Dienstag, 31. Juli 2018

Der Garten der Düfte von Kirsty Manning

Klappentext:
Die Meeresbiologin Pip liebt ihre Heimat Tasmanien, den Duft nach Meer und Eukalyptus, die Weinberge und die regionalen Köstlichkeiten. Und doch zieht es sie in die Ferne. Von Wissensdurst getrieben heuert die Hobbyköchin bei einem spanischen Spitzengastronom an. Im Gepäck hat Pip wenig mehr als ihre Leidenschaft für vorzügliches Essen und das mittelalterliche Rezepte-Büchlein einer gewissen Artemisia, das sie in einem alten Kupfertopf entdeckt hat. Wer war die geheimnisvolle Frau, die mit großem Einfallsreichtum solch köstliche Rezepte niedergeschrieben hat? Und was ist aus Artemisias Liebe zu ihrem italienischen Gewürzhändler geworden? Von den windumtosten Stränden Tasmaniens führt Pips Reise ins Baskenland, auf ein Weingut in der Toskana und in die Brasserien von Paris, bis sie in dem verwunschenen Garten eines französischen Klosters auf die Spur von Artemisa trifft ...


Der Klappentext machte mich neugierig auf die versprochene Geschichte, die sich hinter dem leuchtend roten Cover versteckt. Mich reizte es auch, ein Buch, das in Tasmanien spielt, zu lesen. 

Leider begeisterte mich schlussendlich nur das wunderschöne Cover. Beim Lesen verspürte ich nichts von der emotionalen Begeisterung, die ich in der Buchbeschreibung herauslas. Mir fehlte es nicht nur an den windumtosten Küsten oder den Aufenthalten in Brasserien, auch der verwunschene Garten konnte ich nicht, oder zumindest nur in Artemisias Erinnerung, erspüren. 

Artemisia ist Köchin im französichen Château Boschaud, das zugleich auch ein Kloster beherbergt. Artemisia liebt es zu kochen, liebt den Garten und die Pflanzen, wäre da nicht der neue grässliche Abt Roald der sich überall einmischt und sich als Verwalter aufspielt. Ihre Geschichte unterbricht in ganz kurzen Episoden immer wieder Pips Geschichte. 
Pip lebt in Tasmanien und ist eine interessierte junge Frau. Sie liebt ihren Jack, ihre Forschung und das Kochen. Als ihr Verlobter sie mehr oder weniger dazu zwingt, mit ihm nach Italien zu reisen und ihre Forschung aufzugeben, kann sie nicht verstehen, wieso Jack ihr das eine Forschungsjahr bis zu ihrem Doktortitel nicht mehr zugestehen kann. 

Und jetzt passiert in ihrer Geschichte etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte - wieso sie plötzlich doch ein Zwischenjahr einlegen will. Die Autorin konnte mir das nicht schlüssig genug rüberbringen. Pip reist nun nach Spanien, später auch noch nach Italien und Frankreich.

Immerhin wird ihre Liebe zu einfachen Gerichten und ihr Interesse an guten und heimischen Lebensmittel besonders in Spanien schön geschildert. Auch die Kombination ihrer Faszination für die Meeresbewohner, guter Küche und Umweltschutz ist sehr gelungen erzählt. 

Danach brach der Roman ein, es wurde langatmig und man merkt bald, wie beide Geschichten ausgehen. Ich hoffte zwar immer, dass meine Vorahnung besonders bei der einen Zeitebene nicht zutrifft, aber leider blieb der Roman sehr voraussehnend. Mir fehlte es an einer tieferen Symbiose der beiden Erzählstränge. Das was geboten wurde, war mir zu wenig und enttäuschte mich. Es mangelte an Überraschungen und einer stärkeren Überschneidung der beiden Frauen. Pip konnte mit dem Wenigen leben, ich nicht. Ihre Geschichte gefiel mir aber trotzdem besser als der schwache Mittelalter-Teil - Artemisias Story hätte sehr viel mehr Potential gehabt, das nicht ausgeschöpft wurde.

Am Ende des Romans hätte ich mir einige Zeilen der Autorin erwünscht - eine Erklärung darüber was real war und was nicht. Doch es folgt bloss eine Quellenangabe, die zwei Links zu anderen Châteaus enthält, aber keiner davon hat wirklich etwas mit dem Château Boschaud zu tun, das früher eine Zisterzienerabtei war - und wie Google es mir sagt, einfach nur ein Kloster, und keine Burg oder gar Schloss mit einem Schlossherrn war. Es wunderte mich nämlich schon beim Lesen, dass ein Abt nicht nur Vorstand seines Klosters, sondern auch Verwalter eines Schlosses sein soll. Abt Roald hat sich viel zu sehr in die Küchen-Belange eingemischt, das fand ich nicht glaubhaft. Hätte die Autorin ihre historischen Romanideen erläutert, könnte ich vielleicht mehr Verständnis für ihr Buch aufbringen. 

Fazit: Eine Familiengeschichte mit einem guten Anfang. Das Ende konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen.
3 Punkte. 

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag!

Montag, 30. Juli 2018

Krimi: Mord an der Algarve von Carolina Conrad (Anabela Silva 1)

Klappentext:
«An diesem Donnerstag würde eine alte Ratte sterben. Wenn alles gut ging. Wenn nicht – nun, es kamen noch viele Donnerstage.» Sieben Tote in vier Monaten. Allein drei aus einer Familie. Alle alt. Dennoch glaubt niemand im verträumten Hinterland der Algarve an einen Todesengel. Niemand, bis auf Anabela Silva, die gerade für eine Auszeit ins Land ihrer Eltern zurückgekehrt ist. Die Journalistin stellt Nachforschungen an – und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Dann geschieht ein Mord, an dem es keinen Zweifel gibt. Und Bela Silva wünscht sich, sie hätte nie eine Frage gestellt.




Schade, gab es diesen Krimi noch nicht, als ich vor einigen Jahren an der Algarve in den Ferien war. Er wäre ein toller Reisebegleiter gewesen.

Die deutsch-portugiesische Anabela Silva fährt zu ihren Eltern an die Algarve, in ihr Heimatdorf, um ihrem Vater zu schauen, solange ihre Mutter den Arm im Gips hat. Bald fällt ihr auf, dass in ihrem Dorf an der spanisch-portugiesischen Grenze bei Alcoutim zwischen Januar bis April viele ältere Leute starben. Die Journalistin in ihr wittert Gefahr und wird neugierig. Anabela beginnt zu recherchieren und verärgert damit nicht nur ihren Cousin Luis, den Polizisten. Als in der Nähe ein Mord geschieht, rücken die Kommissare Joao Almeido und Paulo Pinto aus Faro an. Wie gut, dass niemand Deutsch spricht - Anabela wird als Dolmetscherin angestellt und kommt so zu neuen Informationen. Ob sie diese mit Mario teilen kann?

Mario ist der Archivar der kleinen Gemeinde und hilft Bela bei ihren Nachforschungen. Auch die neue Dorfärztin Catarina will mehr über Belas Verdacht wissen. Schnell schafft sich Anabela neue Freunde. Die Freundschaft wird aber bald durch ihre Arbeit als Dolmetscherin in Frage gestellt. Zum Ende hin sind alle Probleme ausgeräumt und Bela kann sich sogar vorstellen hier zu bleiben und nicht mehr zurück nach Deutschland zu gehen.

Ich bin gespannt, wie es mit Bela weitergeht - ja, ob es überhaupt neue Fälle gibt oder ob dies ein Einzelkrimi bleibt. Bei weiteren Bänden wünsche ich mir mehr Spannung, denn die kommt in "Mord an der Algarve" nicht auf. Die Geschichte verläuft sehr gemächlich, dem portugiesischen Sommer entsprechend. Man bekommt aber auf jeden Fall ein Gefühl für die landestypische Lebensart und lernt die Gegend an der Ostalgarve kennen.

Der Plot rund um die Morde an den älteren Herrschaften hat mir sehr gut gefallen. Viel portugiesische Vergangenheit wurde darin verarbeitet und nicht nur gut von der Autorin Carolina Conrad recherchiert, sondern auch ideenreich umgesetzt. 

Die Autorin schreibt hier unter einem Pseudonym. Ihre anderen Bücher unter ihrem Namen Bettina Haskamp kenne ich nicht. Es ist ihr erster Krimi. Doch "Mord an der Algarve" ist mehr ein Enthüllungsroman denn ein Krimi. Der Leser kennt den Täter nicht (also am Schluss dann schon), weiss aber, wieso es zu diesen vielen Toten kommt. Als Roman unterhaltend und gut zu lesen, als Krimi eher schwach. 

Fazit: Gemächlicher Erstlingskrimi, man darf auf weitere Bände gespannt sein. In Erwartung dieser runde ich auf 4 Punkte. 

Sonntag, 29. Juli 2018

Krimi: Post für den Mörder von Thomas Chatwin

Klappentext:
Ein prächtiger Tag im Spätsommer. In dem kleinen Städtchen an der Mündung des Fowey Rivers herrscht tiefe Ruhe. Daphne Penrose, Postbotin der Royal Mail, bemerkt auf ihrer täglichen Runde, dass die Fenster des alten Fischerhauses bereits den zweiten Tag offen stehen. Das Haus ist verwüstet, von Mrs. McKallan, der schottischen Malerin, fehlt jede Spur. Zur selben Zeit fischt Daphnes Mann Francis an der Fähre nach Polruan eine männliche Leiche aus dem Wasser: den Reeder Edward Hammett. Dann tauchen zwei weitere Leichen auf. Und Daphne und Francis wird klar: Der zuständige Chief Inspector wird diesen Fall niemals lösen! Die beiden beginnen heimlich zu ermitteln. Und zwar mit höchst eigenwilligen Methoden.


Dass der Autor Thomas Chatwin alias Claus Beling früher Produzent der Rosamunde-Pilcher-Filme war, merkt man. Zum Beispiel darf ein grösseres Anwesen nicht fehlen - Embly Hall. Es gehört Lord William Wemseley, der Cousin der Protagonistin Daphne Penrose. Sie und ihr Mann Francis wohnen im Torhaus und halten ein Auge auf Embly Hall. 

Miss Royal Mail, wie Daphne auch genannt wird, schläft schlecht bei Halbmond. Daher sitzt sie nachts oft am Fenster und schaut raus. Eines Nachts beobachtet sie einen Bootsabwurf - "irgendein seltsamer Sack" - der erst Sinn macht, als Tags drauf eine komische Boje im Hafen von Fowey zu sehen ist. Doch dies ist noch längst nicht alles Ungewöhnliche, denn der Vikar und eine Künstlerin sind plötzlich verschwunden.

Ein Fall für die örtliche Polizei, die dafür durch den selbstverliebten DCI Vincent James  verstärkt wird. Daphne ist nicht begeistert, dass Vincent wieder zurück in der Gegend ist. Sie bereut ihre lange zurück liegende, siebentägige Affäre mit ihm zutiefst. Vincent lässt sich nur zu leicht von Embly Hall beeindrucken und braucht natürlich keine Hilfe von Einheimischen. Doch er hat die Rechnung ohne Daphne gemacht. Sie und Francis können mit Sicherheit besser ermitteln als der hochnäsige Inspektor.

Wie gut ist Daphne Pöstlerin/Briefträgerin von Beruf! Sie kriegt einiges an Klatsch mit, oft viel mehr als ihr lieb ist, und kennt die Bewohner Foweys. Doch auch ihr Mann Francis eignet sich als Flussmeister mit seinen engen Verbindungen zur örtlichen Polizei bestens zum Schnüffler. Die beiden sind seit 25 Jahren verheiratet, ein sympathisches Paar - und als Ermittler, dieser hoffentlich neuen Serie, eine tolle Kombination!

Ich konnte mir die geschichtsträchtige Ortschaft dank den genauen Schilderungen bestens vorstellen. Runter zum Hafen, und mit dem Velo wieder hoch - man kann sich Daphnes Velotouren gut vorstellen. Einen realen Bezug wird zur Autorin Daphne du Maurier hergestellt, die lange in Fowey lebte. Unsere Miss Royal Mail kannte die lokale Berühmtheit persönlich, erbte quasi ihren Vornamen von ihr. Wie ihr Vorbild kann Daphne Penrose gut mit Worten umgehen. Sie ist schlagfertig und nimmt es mit allen auf, auch wenn ihr ab und an etwas mulmig wird.

Das Wer, Was, Warum in diesem Krimi ist toll erzählt. Mich packte die spannende, mit britischem Humor gespickte Geschichte enorm.

Der Krimi gehört in jedes Cornwall-Reisegepäck, Tipps zu Ausflügen und Restaurant stehen als Anhang auf den letzten Seiten. 

Fazit: Toller ereignisreicher Britcrime-Erstling, von dem ich gerne weitere Folgen lesen möchte. 
4 Punkte. 



Samstag, 28. Juli 2018

Der Brombeergarten von Cathy Bramley

Klappentext:
Mit Ende Zwanzig erfüllt sich Tilly Parker den Traum von einem eigenen Garten. Und die Gärtner-Community, der sie beitritt, nimmt sie mit offenen Armen auf. Gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Gemma veranstaltet sie Gartenfeste, backt Obstkuchen und verkauft selbstgemachte Marmelade. Alles scheint perfekt, bis plötzlich der attraktive Aidan in Tillys Leben tritt: Er stellt ihre geordnete Welt auf den Kopf. Auch wenn Tilly es nicht zugeben will, sie könnte sich in ihn verlieben.





Der Anfang Juli neu erschienene Roman von Cathy Bramley ist gar nicht so neu - wie ich im Nachhinein bemerkte. Auf Deutsch schon, doch im englischen Original erschien er zuerst als vierteiliger Roman, nach Jahreszeiten aufgeteilt. Erst danach wurden die vier Kurzgeschichten zu einem Roman zusammengefasst. Diese Informationen hätte ich gerne vor dem Lesen gehabt, vielleicht hätte ich die grossen Zeitsprünge im "Brombeergarten" dann besser verstanden.
"Ivy Lane" ist aber auch der Vorgänger von "Wie Himbeeren im Sommer". Eine Figur aus dem "Brombeergarten" wird dort zur Protagonistin. Hier allerdings nimmt sie nur eine Nebenrolle ein; die Lese-Reihenfolge ist also egal. 

Die Geschichte um Tilly, die nach einem Schicksalsschlag umzieht und eine neue Stelle annimmt, verläuft gemächlich. Um ein bisschen rauszukommen, mietet sie in einer Kleingartenvereinigung eine Gartenparzelle. Eigentlich will sie dort ihre Ruhe, doch schon am ersten Tag merkt sie, dass damit nichts wird. Präsidentin Christine ist ein Ass im Jobs abgeben und Tilly bekommt gleich einen aufgezwungen. Parzellennachbarin Gemma plaudert gern mit ihr, und Charlie packt mit an. Aber das ist Tilly zuerst schon zu viel. Nur langsam scheint sie in ihrem neuen Leben anzukommen. Leider verschweigt Tilly wieso sie ihren Mann verloren hat. Sehr lange ist ihr Vorleben unklar, der Leser wird mit wenigen Stichworten abgespeist, was mich mit der Zeit nervte.

Wie ich oben schon schrieb, wurden oft viele Wochen übersprungen - und dann ist zum Beispiel plötzlich ein Filmteam da. Einige Seiten lang ist dann unklar, was die überhaupt in der Ivy Lane machen. Oft dachte ich, ich hätte auf den vorherigen Seiten etwas überlesen und ging einige Seiten zurück - nur um festzustellen, dass ich wirklich nichts überlesen hatte. Schuld an den abrupten Kapitelanfängen ist wohl die Originalfassung als vierteilige Kurzgeschichtenserie. Schade, dass diese Übergänge nicht überarbeitet wurden, damit sich der Roman flüssiger liest.

Der Roman lebt dafür von seinen unterschiedlichen Charakter, die bunt und gut zusammengewürfelt sind. Der Gartenverein ist wie ein kleiner Kosmos für sich, fast schon eine grosse Familie. Leser ohne grünen Daumen müssen keine Angst vor zu viel Gartenlatein haben: das Gärtnern wird nur oberflächlich beschrieben. Vielmehr spielt das soziale Leben der Kleingartenkolonie eine grosse Rolle. Selbst einige der Mieter machen es sich sehr einfach - ein Garten ja, zeitintensive Gartenarbeiten nein. Für mich hätte durchaus mehr Botanik vorkommen können, ich fand es diesbezüglich fast zu einfach gestrickt, mehr wäre mir willkommen gewesen. 

Schön geschildert jedoch war, wie Tilly aus ihrem Tief herauskam und selbst wieder aufblühte. Bewegende Szenen fehlten nicht, dennoch fand ich den "Brombeergarten" nicht so fesselnd wie Cathy Bramleys andere Romane. Ja, ich war ein wenig enttäuscht, weil ich ihre zwei anderen Bücher so toll fand.

Fazit: Gemütliche Lektüre für Gartenliebhaber und auch für alle ohne grünen Daumen nett lesbar.
3.5 Punkte.

Freitag, 27. Juli 2018

Die Malerin von Mary Basson

Klappentext:
München, 1902: Gegen alle Widerstände will die junge Gabriele Münter, genannt Ella, Malerin werden. Sie nimmt Unterricht bei Wassily Kandinsky und verliebt sich in ihn, sie wird seine Muse ebenso wie seine Gefährtin auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Doch während Kandinsky schon bald als Meister der Abstraktion und Begründer des Blauen Reiters zu Weltruhm gelangt, ringt Ella zeitlebens mit ihrer Rolle als Frau in der Kunst. Und dann bricht Krieg aus, und ihre Liebe droht tragisch zu scheitern.





Die Serie um die "mutigen Frauen zwischen Kunst und Liebe" aus dem Aufbau-Verlag fand ich bisher sehr interessant und so nahm ich mir "Die Malerin" von Mary Basson vor, auch wenn ich von Gabriele Müntner noch nie gehört hatte. Von Wassily Kandinsky sehr wohl - er gehört nicht  zu meinen Lieblingsmalern, aber ein bisschen Weiterbildung in unterhaltender Form schadet ja nie. 

Ella wird als verliebtes Mädchen und Schülerin von Kandinsky beschrieben. Bald beginnen sie eine Affäre, denn Kandinsky ist verheiratet. Irgendwie kommen sie dann doch zusammen, aber Ella spielt immer nur die zweite Geige. Kandinsky macht ihr Versprechungen, die er nicht hält. Er findet immer wieder Ausreden. Kandinsky kommt nicht sympathisch rüber, er hält Ella kurz. Er lobt sie zwar, doch hilft oder motiviert er sie kunstmässig nicht, noch heiratet er Ella. Ein schwacher Mann, der die Frau klein hält. Kein Wunder hat sich seine erste Ehefrau von ihm getrennt, aber die hatte selbst Geld. Ellas Schwester sorgt sich immer wieder um Ella und steht ihr bei, als sie Tragisches über Kandinsky erfährt. Auch als Kandinsky nicht mehr als agierende Figur vorkommt, ist er noch immer allgegenwärtig.

Als Ella sich wieder erholt, lernt sie Johannes Eichner kennen. Und nun machen auch die Bildbeschreibungen Sinn, die zwischen den Kapiteln stehen. Eichner ist Kunstkritiker und hilft Ella beim Verstecken von Kandinskys Bildern während der Nazizeit. Bis Eichner in der Geschichte auftauchte, fand ich diese Bildbeschreibungen eher langweilig, da mir die Bilder dazu fehlten. Leider konnte mich die Geschichte zu wenig fesseln, als dass ich Lust hatte, mir Ellas Gemälde im Internet zusammen zu suchen, um zu wissen, von welchem Bild gerade die Rede ist. 

Ella als "Die Malerin" kam mir in diesem Roman zu kurz. Nur in ihrer Dänemark-Zeit erfährt man, dass Ella Porträts auf Bestellung malte, um ein wenig Geld zu verdienen. Doch von was lebte sie vorher und nachher? Teilweise sicher von der Unterstützung von Bruder Carl, aber konnte sie ihre Bilder auch verkaufen? Was geschah nach der Ausstellung in Paris (unabhängige Künstler) mit ihren Bildern? Wenn man den Originaltitel "Saving Kandinsky" nimmt, macht der Inhalt mehr Sinn, doch als "Die Malerin" geht es mir zu wenig um Ella als Malerin. Sie wird als eine Frau beschrieben, die sich völlig in einer aussichtslosen Liebe verliert und als Hauptziel im Leben den Titel "Frau Kandinsky" sieht und nicht ihre Malerei an erste Stelle stellt.

Zudem fand ich es sehr schade, dass sich der Roman zum grössten Teil eher wie ein Ablesen biografischer Eckdaten las.

Fazit: Nach der Lektüre weiss ich nun mehr über Gabriele Münter und Kandinskys Leben, aber der Roman vermochte es nicht mich zu fesseln. 
3.5 Punkte.

Vielen Dank an den atb Aufbau Verlag und Netgalley! 

Weitere Bücher der "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe"-Serie findet ihr im Paris-Special und hier:
Coco Chanel - Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
Alma Mahler - Die Muse von Wien



Freitagsfüller 27.07.2018

Weil wir wegen den Schulsommerferien praktisch jeden Tag unterwegs sind, komme ich nur selten dazu, Rezensionen zu schreiben. Deshalb nutze ich nun den Freitagsfüller von Barbara, damit es auf dem Blog nicht ganz so ruhig ist.
Gestern waren wir übrigens im Kino, am Nachmittag - herrlich diese Klimaanlage - und haben "Mamma Mia - Here we go again" geschaut. Jeden Tag können wir ja nicht ins Kino um uns abzukühlen, aber in den nächsten dreieinhalb Wochen werden wir uns das Vergnügen sicher nochmals gönnen. 





1. Wie kann ich die verschiedenen Ansichten über die Ferientageverplanung von mir und meiner Tochter auf einen Nenner bringen?
2. Zum Glück blühen noch die Blumen auf meinem Balkon. Der Minze und der Zitronenmelisse geht es gerade nicht so gut. Immerhin haben sie schön geblüht und die Bienen konnten sich grosszügig bedienen.
3. Meine Haare trage ich bei diesem heissen Temperaturen am liebsten in einem LWB-Dutt.
4. Akute Trockenheit und Waldbrandgefahr und ich hoffe, es klappt dass sich alle ans Feuer- und Feuerwerkverbot im Freien halten (besonders nächste Woche am 1. August, unserem Nationalfeiertag). 
5. Meine liebsten Früchte sind jetzt Nektarinen und Beeren - Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren. 
Fast ein Kilo Heidelbeeren haben wir am Montag vor einer Woche gepflückt! Und sind schon lange gegessen... :-)
6. Die Wespe, die an der Balkonholzverkleidung Holz frisst - was soll das?
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Ofen Pommes Frites und den Blut-Vollmond, morgen und Sonntag möchte ich Rezensionen schreiben und irgendwie der Hitze entkommen. 

Mittwoch, 25. Juli 2018

Die Muse von Wien von Caroline Bernard

Klappentext:
Als die heimliche Verlobung zwischen Gustav Mahler, dem gefeierten Direktor der Wiener Oper, und Alma Schindler, dem schönsten Mädchen der Stadt, durch eine Indiskretion in der Presse bekanntgegeben wird, ist halb Wien in Aufruhr. Bei der Hochzeit 1902, nach einer kurzen, aber stürmischen Verlobungszeit, glaubt die zweiundzwanzigjährige Alma an eine strahlende Zukunft. An der Seite von Gustav, einem der größten Musiker, führt sie ein Leben jenseits der Norm, das sich viele Frauen erträumen. Und doch hat dieses pralle Leben auch seine Schattenseiten. Alma fällt ihr Glück nicht in den Schoß, sie muss immer wieder darum kämpfen und vor allem Opfer bringen. Denn für Gustav soll sie ihre große Leidenschaft aufgeben: die Komposition. 

Ende der 80er Jahre reiste ich mit zwei Freunden nach Wien - einzig um das Hundertwasserhaus und das Secession-Gebäude mit Klimts Beethoven-Fries zu sehen. Klimts Bilder faszinieren mich heute noch. Gustav Mahlers Symphonien hingegen mag ich nicht so, aber mich interessierte die Geschichte um die Frau, die diesen beiden (und vielen anderen) Männern den Kopf verdrehte. 

In "Die Muse von Wien" begleiten wir Alma Schindler von 1886 bis 1911, also von ihrem siebzehnten Lebensjahr an bis kurz nach dem Tode Gustav Mahlers. Alma wird als schöne und lebenslustige Frau beschrieben, die gerne die Oper und Gesellschaften besucht und zu flirten weiss. Ganz Wien ist angetan von Alma, doch sie will eigentlich nur den Maler Gustav Klimt. Als dies nicht klappt, lässt sie sich auf Gustav Mahler ein und heiratet bald darauf den viel älteren Musiker. Alma ist eine begnadete Klavierspielerin und liebt es stundenlang am Klavier zu sitzen, zu spielen, Texte zu vertonen und zu komponieren. All dies gibt sie mit der Hochzeit auf, denn Mahler wünscht es sich so. Ob sie wirklich weiss, auf was sie sich da einlässt? 

Mir gefiel Caroline Bernards "Rendezvous im Café de Flore" einiges besser als der vorliegende Roman. Im erstgenannten Buch konnte die Autorin aufgrund zweier Zeitebenen kreativer schreiben und konnte bei der Gegenwartsgeschichte ihre Fantasie walten lassen. Da "Die Muse von Wien" ausschliesslich historischen Persönlichkeiten gewidmet ist, bleibt logischerweise die Fantasie auf der Strecke. Die Autorin muss sich an Fakten halten und hat nur einen kleineren Spielraum, um eigene Ideen einzubringen. Wenn dann noch die Protagonistin eine diffizile Person ist, wird es als Leser schwierig, Begeisterung für das Gelesene aufzubringen. 

Alma ist leider genau solch eine Protagonistin, eine anstrengende Person, zu der ich keine Verbindung aufbauen konnte. Unreif, über weite Strecken fordernd, dann aber auch übertrieben unterwürfig. Es macht den Schein als ob sie nur auf Mahlers Forderungen einging, damit sie als verheiratete Frau von ihrer Mutter wegkommt. 

Die Männer aber fand ich alle noch schwieriger. Gustav Klimt, der hinter allen Rockzipfeln her war; Walter Gropius, der sich unmöglich verhält; und der egozentrische Gustav Mahler. Eindrücklich geschildert waren in dem Zusammenhang die Szenen bei der Sommerfrische, als Alma sich auf Familienzeit freute, Gustav sich aber erneut absonderte und absolute Ruhe, sogar von den Nachbarn und Bauern ringsherum, verlangte. 

Man ärgert sich beim Lesen total und würde die eine oder andere Figur am liebsten auf den Mond schiessen. Für Autoren ist es sicher nicht leicht, solche schwierigen historischen Persönlichkeiten darzustellen, denn viele Leser mögen solche Figuren nicht sehr. Caroline Bernard ist es aber gelungen, eine flüssige und gut lesbare Geschichte über Alma zu erzählen und die Figuren glaubhaft darzustellen. Gerade in der oben beschriebenen Situation konnte ich gut mit Alma mitfühlen, wenn sie sich allein gelassen fühlte.

Trotzdem fehlte mir in Almas Darstellung teilweise eine gewisse Tiefe, damit man ihr Tun oder ihre Gefühle besser nachvollziehen hätte können.

Fazit: "Die Muse von Wien" liefert einen interessanten Einblick ins Wien Anfang des 20. Jahrhunderts und ins Leben von Alma und Gustav Mahler.
3.5 Punkte.


Mehr von Caroline Bernard:

Mehr über die Frauen-und-Kunst-Serie des Aufbau-Verlags:
Paris-Special

Dienstag, 24. Juli 2018

Krimi: Whisky mit Mord von Melinda Mullet (Band 1)

Klappentext:
Hochprozentig kriminell: Abigal Logan, erfolgreiche Fotojournalistin Anfang Dreißig, hätte nie gedacht, dass sie mal eine Whisky-Destillerie in Schottland erben würde. Doch eine Frau als Eigentümerin eines solchen Kleinods? Als sie mit ihrem Kollegen Patrick, einem Whisky-Kenner, und ihrem Terrier Liam dort ankommt, macht man ihr sehr deutlich klar, dass man sie nicht haben will. Es gibt Sabotage-Akte in der Destillerie, man bedroht sie und dann findet man einen ihrer Angestellten tot im Whisky-Bottich.





Eine neue Krimiserie und dann spielt sie erst noch in Schottland? Klar war ich da sehr neugierig. Das eher düstere Cover liess mich aber ein wenig zweifeln. Zum Glück merkte ich beim Lesen ziemlich schnell, dass meine Zweifel unbegründet waren und einzig die Coverauswahl dem Verlag nicht ganz so geglückt ist, trotz den Fässern am unteren Bildrand.

Im Krimi geht es um die 34jährige Abi, die durch ihren Beruf als Fotojournalistin auf der ganzen Welt unterwegs ist und nur noch selten in London weilt. Abi wuchs bei ihrem Onkel und Ersatzvater Ben auf. Vor einigen Jahren verkaufte er sein Haus in der englischen Hauptstadt und zog nach Schottland. Dort, in Balfour, kaufte Ben vor 15 Jahren eine heruntergekommene Destillerie und baute sie mit viel Herzblut wieder auf. Abbey Glen ist mittlerweile bekannt für guten Single Malt Whisky. Als Ben stirbt und die Destillerie Abi vermacht, will jemand anscheinend um jeden Preis verhindern, dass Abi es dem falschen Anbieter verkauft. Abi erhielt bereits in London Drohbriefe, die sie aber erst ernst nimmt, als sie mit ihrem besten Freund Patrick in Balfour ankommt und man ihr von Vandalismus in der Destillerie erzählt. Die beiden werden hellhörig und ganz in Reporter-Manier wollen sie diesen Zwischenfällen - die leider nicht mit einem tragischen Mord aufhören - auf den Grund gehen. Ihre gemeinsamen Studienjahre sowie zwölf Jahre Recherchearbeit bei The London Gazette kommt den beiden zugute, und ihre Karteikarten mit Verdächtigen werden immer mehr. 

Abi und Patrick fand ich beide sympathisch. Auch in Balfour gab es einige nette Menschen im Umfeld von Abbey Glen. Doch mir ging es wie ihr: ich war mir nicht sicher wem man trauen darf oder wem besser nicht. Zwischendrin hatte ich eine Vermutung wer der Bösewicht ist - ich behielt zwar schlussendlich recht, aber alle paar Seiten überlegte ich es mir nochmals und zweifelte an meiner Urteilskraft. Die Autorin zeichnet viele weitere tolle Charaktere, zu ihnen möchte ich nichts sagen um nicht zu spoilern. Vielleicht kann man als Einzige die über 90 Jahre alte toughe Fergie von den Verdächtigen ausschliessen, ansonsten könnte wirklich jeder der Täter sein. Die Autorin macht es enorm spannend!

In einem weiteren Punkt geht es mir wie Abi: wie sie weiss ich nichts über Whisky. Am Ende des Buches hat sich das geändert. Sämtliche Informationen über die Whiskyherstellung und was sonst noch wichtig ist im Whiskygeschäft webt die Autorin hervorragend und unauffällig in die Geschichte mit ein, so dass der Leser nebenbei viel rund um dieses kostbare Getränk erfährt. 

Ausgeklügelt ist auch Melinda Mullets Idee, ihre Protagonistin mit einem "Tick" zu versehen: sie vergibt in Gedanken jeder Person, mit der sie zu tun hat, drei Eigenschaftswörter, die ihr im Umgang mit der fraglichen Person zuerst in den Sinn kommen. Mit dieser Eigenart und den zwei Adjektiven, die ich Abi gebe, hartnäckig und neugierig, konnte sie im Beruf bei vielen Fotoaufträgen Erfolge verbuchen und wird es ihr in Balfour helfen, den Übeltäter zu erwischen.

Ich mag Bücher, bei denen ich etwas lerne und gleichzeitig bestens unterhalten werde - "Whisky mit Mord" (oder im Original "Single Malt Murder") ist eins davon. Der Autorin ist damit ein toller Start in eine vielversprechende neue Serie gelungen. Zumindest zwei weitere Bände soll es geben - man darf gespannt sein.

Fazit: Richtig gut! Viel zu schnell hab ich diesen spannenden und raffinierten Scot-Crime ausgelesen. 
5 Punkte.

Vielen Dank an den atb Aufbau Verlag und Netgalley!

Reihenfolge:
Band 1: Whisky mit Mord
Band 2: Death Distilled (noch nicht auf Deutsch erhältlich)
Band 3: Deadly Dram (noch nicht auf Deutsch erhältlich)

Dienstag, 17. Juli 2018

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen von Petra Hülsmann

Klappentext:
Damit hatte die beliebte Musiklehrerin Annika nicht gerechnet: Aus heiterem Himmel wird sie von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk versetzt. Nicht nur, dass die Schüler dort mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert sind - die Musical-AG, die Annika gründet, stellt sich auch noch als völlig talentfrei heraus. Aber wenn's einfach wär, würd's schließlich jeder machen. Annika gibt nicht auf und wendet sich hilfesuchend an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Von nun an spielt sich das Theater jedoch mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los.


Vor zwei Jahren griff ich zu "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" von derselben Autorin. Viel Gutes darüber habe ich gelesen, doch mich konnte der Roman nicht überzeugen, die Protagonistin Isabelle war mir eindeutig zu überspannt. Der amüsante Schreibstil der Autorin gefiel mir hingegen gut, so dass ich ihrem neuen Roman "Wenn's einfach wär, würd's jeder machen" eine Chance geben wollte, zudem fand ich das Thema "Lehrerin in einer Multikulti-Schule" in einem Roman verarbeitet, interessant. 

Der Roman beginnt dann auch gleich mit einem Tiefschlag für Annika: sie wird in solch eine Schule versetzt. Es ist ein ganz anderes Unterrichten für sie, der Unterricht verläuft sehr unruhig. Annika ist sich das nicht gewohnt und es scheint sie hatte bisher auch in ihrer Ausbildung Glück und immer nur problemlose Schüler gehabt. So schnell wie möglich will sie zurück in ihre geliebte "Bonzenschule". Sie merkt, dass ihr das nur gelingt wenn sie sich mehr einsetzt - etwas was sie bisher nie gemacht hat. Also gründet sie eine Musical-Gruppe. Mit Hilfe ihres ehemaligen Mitschülers (und heimlicher erster Liebe) Tristan, mittlerweile ein bekannter Regisseur, will sie einen Preis gewinnen. Sie stösst auf Widerstände an allen Fronten, sogar zuhause. Annika wohnt mit Nele zusammen, doch mit Kai und Sebastian aus der Nachbarwohnung fühlt es sich eher als eine erweiterte Wohngemeinschaft an. Annika eckt mit ihren Vorurteilen der neuen Schule gegenüber bei Sebastian an, denn er selbst ging dort zur Schule. 

Es scheint, dass ich mit den Protagonistinnen von Petra Hülsmann einfach nicht klar komme. Leider auch mit Annika aus diesem Roman. Annikas Spektrum reicht von arrogant bis naiv, sie ist mir nicht wirklich sympathisch. Sie entwickelt sich zwar, aber trotzdem kommen diese beiden Aspekte bis zuletzt zum Tragen. Annika merkt nicht, dass Sebastian mehr als nur ein Nachbar sein wird und Tristan ist ebenso oberflächlich wie Annika. Anfangs will er mal was sagen, sie lässt ihn nicht ausreden. Dabei wär interessant gewesen zu hören was er sagt.  

Viele Klischees werden erfüllt in der Geschichte: es wird gebechert wie wild. Kaum ist Feierabend, wird Alkohol getrunken. Die Sprache (und einige Namen) der Schüler sind übertrieben dargestellt. Dazu Annikas Tick zu korrigieren anstatt zuhören. Annikas Geburtstagsgeschenk fand ich angesichts ihres Berufes als unsensibel, damit läuft ein Lehrer sicher nicht durch die Stadt. Vieles war oberflächlich, auch die Geschichte um die Schüler Meikel oder Maryam. Da hätte man mehr draus machen können und der Roman hätte an Tiefe gewonnen. 

Ein kleines Highlight war Taxifahrer Knut, der wie schon in Hülsmann anderen Romanen gute Tipps verteilt und immer ein offenes Ohr hat. 

Fazit: Trotz naiver Protagonistin unterhaltsam, wenn man die Klischees überliest. 
3.5 Punkte. 

Sonntag, 15. Juli 2018

Der Sommer der Wünsche von Debbie Macomber (Blossom Street 6)

Klappentext:
Es ist Sommer in der Blossom Street, und in Lydias Wollladen »A Good Yarn« findet ein neuer Strickkurs statt. Abbie ist eine der Teilnehmerinnen und sie weiß, erst wenn sie die Liebe überwindet, die zerbrochen vor ihr liegt, kann sie nach vorn schauen und wieder glücklich werden. Wie beim Stricken muss sie erst mit dem Vergangenen abschließen, bevor sie neu beginnen kann. Doch die Nadel lässt sich mit jeder Masche leichter führen, bis schließlich der letzte Faden vernäht ist. Und Abbie spürt: Gemeinsam mit Freunden kann sie alles schaffen.




Es gibt wieder einen Strickkurs bei Lydia im A Good Yarn - diesmal zum Thema Loslassen.

Loslassen muss man als erstes den Klappentext, denn die Abbie aus dem Klappentext ist Phoebe Rylander. Übrigens ist der Name bereits im englischen Klappentext falsch... Loslassen, bzw. loskommen will Phoebe von ihrem Verlobten Clark, er hat sie bereits mehrfach betrogen, eine weitere Chance will sie ihm nicht geben. Er manupuliert sie weiterhin und benutzt dazu sogar ihre Mutter. 

Alix will sich das Rauchen abgewöhnen, denn sie möchte mit Jordan ein Baby. Bei den Turbulenzen rund um ihre Hochzeit hat sie erneut angefangen zu rauchen. Jetzt wäre endlich der richtige Zeitpunkt um damit aufzuhören. Doch das Rauchen überdeckt bloss ein anderes Problem, mit dem sie sich herumschlägt. 

Hutch, erst 35, ist Chef eines Schokoladenimperiums. Sein Arzt rät ihm aufgrund seines zu hohen Blutdrucks und der Stressanfälligkeit (seine Firma wird verklagt) zu einigen Massnahmen. Zum Beispiel soll er einen Strickkurs besuchen, um sich besser zu entspannen. 

Alix, Phoebe und Hutch melden sich deshalb zu Lydias neuem Strickkurs an und hoffen, dass der Kurs hilft ihre Probleme zu lösen. Lydia selbst profitiert auch, denn anstatt ein Baby, das sie adoptieren könnten, bekommen sie zur Notunterbringung die zwölfjährige Casey. Nur für ein paar Tage, heisst es. Casey wirbelt das ruhige Familienleben der Goetz gehörig durcheinander. 

Neben den Teilnehmern des Strickkurses geht es erneut um Anne Marie und Ellen Roche. Obwohl beide gerade aus Paris zurück gekehrt sind, stehen nach wie vor einige unerfüllte Wünsche auf ihren Wunschlisten. Zumindest für Ellen könnte sich bald einer erfüllen: Tim steht eines Tages im Buchladen Anne Marie gegenüber und behauptet er sei Ellens Vater. Anne Marie kann damit nicht umgehen und verhält sich egoistisch.

Nun sind wir auch schon beim Punkt angekommen, der sich durchs ganze Buch hindurch zieht und störte: unlogische Folgerungen. Anne Marie hätte sich mit der Adoptionsbehörde oder zumindest mit Ellens früherer Sozialarbeiterin kurzschliessen sollen, um genau abzuklären, wie nun vorzugehen ist. Oder zumindest um sich zu informieren und danach ihre Schritte fürs Amt zu dokumentieren. Auch bei Lydia wars komisch, sie erhielt null Infos zu Casey. Ein paar Hintergrundinfos hätte Evelyn Boyle durchaus mitteilen müssen. 

Auf der einen Seite gab es zu wenig Infos - an anderen Punkten zu viele. Zu oft wurde meiner Meinung wiederholt, was in den vorherigen fünf Büchern geschah. Dies ging ja noch, aber es wurden auch Dinge erklärt, die ein paar Seiten vorher im Roman geschahen. Die zu wenigen Infos betreffen auch einige Personen, zum Beispiel bei Lee und Vanessa; zu oberflächlich wurden diese Szenen erzählt.

Nein, es ist nicht der beste Band der Serie, aber für unterhaltende Lesestunden taugte er doch - nicht zuletzt durch Phoebe und Hutchs Geschichte, dir mir gut gefiel.

Fazit: Der sechste Besuch in der Blossom Street ist nicht ganz so gelungen wie die vorherigen. 
3.5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 6: Sommer der Wünsche
Band  6 1/2: Der Winter der Wunder (erscheint am 5. November 2018 / Christmas Letters) 
Band 7: Die Gabe der Liebe (erscheint am 1. März 2019/ Hannas List)

Freitag, 13. Juli 2018

Freitagsfüller 13.08.2018

Diese Woche blieb vieles liegen, da ich mich mit Allergiesymptomen und einer Erkältung herumschlagen musste. Rezensionen gibts nächste Woche wieder. Damit doch noch ein Beitrag erscheint diese Woche, fülle ich den Freitagsfüller von Barbara aus - der macht übrigens Hunger, auch wenn man die Antworten der anderen Teilnehmer liest. Und deshalb werde ich mich nach dem Beitrag gleich in die Küche begeben und mir einen Salat aus Früchten und Stangensellerie und Spinat machen; und ihn natürlich essen :-)



                         


1. Jetzt gibt es endlich wieder viele einheimische verschiedene Früchte.
2. Gerichte mit Zwiebeln drinnen könnte ich nicht mal probieren - ich bin hochallergisch.
3. Ein Hauch von Tellycherry-Pfeffer auf den Erdbeeren - himmlisch!  
4. Hauptsächlich habe ich Kontakte zu meinen alten Schulfreunden und zu Freunden im Ausland auf Facebook. 
5. Mir persönlich schmeckt Mineralwasser mit Blötterli besser als Wasser aus dem Wasserhahn.
6. Die Mücken- und Wespensaison kommt wie immer zuverlässig. Leider.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich aufs Auswärtsessen in unserer Lieblingspizzeria (Hochzeitstagsessen nachholen und gleichzeitig Schulferienbeginn und Zeugnis der Tochter feiern), morgen ist Einkaufen angesagt und am Sonntag möchte gibts in der Nachbarschaft einen Abschiedsapero (ich vermisse die jetzt schon!) und anschliessend gemeinsames WM-Spiel gucken. 

Freitag, 6. Juli 2018

Als die Tage nach Zimt schmeckten von Donia Bijan

Klappentext:
Teheran im Frühling: Jeden Tag wartet der alte Zod im Glyzinienhof vor dem Café Leila auf den Postboten. Bringt er einen Brief von seiner geliebten Tochter Noor? Endlich hat sie geschrieben. Nach 30 Jahren wird sie aus den USA in ihre verlorene Heimat zurückkehren. In die Stadt der Widersprüche, in der Schönheit und Gewalt nebeneinander existieren. In das Café Leila, in dem Noors Mutter früher alles zauberte, was die persische Küche an himmlischen Köstlichkeiten hergab. Zu ihrer Familie, die trotz aller Wärme und Liebe zerrissen wurde.




"Als die Tage nach Zimt schmeckten" ist die Geschichte von Zod und seiner Familie. 
Zod ist der Sohn von Yanik und Nina, die von Russland in den Iran einwanderten und sich in der Hauptstadt Teheran das Café Leila aufbauten. Das Café wird zum Zufluchtspunkt für viele Iraner, ein Stück Paradies auf Erden. Friedensspendend in Zeiten der Unruhe. Unter Granatapfel-, Mandel- und Maulbeerbäumen erlebte der 75jährige Zod eine einigermassen ruhige Kindheit und verbringt viel Zeit in der Küche des Cafés. 

Viele, längst nicht mehr so ruhige Jahre später wartet er sehnlichst auf seine Tochter Noor, die er vor 30 Jahren zusammen mit ihrem Bruder in die USA zum Studieren schickte. Krankenschwester Noor hat sich erst kürzlich von ihrem Mann getrennt. Nach einem Zwischenfall in der Klinik kündigt sie ihren Job um ihren Vater nach all den Jahren zu besuchen und nimmt ihre 15jährige Tochter Lily mit. 

Donia Bijan erzählt von den Anfängen des Cafés bis hin zur Gegenwart. Zod und Noor sind die Hauptfiguren des Romans, doch die Autorin erzählt auch die Geschichten von allen Familienmitglieder teils kürzer, teils ausführlicher. Auch die Lebensgeschichten einiger der Mitarbeiter, die seit jeher im Café arbeiten, wie zum Beispiel das Kindermädchen Naneh Goli werden erwähnt. Alle Erzählstränge finden zurück ins Café Leila, wo nach all den Jahren immer noch gekocht und gebacken wird. 

Der Roman lebt von all den Köstlichkeiten, die das fruchtbare Land und die Küche hergibt. Nur zu gerne würde man sich in den Garten des Cafés setzen, neben dem türkisen Brunnen an einen rosa Tisch, Jasmingeruch in der Luft, den Roman lesen und sich satt zu essen mit all den erwähnten Speisen. 

"Last Days of Café Leila" ist zu zwei Dritteln ein ganz wunderbarer Roman, der zu einem Lesehighlight hätte werden können. Bis dahin hätte ich dem Buch 5 Punkte vergeben und wäre restlos begeistert gewesen. 

Doch dann, so ab 70% auf dem Kindle, wird die bis anhin überzeugende Geschichte unglaubhaft - es scheint als ob Lily keine Ahnung von dem Heimatland ihrer Mutter hatte. Als ob Noor ihr nie etwas erzählt hat, als ob sie in der Schule oder im Internet nie irgendetwas über den Iran gelesen hätte. Normalerweise möchte doch jedes Kind etwas über die Herkunft der Eltern erfahren. Speziell in der Pubertät macht sich jeder doch auch Gedanken über seine Familie. Lily scheint null und nichts über das Land zu wissen, was einfach total unglaubwürdig ist. Ihr total naives und egoistisches Verhalten im Iran konnte ich ihr einfach nicht abnehmen. 
Noor ist in ihrem Handeln auch nicht viel besser. Nicht nur, dass sie den Wunsch ihres Vaters ignoriert, sie kommt mir ab dem oben genannten Punkt auch sehr passiv vor. Am Anfang mochte ich sie recht gerne; als eine Person, die mit Wenigem glücklich ist, aber nach zwei Dritteln empfand ich sie nur noch als naiv.

Die Autorin bedient sich gegen Ende auch noch an einem Drama, das vor einigen Jahren durch die Presse ging. Darauf hätte sie verzichten können. Die vielen kleinen Dramen, die den ganzen Roman durchsetzen - bis dahin okay und passend - wirkten zusammen mit dem letzten Drittel einfach viel zu übertrieben. Weniger ist mehr; das hätte Donia Bijan sich zu Herzen nehmen sollen. 

Fazit: Der Roman rund um das Café Leila ist eine eindrückliche Familiengeschichte, leider mit einem unrealistischen, gekünstelten letzten Drittel. 
4 Punkte.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Die Inselgärtnerin von Sylvia Lott

Klappentext:
Sonja ist kaum über die Trennung von ihrem Mann hinweg, als sie auch noch ihren Job verliert. So hält die Gartenarchitektin nichts in der Heimat, als sie überraschend ein Strandhaus in Florida erbt. Dolphin Island ist zauberhaft: pastellfarbene Häuschen und türkisblaues Meer. Bald findet Sonja nicht nur eine neue Aufgabe – sie möchte so schöne wie umweltfreundliche Dünengärten anlegen –, sondern trifft mit Nick Winslow auch einen Mann, der sie tatsächlich zum Bleiben bewegen könnte. Doch irgendjemand will verhindern, dass Sonja Erfolg hat und auf Dolphin Island heimisch wird. Zum Glück gibt es Lebenskünstler Sam, der ihr immer wieder aus der Patsche hilft ... 



Sylvia Lotts neuer Roman hat für einmal rein gar nichts mit dem sonst in ihren Büchern vorkommenden Wirrungen aus der Vergangenheit zu tun. Nur schon deswegen musste ich "Die Inselgärtnerin" lesen! Ein weiterer Lesegrund war für mich der Beruf der Protagonistin: eine Gärtnerin. 

Die Gärtnerin heisst Sonja, wohnt in Hannover, verdaut gerade die Trennung von ihrem Mann Justus und verliert auch noch ihren Job. Nun hat sie endlich Zeit nach Florida zu reisen, denn ihre verstorbene Tante Sandy hat sie beerbt. Eigentlich fliegt Sonja nur hin um den Verkauf des Hauses zu beaufsichtigen, doch schon bald fühlt sie sich wohl und geniesst ihre Auszeit. Ihre Tante lebte in einem kleinen paradiesischen Flecken, das leider immer mehr vom Klimawandel bedroht wird. Sonja sprüht vor Ideen, wie sie die Inselgärten umweltfreundlicher bepflanzen könnte und darf schon bald Nicks Garten neu gestalten. Doch das mit ihrer Arbeitsbewilligung will einfach nicht klappen.

Schnell freundet sich Sonja mit einigen Nachbarn und deren Freunde aus dem Kulturzentrum an und nennt sich fortan Sunny. Mit ihrer Tante Sandy, Muschelsucherin Stormy und Nachbarin Rainy bildet sie eine Wetterfront, mit den noch lebenden Frauen ein Backgroundtrio für das Kulturfest. Die modernen Weather Girls fand ich sehr nett, doch für mich hätte es diese Namensspielereien nicht unbedingt gebraucht; besonders bei der Namensgebung von Sunny hätte es noch ein paar zusätzliche Sätze gebraucht, damit der neue Namen natürlicher wirkt. 

Ich weiss nicht, ob es mit dem plötzlichen Namenswechsel zu tun hatte oder an ihrer Herangehensweise, aber Sonja wird nicht mein Lieblingscharakter des Monats. Sie ist nett beschrieben, aber viel Sympathiepunkte bekommt sie von mir nicht. Vielleicht hätte sie sich von Anfang an einen selbst ausgewählten Anwalt nehmen sollen, vielleicht wäre sie mir dadurch ernsthafter erschienen. Lorraine, Stormy und die Bernsteins fand ich liebenswürdiger. Irgendwann tauchte dann noch der geheimnisvolle Sam auf; über ihn hätte ich mir mehr Infos gewünscht und von Anfang an ein gezielteres Nachfragen von Sonjas Seite her. Die beschriebenen amerikanischen Senioren, die sich in Florida zur Ruhe setzen, kamen sehr glaubhaft daher. 

Die angesprochenen Umwelt- und Artenschutzfragen machten Sinn - gerade in Florida - und hätten von mir aus sogar noch vertieft werden können. 

Toll war die Geschichte um Tante Sandy und Esther Williams. Dass Sandy Teil von Williams Wasserballett war, fand ich grandios. Auch die Idee, Sam beim Hemingway Contest teilnehmen zu lassen, gefiel mir sehr gut. Diese beiden Themen gaben "Der Inselgärtnerin" Würze, machen den Roman besonders. 

Ebenso die viele Musik - die Songs für das Fest der Inselbewohner hatte ich schon lange nicht mehr gehört, musste aber jeweils sofort mitsummen. Eine entsprechende Playlist findet sich am Ende des Buches.  

Fazit: Hemingway, Wasserballett und die "Weather Girls" - ausgefallene Themen verknüpft zu einer tollen Sommerlektüre, nur leider tat ich mich schwer mit der Protagonistin.
4 Punkte.


Dienstag, 3. Juli 2018

Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

Klappentext:
Keiner lehrt Geschichte so lebendig wie er ‒ und das hat einen guten Grund: Tom Hazard, Geschichtslehrer und verschrobener Einzelgänger, sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, die Literaten und Jazzmusiker der Roaring Twenties in Paris erlebt und alle acht Jahre eine neue Identität angenommen. Eines war er über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn die Nähe zu anderen Menschen wäre höchst gefährlich gewesen. Jetzt aber tritt Camille in sein Leben. Und damit verändert sich alles.




Matt Haig ist mir bekannt von seinen "Weihnachtsbüchern". Nachdem ich von "Wie man die Zeit anhält" eine Leseprobe gelesen habe, war ich begeistert und freute mich, als ich das Buch bei mir hatte und weiterlesen konnte. 

Meine anfängliche Begeisterung verschwand leider schon bald. In Tom Hazards Erzählung, in dem Tom von dem Geschehen in der Gegenwart - neue Stelle als Geschichtslehrer in einer Londoner Schule - in seine 439jährige spannende Vergangenheit blickt, wirkt er je länger je nicht nur melancholisch, sondern regelrecht depressiv. Irgendwie steht ihm das auch zu, nachdem er seine erste und einzige grosse Liebe an die Pest verloren hat, seine Tochter verschwunden ist und er soviel durchgemacht hat. Aber diese bedrückende Stimmung schlug sich schnell auf mich nieder. Ich sass bei schwülheissen 30° auf dem Balkon und wollte was Erheiterndes lesen, doch Leichtigkeit sucht man in "Wie man die Zeit anhält" vergebens. Toms einziges Ziel ist, seine Tochter Marion zu finden, doch bei dieser Suche ist er der passive Part.

Wäre der Roman nicht durch diese Schwere und die öfters auftretenden selbstmörderischen Gedanken durchsetzt, könnte man es glatt als zusätzliche Geschichtslektüre in den Schulen empfehlen. Matt Haig bewies schon in den Weihnachtsbüchern, dass er historisch gut bewandert ist. Er weiss auch wie er geschichtliches Wissen auf eine lockere Art seinen Romanen beifügen kann. Diese Verbindung von Historie und Gegenwart hat mir gut gefallen. Auch die Idee der Alba-Menschen, die fast ewig leben, fand ich spannend. Sie erinnerte mich aber stark an die amerikanische TV-Krimiserie "Forever", dessen Hauptfigur Dr. Morgan viel Gemeinsamkeiten mit Tom Hazard hat. 

All die Szenen mit den Berühmtheiten, die Tom im Laufe der Geschichte begegnete, fand ich gelungen. Garantiert werde ich, wenn ich diesen Sommer am Londoner Globe Theater vorbeigehe, an den Tom zuzwinkernden Shakespeare und an Rose und Grace denken. 

Gut gefallen hat mir die Figur von Omai, der viel gelassener durchs Leben geht als Tom. Dabei musste ich unweigerlich an das Lied "Ga fische" von Peter Reber denken. Doch gerade im Bezug auf Omai stellte sich mir die Frage, wieso Tom seit Jahrzehnten keine Kontakt mehr mit ihm hat. Warum Tom kaum anderen Albas begegnete fand ich unschlüssig. Das hätte doch auch im Sinne der Albatros-Gesellschaft sein müssen. Eigentlich könnte man durch ihre spezielle Eigenheit eine enge Verbundenheit erwarten, aber die fehlt. Eine Freundschaft existiert maximal zu Omai.

So toll die Romanidee herkommt - am Schluss, der mir zu schnell und plötzlich erschien, bleibt nur ein Fazit, das uns spätestens aus "Der Club der toten Dichter" bekannt ist.

Fazit: Eigentlich eine aussergewöhnliche und sehr interessante Romanidee, doch die durchgehende Schwermütigkeit überschattet leider alles.
3 Punkte.