Dienstag, 11. August 2020

Wo dich das Leben anlächelt von Jenny Colgan (Happy Ever After 2)

Klappentext:
Das Leben ist kein Streichelzoo für die alleinerziehende Mutter Zoe. Als Betreuerin in einer Londoner Luxus-Kita machen ihr die verwöhnten Sprösslinge und deren Eltern gleichermaßen das Leben zur Hölle. Ihre Miete ist schon wieder gestiegen, und ihr vierjähriger Sohn weigert sich zu sprechen. Das Angebot, eine fahrende Buchhandlung im idyllischen Schottland zu übernehmen und die drei Kinder eines Schlossherrn zu betreuen, scheint da ein wahrer Traum. Doch die Realität sieht anders aus: Die Kinder wollen Zoe schnellstmöglich wieder loswerden, ihr Arbeitgeber ist zwar attraktiv, aber scheint sie nicht zu mögen, und das Schloss in einem beklagenswerten Zustand. Erst eine geniale Geschäftsidee, ein dramatisches Ereignis und eine Liebeserklärung machen Schottland zum Land von Zoes Träumen.

Der Bücherbus fährt wieder! Allerdings sitzt nun nicht Nina, sondern Zoe am Steuer. Nicht nur das Fahren des Ungetüms, auch alles andere besitzt seine Tücken. 

Da wäre das Huhn, das immer im Wege sitzt; die schwierige Kundschaft, die sich nur von Nina bedienen lassen will; dann ihre andere neue Stelle als Au-Pair in einem Herrenhaus mit drei unerzogenen Kindern. Zudem ihr ständiges Ärgernis: der Vater ihres Sohnes, der sein Geld für sich selbst und eine mögliche DJ-Zukunft ausgibt, anstatt seinen Sohn zu unterstützen. Hari ist vier und spricht nicht. Doch im gleichaltrigen Patrick findet er in seinem neuen Zuhause einen Freund. Immerhin, denn Zoe fühlt sich fast noch einsamer als in London. 

Aber ihr bleibt nichts anderes übrig und so dreht Zoe das Steuer um: sie gibt den Kindern Regeln vor und sucht sich mit dem Bücherbus eine andere Nische. Wird Zoe damit Erfolg haben oder ist "Nanny Sieben", wie sie von den Kindern genannt wird, auch bald Geschichte und muss zurück in die Grossstadt?

Dieser zweite Teil der Happy Ever After-Serie hat mir ausgesprochen gut gefallen. Viel besser als der erste Teil, der sehr märchenhaft und manchmal ein wenig abgehoben daher kam. Denn "Wo dich das Leben anlächelt" ist bodenständig und zeigt echte Probleme auf - und Lösungsansätze.

Gemeinsam haben die beiden Teile die Liebe zu Büchern, die hier - neben dem Bücherbus - in Form von Leseratte Zoe und Antiquar Ramsay auftreten.

Ramsay gewährt aber niemandem Zugang zu seiner Bibliothek. Diesbezüglich kommt Zoe auf tolle Ideen, mit der sie das Leben für alle einfacher und lebenswerter machen kann. Denn die Herrenhaus-Geschichte basiert auf traurigen Begebenheiten, die anstatt verarbeitet, aus Niedergeschlagenheit tot geschwiegen wurden, mit tragischen Folgen für die ganze Familie.

Das Setting ist toll, vor allem weil das Herrenhaus am Loch Ness liegt. Aber auch die Geschichte überzeugt total und spätestens nach dem Lesen dieses Romans möchte ich das Loch Ness mal mit eigenen Augen sehen. 

Fazit: Viel zu schnell ausgelesen war die emotionale Geschichte mit Nanny Sieben am Steuer des Bücherbusses.  
5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Wo das Glück zuhause ist
Band 2: Wo dich das Leben anlächelt

Freitag, 7. August 2020

#litlovetalk August 2020


Wir stellen euch an jedem siebten Tag im Monat eine Frage zu Romanen, die von lit.love-AutorInnen geschrieben wurden.

August-Frage: 


Am liebsten alle! 

Aber so einfach ist das ja nicht, in Zeiten von Corona sowieso nicht. Sehr gerne würde ich aber mal nach Cornwall reisen und mir die Schauplätze von Anne Sanders Romanen anschauen, St. Ives zum Beispiel. Oder an die Nordsee fahren, wo u.a. Sylvia Lotts Bücher spielen, und dort Cheesecake essen oder gleich nach Norderney. Und dann war diesen Mai Persephone Haasis Schuld daran, dass ich total Lust gehabt hätte, einige Wochen in Aprikosenhainen der Provence zu verbringen.

Irgendwann wird das klappen. Vielleicht kann ich euch dann auch wieder mit einem Bericht, wie in diesem hier von meinem "Liebe auf drei Pfoten"-Spaziergang in Rom, beglücken. Fiona Blum hat mir dazu einige Tipps und genaue Strassenangaben gegeben, so dass es uns leicht fiel, alles zu entdecken. Liest ihn euch gut durch, vielleicht bekommt ihr dadurch auch Lust, euer nächstes Urlaubsziel mit einem Buch zu verbinden. Das macht mein Spaziergang doch, nicht? Und Rom ist sowieso immer eine Reise wert.

Auch Susanne Edelmann verrät euch heute auf ihrem Blog, wo sie die Gegenden, die in den Büchern beschrieben werden, genauer ansehen möchte. 

Wie sieht es bei euch aus - an welchen Roman-Schauplatz wollt ihr unbedingt irgendwann einmal hin? 




Damit es für euch einfacher ist passende Bücher zu finden, findet ihr hier die (bisherigen) lit.Love-Autorennamen:




Unter #litlovetalk findet ihr alle bisherigen Fragen und Antworten auch auf Instagram. 

Mittwoch, 5. August 2020

Die Dirigentin von Maria Peters

Klappentext:
New York, 1926: Für Antonia Brico gibt es nur die Musik. Unermüdlich übt sie an dem alten Klavier, das ihr Vater, ein Müllmann, auf der Straße gefunden hat. Ihr großer Traum: Dirigentin zu werden. Doch noch nie hat eine Frau in dieser Rolle auf der Bühne stehen dürfen. Als sie sich als junge Frau zu einem Konzert ihres Idols Willem Mengelberg schleicht, und sich auf einem Klappstuhl in den Mittelgang setzt, wird sie herausgeworfen und verliert dabei auch noch ihren Job im Konzerthaus. Sie steht vor dem Nichts. Doch sie gibt nicht auf und reist nach Europa, um für ihren Traum zu kämpfen. Sie verlässt sogar ihre große Liebe Frank, um nicht in dessen Schatten zu stehen. Unermüdlich klopft sie an die Türen der großen Musiker. Karl Muck, der legendäre Dirigent in Berlin, zerreißt vor ihren Augen ihr Empfehlungsschreiben. Antonia sieht letztlich nur einen Weg: Ein Orchester nur mit Frauen, von ihr selbst dirigiert. Mit dem Eröffnungskonzert ist klar: Es wird Antonia befreien – und die Musikwelt für immer verändern.

Dicht gedrängt wird in "Die Dirigentin" die Geschichte von Willy, Wilhelmina Wolthius, erzählt. Angefangen bei ihrer furchtbaren Mutter, der sie noch mit 23 Jahren ihr ganzes Geld aus zwei Jobs abgeben musste. Wie sie es schaffte, trotz allen Widrigkeiten zum Trotz Musikunterricht zu bekommen, ans Konservatorium zu gehen, in einer Band zu spielen, ihre Familiengeschichte zu enthüllen, und und und. 

Nicht ganz alles davon ist wahr. Maria Peters nahm sich fiktionale Freiheiten heraus und so ist dieser Roman zum gleichnamigen Film extrem spannend geraten. Ich empfehle deswegen den Roman zu lesen ohne zuerst (oder mittendrin, so wie ich) Antonia Brica und ihr wahres Leben zu googeln. Man macht sich sonst vielleicht zu viele Gedanken darüber, wie gewisse Buchszenen in Willys Leben ohne diese Zusätze gewesen wären, was von der spannenden Lektüre ablenkt. Das Lesen ohne Vorab-Info ist in diesem Fall einiges entspannender, obwohl alle Ereignisse eng aneinander gereiht die Seiten füllen und man als Leser*in kaum zum Luft holen kommt. 

Auch dann noch, als Willy es schafft und sie als Antonia Brico als erste Frau am Dirigentenpult steht. Denn nun steht die Frage im Vordergrund, ob die Musikwelt bereit ist, in dieser Männerdomäne eine Frau vor einem Orchester akzeptieren, ob die Musiker die Frau vor ihnen respektieren. Aber auch, ob die Menschen bereit sind, ihr überhaupt zuzuhören.

Das erste Konzert mit einem "Dirigenten, der zufällig eine Frau ist" - so Antonia Brico über sich selbst - war damals ein aufsehenerregendes Ereignis. Für uns heutzutage theoretisch total normal, auch wenn es immer noch eine Seltenheit ist, wenn eine Frau die Leitung eines Orchesters innehat. 

Es ist ein Roman über eine Frau, die hart arbeitete, um ihren Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen. Eine Frau, die aber nie ganz aus sich heraus kommen konnte, was ihrer fast schon gefängnismässigen Kindheit in der sie sich immer fügen musste, anzurechnen ist. So jedenfalls wirkt Antonia in "Die Dirigentin", mit der ihrer Landsfrau Maria Peters ein eindrücklicher Einblick in die starre Männer-Musikwelt der 20er, 30er und 40er Jahre gelingt. 

Doch nicht nur die Frage nach der Stellung der Frau, auch die allgemeine Toleranzfrage wird in einigen Figuren-Beispielen sehr gut eingearbeitet, teilweise fast ein wenig zu klischeehaft überzogen. Auch hier wieder vielleicht etwas zu komprimiert, aber die Leser*innen bekommen einen guten Eindruck der damaligen Zeit. So ist "Die Dirigentin" nicht nur für Klassik-Interessierte ein toller Roman.

Fazit: Spannende und interessante Geschichte über eine willensstarke Frau, die sich ihren Platz vor dem Orchester durch entbehrungsreiche Jahre erobert.
4 Punkte. 


Samstag, 1. August 2020

Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im August 2020

Heute am 1. August feiern wir in der Schweiz unseren Nationalfeiertag. Es ist heiss, 32°, aber bis vor drei Stunden wehte immerhin ein kleines Lüftchen, so dass es Mittags auf dem Balkon doch noch angenehm war. Ich bin froh, haben wir unsere kleine traditionelle Hausfeier auf Montag vorverlegt. Da war es wesentlich angenehmer draussen. 

Deshalb sitze ich jetzt auch wieder drinnen, aber nicht mehr lange vor dem Computer. Ich möchte meinen aktuellen Krimi, den neuesten Brunetti, "Geheime Quellen" noch auslesen, bevor ich nach dem Abendessen ein neues Buch beginne. Habe mir gerade in der Onleihe einige Krimis ausgeliehen - ja, ich weiss, so wird das nie was mit dem SuB-Abbau - aber ich hatte grad Lust darauf. Ausserdem hatte ich mir dort "Die Seidenvilla" vorgemerkt, das Ausleihdatum war auf März 2021 datiert und so staunte ich nicht schlecht, als ich gestern per Mail informiert wurde, dass es bereits schon erhältlich ist. Wollte damit eigentlich wirklich warten, um dann bei Gefallen alle drei Bände hintereinander zu lesen. 


Meine letzten Neuzugänge:

  



Heute ist dann auch ein vorbestellter neuer Roman bei mir eingetroffen: "Der Duft von weissem Burgunder". Hört sich nach einem schönen Spätsommerroman an. Den leg ich aber mal noch auf die Seite, denn es ist ja noch nicht Spätsommer und es warten vier Rezensionsexemplare, die in den nächsten Tagen, bzw. in 18 Tagen erscheinen, es handelt sich dabei um die ersten vier Cover:

Interessante Neuerscheinungen im August 2020:








Wie ihr seht, stehen im August auch einige Fortsetzungen an, der zweite Happy Ever After-Band, der dritte Teil der Kalifornischen Träume und der zweite Band der Cedar Cover-Reihe. Neben einigen historischen Romanen über bekannte Frauen, kommt Ende Monat auch schon der erste Weihnachtsroman 2020! "Eisblumenwinter" hört sich auch eher nach kühler Jahreszeit an. Der wäre vielleicht aktuell nicht schlecht um ein wenig abzukühlen, doch vielleicht passt er Ende August dann auch 😉 Ob ich "Der geheime Code der Frauen" lesen werde, glaube ich aktuell noch nicht. Es hört sich interessant an, aber ich befreie stattdessen lieber mal meine historischen Romane vom SuB.

Auf welche neuen und alten Bücher freut ihr auch im August?



Freitag, 31. Juli 2020

Lesebiografie Juli 2020

Zum Ende hin hat der Juli nochmals alles gegeben - in Sachen Temperaturen zumindest. Bis vor einigen Tagen war ich mit dem Sommerwetter noch sehr glücklich, doch diese Woche wurde es wieder sehr heiss. Zu heiss für mich, zumindest wenn ich solche heissen Tage zuhause verbringen muss und nicht am Meer bin. Am Meer sind 35° einfach angenehmer auszuhalten! 


Wir sind noch mitten in den Sommerferien, drei Wochen sind vorbei, zwei liegen noch vor uns. Bisher waren wir viel unterwegs. Da meine Familie nicht in ein Hotel in die Berge wollte, machten wir viele Tagesausflüge. Für mich sind diese Tage anstrengend, denn die Arbeit zuhause muss ja auch noch getan werden. Abends war ich nach all den Ausflügen, bei denen wir stundenlang mit Maske unterwegs waren (wir fahren ÖV, da ist auch auf Aussendeck von Schiffen Maske Pflicht), schlicht und einfach nur noch müde. Ich kann mich ganz mit dem folgenden Spruch identifizieren, den ich letzthin online gesehen habe:


Zurück nach Hause und Maske ab ist das neue "auf die Couch und BH ausziehen". 

So hatte ich weder auf dem Heimweg noch spätabends Lust gross zu lesen. Auch die Zeit zum Rezensionen schreiben fehlte mir weitgehend. So war auf dem Blog nicht so viel los wie sonst. Gelesen habe ich 14 Bücher, darunter vier Kurzkrimis. 

Nun bin ich wieder up to date mit der Cherringham- und auch der "Tee? Kaffee? Mord!"-Reihe. Drei Bücher konnten mich im Juli nicht überzeugen. "Dolce Vesuvio" ging noch, war im Grossen und Ganzen okay. Es hatte zwar einige Schwächen, war aber unterhaltend. Doch "Café mit Meerblick" wies zu viele Längen und Wortwiederholungen (Unlust beim Übersetzen? Dasselbe fiel mir bereits bei einem anderen Buch der Autorin auf) auf und bei "Madeiraschweigen" nahm das Privatleben der Polizistengattinnen viel zu viel Raum ein und wurde sehr schlecht mit dem Fall verbunden, weil es zwei unterschiedliche Themen waren. Auch aus demselben Grund gelang der Bezug zu Kaisern Sissi nicht und so war der neue Avila-Fall leider sehr langweilig und wird von mir nicht rezensiert. 

3 Punkte:
- Café mit Meerblick von Caroline Roberts
- Madeiraschweigen von Joyce Summer (Avila 3) 

3.5 Punkte:
- Dolce Vesuvio von Astrida Wallat 

4 Punkte:
- Miss Rittinghouse und die sprechenden Bücher von Ellen Barksdale (Tee? Kaffee? Mord! 13)
- Ein Doppelgänger zuviel von Ellen Barksdale (Tee? Kaffee? Mord! 14) 
- Giulias Geschichte von Constanze Wilken (Die Frauen der Villa Fiore 1)
- Die Hoffnung wird dich finden von Jana Lukas (Die Mühleschwestern 2) 
- Je höher die Flut (Mags Blake 5) 
- Hochzeit mit Hindernissen von Neil Richards und Matthew Costello (Cherringham 36)
- Das vergessene Haus von Neil Richards und Matthew Costello (Cherringham 37)
- Azurblau für zwei von Emma Sternberg 

5 Punkte: 
- Das Meer in deinem Namen von Patricia Koelle (Ostseetrilogie 1) 
- Miss Kelly und der Zauber von Monaco von Heather Webb und Hazel Gaynor 


Dann habe ich den ersten Teil der Villa Fiore-Reihe gelesen. Ursprünglich sollten drei Bände erscheinen, doch anscheinend will der Verlag nun doch keinen dritten Teil veröffentlichen. Schade, denn für die Leser*innen fehlt dann halt die Geschichte der dritten Schwester. Ebenfalls vom SuB erlöst habe ich "Azurblau für zwei" - eine nette, leichte Geschichte. Noch schöner fand ich "Das Meer in deinem Namen", der erste Teil der Ostseetrilogie. Hätten die Folgebände beide nicht je um die 600 Seiten hätte ich die gleich auch noch gelesen - die wären ideal gewesen, um am Strand oder Pool zu lesen, was vor Corona theoretisch für diesen Sommer geplant war.

Als Rezensionsexemplare hab ich den fünften Fall der Mags Blake-Krimireihe  "Je höher die Flut" gelesen und rezensiert: solid, aber nach dem rasanten vierten Fall fast ein wenig langweilig. Der zweite Teil der Mühleschwestern hat mir bis auf den Twist am Schluss gut gefallen, da freue ich mich auf den dritten Teil im Herbst. Die Reihe kommt sicher auf meine Highlight-Liste Ende Jahr! Total überzeugt hat mich aber "Miss Kelly und der Zauber von Monaco"! Die Rezension dazu ging gestern online. 


Wer jetzt mitgezählt hat, wird feststellen, dass ein Buch fehlt. Denn Anfang Juli habe ich einen Roman testgelesen, der im März 2021 erscheint. Ihr dürft euch darauf freuen, aber ich muss dazu noch schweigen... 😀

Mit welchen Büchern ich mich im August befassen werde, erfährt ihr im morgigen Beitrag. Und ich geh jetzt mal schauen, welchen neuen Roman ich heute zu lesen beginne, ich bin mir noch nicht sicher...

Donnerstag, 30. Juli 2020

Miss Kelly und der Zauber von Monaco von Hazel Gaynor und Heather Webb

Klappentext:
Sommer 1955. Filmstars und Paparazzi strömen zum glamourösen Filmfest nach Cannes, doch der größte Star von allen, Grace Kelly, will nichts mehr, als dem Blitzlicht zu entkommen. Auf der Flucht vor dem hartnäckigen britischen Fotografen James Henderson stolpert sie in die Boutique der Parfümeurin Sophie Duval, die sie im Hinterzimmer versteckt – der Beginn einer tiefen Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Noch ein Jahr später kann James Henderson seine kurze Begegnung mit Sophie Duval nicht vergessen. Obwohl er Schuldgefühle hat, weil er seine Tochter allein lässt, nimmt er den Auftrag an, über die Hochzeit des Jahrhunderts zu berichten, und begleitet Grace Kellys Hochzeitsgesellschaft nach Monaco. Dort müssen James und Sophie – wie auch Prinzessin Grace – entscheiden, was sie bereit sind, für die Liebe zu opfern.

Viele Leser*innen, ich eingeschlossen, waren von Sophie Benedicts "Grace Kelly und die Anmut der Liebe" enttäuscht, es las sich eher wie eine Abfolge von Lebensdaten. Zwar interessant, aber es fehlte an Emotionen. 

Die bekommt man hier! 

Zwar ein wenig anders als vielleicht erwartet. Aber sie sind drin, in diesem Roman aus der Feder von Heather Webb und Hazel Gaynor.

In Cannes versteckt Parfümeurin Sophie die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly in ihrem Büro. Ein Fotograf ist ihr auf den Fersen. James hat aber nicht wirklich Lust auf Promi-Shooting, seine Leidenschaft sind Naturfotografien. Doch er muss seinem Arbeitgeber, einer englischen Zeitung, Fotos von Stars abliefern, und ist deshalb eines Nachmittags Grace auf den Fersen. 

James durchschaut das Versteckspiel, ist aber von Sophie gefesselt. Und so entwickelt sich einerseits eine Freundschaft zwischen Sophie und Grace, zwischen Sophie und James, und sogar minim eine zwischen James und Grace. 

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Sophie und James erzählt. Zwischen ihnen beginnt eine feine Liebesgeschichte. Die Knotenpunkte sind die Eckdaten aus Graces Leben: als Grace Fürst Rainier öffentlich kennenlernt, später ihre Vermählung bekannt gegeben wird, die Schifffahrt der Brautfamilie von New York nach Monaco und natürlich die fürstliche Hochzeit selbst.

Grace bleibt zwar auch in "Miss Kelly und der Zauber von Monaco" eher leise im Hintergrund, aber man erlebt sie als Frau mit Gefühlen und einer grossen Portion Humor. In Webb/Gaynors Roman kommt Grace Kelly eher als Nebenfigur vor, die Dritte im Bunde sozusagen, aber man spürt sie hier viel mehr als in Benedicts Roman. 

Ebenso sachte und leise wie Grace Kelly's Story hier eingewebt wird, wird diejenige von Sophie und James erzählt. Beide stehen an einem gewissen Punkt an ihrem Leben, der Veränderung herauf ruft. Sophie hat Schulden und spielt mit dem traurigen Gedanken entweder Land oder ihr Ladengeschäft zu verkaufen. James mag das Paparazzi-Fotografieren nicht und hofft, seine Leidenschaft anderweitig ausüben zu können. Manchmal hätte ich Sophie gerne zu anderen und rascheren Entscheidungen gedrängt, aber ihre waren trotzdem verständlich.

All das zusammen ergibt einen schnell zu lesenden und packenden Roman, der trotz historisch bedingter Vorhersehbarkeit mit überraschenden Szenen gespickt ist. 

Fazit: Ein total schönes Eintauchen in die monegassische Geschichte der 50er Jahre.
5 Punkte. 

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und Random House!

Weitere Romane über Grace Kelly:
- Grace und die Anmut der Liebe von Sophie Benedict
- Grace - das Mädchen mit den weissen Handschuhen von Kerri Maher (erscheint am 16. November 2020)

Dienstag, 21. Juli 2020

Krimi: Je höher die Flut von Mary Ann Fox (Mags Blake 5)

Klappentext:
Spätsommer in Cornwall: Bei der großen Tombola des Erntedankfestes gewinnt Mags einen Rundflug über Rosehaven. Sie ist begeistert – bis der Motor plötzlich aussetzt und sie nur knapp einer Katastrophe entgehen. Es stellt sich heraus, dass das Flugzeug manipuliert wurde – nicht der erste Versuch, dem jungen Piloten zu schaden. Haben die Pläne für ein neues Luxusresort etwas damit zu tun? Als dann die Leiche einer bekannten Autorin im Hafen angespült wird, befindet sich Mags schneller, als ihr lieb ist, mitten in einem neuen Fall.




Ich war ja so neugierig auf diesen 5. Fall! Denn auch nach dem sehr spannenden vierten Band ist eine Sache in Mags Vergangenheit ist noch offen: der Verbleib ihrer Mutter. 

Doch um darüber nachzudenken hat Mags nicht viel Zeit. Ihren Arm kann sie nach dem Unfall noch immer kaum bewegen, somit kann sie beim Dorffest nicht viel helfen. Das Glück ist Mags aber hold, sie gewinnt einen Rundflug über die Küste.

Leider kann sie und Pilot Tim den Flug nicht geniessen, denn sie müssen notlanden. Ein Sabotageakt - so gar nicht lustig, denn ihr Leben stand auf dem Spiel. Als kurz darauf an der Küste die Leiche einer Frau gefunden wird, weiss Mags, dass das kein Zufall sein kann. Doch was haben beide Dinge gemeinsam? Wer will verhindern, dass Tim in die Luft geht, und warum? Und wieso fühlt sich Mags oft beobachtet?

Nicht ganz so spannend wie frühere Fälle, doch auf jeden Fall interessant ist die Story von "Je höher die Flut". Mags beweist einmal mehr den richtigen Riecher und löst mit ihrer raschen Auffassungsgabe den Fall. 

Aber auch hier geht es nicht ohne die Hilfe ihrer Freunde aus Rosehaven, jeder trägt etwas bei. Privat läuft es auch ganz gut, denn wenn gerade Sam nicht bei Mags wohnt, ist Mary nicht weit, auch ohne dass Inspector Eric die junge Polizistin (und mittlerweile gute Freundin) Mags zur Seite stellt. Mary scheint sich in Rosehaven auch immer wohler zu fühlen, wie dieser fünfte Band beweist. Love is in the air, vielleicht. 

Fazit: Nicht sehr spannend, aber ein interessanter Fall und noch interessantere News in Mags Privatleben! 

Reihenfolge:
Band 5: Je höher die Flut