Donnerstag, 8. Juli 2021

Top Ten Thursday 08.07.21 - Bilde mit 10 Buchtiteln aus deren Anfangsbuchstaben das Wort Hitzewelle

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Bilde mit zehn Buchtiteln aus deren Anfangsbuchstaben das Wort Hitzewelle

Eine coole Aufgabe! Bei der ich mich gleich selbst noch herausgefordert und Romane gewählt habe, deren Geschichte im Sommer spielen und wenn möglich auch noch was Sommerliches im Titel haben. Als ich dann meine zehn Bücher zusammen hatte, störte mich eins der Cover - weil das "W" farblich nicht zu den anderen passte. Also nochmals gesucht, ein blauer sommerlicher "W"-Titel, wovon ich tatsächlich zwei fand und dann erst noch den höher gewerteten Roman auswählen konnte. 





I     Immer wieder im Sommer von Katharina Herzog 
T    The Secret Cove in Croatia von Julie Caplin
Z    Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit von Sarah Morgan 
E    Ein Sommer voller Salbeiduft von Pia Casell
W   Wie Himbeeren im Sommer von Cathy Bramley
E    Ein Garten voller Sommerkräuter von Julie Leuze
L    Liebe mit Meerblick von Debbie Macomber
L    Lavendeltage in der Auberge de Lilly von Marion Stieglitz
E    Ein wunderbarer Sommer von Kerry Fisher

Wie erging es euch bei der "Hitzewelle"? 
Fündig geworden oder nicht?


Donnerstag, 1. Juli 2021

Top Ten Thursday 01.07.21 - Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem S anfängt

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem S anfängt

Heute konnte ich aus dem Vollen schöpfen. Ich hätte noch mehr Autor*innen mit S in meiner Büchersammlung und von denen, die ich hier zeige, habe ich von fast allen noch weitere Bücher gelesen. 



 



Hier gehts zu den Rezensionen: 
- Leas Spuren von Bettina Storks
- Die Glücksschneiderin von Ulrike Sosnitza
- So gross wie deine Träume von Viola Shipman 
- Tödlicher Tramontane von Yann Sola
- Wild at Heart von Anne Sanders
- Der Herr der Raben von Christopher Skaife
- Die Frauen der Rosenvilla von Teresa Simon 
- Fünf am Meer von Emma Sternberg
- Die Gärten von Monte Spina von Henrike Scriverius 


Habt ihr von meinen vorgestellten Autor*innen auch schon etwas gelesen? Hattet ihr viel Auswahl bei den Nachnamen oder musstet ihr zu den Vornamen greifen? 

Wie bereits in meiner Juli-Vorschau angekündigt, werde ich bis Mitte August eine sommerliche Blogpause einlegen. Die ein oder andere Rezension kommt vielleicht trotzdem, auch die donnerstäglichen TTT-Fragen werde ich manchmal trotz Pause beantworten. Es kann aber durchaus länger dauern, bis eure Kommentare freigeschaltet werden und dann nochmals, bis ich sie beantworten und später selbst meine TTT-Tour drehen kann. Also bitte nicht wundern, wenn sich die nächsten Wochen alles ein bisschen verzögert. 

Habt einen tollen Sommer - wir lesen uns spätestens Ende August wieder!













Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im Juli 2021

Der Juli ist da und in zwei Wochen stehen die Sommerferien vor der Türe - und somit wird wie jedes Jahr die Anzahl der Neuerscheinungen kleiner. So finden sich auf meiner Neuerscheinungen-Liste nur noch zehn Titel für den Juli.


Das eBook von "Die Architektin von New York" ist bereits Ende Mai erschienen, (die Printausgabe kommt jetzt im Juli heraus) und liegt auf meinem SuB. Heute eingetroffen ist das vorbestellte "Der Prinz an ihrer Seite" (die Story über Prinz Philip an der Seite der Queen), noch kommen wird am 30. Juli der neueste Cherringham-Band "Song für einen Mord." Ob die drei Titel dann im Sommer gelesen werden oder noch auf meinem SuB verweilen werden, wird sich zeigen. 


Interessante Neuerscheinungen im Juli 2021:

 


 


Unbedingt lesen im Juli - und somit das einzige Must-Read im Juli - möchte ich aber den neuen Krimi "Trattoria Mortale" von Luca Fontanella. Bei allen andern schau ich mal, was meine Leselust sagt - die Bücher laufen ja nicht weg. 

Denn wie gestern im Juni-Rückblick angekündigt, werde ich bis Mitte August eine Blogpause, bzw. vor allem eine Rezensionspause, einlegen. Mein SuB ist sehr gut bestückt und ich freu mich, dass ich die kommenden sieben Wochen einfach ohne Blick auf Neuheitenliste und Rezensionsexemplare frei Schnauze lesen kann. Der Frühling ist diesbezüglich ja immer extrem dicht getaktet.

Auch wenn man sich immer sehr auf all die Neuheiten freut, jetzt freu ich mich auf meinen SuB!

Ende Juli wird es wie immer den Monatsrückblick und Anfang August eine Monatsvorschau geben, das sind aber die einzig fixen Beiträge, die ich geplant habe. Alles andere kann, muss aber nicht. 

Vielleicht mach ich bei der donnerstäglichen TTT-Frage in der Pause noch mit, vielleicht kommt die ein oder andere Rezension doch. Aber das werde ich alles ganz spontan entscheiden. Verlässlich gibts dann sicher ab Mitte August wieder meine Rezensionen und Blogposts. Auf Instagram werde ich sicher öfter mal zeigen, was ich gerade lese - ich bin nicht ganz weg, aber eben den Sommer über nur noch sporadisch "da". 


Wie sehen eure Leseplanungen für den Juli, oder allgemein für den Sommer, aus?
Habt ihr in meiner Liste neue, für euch bisher unbekannte Titel gefunden, oder habt ihr dieselben auf eurer Liste? Welche Titel sind eure Must-Reads? 


Habt einen schönen Juli und geniesst ihn!  

Mittwoch, 30. Juni 2021

Lesebiografie und Monatsrückblick Juni 2021

Im Juni war von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt alles mit dabei:

Lockerungen betreffend den Corona-Massnahmen, stark sinkende Fallzahlen, ich habe die zweite Impfung erhalten (und bin den Tag danach mit Fieber flach gelegen). Dann, kaum ihr neuestes Buch "Die verschwundene Schwester" ausgelesen, der überraschende Tod von Autorin Lucinda Riley. Ich kann es jetzt noch kaum fassen und bin sehr traurig über diese schockierende Nachricht. 

Hitzetage wechselten sich mit vielen Unwettern inkl. Hagel ab (wobei wir hier noch viel Glück hatten und nicht viele Schäden im Vergleich zu anderen Regionen). Die gute Nachricht, dass sich nun auch Kinder ab 12 impfen lassen dürfen und ein paar Tage drauf freudig den Impftermin für die Tochter zu erhalten (morgen ist es soweit). Für uns Schweizer Emotionen pur bei der EM: zuerst ein lahmes Spiel gegen Wales, im nächsten standen unsere Tschütteler nur auf dem Platz rum und bewegten sich 90 Minuten nicht, und schlussendlich vor zwei Tagen das historische Hammerspiel, bei dem sie den Weltmeister Frankreich nach quälend langen 120 Minuten beim Penaltyschiessen aus dem Cup schmissen. An Emotionen war in diesem Monat also alles, und alles querbeet, dabei. 


Bei meinen gelesenen Büchern war es zum Glück nicht so extrem aufregend. Wie erwartet konnte mich der neueste "Tee? Kaffee? Mord!"-Band nicht überzeugen. Da ist seit den letzten drei, vier Bänden die Luft raus und die Fällen dermassen konstruiert und an den Haaren herbei gezogen, dass es keinen Spass mehr macht, sie zu lesen und deshalb gab es auch nur drei Punkte. "Madame le Commissaire und die panische Diva" war mir ebenso zu konstruiert, bekam aber noch 3.5 Punkte. Da sind die einzigen Ausreisser, aber eben schon fast erwartet und deshalb nicht überraschend. Alle anderen Bücher haben mich gut bis super gut unterhalten.

Mit diesen Büchern war ich im Juni an Orten unterwegs, an denen ich bisher weder literarisch noch real war. In Kroatien und Tokio zum Beispiel. Beides Romane von Julie Caplin, diese Reisen waren toll! Ansonsten "bereiste" ich die üblichen Destinationen wie England, Frankreich, Italien und Deutschland. 

Insgesamt war ich also 14x in der Weltgeschichte unterwegs: 

3 Punkte:
- Die gestohlene Braut von Ellen Barksdale (TKM 18)

3.5 Punkte:
- Madame le Commissaire und die panische Diva von Pierre Martin (Isabelle Bonnet 8) 

4 Punkte:
- Sommerlese von Marie Matisek (Capri 3) 
- Mord au Vin von Sandrine Albert (Claire Molinet 1) 
- Mord in Parma von Dani Scarpa 
- Bretonische Idylle von Jean-Luc Bannalec (Dupin 10) 
- Wildblütenzauber von Anne Töpfer 
Der heilige Sünder von Helena Marchmont (Bunburry 10)

5 Punkte:
- The Secret Cove in Croatia von Julie Caplin (Romantic Escapes 5) 
- Der kleine Teeladen in Tokio von Julie Caplin (Romantic Escapes 6) 
- Die Glücksschneiderin von Ulrike Sosnitza 
- Kaputte Herzen kann man kleben von Kristina Günak 


Die Fussball-EM-Spiele waren teilweise so spannend, dass ich ganze Abende nicht eine Seite las, und sie gingen manchmal auch so lang, dass ich danach nur noch ins Bett fiel, ohne zu lesen. Dabei dachte ich Anfang Monat noch, aufgrund der EM würde ich mehr lesen - aber zum Glück waren nicht alle Spiele so langweilig wie am Anfang einzelne, dann lieber spannende Matches wie die beiden von Montagabend, das macht einfach mehr Spass. 

Morgen zeig ich euch meine Juli-Vorschau. Dort werde ich euch auch meine bevorstehende Blog-Sommerpause ankünden. Also schaut morgen schnell rein, damit ihr nicht total überrascht seid, wenn es hier ruhiger wird in den kommenden Wochen. 

Wie war euer (Lese-)Juni? 
Wie hat die EM euer Leseverhalten beeinflusst? 


Wildblütenzauber von Anne Töpfer

Klappentext:
Sarah kann den Schmerz kaum ertragen. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Halt findet Sarah bei Doreen, mit der sie schon seit der Kindheit eine tiefe Freundschaft verbindet. Sarah entscheidet sich dazu, in die Nähe ihrer Freundin zu ziehen, die in einem kleinen Ort in der Vorpommerschen Boddenlandschaft lebt. Hier möchte Sarah noch einmal ganz von vorne anfangen. Doch dann findet sie im Nachlass der Mutter ein altes Herbarium. Es gehörte Großtante Rosa, von deren Existenz Sarah bisher nichts wusste. Sarah begibt sich auf Spurensuche nach Nürnberg. Hier erfährt sie etwas über ihre Herkunft, das alles verändert. 


Anders als der Klappentext verlauten lässt, geht es im Roman erst gegen Ende um den Nachlass von Sarahs Mutter. Das Herbarium hingegen spielt gar keine Rolle - man hätte es auch weglassen können. Ich war nämlich sehr neugierig deswegen, aber es ging um alles andere, nur leider nicht um ein altes Herbarium.

Und dies, obwohl Sarahs Mutter viel mit frischen und getrockneten Kräutern arbeitete. Ihre Tees, ihr Hustensirup und anderes sind den beiden jungen Frauen, Sarah und Doreen, noch bestens in Erinnerung. Doreen ist Sarahs beste Freundin, und fast ein bisschen wie eine Schwester für sie. Doreen kümmert sich liebevoll um Sarah, die vom Unfalltod ihrer Mutter überrascht wurde und nun verständlicherweise stark trauert. 

In der Geschichte geht es neben der ganzen Trauerbewältigung um Sarahs Wunsch umzuziehen. Soll sie ins Haus ihrer Mutter ziehen, in die Nähe von Doreen, in eine Wohnung, in ein Haus, und falls ja, in welches? 

Dabei lernt sie neue Menschen kennen, die vielleicht bald zu Freunden werden könnten. Mandy aus dem "Brombeerzimmer" etwa, Konstantin, Doreens Nachbar Bernd, aber auch Leonie mit ihrem Vater Florian oder Ruth. Spannend empfand ich dabei, wie einige sehr unterschiedliche Charaktere miteinander harmoniert haben und auf der anderen Seite sich einige der Figuren weiter entwickelt, fast schon ein anderes Gesicht gezeigt haben. 

Den Roman hatte ich schnell ausgelesen. Einerseits weil er "nur" 304 Seiten aufweist, andererseits weil der Schreibstil von Anne Töpfer (bekannt auch als Anne Barns und Andrea Russo) wie immer so gefällig und flüssig zu lesen ist. 

Die Handlung erschien mir aber nicht so perfekt durchdacht, wie in ihren anderen Romanen. Es waren mir zu viele Themen nur angerissen. Am besten war die Trauer- und Freundeskreis-Thematik ausgearbeitet. Bei der Herbarium- und Erbsache und der Häuserfrage hätte es aber noch mehr Seiten gebraucht, um alles stimmig rüber zu bringen. Das ging mir alles zu schnell und war mir zu wenig intensiv.

Fazit: Netter und ruhiger Roman für Zwischendurch.
Knappe 4 Punkte. 



Montag, 28. Juni 2021

Kaputte Herzen kann man kleben von Kristina Günak

Klappentext:
Hebamme Luisa ist alleinerziehend. Ihr Ex entzieht sich seinen Verpflichtungen, wo er kann. Als Luisas Rücken die Notbremse zieht, muss sie mit ihrer kleinen Tochter eine Auszeit nehmen: bei der exzentrischen Tante in St. Peter-Ording. Die geschickten Hände des verschlossenen Physiotherapeuten Tom helfen ihr wieder auf die Beine, doch die Seele will nicht recht nachziehen. Bis sie am Strand auf ein Grüppchen Frauen trifft, das es sich zum Motto gemacht hat, fünfe gerade sein zu lassen. Und auch Tom ist auf einmal nicht mehr so verschlossen.



"Kaputte Herzen kann man kleben" ist in typischer Günak-Schreibe verfasst - ein Roman mit Tiefgang und ernsten Themen, die in einem witzigen Schreibstil verfasst nicht so schwer daherkommen wie sie real sind, so dass wir einen überhaupt nicht oberflächlichen Wohlfühlroman in der Hand haben. 

Luisa erwartet gar nicht, dass in ihrer Auszeit, die sie bei ihrer Tante auf St. Peter-Ording verbringt, ihr kaputter Rücken oder ihr schweres Herz geklebt oder repariert werden kann - sie ist zwar krankgeschrieben, doch sie bräuchte so viel mehr als nur wieder ein Rücken, der nicht zwickt. 

Luisa ist alleinerziehend, Mutter einer achtjährigen Tochter, arbeitet als Hebamme in einer Klinik, bekommt äusserst selten die nötigen Alimente vom Kindsvater bezahlt. Zwischen ständigem Pleitesein, Aufforderungen von Supermüttern un Lehrerinnen zu erhalten, und zu wenig Zeit für ihre Tochter und keine Zeit sich selbst zu haben, ist sie in ihrem Job immer unzufriedener. Null Zeit für die Gebärenden, die fast schon wie Nummern abgearbeitet werden, so hatte sie sich ihren Beruf als Hebamme nicht vorgestellt. 

Die Zeit bei ihrer Tante Mimi bringt ein wenig Entlastung, denn Tochter Amelie ist zumindest auf dem Hof beschäftigt. Da Luisa aber seit einigen Jahren aufgrund eines Streites kaum mehr Kontakt hatte zu Mimi hatte, ist auch auf dem Hof die Lage angespannt. Luisa kommt in Kontakt mit einigen Frauen, die sich Freitags jeweils zusammen am Strand treffen und erlebt, dass auch andere Frauen ihre Bürden zu tragen haben, doch nur schon das gemeinsame Klönen hilft viel - eine Freundin in München hatte Luisa bisher nie. 

Der von den neuen Bekannten als Weiberheld verschrieene Osteopath Tom nimmt sich Luisas Rücken an. Durch ihn merkt Luisa, dass nicht nur Frauen oft 200% geben, sondern es auch Männerexemplare gibt, die Verantwortung übernehmen. 

In diesem Szenario spielt sich der Roman von Kristina Günak ab. Ihre Figuren sind toll beschrieben, sie alle passen in ihrer Unperfektheit perfekt zusammen. 

Wie schon in vorherigen Romanen verpackt die Autorin auch in "Kaputte Herzen kann man kleben" gekonnt mehrere aktuelle Themen zusammen in einen lockeren Roman, der einerseits prickelnd leicht daher kommt, süffig flüssig geschrieben ist und dennoch viel Charakter hat. 

Fazit: Ein wunderbarer Wohlfühlroman mit extra Tiefgang.
5 Punkte. 


Donnerstag, 24. Juni 2021

Dora Maar und die Gesichter der Liebe von Bettina Storks (MFzKuL 18)

Klappentext:
Paris, 1936: Die erfolgreiche Fotografin Dora ist das Herz des surrealistischen Kreises um André Breton und Man Ray. Dann begegnet die exzentrische junge Frau Pablo Picasso – und zwischen den beiden entfaltet sich eine so leidenschaftliche wie abgründige Liebe. Doras düstere Sinnlichkeit prägt fortan die Malerei Picassos, auch inspiriert sie ihn zu seinen ersten politischen Werken, allen voran „Guernica“. Doch er kann neben sich keinen anderen Künstler gelten lassen, und ihre kreative Entwicklung stockt. Immer größer werden die Konflikte. Bis Picasso der jüngeren Françoise Gilot begegnet – und Dora zur Kunst zurückfinden muss, um ihre Liebe zu vergessen.


Von Dora Maar hab ich nie bewusst als eigenständige Künstlerin gehört, mir war sie immer nur im Zusammenspiel mit Pablo Picasso begegnet. Höchste Zeit also für einen Roman, der uns das Leben der Fotografin und Malerin in "Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe" näher bringt. 

Aufgewachsen in Bueno Aires und zurück in Paris, wo sie geboren ist, studierte Dora erst Fotografie und Malerei. Später arbeitet Dora eng mit Man Ray und Paul Elouard zusammen und lernt dabei Pablo Picasso kennen. Es ist von Anfang an eine gefährliche, flammende Beziehung und auch wenn Dora wusste, dass Picasso nur mit seiner Kunst verheiratet war, die Kunst das einzig Stabile in seinem Leben ist und seine Frauenbeziehungen kommen und gehen, konnte sie am Ende doch nicht wirklich gut damit umgehen. 

Nach acht intensiven Jahren an der Seite von Picasso ähnelt Dora am Beziehungsende zeitweise ihrer krankhaft eifersüchtigen Mutter Julie. Wie schon viele berühmte Künstlerinnen vor ihr bleibt auch Dora ewig im Schatten ihres Geliebten - kommt dem Wahnsinn sehr nahe, aber grad noch knapp vorbei. 

Diese zwei Gesichter der Dora Maar zeigt uns Autorin Bettina Storks in diesem Roman ganz genau: auf der einen Seite das Bewusstsein, nie Nummer eins, nicht die erste und letzte Frau im Leben Picassos zu sein und dennoch als starke Frau und Künstlerin da zu stehen. Auf der anderen Seite das Dunkle der Depression, die Dora befiel, als sie merkte, dass es nun tatsächlich so weit ist und Françoise Gilot nicht nur eine Affäre ist, sondern Doras Nachfolge an Picassos Seite antrat. 

Er ist der Leuchtturm, allen anderen schenkt er kurz mal sein Licht. Picasso nahm nicht nur Doras Hand, der Egomane wollte die ganze Dora Maar, jedenfalls solange er sie als Muse sah und sie nicht teilen musste mit ihrer Kunst. Dass Dora ihn künstlerisch weit brachte, indem sie zum Beispiel sein Jahrhundertwerk "Guernica" fotografisch begleitete, las ich mit grossem Interesse.

Doch die Autorin hat nicht nur Dora Maars Leben und ihre Beziehung mit Picasso eindrücklich porträtiert, sondern auch die Kriegszeit in Paris geschildert. Viele Künstler haben Paris in dieser Zeit verlassen, nur wenige sind geblieben oder zurück gekommen, so wie Picasso und Dora Maar, so dass man bisher nicht viel "Augenzeugenberichte" zu lesen bekam. Storks beschreibt, wie Picasso ausser einem Ausstellungsverbot nicht viel von den Besatzern merkte, sein ausschweifendes Leben beibehielt und im Gegensatz dazu, andere sich darum kümmerten, dass "entartete" Kunst versteckt werden konnte und nicht alle Gemälde geraubt werden konnten. Wer davon mehr lesen möchte, kann dies in Storks Roman "Leas Spuren" tun.

Später im Roman berichtet die Autorin von Dora Maars Jahren in Ménerbes - sehr gut gefallen hat mir, wie sie am Ende im Epilog nochmals mit besonderen Augen kurz darauf zurückblickte.

Nun, nach der Lektüre von "Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe", mag ich Picasso noch weniger, werde aber bewusster nach Doras Einfluss in seinem Werk schauen und ebenso nach Doras Kunst Ausschau halten. 

Fazit: Lebendig geschriebener Einblick in eine aussergewöhnliche Liebe, die mit Haut und Haar gelebt wurde. 
4 Punkte.



Reihenfolge der "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe"-Serie:
Band 1: Madame Picasso von Anne Girard - Eva Gouel
Band 2: Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich - Ida Chagall
Fiktionaler Zwischenband: Rendezvous im Café de Flore von Caroline Bernard
Band 3: Die Tänzerin von Paris von Annabel Abbs  - Lucia Joyce
Band 4: Die Malerin von Mary Basson - Gabriele Münter
Band 5: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly - Coco Chanel
Band 6: Die Muse von Wien von Caroline Bernard - Alma Mahler
Band 7: Die Dame in Gold von Caroline Trierweiler - Adele Bloch-Bauer 
Band 8: Marlene und die Suche nach Liebe von C.W. Gortner - Marlene Dietrich 
Band 9: Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly - Edith Piaf
Band 10: Die Malerin des Nordlichts von Lena Johannson - Signe Munch
Band 11: Frida Kahlo und die Farben des Lebens von Caroline Bernard - Frida Kahlo
Band 12: Die Diva von Michelle Marly - Maria Callas
Band 13: Grace und die Anmut der Liebe von Sophie Benedict - Grace Kelly
Band 14: Die Tochter des Zauberes von Heidi Rehn - Erika Mann
Band 15: Miss Guggenheim von Leah Hayden - Peggy Guggenheim
Band 16: Romy und der Weg nach Paris von Michelle Marly - Romy Schneider
Band 17: Die Frau von Montparnasse von Caroline Bernard - Simone de Beauvoir
Band 18: Dora Maar und die Gesichter der Liebe von Bettina Storks - Dora Maar
Band 19: Nico - die Sängerin der Nacht von Mari Roth - "Nico" Christa Päffgen (ET 11.10.21)
Band 20: Die Künstlerin der Frauen von Pia Rosenberger - Nikki de Saint Phalle (ET 6.12.21)