Mittwoch, 25. Januar 2023

Wo du das Glück findest von Jana Lukas (Die alte Schule am See 2)

Klappentext: 
Für Jule Hansen ist der Einzug in das alte Schulhaus am Starnberger See ein wahrer Segen und der perfekte Start für ihren neu gegründeten Concierge-Service. Jule liebt es, Dinge in Ordnung zu bringen – kaputte Kaffeemaschinen ebenso wie die Leben ihrer Mitmenschen. Genau dafür mögen ihre Kunden sie. Bis auf den Unternehmer Christian Thalbach, mit dem sie wegen jeder Kleinigkeit aneinandergerät. Doch nach einem Unfall ist er plötzlich auf Jules Hilfe angewiesen. Was als ständiges Kräftemessen zweier Streithähne beginnt, entwickelt sich zu einem Sommer, der Jules Gefühlswelt auf den Kopf stellt. Bis ein Geheimnis um Christians Vergangenheit ans Licht kommt, das ihr das Herz bricht. Und diesmal wird es weit mehr als Jules Allzweckwaffe Sekundenkleber brauchen, um die Scherben wieder zusammenzufügen.


Selbst ist die Frau, denn Jule kann alles. Ausser kochen. Und sie kann nirgends vorbei gehen, ohne lockere Schrauben, nicht schliessende Türen oder was ihr sonst gerade Kaputtes auffällt, zu reparieren. Auch bei ihrem aktuellen Kunden, Christian Thalbach, kann sie es nicht lassen. Der ist aber nicht etwa erfreut über diese schnelle unkomplizierte Hilfe, sondern lässt seinen Ärger darüber, dass er die Reparatur selbst hat schleifen lassen, an Jule aus. Es bleibt nicht bei diesem Vorfall, die beiden geraten ständig aneinander. Als Christian sich verletzt und er Jule öfters braucht als bisher, müssen beide über ihren Schatten springen. 

Als ob Jule nicht schon mehr als genug zu tun hat, steht plötzlich ihr 16jähriger Bruder bei ihr vor der Türe, der den Sommer bei ihr am Starnberger See verbringen will. Zum Glück helfen ihre Mitbewohner Felicia, Ben und Lina kräftig mit, den Teenager zu beschäftigen, trotzdem sorgt er für einige Turbulenzen. 

"Wo du das Glück findest" ist der zweite Band der Trilogie, und es macht wieder richtig Spass, die "Alte Schule"-WG zu besuchen. Es ist, als ob man selbst für einige Tage im alten Schulhaus zu Gast ist, die gemeinsamen Grillabende geniesst und auch sofort mithelfen würde, wäre Not am Mann. 

Am liebsten hätte ich gleich in Band 3 weiter gelesen, um mehr über Lina zu erfahren, und natürlich zu sehen, was sonst noch so läuft im alten Schulhaus.

Fazit: Während Jule und Christian lange brauchen, um sich wohl zu fühlen, wenn sie sich gemeinsam in einem Raum aufhalten oder in der Nähe des anderen sind, fühlt man sich als Leserin sofort wohl in ihrer kurzweilig erzählten Geschichte.  
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 3: Wo die Liebe dich küsst

Dienstag, 24. Januar 2023

Auf den Spuren der Königin von Clare Marchant

Klappentext: 
London, 1584: Der gehörlose Thomas kehrt zwanzig Jahre nach seiner Flucht nach Frankreich zurück in seine Heimat. Aufgrund seiner Kenntnisse der Heilkunde beginnt er, als Apotheker am Hof von Königin Elizabeth I. zu arbeiten. Schon bald wird der Königin klar, dass Thomas stets unterschätzt wird, denn niemand rechnet damit, dass er Lippenlesen kann. Deshalb ist er perfekt dafür geeignet, geheime Gespräche mitzuhören – und für sie herauszufinden, was ihre Widersacherin Mary, Queen of Scots, im Schilde führt. Einige Jahrhunderte später wird die junge Mathilde nach England gerufen. In Lutton Hall, dem Haus, das nun unerwartet ihr gehören soll, verstecken sich einige Geheimnisse, die nicht nur Mathildes Vergangenheit, sondern auch die Geschichte des Landes in neuem Licht erscheinen lassen.


Nach dem hervorragenden Debüt "Die Frauen von Saffron Hall" der Autorin konnte ich ihrem zweiten Roman einfach nicht widerstehen. 

Thomas, den ich bereits aus Saffron Hall kenne, ist nun erwachsen und kehrt 1584 nach England zurück. Am Hof von Königin Elizabeth I. findet Tom schnell eine Anstellung als Apotheker. Dort verliebt er sich nicht standesgemäss. Heimliche Treffen sind kaum möglich und seine Gehörlosigkeit macht es ihm noch schwerer, als die Sache eh schon ist. Doch seine Beeinträchtigung kann auch von Vorteil sein - so denken einige Verantwortliche am Hofe, allen voran Lord Walsingham, der Thomas als Spion einsetzt. Ein gefährlicher Job, denn es gilt herauszufinden, was die Anhänger der schottischen Königin Mary Stuart planen, um Elizabeth vom Thron zu stürzen.

440 Jahre nach Thomas kommt Mathilde nach England. Sie erbt das Haus ihres erst kürzlich verstorbenen Vaters - sie und ihre Mutter dachten, er wäre bereits bei Mathildes Geburt gestorben. Als Weltenbummlerin fällt es Mathilde schwer, sich vorzustellen an einem fixen Ort zu wohnen und weiss erst gar nicht, was sie mit dem grossen Haus zukünftig machen soll. In der Kapelle hinter dem Haus findet sie ein verstecktes Triptychon und fühlt eine Verbindung, nicht nur in ihren Träumen - nun ist sie neugierig und versucht mit Hilfe eines Kunstverständigen herauszufinden von wann und wem dieses Gemälde stammt.

Autorin Clare Marchant führt auch in diesem Roman in die Tudor-Zeit und lässt uns Leser*innen die "Streitereien" um die beiden Königinnen hautnah miterleben. Wie im vorherigen Band setzt sie dies toll in die Gegenwartsgeschichte ein. Und, was mir besonders gut gefallen hat, nimmt einen Charakter vom anderen Buch und erkürt ihn hier zu ihrem Protagonisten. Thomas, der mir bereits in "Die Frauen von Saffron Hall" ans Herz gewachsen ist, damals noch ein heimat- und elternloses Kind, ist nun erwachsen und kehrt mit viel Wissen um Heilkräuter, welches er vor allem seiner Adoptivmutter verdankt, zurück in die Heimat. Ebenfalls aus Frankreich kommt Mathilde, heimat- und elternlos wie damals Thomas. Diese Verbindung fand ich sehr passend. Ausserdem verbindet die Pflanzenliebe beide Protagonisten, diesmal dreht sich vieles um die kostbare Vanille.

Die Geschichten von Thomas und Mathilde sind eng verwebt und beide gefallen mir gleich gut. Die Kapitel haben eine ideale Länge, so dass es weder ein zu wenig der einen und ein zu viel der anderen Geschichte ist, sondern genau richtig verteilt.  

Die Idee, einen gehörlosen Spion in das historische Umfeld rund um die Babington-Verschwörung zu platzieren, finde ich toll. Ich weiss nicht, ob es damals tatsächlich gehörlose, lippenlesende Spione gab, aber der echte Lord Walshingham hätte Marchants Idee sicher gerne und mit Handkuss übernommen. 

Obwohl man beide bisher übersetzten Romane von Clare Marchant für sich lesen kann, empfehle ich euch, "Die Frauen von Saffron Hall" zuerst zu lesen und nicht umgekehrt. Thomas Entwicklung vom scheuen Kind zum Apotheker und Spion ist lesenswert. 

Fazit: Der Roman ist toll recherchiert, packend erzählt - es macht total viel Spass an Thomas Seite am Hofe Elizabeth I. ein- und auszugehen. 
5 Punkte. 

Reihenfolge:


Freitag, 20. Januar 2023

Die Frauen von Saffron Hall von Clare Marchant

Klappentext:
England, 1538: Die junge Eleanor wird gegen ihren Willen verheiratet und muss sich als neue Hausherrin beweisen. Doch mit den Jahren wächst sowohl ihre Zuneigung zu ihrem Ehemann Greville als auch ihr sozialer Status. Denn Eleanor züchtet Safran, womit sie die Familie zu unverhofftem Wohlstand bringt – bis Heinrich VIII. auf sie aufmerksam wird. 500 Jahre später versucht Amber auf ihrem Familiensitz Saffron Hall, nach einem tragischen Verlust zurück ins Leben zu finden. Dabei stößt sie auf das Geheimnis ihrer Urahnin. Kann sie ein altes Unrecht geraderücken und gleichzeitig für sich selbst wieder eine Zukunft sehen?


Dieser Roman war einer meiner Lesehighlights im 2022. Ich wollte eigentlich nur mal unverbindlich in den Roman hinein lesen, doch die Geschichte hat mich so gepackt, dass ich das Buch in wenigen Stunden ausgelesen hatte. 

Amber versteckt sich nach dem Verlust ihres ungeborenen Babys auf Saffron Hall. Niemand versteht, wieso sie sich freiwillig in diese Abgeschiedenheit begibt, nicht mal ihren Mann möchte sie sehen, aber ihre Trauer lässt nichts anderes zu. Hier organisiert sie die Bibliothek ihres Grossvaters, der auf Saffron Hall lebt. Dabei stösst Amber auf ein altes Stundenbuch, dass sie neugierig macht - und auf andere Gedanken bringt. 

Das alte Stundenbuch gehörte Eleanor, deren Leben sich 1538 drastisch ändert, als ihr Vater starb und ihr Cousin Besitzer ihres bisherigen Wohnsitzes Ixworth und Eleanor mit Sir Greville Lutton verheiratet wurde, einem reichen Kaufmann und Höfling, Witwer und Vater einer vierjährigen Tochter. Eleanor zieht  zu ihrem Gemahl nach Milfleet. Hier in ihrem neuen Hause "vertreibt" sich Eleanor die Zeit mit ihrem Hochzeitsgeschenk - eine Kiste mit Safranknollen, die sie in den Acker ihres Anwesens setzt und deshalb erst von allen belächelt wird.

Eleanors faszinierende Geschichte, verbunden mit Intrigen am Hofe König Henry VIII., wird von Amber entdeckt und erforscht. Mir gefiel sehr gut, wie die Autorin Historie und Gegenwart verbunden hat. Die beiden Protagonistinnen gehen durch schwierige Zeiten, sind aber starke und mutige Persönlichkeiten. Auch die anderen Figuren machen ihre Sache gut und passen perfekt in die Geschichte, niemand ist überflüssig. 

Die Verbindung von Gegenwart und Historie fliessen toll ineinander, was mir extrem gut gefallen hat. Diese Geschichte, die einen Einblick in die Tudor-Zeit gibt, ist super interessant und lebendig erzählt, was die Lektüre ungemein fesselnd macht. 

"Die Frauen von Saffron Hall" war mein erster Roman von Clare Marchant, aber sicher nicht mein Letzter. In Zukunft werde ich jeglichem neuen Roman von ihr entgegen fiebern. 

Fazit: Ein Must-Read für alle Fans von Zeit-Ebenen-Romanen: absolut lesenswert! 
5 Punkte. 


Die beiden bisher erschienenen Romane sind zwar keine "richtige" Reihe, bauen aber aufeinander auf. 


Mittwoch, 18. Januar 2023

Weihnachtszauber im Salzgarten von Tabea Bach (Salzgarten-Reihe)

Klappentext:
Die Vorbereitungen für Weihnachten laufen im Restaurant Mesón Flor de Sal auf Hochtouren. Unerwartet kündigt sich kurz vor den Feiertagen Belisario an, Álvaros Vater, der seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr auf La Palma war. Er hat damals im Spiel die Finca an Marcos verloren und damit viel Kummer über seine Familie gebracht. Während Álvaros Gefühle in eine Achterbahn geraten, versucht Julia, zuversichtlich zu bleiben. Doch dann stellt sich heraus, dass Belisario nicht einfach nur aus Sehnsucht nach seiner Familie gekommen ist. So nehmen die Weihnachtstage eine andere Wendung, als Julia es geplant hat. Und doch siegt am Ende der Zauber und die Kraft dieses Festes der Liebe.


Kurz vor Weihnachten habe ich mir diesen Kurzroman doch noch geleistet, denn es ist ein stolzer Preis für so wenige Seiten. Aber ich war gespannt auf die Weihnachtsstimmung auf La Palma, auf das, was Julia auf den Tisch bringt in ihrem Meson Flor de Sal. 

Sie hat es gekauft und wieder betriebsbereit gemacht, und eigentlich wäre alles gut, bis sich Alvaros Vater ankündigt. Julia heisst ihn Willkommen, doch Alvaro ist misstrauisch. Wohl zu Recht, denn Alvaro will etwas enthüllen. Julia hingegen stresst es, dass ihre Freundin mit Familie nicht bei ihr wohnen wird, sondern auf einen Tipp von Jens gesetzt hat und auch sonst viel zu viel Zeit mit Jens verbringt. Auch Claires Mann ist nicht begeistert. Soviel zur weihnachtlichen Stimmung, auf die eigentlich alle gehofft und sich gefreut haben.

Auch wenn die friedliche Stimmung sich am Ende der 145 Seiten endlich ausbreitet, hat mich gestört, dass auch hier wieder dieselben Bösewichte wie in den beiden Bänden zuvor herhalten müssen. Mir war zu wenig Überraschendes dabei.

Insgesamt ist es zwar eine nette Anekdote, aber Leserinnen der Reihe verpassen nichts, wenn sie diese Weihnachtskurzgeschichte nicht lesen. Wahrscheinlich wird das, was hier an Weihnachten passiert, eh kurz im dritten Band angeschnitten. 

Von daher rechtfertigt es diesen hohen Preis für das sehr dünne Taschenbuch, aber auch für das eBook, leider nicht. Schöner wäre, wenn der Verlag diese Kurzgeschichte günstiger verkaufen würde. 

Fazit: Zu stolzer Preis für den vorhersehbaren und sehr kurzen Inhalt. 
3.5 Punkte.

Reihenfolge:
Band 3: Sterne über dem Salzgarten (erscheint am 24.02.2023)

Montag, 16. Januar 2023

Weihnachtsreise zum Nordlicht von Sarah Morgan

Klappentext:
In Lappland heiße Schokolade trinken, den Schnee und die besondere Winterstimmung genießen - Christy hatte sich das Fest bei ihrer Tante so schön vorgestellt. Doch als ihr Mann nachkommen will, weil er noch arbeiten muss, spürt sie, dass sie ihre Ehe retten muss. Deshalb reisen ihre beste Freundin Alix und sein bester Freund Zac zuerst nach Lappland, um Christys Tochter Holly dort den Traum zu erfüllen, ein echtes Rentier zu sehen. Am ersten Feiertag treffen sich schließlich alle unterm Nordlicht wieder - und ihre Beziehungen sind nicht mehr, wie sie waren. Ob der Nordlichtzauber ihnen allen dennoch ein unvergesslich schönes Weihnachtsfest beschert?


Auf den alljährlichen Weihnachtsroman von Sarah Morgan freue ich mich jeweils sehr. Als ich sah, dass die Lektüre dieses Mal nach Lappland führt, freute ich mich gleich noch mehr. Schnee, Rentiere, Polarlichter, einen Besuch beim Weihnachtsmann und viel Romantik - so hab ich mir das vorgestellt.

Von all dem wurde im Roman zwar erzählt, bekommen habe ich aber nicht alles. Doch von vorne: Christy, seit wenigen Jahren in einem Cottage auf dem Land wohnend, ist unglücklich. Ihr Traum vom glücklichen Landleben hat sich nicht erfüllt. Das Cottage ist baufällig, die Dorfbewohner zu neugierig, Freunde hat sie nicht gefunden. Ihr Mann kaum mehr zu Hause, weshalb Christy denkt, er wäre untreu. 

Dass ihre beste Freundin Alix genau davor vor ihrer Hochzeit warnte, macht das Ganze nur noch schlimmer. Anstatt nach Lappland zu reisen, bleibt Christy bei ihrem Mann und schickt ihre Tochter mit Alix zu ihrer Tante, die in Lappland ein kleines Hotel führt. Alix, kinderlos und beziehungsunfähig, ist nicht begeistert. Zwar wäre sie eh mitgefahren, aber die Verantwortung für die kleine Holly zu übernehmen traut sie sich nicht zu. Oder doch? Denn dass sie dies alleine kann, haut sie Zac um die Ohren, der im Auftrag von Christy überraschend mitreist. Christy weiss jedoch nicht, was damals an der Hochzeit zwischen Alix und Zac passierte. Zac lässt sich nicht abwimmeln und so machen sie sich auf die Reise. 

Beide "Paare" haben viel Redebedarf. Aber auch Christy hat einiges mit ihrer Tante, die Angst vor deren Besuch hatte, zu besprechen. Und wenn mal nicht gesprochen wurde, dann beschäftigten sich die Figuren gedanklich mit ihren Beziehungen. Somit wurde ständig fast alles wiederholt, viel zu oft und viel zu viel. Da blieb die ganze Schneeromantik vollständig auf der Strecke, es ging gefühlt auch kaum vorwärts und ich verlor das Interesse an der Geschichte. Christy war mir zu unsicher in ihrem Verhalten und Alix, die eigentlich Starke, ist es nur äusserlich und kann lange nicht zu ihren Gefühlen stehen. 

Drei Problembeziehungen sind für einen Roman einfach zu viel. Die Autorin hat den Fokus zu stark auf diese Probleme gelegt, anstatt mehr von der winterlichen Atmosphäre einzubringen. Mir fehlte die Ausgewogenheit, wie sie Morgan zum Beispiel bei der Snow Crystal-Reihe so gut beherrschte. 

Für das Setting in Lappland - obwohl mir da auch noch ganz vieles fehlte, vor allem die Rentiere - gibts nen halben Punkt mehr. Für alles andere nur ungenügende 3 Punkte.  

Fazit: Zuviel toxische Beziehungsgespräche für einen romantischen Weihnachtsroman. 
3.5 Punkte. 

 

Samstag, 14. Januar 2023

Der kleine Laden zum Glück von Jane Linfoot

Klappentext:
Gemeinsam mit ihren Freundinnen Luce und Dida führt Izzy in einem ehemaligen Kino einen Laden, in dem keine Wünsche offenbleiben. Während Luce traumhafte Vintage-Brautkleider entwirft und Dida die köstlichsten Süßigkeiten Englands backt, lässt Izzy alte Gegenstände, die von ihren früheren Besitzern vergessen wurden, in neuem Glanz erstrahlen. Doch nicht jeder gönnt ihnen dieses Glück. Sie müssen kämpfen, um ihren Traum zu erhalten. Zeit für die Liebe bleibt Izzy dabei kaum, bis sie eines Tages Xander trifft. Die Begegnung und das Kribbeln zwischen ihnen gehen ihr plötzlich nicht mehr aus dem Kopf.



Für einmal führt uns Jane Linfoot nicht nach St. Aidan. Das Setting in "Der kleine Laden zum Glück" ist aber ähnlich wie in einigen anderen Romanen von ihr - einige Freundinnen, die zusammen arbeiten und allesamt kreativ sind. 

In einem alten Kino betreiben Dida, Izzy und Luce einen Shop mit aufgearbeiteten Möbeln, Vintage-Brautkleidern und geben Kaffee und Kuchen aus. Bis zum Ende hab ich das mit Kaffe & Kuchen nicht ganz verstanden - ist es ein integriertes Café oder nur eine kleine Theke, an der die Kunden einfach noch Kaffee bekommen?

Klar war, dass das Gebäude Didas Mann gehört, er es aber verkaufen will, aber ohne Dida darüber informiert zu haben. Dida, Izzy und Luce wollen dagegen angehen - nach einem richtigen Plan sah mir das nicht aus. Dies war quasi die Hintergrundgeschichte, im Vordergrund steht die Begegnung von Izzy mit Produzent Xander, die sich an einer Baustelle über den Weg laufen. 

Beide wollen keine Beziehungen mehr, zu viel ist in ihren jeweiligen Leben passiert. Izzys reicher Vater räumte die Konten leer und verliess die Familie, so dass die Mutter mit den drei Kindern schauen musste wo sie blieb. Nun denkt Izzy auch noch mit ihren 30 Jahren, dass alle Männer so sind wie ihr Vater, hat sie doch mit Didas Mann ein ähnliches Beispiel vor Augen. Dass Xander ihr nicht aus dem Kopf gehen will, passt Izzy so gar nicht. Wenn sie ihn bloss nicht immer treffen würde! Als dann noch eine gemeinsame Antiquitäten-Kauf-Reise nach Frankreich im Raum steht, will sie am liebsten Reisaus nehmen.

Luce hat ihren Freundinnen nicht erzählt, dass sie etwas mit Ollie, dem einen Bruder von Izzy hatte, bevor der von einem Tag auf den anderen eine Weltreise startete. Luce vermisst ihn und freut sich über jede Karte, die er ihrer kleinen Tochter schickt und versucht dies zu verheimlichen, besonders Izzy gegenüber. Den Grund dafür fand ich zu banal.

Luces Geschichte ist trotzdem nett, aber schnell erzählt. Didas Story konnte ich nicht nachvollziehen, die war verwirrend und zu kurz und war leider auch nur Beiwerk. 

Die Story von Izzy und Xander braucht bedeutend mehr Platz. Mir dauerte es zu lange, denn die beiden (vor allem Izzy) drehen sich im Kreis. Viel zu oft wird erwähnt, wieso Izzy so ist, wie sie ist. Sie selbst erwartet Verständnis, bringt aber keins auf für Xander. Sie ist gegen Vorurteile, hegt aber selbst jenste. 

Mich konnte der "Vintage Cinema Club" leider nicht überzeugen. Weniger wäre mehr gewesen in diesem Roman, zumindest weniger Izzy und Xander. Und ich hätte ich mich über einen logischeren Aufbau (besonders was den Verkauf des Gebäudes angeht) und Sinn ergebenderen Plot gefreut.

Fazit: Langweilig ist der Roman nicht, aber ich finde den Plot unglücklich. Entweder nur die Story von Izzy und Xander mit viel weniger Vorurteilen und ohne Gebäude-Drama im Hintergrund oder eine Erzählung in der alle drei Freundinnen gleich viel Raum bekommen - das hätte mir besser gefallen. 
3 Punkte. 


Donnerstag, 5. Januar 2023

Vorschau aufs Blog- und Lesejahr 2023


Auch 2023 werde ich an keiner Challenge teilnehmen, sondern weiter versuchen meinen SuB abzubauen. 

Im letzten Jahr hab ich einige SuB-Bücher gelesen, doch es sind auch wieder welche dazugekommen, auch meine Merklisten in der Onleihe und bei Skoobe sind gewachsen. Bis Mitte Februar werde ich hauptsächlich SuB-Bücher lesen, ebenso erneut im Sommer - das ist immer ein guter Zeitpunkt, um sich um den SuB zu kümmern.

Von den neuen Verlagsvorschauen haben es wie jedes Jahr viele Bücher auf meine Neuerscheinungs- und Wunschliste geschafft. Obwohl ich mich zurückgehalten habe, wird vor allem der März und April kaum zu lesen sein.

Im Januar freue ich mich auf "Die Spuren der Königin" von Clare Marchant - und ich freue mich noch mehr, dass es bereits als Rezi-Ex eingezogen ist -, im Februar auf "Die Töchter von Kew Gardens" von Possy Lovell. Im März wohl am meisten auf den zweiten Band von Commissario Luca und den von der Sehnsuchtswald-Reihe, im April freu ich mich auf Bettina Storks neuen Roman "Die Kinder von Beauvallon" und mega auf "Die Insel der Orangenblüten" von Fiona Blum. Ebenfalls im April kommt für Peter Grant-Fans endlich mal eine Kimberley-Reynolds-Story. Im Mai freue ich mich wie Millionen andere Leserinnen auf den finalen Part der Sieben-Schwestern-Reihe und der allerletzte Roman der viel zu früh verstorbenen Lucinda Riley. Nach einem Jahr Pause wird es im Mai einen weiterer Band der Pierre Durand-Reihe geben.





Im Juni erscheint der dritte und wohl letzte Teil der Bella Donna-Reihe von Catherine Aurel sowie ein neuer Roman von Claudia Winter, beide Titel führen nach Italien. Der Sommer beginnt im Juli mit Antoine Laurain und im August kommt der 19. Band der Kincaid-James-Reihe raus sowie ein neuer Roman von Heike Abidi. Im Juli und August geht es dann auch mit der Goodville-Love-Reihe weiter. 



Einige Lübbe-Krimis und eine neue Reihe von Tabea Bach läuten im September den Herbst ein. Dann ist auch schon bald wieder Zeit für die FBM im Oktober, die ich 2023 ziemlich sicher nicht besuchen werde. 

Aber Ende April findet ja die Leipziger Buchmesse wieder statt, die werde ich besuchen, hab ich im Dezember noch gebucht. Ich freue mich sehr auf den Besuch der LBM und nach diesen langen Pandemiejahren natürlich auf das Wiedersehen mit hoffentlich ganz vielen von euch!

Freuen würde ich mich auch auf eine neue litLove in München, vielleicht findet sie 2023 wieder statt, vielleicht ja auch früher als im November, ich lass mich überraschen.

Das wärs mit dem Ausblick aufs 2023 - auf welche buchige Ereignisse oder Neuerscheinungen "vorfreut" ihr euch?