Donnerstag, 15. April 2021

Top Ten Thursday 15.04.21 - Zehn Bücher, die ihr richtig gut findet

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die ihr richtig gut findet, aber noch nie beim TTT vorgestellt habt. 

Es mag zwar von Vorteil sein, dass ich erst seit diesem Jahr beim TTT mitmache und somit noch nicht so viele Bücher zeigen konnte. Doch Ende Februar wurde nach Lieblingsbücher deutscher Autor*innen gefragt und da habe ich schon richtig gute Bücher genannt. Jetzt hätte ich aber freie Wahl bei den Krimi- und den ausländischen Autor*innen - aber dennoch die Qual der Wahl und ich hätte locker viel mehr als 10 Bücher aus den Sparten Romane, Krimis und historische Romane nennen können. 

Ich habe mich jetzt für zehn zwölf Einzelbände entschieden, deshalb fehlen nun einmal mehr meine geliebten Krimis - einige davon habe ich ja schon letzte Woche untergebracht. Es sind alles total fesselnde Romane, die in Erinnerung bleiben und die ich euch gerne empfehle. 






Zu den Rezensionen:
Der geheime Schwimmclub von Mary Kay Andrews
Die Honigtöchter von Christina Caboni
Die Karte des Himmels von Rachel Hore
Nachts nach Venedig von Veronica Henry
Brombeerwinter von Sarah Jio
Die Gabe der Zeichnerin von Martina Kempff
Liebe mit zwei Unbekannten von Antoine Laurain
Der Sommer der Frauen von Mia March
Das italienische Mädchen von Lucinda Riley
Der Wind der Erinnerung von Kimberley Wilkins

Wie erging es euch heute mit der Qual der Wahl? 
Oder war es ganz leicht euch für "nur" zehn Bücher zu entscheiden?

Mittwoch, 14. April 2021

Sweet at heart von Robin Neeley (Honey Spring 2)

Klappentext:
In der kleinen kalifornischen Stadt Honey Springs dreht sich alles um Honig. Vom Buchladen «The Book Bee» bis zur Baseballmannschaft der Schule, den «Honey Hornets», alle sind stolz auf das besondere Markenzeichen ihrer Stadt und zeigen das auch. Nur einer nicht: Patrick Manning, der Besitzer des Coffeeshops, weigert sich beharrlich, seinem Geschäft einen Honig-inspirierten Namen zu geben. Und das ärgert Madison Porter, die Assistentin der Bürgermeisterin, jeden Tag aufs Neue. Vor allem weil sie in dem Laden selbst eine Eisdiele eröffnen wollte, und Patrick ihr die Immobilie vor der Nase weggeschnappt hat. Der Kerl ist einfach unausstehlich. Daran ändert auch nichts, dass ihr Herz jedes Mal einen kleinen Hüpfer macht, wenn sie sich streiten.


Schon im ersten Band bei der ersten Begegnung von Madison und Patrick merkte man, dass zwischen ihnen Funken fliegen.

Diese fliegen hier übergangslos weiter. Erst recht als im Bürgermeisterbüro eine Schachtel mit Papieren gefunden wird, die mit dem Verkauf der ehemaligen Eisdiele "Honey Cone" und jetzigen Cafés "Bean and Brew" zu tun haben. 

Das ärgert Madison, denn sie wollte damals eine Eisdiele eröffnen, doch Patrick hat den Laden schlussendlich bekommen. Mit den neuen Informationen fordert Madison deshalb Patrick zu einem Wettbewerb heraus: wer in den nächsten Tagen mehr Umsatz macht, gewinnt den Laden. Als Anwalt weiss Patrick, dass er im Recht ist und ihm der Laden gehört, egal wie dieser Wettbewerb ausgeht. Trotzdem heisst es ab da klar: Kaffee gegen Eiscreme.

Da Patrick über die Hintergründe des damaligen Verkaufs immer mehr herausfindet, lässt er Madison gewähren. Sie ist die erste Frau seit langem, die ihn interessiert. Doch sie hasst hin. Umgekehrt merkt auch Madison, dass Katze Belle - die als Hochzeitsstifterin gilt - vielleicht gar nicht so verkehrt liegt. Aber Patrick mag sie eh nicht, kein Wunder, so wie sich ihm gegenüber die letzten drei Jahre verhalten hat. Zu zeigen, dass sie ihn jetzt lieber mag, fällt Madison schwer, obwohl sie aktuell nicht nur wegen dem Wettbewerb viel Zeit zusammen verbringen, sondern auch anstelle von der kranken Bea, das Honig-Festival zusammen organisieren müssen. 

Der erste Band "Sweet like you" war total schön zu lesen und so war ich sehr enttäuscht, als es in diesem zweiten Band in der ersten Hälfte nur um diesen doofen Wettbewerb ging und Madison sich in eine neidische Furie verwandelte. Kein Wunder, dass ich Patrick viel lieber mochte. 

Zum Glück änderte sich die Stimmung in der zweiten Hälfte. Madison und Patrick werden sanfter, sie traut ihren Gefühlen nicht - wenn sie wüsste, was er für sie plant! 

Am Ende war ich zwar versöhnt, dennoch fehlt diesem Band der Charme, der den ersten so lesenswert und schön kuschelig machte. 

Es gibt natürlich ein Wiedersehen mit der halben Kleinstadt. Alle packen wie gewohnt mit an oder kommandieren andere herum und dazwischen streift Belle mit ihren Katzenkindern allen, besonders den zwei Protagonisten, um die Beine herum.  

Fazit: Nicht so gut wie der erste Band, aber spätestens nach der Mitte nett zu lesen. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 2: Sweet at heart

Dienstag, 13. April 2021

Die Roseninsel von Gabriele Diechler

Klappentext:
Buchhändlerin Emma reist nach London, um ihren verstorbenen Eltern noch einmal nahe zu sein, denn diese hatten sich dort kennen- und lieben gelernt. Schon am ersten Tag begegnet ihr die sympathische Witwe Ava. Die beiden Frauen freunden sich an, und Ava macht Emma das verlockende Angebot, in ihrem Anwesen auf der Roseninsel in Cornwall die Bibliothek auf den neuesten Stand zu bringen. Begeistert sagt Emma zu. Völlig unerwartet trifft sie in dem Haus auf den Klippen auf Avas Sohn Ethan, der ihr gegenüber sehr abweisend ist. Dennoch fühlt Emma sich zu ihm hingezogen. Als sie herausfindet, was hinter Ethans kühler Fassade steckt, begreift sie, wie tief Liebe gehen kann – und steht plötzlich vor der größten Herausforderung ihres Lebens.


Schafft euch ganz viel freie Zeit, bevor ihr diesen Roman zu lesen beginnt. Denn einmal angefangen, will man nicht mehr aufhören zu lesen. 

Die Geschichte um Emma, die den Buchladen ihrer verstorbenen Eltern aufgeben musste und nun im Angestelltenverhältnis einer Filialkette nicht glücklich ist, begeistert. Sie braucht dringend Abstand und möchte auf den Spuren ihrer Eltern erst nach London und dann nach Cornwall. 

Ihre Eltern haben sich in London kennengelernt, ihre Mutter ist in Cornwall aufgewachsen. Emmas Reisewünsche erfüllen sich und tatsächlich verbringt sie erst einige Tage in London, bevor sie nach Cornwall gelangt. Doch ihre Auszeit wird ganz anders als von ihr geplant. 

Nicht nur für Emma gibt es viele Überraschungen auf ihrem Trip, auch die Leserinnen werden immer wieder mit neuen Wendungen belohnt. Seien es unerwartete Begegnungen mit Tieren oder Menschen, aber auch Orte, an die uns Gabriele Diechler auf dieser Lesereise mitnimmt. 

Die Charaktere sind der Autorin gut gelungen, man weiss fast nicht, wer einem am besten gefallen hat. Emma und Ava sicher, kautzige Wirtinnen kommen ebenfalls auf die Liste. Aber der heimliche Favorit ist Jimmy - ein bellender Vierbeiner, der Emmas und auch mein Herz schnell erobert hat. 

Auf den ersten Blick ist wirklich viel "rosa" in der Geschichte da, aber man merkt schon zu Beginn, dass viel mehr dahinter steckt und der Roman eine tiefergehende Basis hat. Neben der Geschichte von Emma (und der später dazukommende misstrauische Ethan) gibt es öfters kurze Einschübe, Rückblicke auf das Leben von Emmas Eltern, die zeigen, wie sehr sich die beiden geliebt haben. 

Es ist der erste Roman, den ich von Gabriele Diechler gelesen habe. Die Geschichte und ihr Schreibstil gefallen mir so gut, so dass ich sicher noch weitere Bücher von der Autorin lesen möchte. 

"Die Roseninsel" ist ein schöner Liebesroman, der vielleicht nicht so lange in Erinnerung bleibt, aber der einem direkt beim Lesen alles ringsrum vergessen lässt. 

Fazit: Ein toller Pageturner, der euch erst nach London und dann nach Cornwall führt. 
4 Punkte. 

Montag, 12. April 2021

Die Bildhauerin von Pia Rosenberger (AFzAuL 5)

Klappentext:
Paris, 1881. Die siebzehnjährige Camille Claudel wusste schon früh, was sie will: Bildhauerin werden. Doch als Frau bleibt ihr eine Ausbildung an der École des Beaux-Arts verschlossen. Gemeinsam mit zwei Freundinnen mietet sie ein Atelier und stürzt sich in ein Leben der Bohème. Schon bald erregt sie mit ihren Plastiken die Aufmerksamkeit des viel älteren Auguste Rodins. Dieser protegiert und unterrichtet sie, Camille wird zu seiner unentbehrlichen Mitarbeiterin und schließlich auch Geliebten. Doch sie wünscht sich mehr, als nur eine seiner Musen zu sein.



Auf diesen Roman hab ich gewartet! 

Dieser Roman ist eins von drei Büchern, auf die ich mich 2021 am meisten freute. Ich bin begeistert von Camilles Kunstwerken und hab vor vielen Jahren alles gelesen was es über sie und Auguste Rodin zu lesen (und sehen) gab. Viel war es nicht, aber seither gehört "Der Kuss" von Anne Delbée zu meinen Lieblingsbüchern. Dass ich nun, nach so langer Zeit, endlich mal wieder über eine meiner Lieblingskünstlerinnen etwas lesen kann, freut mich riesig.

Der Roman beginnt, als Camille auf ihrem Weg zu ihrer ersten Lektion in der Académie Colarossi ist. Louis-Prosper-Claudel förderte seine Tochter, was 1881 eher ungewöhnlich war. Auch Paul Dubois und Alfred Boucher, Camilles erste Lehrer, sahen ihre Begabung und ermöglichten ihr Unterricht an dieser Kunstschule. 

An der Académie freundet Camille sich mit drei Engländerinnen an, Emily, Amy und Jessie, sowie mit Umberto, einem italienischen Model. Ein weiterer wichtiger Mann in ihrem Leben war der Komponist Claude Debussy. Mit ihm kam sie raus aus den staubigen Ateliers, sah sie Paris durch andere Augen, mit ihm konnte sie das Leben geniessen. Alles war leicht und unkompliziert mit Claude. 

Doch Camille opfert ihr Leben wortwörtlich der Bildhauerei und ihrem Lehrer Auguste Rodin. Ihm ist sie mit Haut und Haar verfallen, obwohl sie sich anfänglich total dagegen sträubt. Für ihn war sie Model, Muse, Beraterin und Geliebte. Doch niemals die Ehefrau, die sie so gerne gewesen wäre. Sie war ihm mindestens ebenbürtig wenn nicht besser, das wusste Rodin. Aber zu Lebzeiten schaffte Camille es nie über Rodin hinaus. Und das, obwohl er einer der Wenigen war, die Frauen in der Kunst als ebenbürtig ansahen, überall sonst begegnete sie dem Vorurteil des schwachen Geschlechts.  

Neben der Beziehung zu Rodin wird in "Die Bildhauerin" das Augenmerk auch auf Camilles Familie gelegt. Vor allem Pauls Entwicklung, der später ein bekannter Literat wurde, wird sehr gut beschrieben. Pauls Wesen, seine Angst vor dem Leben, seine Gottesfürchtigkeit und seine Hinwendung zum katholischen Glauben, obwohl aus einem Agnostikerhaushalt stammend, und somit das pure Gegenteil von Camille, wird toll geschildert. Paul hielt den Lärm zuhause kaum aus. Er, Camille und ihr Vater waren ein Team, die Mutter und Schwester Louise ein anderes. Doch Camille und Paul hielten zusammen, so unterschiedlich sie auch waren.

Es gibt immer wieder Rückblicke in Camilles Kindheit, die einerseits aufzeigen, wie Camille immer schon nur bildlich dachte, alles in ihren Händen formen wollte und "Dreck" liebte; andererseits die Streitereien ihrer Mutter mit allen anderen. Eine Mutter, die immer nur wer sein wollte, aber die Genialität von zweien ihrer dreier Kinder nie sah und mit ihrem Gekeife beide aus dem Haus jagte. 

Aufgrund dieser Einblicke gefällt mir der  Roman "Die Bildhauerin" und ich denke, dass die Autorin Pia Rosenberger die wichtigsten Schritte im Leben der Künstlerin Camille Claudel gut herausgearbeitet hat. 

Mir fehlte aber ein Nachwort, in dem beschrieben gewesen wäre, wie es mit Camille und Rodin weiter ging. Denn sie trennte sich später endgültig von ihm, verwahrloste daraufhin und wird in eine Psychiatrie eingewiesen. 

Dies, und viele weitere Szenen, die noch viel mehr mit Camilles eigenen Kunstwerken und eben auch dem berühmten "Der Kuss" zu tun haben, wird enorm eindrücklich im Roman von Anne Delbée und im Buch von Reine-Marie Paris beschrieben. Wer durch die Lektüre der "Die Bildhauerin" neugierig geworden ist und noch mehr über Camille Claudel erfahren möchte, dem seien diese beiden Bücher empfohlen.

Alle andern bekommen mit dem vorliegenden Roman von Pia Rosenberger einen guten Einblick in Camille Claudels Leben, wie auch in die Arbeit der Bildhauer im 19. Jahrhundert.

Fazit: Ein Leben im Staub und der Kunst verschrieben - zwar im Gegensatz zu anderen Büchern über die Künstlerin eher zahm und nicht zu Ende erzählt, aber dennoch spannend und schön zu lesen, da der Schwerpunkt auf anderen Szenen lag. 
4.5 Punkte. 


Reihenfolge "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe":
Band 1: George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert
Band 2: Die Pianistin von Beate Rygiert (Clara Schumann)
Band 3: Milena und die Briefe der Liebe von Stephanie Schuster (Milena Jesenka)
Band 4: Die Rebellin von Thérèse Lambert (Lou Andreas-Salomé)
Band 5: Die Bildhauerin von Pia Rosenberger (Camille Claudel)
Band 6: Frau von Goethe von Beate Rygiert (Christiane Vulpius) (ET 16.8)


Mehr über Camille Claudel in:


Der Kuss von Anne Delbée erschienen im btb Verlag
Camille Claudel von Reine-Marie Paris erschienen im S. Fischer Verlag
- Camille Claudel - Eine Verfilmung mit Isabelle Adjani und Gérard Depardieu

Sonntag, 11. April 2021

Josephine Baker und der Tanz des Lebens von Juliana Weinberg (Ikonen ihrer Zeit 3)

Klappentext:
New York, 1924. Mit kleineren Auftritten als Tänzerin versucht Josephine ihre Familie zu unterstützen, als sie nach Paris eingeladen wird. Bei der »Revue Nègre« tanzt sie in vorderster Reihe. Schon bald ist Josephine ein gefeierter und erfolgreicher Star. Sie besitzt einen eigenen Klub in Paris, nimmt Songs auf, spielt in Filmen mit und tritt auf der ganzen Welt auf. Doch egal wo sie hinkommt, ihre Darbietungen bringen ihr Anbetung und Missachtung zugleich ein. Schließlich wird Josephine vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens gestellt. Kämpft sie für ihre Überzeugung oder ihre Liebe?



Von Josephine Baker wusste ich bisher nicht viel. Eigentlich nur, dass sie als dunkelhäutige Tänzerin mit ihrem Bananenröckchen für viel Aufsehen sorgte. Über ihr Privat- und Liebesleben wusste ich hingegen gar nichts. 
 
Deshalb war ich sehr neugierig auf diese Romanbiografie von Juliana Weinberg. Die Autorin brachte mir Joseohine Baker sogleich näher. Eindrücklich wird zu Beginn geschildert, wie Josephine in den Slums von St. Louis aufwuchs. 

Sofort hat mich der Roman gepackt und obwohl ich ja bereits wusste, dass Josie, wie sie von ihren Freunden genannt wurde, eines Tages berühmt sein wird, hab ich mitgefiebert, als von ihren ersten Engagements als Revuetänzerin berichtet wurde und sie aufgeboten wurde, nach Paris zu kommen, um dort in der neugegründeten Revue Nègre zu tanzen. 

In Paris kann Josephine es kaum glauben, dass sie in einem Hotel wohnen und essen darf und als Schwarze nicht hinausgewiesen wird. Selbst Jahre später, als sie die berühmteste Frau in Europa war, war es ihr bei Besuchen in Amerika nicht möglich, ein Hotelzimmer zu bekommen und wurde noch immer nicht in Restaurants bedient. Ein Leben lang leidet sie unter der sozialen Segregation und setzt sich alsbald selbst für die Bürgerrechtsbewegung ein. 

Doch das ist längst nicht alles. Josephine führte ein ausschweifendes Leben, sie hatte fast immer mehr Träume und Wünsche als Geld und hörte nicht auf die Stimmen derer, die sie warnten. Sie war Tänzerin, Kriegsspionin, Sängerin, Geliebte, Mutter - nicht immer sympathisch, aber sie gab immer alles. Man muss sie nicht mögen, aber achten für das, was sie Gutes tat. 

So ist "Josephine Baker und der Tanz des Lebens" eine eindrucksvolle Lebensgeschichte, in die uns die Autorin auf den Spuren der legendären und extravaganten Miss Baker mitnimmt. 

Der Roman ist eine Art Zeitzeuge und allen geschichtsinteressierten Leser*innen wärmstens empfohlen.

Fazit: Zwischen Luxus und Rassenhass - eine abenteuerliche und emotionale Reise durch Miss Bakers unkonventionelles Leben. 
4 Punkte. 


Samstag, 10. April 2021

Sommerleuchten am See von Sarah Morgan

Klappentext:
Von Kindesbeinen an waren Becca und Clare beste Freundinnen. Doch kurz vor Beccas Tod hatten sie Streit, und Clare konnte sich nicht versöhnen. Für sie ist es trotzdem keine Frage, dass Beccas Mann Jack und ihre Kinder wie jedes Jahr den Sommer bei ihr und ihrer Familie am malerischen See im Lake District verbringen. Auch wenn Jack eine neue Frau mitbringt – was ihr, aber besonders der ältesten Tochter Izzy zu schaffen macht. Und dennoch scheint diese Flora genau der richtige Mensch zu sein, der da ist, als dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht kommen.



Schauplätze des neuen Romans von Sarah Morgans sind Brooklyn NYC und der britische Lake District. 

In New York wohnt Floristin Flora, die sich mit Jack anfreundet, nichtahnend, was er für eine Geschichte hinter sich hat. Jack ist Witwer und Vater zweier Mädchen, von der siebenjährigen Molly und von Izzy, die gerade 17 wird. Später in der Geschichte reisen sie alle zusammen nach England zu Clare und ihrer Familie. Hier wollen sie drei Wochen Sommerferien verbringen, so wie es seit jeher Tradition war. Denn Clare war die beste Freundin von Becca, Jacks verstorbener Frau. 

Der Roman wird aus drei Perspektiven erzählt: Clare, Izzy und Flora.
 
Clare hat Bedenken Flora gegenüber, doch sich mit Flora anzufreunden, fällt ihr viel leichter als gedacht. Obwohl Clare es in ihrem Inneren weiss und oft auch von ihrer Mutter gesagt bekam, merkt Clare erst jetzt, wie das mit ihrer Freundschaft zu Becca wirklich lief. 

Izzy versuchte nach dem Tod ihrer Mutter, zuhause in den Staaten, die kleine Familie zusammen zu halten und sich unentbehrlich zu machen. Von Flora fühlt sie sich deshalb bedroht. Jack macht die Augen zu und denkt es sei normales Teenagerverhalten, obwohl ihn Flora oft darauf anspricht.

Flora kennt sich mit Trauer aus. Auch mit dem Gefühl, nicht gewollt zu sein. Sie ist liebenswürdig, aber auch sehr einsam, denn die Zeit hat sie geprägt und Flora verbiegt sich oft, um zu gefallen und gemocht zu werden. Irgendwann ist aber der Punkt da, wo das nicht mehr geht und sie vor einer Entscheidung steht.

Ein Sommer ohne Becca, dafür mit Flora - das ist nicht für alle der Beteiligten einfach. Insbesondere für Clare und Izzy. Beide hüten ein Geheimnis über Becca und denken, es wäre besser zu schweigen. Doch dann kommt alles ans Licht.

Sarah Morgan bietet starke Figuren, eine tiefgründige Geschichte, die mit viel Humor aufgelockert ist. Das Setting, das Haus am See, ist bezaubernd. 

"Sommerleuchten am See" ist ein kleines Familiendrama, in dem es um Verlust, Akzeptanz, Wut, Selbstliebe und Ehrlichkeit geht. Alles wurde realistisch geschildert, mir war an einigen Stellen aber zu viel Drama dabei. 

Dieser Roman hier ist ein bisschen anders, als von Sarah Morgen gewohnt. Es gibt bessere Romane von ihr, dennoch habe ich ihn gern gelesen. 

Fazit: Ein Roman mit starken Charakteren, tiefgründig, aber ein wenig anders, als von Sarah Morgan gewohnt. 
4 Punkte. 




Freitag, 9. April 2021

Liebe im kleinen Brautladen am Strand von Jane Linfoot (Wedding Shop 5)

Klappentext:
Es ist ohne Frage der romantischste Tag des Jahres! Und doch sind die Vorbereitungen auf den Valentinstag und eine neue arbeitsreiche Hochzeitssaison im Brides by the Sea in diesem Jahr beinahe zweitrangig. Denn noch viel wichtiger ist, dass der kleine gemütliche Brautladen an der Küste Cornwalls sein zehnjähriges Jubiläum feiern darf. Natürlich plant die Inhaberin Jess dafür die Party des Jahrhunderts, und selbstverständlich werden bei prickelndem Champagner und köstlichen Cocktails die Funken sprühen – und das nicht nur während des Feuerwerks!



Ich muss sagen, ich war erstaunt, dass Jess in ihrem "Wedding Shop"-Unternehmen schon wieder zwei helfende Hände unterbringen will. Eigentlich dachte ich letztes Jahr, dass der vierte Band mit seinem tollen Finale der letzte Band ist. 

Doch die Autorin hat noch eine Figur erschaffen, die, wie schon einige vor ihr, in der Umgebung von St. Aidan aufgewachsen und kaum erwachsen, weggezogen ist. 

Diese neue Protagonistin ist Milla. Sie zog nach Bristol und gründete mit einer Arbeitskollegin, Phoebe, ein Hochzeitsmesse-Unternehmen. Nachdem Millas Freund mit Phoebe fremdging und die beiden nun ein Baby erwarten, braucht Milla eine Pause und fährt für einige Wochen nach St. Aidan. 

Sogleich wird sie von Jess engagiert - Milla soll speziellen Kunden einen exklusiven Hochzeitsservice bieten. Tags drauf hat sie ihren ersten Kunden: Nic. Der will die Braut mit einer fixfertig vorbereiteten Hochzeit überraschen. Die Braut soll am Ende nur noch Ja-Sagen und sonst mit nichts zu tun haben. 

Leider stellt sich Nic als schwieriger Kunde heraus, keine Location kann ihn überzeugen. Und schwierig wird es für Milla, als sie merkt, dass sie Ben mag. Sehr sogar. Umgekehrt sieht es ähnlich aus, denn Ben flirtet mit Milla. Doch der heiratet doch bald...

Ich ahnte, um was es bei der Hochzeit, die Nic plant, geht. Offiziell und zeitgleich mit Milla erfährt man es aber erst im zweiten Drittel. Gedrittelt waren auch meine Stimmungen beim Lesen: im ersten Drittel war ich (aufgrund Oberflächlichkeiten) ziemlich genervt, im zweiten Drittel war ich interessiert (endlich wusste man, was Sache ist und sah wie die Figuren mit der Situation umgehen) und im letzten Drittel sehr emotional. 

Milla und Nic sind beide interessante Persönlichkeiten. Bis die zum Vorschein kommen, muss man aber durchhalten. Beide nerven zu Beginn, aber sobald man ihre Familiengeschichten erfährt und den wahren Charakter der beiden sieht, macht der Roman Spass. Milla zum Beispiel ist sehr verschwiegen, sie verrät kein Geheimnis, auch wenn es ihre Situation erheblich erleichtern würde. Nic ist für- und umsorgend, bei ihm kann es einem nur gut gehen. 

In "Liebe im kleinen Brautladen am Strand" ist wieder alles mit dabei: Neubeginn, Humor, Hektik, Romantik und viel Alkohol - dazu den Nervenkitzel, ob auch ja alles klappt bei den Hochzeiten und und und. 

Fazit: Ein erneut unterhaltender und am Ende emotionaler Aufenthalt in St. Aidan mit der mittlerweilen gut bekannten Crew des Brautladens am Strand.  
4 Punkte. 

Band 5: Liebe im kleinen Brautladen am Strand