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Mittwoch, 1. Mai 2019

Spätsommerliebe von Petra Durst-Benning (Maierhofen 4)

Klappentext:
Im Genießerdorf blühte im letzten Sommer nicht nur das Geschäft, sondern auch die Liebe. Magdalena und Christine sind glücklich, doch der Alltag holt sie schnell ein. Der Gastwirt Apostoles bringt Feuer in Magdalenas Leben, aber sie ist von den neuen chaotischen griechischen Verhältnissen überfordert. Auch Christine kann sich nur schwer auf Reinhards Fürsorge einlassen und ihre alten Muster aufgeben. Als sich dann eine Autorin von Liebesromanen in ihre Pension einmietet, knistert regelrecht die Luft in Maierhofen. Sich zu verlieben ist einfach – aber wird es den Maierhofen-Frauen gelingen, ihre Gefühle in den Spätsommer hinüberzuretten?


Ganz so gemütlich ist es gerade nicht mehr im Geniesserdorf Maierhofen. Während die Besucher nach wie vor begeistert sind, schlägt der Alltag bei den bereits bekannten Paaren aus den ersten drei Bänden gnadenlos zu. 

Bei Magdalena und Apostoles läuft es nicht rund. Es kommt soweit, dass Magdalena ihn aus der Wohnung schmeisst, was sie schon am nächsten Morgen bereut, aber den ersten Schritt tun? Fehlanzeige. Auch Apostoles wagt es nicht, doch dann hat er eine Idee, wie er Magdalena zurück gewinnen könnte. 

Vincent bekommt Post von seiner Ex-Freundin aus Kanada, ein gemeinsames Grundstück kann endlich verkauft werden. Doch dazu muss er nach Kanada fliegen um die Verträge zu unterschreiben. Greta ist eifersüchtig. 

Michelle, eine neue Figur, nimmt sich eine Auszeit um einen Roman zu schreiben. So einfach wie sie denkt, ist das nicht. Michelle wohnt bei Christine, die ihre Zeit mit der Pension, der Betreuung einer älteren Nachbarin und Reinhard aufteilen muss und an den Anschlag kommt. Reinhards Hilfe will sie nicht annehmen. 

Die Autorin wollte mit diesem vierten Band aufzeigen, dass das Leben auch nach einem Happyend weitergeht und es weit mehr Arbeit ist, dass die Liebe im Alltag überlebt. Leider scheitert es oft an Kleinigkeiten - aus Liebe wird schnell Kleinkrieg.

Mir kamen die Differenzen zwischen den Paaren zu rasch. Ich verstehe aber den Ansatz, diese zeitlich ziemlich unmittelbar nach dem dritten Band anzusetzen und mag auch die "Der-Alltag-holt-die-Liebe-ein"-Idee. Dennoch habe ich die Charaktere, nach allem was sie schon durchgemacht haben und wie sie in den ersten drei Büchern dargestellt wurden, anders eingeschätzt: bewusster, einsichtiger, nicht so stur - sodass es eben gar nicht so weit gekommen wäre oder zumindest noch nicht so schnell.

Abgesehen davon ist es Petra Durst-Benning gut gelungen, auf wenigen Seiten verschiedene Beziehungskiller anzusprechen. Toll ist, dass die Autorin es trotz den vielen Streitigkeiten schafft, eine heitere Atmosphäre zu bewahren.

Der Roman ist relativ kurz gehalten, dafür gibt es am Ende ganz viele Rezepte. 

Fazit: Aus dem Leben gegriffen - ein netter und unterhaltender Abschluss der Maierhofen-Serie. 
4 Punkte.

Reihenfolge der Maierhofen-Serie:
Band 3: Die Blütensammlerin
Band 4: Spätsommerliebe 

Mittwoch, 13. Februar 2019

Am Anfang des Weges von Petra Durst-Benning (Die Fotografin 1)

Klappentext:
Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen.

Ich weiss noch, wie ich mir nach "Winterwind" wünschte, Autorin Petra Durst-Benning würde einmal Gegenwartsromane schreiben - was sie kurz darauf mit der Maierhofen-Serie auch tat. So schön die Serie ist, trotzdem vermisste ich mit den Jahren ihre historischen, immer toll recherchierten Romane. 

Auch hier ging mein Wunsch in Erfüllung und nun gelang mit der Veröffentlichung ihres neuestes Werkes der Start einer fünfteiligen Saga über eine junge Frau, die sich nicht mit der Zukunft als Pfarrfrau begnügen will.

Mimi, die Heldin der Serie, sieht am Leben ihrer Mutter was auf sie wartet, wenn sie Heinrich heiraten würde. Sie entscheidet sich für das harte Leben als Wanderfotografin, worin Onkel Josef Mimi anfänglich tatkräftig protegiert. Ihre Mutter unterstützt Mimi einerseits, andererseits hegt sie grosse Bedenken. Der Vater scheint Mimi zu vertrauen, von ihm hört man aber nicht viel.

Die ersten Monate sind nicht leicht für Mimi und trotzdem bereut sie ihren Entscheid nicht. Nachdem Mimi durch einen Zufall eine berühmte Person fotografieren kann, floriert das Geschäft und allerorten wird nach ihr gefragt. Da erreicht sie plötzlich eine Nachricht, dass es, ihrem inzwischen im Weberdorf Laichingen sesshaft gewordenen, Onkel Josef schlecht geht. Keine Frage, dass Mimi auf dem Weg zu einem weiteren Auftrag in Laichingen Halt macht. 

Josef geht es gesundheitlich gar nicht gut und braucht jemand der ihn pflegt. Mimi übernimmt vorläufig - denkt sie zumindest. Ihr Aufenthalt verlängert sich immer weiter, wobei Mimi die Gemeinde mit ihrer Art und ihren modernen Ansichten aufwirbelt. Fast schon als Ketzerin verschrien, wird sie von wenigen Bewohnern gemobbt. Andere hingegen sind fasziniert und wollen der weit herum gereisten Mimi glauben.  

Die Szenen in Laichingen machten mich traurig. Denn nur allzu gut hat Petra Durst-Benning das karge Leben der Dorfbewohner, deren Träume und Sorgen sowie die Zukunftsaussichten der Jugendlichen beschrieben. 

Geschickt webt die Autorin in die Einzelschicksale der Menschen viel Wissenswertes mit ein, zum Beispiel der Einblick in die Arbeit eines Fotografen - besonders gelungen sind die Abschnitte über die Bildretusche, quasi Photoshop vor 100 Jahren - wie auch die schwere Arbeit der Weber und die Weiterentwicklung der Stoffbearbeitung. Erneut zeigt sie mehrere Berufszweige auf, die sich nicht nur durch die Industrialisierung weiterentwickeln und lässt uns diese Umwälzungen in ihren Charakteren miterleben. 

Petra Durst-Benning porträtiert wie gewohnt starke Frauen, lässt aber die ganze Gefühlspalette über Eifersucht und Neid, wie auch das Bedauern über eigene, vielleicht vorschnelle Entscheidungen nicht zurück.

Ein wenig enttäuscht war ich, als Mimi - zwar verständlicherweise - immer länger in Laichingen blieb und nicht mehr auf Reisen ging. Ja, ich weiss, das kann sich in den vier weiteren Büchern noch ändern, aber dennoch hätte ich Mimi gerne mehr unterwegs begleitet. Ihr Aufenthalt im Leinenweberdorf dauerte mir zu lange, einiges wiederholte sich schon fast - aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu ungeduldig.

Leider bricht das Buch gefühlt mittendrin ab, ist nicht in sich abgeschlossen, was ich bedauerte. Mir fehlt ein schlüssiger und würdiger Abschluss des ersten Teils dieser Saga. 

Sehr schön fand ich den Bezug zu "Bella Clara", denn Mimi lernt Clara Berg kennen. Wer historische Romane mag und die Jahrhundertwind-Trilogie noch nicht kennt, sollte dringend mal einen Blick darauf werfen. Den frischen Wind aus der Trilogie hat die Autorin auch in "Die Fotografin" mitgenommen und deshalb ich bin gespannt, wie Mimi und die Laichinger sich weiter entwickeln. Insbesondere nimmt mich Wunder, ob sich die Träume von Alexander und Anton erfüllen.  

Fazit: Fesselnder und interessanter Auftakt zu der fünfteiligen Serie über eine Fotografin anfangs des 19. Jahrhunderts. 
4 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Am Anfang des Weges
Band 2: Die Zeit der Entscheidung 
Band 3-5: folgen in den nächsten Jahren 

Mittwoch, 12. April 2017

Die Blütensammlerin von Petra Durst-Benning (Maierhofen 3)

Klappentext:
Nach ihrer Trennung soll Christine entweder aus ihrem Haus ausziehen oder ihren Mann auszahlen. Wer aber gewährt einer Hausfrau Ende vierzig ein Darlehen oder stellt sie ein? Doch die Maierhofener Frauen halten zusammen und helfen Christine, ihr Haus in ein Bed & Breakfast umzuwandeln. Und sie wird Single-Wochenenden ausrichten, an denen man nicht nur das Landleben, sondern auch neue Menschen kennenlernt. Sogar Marketingexpertin Greta ist begeistert: Im Juni findet doch der große Kochwettbewerb statt – und wie wäre es, wenn Christine ein Team zusammenstellte, das daran teilnimmt? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden.



Unsere Maierhofener haben im dritten Teil nur die Nebenrollen inne. Ausser Christine. Um sie geht es hauptsächlich in "Die Blütensammlerin". 

Christine hat keine Ausbildung und nach der Ehe mit Herbert ist auch kein Rest Selbstwertgefühl mehr vorhanden. Verlassen vom Mann und den beiden Töchtern und nur alleine mit ihren Hunden fühlt sie sich nutzlos. Herbert triezt sie immer mehr, nun will er ihr sogar das Haus wegnehmen. Zusammen mit ihren Freundinnen kommt sie auf die Idee, ihre Zimmer rechtzeitig zum Zeitpunkt des Kochwettbewerbs als Bed & Breakfast anzubieten. 

Bald darauf beherbergt Christine eine Gruppe Singles im besten Alter, die als Team an einem Kochwettbewerb teilnehmen sollen. Jeder bringt seine Geschichte mit, aber nicht jeder ist bereit etwas in seinem Leben zu ändern, obwohl alle noch Wünsche ans Leben haben. Bis all die Einzelpersonen sich als Team zusammenfinden, ziehen einige Tage ins Lande.

Die achtköpfige Gruppe ist vielfältig und besteht aus Christines geschiedener Schwester Erika, ihrem Nachbarn Reinhard, dem Schweizer Renzo, Krankenschwester Luise, dem griechischen Wirt Apostoles, der unzufriedenen und frühpensionierten Bankangestellten Viktoria, Forstwirt Willi und der Feinkosthändlerin Noelle.

Alle machen aus einem bestimmten Grund am Wettbewerb mit, einige hoffen auf eine neue Liebe, andere wollen nur ausspannen vom Job, doch eine Veränderung steht bei fast allen an. Veränderung und neue Liebe sind somit die zentralen Themen des Buches: neu beginnen kann man jederzeit, man muss es nur wagen. Es wird unter anderem auch die schwierige Partnersuche auf Internetportalen und diverse andere Hindernisse für ein allfälliges neues Lebensglück angesprochen. Und dabei merkt man, dass Petra Durst-Benning sich wie immer intensiv mit der Gefühlswelt ihrer Figuren auseinandergesetzt hat. Folglich kommen sie sehr lebensecht und glaubhaft beim Leser an. 

Die bunt gemischte Truppe hält sich nicht nur in Christines Haus und Garten auf, sondern unternimmt einige Ausflüge in die Umgebung und einzelne schauen sich in Maierhofen um. So erlebt der Leser zwar kurz, aber doch noch die eine oder andere Begegnung mit altbekannten Maierhofener. Nur bei Magdalena in der Bäckerei ist man öfters zu Gast. 

Besser noch als "Das Weihnachtsdorf" kann dieser dritte Teil unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Das Cover ist schön und passend. Auch in "Die Blütensammlerin" finden sich im Anhang Rezepte zum Nachmachen. Dieses Mal sind es Rezepte für Liköre, Sirups und Bowlen.

Fazit: Leben, lieben und lieben lassen - ein schöner Frühlingsroman und gelungener dritter Teil der Maierhofen-Reihe. 
4 Punkte.


Reihenfolge der Maierhofen-Serie:
Band 3: Die Blütensammlerin
Band 4: Spätsommerliebe


Samstag, 10. Dezember 2016

TV-Tipp: Die Glasbläserin von Petra Durst-Benning

Passend auf die Adventszeit wurde der Roman "Die Glasbläserin" von Petra Durst-Benning verfilmt. Gestern Abend lief der Film bereits auf Arte, am kommenden Montag, 12.12.2016, auf ZDF um 20:15 Uhr. 




"Die Glasbläserin" ist der erste Teil einer Trilogie, bei der mir der erste Teil weitaus am besten gefallen hat. Als der erfolgreiche Glasbläser Joost Steinmann stirbt, sind seine drei Töchter auf sich alleine gestellt. Sie wollen den Betrieb weiterführen, auch wenn das in Lauscha anno 1890 Frauen nicht erlaubt war. So gehen sie Anstellungsverhältnisse ein, bei denen keine glücklich wird und bald nehmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand. 







Das Buch wurde nicht eins-zu-eins verfilmt, angedeutet wird dies schon mal, dass nur zwei der drei Schwestern aufgeführt werden. Gespielt werden Marie und Johanna von den Schauspielerinnen Luise Heyer und Maria Ehrich. Ob die dritte Schwester, Ruth, gar nicht vorkommt oder nur in einer Nebenrolle, werden wir ja dann sehen. Ich bin Verfilmungen von Büchern ja immer ein wenig skeptisch gegenüber eingestellt, so auch hier - wohl gerade weil mir das Buch extrem gut gefallen hat. So bin ich sehr gespannt auf den Film, den ich mir leider am Montag nicht anschauen kann, dafür aber aufnehme. 


Wer noch Weihnachtsgeschenke sucht: das Buch ist absolut empfehlenswert! Und die Verfilmung ist bereits als DVD erhältlich. Legt sie doch euren Tanten, Gottis, Müttern etc. unter den Christbaum, vielleicht dekoriert mit einer schönen handgeblasenen Christbaumkugel? 

Wer sich für die Kunst der Christbaumkugeln interessiert, darf sich das Buch nicht entgehen lassen! Und den Film natürlich auch nicht 😀 
Und wem dazu noch das passende Getränkt fehlt, dem sei das Lieblingsrezept der Autorin Petra Durst-Benning zu empfehlen:


Viel Spass beim Film schauen, Buch lesen und Glühwein trinken! 

Sonntag, 13. Dezember 2015

Jahrhundertwind-Trilogie Teil 3: Bella Clara von Petra Durst-Benning

Klappentext:
1906: Clara Gropius kann die Herrschsucht ihres Mannes nicht mehr ertragen und lässt sich scheiden. Sie verliert alles, vor allem das Sorgerecht für ihre Kinder. Mittellos versucht sie, an ihre Ausbildung in der Apotheke ihrer Eltern anzuknüpfen. Doch als geschiedene Frau ist sie ein Skandal. Niemand will sie einstellen, sie wird wie eine Ausgestossene behandelt. Nur ihre Freundinnen Josephine und Isabelle stehen wir bei. Und tapfer hält Clara an ihren Träumen fest, sie zieht an den Bodensee und baut sich dort ein neues Leben auf. Mit einer selbstgemachten Creme beginnt es, ihre Schönheitsrezepte finden grossen Anklang, schliesslich revolutioniert Claras Naturkosmetik die Gewohnheiten ihrer Kundinnen. Aber zu keinem Zeitpunkt trösten Erfolg, Ruhm und die Aufmerksamkeit der Männer sie über den grossen Verlust in ihrem Leben hinweg. Clara sehnt sich nach ihren Kindern. 

Dieser dritte Teil der Jahrhundertwind-Trilogie erschien bereits im März 2015. Obwohl ich nach Beenden des zweiten Teils "Die Champagnerkönigin" kaum erwarten konnte Band 3 zu lesen, lag er nach Erscheinen nun fast neun Monate bei mir auf dem SUB. Als ob ich etwas geahnt hätte...

Wer die ersten beiden Teile (zu Teil 1 "Solang die Welt noch schläft" hier entlang) gelesen hat, weiss, dass Clara unter ihrem Ehemann litt. Nun hält sie es nicht mehr aus und lässt sich unter einem Vorwand scheiden. Ob der so wirklich nötig war oder sie einfach einen schlechten Anwalt hatte - wer weiss. Jedenfalls entscheidet der Richter zu ihren Ungunsten. Auch das Wenige, das ihr noch zusteht, bekommt sie nicht - Gerhard Gropius weiss es zu verhindern. Auch hier hätte ich mehr von Claras Anwalt erhofft

Nun muss sich Clara ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und weil sie in Berlin keine Chance auf eine Arbeitsstelle hat, zieht sie nach Meersburg an den Bodensee und kann im Hotel von Lilo, Josefines Freundin, mitarbeiten. Claras Herz schlägt für die Kosmetikherstellung und so hat sie schon bald, eigentlich ganz modern, zwei Arbeitstellen: im Hotel und als Mithilfe bei einem Apotheker. Bald bekommt sie die Chance sich selbstständig zu machen, denn ihre Cremes verkaufen sich sehr gut. Clara hat viele Ideen, die sie gerne umsetzen möchte - mit Hilfe ihrer neu gewonnenen Freude erschafft sie sich viel und die Ideen gehen ihr trotzdem nicht aus. Doch leider gerät sie bald an einen schlechten Freund und der scheint alles zu zerstören.

Der Roman beginnt gut und so, dass ich ihn kaum weglegen mochte. Doch dann tauchen plötzlich Personen auf, bei denen man schon beim ersten Lesen spürt, dass die sehr negativ behaftet sind und früher oder später einige Schwierigkeiten in Claras Leben anrichten werden. Ja, und genau von diesem Augenblick an hatte ich keine Lust mehr weiterzulesen. 

Ausgelesen hab ich dennoch, aber die Lust am Buch war mir vergangen. Wenn Clara irgendwann einen gewissen Stefano kennengelernt hätte und seine Geschichte in Rückblicken eingestreut gewesen wäre, wäre der Roman für mich weitaus spannender gewesen. Mir wurde viel zu viel vorweggenommen, auch wenn ich zuerst noch nicht ganz wusste, wie es umgesetzt wird und sobald ich es wusste, dachte ich nur noch "Mensch Clara, wach auf!". Nicht mal die Bedenken ihrer Freundinnen Isabelle und Josefine hat sie ernst genommen. Sofern war Clara leider nicht nur sehr innovativ, sondern doch auch ein grosses Stück naiv, was ich ihr mit ihrer neuen Selbstständigkeit nicht mehr zutraute. Ihr späteres Durchgreifen war mir zu wenig. Auch schien mir die Zukunft ihres Ex-Ehemannes Gerhard Gropius nicht sehr glaubhaft. 

Schade um das "Vorwegnehmen", denn der Schreibstil ist wie immer bei Petra Durst-Benning sehr gut und auch ihre Themenwahl in diesem Band - der Umgang mit neuen Errungenschaften wie Autos, Telefone, Fotoapparate und natürlich auch die Kosmetik, und allgemein die langsam auftauchende Mündigkeit der Frauen dazumals - ist hervorragend und stimmig umgesetzt. 

Der Autorin gelingt es auch in diesem Band, dass der Leser den Jahrhundertwind deutlich spürt. Vor allem die Kosmetik-Thematik von "Bella Clara" fand ich als "Selberrührerin" und Seifensiederin interessant. Der Schauplatz wurde lebensnah dargestellt und macht Lust auf einen Ausflug nach Meersburg. Eigentlich ein schöner Roman, wäre da nur nicht die verhängnisvolle Geschichte gewesen.

Fazit: Alles in allem gesehen eine fantastische Trilogie, doch "Bella Clara" ist darin der schwächste Teil. Weil für mich nach circa einem Drittel schon zu viel vorweggenommen wurde und meine Leselust deutlich schwand, gibt es von mir für Band 3 nur 3.5 Punkte. 

Trilogie-Fazit: 
Vieles was heute so selbstverständlich für uns ist, war vor rund 115 Jahren noch verboten oder gab es noch gar nicht. Die vollständige Jahrhundert-Trilogie ist deshalb ein toller dreiteiliger "Zeitzeugen"-Roman. Für alle, die sich für das Leben der Frauen und den Fortschritt rund um die Jahrhundertwende interessieren, und dies in einer unterhaltenden Romanform geniessen wollen, seien die drei Bücher absolut empfohlen. 


Reihenfolge:
Band 3: Bella Clara

Sonntag, 18. Oktober 2015

Kräuter der Provinz von Petra Durst-Benning (Maierhofen 1)

Klappentext:
Bürgermeisterin Therese liebt ihre schwäbische Heimat - Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Therese krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen - seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Geniesserdorf entstehen zu lassen - einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist!



"An dem der echte Geschmack King ist!" - wer auch immer diesen Text geschrieben hat, der "King" passt nun wahrlich nicht zu dieser netten Geschichte, die Petra Durst-Benning für einmal komplett in der Gegenwart spielen lässt. Die Autorin ist ja sonst wohlbekannt für ihre spannenden historischen Romane. Nach dem Lesen ihrer Kurzgeschichten-Sammlung "Winterwind" hab ich mir gewünscht, dass sie auch mal ein Buch ganz in der Gegenwart handeln lässt. Und nicht ganz ein Jahr später ging mein Wunsch auch schon mit dem vorliegenden Roman "Kräuter der Provinz" in Erfüllung! 

Träume sind zum Teilen da, so der Grundtenor der Geschichte. Doch zuerst muss ein Traum erst mal her. 

Therese, Bürgermeisterin und Restaurantbesitzerin, muss wegen ihrer Krankheit in die Klinik. Aber sie möchte nicht, dass jemand davon erfährt. Gleichzeitig hofft sie, dass wieder mehr Leben in ihr Dorf kommt und so spinnt sie sich eine gewagte Idee zusammen. Sie lockt ihre Cousine Greta, eine preisgekrönte Werbefachfrau, unter falschen Versprechungen nach Maierhofen. Diese ist anfangs von dem "Kuhdorf" nicht sehr begeistert, doch nach und nach spürt sie wie ihr das entschleunigte Landleben gut tut. Zusammen mit Therese und deren Freundin Christine gelingt es Greta die Dorfbewohner zur Aktion "Rettet und verschönert Maierhofen" zu bewegen. Anfangs zögerlich, doch dann spriessen die Ideen der Einwohner. Und sie merken: zusammen können wir vieles erreichen. Auch wenn der Weg zum Ziel lang und manchmal entbehrungsreich sein kann. Und nicht von allen verstanden wird.

Viele unterschiedliche Charaktere treten auf: Zum Beispiel Christines Mann, dem es nicht passt, dass seine Frau plötzlich aufblüht und nicht mehr so oft zuhause ist und sich nur um ihn kümmert. Sam, der Koch von Therese's Restaurant, der irgendwas zu verstecken hat. Roswitha, die zu ihren alten senilen Eltern schaut und gleichzeitig alleine den grossen Bauernhof betreibt. Magdalena, die Bäckerin, die seit über 10 Jahren kein Wort mehr mit ihrer Tochter Jessy geredet hat. Jessy, die seit zwei Jahren wieder in Maierhofen wohnt und Kräuterliköre herstellt. Madara, die Sennerin, von der niemand genau weiss, wieso sie sich hier im Dorf niedergelassen hat. Vincent, der schöne Zimmermann. Metzgersohn Edy, der sich erst nach und nach traut sich seinen Eltern gegenüber zu öffnen. Es ist schön, von ihnen zu lesen und die Figuren während einem wichtigen Zeitpunkt ihrer Leben zu begleiten. 

Der Roman passt hervorragend in die heutige Zeit, wo überall alles immer schneller, besser, spezieller sein muss. Das Buch soll die Leser ermutigen ihr Leben zu entschleunigen und gleichzeitig seine Träume zu leben. Auch ist es ein Aufruf, die Gaben der Natur wieder mehr zu nutzen. Man spürt, wie wichtig der Autorin dieses Anliegen ist.  

Am Schluss des Buches sind viele Rezepte aufgeschrieben, von denen im Roman die Rede ist. Angeregt dadurch hab ich meine Balkonkräuter Ende Herbst gleich zu einem Kräutersalz verarbeitet. 

Fazit: Eine gemütliche, unterhaltende Geschichte über Träume, Freundschaften, Natur und Landliebe.  
4 Punkte. 

Reihenfolge der Maierhofen-Serie:
Band 3: Die Blütensammlerin
Band 4: Spätsommerliebe

Montag, 5. Oktober 2015

Montagsfrage 05.10.2015


Welches Buch hast du zuletzt gekauft, weil du es unbedingt lesen wolltest und immer noch nicht gelesen?

Hach, gute Frage! Fiese Frage!

Mir kommt da vor allem eines in den Sinn: "Bella Clara" von Petra Durst-Benning. 

Es ist Teil 3 ihrer Jahrhundertwind-Trilogie (Teil 1: Solang die Welt noch schläft / Teil 2: Die Champagnerkönigin) und ich freute mich sehr auf das Erscheinen im März. Und nun ist bereits Oktober! 

Keine Ahnung wieso ich es noch nicht gelesen habe - ist es, weil ich es nicht auf dem Kindle habe und den Sommer hindurch lieber auf dem Kindle als auf dem iPad lese? Oder weil ich historische Romane lieber im Winter lese? Immerhin habe ich im September der ganz neue Roman "Kräuter der Provinz" derselben Autorin sofort gelesen. 

"Bella Clara" möchte ich auf jeden Fall bis Ende November lesen! Ihr werdet es hier mitbekommen, wann es soweit war :-)

Sonntag, 14. Dezember 2014

Winterwind von Petra Durst-Benning

Klappentext
:
Aufbruch und Neubeginn – darum geht es in den sechs stimmungsvollen neuen Geschichten von Petra Durst-Benning. In der Winter- und Weihnachtszeit erfahren ihre beliebtesten Heldinnen und Helden, was es bedeutet, Altes hinter sich zu lassen und Neues zu wagen. Ob die Silhouettenschneiderin Margarete am Stuttgarter Hof oder die Erben der Glasbläserin in Thüringen: Sie alle erleben jetzt besondere Momente voller Spannung, Fröhlichkeit und starker Gefühle.




Eine schöne Idee: Protagonisten oder deren Nachfahren aus Frau Durst-Bennings historischen Romanen treten nochmals auf (Die Salzbaronin / Die Liebe des Kartographen / Die Glasbläserin / Die Zuckerbäckerin / Die Samenhändlerin / Antonias Wille) - sechs Kurzgeschichten, gesammelt im Buch "Winterwind". Das Cover lässt erahnen, dass alle diese Geschichten im Winter spielen, manche davon um die Weihnachtszeit herum. 

Auch wenn man die Bücher der Autorin bisher nicht (oder noch nicht vollständig) kennt, so bekommt man spätestens beim Lesen dieser Kurzgeschichten Lust ihre Romane zu lesen. 

Ich kann gar nicht sagen, welche der Geschichten mir am besten gefallen hat, denn sie waren alle schön und machen Lust auf mehr. Was ich aber weiss ist, dass ich im nächsten Jahr auf jeden Fall "Die Zuckerbäckerin" lesen möchte, da mir der Königshof in Stuttgart bisher unbekannt ist. 

Auch bei den moderneren Geschichten wie "Das Glitzern im Wald" und "Entscheidung zwischen den Jahren" würde ich gerne weiterlesen - sie lesen sich wie Prologe von neuen Romanen. 

Wer für Freundinnen, Mütter, Tanten, Grossmütter, etc. noch ein schönes Geschenk auf Weihnachten sucht, wird mit diesem Buch sicher richtig liegen. 


Fazit: Ich glaube es enttäuscht so schnell niemanden! 
5 Punkte.



Montag, 16. Dezember 2013

Jahrhundertwind-Trilogie Teil 2: Die Champagnerkönigin von Petra Durst-Benning

Klappentext: 
Isabelle hat gegen den Willen ihrer Eltern den attraktiven Leon Feininger geheiratet. Sie geht mit ihm in die Champagne, wo er ein Weingut geerbt hat. Isabelle ist verzaubert von der einzigartigen Landschaft und der Verheissung eines neuen Lebens. Der schöne Schein trügt jedoch, eine erfolgreiche Rivalin wartet nur darauf, sich das vernachlässigte Weingut einverleiben zu können. Für Isabelle beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Und zum ersten Mal im Leben erkennt sie, dass es Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt.




Im zweiten Teil der Jahrhundertwind-Trilogie spielt Isabelle die Hauptrolle. Ihre Erziehung baute darauf auf, dass sie dereinst standesgemäss verheiratet wird. Doch nun heiratet sie heimlich Leon und geht mit in seine Heimat, in die Pfalz. Dort erwartet sie "nur" ein einfacher Bauernhof. Isabelle fühlt sich fehl am Platz, sie kann ja nicht einmal kochen. 

Aber dann erbt Leon ein Weingut in der Champagne und sie ziehen nach Frankreich. Isabelle gefällt die Gegend, sie fühlt sich Zuhause, doch bald merkt sie, dass das Weingut vernachlässigt wurde. Sie beginnt sich für die Champagnerherstellung zu interessieren und lernt alles darüber. 

Aber alles kommt anders, als das Schicksal zuschlägt. Ob ihr Traum, den besten Champagner für den Jahrhundertwechsel 1899/1900 zu kreieren, sich doch erfüllt? 

Die Rahmenhandlung des Buches ist ganz dem Weinanbau und der Champagnerherstellung gewidmet. Nun weiss ich, woher der Champagner "Veuve Cliquot" seinen Namen her hat! Auch wenn ich früher bei Verwandten im Weinberg selbst "Wimmeln" (Trauben lesen) gegangen bin und wir zuhause selbst "Suuser" hergestellt haben, hab ich doch viel Neues dazu gelernt. 

Aber nicht nur die Rahmenhandlung, sondern auch die Geschichte um Isabelle - die durch die Hilfe von Clara Kochen lernen muss - ist spannend. Einzig am Schluss bleibt mir noch zu viel offen - wie wird sich Raymond verhalten?

Vielleicht erfahren wir es im dritten Teil der Trilogie, die leider erst 2015 erscheinen wird. Im dritten Teil wird Clara die Hauptrolle haben. Ja, da bin ich auch sehr gespannt, ob sie ihr Leben gänzlich umkrempeln wird.

Fazit: 
Die beiden bisherigen Bücher der Jahrhundertwind-Trilogie sind beide sehr spannend und leicht zu lesen. Beide sind sehr unterschiedlichen Themen gewidmet und man kann erahnen, welches Thema im dritten Teil behandelt wird. Mir gefielen die beiden Bücher viel besser als Teil 2 und 3 der Glasbläser-Trilogie, weil hier nie Leselangeweile aufkommt.
4.5 Punkte

Reihenfolge:
Band 3: Bella Clara 

Freitag, 13. Dezember 2013

Jahrhundertwind-Trilogie Teil 1: Solang die Welt noch schläft von Petra Durst-Benning

Klappentext: 
Eine Gesellschaft, in der Männer die Zukunft bestimmen und Frauen gefälligst die Pedale einer Nähmaschine und nicht die eines Fahrrads zu treten haben. Doch der Jahrhundertwind fegt durch die Strassen und flüstert verheissungsvoll von Aufbruch und Abenteuer. Drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können: Josefine, die Tochter eines Hufschmieds bricht in die Männerdomäne des Radfahrens ein und wird bitter dafür bestraft. Die brave Apothekertochter Clara will endlich frei sein von der Tyrannei ihrer Eltern. Und die Fabrikantentochter Isabelle sehnt sich nach der grossen Liebe. Die Konventionen der Kaiserzeit, Standesdünkel und Vorurteile machen den jungen Frauen das Leben scher: Doch der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit ist unbezähmbar. Mutig macht sich das Freundinnentrio auf seinen Weg in eine neue, bessere Zukunft.  

Der erste Teil der Trilogie, das Buch "Solang die Welt noch schläft", beginnt an an einem sehr ungewöhnlichen Ort - und schon ist man mitten drin in der Geschichte, die um 1890 in Berlin beginnt. 

Die drei Protagonistinnen sind gute Freundinnen und doch sehr unterschiedlich: 
Clara träumt vom Heiraten; Isabelle dagegen will Velofahren und nicht heiraten, bzw. zumindest nicht denjenigen, den ihre Eltern vorgesehen haben; Josefine träumt vom Velofahren und von Velos reparieren. 

In diesem Buch geht es hauptsächlich um Josefine, die auf einer Kur im Schwarzwald Velofahren lernt und seitdem "angefressen" ist davon. Unvorstellbar für uns heute, dass vor 120 Jahren Velofahren im Allgemeinen und im Besonderen für Frauen als unschicklich und äusserst schädlich angesehen wurde und teilweise sogar verboten war. 

Deshalb suchen die Freundinnen nach Mitteln und Wegen um ihre Träume trotzdem zu verwirklichen: wie zum Beispiel eine Velofahrt morgens um 5 Uhr, eben "Solang die Welt noch schläft". Oder am Ende des Buches Josefines und Isabellas Teilnahme an einem Velorennen in Dänemark. Dazwischen passiert ganz viel, es bleibt von der ersten bis zur letzten Seite extrem spannend. 

Wie immer möchte ich auch nicht zu viel verraten. Ich selbst mag zu ausführliche Rezensionen, die die jeweilige Handlung verraten gar nicht; meine Rezensionen sollen "gluschtig" machen auf das Buch und keine Zusammenfassung liefern. Deshalb verrate ich nur soviel: Josefines Träume werden sich auf die eine oder andere Weise erfüllen. 

Fazit: Das Buch überzeugt. Wir begleiten lesend das Leben von drei jungen Frauen, und erfahren viel über die Historie des Velofahrens - etwas, was für uns heute normal und alltäglich ist, aber vor noch nicht allzu langer Zeit sehr suspekt war. Top! 
5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Solang die Welt noch schläft
Band 2: Die Champagnerkönigin
Band 3: Bella Clara

Dienstag, 10. Dezember 2013

Die Glasbläserin - Trilogie von Petra Durst-Benning

Klappentext: 

Lauscha, ein kleines Glasbläserdorf im Thüringer Wald im Jahr 1890: Der Glasbläser Joost Steinmann stirbt, und die drei Töchter Johanna, Marie und Ruth stehen völlig mittellos da. Als ein amerikanischer Geschäftsmann auf die schönen gläsernen Christbaumkugeln aus Lauscha aufmerksam wird, gibt er eine Grossbestellung in Auftrag. Die couragierte Marie wittert ihre Chance und bricht mit allen Regeln: Sie wagt es, als erste Frau kunstvolle Christbaumkugeln zu kreieren.
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Marie und Wanda - zwei Frauen, zwei Schicksale und die alte Erkenntnis, dass Glück und Glas zerbrechlich sind: Inmitten gesellschaftlicher Umbrüche und Neuanfänge versuchen Marie aus dem Thüringischen Lauscha und ihre junge Nichte Wanda, ihr persönliches Glück zu finden - und vor allem zu behalten.
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Glück und Glas sind zerbrechlich. Das erlebt die junge Wanda am eigenen Leib, als sie 1911 zu ihrer Glasbläserfamilie in den Thüringer Wald zurückkehrt: Das gläserne Paradies ist in Gefahr, denn eine der wichtigsten Hütten soll verkauft werden. Wanda versucht mit allen Mitteln zu helfen…..


Mit dieser Trilogie ist der Autorin ein toller Einblick in ein mittlerweile eher seltenes Handwerk gelungen. 

"Die Glasbläserin", der erste Band, erzählt davon wie Marie - entgegen den damaligen Gepflogenheiten - beginnt Glas zu blasen und malen. Die Geschichte von Marie und ihren Schwestern wird sehr fesselnd erzählt, man sitzt dabei in der Werkstatt und bekommt Freud und Leid hautnah mit. Ein ganz toller Roman und passend zur jetzigen Adventszeit. 

So war ich extrem gespannt auf den zweiten Band "Die Amerikanerin": Marie besucht ihre Schwester Ruth in New York. Mit dieser Reise möchte Marie wieder inspiriert werden für ihre Arbeit und ihre Schaffenskrise überwinden. In 2/3 des Buches wird nun lediglich erzählt wie Marie mit ihrer Nichte Wanda New York anschaut und keinerlei kreative Anwandlungen hat. Irgendwann verliebt sie sich in den Italiener Franco. Seine Familie ist in illegale Geschäfte verwickelt. Marie weiss davon nichts und heiratet ihn, da sie schwanger ist. Jetzt kommt endlich Spannung ins Buch: Marie und Franco fahren zuerst ins Tessin und dann zu ihm nach Italien. Wanda fährt nach Lauscha um ihre Familie kennenzulernen. Als sie und Johanna lange nichts von Marie hören, macht sich Wanda auf den Weg zu Marie nach Genua. Und bald darauf ist das Buch auch schon zu Ende, es endet eher tragisch. 

In "Das gläserne Paradies", dem dritten Band, dreht sich alles um Wanda. Bitte, bitte, lest den Prolog des Buches nicht! Im Prolog wird leider verraten, was nach etwa 3/4 des Buches geschieht. Das Lesen macht keinen Spass und ist langweilig, weil man ja weiss was passiert. So ist leider nur das letzte Viertel im Buch fesselnd. 

Ohne Prolog wäre das Buch sehr gut, denn man wüsste ja nicht was passieren wird, doch der Prolog nimmt die ganze Leselust und die Spannung raus. Sehr schade und schlecht durchdacht von der Autorin. 

Fazit:
Es macht schon Sinn, alle drei Bücher zu lesen. Doch das Erste, "die Glasbläserin" ist mit Abstand das Beste! Extrem fesselnd. Wer für die Adventszeit ein gutes Buch sucht, dem sei dies empfohlen. Jeder der das Buch liest, wird in Zukunft Christbaumkugeln anders betrachten.

"Die Glasbläserin" = 5 Punkte
"Die Amerikanerin" = 3.5 Punkte
"Das gläserne Paradies" = 3.5 Punkte

PS: Leider hat derjenige, der für das neue Buchcover verantwortlich ist, das Buch nicht gelesen. Weil wenn er es gelesen hätte, wüsste er, dass es im Buch nicht um Weingläser geht wie das Cover weismachen will, sondern um Christbaumkugeln. Völlig unverständlich...