Gemeinsam aber gelingt ihnen ein grosser Coup – eine witzige und clevere Story, die überzeugt. Band 3 erscheint im Mai.



-  "Tod am Aphrodite Felsen" von Yanis Kostas
Ein spannender Fall für Sofia, die von England zurück nach Zypern kommt und anstatt im Innenministerium in einem kleinen, öden Kaff landet und den einzigen Polizeibeamten vor Ort unterstützen soll. Witzig und mit liebenswerten eckigen Charakteren versehen. Raki oder Ouzo bereitstellen und lesen! PS: Yanis Kostas ist das Pseudonym von Alexander Oetker, der auch mit seinen Bordeaux-Krimis begeistert.







Ihr seid Krimiliebhaber und auf der Suche nach einer neuen, mal etwa andern und ungewöhnlicher Ermittlerin? Dass ist Jackie Dupont etwas für euch. Mit Bugatti und einem grössenwahnsinnigen Hund und einem wertvollen Bild von Gainsborough auf den Ersatzreifen gebunden, fährt sie auf den Spuren eines Mörders durch Monaco und die französische Riviera. Pures Lesevergnügen!



Für Geschichte-Fans - Blick in die Geschichte:


- Griechische Mythologie toll erzählt - Madeline Miller überzeugt mit ihren beiden Romanen «Ich bin Circe» und «Das Lied des Achill» und legt uns die teilweise komplizierte griechische Mythologie in aktueller Sprache vor. Interessant!










- Der Aufbau-Verlag zeigt in seiner Serie (alle Romane sind unabhängig voneinander lesbar) «Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe» tiefe Einblicke in einen bestimmten Lebensabschnitt berühmter Frauen wie Maria Callas, Edith Piaf, Coco Chanel, Eva Gouel, Marlene Dietrich, Signe Munch, Frida Kahlo, Lucia Joyce und einige mehr. Spannend, diese Frauen mal von einem anderen Blickwinkel aus zu sehen!
Bisher sind 12 Bände erschienen, mindestens zwei weitere (über Grace Kelly und Erika Mann) kommen im Laufe des Jahres noch dazu.



"Lottes Träume" von Beate Maly
Dass wir uns alle auf den Skipisten beim Skifahren vergnügen können, war vor 116  Jahren noch längst nicht selbstverständlich. Erst recht nicht für Frauen – und noch weniger in Hosen! Wie das damals in Wien anno 1904 war, schildert uns Beate Maly in ihrem spannenden Roman «Lottes Träume».








- "Effi liest" von Anna Moretti
Effi liest! Charmant und humorvoll packt Anna Moretti gesellschaftliche und medizinische Lehrmeinungen des 19.Jahrhunderts in eine kurzweilige Geschichte. Herrlich!




Für Liebesroman-Fans - Liebe geht durch Papier:


Ein überraschender Liebesroman, in dem eine leise, sehr schön erzählte Geschichte mit liebenswerten und schrulligen Charakteren steckt.









- "Love to Share" von Beth O’Leary
Tiffy und Leon teilen sich eine kleine Wohnung und das Bett – sie schläft nachts, er tagsüber. Sie kennen sich nicht und kommunizieren ausschliesslich über Post-it’s, was für witzige Szenen sorgt. Die Autorin lässt die beiden abwechselnd über ihr Leben erzählen und sorgt für viel Tiefgang. Ein grossartiger Liebesroman, der zu Recht gehypt wurde.




Tolle Unterhaltung 

- bei der es nicht langweilig wird, fürs Herz und fürs Gemüt, in Zeiten, in denen wir uns nur lesend in andere Länder bewegen können, kurz - Reisen in andere Länder:

-  Florida/USA: In «Shark Club» (bzw. dem neuen Titel "Mit dir am Meer") kehrt  Meeresbiologin und Haifischflüstern Maeve nach Hause auf eine Insel vor Florida zurück. Anna Kidd Taylor erzählt fesselnd weswegen Maeve trotz eines Haibisses als Kind immer noch von den Tieren fasziniert ist.








- Halifax/Kanada: Nach der Lektüre von «Sommer in Atlantikblau» von Miriam Covi will man so schnell wie möglich ein Flugzeug nach Kanada besteigen – die Geschichte um den letzten Willen von Grosstante Charlie in dem tollen Setting in Novia Scotia ist wunderschön umgesetzt und blitzschnell ausgelesen.




- Alba, Piemont, Italien: Julia Fischer erzählt in «Der Geschmack unseres Lebens» berührend und intensiv über eine tragische Familiengeschichte inmitten einer Haselnussplantage – und macht trotz aller Tragik Lust auf Schokolade!







- Paris, Frankreich: «Der Hut des Präsidenten» François Mitterand macht die Runde – er kreuzt die Wege bzw. die Köpfe diverser Figuren und vollbringt Wunder bei seinen unterschiedlichen Kurzzeit-Besitzer – wundervoll amüsant, mit eine Prise Nostalgie und Melancholie versehen und verfasst von Antoine Laurain.
Vom selben Autor empfehle ich die bezaubernde Geschichte um eine liegen gelassene Handtasche, mit einem doof übersetzten Titel "Liebe mit zwei Unbekannten", im Original heisst es "Le carnet rouge", das rote Notizheft, und passt perfekt, die Story ist total schön! 




Für Kinder ab 6 und Teenies ab 10:


- Winston – Ein Kater in geheimer Mission von Frauke Scheuermann
Ein Katzenleben ist herrlich – und aufregend! Kater Winston erlebt einige kriminalistische Abenteuer.

- Die Schule der magischen Tiere von Margrit Auer
Von der tollen Kinderserie gibt es bereits 10 Bände, denn jedes Kind der Klasse von Miss Cornfield soll ein magisches, sprechendes Tier erhalten mit dem sie viele Abenteuer meistern. Wer immer noch nicht genug hat, kann sich mit den «Endlich Ferien»-Bänden vergnügen.

- Für Leseratten und solche, die es werden wollen - mit diesen Teenie-Lese-Tipps zusammengestellt von meiner 13jährigen Tochter, denn diä chunnt drus.



Ratgeber-Bücher - Ein guter Ratschlag:


Die Bücher wurden von den Verlagsmitarbeiterinnen empfohlen, deshalb führen die Links direkt auf die Verlagsseite

- Rutger Bregman erhält aktuell eine Menge Aufmerksamkeit und ist ein gefragter Interviewgast, denn er sagt: "Katastrophen und Krisen bringen das Beste in uns zum Vorschein.", sein Titel: "Im Grunde gut".
- Eine Anleitung zum Menschsein in einer beschissenen Welt: "Shit happens" von Tim Desmond.
- Wer nicht mehr lesen, dafür lieber die Wohnung entmisten will - für den ist vielleicht die Magic Cleaning-Methode von Marie Kondo etwas.
- Spazieren gehen dürfen wir ja noch, deshalb: "Gehen und heilen" - Emotional Gesund durch Geh-Therapie in der Natur. 
- Und noch ein Buch zum Thema Achtsamkeit und vom Mut glücklich zu sein in "Du bist genug".



Viel Spass beim Lesen und bliibäd gsund!