Samstag, 31. Juli 2021

Lesebiografie und Monatsrückblick Juli 2021

Meine Blog-Sommerpause war eher eine Blogpause als eine Sommerpause. Bekanntlicherweise hat auch der Sommer pausiert. Es gab wenige Sonnentage, noch weniger komplett trockene Tage und somit auch weniger Ausflüge. 

Deshalb auch keine Kaffee-Lese-Fotos, denn ich war nur einmal Kaffee trinken, und auch nur um die Wartezeit zu überbrücken, bis ich meine Tochter abholen konnte. Nicht mal Balkonfotos gibt es - der war nach dem Unwetter vom 13. Juli sowieso erst mal nicht vorzeigbar. 

Meine Stadtseite hat es am Ärgsten getroffen, meine ÖV-Verbindungsstrecke in die Stadt rein ist wieder befahrbar, nicht aber hoch auf den Stadt-Hausberg. Dort hat es 20 Fahrleitungsmasten unterspült und etliche Bäume wie Zündhölzli geknickt. Natürlich ist es kein Vergleich zur Katastrophe in Deutschland, aber wäre der Sturm nicht nachts um 1:45 Uhr vorbei gerauscht, sondern tagsüber oder am frühen Abend, dann hätte es auch bei uns Menschen und nicht nur die Natur getroffen. 


Den Juli hab ich genutzt um Bücher von meinem SuB zu lesen. Zuerst war es ungewohnt einfach irgendein Buch auszuwählen - kein Rezensionsexemplar da, dass bald gelesen werden sollte, sondern einfach freie Auswahl! 

Aber schnell hab ich mich dran gewöhnt und "arbeitete" dann auch noch an der #12für2021-Challenge. Fünf Bücher davon habe ich im Juli gelesen, für den Rest des Jahres sind nun noch vier übrig, also theoretisch noch eins pro Monat. Im August werde ich die Quote sicherlich erreichen, denn mit "Das Leuchten des Safrans" hab ich bereits begonnen. 

#12für2021:
- Die Tränen von Sines von Claudia Santana
- Für immer in deinem Herzen Viola Shipman
- Die letzte Sünde von Katharina Höftmann (Assaf Rosenthal 1)
- Am Ende das Glück der Welt von Sophia Bergmann
- Die Dame in Gold von Valérie Trierweiler 
- Zitronensommer von Cathy Bramley 
- Die Insel der Zitronenblüten von Cristina Campos
Das kleine Theater am Meer von Rosanna Ley 
- Das Leuchten des Safrans von Juliet Hall
- Die Parfümerie der Liebe von Nuria Pradas
- Dort, wo ich dich finde von Jen Gilroy (Firefly Lake 1) 
- Wenn ich dir nahe bin von Jen Gilroy (Firelfy Lake 2)

Insgesamt hatte ich im Juli 22 Bücher in der Hand. Fünf davon hab ich abgebrochen. Zwei davon schon in den ersten zwei Kapiteln (eins davon werde ich irgendwann mal noch lesen, es war einfach gerade der falsche Zeitpunkt, ich merkte, dass ich keine Lust darauf hatte), so dass ich sie hier nicht erwähne; drei aber erst nach über 70 Seiten. So habe ich am Ende des Monats 17 Bücher durchgelesen und es hätten durchaus zwei, drei mehr sein können, wenn mich das zweitletzte Buch nicht aufgehalten hätte. Mehr dazu weiter unten. 

abgebrochen: 
- Der Fluch von Blaye von Maria Dries (Band 2) - zu langweilig wie bereits Band 1. Aber ich wollte dem zweiten Band eine Chance geben.
- Die kleine Bücherei in der Church Lane von Rachael Lucas - anders und banaler als erwartet.
- Der geheime Auftrag von Marco Malvadi - der Schreibstil sagte mir nicht zu, zu hochtrabend. 

3 Punkte:
- Die Insel der Zitronenblüten von Cristina Campos 
- Möwensommer von Lotte Römer 

3.5 Punkte:
- Dort, wo ich dich finde von Jen Gilroy (Firefly Lake 1) 
- Lacroix und die Toten von Pont Neuf vom Alex Lèpic (Lacroix 1) 
- Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain von Alex Lépic (Lacroix 2) 

4 Punkte: 
- Der Schatz von Bellapais von Yanis Kostas (Sofia Perikles 2) 
- Wenn es Nacht wird am Lago Maggiore von Bruno Varese (Matteo Basso 4) 
- Das Glück zum Schluss von Mary Kay Andrews 
- Für immer in deinem Herzen von Viola Shipman 
- Mord auf Provenzalisch von Serena Kent (Penelope Kite 2) 
- Wenn ich dir nahe bin von Jen Gilroy (Firelfly Lake 2) 
- Du bist mein Zuhause von Jen Gilroy (Firefly Lake 3)
- Zitronensommer von Cathy Bramley 
- Die tote Diva von Luca Fontanella (Trattoria Mortale 1) 
Miss Olivia und der Geschmack von Gin von Catherine Miller (Miss Olivia 1)
- Trüffelgold von Julie Dubois 

4.5 Punkte:
- Das Buch Ana von Sue Monk Kidd 

Mein Highlight war "Das Buch Ana", einfach toll geschrieben und die Zeit perfekt eingefangen. Aber genau wie "Zitronensommer" reichte es nicht für 5 Punkte, denn beide Romane waren schlicht zu lang. Bei beiden war viel los und somit brauchte es einerseits alles was erzählt wurde, dennoch hatte ich zwischendurch das Gefühl, einige Szenen hätten durchaus gekürzt werden können. 

Die Lacroix-Krimibände hab ich aus der Onleihe ausgeliehen. Autor Alex Lèpic ist nämlich niemand anderer als Alexander Oetker. Das Ermittlungsteam fand ich super sympathisch, nur die Fallabschlüsse waren nicht so meins. Jetzt bin ich auf Band 3 und 4 gespannt, die ich im August lesen werde. Übrigens hab ich im Juli gleich drei Krimis von Alexander Oetker gelesen, neben den beiden erwähnten auch "Der Schatz von Bellapais". Denn auch hinter Yanis Kostas steckt Alexander. Die Sofia-Perikles-Reihe spielt auf Zypern und ist eine grosse Konkurrenz für Luc Verlain in Bordeaux, weshalb ich hoffe, dass es da noch viele weitere Fälle mit Sofia geben wird!

Enttäuscht im Juli haben mich die beiden 3-Punkte-Bücher. Bei "Die Insel der Zitronenblüten" hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Das Cover und der Klappentext gehen in eine ganz andere Richtung als schlussendlich der Inhalt. Die Geschichte war zwar einigermassen interessant, aber mir zu melancholisch - geht so in die Richtung der düsteren Valentina Cebeni-Romane. 

Und jetzt zu dem Roman, an dem ich eine Woche lang sass. Beziehungsweise sass ich eben nicht im Lesesessel und wollte lesen. Die Story von "Möwensommer" war leider total banal und offensichtlich, so dass ich lieber TV schaute und bis in die Nacht hinein Triathlon schaute. Selbst das langweilige Schwimmen packte mich mehr als der "Möwensommer". Stellt euch eine Highschool-Teenie-Romanze vor, einfach 10 Jahre später, das kommt in etwa hin. 

Das war mein Juli. Was mich im August erwarten wird, und welche Neuheiten auf uns Leserinnen warten, erzähl ich euch morgen in der August-Vorschau. 



Donnerstag, 8. Juli 2021

Top Ten Thursday 08.07.21 - Bilde mit 10 Buchtiteln aus deren Anfangsbuchstaben das Wort Hitzewelle

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Bilde mit zehn Buchtiteln aus deren Anfangsbuchstaben das Wort Hitzewelle

Eine coole Aufgabe! Bei der ich mich gleich selbst noch herausgefordert und Romane gewählt habe, deren Geschichte im Sommer spielen und wenn möglich auch noch was Sommerliches im Titel haben. Als ich dann meine zehn Bücher zusammen hatte, störte mich eins der Cover - weil das "W" farblich nicht zu den anderen passte. Also nochmals gesucht, ein blauer sommerlicher "W"-Titel, wovon ich tatsächlich zwei fand und dann erst noch den höher gewerteten Roman auswählen konnte. 





I     Immer wieder im Sommer von Katharina Herzog 
T    The Secret Cove in Croatia von Julie Caplin
Z    Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit von Sarah Morgan 
E    Ein Sommer voller Salbeiduft von Pia Casell
W   Wie Himbeeren im Sommer von Cathy Bramley
E    Ein Garten voller Sommerkräuter von Julie Leuze
L    Liebe mit Meerblick von Debbie Macomber
L    Lavendeltage in der Auberge de Lilly von Marion Stieglitz
E    Ein wunderbarer Sommer von Kerry Fisher

Wie erging es euch bei der "Hitzewelle"? 
Fündig geworden oder nicht?


Donnerstag, 1. Juli 2021

Top Ten Thursday 01.07.21 - Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem S anfängt

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem S anfängt

Heute konnte ich aus dem Vollen schöpfen. Ich hätte noch mehr Autor*innen mit S in meiner Büchersammlung und von denen, die ich hier zeige, habe ich von fast allen noch weitere Bücher gelesen. 



 



Hier gehts zu den Rezensionen: 
- Leas Spuren von Bettina Storks
- Die Glücksschneiderin von Ulrike Sosnitza
- So gross wie deine Träume von Viola Shipman 
- Tödlicher Tramontane von Yann Sola
- Wild at Heart von Anne Sanders
- Der Herr der Raben von Christopher Skaife
- Die Frauen der Rosenvilla von Teresa Simon 
- Fünf am Meer von Emma Sternberg
- Die Gärten von Monte Spina von Henrike Scriverius 


Habt ihr von meinen vorgestellten Autor*innen auch schon etwas gelesen? Hattet ihr viel Auswahl bei den Nachnamen oder musstet ihr zu den Vornamen greifen? 

Wie bereits in meiner Juli-Vorschau angekündigt, werde ich bis Mitte August eine sommerliche Blogpause einlegen. Die ein oder andere Rezension kommt vielleicht trotzdem, auch die donnerstäglichen TTT-Fragen werde ich manchmal trotz Pause beantworten. Es kann aber durchaus länger dauern, bis eure Kommentare freigeschaltet werden und dann nochmals, bis ich sie beantworten und später selbst meine TTT-Tour drehen kann. Also bitte nicht wundern, wenn sich die nächsten Wochen alles ein bisschen verzögert. 

Habt einen tollen Sommer - wir lesen uns spätestens Ende August wieder!













Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im Juli 2021

Der Juli ist da und in zwei Wochen stehen die Sommerferien vor der Türe - und somit wird wie jedes Jahr die Anzahl der Neuerscheinungen kleiner. So finden sich auf meiner Neuerscheinungen-Liste nur noch zehn Titel für den Juli.


Das eBook von "Die Architektin von New York" ist bereits Ende Mai erschienen, (die Printausgabe kommt jetzt im Juli heraus) und liegt auf meinem SuB. Heute eingetroffen ist das vorbestellte "Der Prinz an ihrer Seite" (die Story über Prinz Philip an der Seite der Queen), noch kommen wird am 30. Juli der neueste Cherringham-Band "Song für einen Mord." Ob die drei Titel dann im Sommer gelesen werden oder noch auf meinem SuB verweilen werden, wird sich zeigen. 


Interessante Neuerscheinungen im Juli 2021:

 


 


Unbedingt lesen im Juli - und somit das einzige Must-Read im Juli - möchte ich aber den neuen Krimi "Trattoria Mortale" von Luca Fontanella. Bei allen andern schau ich mal, was meine Leselust sagt - die Bücher laufen ja nicht weg. 

Denn wie gestern im Juni-Rückblick angekündigt, werde ich bis Mitte August eine Blogpause, bzw. vor allem eine Rezensionspause, einlegen. Mein SuB ist sehr gut bestückt und ich freu mich, dass ich die kommenden sieben Wochen einfach ohne Blick auf Neuheitenliste und Rezensionsexemplare frei Schnauze lesen kann. Der Frühling ist diesbezüglich ja immer extrem dicht getaktet.

Auch wenn man sich immer sehr auf all die Neuheiten freut, jetzt freu ich mich auf meinen SuB!

Ende Juli wird es wie immer den Monatsrückblick und Anfang August eine Monatsvorschau geben, das sind aber die einzig fixen Beiträge, die ich geplant habe. Alles andere kann, muss aber nicht. 

Vielleicht mach ich bei der donnerstäglichen TTT-Frage in der Pause noch mit, vielleicht kommt die ein oder andere Rezension doch. Aber das werde ich alles ganz spontan entscheiden. Verlässlich gibts dann sicher ab Mitte August wieder meine Rezensionen und Blogposts. Auf Instagram werde ich sicher öfter mal zeigen, was ich gerade lese - ich bin nicht ganz weg, aber eben den Sommer über nur noch sporadisch "da". 


Wie sehen eure Leseplanungen für den Juli, oder allgemein für den Sommer, aus?
Habt ihr in meiner Liste neue, für euch bisher unbekannte Titel gefunden, oder habt ihr dieselben auf eurer Liste? Welche Titel sind eure Must-Reads? 


Habt einen schönen Juli und geniesst ihn!  

Mittwoch, 30. Juni 2021

Lesebiografie und Monatsrückblick Juni 2021

Im Juni war von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt alles mit dabei:

Lockerungen betreffend den Corona-Massnahmen, stark sinkende Fallzahlen, ich habe die zweite Impfung erhalten (und bin den Tag danach mit Fieber flach gelegen). Dann, kaum ihr neuestes Buch "Die verschwundene Schwester" ausgelesen, der überraschende Tod von Autorin Lucinda Riley. Ich kann es jetzt noch kaum fassen und bin sehr traurig über diese schockierende Nachricht. 

Hitzetage wechselten sich mit vielen Unwettern inkl. Hagel ab (wobei wir hier noch viel Glück hatten und nicht viele Schäden im Vergleich zu anderen Regionen). Die gute Nachricht, dass sich nun auch Kinder ab 12 impfen lassen dürfen und ein paar Tage drauf freudig den Impftermin für die Tochter zu erhalten (morgen ist es soweit). Für uns Schweizer Emotionen pur bei der EM: zuerst ein lahmes Spiel gegen Wales, im nächsten standen unsere Tschütteler nur auf dem Platz rum und bewegten sich 90 Minuten nicht, und schlussendlich vor zwei Tagen das historische Hammerspiel, bei dem sie den Weltmeister Frankreich nach quälend langen 120 Minuten beim Penaltyschiessen aus dem Cup schmissen. An Emotionen war in diesem Monat also alles, und alles querbeet, dabei. 


Bei meinen gelesenen Büchern war es zum Glück nicht so extrem aufregend. Wie erwartet konnte mich der neueste "Tee? Kaffee? Mord!"-Band nicht überzeugen. Da ist seit den letzten drei, vier Bänden die Luft raus und die Fällen dermassen konstruiert und an den Haaren herbei gezogen, dass es keinen Spass mehr macht, sie zu lesen und deshalb gab es auch nur drei Punkte. "Madame le Commissaire und die panische Diva" war mir ebenso zu konstruiert, bekam aber noch 3.5 Punkte. Da sind die einzigen Ausreisser, aber eben schon fast erwartet und deshalb nicht überraschend. Alle anderen Bücher haben mich gut bis super gut unterhalten.

Mit diesen Büchern war ich im Juni an Orten unterwegs, an denen ich bisher weder literarisch noch real war. In Kroatien und Tokio zum Beispiel. Beides Romane von Julie Caplin, diese Reisen waren toll! Ansonsten "bereiste" ich die üblichen Destinationen wie England, Frankreich, Italien und Deutschland. 

Insgesamt war ich also 14x in der Weltgeschichte unterwegs: 

3 Punkte:
- Die gestohlene Braut von Ellen Barksdale (TKM 18)

3.5 Punkte:
- Madame le Commissaire und die panische Diva von Pierre Martin (Isabelle Bonnet 8) 

4 Punkte:
- Sommerlese von Marie Matisek (Capri 3) 
- Mord au Vin von Sandrine Albert (Claire Molinet 1) 
- Mord in Parma von Dani Scarpa 
- Bretonische Idylle von Jean-Luc Bannalec (Dupin 10) 
- Wildblütenzauber von Anne Töpfer 
Der heilige Sünder von Helena Marchmont (Bunburry 10)

5 Punkte:
- The Secret Cove in Croatia von Julie Caplin (Romantic Escapes 5) 
- Der kleine Teeladen in Tokio von Julie Caplin (Romantic Escapes 6) 
- Die Glücksschneiderin von Ulrike Sosnitza 
- Kaputte Herzen kann man kleben von Kristina Günak 


Die Fussball-EM-Spiele waren teilweise so spannend, dass ich ganze Abende nicht eine Seite las, und sie gingen manchmal auch so lang, dass ich danach nur noch ins Bett fiel, ohne zu lesen. Dabei dachte ich Anfang Monat noch, aufgrund der EM würde ich mehr lesen - aber zum Glück waren nicht alle Spiele so langweilig wie am Anfang einzelne, dann lieber spannende Matches wie die beiden von Montagabend, das macht einfach mehr Spass. 

Morgen zeig ich euch meine Juli-Vorschau. Dort werde ich euch auch meine bevorstehende Blog-Sommerpause ankünden. Also schaut morgen schnell rein, damit ihr nicht total überrascht seid, wenn es hier ruhiger wird in den kommenden Wochen. 

Wie war euer (Lese-)Juni? 
Wie hat die EM euer Leseverhalten beeinflusst? 


Wildblütenzauber von Anne Töpfer

Klappentext:
Sarah kann den Schmerz kaum ertragen. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Halt findet Sarah bei Doreen, mit der sie schon seit der Kindheit eine tiefe Freundschaft verbindet. Sarah entscheidet sich dazu, in die Nähe ihrer Freundin zu ziehen, die in einem kleinen Ort in der Vorpommerschen Boddenlandschaft lebt. Hier möchte Sarah noch einmal ganz von vorne anfangen. Doch dann findet sie im Nachlass der Mutter ein altes Herbarium. Es gehörte Großtante Rosa, von deren Existenz Sarah bisher nichts wusste. Sarah begibt sich auf Spurensuche nach Nürnberg. Hier erfährt sie etwas über ihre Herkunft, das alles verändert. 


Anders als der Klappentext verlauten lässt, geht es im Roman erst gegen Ende um den Nachlass von Sarahs Mutter. Das Herbarium hingegen spielt gar keine Rolle - man hätte es auch weglassen können. Ich war nämlich sehr neugierig deswegen, aber es ging um alles andere, nur leider nicht um ein altes Herbarium.

Und dies, obwohl Sarahs Mutter viel mit frischen und getrockneten Kräutern arbeitete. Ihre Tees, ihr Hustensirup und anderes sind den beiden jungen Frauen, Sarah und Doreen, noch bestens in Erinnerung. Doreen ist Sarahs beste Freundin, und fast ein bisschen wie eine Schwester für sie. Doreen kümmert sich liebevoll um Sarah, die vom Unfalltod ihrer Mutter überrascht wurde und nun verständlicherweise stark trauert. 

In der Geschichte geht es neben der ganzen Trauerbewältigung um Sarahs Wunsch umzuziehen. Soll sie ins Haus ihrer Mutter ziehen, in die Nähe von Doreen, in eine Wohnung, in ein Haus, und falls ja, in welches? 

Dabei lernt sie neue Menschen kennen, die vielleicht bald zu Freunden werden könnten. Mandy aus dem "Brombeerzimmer" etwa, Konstantin, Doreens Nachbar Bernd, aber auch Leonie mit ihrem Vater Florian oder Ruth. Spannend empfand ich dabei, wie einige sehr unterschiedliche Charaktere miteinander harmoniert haben und auf der anderen Seite sich einige der Figuren weiter entwickelt, fast schon ein anderes Gesicht gezeigt haben. 

Den Roman hatte ich schnell ausgelesen. Einerseits weil er "nur" 304 Seiten aufweist, andererseits weil der Schreibstil von Anne Töpfer (bekannt auch als Anne Barns und Andrea Russo) wie immer so gefällig und flüssig zu lesen ist. 

Die Handlung erschien mir aber nicht so perfekt durchdacht, wie in ihren anderen Romanen. Es waren mir zu viele Themen nur angerissen. Am besten war die Trauer- und Freundeskreis-Thematik ausgearbeitet. Bei der Herbarium- und Erbsache und der Häuserfrage hätte es aber noch mehr Seiten gebraucht, um alles stimmig rüber zu bringen. Das ging mir alles zu schnell und war mir zu wenig intensiv.

Fazit: Netter und ruhiger Roman für Zwischendurch.
Knappe 4 Punkte. 



Montag, 28. Juni 2021

Kaputte Herzen kann man kleben von Kristina Günak

Klappentext:
Hebamme Luisa ist alleinerziehend. Ihr Ex entzieht sich seinen Verpflichtungen, wo er kann. Als Luisas Rücken die Notbremse zieht, muss sie mit ihrer kleinen Tochter eine Auszeit nehmen: bei der exzentrischen Tante in St. Peter-Ording. Die geschickten Hände des verschlossenen Physiotherapeuten Tom helfen ihr wieder auf die Beine, doch die Seele will nicht recht nachziehen. Bis sie am Strand auf ein Grüppchen Frauen trifft, das es sich zum Motto gemacht hat, fünfe gerade sein zu lassen. Und auch Tom ist auf einmal nicht mehr so verschlossen.



"Kaputte Herzen kann man kleben" ist in typischer Günak-Schreibe verfasst - ein Roman mit Tiefgang und ernsten Themen, die in einem witzigen Schreibstil verfasst nicht so schwer daherkommen wie sie real sind, so dass wir einen überhaupt nicht oberflächlichen Wohlfühlroman in der Hand haben. 

Luisa erwartet gar nicht, dass in ihrer Auszeit, die sie bei ihrer Tante auf St. Peter-Ording verbringt, ihr kaputter Rücken oder ihr schweres Herz geklebt oder repariert werden kann - sie ist zwar krankgeschrieben, doch sie bräuchte so viel mehr als nur wieder ein Rücken, der nicht zwickt. 

Luisa ist alleinerziehend, Mutter einer achtjährigen Tochter, arbeitet als Hebamme in einer Klinik, bekommt äusserst selten die nötigen Alimente vom Kindsvater bezahlt. Zwischen ständigem Pleitesein, Aufforderungen von Supermüttern un Lehrerinnen zu erhalten, und zu wenig Zeit für ihre Tochter und keine Zeit sich selbst zu haben, ist sie in ihrem Job immer unzufriedener. Null Zeit für die Gebärenden, die fast schon wie Nummern abgearbeitet werden, so hatte sie sich ihren Beruf als Hebamme nicht vorgestellt. 

Die Zeit bei ihrer Tante Mimi bringt ein wenig Entlastung, denn Tochter Amelie ist zumindest auf dem Hof beschäftigt. Da Luisa aber seit einigen Jahren aufgrund eines Streites kaum mehr Kontakt hatte zu Mimi hatte, ist auch auf dem Hof die Lage angespannt. Luisa kommt in Kontakt mit einigen Frauen, die sich Freitags jeweils zusammen am Strand treffen und erlebt, dass auch andere Frauen ihre Bürden zu tragen haben, doch nur schon das gemeinsame Klönen hilft viel - eine Freundin in München hatte Luisa bisher nie. 

Der von den neuen Bekannten als Weiberheld verschrieene Osteopath Tom nimmt sich Luisas Rücken an. Durch ihn merkt Luisa, dass nicht nur Frauen oft 200% geben, sondern es auch Männerexemplare gibt, die Verantwortung übernehmen. 

In diesem Szenario spielt sich der Roman von Kristina Günak ab. Ihre Figuren sind toll beschrieben, sie alle passen in ihrer Unperfektheit perfekt zusammen. 

Wie schon in vorherigen Romanen verpackt die Autorin auch in "Kaputte Herzen kann man kleben" gekonnt mehrere aktuelle Themen zusammen in einen lockeren Roman, der einerseits prickelnd leicht daher kommt, süffig flüssig geschrieben ist und dennoch viel Charakter hat. 

Fazit: Ein wunderbarer Wohlfühlroman mit extra Tiefgang.
5 Punkte.