An einem kalten Februartag, an Noras Lieblingsplatz am Fluss, macht ihr Freund Robin ihr unerwartet einen Antrag. Eigentlich wollten sie nie heiraten – aber nach zehn Jahren voller Insiderwitze, spontaner Tanzeinlagen in der Küche und Frühstück im Bett sagt Nora Ja. Warum auch nicht? Die Antwort steht bald vor ihrer Tür: Bren. Seit ein lebensverändernder Moment sie einst auseinandertrieb, hat Nora ihre Jugendliebe nicht mehr gesehen. Doch nun spürt sie, dass die Sehnsucht nach Bren all die Jahre in ihr geschlummert hat – und ihre sicher geglaubte Zukunft gerät ins Wanken.
Zehn Jahre sind sie zusammen, heiraten wollten sie nicht. Vor allem nicht Nora. Dann, gänzlich unerwartet, bekommt sie einen Ring. Und jetzt?
Kurz ist sie überrascht, und schon geht die Hochzeitsplanerei los. Eine Einladung zur Verlobungsparty bekommt u.a. auch Bren, Noras Jugendfreund, der seit vielen Jahren irgendwo auf der Welt herum reist. Und dann steht er plötzlich vor ihrer Türe und alte, verdrängte Gefühle kommen hoch.
Die Autorin Claire Daverley versucht nun für den Rest des Romans zu erklären, was genau zum Bruch zwischen Nora und Bren geführt hat, was äusserst schleppend vonstatten ging. Und Robin? Der reagiert kaum, minim mit ein bisschen Eifersucht, aber sonst bleibt er sehr blass. An einem bestimmten Punkt, eigentlich schon sehr sehr früh, hätte er unbedingt reagieren müssen auf die eine oder andere Art, am besten intensiv. Aber da kam nichts. Ein Mann, der einfach alles laufen lässt. Ein langweiliger Charakter.
Ebenso Bren, obwohl ich ihn fast noch am sympathischsten fand. Er agierte sehr viel und am Ende verstand man, wieso er damals aufgebrochen ist. Nora mochte ich anfänglich, denn ich wollte sie erst kennenlernen und war noch geduldig, aber die Bonuspunkte hat sie schnell aufgebraucht. Ihre Liebe zu Robin spürte man nicht wirklich, umgekehrt ja auch nicht. Und das, was wirklich zwischen Nora und Ben war, sei mal dahin gestellt. Ausser, dass Bren nach vielen Jahren vor der Tür steht, waren sämtliche Entscheidungen im Roman nicht nachvollziehbar.
Es ist ein Roman, der mit einer Handvoll Figuren auskommt, inklusive etwa zwei bis drei Nebenfiguren. Aber keine einzige Figur ist einigermassen "normal". Alle haben riesige Rucksäcke voll Vergangenheitsprobleme und wenn nicht, dann sonst einen Spleen oder sie bleiben äusserst blass. Und dann die beiden Mütter, schwierig, sehr schwierig.
Der Clou der Geschichte? Mal wieder, dass, hätten die Charaktere vor zig Jahren miteinander gesprochen, diese Story, so wie sie im Roman erzählt wird, gar nicht stattgefunden hätte.
Immerhin war der Roman flüssig zu lesen, trotz Längen und Langeweile. Das Kleid am Ende, eigentlich eine schöne Idee, aber es passt für ich einfach nicht zu dieser Geschichte.
Fazit: Ein schwieriger und oberflächlicher Roman, der mich nicht zu überzeugen vermochte.
3 Sterne.
Und ich weiss jetzt gar nicht, was ich mit dem noch ungelesenen "Vom Ende der Nacht" derselben Autorin in meinem Regal machen soll - der Roman wurde begeistert angenommen von der Leserschaft, weshalb ich dachte, dieses Buch könnte ebenso gut sein.


























































