Dienstag, 10. November 2020

Krimi: Die Sünden der Gerechten von Peter Tremayne (Schwester Fidelma 31)

Klappentext:
Irland 671: Als Fidelma und Eadulf in dem kleinen Ort Cloichin eintreffen, wollen die aufgebrachten Dorfbewohner, angeführt vom Priester, gerade einen Mann hängen. Der Wanderarbeiter soll einen wohlhabenden Bauern und dessen Familie ermordet haben. Fidelma rettet den Mann gerade noch vor einem grausamen Tod. Bei ihren Ermittlungen erweist sich die Idylle des Dorfes als trügerisch – die Bewohner scheinen viele dunkle Geheimnisse zu haben. Doch bevor Fidelma herausfindet, ob der Wanderarbeiter wirklich schuldig ist, wird am nächsten Tag seine Leiche entdeckt.



Auf diesen Band war ich sehr gespannt. Nicht nur weil ich dieses Jahr mein zwanzigstes Schwester-Fidelma-Lesejubiläum feiere, sondern auch weil der letzte Band so schwach war und schlechte Laune versprühte. 

Ich nehm es vorweg: "Die Sünden der Gerechten" ist total spannend und gefiel mir ausserordentlich gut. 

Für einmal haben die Ermittlungen so gar nichts Politisches an sich, was sich sehr wohltuend las. Fidelma und Eadulf sind nach einem Anlass auf dem Heimweg und noch zwei Tagesritte von Cashel entfernt. Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit gelangen sie gerade noch rechtzeitig nach Cloichin und können verhindern, dass ein Mann gehängt wird. 

Wer Fidelma kennt, weiss, wie sie auf eigenmächtige und nicht mit dem Gesetz übereinstimmende Vergeltungstaten reagiert. Angeführt von einem Mönch, der denkt, er stehe über Fidelma, sind nicht nur die Dorfbewohner, sondern auch der junge Schultheiss voreingenommen. Eadulf und Fidelma haben es deshalb nicht leicht, besonders da sich am Ende der Mord an der Bauernfamilie als perfider Plan herausstellt. 

Ich konnte diesen historischen Krimi gestern Nacht kaum aus der Hand legen - natürlich musste ich ausgerechnet heute sehr früh aufstehen. Es empfiehlt sich also, ihn an einem Wochenende zu lesen, damit nach einer langen Lesenacht morgens der Wecker nicht klingelt. 

Die 31 Bände wurden bisher - wenn ich richtig gezählt habe - von vier Übersetzern übersetzt. Die ersten zehn Bände wurden von Friedrich Baadke übersetzt, "Tod bei Vollmond" übersetzte Susanne Olivia Zylla. Circa siebzehn Bände tragen die Handschrift von Irmhild und Otto Brandstädter und erst die neueren drei Titel wurden von Bela Wohl ins Deutsche übertragen. Mir ist bei diesem "Mord im Paradies", so der Untertitel im Buchinnern, aufgefallen, dass die aktuelle Übersetzung im Gegensatz zu den älteren Bänden sehr modern daher kommt. 

Dass Peter Tremayne plötzlich seinen Schreibstil änderte, wage ich zu bezweifeln und laste die teilweise sehr zeitgemässe moderne Ausdrucksweise in diesem Band der neuen Übersetzerin an. Es liest sich so natürlich einfacher und bequemer, will in meinen Augen aber nicht recht ins Mittelalter passen. Der Spannung tut die neumodische Sprache aber keinen Abbruch.

Fazit: Enorm fesselnder unpolitischer Fall für Fidelma und Eadulf. 
5 Punkte. 


Reihenfolge: 
Band 1: Nur der Tod bringt Vergebung (= Serienvorstellung)
Band 31: Die Sünden der Gerechten

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