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Freitag, 12. April 2024

Das Glück wartet am Strand von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Letty und Maya, ihre vierjährige Nichte, müssen nach einem Schicksalsschlag ganz neu anfangen: Ihr altes Leben haben sie zurückgelassen, im sonnigen Florida suchen die beiden nach einem neuen Zuhause. Übergangsweise landen sie in einem kleinen Motel am Strand. Je mehr Letty und Maya sich dort einleben und an die eigenwilligen Stammgäste gewöhnen, desto schwerer fällt es ihnen, wieder zu gehen. Auch Joe, der häufiger im Motel nach dem Rechten sieht, kann sich sein Leben bald nicht mehr ohne sie vorstellen. Aber Letty muss sich erst ihrer dunklen Vergangenheit stellen. Wird sie sich auf die Liebe und ihr neues Leben einlassen können?


Mary Kay Andrews ist eine der wenigen Autorinnen, von der ich alle Bücher lese und vorher gar nicht auf den Klappentext schaue. Der deutsche Text ist unverfänglich und gibt nicht viel preis. Der englische Text verrät einiges mehr, wie ich im Nachhinein gesehen habe. Der hätte mich vielleicht vom Lesen abgehalten. Vielleicht auch nicht, denn irgendwann wäre ich dann wohl doch neugierig geworden. Aber item, es ist wie es ist: mich hat das Thema leider nicht angesprochen.

Letty flieht nämlich mit ihrer vierjährigen Nichte Maya aus New York. Die Hintergründe werden erst noch geheim gehalten, doch so viel ist klar: Letty ist die einzige Bezugsperson von Maya und Maya liebt Letty, aber legal ist Letty nicht mit Maya unterwegs. Sie kommen im Motel "Murmuring Surf" unter, und auch nur weil Ava, die Besitzerin, Erbarmen mit der jungen Frau hat, die alleine mit einem Kleinkind unterwegs ist. Joe, der Sohn der Besitzerin, ein Cop, ist weniger begeistert. Misstrauen ist sein Beruf - was er zu viel hat, hat seine Mutter zu wenig. Er findet bald heraus, wer Letty sein könnte, doch er hält dicht, denn seine Menschenkenntnis ist trotz allem Missvertrauen gut genug, um zu erkennen, dass Letty nicht Schuld ist an der Tat, die ihr vorgeworfen wird. 

Während Letty bald einen Job im Motel bekommt, sich an die Wintergäste und das Leben in Florida gewöhnt, kommen die Gewitterwolken aus New York immer näher, sprich, ihre Vergangenheit holt sie ein. Was genau in New York passiert ist, wird nach und nach aufgerollt. Es ist eigentlich schon fast ein Krimi, zumindest ein Spannungsroman, dazu gibt es viel über Familien und Geschwister zu lesen. 

Die Charaktere entwickeln sich in dem kurzen Zeitraum alle erheblich weiter. Die einen lernen zu vertrauen, die anderen mehr zu misstrauen und einige der Gäste werden gegen Ende fast handzahm. Spannung kommt auf, als eine vermeintlich auf der falschen Seite stehende Immobilien-Behörden-Figur und frühere enge Freunde von Lettys Schwester in Florida auftauchen.

Der Roman ist gut geschrieben und auch gut aufgebaut. Mein einziges Problem war halt wirklich nur der Plot, der mich zu Anfang so gar nicht zu interessieren vermochte. Dann sind die über 550 Seiten auch schnell zu lang. Als die Geheimniskrämerei zu Ende war, wurde es besser, aber es war halt gar nicht mein Thema und erinnerte mich sehr an die ersten Bücher von der Autorin, da kamen öfters mal Flüchtige vor.

Fazit: "Das Glück wartet am Strand" ist gut geschrieben, unterhaltend und stimmig, aber der Plot entsprach nicht meinem Geschmack. 
3.5 Punkte. 

Mittwoch, 24. Mai 2023

Hallo, Sommer von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Anfangs ist die investigative Journalistin Conley Hawkins gar nicht begeistert, als es sie nach Florida in ihre kleine Heimatstadt verschlägt. Doch der familieneigenen Zeitung geht es nicht gut. Conley setzt alles daran, sie mit ihrer Schwester zusammen zu retten. Im Strandhaus ihrer Großmutter lernt Conley, dass auch Regionaljournalismus Sensationen bereithält. Und dass aus alten Verletzungen neue Liebe entstehen kann.





"Hallo, Sommer" hört sich nach einem leichten und perfekten Sommer-Sonne-Strand-Roman an. Ist es aber nicht. Zumindest nicht nur, denn auch Strand und Sonnenuntergänge kommen vor, aber "Hallo, Sommer" ist viel mehr ein Spannungsroman, perfekt durchaus, in dem eine Journalistin investigativ den nächtlichen Selbstunfalltod eines Kongressabgeordneten recherchiert.

"Hallo, Sommer" ist auch eine Kolumne im Beacon, der Wochenzeitung von Silver Bay, die Conleys Familie herausgibt. Mittlerweile sitzt Conleys Schwester Grayson am Hebel und ist Chefredaktion und Herausgeberin in einer Person. Nur die beiden jungen Journalisten Lilian und Michael arbeiten bei ihr und eben Rowena, die, die in die Jahre gekommene Kolumne "Hallo, Sommer" schreibt, in der sie auf altmodische Art und Weise über bekannte Persönlichkeiten berichtet.

Conley ist nur deshalb wieder in ihrem Heimatort in Florida, weil sie ihren neuen Job gar nicht antreten kann - der Geldgeber ist abgesprungen. Von der Grossmutter gedrängt, von der älteren Schwester blockiert, soll Conley die Berichterstattung über den Unfall von Symmes Robinette schreiben - Conley will mehr als Grayson, denn Grayson hat Angst, dass die wenigen verbliebenen Abonnenten abspringen, wenn nicht harmonisch berichtet wird. Doch Conley ist einem Skandal auf der Spur, der von Seite zu Seite spannender zu lesen ist.

Zwar begegnet Conley auch ihrem Nachbarn Skelly wieder, in den sie damals verliebt war und auch Charlie, dem Sohn des Unfallsopfers, der sie in der Jugendzeit mies behandelt hatte. Ein bisschen Lovestory ist also auch mit dabei. Familiengeschichte ebenfalls, denn das Strandhaus der Hawkins ist wie Grandma Lorraine, irgendwo ü80, nicht mehr in bester Verfassung. Ausserdem merkt man, dass Conley sich zwar nach Heimat und Beziehung sehnt, aber auch nach einem Job, der Spass macht. Der rote Faden in "Hallo, Sommer" jedoch ist, dass Conley herausfinden will, was sich in dieser Nacht und zuvor abgespielt hat. 

Dies wird interessant und vor allem fesselnd geschildert, so dass ich nur durch die 624 Seiten flog. Mit vielen Überraschungen und Twists ist "Hallo, Sommer auch sehr unterhaltend. 

Das Setting im fiktiven Silver Bay am Panhandle Floridas kommt so rüber wie man sich eine amerikanische Kleinstadt vorstellt. Dazu das Haus am Meer - richtig schön. 

Die Geschichte wie auch viele der Charaktere kommen zwar geheimnisvoll, aber auch tiefgründig daher. Conley hätte ich mir am Anfang ein wenig offener gewünscht, doch später wird ersichtlich, wieso sie so Mühe hat, zurück in Silver Bay zu sein. Am liebsten mochte ich die authentische Winnie, Grandmas Haushälterin. Die Konflikte in der Redaktion, ob harmonisch oder investigativ zu berichten und damit neue Wege zu gehen und deswegen vielleicht zwar langjährige Abonnenten zu verlieren, aber dafür neue dazu zu gewinnen, fand ich zeitgemäss beschrieben.

"Hallo, Sommer" ist eine tolle Mischung aus Krimi, Familiengeschichte und Lovestory, der mich schnell packen konnte. 

Fazit: Geheimnisse in Florida - ein spannender Lesespass! 
5 Punkte. 


Dienstag, 12. April 2022

Sommerglück zum Frühstück von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Wenn das kleine Cottage ihrer Großeltern nicht wäre, würde Drue Campbell den neuen Job in der Anwaltskanzlei ihres Vaters nicht aushalten. Überhaupt fühlt sie sich in ihrem Leben gerade etwas verloren. Das Strandhäuschen mit seinem alten Charme und den vielen schönen Erinnerungen gibt ihr Halt. Dann stößt Drue auf finanzielle Unregelmäßigkeiten bei einem Fall, den die Kanzlei betreut hat, und sie macht sich daran, die Wahrheit herausfinden. Viel Zeit für die Liebe bleibt ihr bei all der Aufregung nicht. Aber auch wer nicht sucht, der findet.



So gemütlich wie es auf dem Cover aussieht, sieht das Cottage von Drue nicht aus. Es gehörte zwar ihren Grosseltern und sie verbrachte viel Zeit bei ihnen, doch dass sie es nun erbt ist einerseits ein Glücksfall - sie hat wieder ein Dach über dem Kopf, wenngleich auch ein kaputtes -, andererseits ist das Cottage in einem erbärmlichen Zustand, der Vormieter hat es verschandelt und nichts repariert. 

Doch Drue ist gewillt, es zu renovieren und zieht ein, kurz nachdem sie bei ihrem Vater Brice in der Anwaltskanzlei zu arbeiten beginnt. Das Verhältnis zum Vater ist schlecht, denn Drue ist bei ihrer Mutter aufgewachsen. Diese ist kürzlich verstorben, Drue muss aus der gemeinsamen Wohnung raus und den Kellnerjob ist sie auch los, aufgrund ihres kaputten Knies - vor einigen Monaten beendete sie aufgrund eines Unfalls ihre Karriere als Knitesurferin.

Drue ist in ihren 30ern, sympathisch und witzig. Man fragt sich, wieviel Pech jemand haben kann. Aber es geht noch schlimmer: im Büro erwartet sie eine weitere Überraschung. Drue lässt sich jedoch nicht einschüchtern und will diesen Job behalten. Als eines Tages eine Mutter in die Kanzlei kommt und Gerechtigkeit für ihre vor zwei Jahren verstorbene Tochter fordert, beginnt Drue zu recherchieren. Sie hat es im Gefühl: irgendetwas ist hier gehörig schief gelaufen, weswegen Drue ihren Vater verdächtigt, unsauber zu arbeiten. Als sie im Cottage dann noch eine alte Akte über eine anno 1976 verschwundene Frau findet - Brice war damals Polizist -, ist ihr Detektiv-Gen aktiviert und sie will in beiden Fällen unbedingt herausfinden was passiert ist. 

Den Einstieg in den Roman, die ersten paar Seiten, fand ich ein bisschen holprig. Drue kam komisch und zerstreut rüber, doch das legte sich zum Glück blitzschnell. Die Figuren und die Geschichte haben mich fortan begeistert. 

Der Roman beinhaltet zwei Cold Cases und ist eigentlich mehr Cosy Krimi als Roman, aber sowas ist man sich von der Autorin ja bereits gewohnt. Mary Kay Andrews hat eine Art zu schreiben, die einen an die Buchseiten fesselt. "Sommerglück zum Frühstück" mit seinen 512 Seiten habe ich deswegen an einem Sonntag durchgelesen. 

Ich mag an Andrews Romanen vor allem, dass ihre Protagonistinnen allermeistens ganz normale Berufe haben und nicht, wie bei anderen englischsprachigen Autorinnen oft üblich, prestigeträchtige Berufe. Ihre Figuren, hier ist es Drue, bekommen nichts geschenkt - ausser vielleicht ein altersschwaches Häuschen - und müssen kräftig mit anpacken, um ihren Platz im Leben zu finden. Auch die Nebenfiguren haben ihren Platz verdient, keiner ist überflüssig.

"Sommerglück zum Frühstück" spielt am Sunset Beach in Florida. Man spürt beim Lesen die flirrende Hitze und den Sand in den Schuhen. Zusätzlich zur gut eingefangenen Atmosphäre enthält dieser Roman ein bisschen von allem: Familiendrama, sehr dezente und erst am Ende ein wenig Romantik, dafür ganz viele Geheimnisse und eine tolle Krimihandlung. 

Die beiden Cold Cases sind super interessant und besonders im Fall der vermissten Colleen habe ich absolut alle verdächtigt, abwechselnd natürlich. Andrews baut so viele Twists ein, damit macht sie es superspannend. 

Fazit: Brilliante Kombination von Roman und Cosy Krimi - macht süchtig und mega viel Spass. 
5 Punkte.


Mittwoch, 8. Dezember 2021

Liebe und andere Notlügen von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Mary Bliss ist fassungslos, als sie eine Nachricht ihres Ehemanns Parker findet: Er will sie und ihre gemeinsame Tochter Erin nicht nur verlassen, er hat auch die Konten leergeräumt. Um ihr Gesicht zu wahren, lässt sich Mary zu einer winzigen Notlüge hinreißen: Sie erzählt den Nachbarn, dass Parker bloß auf Dienstreise sei. Aber ganz so leicht will Mary ihren untreuen Ehemann nicht davonkommen lassen. Sie beschließt, seine Lebensversicherung abzuräumen. Das kleine Hindernis, dass Parker quicklebendig ist, sollte sich ja überwinden lassen. Doch plötzlich taucht der attraktive Privatdetektiv Matt auf, der Parker aufspüren soll.


Lange hab ich das Lesen dieses Romans, der 2017 auf Deutsch erschienen ist, heraus geschoben. Als ob ich insgeheim wusste, was mich erwartet. 

Die Geschichte um Mary Bliss, deren Ehemann mit allem Geld abgehauen ist, konnte mich nicht so recht begeistern. Es ist weniger ein Roman, denn eine schwarzhumorige Komödie und erinnert ein wenig an Filme mit rachedurstigen Ex-Ehefrauen. 

Eigentlich ist Mary Bliss Lehrerin, aber es sind gerade Schulferien und sie braucht dringend Geld, da Parker sämtliche Ersparnisse mitgenommen hat. Alle Konten sind blank geleert, auch das Haus scheint verloren. Mary Bliss nimmt einen Promotionsjob an, bei dem sie aber noch weniger verdient als abgemacht. Deshalb kommt sie und ihre Freundin Katherine auf eine saublöde Idee - Parker für tot zu erklären. 

Ich dachte erst, es bleibe bei der Idee, aber die beiden Frauen setzen sie auch tatsächlich um. Natürlich geht einiges schief dabei. An dieser Stelle merkt man, dass das Original bereits im Jahr 2003 heraus kam. 

Mary Bliss hat noch andere Baustellen: mit der 17jährigen Tochter möchte sie reden, doch diese bekommt sie kaum zu Gesicht - ich empfand sie super zickig. Mindestens ebenso biestig drauf ist das Schwiegermonster, für die Parker immerhin das Pflegeheim noch für zwei Jahre bezahlt hat. 

Es hat einige witzige Szenen im Roman, er ist auch gut geschrieben. Doch das Thema konnte mich nicht abholen, zu oft sah ich schon Filme und las andere Bücher zum Thema, so dass dieses auf mich abgedroschen und veraltet wirkt. Vielleicht hätte ich es 2003 anders empfunden, aber 2021 überzeugt es mich nicht. 

Fazit: Das Thema des Romans hat mich nicht gepackt, ich empfand es als nicht zeitgemäss und es wäre besser, man hätte es direkt nach Erscheinen im Jahr 2003 übersetzt als so viele Jahre später. 
3.5 Punkte.

Montag, 8. Juni 2020

Der geheime Schwimmclub von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Sie waren jung, als sie ihren geheimen Schwimmclub auf der verwunschenen Insel Talisa gründeten: Josephine, Millie, Ruth und Varina. In den langen Sommernächten gingen sie nachts schwimmen, vertrauten einander ihre Geheimnisse und Lebenswünsche an – bis ein schicksalhaftes Ereignis die Frauen trennte. Jetzt, viele Jahrzehnte später, ist Josephine schwer erkrankt, und sie möchte ihre Freundinnen unbedingt noch einmal wiedersehen. Also beauftragt sie die junge, alleinerziehende Anwältin Brooke, sie zu finden und nach Talisa zu bringen, um dann das Rätsel von damals zu lösen.



Bis auf einen (der wartet auf dem SuB) habe ich alle auf Deutsch übersetzten Romane von Mary Kay Andrews gelesen. Darunter sind einige ganz nett, einige sehr süss, sehr amerikanisch, einige toll, zwei davon schlecht, und dann gibts diesen, der hier mit dem unscheinbaren Cover einer Sanddüne, er ist einfach nur wow, wow, wow. 

Dieser wow-Roman ist einerseits typisch für Mary Kay Andrews und andererseits gänzlich was Neues, und bringt viel mehr Tiefgang als ihre bisherigen Romane mit. "Der geheime Schwimmclub" hat mich total begeistert. Die Geschichte um die Insel Talisa und ihre Bewohner ist der Autorin absolut gelungen, sowas von und geht unter die Haut. 

Die 99jährige Josephine, die auf einem Anwesen auf der Düneninsel Talisa vor der Küste Georgias wohnt, kommt reichlich spät in ihrem Leben auf die Idee, ihr Testament zu machen. Dazu möchte sie ihre ehemals besten Freundinnen noch einmal sehen und beauftragt die Anwältin Brooke damit. Brooke ist um jeden Auftrag froh, aber sie gerät in einen Interessenkonflikt und muss einen Teil ihres Auftrags abgeben. Aber es gelingt ihr, die gesuchten Frauen oder deren Nachkommen aufzuspüren. Alle sind gespannt, was Josephine ihnen noch sagen will und ob es gelingt einen Teil der Insel Talisa, Oyster Bluff, den Geechees zu übertragen und der Rest der Insel in eine Stiftung einzubinden, so dass der Staat sie nicht bekommt. 

Im zweiten Erzählstrang werden die Ereignisse der Vergangenheit, die Erlebnisse der vier Mitglieder des geheimen Schwimmclub ab 1932, geschildert. Die Leser  - wie auch Brooke, Marie, Lizzy, Varina und Felizia und ebenso Josephines Hausangestellte Louette und Shug - verstehen dadurch immer mehr, was damals alles passierte. Selbst gehen sie auch einigen Hinweisen nach. Nach und nach ergibt sich ein Bild, das spannender nicht sein könnte. 

Mehr zum Inhalt, der immer wieder überrascht, möchte ich nicht verraten. Für die Leserinnen vorhersehbar waren nur zwei Begebenheiten, die Beteiligten vor Ort mussten lange warten, bis sie der Wahrheit auf die Schliche kommen. Ständig treten neue Rätsel auf oder es passiert etwas Unerwartetes. So wurde es auf keiner der knapp 600 Seiten langweilig. Die Story ist derart spannend, dass ich den Roman nicht aus den Händen legen konnte und in einem Tag ausgelesen habe - er hat seinen Platz auf meiner Jahreshighlight-Liste 2020 sicher. 

Der Schauplatz ist äusserst bezaubernd, trotz allen Spuren, die die Zeit auf der Insel hinterlassen hat, und liegt - natürlich - in Georgia, die Insel Talisa und die Stadt St. Ann sind aber fiktiv. 

Viele Charaktere bevölkern die Geschichte, doch das stört überhaupt nicht, alle haben ihre Berechtigung und sind gut gezeichnet, so dass man nicht durcheinander kommt. Durch die zahlreichen Figuren sind auch viele Themen eingearbeitet, doch auch hier: es passt alles wunderbar zusammen. 

Fazit: "Der geheime Schwimmclub" ist unglaublich fesselnd und eindrücklich - überzeugt euch selbst davon! 
5 Punkte. 



Mittwoch, 13. September 2017

Sommernachtsträume von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Riley Griggs verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie auf der wunderschönen Insel Belle Isle. Aber dieses Jahr ist alles beängstigend anders: Ihr Ehemann Wendell kommt nicht wie verabredet mit der Fähre an, ihr Haus wurde von der Bank gepfändet und ihre Konten gesperrt. Riley wendet sich hilfesuchend an ihre Freundinnen auf der Insel, doch diese haben alle mit ihren eigenen Problemen zu tun. So macht sich Riley allein auf die Suche nach Wendell. Als sie schließlich Nate trifft, einen alten Freund aus Jugendzeiten, ist sie erleichtert. Nate unterstützt sie nicht nur bei ihrer Suche nach Wendell, sondern er erinnert sie auch daran, wie sie früher war. Kann Riley mit seiner Hilfe endlich den Mut fassen, sich ihrem Leben zu stellen und für ihre wahren Träume zu kämpfen?


Mary Kay Andrews Bücher sind meistens locker, leicht und amüsant zu lesen. Deshalb freute ich mich auch auf "Sommernachtsträume". Leider stellte sich heraus, dass erstens nicht nur der deutsche Titel nicht wirklich passt - im Original "The Weekenders" - sondern zweitens das wunderschöne Coverbild im Original zu einem anderen Buch ("Save the date" = "Ein Jahr im Sommer") der Autorin gehört, drittens auch der Klappentext irreführend ist, denn die Sache mit Nate spielt sich im Buch ganz anders ab. Viertens entpuppt sich der Roman als fade Geschichte ohne viel Handlung und fünftens sind viele Figuren nicht gerade sympathisch.

Der Roman ist eher ein Cosy-Krimi als ein sommerlicher Liebesroman, denn Rileys Noch-Ehemann Wendell wurde ermordet. Riley und Wendell wollten ihrer Tochter Maggy an diesem Wochenende erzählen, dass sie sich scheiden lassen, nun erfährt Maggy noch mehr unliebsame Tatsachen über ihren Vater, und das lässt sie noch zickiger werden, als sie eh schon ist. Klar haben zwölfjährige präpubertäre Mädchen ab und zu mal ihre schlechten Phasen, doch bei Maggy war es ein Wunder, wenn sie mal gut drauf war.

Riley machte mir ein zu grosses Theater um die Diabetes ihrer Tochter und war ansonsten ein eher blasser Charakter, der gegen die hochnäsige Mutter Evelyn nicht ankam. Rileys kleiner frecher und schwuler Bruder Billy hat ein grosses Alkoholproblem und ein noch grösseres Geheimnis. Sein Partner Scott als Ruhepol kam zu wenig zur Geltung. Leider auch Tante Roo, deren seltene Ansagen für Würze sorgten. Sie gefiel mir am besten, kommt aber leider auf den stolzen 560 Seiten viel zu kurz. Das Buch hätte gut und gerne um 300 Seiten gekürzt werden können.

Obwohl mich die Handlung ermüdete, war ich immer noch neugierig auf die Auflösung von Nates Geheimnis - der Grund, wieso er Riley vor vielen Jahren beim Abschlussball betrunken vor ihr stand. Viel Lärm um Nichts, das Geheimnis hätte sich die Autorin sparen können.

Fazit: Enttäuschende Lektüre mit langweiliger Handlung und unausgearbeiteten Charakteren und somit leider eins der schlechtesten Büchern von Mary Kay Andrews. 
3 Punkte.


Donnerstag, 2. März 2017

Liebe kann alles von Mary Kay Andrews

Klappentext:

Dempsey fällt aus allen Wolken, als ihrem charmanten Chef Korruption vorgeworfen wird. Dieser hingegen reagiert schnell und kündigt Dempsey – so kann er alle Vorwürfe auf sie abwälzen. Dempsey muss Washington verlassen. Ohne Job, Geld oder Perspektive ist sie auf die Hilfe ihres Vaters angewiesen, der ihr als Projekt die Renovierung des Familienanwesens „Birdsong“ in Georgia anbietet. Doch nicht nur das viktorianische Gebäude bietet alle Möglichkeiten für einen Neuanfang, auch die Bewohner des kleinen Örtchens geben ihr etwas, dass sie schon lange nicht mehr hatte: Das Gefühl zu Hause zu sein.


Da im April ein neues Buch der Autorin erscheint, hab ich mir vorgenommen, alle ihre noch ungelesenen Bücher von meinem SuB zu befreien. "Liebe kann alles" war das noch letzte zu lesende Buch. Und wie so oft bei Mary Kay Andrews spielt es in Amerikas Südstaaten in Georgia. 

Dempsey findet sich einen Tag nach ihrer Entlassung bei ihrem Dad in Kalifornien ein, doch der scheint nur Verständnis für seine zweite Frau (die nur minim älter als seine Tochter ist) zu haben. Er schickt Dempsey nach Guthrie, einem kleinen Dorf in Georgia - sie soll das vererbte Haus auf Vordermann bringen, damit er es gewinnbringend verkaufen kann. Kaum angekommen, ist Dempsey überrascht vom schlechten Zustand des Hauses, überrascht von einer kratzbürstigen alten Frau, überrascht, dass alle in Guthrie bereits wissen, wer sie ist.

Freundlich empfangen wird Dempsey nicht gerade, Ella Kate bewohnt weiterhin das Haus und weigert sich auszuziehen. Dempsey vertagt das Problem, bezieht trotzdem ein Zimmer im Haus und macht sich an die Renovation. Dies lenkt sie ab von ihren Problemen. Wie tief sie im Dreck steckt, merkt sie erst, als das FBI vor ihrer Türe steht. 

Dempsey ist manchmal naiv, aber sie geht mit einem Elan an die Renovation heran, der seinesgleichen sucht. Sie lässt sich von Ella Kate nicht einschüchtern, ebenso wenig wie vom FBI. Einige lustige Szenen erlebt sie mit Jimmy Maynard, Bobby Livesey steht für treues Arbeiten und die Berryhills unterstützen sie in allen Belangen. 

Ich glaube, ich habe Büchern von Mary Kay Andrews noch nie die volle Punktzahl vergeben, aber dieses hier hat es verdient. Die Geschichte ist irgendwie altmodisch und im Grunde nichts Besonderes, aber wahrscheinlich gerade durch das unaufgeregte Setting in einem verschlafenen Dorf mit seinen authentischen Figuren gefällt sie mir so gut. Wer jetzt denkt, es passiere nichts, liegt falsch. Spannung kommt auf, nicht nur wegen dem involvierten FBI. 

Einziges Manko ist hier, wie bei vielen auf Deutsch übersetzten Büchern von Mary Kay Andrews, der Titel - im Original passt der Titel wie auch das Cover jeweils zum Inhalt, in Deutsch könnte es irgendein Buch sein. Der Verlag könnte sich diesbezüglich mehr Mühe geben! 

Fazit: Ich mag die Charaktere, ich mag den Plot von diesem kurzweiligen Schmöker, den ich von der ersten Seite an verschlungen habe. Wohlfühlroman total! 
5 Punkte.

Originaltitel: The fixer upper (2009)

Mittwoch, 8. Februar 2017

Zweimal Herzschlag, einmal Liebe von Mary Kay Andrews (Eloise/BeBe Band 1)

Klappentext:

Das Leben könnte so schön sein: Das wärmende Sonnenlicht, die historische Häuserpracht und die frische Brise vom Meer machen Savannah zum perfekten Ort – zumindest für die Antiquitätenverkäuferin Eloise Foley. Doch dann gerät sie ins Zentrum einer Mordermittlung. Jemand hat Caroline DeSantos umgebracht. Zu dumm, denn Caroline war die neue Flamme von Eloises frisch geschiedenem Ehemann. Prompt wird sie zur Hauptverdächtigen. Und das ausgerechnet jetzt, da sie eine Verabredung mit dem Chefkoch des lokalen Sternerestaurants hat und zum ersten Mal wieder das lang vermisste Kribbeln in der Bauchregion verspürt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin BeBe Loudermilk schmiedet Eloise einen Plan, der ihre Unschuld beweisen soll. Und auch ihr Ex soll dabei sein Fett wegkriegen, denn Eloise hat mit ihm noch eine Rechnung offen: Immerhin hat ihr früherer Ehemann sie hinterhältig betrogen und das gemeinsame Haus an sich gerissen und mit seiner Neuen bezogen. Der Streitfall kostet Eloise ganz schön viele Nerven, doch die Gefühle für den süßen Sternekoch geben ihr Rückenwind. Denn Liebe macht erfinderisch – auch wenn es um die juristischen Feinheiten einer Polizeiuntersuchung geht.


"Savvanah Blues", bzw. auf Deutsch "Zweimal Herzschlag, einmal Liebe", ist der Auftakt zur Savannah-Serie der amerikanischen Autorin Mary Kay Andrews. 

Nach meinen Recherchen wurde zuerst "Savannah Blues", ein Jahr später "Savannah Breeze", drei Jahre danach "Blue Christmas" ("Weihnachtsglitzern", 2013) und dann noch "Christmas Bliss" ("Winterfunkeln", 2014) veröffentlicht. Die Bücher werden nicht als Serie vermarktet, obwohl sie zusammengehören. Man kann alle einzeln für sich lesen, doch wenn jemand Protagonisten gerne länger begleitet, empfiehlt es sich die Reihe chronologisch zu lesen. 

Eloise hat gerade die Scheidung von Tal Evans hinter sich und lebt dennoch fast Tür an Tür mit ihm und seiner neuen Partnerin. Die beiden Frauen können sich nicht ausstehen, Eloise traut Caroline berechtigterweise nicht über den Weg. Oft treffen sie an den unmöglichsten Orten aufeinander. So staunt Eloise nicht schlecht, als sie Caroline bei einer Beerdigung einer alten Frau begegnet. Irgendwas führt Caroline im Schilde, doch was? Wenige Stunden später ist Caroline tot und Eloise steht unter Mordverdacht - fast alle würden verstehen, wenn sie die Täterin wäre. Gemeinsam mit Onkel James versucht sie herauszubekommen, was Caroline nachts in dem leeren Haus gesucht hat und wer der wahre Täter ist. 

Trotzdem bleibt noch viel Raum um die neu entfachte Liebe zwischen Eloise und Daniel zu beobachten, Onkel James ein wenig privater kennen zu lernen (in den anderen Teilen tritt er meist nur als Anwalt auf), Eloises Mutter Marians Alkoholsucht besser einzuordnen und Eloise bei ihrer Arbeit als Pickerin zu begleiten. BeBe taucht punktuell, aber immer zur richtigen Zeit auf und hilft Eloise, wo sie nur kann. 

"Savannah Blues" - mir gefällt der Originaltitel um einiges besser als der deutsche Titel - entpuppte sich als spannungsgeladener Wohlfühlroman, den ich sehr gerne gelesen habe. Trotz vielen ernsten Themen sticht der Roman durch viele witzige Szenen heraus, durch den Mordfall verwebt sich die Geschichte zu einem Krimi, doch auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz. Man bekommt quasi 3in1 geboten: Liebesgeschichte, Kriminalfall, Roman - alles zusammen in einem Buch vereint.

Fazit: Eloise unter Mordverdacht - ein spannender Auftakt für die Savannah-Serie von Mary Kay Andrews. Für alle Leser, die ihre Weihnachtsromane gern gelesen haben. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Zweimal Herzschlag, einmal Liebe (Savannah Blues)
Band 2: Auf Liebe gebaut (Savannah Breeze)
Band 3: Weihnachtsglitzern (Blue Christmas)
Band 4: Winterfunkeln (Christmas Bliss)

Dienstag, 7. Februar 2017

Auf Liebe gebaut von Mary Kay Andrews (Eloise/BeBe Band 2)

Klappentext:

BeBe Loudermilk hat leider kein Glück mit Männern – und ihre Liaison mit Reddy Millbanks stellt keine Ausnahme dar. Als sie ihn auf einem Ball trifft, verfällt BeBe seinem Charme und seinem guten Aussehen, doch nur kurze Zeit später erleichtert Reddy BeBe skrupellos um all ihr Geld und ihre Besitztümer. Das einzige was ihr bleibt ist das Breeze Inn, ein heruntergekommenes Motel auf Tybee Island. Es scheint ein hoffnungsloses Unterfangen, das Motel wieder auf Vordermann zu bringen – vor allem mit dem mürrischen Verwalter Harry Sorentino an BeBes Seite. Harry möchte eigentlich nur genug Geld verdienen, um sich sein Boot zurückzukaufen und wieder ein Leben als Fischer zu führen. Mit BeBes Enthusiasmus und deren bester Freundin Eloise hat Harry jedoch nicht gerechnet. Die beiden machen sich mit Feuereifer daran, dem Motel einen neuen Look im Shabby Chic zu verpassen. Vielleicht kann Harry den beiden doch noch hilfreich zur Seite stehen? Doch dann taucht plötzlich die Möglichkeit auf, sich an Reddy zu rächen.


Während dem Lesen dieses Romans kam mir einiges bekannt vor: Die Namen BeBe und Eloise, Anwalt James und Eloises kochende Mutter Marian - alle schon mal gehört. Nach kurzem Nachforschen stellte ich fest, dass es sich bei "Zurück um Liebe" um einen weiteren Roman mit den Protagonistinnen Eloise und BeBe, bekannt aus "Weihnachtsglitzern" und "Weihnachtsfunkeln" handelt. Nur wird das nirgends so angekündigt. 

In der chronologischen Reihenfolge ist "Auf Liebe gebaut" Band 2. Es gibt sogar ein viertes Buch rund um BeBe und Eloise in Savannah: "Zweimal Herzschlag, einmal Liebe" - der befand sich auch schon auf meinem SuB und entpuppte sich beim Lesen als Auftakt zur Serie. Nun aber zurück zu "Auf Liebe gebaut":

Der erste Teil des Buches nervte mich total. BeBe erzählt darin, wie sie Reddy kennenlernte. Gerade verlassen von ihrem Verlobten, und in Begleitung eines Notfall-Dates, ist sie sehr empfänglich für die Avancen von Reddy, der sich als perfekter Charmeur ausgibt. Bis sie eines Tages nicht mehr in ihr Haus hineinkommt und ihr nichts mehr ausser ihrem Auto und den Kleidern, die sie anhat, geblieben sind. 

James findet heraus, dass der mittlerweile verschwundene Reddy von BeBes Geld u.a. ein altes Motel gekauft und dies noch nicht abgestossen hat. BeBe bleibt nicht anderes übrig, als sich erstmal dort einzuquartieren, doch in der einzig bewohnbaren Wohnung hat sich Harry eingenistet und der lässt sich nicht so leicht vertreiben. Immerhin hilft er ihr, das Motel instand zu setzen.

Als BeBe erfährt, dass sie zwar nicht die Einzige ist, die auf Reddy reingefallen ist, aber die Polizei kaum etwas zur Auffindung von Reddy unternimmt, schmiedet sie einen Plan, um ihn auffliegen zu lassen. Das Abenteuer beginnt.

Der Roman wurde ab der Stelle als BeBe im Breeze Inn ankommt, besser. Die Hotelrenovation und alles was damit zu tun hat, liest sich gut und schnell weg. Spannend mit sogar ein wenig Krimi-Feeling wird es, als BeBe sich mit Gefolge auf die Spur von Reddy macht.  

Da der Roman zeitlich vor den beiden Weihnachtsromanen steht, lohnt es sich die ganze Serie nochmals zu lesen, um sich einen besseren Überblick über all die Männer-, Job- und Häusergeschichten zu verschaffen. Wenn man allerdings die Weihnachtsromane nicht kennt, kann man "Zurück auf Liebe" auch einfach so lesen - ein witziger Roman zum Abschalten und sich unterhalten zu lassen. Ein Liegestuhlroman, leicht und flüssig zu lesen. 

Einen halben Punkt ziehe ich jedoch für den mir zu übertrieben "blonden" Beginn ab.  

Fazit: Unterhaltung pur, mit viel Humor und einer Prise Spannung versehene Geschichte, die den Leser nach Savannah (Georgia) und Fort Lauderdale (Florida) mitnimmt. 
3.5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Zweimal Herzschlag, einmal Liebe (Savannah Blues)
Band 2: Auf Liebe gebaut (Savannah Breeze)
Band 3: Weihnachtsglitzern (Blue Christmas)
Band 4: Winterfunkeln (Christmass Bliss)

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Mit Liebe gewürzt von Mary Kay Andrews

Klappentext:

Gina Foxton hat sich gerade als Fernsehköchin eines regionalen Senders einen Namen gemacht, als ihre Welt zusammenbricht. Erst erwischt sie ihren Produzenten und Lebenspartner in flagranti, dann eröffnet ihr dieser, dass ihre Sendung abgesetzt werden soll. Nicht mit ihr! Mit Tränen in den Augen beschließt Gina, dass sie es jetzt erst recht allen beweisen muss. Sie will den Sprung ins nationale Fernsehen wagen. Dafür muss sie jedoch an Tate Moody vorbei, der die Kochszene mit genialen Rezepten, seiner frischen Art und einem sexy Lächeln dominiert. Dem Angeber werde ich es zeigen, denkt Gina und nimmt die Herausforderung zu einem Kochwettbewerb der Superlative an. Wenn sie nur nicht bei jeder Begegnung mit Tate den Kopf verlieren und die falschen Zutaten in den Kochtopf schütten würde. 


Nachdem mich "Kein Sommer ohne Liebe" enttäuscht hatte, brauchte ich erstmal ein wenig Pause von Mary Kay Andrews, obwohl noch mehr Bücher von ihr auf meinem SuB warteten. Erst als ich für eine lange Bahnfahrt nach Frankfurt eine unkomplizierte Lektüre suchte, griff ich wieder zu einem der amerikanischen Autorin.

Als Ginas Produzent sich einen Fehltritt leistet, scheint es mit ihrer Karriere als Fernsehköchin zu Ende zu sein. Doch sie bekommt die Chance sich für einen anderen Sender kochend zu bewerben. Leider ist sie nicht die Einzige, Tate Moody darf ebenso ran. Durch einige Missgeschicke sind sich Tate und Gina nicht gerade grün. Als sie erfahren, dass sie beide sich einer Art Wettkochen ähnlich "The Taste", nur auf einer einsamen Insel, stellen müssen, kommt es zum Showdown.

Die ganze TV-Industrie wird aufs Korn genommen, indem vieles überspitzt erzählt wird: ein Sponsor setzt eine Sendung ab, weil der Produzent mit der Frau des Sponsors eine Affäre hat; Ginas Sendung verspricht regionale und saisonale Küche, verwendet aber mitten im Sommer Kürbisse, bzw. versucht sie es. Gina merkt nicht einmal dabei, dass es die falsche Saison ist.

Während alles über Gina ge- und beschrieben wird - angefangen von ihrem Aussehen über ihren Werdegang bis hin zu ihren Gefühlen und wie sie Tate sehr viel von sich preisgibt - bekommt man zu Tate kaum Infos. Tate bleibt in dieser Geschichte sehr blass, obwohl er und sein Verhalten genauso im Mittelpunkt steht wie Gina. Alle anderen Charaktere wie Ginas Schwester Lisa, ihr Stylist, D'John, Tates Produzentin Valery sind fast ein wenig übertrieben klischeehaft gezeichnet, doch Tate bleibt einfach ein Outdoormensch, der gerne fischt und jägt, nichts weiter. 

Diese Liebesgeschichte mit vielen Schmunzlern wird in einem kochenden Umfeld angesiedelt. Kochen tun nicht nur die Gerichte, sondern öfters auch die Protagonisten samt ihren Produzenten. Als den beiden Köchen die Liebe in die Quere kommt, überläuft der Kochtopf fast. 

Es ist nicht Mary Kay Andrews bestes Buch, aber es ist okay. Ich habe einfache Unterhaltung erwartet und bekommen. Wer gerne kocht und Liebesgeschichten mag, wird zufrieden sein.  

Fazit: Einfach gewürzte und unkomplizierte Unterhaltungslektüre, für alle Fans von Kochsendungen wie "The Taste".
Knappe 4 Punkte.

Freitag, 20. Mai 2016

Kein Sommer ohne Liebe von Mary Kay Andrews

Klappentext: 

Greer ist Location-Scout. Sie ist immer auf der Suche nach den besten Drehorten für die großen Kinofilme und sieht die schönsten Flecken dieser Welt, ein echter Traumberuf. Wäre da nicht ihr letzter Auftrag gewesen, bei dem eine ganze Plantage von der Filmcrew zerstört wurde – und Greer als die Schuldige abgestempelt wurde. Jetzt hat sie noch eine letzte Chance, um weiter im Geschäft zu bleiben: Für einen wichtigen Produzenten soll sie den perfekten Drehort finden. Nach einer endlosen Suche stößt Greer auf Cypress Key, das wohl letzte urige Fischerdorf an der Golfküste Floridas. Hier hat alles noch seinen ursprünglichen Charme – leider auch der umweltbewusste, aber durchaus attraktive Bürgermeister Eden. Der ist nämlich alles andere als begeistert von der Idee, dass eine riesige Filmcrew sein geliebtes Städtchen bevölkert und verschmutzt. Während die beiden noch streiten, merkt Greer, dass sie vielleicht gerade ihr Herz verliert.


Von Mary Kay Andrews habe ich schon viele Bücher gelesen. Nur wenige haben mir nicht gefallen. Ich freute mich auf diesen sommerlichen Roman, der, wenn es nach Cover und Titel geht, eine gemütlich schaukelnde Lektüre verheisst. 

Aber anstatt auf einer Hängematte liegend, stresst Greer in Florida herum, auf der Suche nach dem perfektem Drehort. Sie wird fündig, nur die Ortschaft stelle ich mir heiss, staubtrocken, ausgestorben und verfallen vor. Dem Produzenten gefällt es und Greer bereitet alles vor, damit in einigen Tagen die ganze Crew eintreffen kann. Nicht alle in Cypress Key freuen sich auf die Filmproduktion und die damit verbundenen Einschränkungen. Allen voran Bürgermeister Eb. Doch auch am Set gibts Probleme. Der Hauptdarsteller kommt direkt von der Entzugsklinik, der Drehbuchautor hat sein Drehbuch noch lange nicht fertig geschrieben. Bloss das Filmende hat er ganz genau im Kopf - explosiv soll es werden, aber die Bewohner von Cypress Key sind dagegen. 


Also kämpft Greer gegen alle möglichen Widerstände an und hat kaum Zeit sich um ihre unsicheren Gefühle gegenüber ihrem Vater zu kümmern. Auch der Anziehungskraft von Eb müsste sie sich stellen.

Die Einleitung finde ich, bis auf die für uns ungewöhnlich tönenden Namen wie Greer, Eben, CeeJay und Kreeg, geglückt.

Danach geht es leider bergab. Die Autorin packt viele Begebenheiten in den Roman hinein, sprich einige Dinge an, von denen man denkt, dass sie später vertieft oder aufgelöst werden. Falsch gedacht, stattdessen geht es rasant vorwärts mit weiteren wichtigen und unwichtigen Dingen und so bleibt das Meiste auf der Strecke. Emotionen zum Beispiel - um über Gefühle oder anderes zu reden bleibt den Protagonisten keine Zeit. Ihre Handlungen sind deshalb nicht immer zu verstehen und während man darüber noch den Kopf schüttelt, passiert schon das nächste "Highlight". Alles geht viel zu schnell und zu viele Fragen bleiben auch noch am Ende offen. Es scheint, als ob es der Autorin gleich ging wie Bryce - der Abgabetermin naht und das Drehbuch ist noch nicht fertig.

Anstatt Sommer und der gemütlich schaukelnden Hängematte erwartet der Leser eine verfallene Ortschaft, viel Action und keinerlei Romantik.

Der Roman hätte Potenzial, hätte die Autorin ihr Augenmerk nicht auf möglichst viele kleine Dramen, sondern auf Emotionen und Aussagen gelenkt.

Fazit: Unterhaltend, aber wegen der Fülle an Kleinigkeiten, die nur angerissen und nicht weiter vertieft werden, oberflächlich. 
3.5 Punkte.

"Sommer" und "Liebe" kann Mary Kay Andrew viel besser und beweist es mit diesen Romanen:
- Die Sommerfrauen
- Zurück auf Liebe
- Ein Ja im Sommer

Vielen Dank an den Fischer Verlag und Lovelybooks!




Sonntag, 4. Oktober 2015

Zurück auf Liebe von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Keeley Rae Murdock, eine seriöse 34-jährige Innenarchitektin, will morgen ihren Verlobten heiraten. Doch der vernascht beim Probedurchlauf im Country Club kurzerhand die Trauzeugin. Und das gleich im Saal neben dem Trauzimmer! Keeley verliert die Fassung. Sie bekommt den Tobsuchtsanfall ihres Lebens: Sie verpasst der Trauzeugin einen saftigen Fausthieb ins Gesicht, wirft Gläser an die Wand, ritzt in das Auto ihres Verlobten das Wort Arschloch und wirft dem Pfarrer das Beweismaterial mitten ins Gesicht – einen roten Stringtanga. Danach ist nichts mehr, wie es war. Die ganze Stadt hält sie für eine hysterische Zicke, und die Familie des Verflossenen übt sogar finanziellen Druck aus. Aber Keeley will es jetzt allen zeigen: Sie nimmt den Designauftrag eines ausgeflippten Typen an, der gerade neu in die Stadt gekommen ist.


Der zweite diesjährige Sommerroman von Mary Kay Andrew handelt auch von Hochzeiten. Aber nur von einer. Und die findet nicht statt. 

Keeley erwischt nämlich ihren Bräutigam inflagranti und trennt sich auf der Stelle von ihm. Während die halbe Stadt von der geplatzten Hochzeit spricht, und weil Stammkunden ihre Aufträge absagen, arbeitet Keeley härter als zuvor; auch um das Ganze zu vergessen. 

Doch ein Unternehmer, der sich neu in der Stadt niedergelassen hat, engagiert sie für den Innenausbau eines berühmten, aber alten Hauses ausserhalb der Stadt. Der Auftrag ist unkonventionell, denn Keeley soll das Haus so einrichten, damit es dessen unbekannter Möchtegernfreundin gefällt. Keeley durchläuft eine Achterbahn der Gefühle: die Idee, ein Haus für eine fremde Frau einzurichten, findet sie erst abstrus, dann faszinierend und gegen Ende nur noch abwegig.

In praktisch allen Sommerbüchern von Mary Kay Andrews kommen finanzkräftige und einflussreiche Leute vor. Ich wünsche mir, dass sie mal eine Geschichte schreibt, in der ausschliesslich normal verdienende Menschen vorkommen. Im vorliegenden Roman hat nur die Hauptprotagonistin nicht so viel Geld. Wohl aber ihre Fast-Schwiegereltern und ihr neuer Auftraggeber, der anfangs unnahbar wirkt und erst mit der Zeit auftaut. 

Keeley ist ein gelungener Charakter - sie muss und will allein mit der neuen Situation klarkommen und merkt dabei, dass sie eigentlich noch gar nicht parat ist für die Ehe. Viel wichtiger wäre ihr zu erfahren, wieso ihre Mutter sie und ihren Vater einfach verlassen hat. Keeleys Nachbar hilft ihr bei der Suche nach ihrer Mutter und so kommt ein wenig Dramatik in die sonst sehr amüsante Geschichte hinein. 

Auch die anderen Protagonisten zeigen Charakter und die Hauseinrichte-Idee ist ungewöhnlich. So mutiert "Zurück auf Liebe" für mich zu Mary Kay Andrews bisher ausdrucksstärkstem Roman.

Fazit: Ein Buch das Spass macht. 
4 Punkte. 

Freitag, 2. Oktober 2015

Ein Ja im Sommer von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Cara versucht Fuß auf dem Heiratsmarkt zu fassen. Natürlich nur beruflich. Als Floristin entwirft sie romantische Blumenarrangements für den großen Tag. Privat glaubt Cara schon lange nicht mehr an die Liebe, und mit ihrem Ehemann ist es aus. In ihrem Leben läuft es wirklich alles andere als rund: Ihr Assistent will lieber für die Konkurrenz arbeiten, ihr strenger Vater fordert sein Geld zurück, und ein Hundedieb hat es auf ihren Vierbeiner abgesehen. Warum nur sieht der Kerl so unverschämt gut aus?




Ich habe so meine Probleme mit amerikanischen Liebesromanen in denen es um das Thema Hochzeit geht. Bzw. eher allgemein mit amerikanischen Hochzeiten.

Einerseits kommt mir das ganze Drumherum übertrieben vor. Irgendwie wird alles wichtiger, als das Eigentliche: das Ja-sagen. Location, Essen, Gäste, Kleider, Blumenschmuck - puh. Alles muss überaus perfekt und aufwändig organisiert werden. Zusätzlich laden die Eltern oft Geschäftspartner zu den Hochzeiten ihrer Kinder ein, was ich ein absolutes No-Go finde. Es ist doch schliesslich kein Geschäftsessen, sondern ein ganz besonderer Tag für ihre erwachsenen Kinder.

Andererseits hat meiner Meinung nach Nora Roberts mit ihrer Jahreszeiten-Trilogie das Nonplusultra zum Thema amerikanische Hochzeitsfeiern geschrieben. Da kommt so schnell einfach niemand ran.

So war ich gespannt auf Mary Kay Andrews neuesten Sommerroman. 

Cara konnte von ihrer früheren Chefin das Blumengeschäft übernehmen. Somit hat sie sich ihren Traum, ein eigenes Blumengeschäft, erfüllt. Fast alles wäre gut - doch ihr strenger Vater; ihr neuer Konkurrent; die alte Hausbesitzerin und das Haus, in welchem fast nichts mehr funktioniert; ihr Ex-Mann; sowie wenige unzufriedene Kundinnen machen ihr das Leben extrem schwer. Als wäre das nicht genug läuft auch noch ihr Hund weg und alsbald hat sie noch weitere Probleme: die Liebe erwischt sie kalt. 

Also eindeutig genug Materie um daraus einen leichten, unterhaltenden Roman zu schreiben. 

Gestört hat mich lediglich, dass der Leser denkt, Floristen würden quasi nur Hochzeiten mit Blumen beliefern und ansonsten den lieben langen Tag keine anderen Blumenstäusse verkaufen. In Caras Geschäft sind normale Blumenstrausskäufe fast Seltenheit. Aber gut, vielleicht hätten die den Romaninhalt gesprengt.

"Ein Ja im Sommer" hat mich gut unterhalten, und war trotz voraussehbarem Ende doch auch spannend, da Cara so viele Baustelle in ihrem Leben hat. Zwischendurch reagiert sie zwar zwei-, drei Male über, und man hätte diese Situationen ganz einfach durch ein Gespräch retten können. Aber dann wäre das Buch wohl einige Seiten dünner geworden. 

Fazit: Toppt die Jahreszeitentrilogie natürlich nicht, aber es ist eine kurzweilige Lektüre, nicht nur im Sommer lesenswert. 
4 Punkte. 




Freitag, 12. Dezember 2014

Winterfunkeln von Mary Kay Andrews (Eloise/BeBe Band 4)

Klappentext:

Eloise Foley liebt die Weihnachtszeit von ganzem Herzen. Dieses Jahr soll es besonders schön werden, denn ihr Traummann Daniel will sie ausgerechnet am 24. Dezember vor den Altar führen. Die Antiquitätenhändlerin ist überglücklich. Doch als der große Tag näher rückt, ist an Besinnlichkeit nicht mehr zu denken: Das Brautkleid – passt nicht. Die Trauzeugin – steht kurz vor der Entbindung. Der Zukünftige – wird mit einer heißen Italienerin in New York gesehen. Wird es an Weihnachten nun doch nicht das langersehnte Fest der Liebe geben?



"Winterfunkeln" ist Mary Kay Andrews neuster Weihnachtsroman und knüpft an seinen im letzten Jahr erschienen Vorgänger "Weihnachtsglitzern" an. Diesmal teilen sich Eloise und ihre Freundin BeBe die Hauptrollen. Obwohl die Geschichte in der Adventszeit spielt, geht es hier mehr um Eloises Hochzeit und BeBes Schwangerschaft. Die Weihnachtszeit ist mehr Dekoration für die Geschehnisse als wirklich Thema. 

Eloise hat wie immer viel zu tun: nebst allen Hochzeitsvorbereitungen und das Führen ihres Geschäfts, möchte sie das Brautkleid ihrer Grossmutter zur Hochzeit tragen. Ihre Mutter passt es ihr an - natürlich nicht ohne zu jammern. 

Ihre Mutter kann auch nicht verstehen, wieso Eloise unbedingt selbst eine Hochzeitstorte backen will, denn sie würde es ja noch so gerne übernehmen (was sie, wenn man sie kennt ja eh macht, ob erwünscht oder nicht). Daniel arbeitet für ein Projekt in New York und ist mal wieder abwesend. 

BeBe ist hochschwanger und erfährt etwas Wichtiges, das ihre Beziehung zu Harry gefährdet. Trotz Schwangerschaft möchte sie das Übel schnellstmöglich aus der Welt schaffen, bevor ihr Kind zur Welt kommt und bevor Harry etwas davon erfährt. Eine wahrhaft ruhelose Vorweihnachtszeit! 

Im Gegensatz zu "Weihnachtsglitzern" erfährt man hier mehr über Eloises Freunde. Nur Daniel bleibt immer noch ein wenig blass, er ist nach wie vor fast nur am Arbeiten. 

Fazit: Durch all die Turbulenzen liest sich dieser Roman leicht und schnell. 
Man muss "Weihnachtsglitzern" nicht kennen um "Winterfunkeln" zu lesen. Wenn man aber die Möglichkeit hat, beide hintereinander zu lesen, würde ich dies empfehlen.
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 1: Zweimal Herzschlag, einmal Liebe (Savannah Blues)
Band 2: Auf Liebe gebaut (Savannah Breeze)
Band 3: Weihnachtsglitzern (Blue Christmas)
Band 4: Winterfunkeln (Christmass Bliss)

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Weihnachtsglitzern von Mary Kay Andrews (Eloise/BeBe Band 3)

Klappentext:
Eloise Foley liebt Weihnachten. Für sie ist es eine Zeit der Wunder und Träume, die schönsten Tage des Jahres. Sie freut sich auf gemütliche Abende im Kreise der Familie und mit ihrem Freund Daniel. Der sieht Weihnachten allerdings in einem ganz andern Licht, denn Daniel besitzt ein Restaurant und hat im Dezember kaum Zeit für Eloise. Nun bleibt ihr umso mehr Zeit, sich um ihr kleines Antiquitätengeschäft zu kümmern. Ganz besonders freut sich Eloise auf den alljährlichen Wettbewerb um die schönste Weihnachtsdekoration in den Läden von Savannah, und sie dekoriert liebevoll ihr Antiquitätengeschäft. In einer alten Kiste findet sie eine blaue, glitzernde Brosche in Form eines Weihnachtsbaums. Davon inspiriert erschafft sie die Weihnachtswunderwelt »Blue Christmas«, passend zum berühmten Elvis-Presley-Song. Doch an einem chaotischen Verkaufstag verschwindet die Brosche – und eine geheimnisvolle Fremde hinterlässt Eloise Geschenke an den seltsamsten Orten. Purer Zufall oder wahre Weihnachtsmagie? 


"Weihnachtsglitzern" ist der letztjährige Roman von Mary Kay Andrews. Der Nachfolgeband "Winterfunkeln" ist diesen Herbst erschienen und ich möchte euch heute und morgen die beiden Romane vorstellen.

Eloise hat sich für diese Weihnachten viel vorgenommen. Sie will am Schaufensterwettbewerb teilnehmen und ihre und Daniels Familie zum Weihnachtsessen einladen. Ersteres wäre einfacher, wenn sie nicht neue Nachbarn hätte und zweiteres ein schwieriges Unterfangen, da beide komplizierte Familienmitglieder haben. Daniel sieht Eloise kaum, da er fast immer arbeiten muss, zudem ist er ein grosser Weihnachtsmuffel. 


Als wäre dies nicht genug, werden Dinge gestohlen. Zuerst eine Brosche, dann verschwindet ein Teil des Apéros und Nachbarn berichten, sie hätten jemand im Schaufenster schlafen sehen. 

Eloise wächst einem ans Herzen, man freut sich mit ihr und staunt wie sie alles schaukelt. Ihr Blue Christmas-Schaufenster hätte ich gerne gesehen, aber es wird so gut beschrieben, dass man sich das Schaufenster bildlich vorstellen kann. 


Die Neugierde, ob wohl wieder etwas verschwindet oder auftaucht war gross bei mir. Ich war immer wieder gespannt drauf, ob vielleicht noch weitere Dinge verschwinden oder sie wieder auftauchen, und wenn wo. Es war so ein bisschen, als ob Eloise einen Weihnachtswichtel hat. Dadurch hat die Geschichte Spannung bekommen und war auf eine gewisse Weise zauberhaft. 

Der Roman war zudem witzig bis und mit dem turbulenten Weihnachtsessen. Leider endet das Buch ziemlich kurz danach und somit auch die Auflösung um die verschwundenen Dinge.

Fazit: Ausser über Eloise erfährt man kaum etwas über die anderen Charaktere. Nichtsdestotrotz wurde ich gut unterhalten. Jeder, der gerne dekoriert, wird das Buch mögen. 
Am Ende erzählt die Autorin wie sie auf die Buchidee gekommen ist, das fand ich sehr sympathisch :-)
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Zweimal Herzschlag, einmal Liebe (Savannah Blues)
Band 2: Auf Liebe gebaut (Savannah Breeze)
Band 3: Weihnachtsglitzern (Blue Christmas)
Band 4: Winterfunkeln (Christmass Bliss)

Mittwoch, 13. August 2014

Sommer im Herzen von Mary Kay Andrews

Klappentext:
 

Ein Mann, vier Frauen und eine Bar direkt am Strand: der perfekte Sommerroman – große Liebe inklusive Grace Stanton ist eine erfolgreiche Lifestyle-Bloggerin. Als sie jedoch ihren Ehemann dabei erwischt, wie er sie mit ihrer Assistentin betrügt, gehen die Pferde mit ihr durch: Sie fährt seinen teuren, heißgeliebten Sportwagen in den Swimmingpool. Kurze Zeit später passt ihr Haustürschlüssel nicht mehr, ihre Kreditkarten sind gesperrt und auch der Zugang zu ihrem Blog ist gelöscht. Sie reicht die Scheidung ein, doch der Richter verdonnert sie erst einmal zu einer Trennungsbewältigungstherapie. Das hat ihr gerade noch gefehlt! Am Anfang denkt Grace noch, dass sie mit den anderen vier Teilnehmern absolut nichts gemeinsam hat. Doch dann verhält sich die Therapeutin so seltsam, dass die fünf beschließen, ihre eigene Gruppensitzung jeden Mittwochabend in der „Sandbox“ abzuhalten. Dabei stellen sie schnell fest, dass sie doch mehr verbindet, als sie dachten. Können sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und zusammen einen neuen Weg ins Leben finden?


Beim Lesen der ersten Seiten bin ich erschrocken - der Schreibstil erinnert extrem an Sophie Kinsella. Eine betrogene Ehefrau, die noch im Schock das teure Auto ihres Mannes im Swimmingpool versenkt. Das kann doch nur von Frau Kinsella sein. 

Aber nein. Leider blieb das Buch fast durchgehend auf diesem Niveau. Zwar versucht Mary Kay Andrews zum Beispiel durch die Beziehung von Grace und Wyatt oder die Gespräche der Therapiegruppe in der Sandbox mehr Tiefe in das Buch zu bringen, das gelingt ihr aber nicht. 

Einige Charaktere wie Wyatt und seine kleine Familie sind sehr sympathisch gezeichnet, doch können sie den oberflächlichen Kinsella-Anteil nicht ausgleichen. 

Mary Kay Andrews konnte mich in Sachen Tiefgründigkeit bisher noch nie überzeugen, aber ihre Romane waren trotzdem nett zu lesen. "Sommer im Herzen" ist eindeutig ihr schlechtester bisher. 

Den deutschen Titel wie auch das (schöne) Cover find ich unpassend, auch der englische Titel "Ladies Night" passt nicht wirklich.

Fazit: Wer Kinsella-Romane liebt, wird sich mit "Sommer im Herzen" gut amüsieren, alle andern lassen das Buch lieber im Gestell. 
3 Punkte.