Nach einem internen Ermittlungsverfahren hätte man DC Smith bei der Polizei von Norfolk gern in Rente geschickt. Zu alt, zu eigensinnig, zu charakterstark befand man, doch Smith lebt für seinen Beruf und schert sich wenig darum, was seine Vorgesetzten gern hätten. Er bekommt einen Routinefall zugeteilt – der Unfalltod eines Siebzehnjährigen –, doch was sich da vor Smith eröffnet, ist nichts weniger als die Frage nach Recht oder Gerechtigkeit.
DC Smith ist ein Ermittler, der einen bemerkenswerten Spürsinn beweist und der, einmal angebissen, sich in einen Fall festbeisst.
So auch, als er bei seiner Rückkehr in den aktiven Dienst einen anscheinenden Unfall mit Todesfolge nur kurz überprüfen soll, um in ad acta zu legen. Die gerichtsmedizinische Assistentin Olive Markham jedoch findet eine merkwürdige Einkerbung auf einer Wunde, die auch DC Smith aufhorchen lässt.
Doch Smith muss aufpassen, dass er keine schlafenden Hunde weckt, insbesondere da ihm nur der neue Praktikant, Chris Walters, zu Hilfe steht. Smith beweist aber auch hier sehr viel Gespür, um ihn später so gut wie möglich zu schützen.
Chris ist der Sohn eines ehemaligen Mitarbeiters von Smith, was er zuerst verheimlicht. Chris ist klug und kann vieles, was Smith nicht gerne mag: moderne Technik zum Beispiel. Smith schreibt seine Aufzeichnungen nach wie vor ins Notizbuch. Und das gleich doppelt: einmal in jenes im Büro und abends zuhause in Ruhe in das zweite Notizbuch - wahrscheinlich wird im dies eines Tages noch zugutekommen.
Auf sein altes Team konnte Smith sich verlassen. Aber da er sich nach einem Einsatz, bei dem nicht alles nach Plan lief, zurückversetzen liess, ist nun seine ehemalige Mitarbeiterin DI Alison Reeve seine Vorgesetzte, zum Team gehören noch DC John Murray und Maggie Henderson. Smith's früherer Partner Paul Harrington hat sich gar in einen kleineren Ort versetzen lassen, doch hilft immer noch gerne, wenn er kann. Was damals genau passiert ist, erfährt man nur in Andeutungen, demzufolge hatte John Wilson, der mit etwa zwei Weggefährten eher Unwesen treibt, anstatt korrekt zu arbeiten, etwas damit zu tun.
In diesem Fall ist es aber nicht Wilson, der Smith bei der Arbeit beschränken will. Andere "Organisationen" sind aufmerksam geworden, dass ermittelt wird. Denn der Unfalltod des 17jährigen Schülers ist quasi nur ein Nebeneffekt von etwas Grossem. Um was es tatsächlich geht, bröselt Autor Peter Grainger langsam und plausibel auf.
Ich freue mich, dass in diesem Jahr gleich auch noch Band 2 und 3 erscheinen und man sich somit so richtig einlesen kann in diese neue Krimireihe. Im ersten Band wird ja immer das ganz Personal vorgestellt, weshalb die Kriminalfälle eher weniger Platz einnehmen. In "Ein unglücklicher Tod" ist es trotz viel Personal einigermassen ausgewogen. Dafür lernt man Smith recht gut kennen, auch dank Chris Walters Hartnäckigkeit. Man spürt, dass die beiden ein gutes Team abgeben werden, das Urgestein und der Grünschnabel.
Die Reihe um DC Smith reiht sich ein in die britischen Krimiserien, bei denen die klassische Detektivarbeit im Vordergrund steht.
Fazit: Dieser erste Band macht neugierig auf mehr von DC Smith und Chris Walters.
4 Sterne.
Reihenfolge:
Band 1: Ein unglücklicher Tod
Band 2: Gnade vor Recht (ET 23.09.26)
Band 3: Nach menschlichem Ermessen (ET 09.12.26)












































