Mittwoch, 21. Oktober 2020

Krimi: Isola Mortale von Giulia Conti (Simon Strasser 2)

Klappentext:
Nach einer stürmischen Dezembernacht wird am Ufer des Lago d‘Orta die Leiche einer Frau angespült. Schnell ist klar, dass sie nicht bloß mit ihrem Ruderboot gekentert ist. Die Tote ist eine junge und ausgesprochen hübsche Nonne, die erst kürzlich auf die Isola San Giulio gekommen war, um nach ihrer verschwundenen Mutter zu suchen. Hat sie etwas herausgefunden, das sie das Leben kostete? Was verschweigen die Besitzer des nahe gelegenen Reishofs? Als am Grund des Sees zudem ein Autowrack mit zwei Leichen geborgen wird, ist es für Simon Strasser wieder nichts mit dem Dolce Vita. In einem Fall, in dem nichts so ist, wie es zunächst scheint, steht der ehemalige Polizei- und Gerichtsreporter der örtlichen Kommissarin erneut zur Seite.

Beim ersten Band "Lago Mortale" habe ich einen Ermittler, der mit sich uneins ist, einen langweiligen Fall und zu ausschweifende Landschaftsbeschreibungen kritisiert. 

In "Isola Mortale", dem zweiten Band dieser Krimiserie von Giulia Conti, ist Simons Privatleben viel besser in die Handlung integriert und steht nicht so extrem im Vordergrund wie noch im ersten Band. Simon hat sich mittlerweile selbst gefunden, ist rein mit sich und der Welt. Troubles gibt es höchstens noch mit den drei Frauen in seinem Leben: Luisa, Carla und seine Ziehtochter Nicola. Dass letztere oft Nico gerufen wird hat mich aber irritiert, denn Nico ist hierzulande ein Bubenname.

Auch der Kriminalfall hat mir um Längen besser gefallen als der öde erste Fall. Eine junge Frau wird tot am Ufer des Lago d'Orta aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass sie nicht einfach nur ertrunken, sondern getötet wurde. Da die Frau nicht nur Nonne, sondern auch Deutsche ist, wird Simon beigezogen. Mittlerweile ist der Journalist offizieller Übersetzer, so dass er mehr oder weniger legal mit Kommissarin Carla Moretti ermitteln darf. 

Blöd nur, dass Simons Freundin Luisa aus Deutschland angereist ist, um die Feiertage bei Simon zu verbringen. Viel Zeit haben die beiden nicht zusammen, da ihnen Carla, beziehungsweise der Leichenfund, dazwischen grätscht. Aber Luisa ist milde gestimmt und hilft auf ihre Art auch ein wenig mit. 

Der Fall um die Nonne und ihre vor Jahren verschwundene Mutter ist interessant aufgemacht. Giulia Conti liefert hier einen unterhaltsamen Krimi - bester Zeitpunkt für die Lektüre ist die Vorweihnachtszeit - bei dem alle Komponenten ausgewogen aufgeteilt sind. Landschaftlich stechen die piemontesischen Reisfelder heraus, die vielen Lesern unbekannt sein dürften. 

Fazit: Diesen kurzweiligen zweiten Teil hab ich gerne gelesen und freue mich auf einen allfälligen dritten Teil - dies hätte ich nach der Lektüre des ersten Bandes noch nicht gesagt.  
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 1: Lago Mortale
Band 2: Isola Mortale

Dienstag, 20. Oktober 2020

Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne von Juliana Weinberg (Ikonen ihrer Zeit 2)

Klappentext:
Niederlande 1944: Während der Zweite Weltkrieg Europa erschüttert, entdeckt die junge Audrey Hepburn ihre Liebe zum Tanz. Zwischen den Schrecken des Krieges und dem allgegenwärtigen Hunger träumt sie davon, Primaballerina zu werden. Und obwohl dieser Traum bald platzt, lässt sie sich nicht entmutigen. Ihr neues Ziel: die Filmstudios von Amerika! Und tatsächlich bringt ihr Talent Audrey nach Hollywood. Schon bald spielt sie an der an der Seite von Größen wie Gregory Peck und Humphrey Bogart. Doch der strahlende Ort ihrer Träume verlangt ihr alles ab. Kann Audrey als Stern am Himmel Hollywoods glänzen, ohne sich selbst dabei zu verlieren?


Wahrscheinlich kennen die meisten von uns Bilder von Audrey Hepburn, die mit grosser Sonnenbrille und kleinem Schwarzen von Fotos lächelt. Ich kenne ausserdem einige ihrer Filme und wusste aus Interviews, dass sie gerne kocht und Pasta isst.

Aber erst durch "Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne" hab ich erfahren, dass Audrey ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz hatte und nur teilweise in Rom wohnte - ich dachte, es wäre genau umgekehrt. Und dass sie mit Mel Ferrer, für den meine Tanten schwärmten, verheiratet war, war mir auch nicht bekannt - das war aber vor meiner Zeit, deshalb meine Lücken. 

Um diese Lücken zu füllen und weil mich die private Audrey interessierte, wollte ich diese Romanbiografie von Juliana Weinberg unbedingt lesen. Die Autorin erzählt beginnend mit Audreys Teenagerjahren während den Kriegsjahren ab 1944 bis zum Jahre 1979, als Audrey doch noch die Liebe erleben durfte, nach der sie sich ihr Leben lang sehnte. 

Dass hinter der strahlenden Frau mit den braunen Augen eine teils naive (in Bezug auf Männer) und eine sehr traurige (kein Kontakt mit ihrem Vater, der die Familie verliess und das Erleiden einiger Fehlgeburten) Audrey stand, die sich nichts sehnlicher wünschte als Zuhause bei der Familie zu sein, erlebt man auf den über 600 Seiten hautnah mit. 

Ausführlich, und dank des flüssigen Schreibstils ohne Längen, lernen die Leserinnen eine Audrey Hepburn abseits ihrer Berühmtheit kennen - sehr privat und verletzlich, aber auch enorm fleissig und konzentriert. 

Fazit: Es hat sich gelohnt diesen Roman zu lesen und dadurch einen Blick hinter Audreys Sonnenbrille zu werfen - ich kann nur empfehlen, es mir nachzumachen und sich diese Lektüre zu gönnen.
5 Punkte. 


Reihenfolge der Ikonen ihrer Zeit-Reihe:
Band 2: Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne

Montag, 12. Oktober 2020

Winter in Bloomsbury von Annie Darling (Bloomsbury 4)

Klappentext:
Die himmlischen selbstgebackenen Köstlichkeiten, die Mattie im Tearoom der kleinen Buchhandlung in Bloomsbury serviert, sind weit über die Grenzen des Londoner Stadtteils bekannt. Eigentlich müsste der Dezember mit seinen leuchtend geschmückten Straßen und duftenden Weihnachtsplätzchen für Mattie die schönste Zeit des Jahres sein – wenn ihr vor Jahren nicht ausgerechnet an Heiligabend das Herz gebrochen worden wäre. Es gibt nur eins, was Mattie noch schlimmer findet als die Feiertage: ihren unverschämten, aber gleichzeitig ziemlich attraktiven Kollegen Tom. Doch als mitten im Weihnachtstrubel die gesamte Belegschaft ausfällt, müssen Mattie und Tom den Laden plötzlich ganz allein führen.

Die Reihe um den Happy-Ends-Buchladen in Bloomsbury steigerte sich von Band zu Band. Während mich in Band 1 Posy mächtig nervte, gefielen mir die Geschichten mit Nina und Verity gut bis sehr gut. Deshalb war ich gespannt, wie sich Mattie aus dem Café und Tom aus dem Buchladen im vierten Band nun schlagen. 

Geschlagen haben sie sich oft, zum Glück ausschliesslich in einem verbalen Schlagabtausch, der es aber in sich hatte. Die zwei, die sich die leer werdende Wohnung oberhalb des Buchladen in Zukunft teilen dürfen, pflaumen sich fast kontinuierlich an. So heftig, dass es auf mich abfärbte und ich nach einer Stunde lesen im Zug, beim Aussteigen selbst jemand Nerviges anpflaumte. 

Lachen hingegen musste ich, als ich einmal gerade eine Szene las, in der jemand vom Buchladen-Team für das kalte Wetter ungeeignet angezogen durch den Schnee lief und ich gleich danach beim Rolltreppe fahren auf der anderen Seite jemanden sah, der in T-Shirt und kurzem Rock bei gerade mal nasskalten 9° hinunter fuhr. Zugute halten kann man "Winter in Bloombury" also, dass die Lektüre die Leser*innen gefühlsmässig mitnimmt. 

Die Story an sich konnte mich aber nicht überzeugen, denn neben den ewig streitenden Protagonisten, nimmt sich Posy hier hochschwanger viel zu wichtig und jammert endlos und übertrieben herum und kontrolliert ihre Mitarbeiter. Posy nimmt so viel Raum ein, dass die Geschichte um Mattie und Tom nicht zur Geltung kommt. 

Mattie wäre eine interessante Figur. Ihre Gründe, weshalb sie Paris, Weihnachten und das Thema Liebe hasst, wurde glaubhaft skizziert. Tom hingegen bewahrte sein Geheimnis zu seiner Biografie bis fast zum Ende, seine Beweggründe hätte man aber früher und intensiver einbauen können. Gemeinsam haben sie ihren Hass gegen Weihnachten, bei Mattie wars klar, bei Tom weniger. 

Wortwitz war wie immer vorhanden, der Humor leider zu oft übertrieben, geniessen konnte ich den Roman nicht. Mir fehlten die kleinen liebevollen Details wie in Band 2 den Bezug zu Jane Austen und in Band 3 zu den Brontë-Schwestern, mir fehlte Tiefgang und Romantik. Schuld daran war vor allem und für einmal mehr Posy, die mir ja schon in Band 1 mächtig auf den Wecker ging. Durch diese Drama-Queen kann sich die Story nicht entfalten, auch interessante Nebenfiguren wie Cluthbert gehen total unter.

Fazit: Emotional war ich beim und kurz nach dem Lesen total genervt, die Laune der Charaktere färbte ab auf mich. Deshalb ist die Lektüre von "Winter in Bloomsbury" eher etwas für Leute, die anstatt auf "fröhliche Weihnachten" auf "nervige Weihnachten" stehen. 
3 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 4: Winter in Bloomsbury

Mittwoch, 7. Oktober 2020

White Christmas - Das Lied der weissen Weihnacht von Michelle Marly

Klappentext:
Hollywood, Heiligabend 1937. Für den erfolgreichen Jazz-Komponisten Irving Berlin aus New York ist dieser Tag stets ein besonderer – er verbindet damit sein größtes Glück und gleichzeitig auch einen schweren Schicksalsschlag. Doch diesen Heiligabend muss Irving, zum ersten Mal getrennt von seiner Familie, unter der Sonne Kaliforniens verbringen. Voller Sehnsucht nach seiner Frau und den Kindern beginnt er an einem Song über die Weihnachtszeit zu arbeiten – und erfährt schließlich, dass auch in Hollywood ein Weihnachtswunder geschehen kann. 




Bücher über Weihnachtslieder kenne ich als Bilderbücher, über "Stille Nacht" zum Beispiel. Aber bisher noch nicht als Roman - wie dieser hier zum Entstehen des erfolgreichsten und beliebtesten Weihnachtssong und der meistverkauften Single aller Zeiten. Wenn dieser Roman dann auch noch von Michelle Marly ist (ich sag nur Coco Chanel und Edith Piaf), und erst noch mit einem tollen Cover versehen, kann ich einfach nicht widerstehen. 

Jedes Kapitel ist mit einem Songtitel von Irving Berlin versehen, so bekommt man ganz nebenbei Informatives über die Werke des Komponisten mit. 

Nach dem Prolog beginnt die Geschichte an Weihnachten 1937, als Irving im sommerlichen Beverly Hills zwischen Swimming Pool und Palmen arbeitet und sich nach New York sehnt. In Rückblicken wird nun die praktisch unerreichbar scheinende Liebesgeschichte zwischen ihm und Ellin Mackay erzählt. 

Ellin Mackay hält nicht viel von den Gesellschaften, an denen sie teilnehmen muss und nimmt nur widerwillig die Einladung zu einem Abendessen an. Doch ihr Tischnachbar erweist sich als intelligent, amüsant und erfrischend anders, als sie erst dachte - es ist Irving Berlin.  Ellin trifft sich mit ihm und verliebt sich schon bald. Doch ihr Vater und ihre Grossmutter sind nicht einverstanden mit dieser Liaison, denn ein Komponist wollen sie nicht an der Seite ihrer Tochter und Enkelin sehen. Komponisten führen sicherlich ein ausschweifendes Leben, ausserdem ist er 15 Jahre älter und Jude und somit ist eine Hochzeit mit einer irischen Katholikin der New Yorker High Society für ihn somit ausgeschlossen - so die Vorurteile von Ellins Vater. 

Spannend erzählt Michelle Marly von Ellins Gefühlen, ihrem Zwiespalt zwischen elterlichem Gehorsam, Familientreue und dem Ruf ihres Herzens folgen. Als Leser weiss man nie, wie ihre Geschichte am Ende ausgehen wird. Wenn ihr also nicht bereits mehr über Irving Berlin oder Ellin Mackays Biografie wisst, liest nichts nach, sondern lasst euch von "White Christmas" überraschen.

Mir gefiel, dass Ellin den Mut hatte, sich auf einer Reise nach Europa quasi abzusetzen und nach Israel zu reisen, um dort das Judentum besser kennen zu lernen, obwohl Irving nie in Israel lebte. Die Autorin zeigt hier, wie wenig die Gesellschaft damals über die Gemeinsamkeiten von Judentum und Christentum wusste und erklärt Dinge, die leider auch heutzutage vielen nicht bekannt sind. Mein Theologenherz hüpfte dabei. 

Die Geschichte dieser beiden interessanten und loyalen Menschen hat mir super gut gefallen, und ich kann mir sehr gut vorstellen, sie an einem Dezembertag kurz vor Weihnachten erneut zu lesen. Dann natürlich mit dem titelgebenden Lied in Dauerschleife. 

Fazit: "White Christmas" ist eine tolle Liebesgeschichte, wunderbar erzählt - die muss man in diesem Advent einfach lesen! 
5 Punkte. 

#litlovetalk Oktober 2020


Dieses Jahr haben wir euch jeweils am siebten Tag im Monat eine Frage zu Romanen, die von lit.love-AutorInnen geschrieben wurden, gestellt. 

Heute stellen wir euch und uns die aktuell letzte Frage. Vielleicht nehmen wir den #litlovetalk im nächsten Herbst wieder auf, mal sehen. Langfristig Pläne zu schmieden wird aufgrund der Pandemie auch die nächsten ein bis zwei Jahre noch schwierig. 


Oktober-Frage: 



Bei so vielen Büchern ist die Auswahl riesig. Und deshalb hab ich auch nicht nur eins, sondern zwei Lieblings-litlove-Cover:
 
 

Ich liebe Blumen, ich mag Holz und beides ist auf den ausgewählten Covers drauf. Beim einen ist sogar noch ein aufgeschlagenes Buch mit auf dem Bild - was braucht man also mehr als ein Buch, ein Tisch (und einen Stuhl) aus Holz, einige Pflanzen? Gut, noch was zu trinken, Mineralwasser, Kaffi oder Tee, das brauch ich auch. Aber das reicht mir dann um glücklich zu sein :-)  

"Der Zauber zwischen den Seiten" ist zudem auch mein Lieblingstitel, aber das wisst ihr ja bereits aus der Juni-Frage. 

Welche Cover gefallen denn euch am besten? Sind es Cover mit Pflanzen, Landschaftsbildern oder solche mit Menschen drauf, sind es Cover mit Fotos oder Zeichnungen? Ich bin gespannt auf eure Wahl! 

Welches Cover Susanne Edelmann am besten gefiel, findet ihr mit dem Klick auf ihren Namen heraus, Sophie und Larissa zeigen euch ihre Lieblingscover auf Instagram, einfach #litlovetalk eingeben, vielleicht findet ihr da noch weitere Antworten auf die heutige Frage. 

Gerade ist die Auswahl ja noch ein bisschen grösser, denn die lit.Love 2020 findet dieses Jahr doch noch statt: online! Schaut euch hier das Programm an, 25 Autorinnen sind dieses Jahr virtuell dabei. Darunter einige neue, die noch nicht auf unserer Autor*innen-Liste stehen, vielleicht entdeckt ihr von ihnen nicht nur schöne Cover, sondern auch tolle Romane. 

Ich bin dieses Jahr nicht dabei, aber ich wünsche euch schon jetzt ganz viel Spass! 



Damit es für euch einfacher ist passende Bücher zu finden, findet ihr hier die Autorennamen:



Freitag, 2. Oktober 2020

Krimi: Mord beim Diamantendinner von Eve Lambert (Jackie Dupont 2)

Klappentext:
London 1920: Während einer rauschenden Party in den goldgeschmückten Räumlichkeiten von Buckingham Palace wird eine kostbare Krone gestohlen. Das Königshaus ruft Jackie Dupont auf den Plan, Privatdetektivin mit Spezialgebiet Diamantenraub. Diese hat nicht nur eine Schwäche für tiefroten Lippenstift und edle Abendroben, sondern auch für äußerst eigenwillige Ermittlungsmethoden. So lädt sie alle Verdächtigen kurzerhand übers Wochenende in ein kleines Jagdschlösschen auf dem Land ein. Doch schon am ersten Abend bricht einer der Gäste tot zusammen – vergiftet! Und bald schwebt auch Jackie selbst in großer Gefahr.


Zuerst beim Fürst von Monaco, jetzt beim Prinz im Buckingham Palast - Jackie Dupont hat sich einen Namen gemacht im Diamanten aufspüren, deshalb wird sie nun gerufen, um einen Kronen-Diebstahl aufzuklären. 

Kurzerhand quartiert sie sich beim Duke of Surrey, bei Christopher, auch Kit genannt, ein. Seine Bediensteten freuen sich, dass die Duchess wieder zuhause ist - und nehmen sie auch als Jackie an. Wieso Kits Frau Diana Gould nach 9 Jahren wieder aufgetaucht ist und als Privatermittlerin Jackie amtet, wird leider auch in diesem zweiten Band nicht aufgelöst. 

Kit vermutet eine Persönlichkeitsstörung, die laut seinem Psychologen nach solch einer Tragödie wie dem Titanic-Untergang durchaus möglich sein könnte. Aber vielleicht spielt Jackie ja einfach ein doppeltes Spiel? Nachdem ihre Grossmutter Maria Dalton auch noch einige Tage in London weilt und sich manchmal nicht als so schwerhörig scheint, wie sie immer sagt, könnte das doppelte Spiel durchaus in der Familie liegen.

Der Fall um die verschwundene Krone erinnert an Krimis von Anne Perry: ein Raum, viele Verdächtige. Und es wird spannend, denn es bleibt nicht beim Diebstahl, einige der Beteiligten sind sich ihrer Leben auf einmal nicht mehr sicher. Etliche Verstrickungen untereinander machen es für einmal auch Jackie schwer, herauszufinden was tatsächlich geschah. 

"Mord beim Diamantendinner" unterhält auf eine besondere Art, denn Jackie übertreibt einfach alles. Ihre "Memoiren", also Kapitel, die aus ihrer Sicht geschrieben sind, wechseln sich mit der allgemein erzählten Geschichte ab. Manchmal wurde ich bei Jackies Gedankengängen ungeduldig, die hätte ich nicht ganz so ausführlich besser gefunden. 

Am besten hat mir Kit gefallen, der Arme hat einerseits seine Frau zurück und andererseits doch nicht. Genauso fühlt er sich auch: manchmal hat er genug und findet, Jackie soll mit ihrem Spiel endlich aufhören, dann wiederum ist er einfach nur froh, dass Diana in Gestalt von Jackie da ist und kann über ihre Sperenzien hinweg sehen. Immerhin ermittelt er quasi Schulter an Schulter mit Jackie und ist ihr nahe. 

Es ist ein unterhaltender zweiter Teil, mit ein paar Längen und auch wenn mir das Setting in Monaco besser gefallen hat - in London sind einfach schon viel zu viele Krimis angesiedelt. Deshalb hoffte ich im Stillen, dass Jackie nur in Monaco ermittelt, denn diese Verbindung hat den ersten Band unter anderem so speziell gemacht. 

Fazit: Bereit für Ermittlungen im Kronenraub? Jackie Dupont ist es und bringt ganz nebenbei auch einen Serienmörder zu Fall. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Mord beim Diamantendinner

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Vorschau: Neuzugänge und Neuerscheinungen im Oktober 2020

  

Willkommen Oktober

nicht nur in der Natur, auch büchermässig rascheln die Blätter im Oktober. Neben einigen Folgen der Bunburry-Reihe warten bei mir zuhause bereits folgende Bücher aufs gelesen werden - am Samstag soll es heftig regnen, ideal also für einen gemütlichen Lesenachmittag auf dem Sofa:




Interessante Neuerscheinungen im Oktober 2020:

    

   

  

"Isola Mortale" gehört eigentlich auch zu den Neuerscheinungen, aber da ich es bereits hier habe, habe ich es oben eingeordnet. Erfreulicherweise sind  gleich fünf Krimis dabei, davon habe ich dieses Jahr viel zu wenig gelesen. Eigentlich freue ich mich auf alle der gezeigten Bücher, aber am meisten freue ich mich auf "Das Lächeln der Libellen", "Baskische Tragödie" und den dritten Teil der Schokoladenvilla "Zeit des Schicksals". 

Sehr gespannt bin ich auch auf den neuen Peter Grant - die Serie hat neue Cover bekommen, ich muss mich erst noch dran gewöhnen, denn ich fand die alten Cover viel schöner - und auf einen neuen Kanada-Krimi "Dunkle Wolken über Alberta". Habt ihr von dem schon mal gehört?

Welche Bücher von meiner Liste interessieren euch, stehen die vielleicht auch auf eurer Liste und welche Bücher wollt ihr im Oktober sicherlich lesen? 

Geniesst das Blätterfallen und das Blätterrauschen im Oktober - habt einen guten Monat!