Dienstag, 8. Dezember 2020

Krimi: Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc von Maria Dries (Philippe Lagarde 12)

Klappentext:
Bei Sanierungsarbeiten in einer alten Abtei entdecken die Arbeiter hinter einer Mauer vier Frauenskelette. Bei einer der Leichen wird ein Medaillon gefunden – darin ein Foto von Caroline Vernier, deren Enkelin vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Nachdem ein Privatdetektiv, der den Fall bearbeitet, sich das Leben nimmt, soll Philippe Lagarde die Ermittlungen leiten. Ihm wird der Polizist Jacques Bayrou zur Seite gestellt. Doch der zeigt ein ungewöhnliches Interesse an dem Fall, und bald ist Lagarde nicht mehr sicher, ob er ihm trauen kann.




Totgesagte leben bekanntlich länger. So erging es mir bei dieser Lagarde-Serie, bei der ich nach dem letzten Band dachte, sie würde nicht mehr weitergehen. Doch gefehlt. Ziemlich genau ein Jahr nach dem letzten Fall, der wie ein Serienfinale wirkte, erschien der vorliegende 12. Band.

Philippe Lagarde freut sich gerade auf einige freie Tage mit Odette, wird aber in die Bretagne gerufen. Dort wurden in einer alten Abtei einige Frauenskelette gefunden. Man vermutet, dass es sich dabei die seit einigen Jahren vermissten vier jungen Frauen aus Perros-Guirec handelt. 

In meiner Rezension zu Band 11 hab ich noch geschrieben, dass allen Spuren nachgegangen wird - hier leider nicht. Lagarde und Bayrou, der zuständige Polizist vor Ort, haben zwar gut zu tun, nehmen es aber gemütlich und schlendern auch mal über den Markt. 

Mir brannte es dabei unter den Fingern, denn kurz zuvor hab ich einen Krimi gelesen, in dem selbst beim Autofahren recherchiert und an allen Ecken ermittelt und nachgeforscht wurde. Deshalb konnte ich kaum verstehen, dass die Polizei hier eine langsame Nummer schiebt und nicht allen Spuren nachgeht. 

Unbegreiflich war für mich aber auch, dass dieser Cold Case nicht schon Jahre zuvor gelöst wurde - im Gegensatz zu Band 11 wäre es hier ein leichtes gewesen, das Verschwinden der jungen Mädchen aufzuklären. Der ehemals zuständige Kommissar ist zwar im Ruhestand, wohnt aber dennoch vor Ort, man hätte also auch mit ihm Kontakt aufnehmen können und müssen. 

Der Klappentext stimmt so, wie er da steht, auch nicht wirklich. Zusammen mit der Aussage "den Fall konnte man damals nicht lösen" wirkt "Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc" auf mich zu konstruiert und ein bisschen zu schnell veröffentlicht, obwohl der Krimi sonst eigentlich unterhaltsam ist. 

Fazit: Ein zwar interessanter Fall, der aber zu gemächlich angegangen wird, zudem gibt es Mängel im Plot. Die Autorin kann es auf jeden Fall besser. 
3.5 Punkte. 


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