Donnerstag, 19. April 2018

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly

Klappentext:
Paris, 1919: Die Mode Coco Chanels ist revolutionär, hier engt kein Korsett die Frauen ein, dennoch ist sie der Inbegriff von Eleganz. Doch als Cocos Geliebter bei einem Unfall stirbt, versinkt sie in Trauer. Erst der Plan, ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Tatkraft. Auf ihrer Suche nach dem Duft der Liebe kommt sie nicht nur dem Parfüm Katharinas der Großen auf die Spur, sie begegnet auch dem charismatischen Dimitri Romanow. Mit ihm reist sie nach Südfrankreich, in die Wiege aller großen Düfte.





Was für ein toller Roman!
Ich habe bereits viele Bücher über Coco Chanel gelesen, doch das liegt nun schon viele Jahre zurück. Jedesmal las ich fasziniert, was die Autoren herausgefunden haben und wie sie aus den überlieferten Bruchstücken aus Gabrielles Leben eine Geschichte zusammen geschustert haben. So auch im vorliegenden Roman. Von der Autorin, die hier unter Pseudonym schreibt, wollte ich übrigens schon lange etwas lesen, aber da musste wohl erst ein Buch über die berühmte Modeikone erscheinen, bis ich es geschafft habe etwas von Micaela Jary zu lesen. Es hat sich so was von gelohnt!

Wenn ich mich recht erinnere, beleuchteten die anderen von mir gelesenen Bücher mehr die Zeit mit Étienne Balsan und Boy Capel oder umfassten Coco Chanels ganzes Leben. Doch keins davon nahm sich der Entstehung ihres ersten Parfüms an. Wir Leser nehmen am Geschehen teil: von den ersten Gedanken ein eigenes Duftwasser zu kreieren über den kreativen Prozess bis hin zum fertigen Produkt, das die Damenwelt damals begehrte - wir sind live dabei.

Coco war sicher keine einfache Person und biografisch schwer einzufangen, doch der Autorin glaubt man, dass sich die Geschichte so und nicht anders abspielte - auch wenn man weiss, dass sie sich einige literarische Freiheiten heraus nahm. Und so reisen wir stimmungsvoll mit Coco, ihrer Freundin Misia oder Dimitri Romanow nicht nur nach Paris und an die französische Riviera, sondern zu Beginn auch nach Venedig.
"Sie hatte keine Zeit, auf diese Bemerkung zu reagieren, denn die Glastüren des Bahnhofsgebäudes öffneten sich – und Gabrielle war plötzlich wie geblendet. Ihr Blick traf endlich auf die Kulisse, die sie von Fotografien kannte und auf die sie doch nicht zu hoffen gewagt hatte. Der Canal Grande glänzte stahlblau im Licht der Nachmittagssonne, zwei Gondeln glitten ruhig dahin, tauchten ein in den Dunst, der aus den Schornsteinen der kleinen Schiffe puffte, die am Anleger des Bahnhofs auf die Massen warteten. Auf der anderen Seite der Wasserstraße erhoben sich die prachtvollen mittelalterlichen Gebäude in sattem Tizianrot, das seinen Namen dem berühmtesten Maler Venedigs verdankte, und in einem goldenen Gelb vor einem leuchtend blauen Himmel." (S.63/341)
Mit der Protagonistin nehmen wir die Schönheit Venedigs wahr, trauern mit ihr immer wieder um Boy, treffen uns mit Berühmtheiten wie Igor Strawinsky, Sergej Djagilew, Jean Cocteau und Pablo Picasso samt deren Angehörigen und vielen anderen ilustren Persönlichkeiten.

Wir erleben Coco als Frau, die weiss was sie will und trotzdem zu Gefühlen fähig ist. Gabrielle Coco Chanel wird als eigenständige, arbeitssame, erfolgreiche und sensible Frau beschrieben, die nie vergisst woher sie kommt. Geheimnisvoll und still gegen aussen; einfühlsam und gewitzt zeigt sie sich nur ihrem engsten Umfeld. Sie ist lernwillig, egal ob es sich um Kunst- oder Musikverständnis oder Buchhaltung oder irgend etwas anderes geht. Sie lernt bei den Besten und deshalb wundert es nicht, dass sie sich persönlich in die Welt des Parfüms begibt, alles darüber lernen möchte und ausserdem gut zuhört. Duft, Flakon, Verpackung und Werbung - alles nimmt sie selbst in die Hand und überrascht sogar ihre Freunde, als schlussendlich "tout Paris" das wohlriechende (und damals noch streng limitierte) Toilettenwasser will.

Auch die anderen Charaktere sind der Autorin perfekt gelungen. Seien es die diversen Künstler mit ihren Allüren oder Cocos nicht immer ehrliche Freundin Misia. Es war eine besondere Zeit, als die Künstler und Mäzene jeglicher Couleur auf du und du waren, als ausländische Adelsfamilien (hier die russische Zarenfamilie) Zuflucht in anderen Ländern suchten und Künstler sich durch wohlhabende Frauen finanzierten. In dieses Paris tauchte ich bei der Lektüre ein und verschlang jede einzelne Zeile dieser wunderbaren, knapp 500-seitigen Geschichte.

Fazit: "Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe" ist ein interessanter und grossartiger Roman, den man sich nicht entgehen lassen darf!
5 Punkte. 

Dienstag, 17. April 2018

Spirit Yoga: Aufrecht, stark und klar von Patricia Thielemann

Klappentext:
Yoga boomt und Yoga-Ratgeber gibt es wie Sand am Meer. Braucht es dann ein weiteres Buch zum Thema?
Das von Patricia Thielemann entwickelte Spirit Yoga basiert auf einem neuen Ansatz: Yoga-Tradition trifft Zeitgeist und modernes Lebensgefühl. Es geht nicht darum, Yoga völlig neu zu erfinden, sondern eine Brücke zu bauen zwischen östlich und westlich geprägten Stilen. Lebensnah und heilsam, herausfordernd und freigeistig – Spirit Yoga ist eine inspirierende Kraftquelle für Menschen jeden Alters, um den alltäglichen Herausforderungen und Belastungen gelassener zu begegnen. Um eine eigene Haltung zu finden in dieser scheinbar hoffnungslosen Welt, um vom Ich zum Wir zu gelangen und vom Gelebt-Werden zum Leben.


Seit Milena Mosers "Schlampenyoga" mag ich Yoga-Biografien. Und da ich vor einigen Jahren den Film "Im Kopfstand zum Glück" über die Ausbildung zum Spirit Yogalehrer gesehen habe und dort zum ersten Mal Patricia Thielemann in Aktion sah, war ich sehr neugierig auf ihr neues Buch. Im Film kam die Spirit Yoga Gründerin sehr kühl rüber, deshalb war ich sehr gespannt, wie sie ihre Biografie erzählt.

Das Buch beginnt mit einem Biografieteil. Danach erzählt die Autorin über die Gründung des Berliner Spirit Yoga Studio. Es folgt ein langer Teil über die Philosophie ihres Yogastils und über diese Community. Gespräche mit Promis bilden den vorletzten Teil. Beschreibungen von Thielemanns Lieblingsyogahaltungen schliessen das Buch ab. 

Am interessantesten fand ich den Biografieteil, in dem die Autorin ein wenig über ihre Kindheit erzählt, wie sie zum Yoga kam und bei wem sie gelernt hat.  Von mir aus hätte er ausführlicher sein können, gerade was ihren Yoga-Werdegang betrifft. Den Philosophieteil fand ich langatmig, denn sie beschreibt unter anderem, dass sie Yoga nicht mit östlicher Philosophie und Esoterik versehen möchte. Einige gute Ansätze sind vorhanden, doch später widerspricht sie sich. Vielleicht eignet sich ein Buch schlichtweg nicht um solche Feinheiten anzusprechen - die Autorin müsste genau definieren, was sie unter Esoterik einordnet und was sie unter Selbstoptimierung versteht. 

Unter "Community" wird vor allem über das Ausbildungsangebot zum Spirit Yoga Lehrer geschrieben. Hier geht die Autorin zu stark auf die Lehrerausbildung ein, es wirkt wie Werbung. Dadurch macht es den Anschein das ganze Buch sei mehr ein Handbuch für ihr Teacher Training, was ich schade finde. Jede Geste sei geplant (S.43/158) schreibt sie weiter - genauso fühlt sich nicht nur das Buch, sondern auch die Yogastunde (z.B. bei Yogaeasy) an. Als Pädagogin und Tanzlehrerin muss ich ihr in einigen Punkten widersprechen: eine gute Lektion ist keine, die sich 100% an die geplante Lektionsgestaltung hält, sondern eine, die sich spontan ändern lässt, wenn es die Situation erfordert. Seinen eigenen Stil als Lehrer zu entwickeln sollte jeder, die Autorin machte dies ja auch. 

Die aufgezeichneten Gespräche mit Pater Christoph Kreitmeir und dem Zenpraktizierenden Werner Arnold, mit Neurobiologe Joachim Bauer, mit den Autoren Daniel Kehlmann und Tilmann Haberer, Dr. Rebekka Reinhard, Künstler Tino Seghal und Tanzkritikerin/Yogalehrerin Wiebke Huester hätte es für mich nicht gebraucht. 

Das Buch kommt sehr rational daher, mir fehlt das Spontane und das Spass haben an der Sache. Der Ansatz jedoch wäre gut, doch es wird sehr leidenschaftslos erzählt und geht mir zu stark in Richtung Selbstvermarktung. Besonders, weil Erfreuliches wie auch allfällige Rückschläge emotionslos in ein, zwei Sätzen abgehandelt werden. Die Autorin gibt quasi nur Eckdaten bekannt, ihre persönliche Gefühlslage bleibt aussen vor, und bestätigt somit meinen Eindruck vom Film. 

Wer persönlichere und humorvollere Bücher über Yoga-Lebenswege mag, dem empfehle ich die Bücher von Kerstin Rübensamen, Milena Moser, Suzanne Morrison und Claire Dederer. 

Fazit: Wer es nüchtern mag, ist mit Spirit Yoga gut bedient; ebenso all jene, die sich überlegen den Spirit Yoga Lehrgang zu besuchen. Für diese Leser kann das Buch eine tolle Entscheidungshilfe sein und sie wissen nach der Lektüre, was sie im Spirit Yoga erwartet. 
3.5 Punkte.


Montag, 16. April 2018

Krimi: Mieze undercover von Mona Teichert (Mieze Moll 1)

Klappentext:
Michaela Moll – von allen nur Mieze genannt – hat einen liebevollen Ehemann, eine süße Tochter und ist hauptberuflich Hausfrau. Allerdings ödet sie ihr Alltag zwischen Bauklötzen und Mutti-Stammtisch mehr und mehr an. Um wieder etwas Abwechslung in ihr Leben zu bringen, bewirbt sie sich kurzerhand um einen Bürojob im Polizeirevier – und wird prompt eingestellt. Wie es der Zufall so will, platzt die schlagfertige Blondine gleich an ihrem ersten Arbeitstag in einen Undercovereinsatz in einer Table-Dance-Bar. Zum Glück weiß sie sich zu helfen und tanzt sich als sexy Pole-Dancerin mal eben aus der Bredouille – was ihr umgehend eine Beförderung zur verdeckten Ermittlerin im Rotlichtmilieu einbringt. Den Balanceakt zwischen ihrem Alltag als Mama und ihrer Geheimexistenz als Undercover-Agentin meistert Mieze fortan mit jeder Menge Charme, einer beeindruckenden Beobachtungsgabe und viel Witz – und sorgt für heitere Krimiunterhaltung vom Feinsten.

Im November erreichte mich ein rosafarbenes Überraschungspaket vom Edel Verlag - neben einem rosafarbenen Proteinriegel lagen pinke Plüschhandschellen, ein gleichfarbiger Enerygdrink sowie ein Notizbuch. Mittendrin in rosa Seidenpapier eingehüllt strahlte mir ein rosafarbenes Buch mit einer nur allzu sehr einer bekannten TV-Blondine auf dem Cover entgegen. Witzig! 

 

Ich habe nichts gegen Daniela Katzenberger, und auch nichts dagegen, dass die Protagonistin wohl viel von der Katzenberger-Personality verpasst bekam. Doch dass Daniela als Herausgeberin "verdingt" wurde, finde ich unnötig. Der Krimi kommt sehr gut ohne die Promi-Patenschaft aus. 

Mieze Moll mag nicht mehr zuhause bei der Tochter sein, stattdessen wieder Teilzeit arbeiten gehen. Schnell findet sie eine Sekretärinnen-Stelle auf dem Polizeirevier. Ein bisschen zu glatt und schnell, aber okay, mit Vitamin B - Miezes Vater war Kommissar - kann das schon klappen. Weniger, dass die Sekretärin für Undercover-Einsätze und weitere Arbeiten, die eigentlich den Polizisten mit entsprechender Ausbildung vorbehalten ist, verrichtet. Sieht man davon und auch von der unkomplizierten und schnell gefundenen Betreuung der Tochter ab, kann man den unterhaltenden Regiokrimi gut lesen. 

Mieze macht sich nicht schlecht als Undercover-"Agentin" in einem Bordell. Sie ist naiv; wohl besser so, sonst hätte sie sich zu viele Gedanken über ihre Alleingänge gemacht und wäre nie in der Bar gelandet. Alles ein bisschen rosa, und alles ein bisschen übertrieben, besonders in der Person von Chantal mit ihrem Sprachtick.  

Ansonsten ist die Geschichte witzig und schlüssig geschrieben. Mieze war mir sogar sympathisch. Wünschte sie sich vor kurzem eine bezahlte Arbeit ausser Haus, muss sie schon bald das Familienleben mit ihrem ungewöhnlichen Job auf die Reihe kriegen. Und erst noch ohne daheim zu erzählen, was sie denn genau macht. Nicht mal ihr Mann darf vom verdeckten Einsatz wissen, denn auch er könnte in gewisse Machenschaften verwickelt sein. 

Fazit: Humorvoller Regio-Krimi, bei dem es nicht langweilig wird. Nur die Katzenberger als Schirmherrin bräuchte es nicht. 
4 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Mieze undercover 
Band 2: Mieze auf heisser Fährte (erscheint im Oktober 2018)
Band 3: Mieze unter Verdacht (erscheint im Oktober 2019)


Freitag, 13. April 2018

Die Melodie meines Lebens von Antoine Laurain

Klappentext:
Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden.


Das neueste Buch des sympathischen Autors habe ich gespannt gelesen. Eine Kassette auf dem Cover und schon ist man zurück in den 80er Jahren.

So ähnlich geht es auch Alain, als er einen Brief erhält. Eigentlich hätte der Brief Alain und seinen Musikerfreunden im besten Falle zu Erfolg verhelfen sollen. Ein Schicksalsbrief - der alles verändert hätte. Doch der am 12.09.1983 abgestempelte Brief ist im Postamt verloren gegangen und wird erst beim Renovieren gefunden und zugestellt. Der Brief erinnert ihn an früher und gerne würde Alain die Musik nochmals hören, doch er hat vor einigen Jahren seine Kassette fortgeschmissen. Deshalb sucht er den Kontakt zu seinen ehemaligen Bandkollegen und hofft, dass einer von ihnen noch eine Kassette aufbewahrt hat. 

Neben Alain lernt der Leser alle ehemaligen Bandmitglieder kennen. Der Werdegang der Einzelnen wird ausführlich erzählt. In den Kapitel durchzieht immer wieder eine feine Melancholie die Leben der Akteure. Meine absoluten Lieblingscharaktere sind Politiker Jean-Bernard (meist nur JBM genannt) und seine Assistentin Aurore. Sie dominieren einen Grossteil der Geschichte und sind sympathische Figuren. Alain hingegen amtiert quasi als roter Faden durch die diversen Kapitel hindurch. 

Der atmosphärische, charmante Schreibstil gefällt mir nach wie vor und findet sich auch in diesem vierten Buch von Antoine Laurin. Mittendrin wurde es mir aber langsam langweilig. Die Geschichte zog sich in die Länge weil nicht mehr viel passierte. Doch dann waren es urplötzlich zwei Zeilen, die mich weckten und gleich alles anders und wieder interessant machten. Ich war froh, das Buch nicht abgebrochen zu haben. Mit dem überraschenden Ende hat der Autor den Rank wieder gefunden und so komme ich in der Bewertung doch noch auf 4 Punkte. 

Fazit: Das unerwartete Ende verzeiht den langatmigen Mittelteil, aber die Geschichte um den verschollenen Brief und das Demotape kann nicht mit "Liebe mit zwei Unbekannten" oder "Der Hut des Präsidenten" mithalten. 
4 Punkte. 

Vielen Dank an den Atlantik Verlag! 

Und danke an den Autor für seine persönliche Widmung :-)

Donnerstag, 12. April 2018

Der Hut des Präsidenten von Antoine Laurain

Klappentext:
Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf - und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten. Ein Roman voller Charme und Überraschungen, über große Ziele und glückliche Wendungen - und was man dafür drauf haben muss.




Als der Buchhalter Daniel Mercier eines Abends in Paris zu Abend isst, setzt sich Frankreichs Präsident Mitterrand mit einem Begleiter zu ihm an den Tisch. Als Mitterand das Restaurant verlässt, hat er seinen Hut vergessen. Daniel nimmt ihn mit, setzt ihn auf und plötzlich ist alles anders. Der Hut bleibt nicht bei ihm, sondern kreuzt auf unterschiedliche Art die Wege, bzw. die Köpfe von Autorin Fanny und Parfumeur Pierre. Der Hut vollbringt Wunder bei seinen neuen und sehr unterschiedlichen Kurzzeit-Besitzer, sie werden mutiger, selbstbewusster, erkennen was sie vom Leben noch erwarten und schöpfen neue Energie. 

Eine ganz tolle und runde Geschichte, angesiedelt 1986. Sie ist durch und durch französisch und erinnerte mich an "das Weihnachtsglas", das wie der Hut seine Kreise zieht. Der Autor hat zudem viele typische, französische, 80er Jahre-Dinge erwähnt - Leser über 45 werden den einen oder anderen Aha-Moment haben. Doch auch ohne diese kleinen Details bewusst wahrzunehmen, versprüht die Erzählung eine Prise Magie, ein wenig wie Pan Tau's Hut. 

Die Charakter werden extrem genau und schön beschrieben, und wieder findet sich diese französische Leichtigkeit in allem. Es braucht nicht viel, nur ein kleiner Anstoss von aussen, um den Leben der Figuren eine neue Richtung zu geben und um genau dies, geht es in dieser lesenswerten Erzählung.

Fazit: "Der Hut des Präsidenten" ist eine wundervolle amüsante Erzählung, die mit einer Prise Nostalgie und Melancholie versehen ist. Chapeau, Hut ab, Monsieur Laurain! 
4.5 Punkte. 

Mittwoch, 11. April 2018

Das Bild aus meinem Traum von Antoine Laurain

Klappentext:
Maître Pierre-François Chaumont, ein brillanter Pariser Anwalt, ist leidenschaftlicher Kunstsammler und lässt sich keine Auktion entgehen. Von einem alten Ölgemälde kann er eines Tages den Blick nicht mehr abwenden: Der dargestellte Mann mit gepuderter Perücke ähnelt ihm wie sein Spiegelbild! Das Porträt soll seine Sammlung krönen und er ersteigert es, aber schon bald wandelt sich das Glücksgefühl in Paranoia, denn Pierre-François fürchtet, verrückt geworden zu sein: Niemand seiner Familie oder Freunde sieht die frappierende Ähnlichkeit. Mithilfe des Wappens findet er jedoch die Familie des Porträtierten - ein altes Adelsgeschlecht, das seit Jahrhunderten auf Schloss Mandragore in der Bourgogne lebt. Heimlich reist Pierre-François dorthin und erlebt eine weitere Überraschung: Jeder scheint ihn zu kennen! Man hält ihn für den seit Jahrzehnten verschollenen Grafen, und Pierre-François belässt es dabei - er kann der Versuchung nicht widerstehen, einfach eine neue Identität anzunehmen und ein neues Leben anzufangen. 

Nachdem wir auf der Frankfurter Buchmesse 2016 beim Atlantik-Verlag ermutigt wurden, uns mit einem Bilderrahmen fotografieren zu lassen, wurde ich neugierig auf "Das Bild auf meinem Traum". Es sollte aber noch fast ein Jahr vergehen, bis ich das Buch endlich las. Nach "Liebe mit zwei Unbekannten" und "Der Hut des Präsidenten" mein drittes Buch von Antoin Laurain. 

Der Ich-Erzähler beginnt seine Sammlerkarriere im jungen Alter von sieben Jahre, als er Radiergummis sammelte. Bald wichen die Gümmelis grösseren und teurerer Dingen. Antiquarische Möbel zum Beispiel oder Bilder. Ein Bild hat es ihm besonders angetan: der Porträtierte auf dem 250 Jahre alten Bild ähnelt dem Erzähler, Pierre-François Chaumont, ungemein. Fortan macht er sich auf die Suche der Nachfahren des Mannes vom besagten Bild.

Der Roman startet interessant und mit den dem Autor eigenen speziellen Ideen und Charme. Aber je länger ich las, je uninteressanter empfand ich die Story. Normalerweise beschreibt Antoine Laurain seine Figuren mit viel Fingergefühl, und derart genau, dass man sie beinahe zu kennen scheint. Doch hier blieben sie mir fremd. Viele Figuren gibt es eh nicht, man kann sie an einer Hand abzählen. Selbst Pierre-François Frau Charlotte bleibt eine Randfigur. Die Geschichte entwickelt sich zum Ende hin sehr schnell und ich blieb mit dem Gefühl etwas Wesentliches verpasst oder nicht begriffen zu haben zurück. 

Fazit: Sprachlich wieder wunderschön, doch das Ende der Geschichte konnte mich nicht begeistern. 
3 Punkte.

Dienstag, 10. April 2018

Das Gefühl von Sommerblau von Hannah Tunnicliffe

Klappentext:
Max wird vierzig und lädt seine Freunde in sein Haus in der Bretagne ein. Mit ihnen möchte er ein Wochenende lang tanzen, trinken und lachen. Und er will ihnen sein Geheimnis verraten. Juliette hat für ihre pflegebedürftigen Eltern ihr gefeiertes Restaurant in Paris aufgegeben. Ihre große Leidenschaft ist das Kochen und Backen. Zurück in der bretonischen Heimat braucht sie einen Neuanfang – und Max eine Köchin für seinen Geburtstag. Sie ahnen beide nicht, was das Schicksal an diesem Wochenende für sie bereithält.





Dies ist seit langem wieder ein Buch, bei dem der Klappentext nicht wirklich viel über den Inhalt aussagt. Richtig falsch ist er nicht, aber er führt den Leser an der Nase herum. Ich jedenfalls habe mir ganz und gar etwas anderes vorgestellt, als das, was schliesslich erzählt wird. 

Ganz am Anfang taucht man in die Geschichte von Juliette ein. Nach einem Anruf von ihrem Vater fährt sie von Paris, wo sie seit vielen Jahren lebt, zurück in ihr Heimatdorf Douarnenez um ihre schwerkranke Mutter im Spital zu besuchen. 
Anstatt nun die Geschichte aus Juliettes Sicht weiter zu erzählen wechselt die Autorin zum Ferienhaus von Max, einem bekannten britischen Musiker. Er hat seine engsten und zugleich ältesten Freunde eingeladen - sein 40. Geburtstag steht an. Juliette arbeitet anscheinend schon seit längerem für ihn. Wie das vonstatten geht, bekommt der Leser nicht mit. Sie zaubert leckeres Essen für die Clique aus England und wird selbst Teil der Gruppe; die aus dem unverheirateten Paar Nina (Verlegerin) und Lars (Hausmann) mit ihrer 15jährigen Tochter Sophie, Rosie (Hausfrau mit kleinem Schmuckshop) und Hugo (Arzt), Eddie (Kumpel von Max) und Beth (Coiffeuse und Eddies junge amerikanische Freundin), Helen (Max nicht so heimliche Liebe) und deren Halbschwester Soleil besteht.

In Folge wird gegessen, geredet, gelacht, getanzt, getrunken, geraucht und gestritten. Sie wälzen sich in Erinnerungen, reden über das Jetzt und das Morgen. Im Grunde ist es eine Geschichte um Freunde, die sich in der Mitte des Lebens an ihre Träume erinnern - solche die sich mittlerweile erfüllt haben und andere die noch offen sind - und sich unabhängig davon fragen was die Zukunft bringt. Sind wir zufrieden mit unseren Leben, was kommt noch, bereue ich etwas?  Fragen, die sich wohl alle zwischen vierzig und fünfzig stellen. Die einen sind zufrieden mit ihrem jetzigen Ich, die anderen weniger. 
Und dann gibt es Leute wie Hugo, die nicht verstehen wie wichtig Freunde sind. Er ist ein Schwerenöter, immerhin der einzige unsympathische Genosse in diesem Roman. Die Clique mag ihn nicht, er sie nicht. 
Von Juliette und insbesondere Max bekommt man einen ausführlichen Einblick in ihr Gefühlsleben. Max hat alles, nur nicht was er am meisten und längsten will: Helen. 

Max könnte einem manchmal unsympathisch sein. Sein Verhalten lässt oft zu wünschen übrig und wüsste man nicht um seinen Hintergrund (die Angst, so zu werden wie sein Vater), würde ich es ihm nicht verzeihen. Seine Freunde sind grosszügiger. Er sei halt einfach Max. Er, der nicht von Helen loskommt, hat eine kleine Schatulle gekauft und will aufs Ganze gehen. Diese fast nebensächlich beschriebene Szene hat einen Bezug zum englischen Originaltitel, ebenso das Cover. Der deutsche Titel macht nicht wirklich Sinn. Leider habe ich mir den englischen Titel erst nach der Lektüre angesehen - mir wäre einiges klarer geworden hätte ich ihn gekannt, obwohl man in beiden Fällen wartet und wartet, bis mal etwas in diese Richtung hin passiert.

Wir lesen von den Stärken und mehr noch den Schwächen der Einzelnen, aber auch von fast jeder Lebensgeschichte, die am Ende des Buches für einige ein neues Kapitel erhält. Trotz allen Rückblenden und mein vorhandenes Verständnis für die Charaktere blieb die Geschichte sehr oberflächlich. Anscheinend bewusst gewollt von der Autorin, die aus dem nicht vollständigem Offenbaren Neugierde  und Spannung auf das Ende entwickeln lassen will. 

Mir fällt es schwer den Roman in "gut" oder "schlecht" einzuteilen. Es war so anders als erwartet und er erinnert mich ein wenig an den Film "Peter's friends". Zu fast 100% spielt sich die Geschichte in Max Haus oberhalb des Strands ab und besteht aus vielen, vielen Dialogen oder Gedankengänge einzelner und wenig Handlung. Um nicht zu viel zu verraten, kann ich einfach nur sagen, dass es höchstens im entferntesten eine Liebesgeschichte ist. 

Fazit: Es ist jedenfalls das speziellste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. "Der Geschmack von Salz und Honig" wie auch "Der Duft von Tee" sind beides "normale" Romane, hier haben wir aber mehr eine Innenschau. 
3.5 Punkte.



Montag, 9. April 2018

Montagsfrage 09.04.2018


Habt ihr schon Jahres-Quartal-Highlights?

Die ersten drei Monate des Jahres sind vorbei, aber da ich in den ersten zwei Monaten vor allem Sachbücher gelesen habe, finden sich noch nicht so richtige Favoriten. Die ersten Bücher dieses Jahres, die ich mit voller Punktzahl ausgestattet habe, habe ich jetzt im April gelesen. Ich muss aber sagen, ich bin nicht sehr grosszügig mit 5 Punkte verteilen und vergebe die eher selten. Da muss dann doch einiges stimmen, um die zu bekommen; da bin ich geizig. 

Vielleicht ist es auch so, weil ich viele Krimis lese. Bei Krimis ist das Schema ja in etwa immer ähnlich - es gibt immer Opfer und Täter. Daher ist es für Kriminalromane schwierig mich total zu überraschen und so bekommen die für gut befundenen Krimis von mir normalerweise vier Punkte und nur wenn sie mit etwas Speziellem (Atmosphäre, ausgeklügelte spezielle Ideen oder Figuren) auftrumpfen die fünf vollen Punkte. 

Im ersten Quartal habe ich drei für mich neue Krimiserien begonnen. Zum einen die neue "Sandra-Flemming"-Serie von Rebecca Michéle "Auf Eis gelegt". Dann die ebenfalls in England spielende "Tee? Kaffee? Mord?"-Serie von Ellen Barksdale, deren erste beide Bände ich gelesen habe; der dritte Teil erscheint morgen. Danach ging es nach Frankreich, zur "Rosalie"-Serie von Julie Lescault. Der erste Band, "Rosalie und der Duft der Provence" erschien bereits vor einem Jahr, doch er lag lange auf meinem SuB. Zum Glück, bin ich versucht zu sagen, denn gerade wurde der zweite Teil veröffentlicht und so kann ich den gleich kurz darauf lesen und muss nicht ein Jahr darauf warten. Der erste Teil gehört zu meinen Quartal-Highlights - herrlich erfrischend eine Coiffeuse als Ermittlerin! Die Rezension dazu liefere ich nach. 

Das zweite Highlight war "Der Teufel von Eguisheim", zweiter Teil der im Elsass spielenden "Kreydenweiss & Bato"-Reihe von Jules Vitrac - spannend bis zum Ende! Auch zu diesen zwei Krimis schreibe ich euch noch je eine Rezension.


Um nicht nur Krimis aufzuzählen, nehme ich den Roman "Rückkehr nach Mandalay" von Juliet Hall kurzerhand zu den Januar bis März Favoriten dazu. Leider war der in Burma spielende Roman stellenweise zu langatmig und vorhersehbar, so dass er in meinen Jahreshighlight nicht auftauchen wird, aber eine Erwähnung im ersten Quartal hat der Roman verdient. 


Welche Bücher habt ihr als eure ersten Highlights im 2018 gewählt?

Freitag, 6. April 2018

Freitagsfüller 06.04..2018

Heute hatte ich mal wieder Lust den Freitagsfüller von Barbara auszufüllen :-)




1. Heute wird hier der Balkon neu bepflanzt. 

2. Mit Katzen im Haus hat man oft was zu lachen. 

3. Es sieht nicht gut aus, wenn auf dem Balkon nur wenige Blumentöpfe stehen.

4. Tochter ist übers Wochenende beim Götti eingeladen.

5. Ich kann verstehen, dass sich sehr viele Menschen über das bevorstehende Wochenende freuen. 

6. Ich nehme zuhause Kokosblütennektar statt Zucker in den Kaffi.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich darauf auswärts essen zu gehen, morgen stell ich die überwinterten Pflanzen raus und am Sonntag werde ich die Sonne und Frühlingswärme auf dem wieder gemütlichen Balkon geniessen.

Ihr seht, bei mir dreht sich dieses Wochenende viel um das schöne Wetter und den Balkon. Wenn der gemacht ist, habe ich die ganze Balkon/Sonnensaison vor mir und kann jeweils gemütlich draussen lesen. Darauf freue ich mich! 

Ein schönes Wochenende euch allen :-)

Mittwoch, 4. April 2018

Krimi: Je tiefer man gräbt von Mary Ann Fox (Mags Blake 1)

Klappentext:
Blaues Meer und grüne Wiesen, versteckte Buchten und raue Klippen, Fischpasteten und Creamtea: Die junge Gärtnerin Mags genießt den Frühsommer in Cornwall. Sie soll am Tag der offenen Tür Besucher durch Shelter Gardens, einen Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts, führen. Durch die ungewöhnliche Färbung der Blüten neugierig geworden, gräbt Mags im Hortensiental etwas zu tief und stößt dabei auf menschliche Knochen. Sind es die Überreste der Verlobten von Thomas Williams, dem zukünftigen Erben von Shelter Gardens? Vor Jahren ist die junge Frau zusammen mit einer wertvollen Schmucksammlung verschwunden. Mags sucht auf eigene Faust nach dem Mörder und steckt bald tiefer in den Ermittlungen, als ihr lieb ist.


Krimi, Garten, Cornwall - diese Stichworte reichten aus, um mir diesen Cosy-Krimi zu Gemüte zu führen. Er beginnt mit einem Gedicht über Elstern und jedesmal, wenn ich vor meinem Bürofenster Elstern auf dem Baum sehe, zähle ich sie und denke an das Gedicht, mit dem durch den Kriminalroman geführt wird. 

Ihr Vater hat Mags die Liebe zum Gärtnern vererbt. Schon als Kind durfte sie die Pläne ansehen, die ihr Vater für die Gartenanlage des herrschaftlichen Anwesens The Shelter gemacht hat. Nun führt sie ihre eigene Gärtnerei und freut sich, dort eine Führung zu leiten. Viel zu schnell wird sie hineingerissen in ein Drama, das sich vor einigen Jahren hier abspielte, als Mags in Amerika lebte. Mags möchte Licht ins Dunkel bringen, aber bald weiss sie nicht mehr wem sie trauen kann.

Hinter "Je tiefer man gräbt" versteckt sich ein gemütlicher, typischer Brit-Crime mit (nicht nur) netten Charakteren und beinhaltet durch die Landgarten-Szenerie viel England-Flair. Wer mitraten will, kann zwischen einer, zumindest halben, Handvoll Verdächtigen auswählen - bis fast zum Schluss konnte ich mich nicht entscheiden, wer wohl mehr als Mörder in Frage kommt. Der Krimi ist toll aufgebaut, das Dorf Rosehaven wird genau beschrieben, Spannungselemente sind vorhanden sowie eine kleine Romanze. 

Über einen allfälligen zweiten Teil würde ich mich freuen, denn dieser erste Band macht Lust auf mehr und ich möchte gerne mehr über die Gärten und Bewohner von Rosehaven erfahren. 
Dieser Cornwall-Krimit ist etwas für alle Gartenliebhaber - ideal zum Lesen auf einer Parkbank. Die Beschreibungen der Gartenpracht in Rosehaven und Umgebung kann man sich bildlich vorstellen und davon träumen, falls das Wetter noch zu kalt oder nass ist, um sich im eigenen Garten oder auf dem Balkon mit Grünzeugs zu betätigen. 

Fazit: Krimi mal anders: die Gärtnerin als Ermittlerin anstatt als Mörderin. Gut gemacht! 
4 Punkte.



Samstag, 31. März 2018

Lesebiografie März 2018

Gelesen:
- Dein Licht steht dir gut von Rebecca Campbell
- Rückkehr nach Mandalay von Juliet Hall 
- Mantras von Christine Stecher 
- Das Karma, meine Familie und ich von Stephanie Schönberger 
- Der Weg des Bogens von Paulo Coelho 
- Einatmen. Aufatmen. von Claire Dederer 
- Rosalie und der Duft der Provence von Julie Lescault (1) 
- Todesklänge (Patrizia Vespa 2) von Iris Mueller 
- Mord im Elsass (Kreydenweiss & Bato 1) von Jules Vitrac - reread 
- Der Teufel von Eguisheim (Kreydenweiss & Bato 2) von Jules Vitrac 
- Spirit Yoga: Aufrecht, stark und klar im Leben von Patricia Thielemann  

 Abgebrochen habe ich diese zwei Bücher:
- Mister Widows Katzenverleih von Antonia Michaelis 
Die Beschreibung fand ich toll, dazu die mündlichen Empfehlungen von anderen Lesern - aber ich kam einfach nicht wirklich vorwärts. Das Buch packte mich so gar nicht, deshalb habe ich es immer wieder auf die Seite gelegt und anderes gelesen. Lange las ich nur noch, weil ich dachte es würde besser. Irgendwann habe ich resigniert aufgegeben und mir nur noch den Schluss genehmigt, der mich aber auch nicht wirklich überzeugte. Das Buch war mir zu wirr und langatmig. 
- Ausgerechnet du und ich von Ayisha Malik
Mir war es irgendwie zu jugendlich gehalten, dazu der Tagebucheintrag-Stil - vielleicht gebe ich dem Buch ein anderes Mal eine Chance. Jetzt zumindest war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Das Cover finde ich aber sehr gelungen. 

Kommen wir zu den gelesenen Büchern:
Eine Handvoll Bücher gingen alle in die Richtung Yoga. Einige waren gut, andere weniger. "Spirit Yoga" lese ich aktuell noch, doch bis heute Abend werde ich es ausgelesen habe. Zu dieser Biografie von Patrica Thielemann werde ich im April eine Rezension schreiben.


Der Rest sind Krimis und Romane:
"Rückkehr nach "Mandalay" von Juliet Hall wollte ich Ende Februar eigentlich nur schnell auf dem Reader nach vorne schieben, um es bald mal zu lesen. Doch dann habe ich mich festgelesen und las es gleich sofort. Es hatte zwar einige Längen zwischendrin, doch sonst gefiel es mir recht gut. 

Ein Gutes hat es ja, wenn man Bücher lange auf dem SuB lässt. Wenn man es endlich liest, kann man sich gleich den zweiten Teil schnappen und weiterlesen, anstatt ein Jahr auf die Fortsetzung zu warten. So geschehen bei "Rosalie und der Duft der Provence" - tolle Charaktere und ein interessanter Fall. Band zwei ist eben erschienen, den lese ich im April.

"Mord im Elsass" ist ein reread. Im Herbst gelesen und begeistert gewesen. Die Rezension dazu hatte ich schon begonnen, aber nicht zu Ende geschrieben. Der zweite Band, "Der Teufel von Eguisheim" (veröffentlicht Ende Februar 2018), bekam ich nun als Rezensionsexemplar und deshalb las ich Band 1 nochmals, damit ich die Figuren wieder vor mir habe und mich gegebenenfalls an Randfiguren besser erinnere. Ich verrate schon mal soviel: Band 2 hat mich auch überzeugt!

"Todesklänge" ist der zweite Band einer Italienkrimiserie, doch es erinnerte mich zu stark an den ersten Band. Zu vieles ist nach dem gleichen Schema aufgebaut, und so fand ich "Todesklänge" einfach nur langweilig und hab das letzte Drittel nur noch quer gelesen.
 

April, ein gutes Stichwort! Bis zu dieser Woche konnte ich meine Neuzugänge im 2018 an einer Hand abzählen. Doch nun habe ich zugeschlagen und viele neuerschienene Krimis und ein paar Romane haben meinen SuB auf einen Schlag enorm anwachsen lassen. Aber mir war einfach so nach Frankreichkrimis - wenn schon der Frühling und die Sonne und Wärme auf sich warten lassen, brauch ich ein wenig südliches Flair in meiner Lektüre. Auf dem Foto hab ich einige meiner Neuzugänge abgebildet. Alle sind als eBook eingezogen - die Printbücher habe ich in der Buchhandlung entdeckt und hab sie für für ein Foto schnell abgelichtet. 


Sehr gespannt bin ich auf Cristina Campos Roman, die Autorin erinnert mich ein wenig an Cristina Caboni (dessen "Oleanderschwestern" sich schon länger auf meinem SuB befindet). Auch neugierig bin ich auf "Die Blütenmädchen von Valentina Cebeni - ihr erstes Buch war mir viel zu düster. Der neue Roman kommt aber viel fröhlicher und blumiger daher. Ich hoffe, ich werde nicht enttäuscht!  "Coco und der Duft der Liebe" habe ich aus der Onleihe, ebenfalls ausgelehnt habe ich "Deichmord" und "Strandmord" von Katharina Peters. Einzig Marie Matiseks Buch "Ein Sommer wie Limoneneis" habe ich noch nicht, möchte es im Laufe des Sommers lesen. Weitere Neuzugänge sind "Mordlust pur" von Su Turhan, "Das Gefühl von Sommerblau" von Hannah Tunnicliffe und zuguterletzt der fünfte Band der Blossom Street-Serie "Eine Schachtel voller Glück" von Debbie Macomber. Habt ihr das eine oder andere Buch meiner Neuzugänge schon gelesen oder ziehen sie demnächst auch bei euch ein?

Büchertechnisch habe ich für den April also ausgesorgt. Jetzt hoffe ich bloss noch, dass wir den Frühling bei schönerem Wetter geniessen und auch mal auf dem Balkon an der Sonne lesen können.

Frohe Ostertage! 



Mittwoch, 28. März 2018

Liebe mit zwei Unbekannten von Antoine Laurain

Klappentext:
Laure und Laurent sind sich nie begegnet. Beide leben in Paris. Eines Morgens findet Laurent eine elegante Damenhandtasche - augenscheinlich gestohlen und achtlos weggeworfen. Die Tasche verrät ihm zwar nicht den Namen der Besitzerin, doch ihr Inhalt gibt einiges über sie preis: Fotos, ein altmodischer Spiegel, ein Roman mit Widmung des Autors und ein rotes Notizbuch, in dem die Unbekannte ihre geheimsten Gedanken und Träume festgehalten hat. Laurent ist fasziniert von dieser Frau, immer mehr verliebt er sich in ihre Gedanken. Also beschließt er, sich auf die Suche nach ihr zu machen. Aber wie soll er sie finden?



"Das rote Notizheft" liest sich schöner und spannender als der sperrige deutsche Titel "Liebe mit zwei Unbekannten". Denn "le carnet rouge" ist schuld, dass Buchhändler Laurent nicht von der geheimnisvollen lila Handtasche loskommt. Eigentlich möchte er deren Besitzerin finden, doch es fehlt eine Adresse. Einzig den Vornamen der Handtaschenbesitzerin findet er anhand eines signierten Romans in ihrer Tasche heraus. Der Tascheninhalt macht ihn neugierig auf die unbekannte Frau, die - was er nicht weiss - verletzt im Spital liegt. 

Wunderschön ist beschrieben, wieviel Mühe sich Laurent gibt, diese Frau zu finden. Immer mehr hat er das Gefühl sie aufgrund der Tasche bereits zu kennen und verliebt sich unbekannterweise. 
Auch wir Leser lernen Laure, so der Vorname der Frau, sehr gut kennen und mögen - obwohl sie physisch kaum anwesend ist. Sie ist nicht präsent und doch extrem nahe.  

Der Autor weiss mit Worten umzugehen und spielt mit ihnen. So heisst die unbekannte Frau Laure, ist Vergolderin (L'or = das Gold), und Laurent sucht nach ihr. Das schreit direkt nach einem Happyend zwischen den beiden fast 40-jährigen. Ob es eins gibt, müsst ihr selbst herausfinden. Ich garantiere euch, jede einzelne Zeile ist lesenswert.

Denn auch die Details werden liebevoll erzählt, zum Beispiel die Geschichte mit den Fensterläden der alten Frau. Die Szenen mit den Nebenfiguren wie Laurents Tochter Chloé oder Laures Chef sorgen für einige Schmunzelmomente und viel Wohlfühlambiente.

Wer die fabelhafte Welt der Amélie mag, mag auch diese hoffnungsvoll melancholische Erzählung. 

Fazit: Auf eine feine Art bezaubert die Geschichte den Leser. Sie gibt sich verträumt, ruhig und erwachsen und besticht mit dem durch und durch französischem Charme.
4.5 Punkte.

Montag, 5. März 2018

Krimi: Auf Eis gelegt von Rebecca Michéle (Sandra Flemming 1)

Klappentext:
Kurz vor der Eröffnung des Higher Barton Romantic Hotels in Cornwall verschwindet dessen Direktor Harris Garvey samt 10.000 Pfund aus der Hotelkasse. Der beim Personal ungeliebte Chef wird schließlich auf Eis gelegt entdeckt – in einer Kühltruhe. Von dem Geld fehlt jede Spur. Die Hotelmanagerin Sandra Flemming gerät ins Visier der Ermittlungen, denn sie profitiert nicht nur als Garveys Nachfolgerin von dessen Tod, sondern hatte auch eine Affäre mit ihm. Sie beteuert ihre Unschuld, doch niemand glaubt ihr. Also beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln, doch der wahre Mörder ist zu allem bereit, um zu vermeiden, entdeckt zu werden ...
Mein zweiter Krimi im 2018 war ein Auftakt zu einer neuen Serie. Oder passt  der Begriff Übergang besser? Ich denke schon. 

Miss Mabel Clarence hat sich zur Ruhe gesetzt, aus Higher Barton wird ein Hotel. Zwei Mitarbeiter einer Hotelkette bewerben sich für die Geschäftsleitung, die intern ausgeschrieben wurde. Sandra Flemming ist enttäuscht, dass Harris das Rennen machte. Immerhin darf Sandra als Assistentin mit nach Cornwall. Sie macht schnell Bekanntschaft mit den wichtigen Leuten im Dorf - die geschwätzige Metzgersfrau etwa oder den aus der Mabel Clarence-Serie schon gut bekannten und beliebten Anwalt Alan Trengrove zum Beispiel. Und endlich lernen wir Alans Frau kennen, auch sie scheint wie Mabel und Sandra gerne zu ermitteln. Dazu haben sie bald die Möglichkeit, denn Harris wird ermordet und Sandra steht unter dringendem Tatverdacht. 

Dieser erste Teil beginnt schon mal vielversprechend, doch es wird viel auf den Kopf gestellt auf Higher Barton - was wahrscheinlich nicht jedem gefällt - und deshalb sollte man, um die Serie richtig zu beurteilen, wohl auch den zweiten Band lesen, der im September erscheint. Ich denke, erst dann kann Sandra und ihr Team, sowie auch der beförderte DCI Christopher Bourke, zeigen was sie wirklich können. 

Sehr schön fand ich, dass wir mit Sandra einen neuen Blick auf Cornwall erhaschen konnten. Sie ist meist mit dem ÖV unterwegs, was ich sehr sympathisch fand. 

Fazit: Alles neu auf Higher Barton - nur Morde gibts nach wie vor. Somit wird es Sandra und Christopher auch in den kommenden Folgen nicht langweilig werden. Und mir auch nicht. 
4 Punkte.

Donnerstag, 1. März 2018

Lesebiografie Februar 2018

Huch, schon März!

Der Februar ist einfach viel zu kurz ;-) Dazu noch zwei Wochen Schulferien, in denen wir viel unterwegs waren. Aber zu wenig weit, um viel zu lesen. Deshalb schaffe ich es auch nur auf vier hier "zählende" Bücher - immerhin alles Krimis!

Die da wären: 
- Tod in Deauville von James Holin
- Mieze undercover von Mina Teichert
- Je tiefer man gräbt von Mary Ann Fox 
- Die letzten Worte des Ian O’Shelley von Ellen Berksdale (Tee? Kaffee? Mord? 2)

Da wir uns zu meinem Geburtstag im Januar einen Hochleistungsmixer geleistet habe (den wünsch ich mir seit 5 Jahren!), brauchte ich noch ein paar Inspirationen. Bei einem Ferien-Ausflug-Abstecher in eine Buchhandlung entdeckte ich ausser dem Smoothies und Rainbow Drinks (beide absolut empfehlenswert!) - Büchern noch weitere Kochbücher, die dann gleich bei mir einziehen durften. Zwei davon, das Makrobiotik-Buch und das von der Schweizerin Nadia Damaso wollte ich mir eh schon länger mal genauer ansehen. 

Das Makrobiotik-Buch (interessant, aber mir zu fade durch wenig Farben weil viel Reis oder anderes Getreide auf der Speiseliste steht - erst recht wenn dann noch das mega tolle Rainbow Drink daneben offen liegt) durfte mit den anderen drei als Papierbuch mit, "Eat better not less" kaufte ich mir als englisches eBook, weil es preislich viel interessanter war. Von der Autorin gibts bereits ein zweites, sehr interessantes, Buch " Eat better not less - Around the World". Falls ich dies kaufe, dann auch als Printbuch, damit die schönen Bilder auch wirklich zur Geltung kommen!

Vielleicht schreib ich noch Rezensionen dazu, falls euch diese Koch-/Trinkbücher interessieren:
- Makrobiotik von Madhavi Guemoes 
- Essen macht schön (DK Verlag) 
- Rainbow Drinks von Sandra Schumann 
- Superpower Smoothies von Tanja Dusy 
- Eat better not less von Nadia Damaso

Normalerweise habe ich etwa zwei Bücher (je eins auf Tolino und Kindle, evt. noch eins auf dem iPad/Skoobe) als #currentlyreading. Meistens lese ich dann aber doch eins zu Ende, und mache dann beim zweiten weiter. Doch im Februar waren es gleich fünf begonnene Bücher, bzw. sind es immer noch. 
Darunter zwei Sachbücher, die man nicht so schnell weg liest, das eine eh noch auf englisch. Da gibts dann abends je ein Kapitel. Und irgendwann wollte ich bloss noch ein eBook öffnen, damit ich es schnell auf dem Kindle zuoberst habe und nach Michaelis oder Coelho lese - doch ich hab mich festgelesen und es ist so spannend, die "Rückkehr nach Mandalay". 



Begonnene Bücher: 
- Der Weg des Bogens von Paulo Coelho
- Dein Licht steht dir gut von Rebecca Campbell 
- Mister Widows Katzenverleih von Antonia Michaelis
- Crystal Muse von Heather Askinoise 
- Rückkehr nach Mandalay von Juliet Hall

Ich lass mich überraschen, mit welchem ich zuerst fertig bin :-) Kennt ihr eins oder mehrere der Bücher, die ich auf meiner Februarliste habe?

Im März werde ich erst mal die begonnenen Bücher zu Ende lese, danach stehen einige Yoga-Bücher auf meiner Leseliste. 

Euch allen viel Lesespass im März! 

Montag, 26. Februar 2018

Montagsfrage 26.02.18


Wie heisst das letzte Sachbuch, das du gelesen hast oder als nächstes lesen willst?

In den letzten fünf Jahren habe ich nicht mehr so oft Sachbücher gelesen wie früher. Doch in den letzten drei Monaten hatte ich wieder öfters Lust zu einem zu greifen. So habe ich u.a. einige Kochbücher gelesen, in denen die persönliche Geschichte der Autoren erzählt wird. Und wie bei Svenja von Buchfresserchen durfte "Big Magic" von Elizabeth Gilbert (die Autorin von "Eat pray love") bei mir einziehen. 

Meine Merkliste bei Skoobe und auch meine Amazon-Wunschliste hab ich in der letzten Woche gefüllt mit Biografien (wie z.B. die von Patricia Thielemann), mit anderen Erfahrungsberichten und themenbezogenen Sachbüchern. Zudem habe ich momentan grosse Lust auf Rereads wie "Eat pray love" oder "Alle sind erleuchtet" von Kristin Rübensamen.

Momentan lese ich gerade ein englisches Buch über Steine - wie immer bei Sachbücher, die man selten in einem Schnurz durchlesen kann, brauch ich da immer noch ein zweites oder gar drittes Buch zum "gleichzeitig" lesen. Gerade habe ich einen Krimi beendet und somit ist Paulo Coelhos "Der Weg des Bogens" meine Paralllektüre.


Und sonst so:

Meine Blogpause ist ab heute zu Ende - wie auch die zweiwöchigen Schulsportferien, in denen wir sehr oft unterwegs waren und ich kaum zum Lesen kam. Hier geht es jetzt wieder weiter mit Rezensionen, nicht mehr so viele wie früher, aber es kommen wieder welche :-)

Und dann muss ich euch noch zeigen, welches liebe Geschenk (Merci, Sandra!) ich letzte Woche überraschend im Briefkasten vorfand:

Ich hab mich riesig gefreut über den wunderschönen Cornwall-Kalender mit Bildern von Rebecca Michéle, erschienen im Dryas-Verlag. Jeden Monat zeigt sich eine Gegend von Cornwall von seiner besten Seite, dazu wird in zwei drei Sätzen erklärt was auf dem jeweiligen Foto zu sehen ist. Falls ihr noch auf der Suche nach einem Geschenk für Cornwall-Fans seid, mit diesem Kalender punktet ihr garantiert!

Habt eine gute Woche!

Sonntag, 4. Februar 2018

Lesebiografie Januar 2018

Vier Tage zu spät, aber sie kommt: die Liste meiner gelesenen Bücher im ersten Monat dieses Jahres.

- Tee? Kaffee? Mord! Der doppelte Monet (Nathalie Ames ermittelt 1) von Ellen Barksdale
- Die Melodie meines Lebens von Antoine Laurain
- Das Lavendelhaus von Hilary Boyd
- Sehnsucht nach dir von Marie Force
- Öffne mir den Herz von Marie Force
- Auf Eis gelegt von Rebecca Michéle (Cornwallkrimi/Sandra Flemming 1)

Sie ist sehr kurz, meine Liste, doch ich habe noch fünf Sachbücher dazu gelesen und somit sind es insgesamt elf gelesene Bücher im Januar 2018. 
Eigentlich dachte ich es würden zwölf Bücher. Doch aus dem voraussichtlich letzten Januar-Buch wurde ders erste gelesene Februar-Krimi. Ich kam und kam einfach nicht vorwärts und war über eine Woche dran - erstaunlich für mich, da ich Bücher normal schneller weg lese. Mehr dazu dann in der Februar-Nachlese. 

Zurück zu meinen Januar-Büchern: Fünf Sachbücher; vier Romane; drei, nein leider nur zwei Krimis. Das 5-4-3 wäre zu schön gewesen ;-)

In "Die Melodie meines Lebens" ging es in etwa um "Was, wenn damals alles anders gekommen wäre?" und was eben stattdessen aus den Musikerkollegen geworden ist. Mittendrin langatmig, aber gegen Ende wurde es wieder richtig gut.

Bei den beiden Romanen von Marie Force, Teil 5 und 6 der Lost in Love/Green Mountain-Serie, wusste ich worauf ich mich einlasse, nämlich ziemlich viel Sex und bisschen wenig drumherum. Doch da ich die Familie Abbott ziemlich mag, überblättere ich einfach all die Seiten mit horizontalem Inhalt und Sexgeflüster. Leider wiederholt sich viel zu viel, vor allem die ewig gleichen Sätze und deshalb gab es von mir nur knappe drei Punkte. Eigentlich bin ich da noch grosszügig.

Hilary Boyds Bücher mochte ich bisher sehr gerne. Deshalb war es für mich keine Frage ihren 608-seitigen neuen Roman "Das Lavendelhaus" (übrigens mit einem sehr ansprechenden Cover!) zu lesen. Hilary Boyd ist eine der ersten und wenigen Autorinnen, deren Protagonisten über 60 Jahre alt sind - in England wurde sie als Erfinderin für das neue Literarische Genre "gran-lit" bekannt - so auch im vorliegenden Buch. Leider fand ich den Roman viel zu lang, denn die Autorin schreib lang und breit über alle Arten von Familienproblemen (Tochter hat Probleme mit ihrem Mann, will nicht dass ihr Vater wieder heiratet und dass ihre Mutter sich auch noch verliebt geht ja gar nicht. Mutter Nancy verliebt sich, verheimlicht es vor Freundin und Tochter und glaubt, sie helfe Tochter, wenn sie allzeit verfügbar ist und auf eigenes Leben verzichtet. Geliebter ist noch verheiratet, getraut sich nicht es Nancy zu sagen und lügt sie und seine Noch-Ehefrau an. Die Noch-Ehefrau ist äusserst unsympathisch und spielt mit allen.. So weiter und so fort...). Somit kommt das im Klappentext beschriebene und Titelgebende "Lavendelhaus" erst im letzten Fünftel vor. Weniger wäre klar mehr gewesen. Deshalb auch hier nur drei Punkte. 


Kommen wir zu den Krimis: 
Als erstes hab ich den Auftakt von Ellen Barksdale Cosy-Krimiserie  - mit etwas behäbigem Seriennamen - "Tee? Kaffee? Mord" gelesen. "Der doppelte Monet" berichtet wie Nathalie das Café ihrer verstorbenen Tante erbt und gleichzeitig einem Kunstbetrug auf die Schliche kommt und bekam von mir vier Punkte. Nun warte ich gespannt auf den zweiten Teil, der Mitte Februar erscheint.



Mein zweiter Krimi war ebenfalls ein Auftakt zu einer neuen Serie. Oder passt  der Begriff Übergang besser? Ich denke schon. Miss Mabel Clarence hat sich zur Ruhe gesetzt, aus Higher Barton wird ein Hotel und bekommt eine neue Leitung. Harvey macht das Rennen, immerhin darf Sandra als Assistentin mit - doch bald schon steht sie unter Verdacht, was sie nicht auf sich sitzen lassen will, denn Harvey wird auf Eis gelegt. Schnell macht Sandra Bekanntschaft mit den wichtigen Leuten im Dorf - die geschwätzige Metzgersfrau oder den aus der Mabel Clarence-Serie schon gut bekannten und beliebten Anwalt Alan Trengrove zum Beispiel. Und endlich lernen wir Alans Frau kennen, auch sie scheint wie Mabel und Sandra gerne zu ermitteln. Dieser erste Teil beginnt schon mal vielversprechend, doch es wird viel auf den Kopf gestellt und deshalb sollte man, um die Serie richtig zu beurteilen muss, wohl auch den zweiten Band lesen, der im September erscheint. Meine ausführliche Rezension zu "Auf Eis gelegt" sollte im Februar bald hier zu lesen sein. 

Und das wars dann auch schon im Januar - für den Februar habe ich bis auf "Mieze Undercover" als Rezensionsexemplar keine Bücher geplant zu lesen. Da die Schulsportferien in einer Woche beginnen weiss ich auch noch nicht, wieviel Zeit ich zum lesen haben werde. Sind wir öfters zuhause, dann werden es sicher weniger Bücher als wenn wir mehrere Ausflüge unternehmen und ich in der Bahn Zeit zum Lesen habe. Zuhause könnte ich dann mehr bei Skoobe bzw. auf dem iPad Mini lesen und unterwegs würden es Bücher auf Tolino oder Kindle sein. Schaun wir mal. 

Euch allen einen nicht zu kalten Februar!

Liebe Grüsse
Anya