Montag, 1. Oktober 2018

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Klappentext:
Alles beginnt mit einer Zeitungsannonce: »Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.« Die Worte scheinen Cathy förmlich anzuziehen, als sie nach einer neuen Bleibe sucht. Denn im England des Jahres 1906 ist eine alleinstehende junge Frau wie sie nirgendwo willkommen, zumal nicht, wenn sie schwanger ist – und so macht Cathy sich auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, die strammstehen, wenn jemand vorübergeht, riesige Bäume aus Pappmaché und fröhlich umherflatternde Vögel aus Pfeifenreinigern. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben. Doch bald wetteifern Papa Jacks Söhne, die rivalisierenden Brüder Kaspar und Emil, um Cathys Zuneigung. Und als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Familie auseinander reißt, scheint das Emporium langsam aber sicher seinen Zauber zu verlieren.



Wenn man genau hinschaut, an der Ecke zwischen der New Bond Street und Avery Row, kann man sich hier eine Gasse vorstellen, so wie ein paar Meter weiter vorne es immer noch eine gibt. Hier, wo heute nur noch das Iron Duke Pub an die Iron Duke Meows erinnert, steht im Roman von Robert Dinsdale das Emporium von Papa Jack - ein Spielzeugladen wie er wohl nur im Buche steht.

Denn was da im Innern von Papa Jack abgeht, lässt sich schwerlich vollständig beschreiben: Patchworkhunde, die herumlaufen; geschnitzte Ballerinen; Papiervögel, die von Baum zu Baum fliegen; Spielzeugsoldaten, bei deren Anblick die Augen und Herzen der kleinen Jungs gross werden.

So sind auch die Holzsoldaten die heimlichen Protagonisten des Romans, zumindest der rote Faden. Geschnitzt werden sie von einem der Godman-Söhne. Als ob das alles ist, was Emil kann - so jedenfalls fühlt er sich. Ständig unterlegen und ständig in Konkurrenz zu seinem älteren Bruder Kaspar. Der Rivale lässt aber auch gar nichts aus, seinem jüngeren Bruder das immer wieder auf die Nase zu binden: was Kaspar alles geschaffen hat, wie viel magischer seine Ideen und Bauten sind. Ihr Vater Jekab bekommt von alledem kaum was mit, er verbringt seine Zeit in seiner Werkstatt und kommt höchstens zum Essen raus. 

Was in London so vor sich hingeht, bekommt keiner der Bewohner des Emporiums mit, seit Jahren haben sie es nicht mehr verlassen. Wenig glaubhaft, aber so weltfremd wie sie manchmal sind, doch verständlich. In diesen kleinen Kosmos kommt die 16jährige Cathy, nicht wissend, dass sie hier ihr restliches Leben verbringen wird. Beide Godman-Brüder buhlen um sie, und sie lässt es geschehen. Dass Cathy, wie auch Vater Jekab, den Brüdern in ihrer Rivalität nicht Einhalt geboten hat, muss ich stark bemängeln. Sie bleibt diesbezüglich blass, sie hätte den Frieden in der Hand gehabt, wäre sie stärker aufgetreten - was sie auf den ersten Seiten ja ganz gut konnte.  

Das Buch liest sich somit wie Krieg und Frieden zwischen kleinen Jungs (die hier mit 18 Jahren aber schon erwachsen sind), die sich ständig kompetitiv verhalten. Wer baut das bessere Spielzeug, wer erbt den Laden? Welches Spielzeug ist wertvoller, spezieller und wird öfters verkauft? Wer bekommt Cathy? Dies in einem angeblich magischen Umfeld, in einem Laden, der nur vom ersten Frost Anfang November bis zum ersten erblühten Schneeglöckchen im Januar seine Pforten geöffnet hat und seine Kunden verzaubern will.

So sehr ich mich bemühte, ich konnte mir die viel zu vielen geheimnisvollen Highlights im Geschäft nicht vorstellen. Der ewige Streit nervte mich zusehends, von den Charakteren mochte ich keinen. Ausser vielleicht Patchworkhund Sirius, aber der zählt ja wohl nicht. Dazu war mir zu viel Krieg im Raum - in echt (der 1. Weltkrieg), im Laden und zwischen den Brüdern. Fast hätte ich abgebrochen, ich war mehrmals kurz davor, aber dann wollte ich doch wissen, wie der Autor seine etwas zu fantasievolle Geschichte beendet.

Ich empfand sie als nicht magisch, enorm trübsinnig, langatmig und irgendwie auch ziemlich langweilig. Die ersten paar Kapitel, bis das Emporium im Januar zum ersten Mal schliesst, waren sehr gut, danach entwickelt sich die Geschichte mehr in ein Desaster. Vielleicht mögen Männer den Roman mehr als Frauen. Wer wie ich nichts mit Spielzeugsoldaten und Kriegsspielen anfangen kann, sollte das Buch besser nicht lesen. 

Es ist mehr eine Fabel, ein modernes Märchen mit vielen Parabeln, in denen die Spielzeugmacher als Götter dargestellt werden. Am Schluss bleibt die Frage welche Geschichte der Autor erzählen wollte. Ein Buch über den Zauber der Kindheit oder ein Ort der Wunder, wie der Autor im Nachwort erzählt, ist es mit Sicherheit nicht.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Roman über zwei rivalisierende Brüder, Spielzeugsoldaten, über Krieg und Frieden. Irgendwie speziell, aber so gar nicht überzeugend. 
3 Punkte.



Donnerstag, 27. September 2018

Krimi: Lebensgefährlich schön von Rebecca Michéle (Sandra Flemming 2)

Klappentext: 
Sandra Flemming, Managerin des Higher Barton Romantic Hotel, hat alle Hände voll zu tun, da ihr Hotel Austragungsort der Wahl zur Miss South England ist. Während die Kandidatinnen sich auf die Veranstaltung vorbereiten, verschwindet die Organisatorin Sheila Branson, selbst einst erfolgreiches Model. Sechs Meilen von der Küste entfernt wird sie tot auf einem Friedhof gefunden. Todesursache: Ertrinken. Und ihren Lungen sind mit Salzwasser gefüllt. Bald gesteht ein junger Mann aus dem Dorf den Mord, doch kann er die Umstände nicht erklären. Nachdem auch noch ein weiterer Organisator der Veranstaltung tot aufgefunden wird, wagt Sandra Flemming den Blick hinter die Fassade der Welt der Schönen. Sie beginnt nachzuforschen, was sich nicht immer als ungefährlich erweist.

Nach ihrem turbulenten Einstand im Higher Barton Romantic Hotel hat sich Sandras Leben beruhigt und auch im Hotel läuft alles rund. In den kommenden Tagen wird das Hotel sogar nur für das Team einer Misswahl geöffnet sein. Der Koch reklamiert zwar, dass er nur Gemüse vorsetzen soll und nicht "richtig" kochen darf, aber alles in allem wäre die im TV übertragene Wahl für das Hotel eine gute Visitenkarte und Werbung für neue Kundschaft.

Doch dann wird die Chefin der Misswahl, Sheila Branson, ermordet aufgefunden. Um die überhebliche Zicke trauert niemand, mussten doch alle ihre Launen ertragen. Seien es ihre beiden Mitorganisatoren, die Kandidatinnen oder gar ihre Tochter Amber, die von Sheila behandelt wurde, als ob sie eine dumme Angestellte sei und nicht ihr Kind. 

Hotelchefin Sandra meisterte den Umgang mit Sheila professionell, sie machte sich mehr Gedanken um ihre nächtlichen Beobachtungen - sie sah Personen, die nachts heimlich aus oder ins Hotel schleichen. Sie erzählt DCI Bourke alles, doch misst einer Begebenheit keine Bedeutung zu - weswegen er sie zur Schnecke macht und einen Verdächtigen einsperren lässt.

Ganz so einfach wie der Inspector meint, macht es uns die Autorin allerdings nicht. Bis der Fall gelöst ist, wird kräftig in den Biografien aller Beteiligten herumgestochert und damit einher, einige Geheimnisse aufgedeckt.

Immerhin halten die Angestellten des Hotels zusammen, was nach "Auf Eis erlegt" nicht selbstverständlich ist. Der elitäre belgische Koch Peintré hat nach wie vor seine Macken, doch er gibt sich Mühe und verteilt auf seine Art Komplimente an seine polnische Küchenhilfe Rosa, die mit ihm umzugehen weiss. Rezeptionistin Eliza teilt mit Sandra ihre Familiengeschichte, was Sandra als grossen Freundschaftsbeweis aufnimmt. Auch lernt Sandra die Dorfmetzgerin etwas besser und persönlicher kennen. Bleibt zu hoffen, dass Sandra - jetzt wo sie sich so gut eingelebt hat und Freundschaften schliesst - von der Hotelleitung wegen des neuen Mordfalls nicht versetzt wird. 

Leider können Sandra und Christopher Bourke das Knistern aus dem ersten Band nicht aufrecht halten, denn sie wissen nicht mit der Situation umzugehen. Es ist kompliziert: mal sind sie "per du", dann wieder hoch offiziell "per Sie" und fauchen sich an.

Nach der Lektüre des vorliegenden zweiten Teils möchte ich am liebsten gleich nach Cornwall und Higher Barton reisen und mich vor Ort vergewissern, wie es weitergeht - ein Schwatz mit der Metzgersfrau halten und Alan Trengove, dem guten Engel der Serie, vorgestellt zu werden. Natürlich dürfte auch ein Besuch bei den Penroses nicht fehlen, in der Hoffnung eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen angeboten zu bekommen.

Rebecca Michéle schaffte es - einmal mehr  - mich mit ihrem neuesten Krimi zu begeistern und mich von Buch zu Buch heimischer zu fühlen in Barton.

Fazit: Spannender zweiter Teil, der mir kurzweilige Lesestunden schenkte. 
4 Punkte.
Vielen Dank an den Dryas Verlag und Netgalley!

Reihenfolge:
Band 1: Auf Eis gelegt
Band 2: Lebensgefährlich schön

Montag, 24. September 2018

Montagsfrage 24.09.18

Ich mach auch mal wieder mit, bei der Montagsfrage. Neu ist sie allerdings beim Blog "Lauter und Leise" angesiedelt. 


Montagsfrage #4


Ordnest du deinen Bücherschrank oder ist bei dir alles kruez und quer?

Ursprünglich waren meine Bücherregale mal nach Themen geordnet: Belletristik, Pädagogik, Philosophie, Theologie, Orientalistik, etc. Und innerhalb der Themen habe ich jeweils alle Bücher eines Autoren zusammengestellt. Momentan sieht es aber chaotisch aus, denn drüber und und davor stehen nun weitere Bücher, einfach grad so wie es Platz hat. Nehme ich aus der "Ordnung" ein oder mehrere Bücher raus, schiebe ich die davorstehenden rein, damit die draufliegenden nicht runter fliegen... Nur bei den Kochbüchern und Sprachbüchern ist die Unordnung immerhin noch Genre-rein ;-)

Dafür habe ich umso mehr Ordnung auf meinen Readern. Ich habe Sammlungen angelegt: Romane, Krimis, Historisch, Harry Potter, Sachbücher, etc. Die jeweils gelesenen Bücher entferne ich aus der Sammlung (beim Kindle habe ich eine eigene Sammlung dafür, beim Tolino gibts die quasi ja von alleine). So sehe ich schnell, welche Bücher noch auf dem virtuellen SuB liegen. Und wenn ich mal nicht weiss, welches Buch ich als nächstes lesen will, aber Lust auf einen Krimi habe, schaue ich schnell in der Krimi-Sammlung nach und entscheide mich dann, ohne lange suchen zu müssen. 




Und sonst so:
Der Herbst ist angekommen - der erste Herbststurm, und leider auch gleich die erste Erkältung! Ich nehme es heute daher gemütlich und werde mir ein paar extra Lesestunden gönnen. Möchte schliesslich wissen, wer für die Morde an den griechischen Ministern als Täter in Frage kommt und begleite Kostas Charitos dabei. 

#aktuellelektüre: "Drei Grazien" von Petros Markaris


Kommt gut und gesund in die neue Woche! 

Donnerstag, 13. September 2018

Eines Tages in der Provence von Karine Lambert

Klappentext:
Ein beschauliches südfranzösisches Dorf ist in Aufruhr: Der prachtvolle alte Baum auf dem Marktplatz soll gefällt werden. Wo, wenn nicht in seinem wohltuenden Schatten, wird die Barbesitzerin Suzanne Pastis servieren, wo Manu Artischocken verkaufen? Der junge Clément liebt es, in den Ästen zu klettern, und die Schwestern Adeline und Violette tröstet nichts so sehr wie der Anblick der Blätter, die sich seit ihrer Kindheit im Sommerwind wiegen. Widerstand formiert sich unter den Dorfbewohnern. Und auch der Baum, der seit Jahrzehnten das Kommen und Gehen auf dem Platz verfolgt, wird von ihren Emotionen mitgerissen.


Kennt ihr "Und jetzt lass uns tanzen" von Karine Lambert? Mir hat der Roman über Liebe im Alter sehr gut gefallen. Deshalb sprach mich ihr neues Buch auch sofort an. Ein Baum, Mittelpunkt des Dorfplatzes, soll gefällt werden.

Nachdem sich alle Anwohner ringsum über diese Meldung wunderten, wächst ihre Gegenwehr. Zuerst einzeln, dann bildet sich ein Komitee. Doch die Ideen fehlen, auch ein Brief an Frankreichs Präsidenten bringt nichts. Bis man sich irgendwann die Frage stellt, wieso der Baum eigentlich weg soll. Ja, wieso denn? Wem steht der Baum im Weg?

Im Roman werden die Anwohner liebevoll porträtiert, doch auch die Platane selbst kommt zu Wort. Für alle Beteiligten hat die Platane eine Bedeutung, sei es für Fotografin Fanny, die mit ihrem Liebhaber nicht wirklich glücklich ist; Suzanne, die den Lehrerjob an den Nagel hängte und stattdessen das Bistro ihrer Tante übernahm; Raphaël, der ständig und erfolglos zu einem Psychiater geht; Jaques Dumoulin, der Psychiater, der sich nervt, weil er mit allen Patienten immer über den Baum reden muss; Hausmeister François, werdender Vater; die über 90jährigen Bonnafay-Schwestern und der 10jährige Clément - fast die mutigste Person der Geschichte - und einige mehr.

Es ist ein Roman in 24 Kapiteln, jedes davon mit einem Datum versehen. Die Erzählung beginnt am 1. März, als die Ankündigung am Baum hängt, und endet kurz nach dem 21. März. Der Stichtag, an dem Baum gefällt werden soll.

Die Geschichte ist an sich gut geschrieben. Doch mir fehlte etwas. Die Figuren blieben trotz toller Voraussetzungen blass, auf Distanz. Trotz allem Wissen über sie hatte ich das Gefühl, nicht an sie heran zu kommen. Als Leser blieb ich eine unbeteiligte Beobachterin: so als ob ich aus dem Fenster gucke und sehe was auf dem Dorfplatz geschieht, was die Nachbarn hinter ihren Fenstern so machen und was sie beschäftigt, aber ich emotional nicht davon berührt werde.

Fazit: Schöne Idee, aber mir konnte keine Warmherzigkeit vermittelt werden. Deshalb nur 3.5 Punkte.

Dienstag, 11. September 2018

Der Blaubeergarten von Glenna Thomson

Klappentext:
Greer O'Reilly muss ihr Leben ändern: Mann weg, Job weg und keine Zeit für Tochter Sophie. Als Greer in der Zeitung von einem Landhaus mit Blaubeergarten liest, glaubt sie die Lösung gefunden zu haben. Doch was in der Annonce so idyllisch aussah, entpuppt sich als baufälliges Haus, das einen eigensinnigen Bewohner hat: Der 81-jährige Vorbesitzer Charlie weigert sich, den Ort zu verlassen, an dem er mit seiner verstorbenen Frau glücklich war. Greer steht plötzlich vor zwei ungelösten Fragen: Wie bewirtschaftet man Blaubeerfelder und wie bewegt man einen kauzigen alten Mann zum Auszug? Doch je länger sie zusammen wohnen, desto klarer wird Greer, wie wichtig Charlie für ihr Leben ist. Und dass sie von ihm viel über Freundschaft lernen kann.

Ich liebe Beeren! Und somit natürlich auch Bücher, in denen Beeren gehäuft vorkommen. Das tun sie hier - es dreht sich alles um eine Blaubeerenplantage, die Greer spontan kauft. 

Greer träumt schon lange von einem ruhigeren Leben auf dem Lande, und als ihr nach einigen Job-Ereignissen, bei denen sie sofort oder viel länger als normal zur Stelle sein sollte - der Alptraum für eine alleinerziehende Mutter - der Kragen platzt, greift sie zu. Das Anwesen mit der Blaubeerplantage in der Nähe von Euroa hat sie beeindruckt. Es spielt keine Rolle, dass sie keine Ahnung vom Anbau der Blaubeeren hat; Greer ist gewillt alles darüber zu lernen und glaubt, dass sie es schaffen kann. 
Aber die ersten Probleme warten bereits bei ihrer Ankunft auf sie: das Haus ist kalt und Charlie will nicht in das Zimmer im Altersheim ziehen, das sein Sohn für ihn gemietet hat. Doch schnell profitiert Greer von Charlies Wissen und setzt sich für ihn ein, sie kann nicht begreifen wie verständnislos ein Sohn gegenüber seinem alten Vater sein kann. 

Weitere Unterstützung bekommt Greer von Shane und dem italienischen Erntehelfer Enrico, der stets gute Laune und ein Lied auf den Lippen hat. Ich glaube, ich würde wie Enrico, es geniessen dort zu arbeiten. Eine Blaubeerplantage gibt viel Arbeit, aber die Beschreibungen der idyllischen Umgebung mit Akazien- und Feigenbäumen, die bevölkert sind von Kakadus, Kookkaburras und Sittichen, lesen sich viel aussergewöhnlicher und entspannender als unsere "langweiligen" Spatzen in den Apfelbäumen. 

Das macht die Geschichte zu einer gemütlichen Wohlfühllektüre, für mich absolut passend zum Herbst. Mit den Jahreszeiten hatte ich aber so meine Mühe, denn der Roman spielt in Australien und wenn da gleichzeitig von Juli und Winter oder Dezember und Sommer die Rede war, was öfters vorkam, war ich erst irritiert, bis ich mich wieder daran erinnerte, dass die Jahreszeiten in Australien umgekehrt zu uns stattfinden.

"Der Blaubeergarten" ist eine ruhige Erzählung über eine junge Mutter, die alleine einen Neustart wagt. Der Autorin konnte mir mit ihrem Schreibstil und Aussagen die Emotionen aller Charaktere glaubhaft rüberbringen. Auch die diversen Themen, die sie reinpackte, passten gut. Ebenso die Hoch und Tiefs die das ungewohnte neue Farmerleben so mit sich bringen. Kurzum, ein durchaus gelungener Erstlingsroman. Ich würde gerne wieder ein Buch von Glenna Thomson lesen, wenn es an solch einem schönen Ort platziert wird. 

Fazit: Schöne Geschichte über eine Blaubeerplantage und über den Kreislauf des Lebens; dekoriert mit Jazzmusik, tollen Naturbeschreibungen und mit einer leichten Sentimentalität und viel Optimismus verziert. 
4 Punkte.



Freitag, 7. September 2018

Der Stoff, aus dem Träume sind von Jana Stieler

Klappentext:
Efeugrün, verwoben mit einem hauchzarten himmelblauen Faden - als Claire das Jackett in einem Londoner Vintage-Laden entdeckt, weiß sie sofort, dass es von der kleinen schottischen Hebrideninsel Barra stammt. Fast ein ganzes Leben ist es her, dass sie dort aufgewachsen ist. Ein Leben für die Mode, voller großer Pläne, Hoffnungen und Fehler. Und plötzlich lassen Claire die Erinnerungen nicht mehr los. Vielleicht ist jetzt endlich die Zeit gekommen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und verschüttete Träume zu bergen.





An diesen Roman stellte ich eindeutig falsche Erwartungen. Die Claire aus dem Klappentext teilt sich die Hauptrolle mit Vivian, einer alleinerziehender jungen Frau, die sich mit zwei Jobs über dem Wasser hält. Psychologin Vivian arbeitet abends von zuhause bei einer telefonischen Notrufstelle. Ideal für sie, denn so ist sie daheim und kann arbeiten wenn ihr kleiner Sohn Ethan schläft. Tagsüber hilft sie in einem Vintageladen aus. Der spielt jedoch in der weiteren Geschichte keine Rolle mehr - wer also wie ich dachte, dass der Laden der Schauplatz des Romans darstellt, wird enttäuscht. Er spielt nur insofern eine Rolle als das Vivian hier Claire kennenlernt. 

Ein kleines Missgeschick geschieht und die zuvorkommende Vivian, die es allen recht machen will, ist schnell eingeschüchtert im Umgang mit Claire, die sehr geradeaus ist und mit ihren Worten andere schnell verletzt. Vivian ist das pure Gegenteil von Claire, aber im Laufe der Zeit gewöhnen sie sich aneinander und erfahren die Lebensgeschichte der jeweils anderen. 

Vivian hat mit Kleider nichts am Hut - Claire ist eine bekannte Designerin, spröde geworden durch ihre harte Kindheit; Vivian sieht das Gute in den Menschen, ist aber alles andere als mutig. Während Vivian sich mit Claire auf der einen und ihrem neuen liebenswerten Chef Aidan auf der anderen Seite herumschlagen muss, denkt Claire seit dem Besuch im Vintageladen oft an ihre Kindheit auf Barra und will die schottische Insel nach all den Jahre nochmals besuchen. 

Claires Lebensgeschichte ist beeindruckend und ich nahm der Autorin alles ab. Es ist so gar nicht die leicht lockere Story, wie man auf den ersten Blick vermutet. Am Anfang fand ich Claire unsympathisch, doch sobald sie Einblick in ihr Leben gibt, versteht man ihre Art.
Vivians Umfeld ist ganz anders, aber auch sie hat wichtige Entscheidungen zu treffen. Sie war mir oft zu naiv, und im Gegensatz zu Claires Geschichte wirkt jene von Vivian fast so langweilig wie ein ungetoastetes Stück Toastbrot - mich hat sie nicht sehr berührt. 

Fazit: Wer eine Geschichte über Schneiderinnen, Modeentwürfe oder den Verkauf von Vintagekleider erwartet, wird enttäuscht werden und sollte besser die Finger vom Roman lassen. Stattdessen schreibt Jana Stieler über zwei unterschiedliche Frauen und besonders im Fall von Claire, eine eindrückliche und emotionale Geschichte ums Erwachsenwerden in der Nachkriegszeit.
4 Punkte.


Donnerstag, 6. September 2018

Rosies wunderbarer Blumenladen von Ali McNamara

Klappentext:
Als Poppy den Blumenladen ihrer Großmutter Rosie im malerischen Küstenstädtchen St. Felix in Cornwall erbt, ist sie alles andere als begeistert. Im Gegensatz zum Rest ihrer Floristen-Familie möchte Poppy weder mit Blumen noch mit St. Felix etwas zu tun haben – denn mit beidem verbindet sie traurige Erinnerungen. Doch den letzten Wunsch ihrer geliebten Großmutter zu ignorieren, bringt sie einfach nicht übers Herz. Und als die Renovierung des alten Ladens ihr unverhofft nicht nur gute Freunde, sondern auch eine neue Liebe beschert, fragt Poppy sich, ob Rosies wunderbarer Blumenladen tatsächlich die Kraft besitzt, Wunden zu heilen.



Seit "Tatsächlich Liebe in Notting Hill" und "Zwei Männer für Miss Darcy" ist einige Zeit vergangen, höchste Zeit also für Ali McNamaras neuen Roman.

Der ist in St. Felix, einer erfundenen Ortschaft in Cornwall, angesiedelt. Hier steht "The Daisy Chain" - der Blumenladen von Poppys verstorbener Grossmutter. Rosie war sehr bliebt im Ort, jeder mochte sie und niemand wundert sich, dass Poppy nach vielen Jahren zurück nach St. Felix kommt. Alle schienen schon zu wissen, dass Rosie den Laden ihrer Enkelin vermacht hat. Nur Poppy kann sich nicht so wirklich damit anfreunden, denn seit 15 Jahren kann sie keine Blumen mehr sehen - das Schicksal spielte ihr übel mit. 

Was genau passiert war damals wird erst gegen Schluss verraten. Poppy hat ja auch genug zu tun mit dem Laden. Zum Glück schickt Poppys Mutter ihr Unterstützung in der Form von Floristin Amber, die direkt aus den Staaten ins ländliche Cornwall kommt. Amber ist begeistert und freundet sich sehr schnell mit allen an. Ihre Ideen für den Laden sind ansteckend, so dass auch Poppy irgendwann von alleine mitzieht. 

Sehr zur Freude vieler Einwohner - die sie alle unterstützen und mithelfen. Alle bis auf eine: Caroline Harrington-Smythe, die Poppy sogar noch droht. Doch Poppy vergisst Caroline nur zu gerne, ist sie doch mit ihren Gefühlen gegenüber Jack und Ash und ihrem neuen Leben in St. Felix beschäftigt: ihr Laden, Hunde, Hochzeiten, Party und Besuche bei alten Bekannten. Bis Poppy beauftragt wird, etwas zu besorgen - es wird richtig spannend!

"Rosies wunderbarer Blumenladen" erinnert mit dem Thema der Blumenbedeutungen ein wenig an Vanessa Diffenbaughs "Die verborgene Sprache der Blumen", nur ist Mc Namaras Roman viel leichter und fröhlicher zu lesen. Neben den speziellen Blumensträussen, erkennbar am weissen Band, werden diverse Schicksalsschläge und den Umgang damit thematisiert, doch alles auf eine angenehme, aber trotzdem aussagekräftige Art und Weise. 

Mir gefielen die vielen unterschiedlichen Einwohner von St. Felix sehr gut, egal ob es sich dabei um den gemütlichen Dorfpolizisten Woody, Gärtner Jack, "Burgherr" Stan, die Bäcker und auch die Pub-Wirtsleute oder die Frauen aus der örtlichen Frauengemeinschaft handelt. Eine grosse Rolle spielen auch diverse Tiere, die einem oft ein Lachen ins Gesicht zauberten. 

McNamaras vorliegender Roman kann natürlich nicht mit dem einzigartigen "Tatsächlich Liebe in Notting Hill" mithalten. Diesen zu toppen ist zugegebenermassen auch sehr schwierig. Poppys Geschichte mit dem Blumenladen ist ein leichtes Lesevergnügen und ist schön und flüssig geschrieben. Die Autorin bewies einmal mehr, dass sie immer wieder gute und viele Ideen hat, die sie auch hier einfliessen liess - langweilig wird es nie!

Fazit: Die Geschichte über die Einwohner von St. Felix entführt den Leser ins glückliche Küstenstädtchen in Cornwall und sorgt für entspannte (und zum Schluss auch für sehr spannende) Lesestunden. 
4 Punkte.


Sonst so? 06.09.2018


Während ich kaum zum Schreiben komme und ihr noch ein wenig auf die nächsten Rezensionen warten müsst, gebe ich euch für die Zwischenzeit zwei Links, die ihr lesen oder euch anhören könnt: 


Bisher habe ich es noch nicht geschafft, die Schweizer-Kinderbuch-Ausstellung im Zürcher Landesmuseum zu besuchen. Bettina Schnerr vom Blog Laubet wollte in den Sommerferien mit mir hin, doch wir hatten schon Programm für diesen Tag. Auf ihrem Blog könnt ihren Bericht zur Ausstellung lesen. Er liest sich fast wie ein Spaziergang durch die Ausstellung. So als Entschädigung für alle, die nicht hinkönnen weil zu weit weg oder noch nicht dazu kam, so wie ich.


Dann gab es auf Tele Basel einen Bericht über den 15jährigen Schweizer Buchblogger Josia Jourdan - allerdings auf Schweizerdeutsch.  

Und bleiben wir grad in der Schweiz, zurück nach Zürich:
Das Programm für "Zürich liest" wurde diese Woche veröffentlicht. Ich habe es mir noch nicht durchgesehen, bin gespannt, ob ich eine interessante Lesung finden werde. Das Festival findet vom 23. bis 28. Oktober statt. 

Einen interessanten Rückblick auf das Edinburgh Book Festival findet ihr bei Frau Goethe liest. 

Und ich gehe jetzt Rezensionen schreiben ;-)




Montag, 3. September 2018

Kommt mit nach Hogwarts! Die Harry Potter Studio Tour

Anfang August besuchte ich zum fünften Mal London. Eine tolle Stadt, die immer wieder neues zu bieten hat. 

Dieses Mal wollten wir uns unter anderem die Harry Potter Studios anschauen. Falls ihr dasselbe vorhabt: bucht eure Tickets im voraus und rechtzeitig, denn nur zwei bis drei Wochen vorher hat man nicht mehr viel Auswahl. Besonders wenn man zu einer bestimmten Zeit - zum Beispiel kurz vor oder nach dem Mittag - dort sein will. Sonst bleiben euch maximal noch die 9:00 Uhr oder 17:00 Uhr Slots. Von London nach Stanford sollte man circa eine Stunde Reisezeit einrechnen. 



Vom Londoner Bahnhof Euston fahren euch S-Bahnen die circa 30 km nach Watford Junction, schnelle und solche die öfters halten. Von dort geht es mit dem Extrabus, den man extra bezahlen muss, in knapp 15 Minuten direkt zu den Studios. 


Im Eingangsbereich kann man sich im grossen Café/Restaurant verweilen oder sich schon mal im Studioshop umschauen. Bei der Kasse bekommt man auch gleich die Audioguides, die sich wirklich lohnen. Man kann sich die Geschichte zu den einzelnen Ausstellungsobjekten anhören und dazu gibts fast jedes Mal noch ein bis drei zusätzliche Filmchen, die man sich auf dem Guide ansehen kann. In der Ausstellung gibt es viel zu sehen, man sollte sich mindestens 3 1/2 Stunden Zeit nehmen.


Zuerst wird man mit allen anderen, die Tickets für die selbe Zeit haben, eingelassen und begrüsst. Nach einer kurzen Anrede geht es ins "Kino", in dem man in circa 5 Minuten kurz durch die Harry Potter-Welt geführt wird. Dann öffnet sich die Tür und schon steht man in der grossen Hogwarts-Halle. 



Ein Mitarbeiter erklärt auch hier nochmals einige Dinge - bis hier ist alles in Englisch - und dann wird man "losgelassen"! 

Aufenthaltsraum der Griffindors
Schlafraum der Griffindors
Jetzt kommen die Audio-Guides zum Einsatz, während man durch die nachgebauten Hogwarts-Zimmer läuft. Doch nicht nur diverse Schul- und andere Zimmer, auch einen eingezäunten Platz für alle kleineren und grösseren Filmrequisiten gibt es zu bewundern. 

An einem Ort kann man sich schnell den Besen in die Hand zaubern, weiter hinten muss man für einen Flug auf dem Besen und das dazugehörende Erinnerungsfoto tief in die Tasche greifen. Wir haben das ausgelassen, da wir die Preise dafür viel zu hoch fanden. Auch beim Hogwarts Express kann man sich fotografieren oder filmen lassen, doch auch hier zahlt man nochmals extra. 


Dumbledores Büro

Snapes Klassenraum

Unser grösster Kritikpunkt an der Tour sind die hohen Preise. Neben den stolzen Eintrittspreisen zahlt man für die erwähnten Fotos noch zusätzlich um die zwanzig Franken. Irgendwann hat man ja auch noch Durst und möchte ein Butterbier trinken oder was Kleines essen. Die Preise im Restaurant waren zwar okay, aber die Preise für ein Foto/Film und im Shop fanden wir übertrieben. Mindestens 27 Pfund für einen Zauberstab oder 74 Pfund für einen Umhang konnte man ganz leicht ausgeben. Dennoch sind viele Besucher mit vollen Einkaufstaschen aus dem Gelände spaziert. Wir haben uns nicht mal Süssigkeiten gekauft, denn auch für einen nur 100 Gramm schweren Schokoladenfrosch hätte man umgerechnet zehn Franken hingelegt. Nein, da investiere ich mein Geld definitiv lieber in qualitativ gute Schokolade! Aber schlussendlich muss jeder selbst wissen, wofür er sein Geld ausgibt. Packt also das dicke Portemonnaie ein, wenn ihr vorhabt euch eine Erinnerung aus dem Studioshop zu kaufen!




Bald nach dem Besenritt ging es weiter in den verbotenen Wald, in dem sich allerhand Kreaturen verstecken. Hagrid erwartete uns bereits mit der Laterne in der Hand.


Wer den Wald unbeschadet durchlaufen hat, kommt zum Bahnhof Kings Cross - wer sich beim echten Bahnhof in London nicht in die ellenlange Schlange stellen will, um von sich ein Foto zu haben, wie er auf Gleis 9 3/4 zu versuchen kommt, der kann das hier ganz ohne Anstehen machen. 




Gleich daneben steht der legendäre Hogwarts Express. Besucher können durch einen Bahnwagen laufen und in die Abteile schauen, sie sind jedoch abgeschlossen. Nur schauen, nicht sitzen :-)



















Wer nun hungrig geworden ist oder einfach eine kurze Sitzpause einlegen will, kann sich freuen, das Restaurant ist nicht mehr weit. 


Nach dem Restaurant wartet dann auch gleich der Fahrende Ritter auf euch. Für ein selbstgeschossenes Foto kann man sich hinten auf die Stehfläche stellen, rein kann man nicht. 




Dafür steht der Bus direkt vor dem Ligusterweg und man kann einen Blick in Dursleys Wohnzimmer und das Zimmer unter der Treppe werfen. Wenn man rauskommt, kann man entweder über die Hogwartsbrücke laufen, oder einen Blick auf das Haus von Harrys Eltern werfen oder sich in den Ford Anglia der Familie Weasley setzen oder auf Hagrids Motorrad.






Frische Luft hat man auch wieder getankt, es geht wieder rein ins Studio. Als Nächstes sieht man wie die diversen Figuren, wie zum Beispiel Dobby, zum Leben erweckt wurden, ausserdem viele Perücken und einige Kostüme.

Als weiteres Highlight läuft man danach durch die Winkelgasse:





















Der Audioguide machte bei mir nun fast schlapp, aber die Ausstellung war auch fast schon am Ende. Beim Gang durch den Flur voller Hogwarts-Pläne und kleinere Modelle wird man neugierig auf das "richtige", grosse Hogwarts und steht dann gleich davor. Sämtliche Aussenaufnahmen wurden von diesem Modell gemacht. Damit man es auch von allen Seiten betrachten kann, kann man ringsrum laufen und steht dann mit einem Bein fast schon im Studioshop.


Fazit: Eine tolle Tour, die man sich nicht entgehen lassen soll, wenn man die Harry Potter-Geschichten mag. Wir waren jedenfalls begeistert, und ich hatte danach richtig Lust nun endlich den siebten und letzten Teil zu lesen :-)


Dolores Umbridges Büro
Hagrids Hütte







Bei Weasleys zuhause
Bei Weasleys zuhause














Die Winkelgasse: 












Freitag, 31. August 2018

Lesebiografie August 2018

Der Sommer zeigte sich auch im August von seiner heissesten Seite. Zweieinhalb Wochen vom August waren noch Schulferien, die wir entweder in der Badi oder dann für 9 Tage in London verbrachten. 



Wie immer auf Städtereisen kam ich kaum zum Lesen. Abends maximal noch 15 Minuten, bevor die Augen sich schliessen oder zwischendurch in der U-Bahn. Meine Reiselektüre bestand hauptsächlich aus den Harry Potter-Büchern sowie dem neuen, kurzen Peter Grant-Fall





Zurück zuhause habe ich es dann endlich geschafft auch Harry Potter 7 zu lesen - der stand seit Erscheinen im Regal, aber irgendwie hatte ich nie Lust ihn zu lesen, obwohl ich es mir immer mal wieder vornahm. Die Jahre zogen ins Land und ich merkte, ich müsste die ersten Teile erst mal wieder lesen. Was ich bis und mit Band 3 auch machte, indem ich sie meiner Tochter vorlas. Doch weiter bin ich nicht mehr gekommen, die restlichen Teile las meine Tochter selbstständig. Aufgrund der geplanten Studio Tour nahm ich mir erneut vor, alle Teile zu lesen. Und ja, diesmal hab ich es endlich vollbracht! 


Bis und mit Band 4 konnte ich mich noch einigermassen erinnern, aber nicht mehr an die Geschehnisse in Band 5 und Band 6 (ausser den Schluss). Für Band 7 musste ich mich richtig aufopfern, mich schon fast zwingen es zu lesen, denn nach über zweitausend Seiten hatte ich genug Hogwarts intus. Wahrscheinlich war auch dies der Grund wieso ich Band 7 vorher nie las. Das Ende war bekannt und irgendwann stellte sich da bei mir eine Sättigung ein. 


Fans der Serie werden wohl Einspruch erheben, aber ich bleibe bei meiner Meinung: die Geschichte rund um Harry und Hogwarts ist und bleibt einzigartig und bis und mit Band 4 ist die Serie auch wirklich top, danach wiederholt sich sehr vieles und es wird immer brutaler. 
Ich kann die Serie nun abhaken, mit dem Besuch der Studio Tour fand sie ein schönes Ende für mich. 

Ausser Harry Potter habe ich nur noch drei Romane gelesen, die alle noch darauf warten, von mir rezensiert zu werden. Begonnen habe ich mit "Die Wunder von Mayfair", da ich ja schon vor Ort war, schaute ich gleich noch nach, ob ich den Schauplatz finde. Hab ich, ja. Mehr dazu dann im Oktober wenn das Buch offiziell erscheint - und ich es bis dahin ausgelesen habe :-)

Hier noch die Auflistung meiner gelesenen August-Bücher: 

- Harry Potter 2 - Die Kammer des Schreckens
- Harry Potter 3 - Der Gefangene von Askaban
- Harry Potter 4 - Der Feuerkelch
- Harry Potter 5 - Der Orden des Phönix
- Harry Potter 6 - Der Halbblutprinz
- Harry Potter 7 - Die Heiligtümer des Todes
- Der Stoff, aus dem Träume sind von Jana Stieler
- Geister auf der Metropolitan Lane von Ben Aaronovitch
- Der Blaubeergarten von Glenna Thomson
- Rosies wunderbarer Blumenladen von Ali McNamara 

Wenn ich die Liste so vor mir sehe, sieht es doch nicht nach so wenig aus, wie ich im Gefühl habe. Schuld daran wahrscheinlich die Potter-Serie, die sich mehr nach einem Buch (hihi, ein 4252-Seiten-Schmöker) anfühlen. 

Die drei gelesenen Romane fand ich sehr schön: 
- Jana Stieler war ein wenig anders als erwartet, aber durchaus eine gute Lektüre. 
- Glenna Thomson schreibt speziell, ihren Roman "Der Blaubeergarten" kann ich euch als entspannende Herbstlektüre ans Herz legen. 
- Ali McNamaras neuer Roman ist spritzig, dennoch mit ernsteren Themen verbunden und auch lesenswert. 

Die Rezensionen dazu sollten nächste Woche online sein - es ist zwar schon die zweite Woche nach den Sommerferien, aber der Alltag ist noch etwas chaotisch weil mal wieder einige Zeitfresser (z.B. Handwerker im Haus, am Tag zuvor alles wegstellen, am Tag danach wieder alles hinstellen, usw.) unerwartet zugeschlagen haben...

Habt einen guten September - ich freue mich sehr, meine Lieblingsjahreszeit beginnt! 

Donnerstag, 30. August 2018

Geister auf der Metropolitan Line von Ben Aaronovitch (Peter Grant 6.5 - Kurzgeschichte)

Klappentext:
Nach dem umwerfenden Erfolg von ›Der Galgen von Tyburn‹ kommt hier Nachschub für alle, die sehnlichst auf Neues aus dem Reich der Flüsse von London warten: Geistersichtungen auf der Metropolitan Line der Londoner U-Bahn! Chaos unter den Pendlern ist die Folge. Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant nimmt ‒ mit ein paar guten alten Bekannten ‒ die Ermittlungen auf.






Leider nur kurz, dafür aber sehr gut! 

Ich habe das Buch direkt in London gelesen, wo ich täglich mit der Tube unterwegs war. An unserer Haltestelle fuhr die Metropolitan Line durch und oft hab ich mich gefragt, ob wohl auch gerade ein Geist mitfährt. 

Denn genau das passiert im Buch: einige Fahrgäste melden der Polizei, dass sie "von einem Typ der gar nicht da war" belästigt oder beschimpft worden sind. Nur können sie sich kurz danach an nichts mehr erinnern. Ein klarer Fall von abstrusem Scheiss, sprich Magie, und deshalb ein Fall für das Folly, weshalb Peter Grant und seine Cousine Abigail auf Geisterjagd gehen.


Diese kurze Geschichte entpuppt sich als Nebengeschichte mit nur 176 Seiten. Da dieses eBook fast gleich viel kostet wie die üblichen 400-Seiten-Bände, waren viele Leser enttäuscht. Auch ich hab es mir in der Annahme gekauft, dass es sich dabei um einen weiteren "normalen" Fall, also Band 7, handelt. Doch bevor ich begann zu lesen, wurde ich aufmerksam auf die aufgeregten Stimmen diesbezüglich. Es handelt sich bei "Geister auf der Metropolitan Line" also um eine Kurzgeschichte und wäre demzufolge Band 6.5.

Aber egal, so kurz die Geschichte ist, sie ist spannend erzählt und absolut stimmig. Für mich war es sehr eindrücklich, sie teilweise direkt in der Metropolitan Line zu lesen. "Unsere" Haltestelle hat geistermässig anscheinend eine Vorgeschichte und wenn man die U-Bahn samt ganzem sichtbaren Stromnetz täglich vor sich hat, liest man liest das Buch auf jeden Fall anders. 


Fazit: Ben Aaronovitchs Buch hat mich bestens unterhalten - und freue mich auf neue, hoffentlich längere Abenteuer für Peter und das ganze Folly-Team. 
5 Punkte. 

Ich habe die Bücher nicht rezensiert, doch die Serie kurz vorgestellt



Montag, 20. August 2018

Zurück aus der Sommerpause

Hallo meine lieben LeserInnen

nach fünf Wochen Schulsommerferien ging die Schule für meine Tochter wieder los, und mein Mann musste wieder zur Arbeit. Langsam zieht der Alltag nun auch wieder ein bei mir, denn diese Woche steht noch ganz viel Arbeit an, die in den fünf Wochen liegen blieb. 



Diese Woche muss ich erst den Haushalt auf Vordermann bringen, bevor ich mich wieder um den Blog kümmern kann. Ab nächster erwarten euch wieder regelmässige Blogbeiträge, darunter sicher die eine oder andere Rezension sowie ein Beitrag über die Harry Potter Studio Tour, die wir Anfang August in London mitgemacht haben, mit vielen Fotos. 





Die ersten drei Augustwochen drehten sich bei mir literarisch fast nur um Harry Potter, denn ich habe fünf der Bücher nochmals gelesen und es nun endlich geschafft, den siebten Band auch zu lesen! Insgesamt sechs Harry Potter-Bücher hintereinander - jetzt reicht es mir aber auch damit ;-) Bis Band 4 war ich noch einigermassen auf dem Laufenden, von Band 5 wusste ich nur noch zwei, drei Dinge aus der Mitte. Aber bei Band 6 erinnerte ich mich nur noch an den Schluss. Ist aber auch schon ewig her, seit ich die Bücher zwischen 2001 und 2005 gelesen habe ;-) "Harry Potter und das verwunschene Kind" muss nun noch bis September warten, jetzt brauch ich erst mal wieder andere Lektüre.  





Zum Beispiel Ali McNamaras neuer Roman, dazu meine aktuelle Lektüre "Der Blaubeergarten" und endlich "Lost in Fuseta 2"! 

Und dann warte ich sehnlichst darauf, dass endlich meine Lieblingsjahreszeit beginnt - der Herbst! Damit ich mein Mitbringsel aus London, eine "Alice im Wunderland"-Teetasse endlich einweihen kann - momentan ist es mir noch viel zu heiss und sommerlich. Im "Whittard", einer englische Teekette, hatten sie diverse Tassen, Teekannen, Teedosen und Teller mit Figuren aus der "Alice im Wunderland"-Geschichte. Ich konnte mich kaum entscheiden, welche Tasse ich mir kaufen soll. Am liebsten hätte ich sie alle mitgenommen! 


Habt eine gute Woche, bis bald!

PS: Wenn ihr in London seid, geht in die Filiale von Covent Garden. Dort haben sie mittlerweile zwei Läden. Im mittleren befindet sich im Untergeschoss ein Tearoom, in dem man toll frühstücken kann oder nachmittags ein Afternoon Tea abhalten kann. In der Filiale beim Piccadilly Circus/Regent Street ist der Tearoom kleiner und nicht so gemütlich, aber notfalls besser als gar kein Tee trinken :-) Kaffee haben sie übrigens auch (und pflanzliche Milch!), ebenso heisse Schokolade in diversen Geschmacksrichtungen.