Dienstag, 28. Februar 2023

Lesemonat und Monatsrücklick Februar 2023

Nach dem unendlich grauen Januar war der Februar fast unendlich sonnig. Erst seit dem Wochenende ist es wieder kalt und auch grau geworden, die Kälte bleibt noch ein paar Tage, aber die Sonne kommt wohl bald wieder.


Im Februar hab ich Rezensionen nachgeliefert, nun fehlen noch circa sieben Rezensionen zu Stand Alone's und welche zu zwei Trilogien, die ich noch gerne schreiben möchte, allesamt keine Rezi-Exemplare. Insgesamt sind es also etwa 13 Rezensionen. Ich weiss aber noch nicht, ob ich die Trilogien einfach als Gesamtes vorstelle oder zu jedem Band die bereits begonnene Rezension zu Ende schreiben werde. Im März werde ich nicht viel Zeit dafür haben, dafür wahrscheinlich im April. Bis dahin sollte ich dann wieder à jour sein. 

Neben Rezensionen schreiben hab ich im Februar auch an meinem SuB "gearbeitet" und hauptsächlich SuB-Bücher gelesen - oder auch abgebrochen. Alle SuB-Bücher, die mich auf den ersten 30-50 Seiten nicht überzeugen, werden zukünftig abgebrochen - das hab ich mir für dieses Jahr vorgenommen. Das Ziel ist eine sichtbare SuB-Verkleinerung bis Ende Jahr. Vielleicht gibt es Bücher, für die gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist, die lege ich auf die Seite. Alle anderen, also die, in die ich nicht reinkomme, wurden und werden zukünftig gelöscht. Im Februar waren dies folgende drei abgebrochene Bücher:

- Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus 
⇨ alberne und für mich zu junge Charaktere, nicht mein Humor, irgendwie auch sehr seicht.
- Liebe schmeckt wie Karamell von Lene Hansen 
⇨ naive Protagonistin, hat mich nicht gepackt.
- Mord in der Uckermark von David Safier (Miss Merkel 1) 
⇨ "zu" lustig, nicht mein Humor. Am Wochenende hab ich grad noch im TV den Trailer zur Verfilmung gesehen: definitiv nicht mein Humor.


Ganz gelesen habe ich im Februar 14 Bücher. Bis auf zwei Bücher war es ein erfolgreicher Monat. Quantitativ liege ich in wieder in meinem durchschnittlichen Bereich. Aber ich hatte ja auch noch Schulferien, so dass ich nicht oft morgens aufstehen musste und nachts dafür länger lesen konnte als üblich - das könnte gerne immer so sein, als Nachteule sowieso. Die Genres halten sich schön die Waage, sieben Romane, sieben Krimis, davon drei historische Krimis. 

2 Punkte:
- Mord will keine Zeugen von Ann Granger (Jessica Campbell 6)

3 Punkte:
- Tod in Bletchley Park von Emma Goodwyn (Beefeater John Mackenzie 10) 


4 Punkte:
- Einbruch bei Dunkelheit von Helena Marchmont (Bunburry 14) 
- Das Pestschiff von Peter Tremayne (Schwester Fidelma 33) 
- Der Tote auf der Treppe von Anne Glenconner 
- Frühlingsfunkeln von Katharina Herzog (Das kleine Bücherdorf 2) 
- Ein Traum wird wahr von Sherryl Woods (Süsse Magnolien 1) 
- Ein neuer Tag beginnt von Sherryl Woods (Süsse Magnolien 2) 
- Ein Wunder geschieht von Sherryl Woods (Süsse Magnolien 3) 
- Momente des Glücks von Sherryl Woods (Süsse Magnolien 4) 
- Wo die Liebe dich küsst von Jana Lukas (Die Schule am See 3) 




5 Punkte:
- Tod den finsteren Mächten von Peter Tremayne (Schwester Fidelma 32) 
- Die kleine Bucht in Kroatien von Julie Caplin 
- Toskanische Sünden von Paolo Riva (Commissario Luca 2) 


Leider war schon wie letztes Jahr mein erster Flop bereits im Februar dabei. "Mord will keine Zeugen", der sechste Fall für Jess Campbell, hat mich extrem enttäuscht. Obwohl sogar noch der ehemalige Chef von Jess, bekannt aus der "Mitchell & Markby"-Reihe dabei war, haben weder Markby noch Jess ermittelt. Es wurde vor allem aus Sicht eines Mordzeugen geschrieben und sein Leben begleitet. 
Auch der Beefeater-Band "Tod in Bletchley Park" hat mich dieses Mal leider nicht überzeugt.

Dafür hat mich die "Süsse Magnolien"-Reihe überraschend gepackt, von der die ersten beiden Bände seit einem Jahr auf meinem SuB lagen. Sherryl Woods schreibt sehr einnehmend, so dass ich gleich noch die letzte Woche erscheinenden Bände 3 und 4 gelesen habe. Interessant waren auch alle anderen 4-Sterne-Bücher. 

Begeistert hat mich der 32. Schwester Fidelma-Band, ebenso der morgen erscheinende zweite Band von Commissario Luca und auch der endlich auf Deutsch erschienen Romantic-Escape-Band "Die kleine Bucht in Kroatien". Letzteres hab ich ja schon auf Englisch gelesen und war von der sommerlichen Story begeistert, auf Deutsch hab ich die Geschichte nun noch ein zweites Mal genossen. 

Die noch offenen Rezensionen (ausser Bunburry 14 und evt. "Das Pestschiff") werden in den nächsten Tagen noch nachgeliefert. Glenconner und Riva dürfen eh erst ab morgen rezensiert werden. 

Vom Februar nehme ich die Neuerscheinungen "Sterne über dem Salzgarten", "Die Töcher von Kew Gardens und "Kirmes im Kopf" mit in den März rüber. Einige - viele! - März-Bücher Neuerscheinungen hab ich schon hier liegen, zwei davon sind ja bereits gelesen ("Toskanische Sünden" und "Der Tote auf der Treppe"). Mehr dazu morgen in meiner März-Vorschau. 

Wie war euer Februar? 


Montag, 20. Februar 2023

Ein neuer Tag beginnt von Sherryl Woods (Süsse Magnolien 2)

Klappentext: 
Die Trennung von ihrem Ex-Mann warf Dana Sue aus der Bahn – doch seither hat sie neue Kraft geschöpft und ihren großen Traum verwirklicht: ein eigenes Restaurant im Herzen ihrer Heimatstadt Serenity. Ihr Leben scheint perfekt – doch dann wird ihre Tochter Annie krank und Dana Sue droht, zwischen familiären und beruflichen Verpflichtungen unterzugehen. Aber ihre zwei besten Freundinnen machen ihr klar: Sie muss sich auch um sich selbst kümmern, um für andere da sein zu können. Und als Dana Sues Ex wieder auftaucht, erkennt sie, dass man manchmal die Vergangenheit in sein Leben lassen muss, um in die Zukunft zu blicken.


In "Ein neuer Tag beginnt", der zweite Band der "Süsse Magnolien"-Reihe, steht Dana Sue im Vordergrund. Vor zwei Jahren trennte sie sich von ihrem Mann Ronnie, nachdem er ihr eine Affäre gestand. Ihre Freundin Helen sorgte für eine taffe Scheidung. 

In diesen zwei Jahren hat Dana Sue ein Restaurant in Serenity eröffnet, das sehr gut läuft. Doch deshalb ist sie oft auch nicht zuhause und ihre Tochter Annie öfters alleine, so dass Dana Sue erst seit kurzem beobachtet hat, dass Annie wohl eine Essstörung entwickelte. Anzeichen und Vermutungen darüber gab es bereits in Band 1, aber erst als Annie erneut zusammen bricht und ins Spital muss, ist die Sachlage klar - und äusserst ernst. 

Auch Ronnie wird dazu gerufen. Eigentlich hatte Ronnie eh vor zurück zukommen, denn er bereut seinen Fehltritt und liebt Dana Sue noch immer. Nur die strengen Scheidungsvereinbarungen haben ihn aus Serenity fern gehalten. Nun ist er bereit um seine Familie zu kämpfen. Dana Sue steht zwischen Tür und Angel, denn sie kann Ronnie nicht vergessen, weiss aber nicht, ob sie ihm wieder vertrauen kann. 

Ich fand es toll, wie Ronnie beschrieben wird. Einer, der zu seinem Fehler steht und nun alles daran setzt, sich wieder in Serenity nieder zu lassen und nicht aufgibt, wenn es um seine Familie geht. Mit Dana Sue hatte ich ein bisschen Mühe, aber ich fand es auch unnötig, ihr zu all den anderen Themen, die behandelt werden, auch noch eine mögliche Diabetes-Gefahr anzuhängen. Natürlich war die Absicht klar, nicht nur die Tochter muss an ihrer Gesundheit arbeiten, sondern auch die Mutter. Für mich wäre die Geschichte aber auch ohne "kranke" Mutter stimmig gewesen. 

Mir gefällt, dass hier Frauen um die 40 im Vordergrund stehen. Frauen mit und ohne Familien. Oder mit ihren zweiten oder Patchworkfamilien und dass es für einmal keine Reihe mit jüngeren Single-Ladys ist. Jedenfalls nicht in den ersten Bänden, das kann sich noch ändern je weiter die Reihe fortschreitet, aber bisher fand ich diese Aufteilung schön und sie habt sich deshalb auch von anderen Reihen ab. 

Toll finde ich auch, dass bis auf das Ende die Geschichten jeweils ganz anders erzählt werden. Wir haben in Band 1 und Band 2 geschiedene Frauen als Protagonistinnen, aber ihre Storys entwicklen sich in unterschiedliche Richtungen. Es gibt, bis auf das bereits bekannte Happy End, kein gemeinsames Muster. Ausser dass gegen Ende des Romans in einigen Szenen die Protagonistin des nächsten Bandes kurz näher begleitet wird, so dass man eine Ahnung hat, mit wem und wie es weiter gehen könnte. Es handelt sich dabei aber nicht um einen Cliffhanger, sondern wird in die normale Handlung integriert.  

Fazit: Auch Band 2 ist ein Page-Turner.
4 Punkte. 


Sonntag, 19. Februar 2023

Ein Traum wird wahr von Sherryl Woods (Süsse Magnolien 1)

Klappentext: 
Maddie Townsends Leben ändert sich schlagartig, als ihr Ehemann sie verlässt. Sie hätte niemals gedacht, mit ihren drei Kindern alleine dazustehen. Dazu kommt das neue Projekt, das ihre besten Freundinnen Dana Sue und Helen gemeinsam mit Maddie planen – die Eröffnung eines Fitness-Spas, eine erholsame Oase für die Frauen der Stadt. Als Maddies ältester Sohn Tyler seine Leidenschaft für Baseball verliert und die Situation aus dem Ruder zu laufen droht, muss Maddie eingreifen. Aber Coach Cal Maddox ist nicht nur für ihren Sohn ein rettender Anker – möglicherweise ist er der Mann, der sie zurück ins Leben bringt. Doch die beiden haben einen Ruf und eine neue Karriere zu wahren – denn die Bewohner von Serenity warten nur auf einen neuen Skandal. 



Diesen ersten (und auch den zweiten) Band dieser Reihe hab ich mir vor einem Jahr gekauft, aber erst jetzt gelesen. Viel hab ich nicht erwartet, bei Verfilmungen für Netflix bin ich immer etwas skeptisch, aber diese erste Geschichte um die süssen Magnolien, drei Freundinnen seit ihrer Schulzeit, die in Serenity in Amerikas Südstaaten leben, hat mir erstaunlicherweise sehr gut gefallen. 

Im ersten Band lernen wir Maddie kennen, die nach jahrelanger Ehe von ihrem Mann verlassen wurde. Ihre drei Kinder hadern mit der Situation fast noch mehr als Maddie. Besonders Teenager Tyler nimmt die Trennung schwer mit und er hängt in der Schule wie auch beim Baseball-Training ab. Dabei wäre er ein grosses Baseball-Talent. Der Trainer des Teams spricht Maddie darauf an und sie fliegt aus allen Wolken, denn noch niemand hat sie auf Tylers Verhalten angesprochen. Zusammen mit seinem Trainer Cal schaut Maddie nun genau hin und lässt Tyler nichts mehr durchgehen. Kaum hat Maddie wieder Boden unter den Füssen, mischt sich ihr Ex-Mann Bill erneut in ihr Leben ein - er ist ein Mann, der immer den falschen Zeitpunkt erwischt, der Elefant im Porzellanladen, der ausser sich selbst niemand wichtig findet, sich selbst nicht spürt und keine Empathie andern gegenüber hat. 

Gut, dass Maddies Freundinnen Dana Sue und Helen immer zu ihr halten und ihr nun noch den perfekten Job präsentieren: die Planung, den Aufbau und die Leitung eines Fitness-Spa. Maddie traut sich das nach all den Ehejahren nicht zu, ihre Freundinnen zum Glück schon. Sich wieder ein Daheim schaffen, für sich und die Kids, wo sich alle wieder zuhause und wohl fühlen können, ist ihr Ziel. Dass der zehn Jahre jüngere Cal auch bald eine wichtige Rolle in ihrem Leben einnehmen wird, ahnt sie noch nicht. 

Diese Südstaaten-Roman-Reihe - zumindest Band 1 und 2 - über drei Freundinnen in ihren 40ern liest sich sehr schnell weg. Es ist ein bisschen wie Cedar Cove von Debbie Macomber, aber besser. Und mit weniger Nebengeschichten, also von daher eher im alten Nora Roberts-Stil gehalten: pro Band wird die Geschichte einer der Freundinnen erzählt.

"Ein Traum wird wahr" wurde im Original bereits 2007 veröffentlicht, aber ausser, dass weniger Handys benutzt werden als jetzt 16 Jahre später, merkt man dies der Geschichte nicht an. 

Einige Dinge wie das Spa aus dem Boden stampfen, ging mir ein wenig schnell und zu problemlos über die Bühne und ja, alles ist auch sehr amerikanisch, was man nur schon beim Thema "Dating" merkt. Aber gerade solche amerikanische-Kleinstadt-Romane mag ich zwischendurch sehr gerne. Als ich zu Ende gelesen hab, griff ich gleich nach dem zweiten Band, weil ich unbedingt weiter lesen und noch in Serenity bleiben wollte. 

Fazit: Keine Ahnung, was so speziell an Sherryl Woods Schreibstil ist, aber das ist ein Roman, den man einfach so schnell wie möglich zu Ende lesen will. 
4 Punkte. 



Samstag, 18. Februar 2023

Island Dreams - Der Garten am Meer von Charlotte McGregor

Klappentext:
Philippa Gordon hat alle Brücken hinter sich abgebrochen und steht kurz davor, das nasskalte Schottland ein für alle Mal zu verlassen. Doch als ihre Schwester bei einem tragischen Unfall stirbt, muss Philippa ihren Lebenstraum jäh aufgeben. Ihr dreijähriger Neffe Rufus braucht sie – und sie ist mit der Situation völlig überfordert. Da bietet sich ihr eine überraschende Job-Option: Der »Tresco Abbey Garden« auf dem winzigen Scilly-Archipel sucht dringend eine Botanikerin. Kurzerhand ziehen Philippa und Rufus in das englische Insel-Paradies südwestlich von Cornwall. Sie liebt die Arbeit mit der üppigen Pflanzenwelt, und auch der Insel-Alltag mit Rufus pendelt sich langsam ein. Und dann ist da noch der Meeresbiologe Harry, der Philippas Herz schneller schlagen lässt. Bis ein Mann auftaucht, der behauptet, Rufus‘ Vater zu sein.

Der Übertitel "Island Dreams" ist ein bisschen verwirrend, wenn man sich dabei erst wie ich grosse ferne Inseln vorstellt. Da hilft der Blick auf den Klappentext: es handelt sich um die kleinen Scilly-Inseln, eta 48km vor der Küste von Cornwall, von denen etwa fünf bewohnt sind und sich durch ein mildes und mediterranes Klima auszeichnen. Eine ideale Lage für Pflanzen, wohl deshalb wurde auch der "Tresco Abbey Garden" geschaffen. 

Hierhin kommt Philippa mit ihrem kleinen Neffen Rufus - nachdem sich all ihre Auslandspläne, die Koffer für Südafrika waren gepackt, mit dem unerwarteten Tod ihrer Schwester aufgelöst haben. Für beide, Pippa und Rufus, hat sich das Leben komplett geändert und sie müssen sich erst an sich und das neue, abgeschiedene Leben auf der kleinen Insel gewöhnen. Manchmal hadert sie mit dem Schicksal, doch als ein Mann auftaucht, der Rufus Vater sein soll, merkt Pippa, dass sie sich an ihre neue Mutterrolle schneller gewöhnt hat als gedacht und Rufus um nichts in der Welt hergeben will und sich eine Zukunft auf der Insel vorstellen kann. Damit hat aber auch Harry, ein auf den Inseln tätiger Meeresbiologe, zu tun - ein geheimnisvoller, wetterfester Kerl, den man nach und nach kennenlernt.

Pippa wird extrem gut und glaubhaft beschrieben - die Emotionen und Ängste, als ihre Schwester stirbt und sie von der Tante zur Ersatz-Mutter wird, ebenso die Aufarbeitung ihrer Kindheit bei Eltern, die nicht Eltern sein sollten. Aber auch alles andere, plus die weiteren Figuren und dazu noch die schönen Beschreibungen der Inselwelt, hat mich in den Bann gezogen. 

Für mich war es das erste Buch der Autorin, die auch unter weiteren Pseudonymen schreibt. Mir hat der lebendige Schreibstil, die Form und der Inhalt mit vielen kleinen Details hier so gefallen, dass ich nach weiteren Büchern von ihr Ausschau halten werde, um auch diese zu lesen. 

Die Atmosphäre auf diesen besonderen Inseln mit der wunderschönen Flora und Fauna wurde perfekt eingefangen, ebenso hat die Geschichte Hand und Fuss, die richtige Menge an Humor und ist sehr stimmig. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen und bin begeistert von der tollen Story. Für mich ist Charlotte McGregor eine Autorinnen-Neuentdeckung und "Island Dreams - Der Garten am Meer" ein Jahreshighlight. 

Fazit: Schlussendlich stimmt der Titel dann doch - nicht nur der Garten am Meer, sondern auch die Inselträume hab ich bekommen. 
5 Punkte. 


Freitag, 17. Februar 2023

Sterne über Korsika von Ursi Breidenbach

Klappentext:
Der Duft von wildem Wacholder, das Glitzern des türkisfarbenen Meeres – eine Auszeit auf Korsika kommt für die 39-jährige Viki wie gerufen. Sie hat überraschend das Angebot erhalten, auf der Insel ein neues Hotel mit einem aufwendigen Mosaik auszustatten. Steinchen für Steinchen wird sie in den kommenden Monaten das Bild einer geheimnisvollen Meerjungfrau zusammensetzen. Die raue Anmut der Insel berührt Viki auf Anhieb. Die salzige Luft und das Rauschen der Wellen tun ihr unfassbar gut. Da ist es Viki mehr als unangenehm, als sie ausgerechnet auf Jakob trifft, den sie eigentlich nie mehr wiedersehen wollte. Doch Korsika verzaubert einfach jeden. Kann sie hier vielleicht erstmals ihr Herz öffnen?


Ein stimmungsvolles Cover ziert den Roman über Viki, die sich eine Auszeit vom Beruf als Lehrerin nimmt. Sie weiss erst gar nicht wie sie diese Zeit verbringen soll, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Viki bekommt den Auftrag ein grosses Mosaik im Eingang einer Hotelanlage auf Korsika zu gestalten.

Erst traut sie sich nicht zu, diesem grossen Auftrag gerecht zu werden, doch sie wird je länger je mutiger. Je zuversichtlicher sie im Job wird, je turbulenter wird ihr Liebesleben. Auf Korsika trifft sie Jakob wieder, den sie in Deutschland kurz vor ihrer Abreise bei einem speziellen Kurs kennen lernte. Zu ihm fühlt sie sich hingezogen, doch er scheint vergeben zu sein. 

Die Nebendarsteller wie zum Beispiel Vikis Cousin und Mitbewohner Manuel sorgen für Pep in der Geschichte. Wenn er auftaucht, dann ist auf jeden Fall was los. 

Ursi Breidenbachs Schreibstil ist angenehm zu lesen, der Roman hat keine Längen und überzeugt durch einen kreativen Plot. Breidenbach nimmt uns Leserinnen mit nach Korsika und lässt uns an Vikis Seite die Insel entdecken - und natürlich auch den Bau der Hotelanlage mitverfolgen, Vikis Frust, wenn mal was nicht klappt wie gehofft, aber auch all die schönen Seiten in den Leben der Charaktere.

Die Mosaiken, die Viki gestaltet, sind äusserst originell und schön anzusehen. Wer sich nicht viel darunter vorstellen kann, kann sich auf der Instagramseite der Autorin umsehen, sie hat dort solche Mosaiken verlinkt - das sind mega schöne Bilder!

Wer Fernweh hat und "Sterne über Korsika" vom Sofa aus erleben will, bekommt mit diesem Roman einige schöne Lesestunden geboten. Einige Szenen, etwa die in der kleinen Badebucht, bleiben zudem noch lange in Erinnerung.

Fazit: Sommerlicher Wohlfühlroman vor toller Kulisse.
4 Punkte.


Dienstag, 14. Februar 2023

Die kleine Bucht in Kroatien von Julie Caplin (Romantic Escapes 5)

Klappentext:
Als Maddie über ihre gute Freundin Nina das Angebot erhält, im Sommer ein paar Wochen an der Adria zu arbeiten, denkt sie nicht lange nach. Kurzerhand packt sie die Koffer und tauscht das verregnete Birmingham gegen die Sommersonne Kroatiens ein. Auf einem kleinen Boot soll sie für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Doch das Schiff entpuppt sich als Luxusyacht und die Urlauber als reichlich versnobt. Zum Glück ist auch Ninas Bruder an Bord – Nick verhält sich Maddie gegenüber allerdings nicht besonders höflich. Er scheint ihre Verbindung am liebsten verheimlichen zu wollen. Erst als die beiden in einer malerischen Bucht unerwartet Zeit zu zweit verbringen, entdecken Maddie und Nick, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie ahnen.


Der Wunsch vieler Leserinnen wurde vom Verlag erfüllt: nun gibt es "Die kleine Bucht in Kroatien" endlich auch auf Deutsch zu lesen! Ich konnte damals ja nicht warten und hab den sommerlichen Band auf Englisch gelesen (und rezensiert)  und jetzt nochmals auf Deutsch. Erneut war es ein Vergnügen in Kroatien mit an Bord gewesen zu sein und auch beim zweiten Durchgang kein bisschen langweilig.

Kroatien ist eine tolle und interessante Destination und viel zu untervertreten in der Romanwelt. 

Maddie, noch gefrustet von der Absage eines Galeristen, wird von Nina (die mit der kleinen Patisserie in Paris) angefragt, ob Maddie nicht Lust hätte, einige Wochen auf einer Yacht in Kroatien zu arbeiten. Da sie dringend Geld verdienen muss und es mit ihrer Kunst anscheinend nicht schafft, sagt Maddie zu, für sechs Yacht-Gäste zu putzen und zu kochen. Letzteres hat Nina ja bei Sebastian, Ninas Freund, in Paris gelernt.

Ninas Bruder Nick wird Gast auf der Yacht sein, zusammen mit seiner neuen Freundin Tara, einem bekannten Model. Der Partner ihrer Model-WG-Kollegin Cory, Douglas, hat die beiden Models und Nick auf die Yacht eingeladen, dazu noch Simon, eine ehemalige Tennishoffnung, und Siri, Douglas beste Freundin. 

Inmitten diesen reichen Yuppies halten sich Maddie und Nick gut. Für beide ist die Welt der Mondänen und Reichen aber enorm fremd. Oft schämen sie sich auch für die Verhaltensweisen der anderen. Douglas ist zwar trotz enormen Reichtum fast noch am bodenständigsten neben Stylistin Siri. Aber Simon ist ein Kotzbrocken sondergleichen, doch die Schlimmste von allen ist die selbstverliebte Tara. Sie lässt Nick links liegen, "braucht" ihn nur, wenn es ihre gerade danach ist - eine arrogante, nervige Zicke. Man fragt sich, was Nick an ihr findet.

Auch Maddie fragt sich das, sieht sie doch hinter die Fassade von Tara, sprich: hinter ihre Kabinentüre. Je länger. je mehr merkt Nick, dass er sich in dieser High Society Welt mit diesen unmöglichen Umgangsformen nicht wohl fühlt und sich nach Hause, nach der Schaffarm und seiner Familie, sehnt. Immer öfter sucht er die Gesellschaft von Maddie. Zusammen schaffen sie es sogar dorthin, wo Tara und Cory am liebsten wären - und man merkt, nicht alle Reiche sind so egozentrisch wie die beiden unreifen Mädels und freut sich schon auf die Gesichter der Möchtegern-Prinzessinnen, wenn sie dies irgendwann erfahren.

Es macht unheimlich Spass Maddie und Nick auf der Chartertour zu begleiten, die dalmatische Inselwelt zu entdecken, Maddies Kochkünste zu geniessen und sich die ganze Geschichte einzuverleiben. 

Ich war so gebannt von den Ereignissen, dass ich sogar vergessen hatte, dass es laut Titel ja um eine geheime Bucht gehen soll und merkte es erst, als diese Bucht dann auch vorkommt. Hach, in dieser Bucht würde ich auch gerne einige faule Bootstage verbringen! 
 
"Die kleine Bucht in Kroatien" ist ein must-read in diesem Sommer. Die Story mit den gegensätzlichen Charakteren, ihren Abenteuer auf der Reise, geprägt von dem gefälligen und humorvollen Schreibstil der Autorin Julie Caplin ist einfach lesenswert.

Fazit: Macht definitiv Lust auf Urlaub in Kroatien - super schöner Liebesroman!
5 Punkte. 


Band 10: Das kleine Weingut in Frankreich 

Frühlingsfunkeln von Katharina Herzog (Das kleine Bücherdorf 2)

Klappentext: 
Niemand würde vermuten, dass die toughe Shona nicht nur ein Café in Swinton führt und fantasievolle Cupcakes backt, sondern auch einen Blog betreibt, in dem sie nie abgeschickte Briefe veröffentlicht. Einer dieser Briefe ist von ihr selbst. Sie hat ihn an Alfie, ihren verstorbenen Freund, geschrieben, an dessen Tod sie sich schuldig fühlt. Womit sie allerdings nicht gerechnet hätte: Eines Tages bekommt sie eine Antwort darauf, und der unbekannte Schreiber scheint sie besser zu kennen, als ihr lieb ist. Nathan Wood, Bestsellerautor und das Enfant terrible von Swinton, hat den Ort vor Jahren verlassen, nach dem Tod seines besten Freundes Alfie. Shona, Nathan und Alfie waren von Kindheit an unzertrennlich, doch irgendwann wurden die Dinge kompliziert – und schmerzhaft. Als Nathan nach einigen wilden Jahren in Edinburgh nun unerwartet nach Swinton zurückkehrt, möchte er Shona endlich seine Gefühle gestehen. Doch dafür müsste er enthüllen, was er damals getan hat.


Shona, die Cupcakes-Künstlerin mit ihrem kleinen Café, kennt man von Band 1 als eher kühle Schwester von Graham. Sich öffnen ist nicht ihr Ding und so behält sie vieles für sich. Es hindert Shona auch daran gute Freundschaften zu führen. Sie wohnt noch bei ihrem Vater, doch sie merkt, dass es nun Zeit ist, sich selbst eine Wohnung zu suchen. Oder noch besser ein Haus - und sie wüsste auch schon welches. Jenes von den Spinner-Schwestern, das zum Kauf steht. Das Haus würde ihr viel bedeuten, denn dort hatte sie viel Zeit in ihrer Kindheit und Jugend verbracht. Zusammen mit Alfie, der dort zweitweise bei seiner Grossmutter lebte, und mit Nate, ein Junge aus dem Dorf, waren sie zu dritt fast unzertrennlich. 

Nate, mittlerweile ein Bestsellerautor, soll ab und zu in Swinton gesehen worden sein - er zog nach Alfies Tod fort und die Freundschaft zwischen Shona und Nate war somit beendet. Genau wie Shona fühlt sich auch Nate, trotz all den vergangenen Jahren, immer noch Schuld an Alfies Tod. Beide haben nie mit jemandem darüber geredet und beide gehen anders damit um. 

Shona zum Beispiel führt heimlich einen Blog. Sie veröffentlicht nie abgeschickte Briefe, angefangen mit ihrem eigenen Brief an Alfie. Eines Tages kommt ein eMail an, ein Kommentar zu ihrem Brief, und es scheint, als ob der oder die Verfasser*in sie und Alfie gekannt hatte. Shona ist verwirrt und lässt sich auf einen Briefwechsel ein.

Was daraus und dem Hauskauf wird, und ob und wieso Nate wieder zurück ist, erzählt Katharina Herzig in diesem zweiten Band der "Das kleine Bücherdorf"-Reihe. Ich war gerne wieder in Swinton. Nate mochte ich viel lieber als Shona. Auch wenn er ähnlich wie Shona vieles für sich behält, ist er doch der offenere Typ und auch derjenige, der reden würde, würde sie ihn lassen. 

Bücher stehen weniger im Zentrum dieses Mal, dafür aber das Schreiben. Nate, der seinen zweiten Roman schreiben müsste, all die Briefe für die Blogartikel - naja, vielleicht gibt es ja doch noch das eine oder andere Buch und einige Auf und Abs im Leben der Charaktere zu entdecken, bis die Geschichte um Shona und Nate zu Ende erzählt ist. 

Man begegnet einigen Charakteren aus "Winterglitzern" wieder und darf sich darauf freuen, dass Shona und Vicky zwischendurch mal einen Kaffee gemeinsam trinken und sich langsam anfreunden, dass Nanette wieder Obdach gewährt, dass der scheue Eliyah hilft, wo er kann und Isla erneut für die Dekorationsideen für das halbe Dorf, diesmal für den Valentinstag, zuständig ist. 

Die Veröffentlichung dieses Romans am Valentinstag ist daher äusserst passend gewählt. Er deckt die Frühlingsmonate ab, bevor es dann - nein, nicht im Sommer - im Herbst weitergeht und 2024 der letzte Sommerband erscheint. 

Fazit: Kurzweiliger zweiter Band, der weniger mit Bücher, dafür viel mit Schreiben zu tun hat. 
4 Punkte.


Reihenfolge:
Band 2: Frühlingsfunkeln
Band 3: Herbst
Band 4: Sommerstrahlen

Sonntag, 12. Februar 2023

Krimi: Mallorquinische Rache von Lilly Alonso (Lluc Casasnovas 1)

Klappentext:
Ramón Cabot wird am hellichten Tag im voll besetzten Sóller-Express erstochen. Der Fall scheint klar: Cabot hat sich während der Fahrt mit seinem Erzfeind Pablo Rivera gestritten. Sargento Lluc Casasnovas übernimmt den Fall. Es soll der krönende Abschluss seiner Karriere werden, bevor er in Frühpension gehen und sich endlich seinem sträflich vernachlässigten Garten widmen kann. Doch so einfach ist das nicht: Es scheint einfach keine Zeugen zu geben, genauso wenig wie eine Tatwaffe. Und dann ist da auch noch Llucs Nachfolgerin Josefina García, die ihm ständig dazwischen pfuscht.



Ein Krimi, der auf Mallorca spielt? Muss ich lesen. Hab ich gelesen. Hat Spass gemacht. 

Und nun ein bisschen ausführlicher: am Anfang kann man sich nicht so richtig zurück lehnen, denn es sind viele Figuren, die auftreten und von denen man noch nicht weiss, welche Rolle sie in diesem ersten Band um Kommissar Lluc Casasnovos spielen. 

Ich war schon einige Male auf der Mallorca, doch eine Fahrt mit dem Soller-Express habe ich noch nicht mitgemacht. Die konnte ich nun aber mit erleben, denn der Sonderzug zum Jubiläum fährt die gewohnte Strecke von Palma nach Soller. Bildlich beschreibt Lilly Alonso die Szenen im Zug, so als ob man selbst Fahrgast ist und die anderen Passagiere beobachtet und geblendet wird vom Lichtwechsel von Hell zu Dunkel und umgekehrt beim Ein- und Ausfahren des Tunnels. 

An der Endhaltestelle entdecken die Zugbegleiter, dass ein Passagier, Ramon Cabot, einer der Hauptaktionäre der Zuggesellschaft, erstochen wurde. Dreissig Jahre fuhr er nicht mehr mit dem roten Blitz, diese Fahrt war leider auch seine letzte Fahrt.

Kommissar Lluc Casasnovas, der sich schon auf seine Frühpensionierung freute, muss in diesem undurchsichtigen Fall ermitteln. Leider nicht in seinem Tempo, denn seine potentielle Nachfolgerin Josefina Garcia ist etwas übereifrig bei der Sache. Zum Glück gibt es noch Llucs Assistentin Francisca Gual, die ich sehr mochte. 

Es gibt viele Verdächtige, viele Verhaftungen, viele Geheimnisse. Letztere auch im Privatleben der Ermittler. Nicht alles ist auf den ersten Blick logisch bzw. nicht zu Ende erzählt, einiges bleibt auch am Ende noch offen. Da erscheint dann ein für mich überraschender Täter. Hinweise auf diese Person sind nur ganz wenige vorhanden, wenn man zurück schaut. Aber alles ist stimmig erklärt und vielleicht werden in einem allfälligen zweiten Band die anderen offenen Eindrücke noch zu Ende erzählt. 
 
Man merkt, dass die Autorin auf der Insel zuhause ist und über entsprechende Ortskenntnisse verfügt. Als Leser erfährt man einiges über die Insel und freut sich über die bildhaften Beschreibungen, quasi als Ersatz für eigene Ferientage auf der Insel. Lilly Alonsos Schreibstil ist angenehm und bis auf die anfänglich zu vielen fast gleichzeitig eingeführten Personen flüssig zu lesen.

Fazit: Ein kniffliger erster Fall mit viel Lokalkolorit und überraschendem Ende.
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 2: Mallorquinische Strafe

Samstag, 11. Februar 2023

Krimi: Tod den finsteren Mächten von Peter Tremayne (Schwester Fidelma 32)

Klappentext:
Irland 672. König Colgú und Prinzessin Gelgéis wollen in wenigen Wochen heiraten. Doch kurz vor dem Fest erreicht Colgú die Nachricht, dass die Prinzessin spurlos verschwunden ist. Mit zwei Begleitern ist sie aus rätselhaftem Grund aufgebrochen – einen von ihnen hat man ermordet in den Bergen gefunden. König Colgú wendet sich an seine Schwester Fidelma und bittet sie um Hilfe. Als Pilger verkleidet, macht sie sich mit Bruder Eadulf auf die fieberhafte Suche nach der Prinzessin – und begibt sich tief hinein in Feindesland.




Wenn ich an die Schwester Fidelma-Bücher denke, bin ich sehr froh, jetzt zu leben und nicht im 7. Jahrhundert. All diese politischen Verschwörungen und Intrigen immer wieder - und nie wissen Fidelma und Eadulf an was sie geraten, wenn sie zu einem neuen Fall gerufen werden. 

So auch hier, als kurz vor König Colgus Hochzeit seine Verlobte, Prinzessin Gelgeis, mit ihren Begleitern im Gebiet des Cuala-Gebirges (heute: Wicklow Mountains) vermisst wird. Einer davon, Gelgeis Brehone, Brehon Brocc, wird tot aufgefunden und in eine Abtei gebracht, aber von Gelgeis fehlt jede Spur. Fidelma, Eadulf und Enda sehen sich in der Umgebung um. Es ist eine Region voller Berge, Täler und Minen, und die Bevölkerung glaubt an die Sagen der Gestaltwandler. 

Nicht nur das Verschwinden von Gelgeis und der Mord an Brehon Brocc wirft Fragen auf, sondern auch mögliche Diebstähle wertvollen Gesteins aus den Minen, wie auch das Verhalten der Stellvertreterin des Brehons vor Ort, mit der Fidelma während Studienzeiten das Zimmer teilte. 

Wem man vertrauen kann und wem nicht, ist in diesem Band eh eine ganz zentrale Frage. Fidelma und Eadulf meistern dies gut und sind entsprechend vorsichtig und auch Enda passt nach einem Vorfall noch viel besser auf als er es eh schon immer tut. 

"Tod den finsteren Mächten" ist ein spannender Fall, der mich derart fesselte, dass ich den Krimi nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es ist Band 32 und die Reihe ist noch immer sehr gut geschrieben und langweilt nicht. Klar gab es bisher mal zwei oder drei schwächere Bände (Band 30 zum Beispiel, als Fidelma durchwegs wortkarg war und ihre Begleiter deswegen schlechte Laune hatten), aber auch die sind nicht schlecht. Solch eine beständige hohe Qualität sieht man heutzutage kaum mehr. Diese konstant gute Leistung von Autor Peter Tremayne muss einfach mal erwähnt und gewürdigt werden. 

Fazit: Erneut ein toller und spannender Band, bei dem Fidelma heraus finden muss, wer hier gegen wen intrigiert oder es einfach nur um Diebstahl in den Minen geht. 
5 Punkte. 


Reihenfolge: 
Band 1: Nur der Tod bringt Vergebung (= Serienvorstellung)
Band 30: Wer Lügen sät
Band 32: Tod den finsteren Mächten 
Band 33: Das Pestschiff

Freitag, 10. Februar 2023

Krimi: Mord will keine Zeugen von Ann Granger (Jessica Campbell 6)

Klappentext:
Als der Obdachlose Miff Ferguson Zeuge eines Mordes wird, entbrennt zwischen ihm und dem Mörder ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel. Schließlich sucht Miff Zuflucht bei seiner Tante in Weston St Ambrose. Doch als man eine zweite Leiche in einer Scheune entdeckt, wird klar: Miff schwebt nach wie vor in höchster Gefahr. Die Uhr tickt, und um den Fall zu lösen und zu verhindern, dass noch ein Mensch sein Leben verliert, müssen Inspector Jessica Campbell und Ian Carter sich erneut mit der Polizei in Bamford verbünden - und mit Mitchell und Markby.



Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, dass es wieder einen neuen Jessica Campbell-Fall, bzw. Campbell & Carter-Fall, gibt. Doch von ihrem sechsten Fall bin ich arg enttäuscht. 

Weder Jess noch Ian ermitteln richtig, viel mehr als eine Zeugenbefragung ist nicht dabei. Auch Mitchell & Markby, die erneut herhalten müssen, spielen nur eine kleine begleitende Rolle. Bei ihnen hatte ich das Gefühl, sie wurden nur wegen den Namen mit einbezogen, damit die Bücher besser verkauft werden, was total unnötig ist. Jess und Ian können das auch alleine. Oder könnten, denn auch sie haben kaum was zu tun. 

Denn in "Mord will keine Zeugen" stehen nicht die Ermittler, sondern jemand anderer im Vordergrund: der Zeuge Miff, ein Obdachloser, der über Täter und Opfer stolpert, als er sich einen Schlafplatz sucht. Vom Täter gesehen, hat er Angst und fährt zu seinen Verwandten nach Weston St. Ambrose und quartiert sich bei ihnen unter einem Vorwand ein. Ausserdem sucht er sich eine Arbeit, die er in einem Gartenzentrum findet. Dort freundet er sich mit der Besitzerin an. 

Nun haben wir verschiedene Parteien. Zum einen die Polizei mit Jess, Ian und noch nicht bekannten Gesichtern, dann Mitchell & Markby, die Familie des Opfers und eben Miff mit seinem neuen Leben. Über Miff wird alles erzählt, er wird sehr eng begleitet, so dass man seine Ängste vor dem entdeckt werden gut mitbekommt. 

Aber das alleine macht keinen Krimi aus. Mir fehlte richtige Ermittlungsarbeit, die aufgrund vieler unbedeutender Details und vielen ebenso unwichtigen Figuren keinen Platz hatte. Auch zwischen Jess und Ian passiert nichts mehr, dabei hat es in Band 4 so gut ausgesehen für die beiden, doch seither ist in der Beziehung der Pausenknopf gedrückt.

Wenn man nicht wüsste, dass dieser Kriminalroman ein Band einer Serie ist, würde man denken, es wäre einfach ein Stand Alone und eine Erzählung, in der ein Zeuge die Hauptrolle spielt. Schade, denn die Reihe machte anfänglich total Spass, doch seit dem 5. Band geht es bergab. 

Fazit: Unfassbar langweilig. 
2 Punkte. 


Donnerstag, 9. Februar 2023

Ein Sommer in den Hamptons von Karen Swan

Klappentext:
Die Hamptons – hier verbringen die Reichen und Schönen Manhattans ihre Sommer, voller sonnensatter Tage, weißer Strände und exklusiver Partys im goldenen Abendlicht. Eine glamouröse Gesellschaft, in die die Fotografin Rowena Tipton eher aus Versehen hineinstolpert: Nachdem ihr Freund sich sang- und klanglos auf einen Selbstfindungstrip nach Asien verabschiedet hat, wird sie von einem flüchtigen Bekannten in sein Haus in den Hamptons eingeladen. Spontan sagt Rowena zu, und ein aufregender, nie enden wollender Sommer beginnt.




Ein Sommer ohne ihren Freund - eigentlich ein ganzes Jahr, denn Rowenas Freund Matt offenbarte sich äusserst spontan, dass er auf Weltreise gehen will, bevor er sich endgültig für sie entscheidet. Rowena fliegt für einen Job nach New York und entschliesst sich an einer Party, den Sommer über in den Hamptons zu verbringen. Zuhause ist ja eh niemand, also kann sie diesen Sommer ja auch für sich selbst nutzen. Der Gastgeber der Party lädt sie quasi in die WG-Villa ein. Unter anderem aus Eigennutz, den er braucht die Miete. Rowena lässt sich darauf ein, als Fotografin kann sie an jedem Ort arbeiten.

Doch so einfach wie gedacht, wird es nicht. Es dauert, bis sie ihre ersten Kunden hat. Dass sie diese Ted, einem Typen, mit dem sie an ihrem ersten Tag aneinandergeraten ist, verdankt, passt ihr nicht. Trotzdem muss sie froh darüber sein, denn durch die neue Kundschaft und Ted lernt sie die Hamptons besser kennen. Hier erlebt sie einige Abenteuer mit ihren WG-Mitbewohnern, beginnt die Dünen zu schützen und überdenkt ihr bisheriges Leben. 

Der Beginn des Romans fand ich ein wenig suspekt. Kaum in New York, schon die erste Party - ich zweifelte, ob das nach meinem Geschmack ist, wenn es so weiter geht. Einige Partys gibt es später zwar auch in den Hamptons, doch die sind dann recht gut ins Geschehen gesetzt und man merkt schnell, dass es kein Party-Roman ist wie ich anfänglich befürchtete. 

Rowena lebt sich einigermassen gut ein und fühlt sich wohl in der Zufalls-WG mit Hump (der immer viele originelle Ideen hat), Bobbi, die nur an den Wochenenden vor Ort ist (und zur guten Freundin wird) und Greg, der noch seltener anwesend ist. 

Ro(wena) lernt sehr einfach neue Leute kennen, gerät dann aber zwischen die Fronten - einer Naturschutz-Gruppe rund um Florence, der sich Rowena anschliesst, auf der einen Seite und Politiker, die noch mehr bauen möchten, auf der anderen Seite. Dazu Ted Connor, den Rowena an einem falschen Tag kennenlernte, dadurch beide zu Vorurteilen kamen, die nur schwerlich abzulegen sind.

Es machte Spass, "Ein Sommer in den Hamptons" zu lesen. Trotz meiner anfänglichen Skepsis wurde die Geschichte gut und blieb nicht oberflächlich. Humorige Szenen wechseln sich ab mit spannungsgeladenen und emotionalen Kapiteln. 

Fazit: Wohlfühllektüre mit viel Meer, Sand, Liebe und dennoch auch ernsten Themen.
4 Punkte. 

Eine Insel zum Verlieben von Karen Swan

Klappentext:
Nachdem ihr von ihrem Exfreund Tom das Herz gebrochen wurde, wagt Chloe einen Neuanfang in Manhattan. Sie findet Arbeit in einer exklusiven Immobilienfirma und lernt dort den charismatischen und mysteriösen Joe kennen, der einen reizvollen Auftrag für sie hat: Sie soll die perfekte abgeschiedene Urlaubsresidenz finden. Als plötzlich Tom in der Stadt auftaucht, begleitet Chloe Joe kurzerhand auf die traumhafte griechische Insel Hydra. Die langen Sommertage und das kristallklare Wasser entfalten ihre magische Wirkung, und die beiden kommen sich näher. Doch Chloe weiß wenig über den Mann, in den sie sich gerade Hals über Kopf verliebt. 



Chloé arbeitet in einer Concierge-Firma in New York, ein Ableger derselben Firma in London - ihr Ex-Freund Tom arbeitete wie sie dort, deshalb wollte sie weg. Nachdem nun ihre Arbeitskollegin in NYC einen Unfall hat, muss Chloé deren exklusive Luxus-Kunden übernehmen. Für diese Kunden wird alles gemacht, was eigentlich unmöglich erscheint. Ein neuer Kunde, Joe Lincoln, soll auch gleich noch aufgenommen werden. 

Für ihn soll Chloé nach einer abgeschiedenen griechischen Inselvilla suchen - einfacher gesagt als gesucht. Als Tom unerwartet in New York auftaucht, nutzt Chloé die Chance und begleitet Joe nach Griechenland. Und dennoch sollte sie rund um die Uhr für ihre anderen Kunden erreichbar sein, die natürlich ausgerechnet jetzt zum Teil in Schwierigkeiten geraten oder weitere Extrawünsche adressieren. 

In Zwischenkapiteln wird von einer unbekannten Frau erzählt. Ich war gespannt, wie diese Nebenstory in die Hauptgeschichte reinpasst, doch bis es soweit war, passiert extrem viel. Chloé merkt erst in Griechenland unter welch enormen Druck sie steht. Ausserdem verfällt sie dem Charme von Tom, obwohl sie ihr Privatleben strikt vom Job trennt. 

Dieser eigentlich typische Sommer-Roman, den man aber rund ums Jahr geniessen kann und wird, wartet mit überraschenden Twists auf, bringt das aus Kriminalromanen bekannte "Whodunit"-Gefühl mit und besticht mit tollen, teilweise recht geheimnisvollen Charakteren. 

Es ist zudem eine Reise um die Welt. Neben Amerika, London und der griechischen Insel Hydra geht es auch nach Südfrankreich. 

Über die Themen möchte ich nichts verraten, damit es für alle spannend bleibt. Spannend ist "Eine Insel zum Verlieben" sehr, auch wenn es zwischendurch eine oder zwei Längen gibt - aber wahrscheinlich war ich einfach zu ungeduldig auf die Lösung des Rätsels -  und ich war froh, dass ich den Roman nicht aus der Hand legen musste und ihn somit an einem einzigen Tag auslesen konnte. Aber auch wenn man den Roman an mehreren Tagen liest, wird die Geschichte die Leserinnen begeistern.

Fazit: Toller Pageturner - nicht nur im Sommer lesenswert!
4 Punkte. 


TTT Top Ten Thursday 09.02.23 - Zehn Flops aus 2022

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 


10 Flops aus dem Jahr 2022

Leider bekomm ich die Liste mit den 10 Flops aus dem Jahr 2022 voll - und hätte noch eine Handvoll weitere Bücher, die ich erwähnen hätte können. 




Den ersten Flop hatte ich im Februar mit "Die Flucht" von Wolfgang Wettstein. Hier wurde wirklich jeder einzelne Handgriff, jede Augenbewegung geschildert, was logischerweise so viel Platz einnahm, dass die Krimihandlung darin unterging. Das Buch war so schlimm langweilig, dass ich es nicht rezensiert habe, nur dem Verlag meine Meinung zukommen liess. Zu diesem Buch hab ich kein Coverbild für euch. 

Zwei weitere Flops im Februar: "Der Club der Bücherfeen", das hörte sich toll an, war aber langweilig umgesetzt. "Mord in der Strasse des 29. Novembers" sollte auch ein Krimi sein, war aber mehr ein Lockdown-Roman. 

Weiter gehts im März mit "Der tote Champagner-Präsident", wirre Satzkonstruktionen mit viel zu viel französischen Wörtern, die in dieser Menge absolut unnötig waren, zudem machte der Kriminalfall den Eindruck, als ob er einfach bei "Madame le Commissaire" abgekupfert wurde, zu künstlich das Ganze.
 
Kein Flop im Sinne von schlecht, aber eine enttäuschende Lektüre, weil dieser erste Band einer Trilogie absolut gar nichts abgeschlossen hat, sondern einfach mittendrin aufhörte, war "Die Liebe tanzt barfuss am Strand". Man war also gezwungen alle drei Bände lesen, um zu sehen, wie alles ausging. 

Abgebrochen hab ich im Juni zwei Bücher: "Tante Giulietta tanzt" (zu viele Personen, wirr erzählt, zudem ein befremdlicher Erzählstil) und "Kleine Wunder" (Ein Problemhaufen-Pulk, jede Figur, die vorkommt hat Unmengen an Problemen und es fehlte das Besondere in der Geschichte).

Im Juli hab ich mich durch "Vier Signoras und ein Todesfall" (Ein sehr konstruierter Krimi) gequält und es nicht rezensiert. 

Abgebrochen im August habe ich gleich zwei Romane: "Inselküsse unter Palmen" (Doofe Story: Prota lässt Freund, der sie total ausnutzt, bei ihr wohnen, sie wird von reicher "Schwiegermutter" immer angerufen, Freund verlässt sie, im Job wird ihr gekündigt aufgrund eines Vorfalls, der normalerweise höchstens zu einem Gespräch mit maximal einer Verwarnung führt. Prota fährt Ex-Freund nach, der Urlaub mit neuer Freundin macht. An der Stelle hab ich entnervt abgebrochen) und "Gartenglück mit Seeblick" (zu konstruiert und unglaubhaft, wie die Familie der Protagonistin mit ihr herumspringt).

Das waren also meine 2022-er Flops. Interessanterweise hab ich auch im 2023 den ersten Flop im Februar zu verzeichnen... 

Bei dieser Frage wäre es theoretisch schön, wenn man für einmal die Liste nicht voll bekommen hätte. Die Praxis sieht bei mir anders auch - ich hoffe, ihr hattet mehr Glück und eure Liste nicht voll bekommen!