Montag, 21. Juni 2021

Die Glücksschneiderin von Ulrike Sosnitza

Klappentext:
Clara hat sich ihren Traum erfüllt und in Würzburg ein Nähcafé eröffnet. Dort gibt sie Nähkurse, verwandelt alte Kleidungsstücke in neue und macht die Menschen mit maßgeschneiderten Röcken, Jacken und Hosen glücklich. Auf einem Flohmarkt findet sie eines Tages ein ganz besonderes Vintage-Kleid aus den Zwanzigerjahren. Als sie es anprobiert, steht plötzlich Finn, ihre erste große Liebe, vor ihr und behauptet, dass dieses Kleid ein Familienerbstück von ihm sei. Mit einem Schlag kehrt das Gefühlschaos von damals wieder. Was will er mit diesem Kleid? Und warum hat er sie vor vielen Jahren ohne ein Wort verlassen? Fragen, die Claras Leben von Jetzt auf Gleich völlig durcheinander wirbeln.


Als Clara auf dem Flohmarkt ein tolles Vintage-Kleid entdeckt, dass sich nicht nur im Schaufenster ihres Nähcafés gut machen würde, ist sie happy. Vielleicht lockt dieses Kleid ja mehr Kunden an! Doch mit dem Mann, der plötzlich in der Türe steht, hätte sie nie gerechnet. Es ist Finn, ihr Ex-Freund, der sie vor einigen Jahren sang- und klanglos verliess. 

Finn ist auf der Suche nach dem Kleid seiner Urgrossmutter, das seine aktuelle Ex-Freundin von seiner Familie ausgeliehen, aber niemals zurück geben hat, sondern nach ihrer Trennung und ihrem Auszug zum Secondhand-Laden brachte. Auch Finn ist überrascht, als er Clara mit Mimis Kleid sieht. 

Beide sind erstmal überfordert, reden dann aber doch einige Sätze miteinander. So empfindlich wie Spitzenstoff ist ihr aktueller Umgang miteinander, trotzdem wollen sie gemeinsam heraus finden, wie Urgrossmutter Mimi zu diesem Kleid kam und wieso sie es all die Jahre aufbewahrt hatte - dies heraus zu finden, ist der rote Faden des Romans.

Neben der erneuten Annäherung haben die beiden auch in ihrem jeweiligen Umfeld einiges zu klären. Finn mit seiner Ex und seiner Schwester. Clara mit ihrer Cousine Merle, die im Nähcafé aushilft, aber das "Näh-" davor aus irgendeinem unerfindlichen Grund immer ausklammert. Sonja, Merles Mutter und Claras Tante sowie Geschäftspartnerin, versucht Clara von ihren Treffen mit Finn abzuhalten. 

Zum Glück hat Clara ihre WG. Helena, die Gärtnerin fand ich einfach toll, aber auch die beiden jungen Studenten mochte ich. Claras Nähkundinnen waren ebenso vielseitig und interessant gezeichnet. Mit Lea aus "Die Novemberschokolade" gibt es sogar ein kurzes Wiedersehen. Die Charaktere sind der Autorin gelungen. Keiner zu viel, keiner zu wenig, alle haben ihre berechtigten Plätze.

Wer die bisher erschienenen Romane von Ulrike Sosnitza kennt, weiss, dass man sich auf einen tollen Schreibstil freuen darf. Die Autorin schafft es, auch schwere Themen seidenleicht zu verpacken, ohne das Schmerzliche daran zu verheimlichen. 

Der Roman ist nicht nur für Hobbyschneiderinnen ein Lesegenuss, sondern auch ein Gewinn für alle Leserinnen, die gerne interessante Geschichten lesen, die federleicht daherkommen und trotzdem das gewisse Etwas haben. 

Fazit: "Die Glücksschneiderin" war viel zu schnell ausgelesen - von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diese sehr schöne Geschichte.
5 Punkte. 


Der kleine Teeladen in Tokio von Julie Caplin (Romantic Escapes 6)

Klappentext:
Die angehende Fotografin Fiona ist überglücklich, als sie zu einer Reise nach Japan eingeladen wird. Es ist ein Stipendium, und ihre Bilder sollen anschließend in einer angesehenen Londoner Galerie gezeigt werden. Doch in Tokio stellt sich heraus, dass der Engländer Gabriel Burnett ihr Tutor sein wird. Ausgerechnet Gabe! Für ihn hat Fiona lange und unerwidert geschwärmt. Und Gabe hat sichtlich kein Interesse an einer Zusammenarbeit. Zum Glück wohnt Fiona bei einer warmherzigen Gastfamilie, die einen traditionellen Teeladen führt und ihr die japanische Kultur näherbringt. Dank Zen-Garten und Teezeremonie blüht Fiona auf. Aber kann sie auch einen Zugang zu Gabes Herzen finden?


Ihr habt Lust auf eine zweiwöchige Reise nach Tokio? Dann begleitet Fiona, die bereits in Kopenhagen dabei war, auf ihrer Reise. Die junge Fotografin hat ein Stipendium erhalten. In diesen 14 Tagen wird ihr als Mentor der japanische Professor Araki zur Seite gestellt. Doch der hat einen Trauerfall in der Familie und wird von Gabriel Burnett, einem erfolgreichen englischen Fotografen und mehrfacher Preisgewinner, vertreten.

Gabe hat sichtlich nicht gross Lust - und merkt erst noch nicht, dass er Fiona eigentlich kennen müsste. Fiona ist gelinde gesagt genervt, macht aber das Beste aus der Situation. Obwohl sie scheu ist, auf den Mund gefallen ist sie nicht. Sie bringt Gabe aus der Reserve, zeigt auf seine negativen Punkte, die er theoretisch kennt, aber bisher nichts dagegen unternahm. Er selbst ermuntert Fiona ihrer manipulativen Mutter Gegenwehr zu geben. So helfen sie sich gegenseitig, was beide zwar anfänglich nicht als Hilfe sehen, und trauen ihren erneut aufgewallten Gefühlen dennoch nicht. 

Die Charaktere sind liebenswürdig, haben aber alle ihre Ecken und Kanten, egal ob die Briten oder Japaner. Die scheue Fiona will unbedingt fotografieren, sucht sich viele Sujets aus, denn am Ende soll sie ihre japanischen Bilder in London ausstellen, doch die finale Idee fehlt ihr noch. Gabe hat sich aufgegeben, nimmt aber noch Kundenaufträge an, ihm fehlt seit einigen Jahren aber das Feuer für seinen Job. Haruka ruht in sich selbst, kann aber auf ihre Art gut zeigen, wenn sie mit einer Verhaltensweise nicht einverstanden ist. Teenager Mayu fand ich super gut gezeichnet: einerseits teenietypisch rebellisch, macht sie es ihrer Mutter und Grossmutter nicht leicht, gesteht Fiona aber, dass sie beide liebt und später in die Fussstapfen ihrer Grossmutter treten möchte. 

Fionas Gastfamilie (Teemeisterin und Grossmutter Haruka, Mutter Setsuko, Teenietochter Mayu) und auch Gabe zeigen Fiona Tokio und bringen ihr und allen Leserinnen die japanische Kultur ein wenig näher. "Der kleine Teeladen in Tokio", im Original der sechste Band der "Romantic Escapes"-Serie, macht deshalb Lust auf eine Reise nach Tokio und erzählt zeitgleich eine schöne Liebesgeschichte. Fotografiert wird natürlich auch. 

Nach 2020 bin ich ein wenig ausgehungert nach Reisen und Kulturen entdecken. So genoss ich es total, mit Fiona zusammen Tokio zu entdecken: mit einem Hochgeschwindigkeitszug fahren, an einer Teezeremonie teilnehmen, einen Schrein besuchen, Tempura und Ramen essen, Karaoke singen und noch ganz vieles mehr. Obwohl mich eine Reise nach Tokio nie reizte, gebe ich nach diesem tollen Roman von Julie Caplin Japan eine Chance. Falls es die Gelegenheit dazu gäbe, würde ich mich nicht mehr dagegen sperren. 

Dieser Geschichte bin ich von der ersten Seite an verfallen. Julie Caplin hat so einen leichten, aber doch intensiven Schreibstil, so dass man erst nach der letzten Seite wieder zurück in der Realität ankommt. 

Fazit: Diese schöne Lovestory macht auch aus Japan-Skeptikern Japan-Fans!
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 5: The Secret Cove in Croatia (wird vorerst nicht auf Deutsch übersetzt)
Band 6: Der kleine Teeladen in Tokio  
Band 7: Das kleine Chalet in der Schweiz (ET 19.10) 
Band 8: The Cosy Cottage in Ireland (ET in England am 29.09) 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Top Ten Thursday 17.06.21 - Zehn Bücher, die an von mir besuchten Orten spielen

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die an Orten spielen, an denen du selbst schon gewesen bist

Ich mag Städtetrips, deshalb war ich schon in vielen Städten dieser Welt: in Paris, Colmar, London, Oxford, Rom, Florenz, Siena, Venedig, Stockholm, Barcelona, Athen, Istanbul, Wien, Chicago, Hamburg, München, usw. In den Schweizer Städten wie Genf, Bern, Basel, Lugano, Locarno sowieso.

Auch auf grossen Inseln wie Kreta, Rhodos, Zakynthos, Kos, auf vielen kleineren griechischen Inseln, aber auch auf spanischen Inseln wie Ibiza, Mallorca, Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Urlaubsgebiete wie der Algarve in Portugal, in Tunesien, Ägypten, Südfrankreich, in der Toskana, in der Cinque Terra, war ich bereits - an einigen Orten davon sogar öfters. Meine zweite Heimat an der Südwestküste der Türkei hab ich natürlich fast jedes Jahr, manchmal mehrmals pro Jahr, besucht. 

So hatte ich heute die Qual der Wahl und ich hab einfach mal drauf los gesucht, die Liste war sehr schnell übervoll und ich musste wieder einige Destinationen streichen, obwohl ich mit der Suche noch nicht durch war. 

Geblieben sind diese zwölf, die auf ihren Covern auch je noch eine Sehenswürdigkeit zeigen:






 

Algarve:
- Mord an der Algarve von Carolina Conrad
- Lost in Fuseta von Gil Ribeiro

Barcelona:
Spanische Delikatessen von Carolina Ferrera 

Paris:
- Der Hut des Präsidenten von Antoine Laurain
- Frühling in Paris von Fiona Blum 

London:
- Geister auf der Metropolitan Line von Ben Aaronovitch (sogar mit Foto aus der U-Bahn!)
- Covent Garden im Schnee von Jules Wake

Oxford:
Die Toten vom Magdalen College von Katharina M. Mylius

Rom:
Tödliche Sonate von Natasha Korsakova

Venedig:
Nachts nach Venedig von Veronica Henry

Kreta: 
-Tödliche Feindschaft von Nikos Milonas
 
Wien: 
- Lottes Träume von Beate Maly 

Durch die heutige Frage hab ich Fernweh bekommen - das wird heute wohl andauern, wenn ich mich durch eure Beiträge wühle! 





Mittwoch, 16. Juni 2021

The Secret Cove in Croatia von Julie Caplin (Romantic Escapes 5)

Klappentext:
When no-nonsense, down-to-earth Maddie Wilcox is offered the chance to work on a luxury yacht for the summer, she can’t say no. Yes she’ll be waiting on the posh guests… But island-hopping around the Adriatic sea will more than make up for it – especially when Nick, her best friend Nina’s brother, is one of them. Sparks fly when they meet on board and Maddie can’t believe self-entitled jerk Nick is really related to Nina. But in a secret, picture-perfect cove, away from the real world, Maddie and Nick discover they might have more in common than they realise.



Der fünfte Band der Romantic Escapes-Serie von Julie Caplin wird leider nicht auf Deutsch übersetzt. Schade, denn ich fand genau diese Destination total interessant und viel zu untervertreten in der Romanwelt. Deshalb hab ich ihn auf Englisch gelesen. Ich kann jedem nur empfehlen, es mir nachzutun und den Band zu lesen - es lohnt sich!

Nicht jedes Wort habe ich wortwörtlich verstanden, vor allem nicht die diversen Modebezeichnungen, die hier öfters mal vorkommen, gehören doch zwei Models zu den Gästen auf der Yacht, auf der Nina knapp drei Wochen aushilfsweise arbeitet. Noch gefrustet von der Absage eines Galeristen, muss Maddie weiter jobben, um Geld zu verdienen: Mit ihrer Kunst schafft sie es ja anscheinend nicht. 

Wie gut, dass im Wissen darum Nina Maddie angefragt hat, ob sie nicht für einige Wochen auf einer Yacht in Kroatien arbeiten will, putzen und kochen für die sechs Gäste. Kochen hat Maddie ja bei Sebastian, Ninas Freund, in Paris gelernt - ihr erinnert euch an den Kochkurs aus Band 3, "Die kleine Patisserie in Paris"?

Ninas Bruder Nick wird Gast auf der Yacht sein, zusammen mit seiner neuen Freundin Tara, einem bekannten Model. Der Partner ihrer Model-WG-Kollegin Cory, Douglas, hat die beiden Models und Nick auf die Yacht eingeladen, dazu noch Simon, eine ehemalige Tennishoffnung, und Siri, Douglas beste Freundin. 

Inmitten diesen reichen Yuppies halten sich Maddie und Nick gut. Für beide ist die Welt der Mondänen und Reichen aber enorm fremd. Oft schämen sie sich auch für die Verhaltensweisen der anderen. Douglas ist zwar trotz enormen Reichtum fast noch am bodenständigsten neben Stylistin Siri. Aber Simon ist ein Kotzbrocken sondergleichen, doch die Schlimmste von allen ist die selbstverliebte Tara. Sie lässt Nick links liegen, "braucht" ihn nur, wenn es ihre gerade danach ist - eine arrogante, nervige Zicke. Man fragt sich, was Nick an ihr findet.

Auch Maddie fragt sich das, sieht sie doch hinter die Fassade von Tara, bzw. hinter ihre Kabinentüre. Je länger je mehr merkt Nick, dass er sich in dieser High Society Welt, mit diesen unmöglichen Umgangsformen nicht wohl fühlt und sich nach Hause, nach der Schaffarm sehnt. Immer öfter sucht er die Gesellschaft von Maddie. Zusammen schaffen sie es sogar dorthin, wo Tara und Cory am liebsten wären - und man merkt, nicht alle Reiche sind so egozentrisch wie die beiden unreifen Mädels und freut sich schon auf die Gesichter der Möchtegern-Prinzessinnen, wenn sie dies irgendwann erfahren.

Es macht unheimlich Spass Maddie und Nick auf der Chartertour zu begleiten, die dalmatische Inselwelt zu entdecken, Maddies Kochkünste zu geniessen und sich die ganze Geschichte einzuverleiben. 

Ich war so gebannt von den Ereignissen, dass ich sogar vergessen hatte, dass es laut Titel ja um eine geheime Bucht gehen soll und merkte es erst, als diese Bucht dann auch vorkommt. Hach, in dieser Bucht würde ich auch gerne einige faule Bootstage verbringen! 
 
"The Secret Cove in Croatia" ist ein must-read in diesem Sommer. Die Story mit den gegensätzlichen Charakteren, ihren Abenteuer auf der Reise, geprägt von dem gefälligen und humorvollen Schreibstil der Autorin Julie Caplin ist einfach lesenswert.

Fazit: Macht definitiv Lust auf Urlaub in Kroatien! 
5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 5: The Secret Cove in Croatia (wird vorerst nicht auf Deutsch übersetzt)
Band 6: Der kleine Teeladen in Tokio  
Band 7: Das kleine Chalet in der Schweiz (ET 19.10) 
Band 8: The Cosy Cottage in Ireland (ET in England am 29.09) 

Dienstag, 15. Juni 2021

Krimi: Bretonische Idylle von Jean-Luc Bannalec (Dupin 10)

Klappentext:
Die Hitzewelle hat in diesem August sogar die Bretagne fest im Griff, keine Aussicht auf Abkühlung für Kommissar Dupin. Und zu allem Überfluss plant Nolwenn auch noch die große Feier seines zehnjährigen Dienstjubiläums. Doch dann wird eines Morgens ein Toter an der Küste bei Concarneau aus dem Meer gefischt, ein Bewohner der legendären Belle-Île – und ehe sich Dupin versieht, befindet er sich an Bord eines Schnellbootes auf dem Weg zur »schönsten Insel der Welt«.





Mit "Bretonische Idylle" feiert die Krimiserie um Georges Dupin den 10. Geburtstag. Oder anders gesagt: das zehnjährige Dienstjubiläum an seiner nun nicht mehr neuen Arbeitsstelle in der Bretagne. 

Wer erinnert sich auch noch an den ersten Band, als Georges strafversetzt wurde und neu beginnen musste? Sein eigenwilliges Ermitteln ist mittlerweile für seine Untergebenen ganz normal geworden. Dass er nur mit Café im Blut richtig nachdenken kann und ab und an seine Ruhe braucht um sich Notizen zum jeweils aktuellen Fall zu machen, ist schon fast normaler Alltag. Auch ist jedem bekannt, dass Georges nicht gerne Schiff fährt. 

Doch dies muss Dupin in seinem zehnten Fall, einige Tage vor dem grossen Fest, erneut tun. Hinüber auf die Belle-Île geht es kaum anders. Der an einem schönen Morgen aufgefundene Tote stammt von dort. Patric Provost, Schafzüchter von der schönen Insel, hat die Belle-Île nur einmal jährlich verlassen, zum Geburtstag seines Onkels. Genau diesen Tag hat der Mörder erwischt - bewusst oder zufällig?

Patric war bei allen unbeliebt. Es gibt keinen, der ihn mochte, nicht mal sein Onkel. Alle innovativen Ideen der Inselbewohner hat Patric sabotiert. Er war niemandes Freund, ein schlechter Arbeitgeber und ein Nein-Sager, der niemandem etwas gönnte oder auch nur zwei Zentimeter entgegen kam. In diesem Umfeld ermittelt Dupin mit seinem Team, unterstützt vom Insel-Commandant Cosqueric.

Rival stammt von der Insel und hat Heimvorteil. Er erzählt wie immer bretonische Sagen, diesmal solche, die sich um die Belle-Île ranken. Nolwenn hingegen lässt keine Anrufe an Dupin vergehen, ohne ihm nicht noch mindestens einen bretonischen Sätze abzuverlangen. 

Zusammen mit dem Team erleben die Leser die Belle-Île, und wie so oft beim Lesern der Dupin-Bände, bekommt man sofort Lust, den Schauplatz zu besuchen. Ein Café oder Whisky im Garten des Goulou zu trinken oder ein Essen beim Leuchtturm, bei dem auch Vegetarier in Versuchung geraden könnten, das berühmte Salzlamm der Insel zu degustieren und dabei über die Möglichkeit einer autarken Energiegewinnung zu diskutieren. 

Dieser Fall ist interessant, obwohl ich mir bald sicher war, wie er ausgehen wird. Bis dahin passiert aber noch einiges Unvorhergesehenes und wie immer ist das Ermittlungs- und Erzähl-Tempo extrem hoch. Apropos Erzählen: einige Verdächtige würde man am liebsten knebeln, damit sie nicht so viel reden, Madame Corbel zum Beispiel. Riwal ist fast schon stumm dagegen. 

Mir hat es Spass gemacht, Dupin und sein Team bei ihrem Jubiläum zu begleiten. 

Den Fall hab ich in weniger Tagen ausgelesen, als er gelöst wurde. Ich staunte dabei über einige tolle Ideen betreffend Alibiüberprüfungen, und freue mich, wenn der nächste Fall - hoffentlich ohne Schifffahrt für Dupin - ansteht. 

Fazit: Mit "Bretonische Idylle" feiert die Serie ein würdiges Jubiläum!
4 Punkte. 



Montag, 14. Juni 2021

Krimi: Mord in Parma von Dani Scarpa (Paolo Ritter 1)

Klappentext:
Mord und Dolce Vita in der neuen spannenden Krimiserie aus der beliebtesten Urlaubsregion Italiens, der Emilia-Romagna: Der deutsche Kommissar Paolo Ritter ist ein grüblerischer Mensch. Und der beste Ermittler des bayerischen LKA. Beides liegt an seinem episodischen Gedächtnis. Sein Nicht-Vergessen ist im Job hilfreich, privat eine Belastung. Nun soll er in München aufgefundene NS-Raubkunst nach Parma überstellen. Die Übergabe des Correggio läuft nach Plan, und Paolo kann das kleine Hotel seines vor Jahren verstorbenen Bruders in Cervia aufsuchen. Im Ristorante im Erdgeschoss kocht die temperamentvolle Lucia, die nicht weiß, dass er der Erbe ist. Bevor er entscheiden kann, was mit dem Haus werden soll, wird der Kurator der Galerie in Parma tot aufgefunden.


"Mord in Parma" ist der Auftakt einer neuen Krimiserie, von der der erste Teil im italienischen Parma angesiedelt ist. In Parma ist nicht nur der Schinken berühmt, sondern auch die Galleria Nazionale im Palazzo della Pilotta, die Bilder des einheimischen Künstlers Correggio beherbergt.

Eins von Correggios Bildern taucht urplötzlich in München auf. Paolo Ritter, Mitarbeiter des LKA, soll den Transport des wertvollen Gemäldes zurück in die Heimat begleiten. Paolo wundert sich zwar über den Job, denkt aber, dass er auch noch eine weitere Aufgabe in Italien zu bewältigen hat - er hat eine Abneigung gegen das Land, gegen Sand, gegen Kaffee. Einiges davon ist familiär geprägt, anderes hat er sich angewöhnt. Aber alles aus Gründen, die die Leserschaft nach und nach erfahren. 

Eigentlich sollte er am nächsten Tag gleich wieder zurück fahren, doch erst gibt es ein Planänderung bei der Transportfirma, dann ändert der Tod des Galeriekurators Paolos Pläne. Zusammen mit Lucia, die er in Cervia kennenlernt, will er herausfinden, wieso der Museumskurator sterben musste. Der gewissenhafte Paolo legt sich mit dem deutsche-Gründlichkeit-hassende Commissario Borghese an, denn der will einfach nicht sehen, dass Signor Tantaro nicht eines natürlichen Todes starb. 

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, bleibt es nicht nur bei dem einen Zusammenstoss mit dem Kommissar. Für Paolo ist das nicht so angenehm, für die Leser hingegen schon. 

Dani Scarpa (ein Pseudonym eines deutschen Krimi-Autors) präsentiert uns einen eigenwilligen und auf den ersten Blick sonderbaren Ermittler, der sich in diesem ersten Band zuerst um seine Vergangenheit kümmert - damit die Zukunft beginnen kann. Zu Gast in seinem Kopf ist erst ein kleiner Junge in roter Badehose, später begleitet ihn Tantaro. 

Unterstützt wird Paolo von Köchin Lucia, die er auf seiner Reise kennenlernt. Lucia hilft Paolo nicht nur mit der italienischen Sprache, sie hilft ihm auch öfters aus der Patsche und bringt ihm das so verhasste italienische Dolce Vita näher. 

Paolos Vorgesetzte und Verlobte Julia bleibt vom fernen München zugeschaltet, viel bekommt man von ihr nicht mit, braucht man auch nicht. Paolo, Lucia und Borghese - die drei reichen vollends aus, mehr an Personal braucht dieser Krimi wirklich nicht. 

Der Kriminalfall an sich ist interessant und spannend, denn der Mord an Tantaro war nur ein Steinchen im Rad, es passiert noch einiges mehr - langweilig wird es nie. 

Nach dem Ende bin ich nun natürlich gespannt, ob und wie es mit Paolo weitergeht - ich bin jedenfalls gerne dabei, seine weiteren Schritte zu begleiten. 

Fazit: Ein humorvoller, aber auch interessanter Italien-Krimi mit einem ebensolchen Ermittler. Naja, das mit dem Humor muss er vielleicht noch ein bisschen lernen. (Der Paolo, nicht der Autor - der hat es im Griff!)
4 Punkte. 




Samstag, 12. Juni 2021

Top Ten Thursday 10.06.21 - Zehn Bücher, die ich mehrmals gelesen habe

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zeige uns 10 Bücher, die du mehr als einmal gelesen hast 

Das sind bei mir vor allem ältere Bücher, die ich teilweise Jahr für Jahr immer wieder gelesen habe oder Reihen bei denen ich pausiert habe und dann einfach noch mal von vorne begonnen habe, weil es schon so lange her war, wie bei der Mitchell & Markby-Serie von Ann Granger. 

Sehr oft habe ich auch Rosamunde Pilchers "September" einmal jährlich, natürlich im September, gelesen. Dazu auch ihre "Muschelsucher". Aber auch John Greens "Paris" durfte viele Jahre lang im Frühling aus dem Regal kommen und wurde nochmals gelesen. Das war fast schon ein Ritual für mich.

Auch mehrmals hab ich "Sofies Welt" und "Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort" von Jostein Gaarder (und andere Bücher von ihm) gelesen. Ebenso "Das rote Zelt der Frauen" von Anita Diamant, Barbara Woods "Das Paradies" sowie "Traumzeit" und "Der Alchimist" von Paulo Coelho. 

Das sind alles Bücher, die ich vor meiner Bücherbloggerzeit zum ersten Mal gelesen und darum auch nie rezensiert habe (ausser "Das rote Zelt der Frauen"). Daher habe ich auch keine Cover-Fotos auf meinem Compi, teilweise haben die Bücher schon einige Cover-Änderungen durchgemacht. 

Deshalb gibt es heute keine Cover zu sehen und mein Beitrag zum TTT kommt ausnahmsweise erst am Samstag anstatt am Donnerstag - hab lange überlegt, ob ich die Frage überhaupt beantworten soll oder nicht. Aber ja, ich mach es nun, auch ohne Cover und Rezensionen. 

Seitdem ich blogge, hab ich generell weniger Bücher mehrmals gelesen - es gibt jährlich so viele Neuerscheinungen, da kommt man schon kaum nach, die alle zu lesen und es bleibt nicht mehr viel Zeit, ältere oder neuere Bücher nochmals zu lesen. 

Aber irgendwann wird sicher wieder die Zeit dazu kommen, bis dahin wird die jetzt schon grosse Liste der möglichen Re-Read-Bücher wachsen.

Habt ein schönes Wochenende - ich verbringe es mit zwei Neuerscheinungen in den Händen, und ihr?