Mittwoch, 1. Dezember 2021

Vorschau: Neuerscheinungen im Dezember 2021


Schön kurz ist meine Neuerscheinungsliste im Dezember. Gerade mal sechs Bücher stehen drauf. Davon sicher lesen möchte ich allerdings nur zwei. Welche das sind, sag ich euch gleich.

Interessante Neuerscheinungen im Dezember 2021:




Zum einen ist es "Der süsse Himmel der Schwestern Lindholm" von Andrea Russo, das bereits bei mir angekommen ist. Das zweite Must have ist der Krimi "Mord will keine Zeugen". Dieser neue Fall für Jessie Campbell erscheint jedoch erst an Weihnachten, so dass ich im Dezember ganz viel Zeit habe, mich um meinen SuB zu kümmern und zudem meine drei noch nicht gelesenen Romane der #12für2021-Challenge eventuell auch noch zu lesen. 

Ganz vorne in meiner Leseliste für Dezember stehen einige Romane, die ich in einem der letzten Top Ten Thursday erwähnt habe. Drei davon hab ich bereits gelesen, einer ist der bereits oben erwähnte Russo-Roman. Die anderen sechs zeig ich euch hier nochmals:


 

Einer davon, "Denn du sollst sterben" lese ich gerade. Mal sehen, ob ich die restlichen hier gezeigten und auch noch einige im TTT erwähnten Bücher bis Ende Monat gelesen habe, oder dann doch zu ganz anderen Titeln greife. Irgendwie ist SuB-lesen ein wenig wie Adventskalendertürchen öffnen - man weiss in etwa was drinnen ist, lässt sich aber doch gerne überraschen, was man schlussendlich in der Hand hält. 

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit mit viel Schnee und guten Büchern! 

Dienstag, 30. November 2021

Lesebiografie und Monatsrückblich November 2021

Eisig kalt, mit Schneesturm und eisglatt war es heute bei uns am letzten Novembertag. Doch der Grossteil des November war es hier einfach nur neblig, der selten und wenn, erst nach dem Mittag, verschwand. 

Mein Lesenovember war fast so zäh wie der fast täglich über Zürich liegende Hochnebel. Es gab einige Romane, die mich nicht sehr fesselten, so dass ich lieber anderes tat. 


Viel war das jedoch nicht, denn Ende Monat wurden die Schmerzen im Ellenbogen schlimmer, so dass ich damit doch endlich zum Arzt ging: Knochenhautenzündung plus Tennisarm am rechten Ellenbogen. Trotz Medikamenten wird es nicht besser, so dass ich deswegen noch öfters zum Arzt muss. Der November war also mein Monat der enttäuschenden Bücher und der Arztbesuche. Anfang November war ich einige Male zum durchtesten in der Allergie-Klinik. Viel Neues kam auf den ersten Blick nicht heraus, aber nach gründlicher Recherche meinerseits - und um die Ecke denken - habe ich nun einen Anhaltspunkt für eine meiner Allergien gefunden. Mehr dazu erzähle ich euch im Dezember Rückblick, denn ich habe noch weitere Termine in der Klinik und sehe dann, ob der Arzt zum selben Ergebnis kam wie ich. Ich weiss auch noch nicht, ob ich glücklich darüber sein sollte, etwas gefunden zu haben oder zu hoffen, dass es das genau nicht ist. Aber eben, Ende Dezember mehr dazu. 

Geimpft wurde ich auch - allerdings noch nicht geboostert, das sollte Mitte Dezember soweit sein -  sondern mit der diesjährigen Grippeimpfung. 

Zurück zu den Büchern. Ich habe 15 gelesene Bücher und einen Abbruch zu verzeichnen. Abgebrochen hab ich den zweiten Teil der Gamache-Reihe von Louise Penny. Bereits der erste Band konnte mich nicht überzeugen, da ich dort von Anfang an wusste, wer der Täter ist und hab den Rest nur noch überflogen, da mir zu lahm erzählte wurde. Im zweiten Band hab ich 50 Seiten gelesen, die mich nur gelangweilt haben - und da war noch lange kein Mord oder Ermittlungsarbeit in Sicht. Die Serie lege ich ad acta, die ist nichts für mich. 

Weiter enttäuscht wurde ich mit der vergessenen Prinzessin, bei Jane Austen, beim 19. Band der "Tee? Kaffee? Mord!"-Serie (werde ich nicht mehr weiterlesen, die letzten Bände waren schon nicht mehr gut), und bei "Willkommen im kleinen Grand Hotel". Die Grundidee wär schön, aber die Umsetzung zu gewollt und aufgesetzt, so als wolle die unter Pseudonym schreibende deutsche Autorin den Leserinnen aufzwingen, die Geschichte toll und sooo poetisch und märchenhaft zu finden. Bei "Jane Austen" waren mir die Zeitsprünge und die vielen seitenlangen Zitate aus den Original-Romanen zu nervig. "Die vergessene Prinzessin" war zwar interessant, aber zu ausschweifend. 

3.5-Sterne erhielten drei Romane, zwei davon von Debbie Macomber. "Die Bucht der Wünsche" war mir viel zu bedrückend und die Protagonistin schwierig. Vor einem Monat noch wollte ich "Heart of Texas" nicht lesen, doch als es letzte Woche in die Onleihe kam, hab ich es mir spontan unverbindlich ausgeliehen. Im Original wurde es 1998 veröffentlicht, nun (neu?) übersetzt, weil es dazu eine Netflix-Verfilmung gibt. Meine Meinung: wer auf amerikanisches Ranchleben steht, kann es ja versuchen. Kaufen würde ich die Reihe nicht. "Winterglück und Nelkenduft" von Emilia Schilling hat mir nicht so gut gefallen, ich hatte Mühe mit der Protagonistin und ihrer Schwester (Mädels, redet halt!). Dafür gefiel mir das Setting im Teeladen. 

Doch es gab auch Bücher, die mich im November positiv überraschten. "Weihnachtsglück in Willowbrook" zum Beispiel. Wer einen netten Weihnachtsroman sucht, sollte zuschlagen. Auch die anderen 4-Sterne-Bücher haben mir gefallen und mich gut unterhalten.

Meine Highlights im November waren "Notting Hill im Schnee", "Der Zauber eines Wintertages" und "Wallis & Edward", und auch "Für immer in meinem Herzen".  Schiebt sie auf ihren Leselisten ganz nach vorne! 


Und hier meine November-Leseliste in der Übersicht: 

abgebrochen:
- Tief eingeschneit von Louise Penny (Gamache 2) 

3 Punkte:
- Willkommen im kleinen Grand Hotel von Felicity Pickford (Charming Street 1) 
- Die vergessene Prinzessin von Eva-Maria Bast 
- Jane Austen und die Kunst der Worte von Catherine Bell (AFzAuL 7) 
- Sisters Sallys letztes Halleluja von Ellen Barksdale (TKM 19) 

3.5 Punkte:
- Winterglück und Nelkenduft von Emilia Schilling
- Die Bucht der Wünsche von Debbie Macomber 
- Heart of Texas  - Der Himmel so frei von Debbie Macomber 

4 Punkte:
- Goldenes Gift von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 7) 
- Friesenwinterzauber von Tanja Janz  
- Weihnachtsglück in Willowbrook von Sophie Claire 
- Der kleine Garten zum Verlieben von Janina Lorenz (Herzbach 4) 

4.5 Punkte:
- Notting Hill im Schnee von Jules Wake (aka Julie Caplin)

5 Punkte: 
- Der Zauber eines Wintertages von Karen Swan 
- Für immer in meinem Herzen von Susanne Wiggs






Im November überwiegten blaue und beige Cover und ich hatte nur vier Rezensionsexemplare, ich hab mich zugunsten meines SuBs zurück gehalten, ausserdem hab ich bei der Onleihe manchmal spontan was ausgeliehen. Nichts gelesen hab ich bei meinen verbleibenden drei #12für2021-Titeln. 

Ob ich für die im November gelesenen, aber noch nicht rezensierten Bücher noch eine Rezi schreibe oder nicht, weiss ich noch nicht, da ich vorerst meinen Arm ruhig halten und nicht viel tippen soll. Was einfacher gesagt als getan ist.

Wie es lesemässig im Dezember für mich weiter geht, erzähle ich euch morgen. Nun bin ich gespannt, wie es euch im November erging, erzählt bitte! 

Donnerstag, 25. November 2021

Wallis & Edward. Eine Liebe, stärker als die Krone von Wendy Holden

Klappentext:
London, 1928: Die 32-jährige Wallis kommt mit großen Erwartungen aus den USA nach England, um ihren zweiten Mann zu heiraten. Doch ihr Mann hat kaum Zeit für sie, und die Engländer sind Snobs ohne Interesse an ihr. Wallis ist einsam. Aber schließlich fasst sie sich ein Herz: Wenn sie niemand auf Partys einlädt, dann lädt sie sich eben selbst ein. Schon bald ist Wallis der Star der High Society von London. Schließlich lernt sie Edward, den Prinz von Wales, kennen. Um ihn ist es sofort geschehen, er empfindet eine Liebe zu Wallis wie zu keiner anderen Frau zuvor. Aber soll Wallis sich wirklich von ihrem Mann trennen und auf Edward einlassen? Und damit Teil einer Familie werden, der sie mit ihrer Freiheitsliebe niemals gerecht werden kann?


Fast 100 Jahre ist es her seit der grössten Krise des englischen Königshaus. Was damals die Krise auslöste, ist aus heutiger Sicht schwer verständlich: der britische Thronfolger liebt eine bürgerliche, geschiedene Frau und möchte sie heiraten, doch die Regierung ist dagegen. Edward VIII., von allen David genannt, zieht die Konsequenzen und tritt nach nur zehn Monaten als König ab.  

Wendy Holden hat sich dieser Frau angenommen und legt mit "Wallis & Edward" einen Roman vor, der über diese grosse Liebe erzählt. Bereits in ihrem Buch "Teatime mit Lilibet" lässt sich erahnen, dass Wallis Simpson eine grosse Faszination auf die Autorin ausübt.

Diese Faszination bringt sie nun auch uns Leserinnen näher. Plastisch schildert Wendy Holden Wallis Leben: ihre tragische Vergangenheit, der Wunsch Fuss in der britischen High Society Fuss zu fassen und das Kennenlernen des Prince of Wales sowie die daraus entstehende Freundschaft, die bald zur tiefen Liebe wurde. Eine Liebe, die nicht gern gesehen wurde und schlussendlich wider gängigem Erwarten der damaligen Gesellschaft bis zum Tode Davids hielt. 

Mit seinem Tod beginnt "Wallis & Edward". Ab diesem Zeitpunkt in ihrem Haus in Paris bis zu seinem Begräbnis, eine Woche später in Windsor, begleiten die Leserinnen Wallis. Von hier aus wird immer wieder chronologisch zurück geblickt auf die Lovestory der beiden. Oder umgekehrt: die chronologische Erzählung wird öfters durch die Begräbniszeremonie unterbrochen. Es ist aber keine störende Unterbrechung, sondern eher ein Atemholen  - man weiss gar nicht, ob man von der Zeremonie und dem Verhalten der Royals eine Atempause braucht oder von der fesselnden Erzählung über Wallis und Co. 

Sofort ist man in die Geschichte vertieft, bedauert Wallis, findet sie manchmal anstrengend, hofft mit ihr, bis man sie bewundert für ihr Aushalten, ihre Geduld und ihre Liebe. Beide, Wallis wie auch Edward, werden aber nicht verklärt, sondern mit ihren Fehlern dargestellt. 

Mit ihren beiden Büchern über Frauen, die mit dem britischen Königshaus in Verbindung standen, hat mich Wendy Holden begeistert. So sehr, dass ich auch ihre zukünftigen Bücher sicher lesen werde, denn ihr Schreibstil ist enorm packend. Ich mag, dass Holden ihre Heldinnen nicht auf einen erhöhten Thron setzt, sondern ihre Protagonistinnen mit all ihren Seiten und mit all ihren Fehlern zeigt und zudem nicht auf den Tränenkanal drückt. 

Einzig die Titel einiger damals lebender, aber inzwischen verstorbener Royals waren manchmal irritierend zu lesen, denn dieselben Titel tragen zur Zeit andere Mitglieder des britischen Könighauses. 

Fazit: Der Blick hinter die Schlagzeilen der 30er Jahre gelingt Wendy Holden perfekt. Sie schuf einen mitreissenden Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. 
5 Punkte. 


Weitere empfehlenswerte Romane von Wendy Holden: 
Teatime mit Lilibet - Der Roman über Marion Crawford, die Gouvernante der königlichen Prinzessinnen, gewährt Einblick in die Kindheit von Queen Elizabeth.

Jane Austen und die Kunst der Worte von Catherine Bell (AFzAuL 7)

Klappentext:
Steventon, 1795. Die aufgeweckte Pfarrerstochter Jane möchte nur eines: schreiben. Mit tintenverschmierten Händen durchwacht sie die Nächte und begibt sich in die Welt ihrer Heldinnen. Doch ihre Schwester Cass ist verlobt, und Jane schwant, dass ihre Mutter ganz ähnliche Pläne für ihre Zukunft schmiedet. Nur sind Jane die jungen Kerle aus dem Ort alle einerlei, bestenfalls geben sie akzeptable Tanzpartner auf den von ihr heiß geliebten Bällen ab – bis der belesene Wirbelwind Tom Lefroy aufkreuzt. Janes Herz aber muss immer wieder Enttäuschungen ertragen. Umso unermüdlicher kämpft sie für ihren größten Traum: einen Roman zu veröffentlichen.  


Vielleicht romantisieren wir Jane Austen, aber die Vorstellung, wie Jane gegen alle damaligen Konventionen an ihr Talent glaubte und schrieb und schrieb, ist schon sehr eindrücklich. Deshalb eignet sich ihr Leben auch gut als Vorlage für Romane oder Verfilmungen.

Catherine Bell hat diese Vorlage genommen und daraus eine Romanbiografie gestrickt. Im ersten Teil beginnend um 1795, kurz nach Janes 20. Geburtstag, war ich noch begeistert, doch kurz vor dem zweiten Teil begann das Verheerende: einerseits springen die Zeiten hin und her, es ist also nicht mehr chronologisch erzählt. Und andererseits baut die Autorin immer wieder Texte aus Jane Austens Bücher ein. 

Diese Zeitensprünge fand ich anstrengend und ich möchte gar nicht wissen, wie dies Leserinnen empfinden, die Janes Biografie nicht kennen. Die seitenfüllenden zitierten Stellen aus Austens Büchern passen zwar zu dem, was gerade im Roman passiert, aber sie sind viel zu umfangreich. 

Beides zusammen, Zitate und Zeitensprünge, rissen mich aus dem Lesefluss. Ich kam nur schleppend voran und verlor immer mehr mein Interesse. Schade, denn der Start war vielversprechend. 

Fazit: Prolog und Epilog fand ich gut gewählt. Leider überwiegte für mich der zähe zweite und dritte Erzählteil, weshalb mich "Jane Austen und die Kunst der Worte" nicht zufrieden stellen konnte und enttäuschend zurück liess. 
3 Punkte.



Reihenfolge "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe":
Band 1: George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert
Band 2: Die Pianistin von Beate Rygiert (Clara Schumann)
Band 3: Milena und die Briefe der Liebe von Stephanie Schuster (Milena Jesenka)
Band 4: Die Rebellin von Thérèse Lambert (Lou Andreas-Salomé)
Band 5: Die Bildhauerin von Pia Rosenberger (Camille Claudel)
Band 6: Frau von Goethe von Beate Rygiert (Christiane Vulpius) 
Band 7: Jane Austen und die Kunst der Worte von Catherine Bell

Dienstag, 23. November 2021

Die vergessene Prinzessin: Alice von Battenberg von Eva-Maria Bast

Klappentext:
London, 1902: Als Alice von Battenberg dem weltgewandten Prinzen Andreas von Griechenland begegnet, ist sie sofort von ihm eingenommen. Er erwidert die Gefühle der ausgesprochen intelligenten Prinzessin, die zwar taub geboren wurde, aber in mehreren Sprachen Lippen lesen kann. Alice folgt ihrer großen Liebe nach Griechenland, nichts von der Zerreißprobe ahnend, die ihr dort einige Jahre später bevorstehen soll: Der Konflikt zwischen Volk und Krone spitzt sich zu, Unruhen stürzen das Land in eine schwere Krise. Alice kämpft für ihre neue Heimat, baut Hospitäler und kümmert sich um Kriegsversehrte. Doch die Lage verschärft sich, ihre Familie gerät wiederholt in tödliche Gefahr, und letztendlich scheint eine Flucht der einzige Ausweg zu sein. 


Auf diesen Roman hab ich mich gefreut, da ich über Prinz Philips Eltern gar nichts wusste. Eva-Maria Bast hat sich seiner Mutter angenommen, Alice von Battenberg. 

Die Autorin erzählt in "Die vergessene Prinzessin" die Geschichte seiner Eltern, wie sie sich kennen und lieben lernten, wie Alice zu Andreas nach Athen zog und wie ihr Leben durch den Griechenland-Krieg geprägt wurde.

Anstatt die Zeit mit ihren kleinen Töchtern zu geniessen, hilft Alice mit, Lazarette aufzubauen und Kriegsverletzte zu pflegen. Doch auch nach dem Krieg ist ihr keine Ruhe gegönnt, die Unruhen dauern an. Zudem gibt es schlechte Nachrichten von ihren Familienmitgliedern in Russland.

Es war eindrücklich, was Alice alles geleistet hat. Das wurde sehr gut wieder gegeben. Doch dass die taube Alice angeblich normal verständlich reden konnte, kann ich der Autorin aber nicht abnehmen. Auch wenn Alice und ihr Umfeld mit ihrer Taubheit gut umzugehen wusste, sind die vielen Dialoge für mich in dem Masse nicht glaubwürdig. 

Interessant war die Geschichte des griechischen Königshaus. Wie stark die Verbindungen zum russischen Zarenhaus und dem britischen Königshaus ist, war mir nicht bewusst. Seit der Lektüre weiss ich nun auch, woher der Name Mountbatten stammt. 

Aus historischer Sicht war die Lektüre der vergessenen Prinzessin zwar lehrreich, aber der Roman war mir zu detailreich und ausschweifend und vermochte mich deshalb leider nicht zu fesseln. Lieber hätte ich stattdessen noch mehr zu Alices späterem Leben gelesen. Der Prolog versprach in dieser Hinsicht zu viel. 

Manche Szenen empfand ich auch als kitschig und dass Alice Nichte um 1902 eine Schneewittchenkette trug, wenig glaubwürdig. Die Kette entsprang zwar der Fantasie der Autorin, wie sie im Nachwort schreibt, aber da wars längst zu spät, weil ich mich auf den verbleibenden Seiten über diesen Anhänger ärgerte und die Kette immer mal wieder erwähnt wurde. Das Märchen von Schneewittchen war damals bekannt, aber gab es damals tatsächlich solche Anhänger? Merchandising im 19. Jahrhundert? Ein stinknormaler Tieranhänger hätte es doch auch getan, das wäre viel glaubhafter. 

Fazit: Die historische Seite war zwar interessant geschildert, wenn auch zu ausführlich. Unter anderem ein Grund, weshalb mich "Die vergessene Prinzessin" nicht überzeugte. 
3 Punkte. 




Donnerstag, 11. November 2021

Top Ten Thursday 11.11.2021 - Welche zehn Bücher möchtest du 2021 noch lesen?

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Welche zehn Bücher möchtest du 2021 noch lesen? 

Bücher von meinem SuB oder Neuerscheinungen? Die Neuerscheinungswunschliste ist jetzt, Ende Jahr, sehr klein. Mein SuB umso grösser.

Der neue Russo-Roman erscheint im Dezember, die andern drei ("Miss Veronica und das Wunder der Pinguine", "Tod den finsteren Mächten", "Ich, Ariadne") in den nächsten Tagen. Von meinem SuB hab ich nicht die drei noch nicht gelesenen Büchern von meiner #12für2021-Liste genommen, sondern einige andere Titel ausgewählt. Da ich immer gerne spontan zu SuB-Titeln greife und mich ungern festlege, fällt es mir schwer, mich nur für sechs Titel zu entscheiden. 

Schlussendlich hab ich mich zu einem Mix entschieden, vier Neuerscheinungen und sechs Sub-Bücher:


 



Eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen, alle noch ungelesenen Bücher von Karen Swan, Rosanna Ley (=Juliet Hall), Cristina Caboni und anderen Autorinnen im 2021 zu lesen, dazu die eine oder andere Trilogie. Dazu noch ein paar Einzelbände, die ich eigentlich auch gerne bald lesen würde. Aber wie immer ist der SuB zu gross und die Zeit für alles, was man gerne tun möchte, zu kurz. 

Für die heutige TTT-Frage bin dann einige Male meinen SuB durchgegangen und hab mich nun für sechs Titel entschieden. Einer davon war einfach, es ist "Liebe und andere Notlügen" von Mary Kay Andrew (den ich übrigens schon mal begonnen habe letztes Jahr, aber die 614 Seiten für die Rezi-Exemplare damals auf die Seite gelegt). Damit hätte ich zumindest von ihr alle bisher übersetzten Bücher gelesen.

Dazu möchte ich auch endlich "Für immer in meinem Herzen" von Susan Wiggs lesen - das nehm ich mir schon den dritten Herbst vor. "Die Teehändlerin" von Susanne Popp ist von diesem Jahr und passt zur kälteren Jahreszeit. Es wäre also auch gut, ihn noch vor dem Erscheinen des zweiten Bandes im Frühling zu lesen. Den Weihnachts-Winterroman "Notting Hill im Schnee" wollte ich eigentlich gleich nach ET im September lesen, aber auch ihn legte ich wegen Rezi-Exemplaren oder ausgeliehenen Onleihe-Büchern immer wieder zur Seite. Der Roman von Jule Wakes (aka Julie Caplin) wird nun aber ziemlich schnell von mir gelesen, noch bevor der November um ist. 

"Denn du sollst sterben" und "Der kleine Garten zum Verlieben" hab ich gewählt, um die Serien zu vervollständigen. Die "Herzbach"-Serie ist mit diesem vierten Band zu Ende. Von der Kincaid/James-Reihe wird es mindestens noch einen 19. Band geben, der erscheint in England 2022, vielleicht zeitgleich auch hierzulande.  

Ob ich die genannten Titel bis Ende Jahr auch tatsächlich lesen werde, darauf bin ich selbst mächtig gespannt, denn es kommt doch immer mal wieder "was" dazwischen. Aber es könnte gut aussehen, zumindest allgemein was den SuB-Abbau betrifft, denn im Dezember und Januar hab ich kaum Neuerscheinungen auf dem Radar, so dass ich mich gnadenlos beim SuB bedienen kann. 

Haben wir gemeinsame Bücher, die auch ihr noch lesen wollt? 

Mittwoch, 10. November 2021

Der Zauber eines Wintertages von Karen Swan

Klappentext:
Vor fünf Jahren hat die Londoner Fotografin Lee alle Brücken hinter sich abgebrochen. Inzwischen haben sie und ihr kleiner Sohn Jasper in Amsterdam ein neues Zuhause und viele gute Freunde gefunden. Kurz vor Weihnachten begegnet Lee einem Mann, der ihr Herz höherschlagen lässt: dem attraktiven Kinderbuchautor Sam, der bei einem Fotoshooting im Krankenhaus den Nikolaus spielt. Als der erste Schnee fällt und Amsterdams Grachten zufrieren, kommen Lee und Sam sich näher. Doch ein Geheimnis aus Lees Vergangenheit droht ihr Glück zu zerstören. Ob das Fest der Liebe eine zweite Chance für sie bereithält?


Karen Swan suchte sich für "Der Zauber eines Wintertages" eine mal etwas andere Stadt als die üblichen Verdächtigen wie London aus, nämlich Amsterdam mit seinen vielen Grachten und den allgegenwärtigen Velos, denn in Amsterdam wimmelt es von Velofahrern.

Eine dieser Amsterdamer Velofahrerinnen ist die Britin Lee, preisgekrönte Fotografin mit eigenem Studio und Assistenten. Man merkt schnell, dass Lee übervorsichtig ist, insbesondere wenn es um ihren fünfjährigen Sohn Jasper geht. Aktuell fotografiert sie für ein Magazin zwölf ausgewählte Personen, darunter sind u.a. bekannte Sänger und Schauspieler. Doch Lee kann mit dem Promigehabe nichts anfangen und knipst lieber ehrenamtlich im Kinderspital. Dort lernt sie den diesjährigen Samichlaus kennen - der Augen hat, die man nicht vergisst. Sie treffen sich später privat, doch Lee will keine feste Beziehung, sie will bloss One Night Stands. 

Dass Lee eine posttraumatische Belastungsstörung hat, liest sich schnell aus ihrem Verhalten heraus. Da man weiss, dass sie früher als Kriegsfotografin gearbeitet hat, wundert es überhaupt nicht. Man spürt aber auf jeder Seite, dass da noch viel mehr verborgen liegt - denn auch andere Augen als die von Sam kann sie nicht vergessen.

Die Autorin deckt Lees Geschichte nur sehr langsam auf, was Lee am Anfang oft unsympathisch und kaltherzig rüber kommen lässt. Doch spätestens nach den ersten beiden Rückblicken beginnt Lees Schicksal die Leserinnen zu berühren und trotz ihrer Härte nach aussen, versteht man wieso sie so wirkt und man nimmt schnell wahr, dass Lee eine herzensgute Person ist.

In "Der Zauber eines Wintertages" ist aber noch so viel mehr dabei als nur das. Auch andere Schicksale werden mit eingewoben, einige regen zum Rätseln an, andere sind eher tragisch. Ich mochte die - etwa zwei Handvoll - Nebenfiguren, sie hatten alle ihre Berechtigung. Einige davon sorgten für Unterstützung, dienten als Motivation für die Romanfiguren, andere boten den Leserinnen den einen oder andern Schmunzler. 

Der Roman wäre fast ein 5-Sterne-Read geworden. Aber mir fehlte, ob all der erzählten tragischen Geschichten ein wenig der weihnachtliche Zauber. Obwohl das winterliche Amsterdam wunderschön gezeichnet wurde und ganz viele niederländische Traditionen eingebettet wurden, die ich hier mit grösstem Vergnügen kennenlernte, sowas mag ich ja sehr.

Es ist aber zweifellos einer der besten Romane, die Karen Swan jemals erzählt hat. Am besten zu lesen ist das Buch Anfangs Dezember, damit man etwa zeitgleich auf ist mit der Geschichte um Lee und Sam und vielen anderen. 

Fazit: Winterstimmung in Amsterdam mit ganz ganz vielen Emotionen. 
4 Punkte.