Sonntag, 7. März 2021

Die Verlorenen von Stacey Halls

Klappentext:
London 1754: Die junge Bess Bright, die in bitterer Armut, im Schlamm und Dreck des Londoner Hafens aufgewachsen ist, findet sich von einem Moment zum anderen in einem Alptraum wieder. Vor sechs Jahren musste sie ihre gerade zur Welt gekommene Tochter Clara ins Waisenhaus geben, außerstande, sie zu ernähren. Jetzt, da sie Clara endlich zu sich holen kann, sagt man Bess, dass ihre Tochter schon längst abgeholt wurde. Aber von wem? Im Kampf um Clara muss Bess die gesellschaftlichen Schranken ihrer Zeit überwinden.




"Die Verlorenen" ist mir in der Verlagsvorschau bereits aufgefallen - kein Wunder bei dem Cover! Aber ich entschied mich, ihn nicht diesen Frühling zu lesen. Irgendwann mal vielleicht, denn das Thema sprach mich nicht wirklich an. Doch dann bekam ich die Printausgabe vom Verlag zugeschickt und später noch das eBook. Da ich es nun doch zuhause liegen hatte, wollte ich nur kurz mal reinlesen. 

Und ich wurde überrascht. Von der ersten Seite an hat mich Autorin Stacey Halls mitgerissen. Die Geschichte von Bess Bright, die ihr Baby aufgrund ihrer Lebensumstände im Findelhaus abgibt, hat mich gepackt. 

Wie Bess mit sich gerungen hat, das Baby abzugeben, obwohl das damals in ihrem Stand üblich war. Und dann, sechs Jahre später, wie gross ihre Enttäuschung war, als sie ihre Tochter nach abholen wollte, denn endlich hatte sie - hoffentlich - genügend Geld angespart, um das Kind abzulösen, und sie mitgeteilt bekam, dass Clara schon abgeholt wurde. Was danach passierte? Lest es selbst!

Die Autorin lässt uns hinter viele Häusermauern, Wohnsituationen, Familienschicksale und Gesellschaftsschichten blicken, und zeichnet ein eindrückliches Bild von London im 18. Jahrhundert. Sei es das Waisenhaus, das Leben als Krabbenverkäuferin, Kleiderverkäuferin, Fackelträger, Arzt, als reiche Witwe - und nicht zuletzt auch von einem Kind, das alles und trotzdem nichts hat. 

Die Geschichte von Bess Bright und ihrer verschwundenen Tochter grundiert auf einer aussergewöhnlichen Idee - solche tollen Geschichten, die man nicht schon hundertmal gelesen hat, mag ich ja eh generell total gerne. 

Ich war aber auch mächtig gespannt auf das Ende, denn das hätte voll in die Hose gehen und den Roman zerstören können. Egal, welches Ende Stacey Halls sich ausgedacht hätte, aus dieser Geschichte einigermassen glaubhaft rauszukommen war nicht leicht zu bewältigen. Es durfte also weder zu kitschig noch zu tragisch sein - das ist der Autorin gelungen, obwohl mir das alles fast ein bisschen zu schnell ging und ich zwischendurch gerne noch ein bisschen mehr über Bess Empfindungen gelesen hätte. Aber wie gesagt, das Ende steht auf des Messers Schneide, es war ein schwieriges Unterfangen.

"Die Verlorenen" wird mir auf jeden Fall noch lange in Erinnerung bleiben, für mich ist es einer der besten historischen Romane der letzten Jahre. 

Da ich mir den Krabbenhut von Bess nicht vorstellen konnte, hab ich nach einem Bild gesucht. William Hogarth hat diesen Hut in "Die Krabbenverkäuferin" gemalt. Interessant fand ich, dass gegen Ende des Romans ein anderes Bild von ihm erwähnt wird, welches ich mir dann auch gleich angeschaut habe - und muss sage, es passt wirklich perfekt. Dr. Mead hat es treffend ausgewählt. 

Fazit: Das berührende Schicksal zweier Frauen und einem Kind fasziniert erzählt. Absolut lesenswert!
5 Punkte. 



Samstag, 6. März 2021

Der kleine Brunnen der guten Wünsche (Herzbach 3)

Klappentext:
Die Herzbacher Buchhändlerin Amelie ist beunruhigt. Im Fieber vertraut ihr Großvater ihr ein unglaubliches Geheimnis an, dessen Spuren im Herzbacher Wald verborgen sind. Ausgerechnet jetzt wird dort eine kostbare römische Münze entdeckt. Archäologen wollen den Fund vor Ort untersuchen. Für Amelie steht fest: Sie muss zusammen mit den Dorfbewohnern eine Ausgrabung verhindern. Doch dabei hat sie die Rechnung ohne den charmanten Archäologen Kai gemacht, der ihr Herz ganz schön aus dem Takt bringt.




Im dritten Band der Herzbach-Serie sind wieder zwei Frauen aus Herzbach in Szene gesetzt. Nachdem ein Mädchen im Wald eine römische Münze findet, kommen die beiden ins Spiel. 

Da dieser Wald Alexander Hoven gehört, ruft er seine ehemalige Schulfreundin an, Archäologin Hannah, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Hannah hat keine guten Erinnerungen an Herzbach, denn als sie vor Jahren Jascha und Herzbach verliess, wird über sie getuschelt - allen voran Biene. Deshalb freut sich Hannah gerade gar nicht, dass sie sich zusammen mit ihrem guten Freund Kai das Fundgebiet ansehen soll. 

Buchhändlerin Amelie - beste Freundin von Nadine, die mit Jascha zusammen ist - ist ebenfalls nicht erfreut, dass im Wald gegraben werden soll. Einerseits möchte sie nicht, dass Jascha sich von Nadine trennt, da er angeblich Hannah nie vergessen habe, andererseits hat ihr Grossvater im Fieberwahn von einer heissen Sache, die sich im Wald befinden soll, erzählt. 

Amelie steigert sich in etwas rein, das mir gar nicht gefallen hat. Zudem zieht sie weitere Herzbacherinnen mit in die Sache rein. Dass sie ihren Grossvater schützen möchte, das verstehe ich noch, doch wenn sie nur hartnäckig genug gewesen wäre und mit ihm oder Ava (die mittlerweile zurückgekehrt ist) gesprochen hätte, hätte sich die Sache aufgelöst. Dasselbe in der Jascha-Sache - statt hintenrum direkt fragen und alles wäre geklärt. 

Leider ist die ganze Amelie-Story auf diesen beiden Dingen - irgendetwas ahnen und deshalb doofe Dinge tun, anstatt mit zwei Gesprächen die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen - aufgebaut. Ich mag sowas gar nicht. Es ist auch nicht nötig, dass sich AutorInnen solcher, sagen wir mal, "Missverständnissen" bedienen. Janina Lorenz selbst hat es in den ersten beiden Bänden bewiesen.

Die Geschichte an sich wäre auch ohne ausgekommen. Sehr gut sogar. So ist es auch kein Wunder, dass mir Hannahs Erzählstrang viel besser gefallen hat, als jener von Amelie. 

Die Liebesverstrickungen waren sehr voraussehbar, aber egal, der Roman war trotz allem in einem Abend ausgelesen. 

Fazit: Bis auf meine Kritikpunkte ein netter Unterhaltungsroman.
3.5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 4: Der kleine Garten zum Verlieben (ET 31.05)

Donnerstag, 4. März 2021

Top Ten Thursday 04.03.21 - Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit N beginnt

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer). Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 




Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem N anfängt 
(zur Not auch Vorname)

Leider habe ich bei meinen gelesenen Büchern und auf meinem SuB nur gerade drei Autorinnen entdeckt, deren Nachname mit N beginnt. Deshalb musste ich auf die Vornamen ausweichen, da hatte ich eine wesentlich bessere Auswahl. 



Maria Nikolai hat die Schokoladenvilla-Trilogie geschrieben, von Robin Neeley ist "Sweet like you" im Herbst erschienen, Band 2 kommt Mitte Monat. Andrea Nagele ist eine Krimiautorin, deren Bücher leider noch auf meinem SuB warten.




 

Bei den N-Vornamen hab ich mich für Natasha Korsakova entschieden, die Krimis schreibt, die in Rom angesiedelt sind und mit klassischer Musik zu tun haben, z.B. "Tödliche Sonate". Weiter gehts mit Krimis, wir bleiben in "Taxi criminale" von Nora Venturini in Rom. Von dort gehts weiter nach Kreta, "Kretische Feindschaft" von Nikos Milonas geniessen. In Frankreich gibt es ein "Soufflé zum Sterben" von Noel Balen. Jetzt noch rüber nach Irland zu Niamh Greene mit "Coco und das Geheimnis von Glück", dann nach Deutschland mit Nele Jacobsen in den "Rosengarten am Meer" und zuletzt suchen wir mit Nadine Pungs "Das verlorene Kopftuch" im Iran.

Habt ihr 10 Autor*innen-Nachnamen, die mit N beginnen, gefunden? Oder musstet ihr wie ich auch auf die Vornamen ausweichen?


Mittwoch, 3. März 2021

Die Rosen von Fleury von Jean Remy

Klappentext:
Das verträumte «Rosenstädtchen» Fleury-sur-Azurain im Périgord erwacht jäh aus seinem Dornröschenschlaf, als es von immer mehr Brautpaaren als romantische Location für ihre Hochzeit entdeckt wird. Der «Heiratsboom» ist vielen Bewohnern hochwillkommen, nicht aber der Landadelsfamilie Bricassart im Château auf dem Hügel über der Stadt. Auch die junge Engländerin Emily landet eines Tages in Fleury – nicht, um zu heiraten, sondern um das Erbe ihrer Tante anzutreten: ein heruntergekommenes Manoir. Warum nicht ein kleines Hotel für frisch verheiratete Paare daraus machen? Doch vom Schloss ziehen dunkle Wolken heran, die nicht nur Emilys großes Projekt gefährden, sondern auch ihre sich stürmisch entwickelnde Liebe zu Jean-Luc, dem Sohn des Barons.


Lasst euch nicht vom Titel in die Irre leiten, denn mit "Die Rosen von Fleury" - sind nicht etwa Rosen, die im Rosarium des Schlosses wachsen, sondern die Damenwelt von Fleury gemeint. Insbesondere die Engländerin Emily, die ein Manoir von ihrer Tante erbt, und Isabelle, die Papeteristin von Fleury. 

Als Emily zur Testamentsverlesung nach Fleury kommt, freunden sich die zwei Jugendfreundinnen wieder an, die stille leise Isabelle und die quirlige Journalistin Emily. Zusammen planen sie die Renovation der geerbten Villa, die Emily zu einem kleinen Hotel umbauen möchte. 

Unterstützt werden sie dabei von ihren Freunden aus dem Städtchen, Floristin Rosalie, Bäckerin Valerie und Wirtin Adèle. Sogar Leonie und Laura, die Töchter des Barons finden das Projekt toll. Leonies und Lauras Bruder Jean-Luc ist fast schon ein wenig neidisch, denn er würde das Familienschloss auch gerne renovieren, doch die Eltern wollen das nicht. Und bald findet die Baronesse noch mehr, wofür sie dagegen ist, als sie merkt, dass Jean-Luc sich in Emily verliebt hat. 

Die vor sich hin plätschernde Handlung wird von einem Erzähler beschrieben, deshalb bleibt auch der Leser in einer beobachtenden Position und somit auf Abstand zu den Geschehnissen des Romans. Es fehlt Pep in dieser ausdruckslosen Story. 

Anstatt das Buch wie gedacht in zwei Tagen auszulesen, sass ich mehrere Tage dran. Abends vor dem Schlafen geriet ich nie in Versuchung noch ein (oder mehrere) Kapitel anzuhängen, und morgens stand ich lieber auf, trotz Ferien, anstatt noch eine halbe Stunde im Bett zu lesen. Allzu oft erging es mir wie Emily: "Ende des Kapitels, dachte sie. Doch der Roman ist noch nicht zu Ende." (Tolino S. 243/378) 

Der Schreibstil passt zwar zum Adel und zum Schloss, aber er kann keine Sympathien rüberbringen. Der- oder diejenige, der/die sich hinter dem Pseudonym Jean Remy verbirgt, legte zu viel Augenmerk auf schön geschliffene Sätze, und vergass dabei Wärme an die Leserschaft zu vermitteln.

Fazit: Die Geschichte hätte theoretisch Potential, aber wohlklingende Worte allein reichen nun mal nicht, der Story Gefühle und Leben einzuhauchen.
3 Punkte. 



Montag, 1. März 2021

Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im März 2021

Die grosse Frage im März lautet: Wann soll man die Neuerscheinungen alle lesen? 

"Netterweise" haben gewisse Verlage ein bisschen nachgeholfen: Einige Termine wurden, teilweise sehr kurzfristig, auf April (z.B. Mord im Burgund, Der tote Rittmeister) oder Ende Juni (z.B. "Wildblumenzauber von Anne Töpfer) verschoben. Deshalb musste ich diesen Beitrag ein paar Mal editieren, obwohl ich ihn im Januar so schön vorbereitet hatte 😉 


Einige der Titel hab ich schon im Februar bekommen, zwei davon habe ich bereits im Februar gelesen. Die Rezensionen dazu gibts dann pünktlich zum ET. 

Ausser bei "Die Verlorenen" von Stacey Halls. Ich hab den Roman in der Vorschau gesehen, aber da mich das Thema nicht interessiert, schaffte er es nicht auf meine Listen. Nun wurde er mir aber als Überraschung zugeschickt. Das Cover ist hübsch anzusehen, aber ob die Geschichte lesen werde, weiss ich noch nicht. Vielleicht mal, wenn ich an das eBook rankomme.   

März-Neuheiten, die ich bereits erhalten habe:




Obwohl Titel verschoben wurden, andere bereits im Februar bei mir ankamen, bleiben immer noch 20 Neuerscheinungen auf meiner Wunschliste. Einige davon hab ich vorbestellt und so sind die ersten zwei in der Liste heute Morgen bereits auf meinem Reader gelandet. Andere Vorbestellungen wie z.B. Macomber, Linfoot, Neeley, Gold und Cox werden folgen.

Interessante Neuerscheinungen im März 2021:




 




 

Neben meinen Vorbestellungen bekomm ich einige der Titel als Rezensionsexemplare. Und andere wiederum bleiben vorerst auf der Wunschliste, im Laufe des Jahres werde ich mir diese Wünsche vorzu erfüllen. Im März werde ich aber auch wieder versuchen mindestens einen Titel der #12für2021-Challenge zu lesen und vielleicht drei oder vier Bücher von meinem SuB. 

Am meisten freue ich mich auf den Anne Barns-Roman "Bernsteinsommer" - habt ihr das neue Cover im alten Stil bemerkt? - und den letzten Teil der Inselgärten-Trilogie "Die Träume der Bienen" von Patricia Koelle

Besonders gespannt bin ich allerdings auf "Klaras Schweigen" von Bettina Storks. Die Geschichte kenne ich im Grossen und Ganzen bereits, denn ich war Testleserin, doch nun bin ich sehr neugierig auf die finale Version! Der Roman ist toll, soviel kann und darf ich jedenfalls schon sagen 😊

Auf welche März-Titel freut ihr euch am meisten? Stehen dieselben Titel auf eurer März-Liste oder habt ihr eine andere Auswahl getroffen? Habt ihr die Verschiebungen mitbekommen oder wurdet ihr, wie ich bei einem der Titel, auch kalt erwischt?







Sonntag, 28. Februar 2021

Lesebiografie und Monatsrückblick Februar

Was für ein Monat! Erst haben wir tagelang Schnee, dann Tage bei denen die Temperaturen tagelang in den Minusgraden lagen und mit Nächten um die -12° tatsächlich eiskalt waren. Und kurz darauf das schönste Frühlingswetter mit 15°. 


Perfekterweise kam das Frühlingswetter gerade in der Sportferienwoche. Da war ich in Tel Aviv und in der Provence und konnte mich über den Duft von Rosmarin, Thymian, Lavendel und Jasmin erfreuen. 

Allerdings "nur" auf meinem Balkon und nicht real. Da unsere Sportferien-üblichen-Besuche im Solebad und in Museen wegen dem Lockdown wegfielen, freute ich mich umso mehr über das schöne Wetter. Ich konnte also nicht nur nachts länger lesen, sondern morgen auch ausschlafen und gemütlich im Bett noch einige Seiten oder Kapitel lesen, bevor ich den Tag begonnen habe und mir erst noch Nachmittags eine Stunde Lesepause auf dem Balkon gönnen. Am Anfang zumindest, wie das in den letzten Tagen war, erzähl ich euch weiter unten.

Deshalb ist es kein Wunder, dass ich im Februar 18 Bücher gelesen habe. Was ich auch so toll finde, ist, dass mir bis auf zwei Bücher alle gut bis super gut gefallen haben. Das ist bei solch einer grossen Anzahl ja nicht selbstverständlich. 

3 Punkte:
- Erdbeerversprechen von Manuela Inusa (Kalifornische Träume 4) 
- Die Rosen von Fleury von Jean Remy (ET: eBook 01.03, Print 23.03)

4 Punkte:
- Der Messias kommt nicht von Alfred Bodenheimer (Rabbi Klein 3) 
- Ihr sollt den Fremden lieben von Alfred Bodenheimer (Rabbi Klein 4) 
- Im Tal der Gebeine von Alfred Bodenheimer (Rabbi Klein 5) 
- Der böse Trieb von Alfred Bodenheimer (Rabbi Klein 6) 
- Die Frau von Montparnasse von Caroline Bernard (Simone de Beauvoir / MFzKuL 17) 
- Der Blumenladen der guten Wünsche von Lena Hofmeister 
- Der kleine Ort zum Glücklichsein von Janina Lorenz (Herzbach 1) 
- Der kleine Chor der grossen Herzen von Janina Lorenz (Herzbach 2) 
- Das kleine Hotel in der Provence von Marion Stieglitz 
- Lavendeltage in der Auberge de Lilly von Marion Stieglitz (ET 15.3)
- Die letzte Sünde von Katharina Höftmann (Assaf Rosenthal 1)
- Kalter Hummer von Catherine Simon (Leblanc 5) 

5 Punkte: 
- Tod auf dem Campus von Emma Goodwyn (Beefeater John Mackenzie 9)
- Die Buchhandlung zum Glück von Susann Wiggs 
- Wie sagt man ich liebe dich von Claudia Winter  
- Der Horizont in deinen Augen von Patricia Koelle (Ostseetrilogie 3) 


Darunter waren einige SuB-Bücher und eins von der #12für2021-Liste. "Blöderweise" war dies der erste Teil einer dreiteiligen Krimiserie und jetzt will ich natürlich die beiden anderen Bände auch noch lesen. Ich hab sie mir schon über Skoobe und die Onleihe besorgt, es ist die "Assaf Rosenthal"-Reihe von Katharina Höftmann. 

Die Onleihe musste mir auch sofort helfen, als ich "Lavendeltage in der Auberge de Lilly" zu lesen begonnen habe. Auf den ersten Seiten erfuhr ich, dass es über Lillys Hotel bereits einen Roman gibt und so legte ich die Lavendeltage auf die Seite und gönnte mir erst "Das kleine Hotel in der Provence". Es hat sich gelohnt, beide Romane gefielen mir gut. Die Lavendeltage erscheinen Mitte März, ihr hättet also auch noch Zeit den ersten Band zu lesen :-) 

Das eine Buch, von dem ich enttäuscht wurde, ist "Erdbeerversprechen". Ich empfand es nicht als Frauenroman, sondern als Jugendroman. Leider wurde nirgends erwähnt, dass die Teenies die Hauptrollen inne haben und nicht die Erwachsenen. Ich hab jahrelang als Jugendarbeiterin und Lehrerin gearbeitet und habe nun selbst eine Teenietochter, deshalb hatte ich weiss Gott mehr als genug Teeniedramen in meinem Leben und will sowas nicht lesen. Es ist was anderes, wenn es zwischendurch mal kurz um die Kinder der Protagonisten geht, aber nicht wenn sich der ganze Roman um die Teenies dreht und die Erwachsenen nur Beiwerk sind. Auch sprachlich konnte mich der Roman nicht überzeugen. 

Umso mehr aber andere Romane, von denen ich es gar nicht erwartet habe, etwa "Der Blumenladen der guten Wünsche" und natürlich der letzte Teil der Ostseetrilogie. Die Sätze und Worte hüllen dich ein wie ein warmer Wollschal - so macht Lesen Spass!

Weitere Highlights waren auch die beiden Romane "Wie sagt man ich liebe dich" und "Die Buchhandlung zum Glück", sowie der Krimi "Tod auf dem Campus". Wer Nele Pollatschek gelesen hat, bekommt in "Tod auf dem Campus" die praktische Umsetzung geliefert. 

Krimis hab ich einige gelesen im Februar, die "Rabbi Klein"-Serie hab ich beendet, den neuesten Band rezensiert und die vorherigen fünf Bände als Serie vorgestellt. und mit "Kalter Hummer" nun noch den fünften Leblanc-Band gelesen. Der war erstaunlich gut, nachdem mir vor Jahren der vierte Band gar nicht gefiel. 

Zu diesem Krimi musste ich greifen, weil die vorherige Lektüre sich als Kaugummi erwies: "Die Rosen von Fleury" erscheint morgen am 1.März als eBook, ab 23.März ist die Printausgabe erhältlich. Anstatt wie gedacht in zwei Tagen ausgelesen, sass ich vier Tage dran und ich hatte weder Abends Lust weitere Kapitel anzuhängen noch Morgens welche zu lesen. Wieso das so war, erzähl ich euch in meiner Rezension, die in den nächsten zwei Tagen online geht.

Aktuell lese ich gerade "Wenn es Nacht wird am Lago Maggiore" von Bruno Varese, vielleicht beende ich es sogar noch vor Mitternacht, ansonsten lese ich die letzten Kapitel im März :-)


Wie sah euer Lese-Februar aus? 
Welche Bücher haben euch gefallen, welche enttäuscht?
Haben wir welche gemeinsam? 


Samstag, 27. Februar 2021

Der kleine Chor der grossen Herzen von Janina Lorenz (Herzbach 2)

Klappentext:
Helle Aufregung in Herzbach! Der Chorwettbewerb »Hast du Töne?« winkt mit einem hohen Preisgeld. Das kleine Dorf im Münsterland hat zwar keinen Chor, dafür aber ein Gemeindehaus, das dringend renoviert werden muss. Yogalehrerin Sara und Pianist Marvin trommeln die Bewohner zusammen. Aber als alle gemeinsam die ersten Töne anstimmen, wird schnell klar: Wenn sie gewinnen wollen, brauchen sie Unterstützung. Journalistin Sophie war in ihrer Kindheit ein musikalisches Wunderkind, doch nach einem tragischen Vorfall hat sie ihre Karriere als Violinistin aufgegeben. Ob sie helfen kann? Die Zeit drängt – und zu allem Übel bringen Streitigkeiten unter den Sängern das ganze Projekt in Gefahr. 


Ich nehms vorweg: auch im zweiten Band ist Ava noch nicht zurück gekehrt, Ellie und Ava tauchen hier gar nicht auf. Hier geht es um Sara, die man in "Der kleine Ort zum Glücklichsein" bereits kennenlernte. Neu dazu kommt Sophie, die in Herzbach wohnt und hier aufgewachsen ist. 

Sara liebt Yoga und möchte gerne Kurse geben. Doch ihr fehlt noch ein passendes Studio. Da in Herzbach das alte Kirchgemeindehaus leer steht, möchte sie es gerne nutzen. Doch die Renovationskosten sind viel zu hoch. Da kommt sie auf die Idee einen Chor zu gründen, denn das Preisgeld würde genau den Renovationskosten entsprechen. 

Eine spleenige Idee, denn Sara hat keine Ahnung von Chorleitung. Sie liest sich alles an, aber so richtig funktioniert das in der Praxis nicht, und sie kann auch die Streitereien einiger Chormitglieder untereinander nicht abstellen. Da bekommt sie unerwartet Hilfe von Sophie. Die Journalistin soll eh für ihre Zeitung einen Bericht über den Chorwettbewerb schreiben, da könnte sie das gleich verbinden. Aber Musik wollte sie nie wieder machen. 

Was alles hinter Sophies Abneigung steckt, wird in "Der kleine Chor der grossen Herzen" toll erzählt. Ob das mit dem Singen schlussendlich was wird, und ob Sara und Sophie vielleicht nicht nur die Liebe zur Musik (wieder-)finden, sondern ganz eventuell auch die Liebe fürs Leben, erfährt ihr beim Lesen dieses zweiten Bandes der Herzbach-Serie. 

Dieser Band bietet ein bisschen mehr Abwechslung und Spannung als der erste Band. Dass Sara mit der Chorgründung sehr blauäugig agiert, wäre neben Ellies und Avas Abwesenheit etwa mein einziger Kritikpunkt, aber das mit der gspinnerten Idee weiss Sara selbst. 

Fazit: Die Geschichte um den Chor der grossen Herzen hat mich wunderbar unterhalten. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 4: Der kleine Garten zum Verlieben (ET 31.05)