Donnerstag, 26. Mai 2022

TTT Top Ten Thursday 26.05.22 - Zehn Bücher mit einem Lebensmittel auf dem Cover

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher mit einem Lebensmittel auf dem Cover

Coole Frage heute - da hab ich mehr als genug Auswahl und präsentiere euch gerne eine Frucht-Edition :-)

Stellt euch euren Fruchtsalat also gerne selbst zusammen. Zur Auswahl stehen Heidelbeeren, Kirschen, Aprikosen, Zitronen, Mango, Pfirsiche, Brombeeren, Feigen, Johannisbeeren und Himbeeren. 

 





Na, Hunger bekommen? 

Hier gehts zu den Rezensionen:
- Der Blaubeergarten von Glenn Thompson
- Küsse im Aprikosenhain von Persephone Haasis
- Mit Liebe gewürzt von Mary Kay Anderws
- Liebe kann alles von Mary Kay Andrews
- Spätsommerliebe von Petra Durst-Benning
- Ein wunderbares Jahr von Laura Dave (inhaltlich geht es um Trauben, Originaltitel "800 Grapes" - wieder mal ein Fall von unpassend übersetzt, inhaltlich konnte es mich auch nicht überzeugen, aber das Cover ist trotzdem nett)
- Ein zauberhafter Sommer von Corina Bomann
- Die Zutaten der Liebe von Flumeri und Giacometti
- Der Geschmack von Salz und Honig von Hannah Tunnicliffe
- Ein Sommer voller Himbeereis von Persephone Haasis
- Der Brombeergarten von Cathy Bramley

Mittwoch, 25. Mai 2022

Krimi: Siena Carciofine und die Toten vom Weinberg von Laura Fiore (Siena Carciofine 1)

Klappentext:
Schon lange träumt Siena davon, Ermittlerin zu werden. Die zwei Toten, die unweit vom Haus ihrer Nonna in den Weinbergen der Toskana gefunden werden, kommen ihr da gerade recht. Endlich passiert mal etwas! Nicht ganz so gelegen kommt Siena hingegen, dass sie plötzlich selbst zu den Verdächtigen zählt. Und dann wird sie auch noch von einem Stalker verfolgt, der ihr überall Rosen hinterlässt – genau die Blumen, die auch am Tatort gefunden wurden. Aber die Polizei schenkt Sienas Theorie, wer der Mörder sein könnte, keinerlei Beachtung. Da hilft nur eins: Sie muss die Sache selbst in die Hand nehmen. Wäre doch gelacht, wenn sich Sienas selbst angeeignetes Spionage-Wissen hier nicht auszahlen würde.


Mit neuen Toskana-Krimis kann man mich schnell locken, besonders, wenn das Cover auch noch so nett aussieht wie das von "Siena Carciofine und die Toten im Weinberg". 

Siena ist Online-Reporterin in Florenz, ist aber oft auf dem Land bei ihrer Nonna, bei der sie aufgewachsen ist, zu Gast und hat dort immer noch ein Zimmer. Gerade einmal wieder, und sie hört frühmorgens Schüsse in der Ferne. Ob Gianni, der im Anbau wohnt, wieder auf der Kaninchenjagd war? Doch als sie ihn kurz später sieht, ist er völlig neben den Schuhen. Siena schiebt sein Verhalten auf den frühen Morgen. Als sie aber im Laufe des Tages von einem Doppelmord in den Weinbergen hört und den Auftrag hat, vor Ort einen Bericht zu schreiben, wird sie skeptisch. Erst recht, als sie hört, wer die Opfer waren. 

Siena beginnt selbst zu ermitteln, sie träumt schon lange davon, Polizistin, Detektivin oder gar Geheimagentin zu sein. Nun kann sie sich erstmals beweisen, aber ihr kommt die Polizei und ein Stalker dazwischen. 

Eigentlich ist es ein ganz netter Cosy-Krimi mit einer ziemlich verpeilten Protagonistin. Sie vergisst nämlich ganz oft ihre Brille oder ihre Kontaktlinsen und sieht dann natürlich kaum was. Das sollte wohl ein Spleen sein, aber ich fand das enorm nervig. Sonst aber ist Siena ganz okay, auch die anderen Charaktere wie La Nonna, Gianni, Sienas beste Freundin Sara, ihr Chef Enzo und die Polizei, vertreten durch Luca Bruno und dessen Chef Fabrizio. Ich bin gespannt, wie die alle sich in den nächsten Bänden weiter entwickeln. 

Autorin Laura Fiore kennt Florenz gut, das merkt man bei den örtlichen Beschreibungen. Sie schreibt mit einem Augenzwinkern und so, dass die Spannung bis am Ende aufrecht erhalten wird. 

Ich wurde ganz gut unterhalten und bin bei einem allfälligen zweiten Band gerne wieder dabei.

Fazit: Ein Erstlingskrimi, der Lust auf weitere Abenteuer mit Siena macht. Vielleicht vergisst Siena ihre Brille/Kontaktlinsen dann weniger und dann gibts sicher auch mehr als 3.5 Punkte. 

Dienstag, 24. Mai 2022

Die Hoffnung der Marienkäfer von Patricia Koelle (Inselgärten 5)

Klappentext:
Während eines Kuraufenthalts beginnt Leonie einen Webkurs – und bald darauf, ihren Alltag umzukrempeln. Denn nach vielen beruflichen Jahren am Schreibtisch löst die praktische Arbeit mit den Händen etwas in ihr aus. Kaia hadert mit ihrem Studium. Ihre Freundin Remy Kreyhenibbe möchte sie aufheitern und bittet sie darum, ein Haus auf der Insel Poel anzuschauen, das den Inselgärten gespendet worden ist. Kaia macht sich auf den Weg und fühlt sich erst einmal unendlich einsam. Als Leonie und Kaia aufeinandertreffen, ahnen die beiden Frauen noch nicht, welche Möglichkeiten ihnen diese Begegnung eröffnet, und dass es manchmal besser ist, das Leben auf sich zukommen zu lassen.

Ich finde es immer ein wenig traurig, wenn man den letzten Band einer Reihe liest. Man muss Abschied nehmen von lieb gewordenen Charakteren und im Fall dieser "Inselgärten"-Reihe auch von wunderbaren Gärten, die man am liebsten all besuchen würde.

Zwei Gärten kommen nun noch dazu. Zum einen der eine Garten, von dem Leonie schon als Kind träumte. Sie wohnte gleich daneben, doch die Besitzer erlaubten ihr nicht, den geheimnisvollen Garten zu entdecken. Sie müsse Geduld haben, meinte ihr Vater, Geduld, so wie die Marienkäfer. 

Viele Jahre später, nach einer tollen Karriere in der Finanzbranche und wohl kurz vor dem Burnout, wird sie bei einer Kur an diesen Garten erinnert. An die Farben, die sich ihr einprägten. Zudem ist sie von einer Weberin und ihren gewebten Schaustücken begeistert und macht kurzerhand einen Kurs am Webstuhl. Sie möchte Farbverläufe, die sich ihr einprägten, nachweben - und weiss: sie muss ihr Leben ändern und endlich ihren eigenen Garten haben.

Derweil schickt Remy Kaia auf die Insel Poel. Remy hat von einer Leserin von "Mervins Garten" ein Haus mit Garten geerbt und Kaia soll dort nach dem Rechten sehn und das Haus in einen verkaufsbereiten Zustand bringen. Kaia, die sich nach Wurzeln und Heimat sehnt, fühlt immer mehr, dass Rapakiwi ihr eine Heimat sein könnte, doch wie bisher immer in ihrem Leben, muss sie auch dieses Mal bald wieder Abschied nehmen, spätestens wenn das Haus verkauft wird. Sie hadert mit ihrer Doktorarbeit, will etwas Künstlerisches tun, ist auf der Suche nach sich selbst. 

Dieser fünfte Band ist den Farben, der Kunst und der Suche nach Heimat, nach einem Ort, an dem man sich wie die Pflanzen in den Gärten verwurzeln kann, gewidmet. Alle Charaktere, nicht nur Leonie und Kaia, sind auf dem gleichen Pfad unterwegs und es ist sehr interessant ihre Wege auf diesen 512 Seiten zu begleiten. 

Patricia Koelle beeindruckt in "Die Hoffnung der Marienkäfer" erneut mit ihrem einzigartigen und einfühlsamen Schreibstil. Ihre Liebe zur Natur spürt man in jedem Wort. Man weiss gar nicht, über was man mehr begeistert sein soll, etwa vom Pfirsichbaum Robin, den Marienkäfern, über die man Wissenswertes lernt oder über Szenen, die im Moor spielen oder wenn die Protagonistinnen in ihren Gärten Geheimnisvolles entdecken, dabei denke ich aktuell an farbige Blumen und Bodenmosaike.

Nicht nur die einzelnen Romane sind sehr stimmig in sich, auch die Reihenabschlüsse überzeugten mich bisher immer. So auch hier, denn zum Finale gibt es eine kurze Reise durch alle bisherigen Gärten und Remys Geschäftsidee, alle Gärten miteinander zu verbinden. Da wünscht man sich einmal mehr, man könnte eine Reise durch alle Gärten einfach so buchen. 

Fazit: Ein würdiges Reihen-Ende, bei dem mit Emotionen und wunderschönen Natureindrücken nicht gespart wurde.
5 Punkte. 


Montag, 23. Mai 2022

Das Glück riecht nach Sommer von Meike Werkmeister

Klappentext:
Die große weite Welt muss es für die Ärztin Ina gar nicht sein. Nach dem Studium zog sie zurück in ihre alte Heimat an der Küste – zurück zu einem Mann, von dem sie dachte, er wäre ihre Zukunft. Doch der Mann ist längst Vergangenheit, und die Stelle im Husumer Krankenhaus ist Ina auch los. Kurzerhand folgt sie einem Jugendtraum und zieht nach Hamburg, wo sie in einer kleinen Laube am Alsterfleet unterschlüpft. Während sich das verwilderte Gartenstück unter ihren Händen in ein Blütenmeer verwandelt, blüht auch Ina wieder auf. Und sie erkennt: Nur, wenn sie auf ihr Herz hört, kann aus alten Träumen etwas ganz Neues entstehen.


Ina bewirbt sich auf eine Stelle in einer Hamburger Klinik. Dort, wo sie vor Jahren ein Praktikum absolvierte und dort, wo immer noch ihr damaliger Mentor Tim arbeitet. Unterkommen kann sie bei ihrer Freundin Filiz in deren WG. 

Letzteres glaubt Ina zumindest, doch es wird nicht so einfach. Weder was diese Stelle noch die WG betrifft.  Aber Ina kommt in einem Gartenhäuschen an der Alster unter und da sie viel Zeit hat, beginnt Ina zu gärtnern. Dabei helfen ihr einige andere Schrebergartenbesitzer. Doch wer jetzt einen Gärtner-Roman erwartet, liegt falsch. Die Gartenszenen sind zwar toll und ich mochte die auch am liebsten, denn das unkomplizierte Miteinander dieser unterschiedlichen Charaktere fand ich schön beschrieben.

Hauptsächlich dreht sich alles um die Stellen- und Wohnungssuche - und um Männer. Davon gibt es nämlich zwei: einer, der Ina mag, und einer, den Ina mag. Ein dritter interessiert sich für Filiz. Doch bei allen drei muss sich erst noch herausstellen, welcher davon für wen die grosse Liebe sein könnte oder nicht. 

Meike Werkmeister hat mit "Das Glück riecht nach Sommer" erneut einen unterhaltenden Roman vorgelegt und dabei sehr viele Themen mit eingebaut. Es passte zwar alles, aber irgendwie fand ich es zu überladen. Vielleicht nur "Sophie" oder nur "Ecuador"? Dann war ja auch noch Merle -  das alles zusammen war mir zu viel Tränendrüsendrücken bzw. Charity. 

Sebastian und Tim bekommen viele Szenen, aber sie wirken leicht distanziert, als ob beide trotz allem auf Abstand gehalten werden. Filiz als beste Freundin hat selten Zeit, in ihrem Modeladen würde ich mich aber gerne umsehen. Anfangs hab ich mich gefragt, ob Filiz sich wirklich wohl fühlt in der WG mit Esther und Vicky. Doch die beiden bekamen später mehr Platz um sich zu erklären. Diese Szenen fand ich gut gelungen. 

Auch für gut und wichtig befunden, hab ich neben Inas Selbstfindungssuche, die plausibel daher kommt, die Fragen nach Heimat und richtiger Berufswahl. Insgesamt ist es ein leichter, ruhiger und sehr netter Roman.

Fazit: Summer in the City - gemütliche Sommer-Lektüre, die bei heissen Temperaturen gut unterhält.   
4 Punkte. 


Donnerstag, 19. Mai 2022

Das Glück kommt in Wellen von Gabriella Engelmann (Lütteby 2)

Klappentext:
In Lütteby, der märchenhaft schönen Kleinstadt an der Nordsee, stehen große Entscheidungen an: Soll Linas beste Freundin, Pastorin Sinje, endlich ihren Verlobten Gunnar heiraten und eine Familie gründen, obwohl sie sich nicht bereit fühlt? Auch bei Lina und ihrem Vorgesetzten Jonas Carstensen läuft nicht alles wie erhofft – Lina bekommt bei seinem Anblick Herzklopfen, und auch Jonas fühlt sich zu ihr hingezogen. Aber die Hinweise verdichten sich, dass er gemeinsame Sache mit Falk van Hove, dem skrupellosen Bürgermeister von Grotersum, macht. Schlaflose Nächte bescheren Lina auch die Nachforschungen, die sie anstellt, um endlich ihre Mutter Florence zu finden. Warum ist sie verschwunden und hat Lina als Säugling bei Oma Henrijke gelassen? 


Im ersten Band wurde nichts zu Ende erzählt, in diesem zweiten Band ist es nicht viel mehr - und auch er endet mit einem Cliffhanger. Deshalb mein Tipp: wenn ihr mit der Trilogie noch nicht begonnen habt, wartet bis September und lest dann alle Bände nacheinander, dann hat man das Gesamtbild und sieht, ob die Geschichte stimmig ist oder nicht. Momentan kann man nur die bisherige Handlung, vielleicht noch die Stimmung und einzelne Figuren bewerten, nicht aber das ganze Konstrukt. 

Es geht aber nahtlos dort weiter, wo Band 1 endet. Band 2 beginnt am Folgetag, an dem wir Linas Gefühlschaos über den Fund einer Karte, die ihre Grossmutter ihr verschwiegen hat, mitbekommen. Im Büro sitzt Thorsten statt Jonas und streitet sich gerade. Es ist keine gute Idee, dass er sich selbst aus der Reha entlassen hat. Zeit, mit Thorsten in Ruhe zu sprechen, Jonas danach zu finden oder ihre Grossmutter auf die Karte anzusprechen, hat Lina nicht, denn eine weitere Hiobsbotschaft weht durch Lüttebys Gassen: Helmut, Ankas Mann, ist unerwartet an Herzversagen verstorben, zusammen will die Markt-Gemeinschaft einen Gedenkgottesdienst abhalten. 

Auch Sinje ist vielbeschäftigt und hat daher keine Zeit sich um ihr Gefühlsleben zu kümmern, eigentlich wollte sie Gunnar heiraten, aber ein anderer Mann geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Leider beginnt sein Name nicht mit L, irgendwie glaubt sie nämlich noch immer an das, was ihr eine Wahrsagerin mal sagte.

Amélie soll ihr Café abends öffnen, so wird es vom Vermieter gewünscht. Doch sie arbeitet jetzt schon zu viel - wie soll sie das nur stemmen?

Anstatt die Sage von 1634 wie im ersten Band, wird nun zwischen den Kapiteln eine Geschichte eines Mädchens vor 48 Jahren erzählt. Diese Zwischengeschichte fand ich interessanter zu lesen als die alte Sage. Diese neue Vergangenheitsstory um "Ronja und Björk" hat mir am besten gefallen in diesem zweiten Band. Schnell ist klar, wer das Mädchen sein soll, offen bleibt lediglich der männliche Part, wobei man spekulieren kann - ich hab meine zwei Verdächtige, zu einem davon tendiere ich stärker. Aber mal sehen, ob es dann tatsächlich einer von denen ist und ich mit meiner Vermutung richtig liege.

Irgendwann schafft es Lina ihre Grossmutter mit der Karte zu konfrontieren und erfährt danach - nicht nur von Henrikje sondern auch über andere Charaktere - einiges über ihre Mutter. Das hat mir in diesem Band mit am besten gefallen. 

In diesem zweiten Band ist viel los, langweilig wird es nicht. Auf die offenen Handlungsstränge aus dem ersten Band werden noch weitere gesetzt. Daher erscheint am Ende von "Das Glück kommt in Wellen" vieles - vor allem einige Begegnungen - oberflächlich. Man liest zwar schnell und flüssig durch die Seiten, aber merkt am Ende, dass Thorsten nach der Eröffnungsszene keine Rolle mehr spielt, dass Amelies Café eigentlich auch nur kurz Thema ist, dass Michaela mehr erzählen hätte können und dass Jonas Freunde, die Lina bei einem Essen kennenlernt, sehr plötzlich, zu plötzlich, wieder Kontakt nach Lütteby aufnehmen. Auch Jonas und Lina haben nicht viel gemeinsame Zeit, aber ich hoffe für die beiden, dass nun alles geklärt ist, so recht will ich noch nicht dran glauben. 

Fazit: Rasanter zweiter Band, interessanter als der erste, aber noch immer ist alles offen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 3: Das Wunder küsst uns bei Nacht

TTT Top Ten Thursday 19.05.22 - Zehn Bücher, die in den letzten Wochen frisch bei dir eingezogen sind

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort eine Bücherliste mit zehn Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die in den letzten Wochen frisch bei dir eingezogen sind

Das sind alles Bücher, die bisher im Mai bei mir eingezogen sind (einige gekauft, einige als Rezensionsexemplare und eins aus der Onleihe) der Reihenfolge nach. Zuoberst die allerneuesten Neuzugänge:

 



 

Bis auf "Lady Blake und das Grab am Meer" und "Die Toten von Athen" sind alles Neuerscheinungen. Es ist ja immer noch Frühling und die Verlage hauen Bücher gefühlt im Sekundentakt raus. Deshalb sind auch bis auf die zwei gerade genannten Neuzugänge, "Bunburry 14" und "Cherringham 41", "Ein Lied für Molly" und "Up to date"  alles Rezensionsexemplare, weshalb ich "Das kleine Cottage in Irland" auch schon bei mir habe. Das erscheint nämlich erst Mitte Juni. 

Gelesen hab ich noch keins, deshalb gibt es auch noch keine Rezensionen dazu. Krimis und Romane halten sich in etwa die Waage. Ein Titel, der zweite Band der Hafenärztin, vereint Krimi und historischer Roman.

Jetzt bin ich auf eure Listen gespannt und vor allem auf den Zeitraum der Neuzugänge, meine sind ja alle vom Mai und deshalb wirklich sehr frisch. Wer hat dieselben neuen Bücher zuhause und gegebenenfalls schon gelesen? 



Mittwoch, 18. Mai 2022

Vier Frauen und ein See von Viola Shipman

Klappentext:
Elizabeth, Veronica, Rachel und Emily lernten sich im Feriencamp kennen, wo sie vier Sommer lang die Clover Girls waren - unzertrennlich für diese magischen Wochen der Freiheit. Bis kleine Intrigen und ein großer Verrat das Kleeblatt auseinander riss. Jetzt, in mittlerem Alter, kämpfen die Frauen mit ihren Ehen, ihren Kindern und ihren Karrieren, als Liz, V und Rachel plötzlich jeweils einen Brief von Emily erhalten. Sie bittet die drei, die einst ihre besten Freundinnen waren, noch ein Mal im Camp Birchwood am Lake Michigan zusammenzukommen.  Eine Woche, um sich an die Mädchenträume von damals zu erinnern und alte Wunden zu heilen. Werden sie sich überhaupt noch etwas zu sagen haben? Eine Woche Auszeit vom eigenen erwachsenen Leben erscheint doch ganz schön lang. Was hat Emily sich dabei nur gedacht? 


80er-Jahre-Sommerlagerfeeling - nicht immer nimmt man Positives aus den Ferienlagern mit. Das müssen auch die Clover Girls erfahren, die sich als Freundinnen zwar in so einem Sommercamp kennengelernt, sich dann aber untereinander auch aufs Tiefste verletzt haben. 

Der Einstieg in den Roman gelang mir nicht so gut. "Vier Frauen und ein See" fesselte mich zu wenig, so dass ich über eine Woche an dem Buch gelesen habe. Mich konnte das Thema aktuell gerade nicht wirklich abholen. Es lag aber nicht am Schreibstil, sondern wirklich beim Thema. Denn Shipman schreibt bekanntlich sehr gut, das ist hier nicht anders. Doch für mich war die Lektüre dieses eher ruhigen Romans der falsche Zeitpunkt zum Lesen. 

Abwechselnd wird erzählt, wie drei Frauen Briefe bekommen - von einer Freundin aus der Vergangenheit. Die Briefe treffen die Frauen im Innersten, denn gefühlt wurde jede von den anderen enttäuscht. Die Absenderin, Emily, bittet ihre drei Freundinnen ins Camp Birchwood zu kommen, dahin, wo sie in ihrer Kindheit viel Zeit gemeinsam verbracht haben. Sie waren ein Kleeblatt, Freundinnen - doch sie haben sich gegenseitig alle öfters enttäuscht und verletzt.  

Nie haben sie darüber gesprochen, obwohl es bitter nötig gewesen wäre, die Verletzungen sitzen tief. Stattdessen hatten nur zwei untereinander noch gelegentlich Kontakt. Bis der Brief von Em kam. Nun steht sich das mittlerweile nur noch dreiblättrige Kleeblatt im Camp gegenüber: Liz, V und Rachel, alle drei äusserst misstrauisch, doch Em zuliebe ziehen sie es durch. Erstmal nur für eine Nacht.

Das Buch ist in zehn Teile aufgeteilt, jeder davon überschrieben mit einem für das Camp typische Ereignis, sei es ein Mottoabend, ein Spiel, eine Übung oder eine andere Tätigkeit. Zuerst wird erzählt, was damals in den 80ern im Camp bei so einem Ereignis ablief, dann folgt die Gegenwart, in der sich die drei Frauen mit diesem Ereignis auseinandersetzen müssen. Dabei kommen viele Fragen auf. Nach den Gründen, wieso damals etwas genau so passierte, wieso sich jemand so und nicht anders verhielt und was das mit der einen oder mit allen Freundinnen machte. Diese Aufarbeitung der Clover-Girls fand ich eigentlich sehr gut und authentisch erzählt, für mich war das dieses Mal aber einen Ticken zu nachdenklich. 

Viola Shipman schreibt gewohnt sehr gefühlvoll und gräbt ganz tief an den Emotionen und manchmal trifft man dabei an eine Frage, die man sich selber vielleicht auch schon gestellt hat, zum Beispiel, wieso ehemalige Freunde politisch plötzlich das Lager aufs Extremste wechseln.

Doch insgeheim dachte ich mir bei einigen Dingen auch, wieso die sich die Girls damals noch immer als Freundinnen bezeichnet haben - da waren einige sehr extreme Dinge, die man am besten gleich anspricht oder dann wirklich getrennte Wege geht. Das ist somit auch mein Kritikpunkt an der Umsetzung des Plots. 

Am liebsten mochte ich Liz. Ich hoffte so sehr, dass in der Gegenwart etwas passiert und freute mich, dass Shipman mich nicht enttäuschte. Toll fand ich auch den Bericht, in dem Em schreibt, dass sie mit ihrem Leben voll und ganz zufrieden war - es muss nicht immer die grosse weite Welt oder das viele Geld sei, man kann auch mit wenig absolut glücklich sein.

Fazit: Ein sehr nachdenklicher und ruhiger Roman - für mich war es der falsche Lese-Zeitpunkt, aber Shipman hat die Idee gut umgesetzt. 
4 Punkte.