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Donnerstag, 4. März 2021

Top Ten Thursday 04.03.21 - Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit N beginnt

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer). Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 




Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem N anfängt 
(zur Not auch Vorname)

Leider habe ich bei meinen gelesenen Büchern und auf meinem SuB nur gerade drei Autorinnen entdeckt, deren Nachname mit N beginnt. Deshalb musste ich auf die Vornamen ausweichen, da hatte ich eine wesentlich bessere Auswahl. 



Maria Nikolai hat die Schokoladenvilla-Trilogie geschrieben, von Robin Neeley ist "Sweet like you" im Herbst erschienen, Band 2 kommt Mitte Monat. Andrea Nagele ist eine Krimiautorin, deren Bücher leider noch auf meinem SuB warten.




 

Bei den N-Vornamen hab ich mich für Natasha Korsakova entschieden, die Krimis schreibt, die in Rom angesiedelt sind und mit klassischer Musik zu tun haben, z.B. "Tödliche Sonate". Weiter gehts mit Krimis, wir bleiben in "Taxi criminale" von Nora Venturini in Rom. Von dort gehts weiter nach Kreta, "Kretische Feindschaft" von Nikos Milonas geniessen. In Frankreich gibt es ein "Soufflé zum Sterben" von Noel Balen. Jetzt noch rüber nach Irland zu Niamh Greene mit "Coco und das Geheimnis von Glück", dann nach Deutschland mit Nele Jacobsen in den "Rosengarten am Meer" und zuletzt suchen wir mit Nadine Pungs "Das verlorene Kopftuch" im Iran.

Habt ihr 10 Autor*innen-Nachnamen, die mit N beginnen, gefunden? Oder musstet ihr wie ich auch auf die Vornamen ausweichen?


Donnerstag, 4. Februar 2021

Top Ten Thursday 04.02.21 - Zehn Bücher von Autor*innen, deren Nachname mit M beginnt

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer). Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher von Autor*innen, deren Nachname mit einem M anfängt

Ich hatte heute eine grosse Auswahl und habe mich schlussendlich für einen bunten Mix aus Romanen, historischen Romanen und Krimis entschieden, mit einigen älteren Titel und in der Hoffnung, dass diese lesenswerten Bücher neue Leser*innen finden, zum Beispiel "Sommerblau" für Filmfans, "Nora Roberts Land" für Nora Roberts-Fan und "Das Flüstern der Wände" für Krimi-Fans oder "Ich bin Circe" für Mythologie-Liebhaber. "Die Diva" beschreibt Maria Callas Leben, hier sind klassiche Musik-Aficionadas angesprochen, bei "Lottes Träume" Ski-Fans, bei "Whisky mit Schuss" verrät bereits der Titel, wer sich an dem Krimi erfreuen könnte. Espresso gibts für Kaffi-Süchtige bei "Der tote Carabiniere" en masse und Romantik-Leserinnen finden Gefallen an "Winterzauber wider Willen" und "Das kleine Cottage am Meer". 



 


 


Hier gehts zu den Rezensionen: 
- Nora Roberts Land von Ava Miles
- Winterzauber wider Willen von Sarah Morgan
- Sommerblau von Mia March
- Die Diva von Michelle Marly
- Lottes Träume von Beate Maly
- Ich bin Circe von Madeline Miller
- Das kleine Cottage am Meer von Debbie Macomber
- Whisky mit Schuss von Melinda Mullet
- Das Flüstern der Wände von Rebecca Michèle
- Der tote Carabiniere von Dino Minardi 

Jetzt bin ich gespannt, ob ihr die gleichen Autor*innen genommen habt, oder ganz andere! 

Dienstag, 5. November 2019

George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert

Klappentext:
Paris, 1831: Eine junge Frau in Männerkleidern betritt die Redaktion des renommierten Le Figaro. Ihre adelige Herkunft und die unglückliche Ehe hat sie hinter sich gelassen, sie ist bereit für den Neuanfang. Georges Leidenschaft sind die Worte: Mit ihrem jüngeren Liebhaber Jules lernt sie das Leben der Pariser Bohème kennen, gemeinsam verfassen sie ihren ersten Roman. Doch George erwartet noch mehr vom Leben, sie ist mutig und wissbegierig, immer bereit, Tabus zu brechen. Voller Leidenschaft stürzt sie sich in die Beziehung mit dem berühmten Komponisten Frédéric Chopin. Denn sie ist vor allem eines: eine bedingungslos Liebende.



Paris lag ihr zu Füssen - wenigstens vom Balkon aus. Denn nicht alle waren begeistert von der fleissigen Schriftstellerin, die sich in Männerhosen kleidete.

Als Aurore Dudevand 1804 geboren, trennte sie sich 1831 von ihrem Mann Casimir und lebte fortan abwechselnd drei Monate in Paris und drei Monate in Nohant im Haus ihrer Grossmutter, welches jedoch Casimir für sich beanspruchte. Anno 1831 in Paris beginnt daher auch dieser Roman. 

In Paris lebte Aurore auf, schrieb viel und verkehrte mit ihren Freunden aus ihrer Kindheit, sie nannten sich die Berrys. Sie arbeiteten fast alle bei Henri de Latouche, dem damaligen Herausgeber des Figaro. Zusammen mit Jules Sandeau, Aurores jüngerem Geliebten schreibt sie ihren ersten Roman unter dem Pseudonym J. Sand. Grosszügig wie sie war, war es Aurore egal, dass alle dachten, das Buch stamme allein von Jules. Doch der wollte das gar nicht, da Aurore das Meiste schrieb und er weder mit ihr mithalten noch alle ihre Ideen teilte. Für ihren zweiten Roman brauchte sie deshalb einen neuen Namen und entschied sich für den "Nom de plume", das Pseudonym George Sand. Fortan liess sie sich als George anreden. 

Vielen war George Sand befremdlich - eine Frau, die ihr Geld mit Schreiben von Büchern verdient und in Hosen herum läuft; kommt dazu, dass ihre diversen Liebesbeziehungen oft Stadtgespräch waren.

Und genau darum geht es in "George Sand und die Sprache der Liebe" von Beate Rygiert. Der Roman greift acht Jahre aus Georges Leben auf, ihre Jahre von 1831 bis 1839, und schildert das aufregende Leben der unkonventionellen Autorin. 

Wie sie sich um ihre Kinder Solange und Maurice kümmerte oder sich um sie sorgte, wenn sie nicht bei ihr waren. Wie George immer ans Schreiben dachte, ihre grosse Leidenschaft. Mir gefiel sehr, wie Beate Rygiert deutlich macht, dass Georg als Ernährerin der Familie, eben nicht nur Schreiben wollte, sondern auch stetig musste, um mit ihrem Lohn die Lebenskosten von ihr und den beiden Kindern zu decken. Dies im krassen Gegensatz zu ihren Freunden, die fast alle nur an sich selbst dachten. Alfred de Musset kam zum Beispiel gar nicht klar damit, dass George eine Vielschreiberin war, dass sie sich in Venedig strikt immer wieder hinsetzte und schrieb, anstatt das Leben zu geniessen. 

Den Roman könnte man auch mit "Liebe in Zeiten der Cholera" überschreiben: Tuberkulose, Cholera und andere Krankheiten bedrohten das Leben aller, es ging ums Überleben; die einen hatten wahnsinnige Angst, andere versuchten einfach nur zu Überleben. Auch diese Situationen und die unterschiedlichen Haltungen brachte mir die Autorin nahe.

Vor Jahren habe ich Biografien über Frédéric Chopin und über George Sand gelesen, wie auch Sands "Ein Winter in Mallorca". Ich hatte nur noch Georges Faszination von Chopins Musik vor Augen, aber nicht mehr wie hart es für die kleine Familie auf der Insel war. Heute denken wir bei Mallorca an Strand, Sonne und nette Spanier, doch damals waren die Mallorquiner nicht sehr fremdenfreundlich. Eindrücklich, wie Beate Rygiert beschreibt, wie George sich um den kranken Chopin kümmerte und um alles andere, dabei aber auch immer noch schreibt und ihren Vertrag auch unter widrigen Umständen erfüllt.

Von der Autorin hatte ich bisher erst "Herzensräuber" gelesen. Ich war gespannt, wie sie den Sprung vom Unterhaltungs- zum Biografieroman schafft. Es ist ihr gut gelungen, denn von der ersten Seite an war ich gefesselt.

Beate Rygiert konnte mir Georges Leidenschaft für ihre Romane, ihre Ideen zur Gleichstellung der Frauen und auch die Sehnsucht nach einer tiefen, aber unkomplizierten Liebesbeziehung vermitteln.

Fazit: Interessanter und fesselnder Einblick ins aufregende Leben von George Sand, auf ihre Art eine Vorreiterin in Sachen Frauenrechte. 
5 Punkte. 


Samstag, 7. September 2019

#litlovecountdown #9 Silvia Konnerth

Das Programm der lit.Love ist diese Woche erschienen.
Nach einem Blick darauf ist klar: auch dieses Jahr kann frau sich kaum entscheiden, an welchen Programmpunkte sie teilnehmen möchte. Erneut ist der Plan voll mit interessanten Talks, spannenden Lesungen und fröhlichen Meet & Greets. Ausserdem gibt es Workshops für angehende Autorinnen oder Besucher, die einfach gerne für sich Texte schreiben. 


Lasst uns zählen: 11, 10, 9...  

Heute sind wir bereits beim Countdown #9 und bei Autorin Silvia Konnerth angelangt.

Bevor Silvia Konnerths aktueller Roman beim Blanvalet Verlag erschienen ist, hat sie als Self Publisher bereits drei Romane veröffentlicht. 

Diesen Sommer erschien nun "Heideblütenküsse", der von einer jungen Frau mit Heimat- und Schuldgefühlen handelt. Bei den Leserinnen kommt der stimmige Roman gut an, er hat auch mich begeistern können. Silvia Konnerth liest am Sonntag an der lit.Love aus ihrem Roman und nimmt am Samstag wie auch am Sonntag an einigen Talks teil. Die genauen Programmpunkte und Zeiten könnt ihr dem Programm entnehmen. 



Die heutigen Countdown-Beiträge:


Bei Susanne Edelmann und bei mir findet ihr die Rezension zu "Heideblütenküsse":


- Susanne empfiehlt die amüsante Lektüre für ein gemütliches Lesewochenende (wie wärs grad jetzt, an diesem Wochenende?)



- Ich könnte das Buch das ganze Jahr hindurch lesen, aber den Wohlfühlroman mit dem Ausbüx-Pferd Elvis solltet ihr wirklich bald lesen. 

- Alexandra von Lesebuch hat Silvia Konnerth interviewt. 




Die unten aufgeführten Autorinnen werden wir im Countdown zur lit.Love vorstellen. Mit einem Klick auf den Namen kommt ihr zu den bereits erschienen Countdown-Beiträge. 




  • Samstag, 24.08.2019: Jana Voosen
  • Samstag, 31.08.2019: Meike Werkmeister
  • Samstag, 07.09.2019: Silvia Konnerth
  • Samstag, 14.09.2019: Beth O’Leary
  • Samstag, 21.09.2019: Lucinde Hutzenlaub
  • Samstag, 28.09.2019: Kristina Valentin
  • Samstag, 05.10.2019: Persephone Haasis
  • Samstag, 12.10.2019: Manuela Inusa
  • Samstag, 19.10.2019: Adriana Popescu
  • Samstag, 26.10.2019: Annette Wieners
  • Samstag, 02.11.2019: Katherine Webb



Unter den Hashtags #litlovecountdown und #litlove2019 findet ihr alle unsere Beiträge zum Countdown.

Montag, 25. Juni 2018

Krimi: Major Jules Gabin von Jean Jaques Laurent (Elsässer ...)

Frankreich-Krimis gibt es mittlerweile viele. Die meisten davon sind in der Provence oder der Bretagne angesiedelt. Das Elsass ging bis vor zwei Jahren leer aus, doch 2016 erschienen gleich zwei neue Serien - und beide spielen im Elsass. Eine der Serie spielt in Eguisheim, geschrieben von Jules Vitrac und schon auf meinem Blog vorgestellt. Die zweite Serie spielt im fiktiven Rebenheim, der Autor ist Jean Jaques Laurent. Beide Serien wurden von deutschen Schriftstellern verfasst, doch beide schreiben unter einem französisch klingenden Pseudonym.

Heute stelle ich euch die Serie von Jean Jaques Laurent vor. Sein Ermittler ist Major Jules Gabin. Der neue Polizeichef stammt von der Atlantikküste, nahe La Rochelle und wollte weg. Weg von einer Beziehung, die ihn einengte und in der er schon lange nicht mehr glücklich war. So ganz neu im Elsass muss er sich erstmal mit der anderen Küche, der unterschiedlichen Mentalität und anderen Eigenarten der Elsässer herum schlagen. Rebenheim hat eine Stadtmauer mit zwei Stadttürmen, unter den Einheimischen haben die Gasen entlang der Stadtmauer Namen der besten Weine bekommen - das ist nicht ganz einfach als Neuzugezogener.

Jules kommt für die ersten zwei Bände in der Auberge de la Cigogne unter, Wirtin Clotilde nimmt ihn unter seine Fittiche und gibt ihm Nachhilfe in Elsässisch und viele Tipps. Doch bevor er überhaupt sein Zimmer beziehen kann, wird er schon zum ersten Mord gerufen. Und er dachte, Rebenheim sei ruhig.

So hat er gar keine Zeit um richtig anzukommen und seine Mitarbeiter in Ruhe kennen zu lernen. Auf der Gendarmerie nationale arbeiten der Gendarm François Kieffer und Adjutant Alain Lautner, die beide ein wenig arbeitsscheu sind, um es mal nett auszudrücken. Charlotte Regnier ist die gute Seele des Polizeipostens. Untersuchungsrichterin Joanna Laffargue aus Colmar hat bei den Ermittlungen auch jeweils ein Wörtchen mitzureden.
Mit der hiesigen Arbeitsmoral hat Jules seine Mühe, und er nervt sich, dass die Polizisten untereinander Elsässisch reden und er nichts davon versteht. 

Jules lernt im Laufe der Ermittlungen im ersten Band viele Einheimische kennen, die auch in den nachfolgenden Büchern vorkommen. Die wichtigsten sind sein Vorgänger Lino Pignieres und Journalist Vincent le Claire. Um sich unter die Leute zu mischen und Kontakte zu knüpfen, beginnt Jules Boule zu spielen und fährt bei der örtlichen Radsportgruppe mit.

Wie es beim ersten Band einer neuen Serie so ist: die Fälle stehen meistens noch nicht so im Vordergrund, denn die Crew muss sich erst einarbeiten oder zumindest vorgestellt werden. So auch hier, doch einem ersten Band verzeihe ich es noch, wenn die Vorstellung auf Kosten der Ermittlungen gehen. 

Mich störte in den ersten drei Büchern zwei andere Dinge enorm:
Erstens, dass Jules auf Dinge hingewiesen wird, die anno dazumal in Rebenheim geschahen und zu einem Geheimnis hoch stilisiert wurde. Die Auflösung dieses Geheimnisses erfolgt erst im dritten Band. 

Zweitens benehmen sich Jules Mitarbeiter, insbesondere François Kieffer, nicht sehr kollegial und extrem arbeitsscheu. Sie haben null Elan und müssen auf alles hingewiesen werden. Extraschichten einlegen, wie es zur Polizeiarbeit gehört, wollen sie nicht, sondern werden frech, wenn sie dazu aufgefordert werden. Selbst zu denken und selbst die Initiative ergreifen kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Jules schaut dem Treiben zu und sagt nichts, ärgert sich bloss. Im ersten Band konnte ich noch darüber hinwegsehen, doch danach hat er sich eingearbeitet und hätte längst ein Machtwort sprechen müssen. Doch nein, selbst im vierten Band tanzen sie ihm noch auf der Nase herum.

Diese beiden Beispiele wirken sehr unglaubwürdig und langweilig auf mich. Hätte ich nicht die ersten beiden Bücher miteinander gekauft, sondern nur den ersten Band, ich hätte die Serie nicht weitergelesen. Doch auch im zweiten Band tat sich nichts, aber es wurde zumindest bekannt gegeben, dass diese eine geheime Sache im dritten Band endlich aufgelöst wird - da hab ich ihn dann auch noch gelesen, um zu erfahren, ob das jetzt wirklich so ein grosses Ding war. War es natürlich nicht wirklich. Aber die Serie hat mir ab dem dritten Band angefangen zu gefallen, sie wächst nun aus den Kinderschuhen heraus. 

Zum vierten Band habe ich eine Rezension geschrieben, ich verlinke sie hier in den nächsten Tagen, wenn sie online geht. Schade, dass das Cover nun verändert wurde. Ich vermisse vor allem den verbindenden Storch ("Cigogne"), der zu Rebenheim passt. 

Kennt ihr die Serie um Major Jules Gabin? Habt ihr bis zum vierten Band durchgehalten?


Band 1: Elsässer Erbschaften
Kaum hat Major Jules Gabin seinen neuen Posten im Elsass angetreten, herrscht Unruhe in den verschlafenen Fachwerkgassen von Rebenheim. Vor der mittelalterlichen Stadtmauer wurde eine junge Frau erschlagen. Was wollte die Lokalreporterin auf dem brachliegenden Weinberg? Wurde sie zufällig zum Opfer, oder war sie einer brisanten Story auf der Spur? Während seine alteingesessene Herbergsmutter noch versucht, ihn an Flammkuchen und Silvaner zu gewöhnen, hat Gabin bereits einen ersten Verdächtigen ausgemacht. Doch die Wurzeln des Verbrechens liegen tief in der Geschichte der Region verborgen.




Band 2: Elsässer Sünden 
Ein Brandstifter hält ganz Rebenheim auf Trab. Bisher fielen nur leer stehende Häuser den Flammen zum Opfer, nun jedoch auch ein Mensch. War es ein tragischer Unfall oder mörderische Absicht? Gabins Ermittlungen führen ihn zu Bernadette. Die ehemalige Weinkönigin wurde bei einem Autounfall so schwer verletzt, dass sie seither entstellt ist. Sie hätte ein starkes Motiv, denn der Tote befand sich damals in dem Unfallwagen. Aber sie hat auch ein wasserdichtes Alibi. Und noch etwas anderes bereitet Gabin Kopfschmerzen: Lilou, seine Freundin aus dem fernen Royan, hat ihren Besuch angekündigt. Was passiert, wenn sie auf die hübsche Untersuchungsrichterin trifft, die Gabin mehr als einmal geküsst hat?



Band 3: Elsässer Versuchungen
Seit einem Jahr leitet Major Jules Gabin die Gendarmerie in dem beschaulichen Städtchen Rebenheim mit Erfolg. Nur als ein Toter am Ufer des Rheins angeschwemmt wird, interessiert ihn das zunächst herzlich wenig, denn der Fluss liegt nicht in seinem Zuständigkeitsbereich. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass das Opfer zuletzt Gast in der hiesigen Pension Auberge de la Cigogne gewesen war. Und damit nicht genug: Der Deutsche, ein Geologe, verfolgte eine heikle Mission – er suchte im Elsass, in dem sich eigentlich alles nur um Wein und Kulinarisches dreht, nach Goldvorkommen. Wurde das Opfer aus schnöder Habgier umgebracht? Major Gabin hat da so seine Zweifel.



Band 4: Elsässer Verfehlungen 
Eigentlich hat Major Jules Gabin, Leiter der Gendarmerie im beschaulichen Weinort Rebenheim, gerade überhaupt keine Zeit für dienstliche Belange: Denn seine Ex-Freundin Lilou sitzt im Vorzimmer der Wache – mit einem unübersehbaren Babybauch. Sollte er etwa der Vater sein? Doch die Pflicht ruft: In einer Vogesenhöhle wurde der Leichnam des Rebenheimers Richard Jardin aufgefunden, der bei einer Kletterpartie im Untergrund abstürzte und sich das Genick brach. Die Retter melden Zweifel am Unfalltod des versierten Hobbyhöhlenforschers an, und tatsächlich stößt Major Gabin auf Hinweise, die auf einen perfiden Mord hindeuten.



Reihenfolge:

Mittwoch, 29. November 2017

Lesung mit Margrit Auer oder wie man (s)ein Kind glücklich macht

Kindergeburtstag - uff, schon wieder! Was soll man schenken, wenn sie schon alles haben, sich nur Büchergutscheine wünschen (und bekommen), aber doch mal was anderes ist?

Mir kam Zürich liest zugute - im Rahmen des Lesefestivals sollte auch die Autorin der beliebten Kinderbuchreihe "Die Schule der magischen Tiere" eine Lesung für Kinder abhalten. Die Lesung wurde organisiert vom Kinderbuchladen Zürich.

So schenkte ich meiner Tochter einen Überraschungs-gutschein für den Samstagnachmittag, 29. Oktober. Sie hatte keine Ahnung, ich hab dicht gehalten und rein gar nichts verraten. Bis zu diesem Samstag ging es noch mit der Neugier, doch nachdem ich sie um 14:00 Uhr vom Training abholte, fing es an mit der Fragerei: Wohin gehen wir? Womit hat die Überraschung zu tun? Gehen wir in eine Buchhandlung? In den Zoo? Etwas Essen? Reiten? Nein, nein, nein... ich verrate nichts. Wir gingen zuerst noch einkaufen mit dem Papi, der danach aber alleine nach Hause ging. So langsam liefen wir Richtung Niederdorf. Gehen wir ins Grossmünster? Machen wir einen Umweg? Ja, zum Starbucks, ich wollte noch einen Kaffi und Tochter bekam ein Cookie. Doch vorher kamen wir am Kinderbuchladen vorbei - da ich befürchtete, dass eins der Schaufenster wegen der Lesung entsprechend dekoriert ist, bog ich vorher ab und erst auf dem Rückweg Richtung Grossmünster liefen wir beim Buchladen vorbei. Glück gehabt, die Schaufenster waren nicht dekoriert (eigentlich schade, vielleicht wären dann noch mehr Zuschauer an die Lesung gekommen?). 

Vor der Helferei ein Schild - "Mami, Martin Luther-Theater?" Nein, wir müssen eine Etage höher - und da hat sie auch schon den Bildschirm entdeckt. Echt? Lesung? Ist die Autorin auch da? Wie lange geht es? Und so ging die Fragerei weiter bis wir oben im Saal angelangt waren. Mein Kind strahlte mittlerweile von einem Ohr zum anderen - Überraschung gelungen! 



Neben Bettina von Bleisatz war Frau Auer auch schon da und wir durften gleich ein Foto machen. Danach suchten wir unsere Plätze. Für alle, die Tickets vorbestellt hatten, wurde ein Sitzplatz reserviert. Deswegen kamen wir in den Genuss von tollen Plätzen in der ersten Reihe. 



Bald schon füllte sich der Saal und pünktlich begrüsste eine Mitarbeiterin des Kinderbuchladens die Autorin und die Zuschauer. 

Daraufhin legte Margrit Auer  los. Sie erzählte über sich sowie Grundlegendes über ihre Kinderbuchserie, las aus zwei Büchern vor, projizierte Bilder dazu auf die Wand und irgendwann fanden sich alle Besucher in einer Turnstunde mit Schildkröte Henriette: stehend, rennend, hüpfend, fliegend... 









Ausser Atem durften wir uns wieder setzen und hörten gebannt weiter den vielen Abenteuer aus der Wintersteinschule zu. Danach durften der Autorin Fragen gestellt werden, die sie zur Zufriedenheit aller beantwortete.










Zuletzt wollte Frau Auer wissen, welches magische Tier die Kinder selbst gerne hätten. Vielleicht taucht ja das eine oder andere in einem der nächsten Bücher auf, wer weiss. 
Hm, eigentlich wäre ein kleines Tier, welches man in der Jackentasche dabei haben könnte ja ideal. Eine Maus oder ein Hamster. Aber ein Esel oder Kamel fände ich in der Schule der magischen Tiere weitaus spannender. Mal sehen, welche Tiere Mister Morrison nächstens in die Tierhandlung aufnimmt, 



Und dann war die Lesung auch schon zu Ende, wieder pünktlich auf die Minute, wir sind ja schliesslich in der Schweiz. Die Kinder und auch wir Erwachsene hätten alle gerne noch weiter den Schilderungen der Autorin gelauscht. Margrit Auer war sehr gut vorbereitet und gestaltete die Lesung interessant und abwechslungsreich. 
Man merkt, dass sie einen sehr guten Draht zu den Kindern hat und auch nicht das erste Mal vor einer Meute Schüler steht. Nicht nur in Zürich bei der Lesung, auch mit ihren Büchern macht sie viele Kinderherzen glücklich. Herzlichen Dank für die schöne, aber viel zu kurze Lesung! 

PS: Meine Tochter hat in den Tagen nach der Lesung gleich nochmals alle Bücher gelesen und freut sich, dass der neueste und neunte Band, der morgen erscheint, am Freitag in ihrem Adventskalender steckt - auf ihren Wunsch, denn schliesslich war bisher ja immer Anfang Dezember ein Buch im Kalender versteckt :-) 

Donnerstag, 8. Juni 2017

Auf Federicas Spuren in Rom 2

"Hier im Testaccio, dem alten, vergessenen Viertel ... von Rom" spielt sich der Roman "Liebe auf drei Pfoten" von Fiona Blum ab. Der wunderschöne Roman machte so richtig Lust, wieder einmal in die ewige Stadt zu reisen. Meine Familie hatte ich schnell überzeugt und so machten wir uns in den Frühlingsferien auf nach Rom. Wir sind zwar keine Frühaufsteher wie Federica, aber die Stadt ist nicht nur frühmorgens sehenswert. 


"Hier im Testaccio, dem alten, vergessenen Viertel rund um den ehemaligen Schlachthof von Rom, war das Geld knapp, und kaum einer konnte es sich leisten zu verreisen. Das Testaccio rühmte sich damit, dasjenige historische Viertel zu sein, das in jeder Hinsicht am weitesten vom heiligen Zentrum der Stadt entfernt lag.... Es gab hier keine Sightseeing-Busse, keine Schneekugeln mit Petersdom und kein menu turistico. Stattdessen eine Pyramide voll streunender Katzen und viele Verrückte, Einsame und Gestrandete." (S.7/156)




Wir fuhren also mit der Metro zur Pyramide, überquerten die Strasse und suchten den Eingang zum protestantischen Friedhof, den Cimitero acattolico. Dazu muss man rechterhand um die Pyramide laufen, von dort kann man schon mal einen Blick aufs Gelände werfen. Doch der Eingang befindet sich etwa 2-3 Gehminuten weiter weg, links in die Via Caio Cestio 6 einbiegen und nach ca. 100m erreicht man die Pforte.



Auf dem Friedhof befindet sich nicht nur das Grab von Goethes Sohn August oder dasjenige des englischen Poeten John Keats oder der sehr eindrückliche trauernde Engel, der ein Bildhauer seiner verstorbenen Frau als Grabmal schuf, sondern auch der letzte Ruheplatz einer der Romanfiguren aus "Liebe auf drei Pfoten".
Während unserem Besuch hörten wir plötzlich Gesänge - eine kleine orthodoxe Gedenkfeier fand an einem der Gräber statt.








In der Nähe des Grabmals von John Keats lag dann auch diese Katze im Gras und ich stellte mir vor, es wäre Bruno, der das Grab der besagten Romanfigur besucht. Obwohl Bruno ein schwarzer und nicht ein rotgetigerter Kater ist.

Bänke laden die Besucher zum Verweilen ein, auch Katzen dürfen sich hier erholen. Ausserdem ist auf dem Areal ein Katzenasyl untergebracht, von dem auch im Roman berichtet wird. An einem Zaun hängt eine kleine Kasse, für die Katzen Roms wird damit Geld gesammelt. Frauen wie Flavia füttern hier die Katzen. 

"Die Katzen von Rom waren es wert, dass man sie liebte, auch wenn das nicht alle so sahen. Rund dreihunderttausend gab es in der Stadt und sie waren allesamt etwas Besonderes. Mit ihren eigensinnigen, sturen Katzenherzen hingen sie an den alten Ruinen der Stadt, stromerten zu Hunderten zwischen römischen Säulenresten herum und lagen auf antiken Mauern träge in der Sonne, ganz so, als hätte das römische Imperium einzig und allein zu dem Zweck existiert, um den streunenden Katzen ein angemessenes Heim zu bieten. Nicht zu übersehen war allerdings auch das Elend der stillen Okkupanten, die allein schon aufgrund ihrer immer weiter wachsenden Zahl kaum noch etwas zu fressen fanden und mildtätige Gaben alter, verrückter Frauen wie Flavia Buonacuore angewiesen waren.." (S. 43 und 44/156)

Weiter ging es vorbei am Monte Testacchio, den Scherbenhügel, runter zur Markthalle, in der die Bewohner des Quartiers einkaufen. 
Von dort quer durchs Quartier zur Kirche Santa Maria del Liberace. Gegenüber befindet sich ein Park, in den die Kinder nach dem Besuch in Fé's Bibliothek hinrannten. "Matteo lief die Via del Arcangelo hinunter und bog auf die schattige Piazza Santa Maria Liberatrice ein, seine heulende Schwester Fiammetta im Schlepptau." (S.91/156) Flavia setzte sich kurze Zeit später auf dieselbe Bank und entdeckte das vergessene Buch, doch Matteo kam zurück, um es zu suchen: "Haben Sie ein Buch gefunden, Signora?" "Hast du denn eins verloren?" (S.102/156)

Zwei Strassen weiter lief vor mir eine ältere Frau und sogleich stellte ich mir sie vor als Flavia, die mit ihrem Einkaufswagen etwa so im Quartier unterwegs war.
"Als die Katze vor das Auto lief, hatte Flavia Buonacoure ihren Einkaufswagen bereits vollgepackt und war losgegangen. Jeden Tag schob sie den klappernden Wagen, den sie sich vor langer Zeit von dem kleinen Supermarkt an der Ecke ausgeliehen hatte, von ihrer Wohnung bis zur Pyramide des Cestio, die das äusserste westliche Ende des Testaccio markierte." (S. 41/156)
"Auch heute ging Flavia ihren üblichen Weg zur üblichen Zeit... Sie hatte nach einigen Experimenten herausgefunden, dass die Mittagszeit die beste Zeit war, um ihre Schützlinge zu füttern, weil es dann am stillsten war." (S.43/156) 



Überall in Rom finden sich solche Brunnen. Dieser hier findet sich an der Ecke der Via A. Vespucci, die Strasse, die im Buch die Via Arcangelo darstellt. "Immerhin lebte man in Rom, der glanzvollen Hauptstadt des Imperiums Romanum, die schon vor zweitausend Jahren über die modernste Wasserversorgung der antiken Welt verfügt hatte. Aus dieser Zeit stammten auch noch die zahllosen Brunnen, aus denen man sich in der Stadt an jeder Strassenecke mit frischem, sauberem Wasser versorgen konnte." (S.23/156)





Ein paar Schritte weiter könnte Federicas Wohnung liegen. Sie wohnt oben in einem Mehrfamilienhaus, Balkon an Balkon mit ihrem Nachbarn Mimmi, vielleicht sieht es ein wenig so wie auf dem Foto aus. Ebenso passt der begrünte und mit Palmen bepflanzte Innenhof. 

"Federica lag auf dem Balkon und wartete. Sie wartete, obwohl sie sehr gut wusste, dass es umsonst war: Es würde kein Luftzug wehen, nicht einmal der Hauch eins Luftzugs. Die drei staubigen Palmen in der Mitte des Hinterhofs standen matt und vollkommen reglos in der unbewegten Luft." (S.7/156)




"Und jene schmale Strasse, die den hochtrabenden Namen Via del Arcangelo trug. Versteckt zwischen alten Häusern, von denen der Putz vergangener Jahrzehnte blätterte, folgte sie im Verborgenen der Biegung des Tibers von der Ponte Sublico bis zur Ponte Testaccio. Dort, in einem ehemals terrakottarot gestrichenen Haus mit einem kiesgedeckten Innenhof, lag Federica Mazzanti in der schwülen Hitze der Juninacht auf dem Balkon ihrer Dachgeschosswohnung und wartete auf den Schlaf, der nicht kommen wollte." (S.7/156)


Einmal im Monat gingen Federica und Mimmi zusammen essen. Entweder in die Trattorio von Pasquale oder "Wenn das Geld für solch lukullische Genüsse nicht reichte, tat es auch eine Pizza Margherita oder eine Piadina an Raffis Bar in der Via Marmorata. (S.21/156) Wir taten es ihnen gleich und assen an der besagten Strasse im "Il Gianfornaio" zu Mittag.



Von oben an der Via Marmorata geht links eine kleine Strasse hinauf auf den Aventin. Dort steht das Hotel Anselmo, das der Frühstückspenion, in der Federica morgens arbeitet, nachempfunden wurde.  "...aber andererseits war das Albergo Il Nido, das Nest, in dem sie als Frühstücksfräulein arbeitete, so verschlafen und fernab aller Massentourismusströme gelegen, dass sich nur sehr selten grössere Reisegruppen hierher verirrten." (S.9/156)



Ganz oben auf dem Aventin befinden sich einige schattenspendende Parks, von denen man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Federica stand am Ende des Romans jedoch auf der anderen Seite, auf dem Gianicolo. Ich bin mir sicher, sie hatten einen ebensolch schönen Ausblick.












"Auf dem Aussichtspunkt des Piazzale Gianicolo angekommen, parkte sie ihr Mofa, hob die Tasche mit Bruno aus dem Gepäckträger und ging mit ihr nach vorn zur steinernen Brüstung. Vor ihr lag die Stadt in ihrer ganzen unglaublichen, unwirklichen Pracht..." (S. 154/156)


Auf diesem Foto sieht man vom Aventin aus über den Tiber nach Trastevere. Das grosse, langgezogene Gebäude ist der Complesso Monumentale die San Michele a Ripa Grande und eins der grössten Gebäude Roms. Rechts daneben ist in der Querstrasse Via del Porto die Tierarztpraxis angesiedelt. Federica war von Testaccio aus mit ihrer Vespa rasch dort.

"Federica gab noch mehr Gas, sie fuhr jetzt schnell, schneller als der Verkehr, der sich stockend auf der Ponte Sublicio über den Tiber drängte. Haarscharf fuhr sie rechts an einer ganzen Kolonne vorbei, ignorierte die rote Ampel und bog rechts ab, den Lungotevere Ripa Grande entlang. Dort war bereits die kleine Via del Porto. Sie parkte auf dem Gehsteig, vergass, ihr Mofa abzusperren, und hob die Katze mitsamt der Bluse der alten Frau aus der Kiste. Ein kleines, ziemliche neues Schild an der alten, verwitterten Fassade eines Hauses sagte ihr, dass sie richtig war. Sie klingelte, zwei, drei Mal, und bemerkte in ihrer Ungeduld nicht gleich, dass die Tür längst offen war." (S.55 /156)

Tierarzt Dr. Fontanari hat seine Praxis und die Sprechstundenhilfe Signora Mazza von seinem Vorgänger übernommen. Sie mag es nicht, wenn er herrenlose Tiere behandelt - nicht nur deshalb würde er sie manchmal am liebsten vor die Türe stellen. Doch er ist viel zu gutmütig. 
"Davide Fontanari seufzte und machte sich ebenfalls auf den Weg zu seinem verbeulten Fiat, der auf dem winzigen Privatparkplatz, stand, der zu der Praxis gehörte und in dieser Stadt nicht mit Gold aufzuwiegen war. Morgen. Morgen würde er seine Sprechstundenhilfe in ihre Schranken weisen. Ganz sicher." (S. 85/156) 
Wahrscheinlich besass er nicht solch einen leuchtend gelben Fiat, aber die stehen in vielen Farben in allen Ecken Roms in diversen Stufen von nigelnagelneu bis zu verbeult und total verrostet.


Kein Foto habe ich von Federicas Bibliothek. Der im Buch dargestellte Platz ist fiktiv am Ufer des Tibers gelegen. Real führt je eine grosse Autostrasse auf beiden Seiten des Tibers entlang. Vom Friedhof her kommend, oberhalb des Scherbenhügels, an der Via Nicola Zabaglia, sah ich jedoch eine gerade geschlossene und nicht direkt an der Strasse gelegene Bibliothek. 

Auf dem im Buch beschriebenen Areal befinden sich Werkstätten einiger Künstler. Einer von ihnen ist Martino, der sich sein Geld als römischer Legionär verdient. Verkleidete junge Männer standen früher zuhauf rund um das Kolosseum, doch dort standen nur Unmengen von Touristen und Guides, die wetteiferten, wer die nächsten Touristen ins Kolloseum führen darf. Legionäre fand ich dafür überraschend ein paar Tage später beim Eingang des Park der Villa Borghese. 
"Martino arbeitete seit einigen Jahren als Legionär. In voller Rüstung, die er sich selbst hatte anfertigen lassen, postierte er sich jeden Tag zusammen mit einigen Kollegen vor dem Kolosseum und wartete auf zahlende Touristen, die mit ihm zusammen ein Foto machen wollten... Wenn er nicht als Legionär arbeitete, war er Künstler, allerdings eher einer von der brotlosen Sorte.... Leider war der Stadtradt von Rom in diesem Frühjahr urplötzlich auf die Legionäre aufmerksam geworden und hatte begriffen, dass sich damit Geld verdienen liess. Und so waren sie ganz schnell verboten worden, und man verteilte neuerdings teure Tageslizenzen für alle, die sich weiterhin auf diese Weise verdingen wollten."(S.26/156)

Zu Fuss hat man natürlich länger als Federica auf ihrer Vespa, aber der Campo di Fiori ist auch per pedes gut erreichbar. Auf dem schönen Platz kann man täglich dem Marktgeschehen beiwohnen, einfach nur ein Gelati oder Tartuffo geniessen oder in einem der umliegenden Restaurants essen. Oder sich wie Federica auf die Stufen der Statue von Bruno Giordano setzen und wie sie ein Buch lesen. 


"Federica mochte Steine lieber als Menschen. Deshalb war vielleicht auch Giordano Bruno ihr Freund. Natürlich war auch er eimal ein Mensch aus Fleisch und Blut gewesen, doch das war langer her... Zweihundert Jahre später war ihm auf diesem Platz südlich der grossen und ungleich prächtigeren Piazza Navona ein steinernes Denkmal errichtet worden. Dort stand er noch immer, ein steingewordener Philosoph und Volksheld, die Kapuze tief in die Stirn gezogen, den Blick auf ewig anklagend in Richtung des Vatikans gewandt. Federica besuchte ihn oft. Manchmal, wenn sie rechtzeitig aufgestanden war, noch vor der Arbeit im Postamt, meist aber, bevor sie ihr Arbeit als Frühstücksfräulein bei Signora Zafferano antrat... Damit setzte sie sich ihrem Freund zu Füssen und stellte ihm die eine oder andere Frage. Es ging dabei meist um Dinge, die sie gelesen hatte und die sie nicht losliessen." (S.14/156)

Am Ende unseres "Liebe auf drei Pfoten"-Tages entdeckte ich in Trastevere in einem kleinen Hinterhof, in dem ich eigentlich nur eine Marienstatue anschauen wollte, den kleinen Bruno. Er blickte neugierig aus der Pförtner-Wohnung durchs Fenster und es war wie bei Federica Liebe auf den ersten Blick:


"...der keine Kater war nicht umsonst ein zäher mit allen Wassern gewaschener Strassenkater, der bereits sechs wilde Leben hinter sich hatte. Er erkannte eine Chance, wenn sie sich ihm bot. Und dieser Geruch, der zu der Frau mit der leisen Stimme und den vorsichtigen Händen gehörte, war so eine Chance. Und so beschloss der Kater - der nicht wusste, dass er von nun an Bruno genannt werden würde, nach einem Ketzer, der von unendlichen Welten geträumt hatte - mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit, die der Sturheit von Federica und den weissen sardischen Eseln in nichts nachstand, auf dieser Welt zu bleiben..." (S.64/156)

Ich hoffe, dieser Ausflug nach Rom zum Schauplatz von Federica und ihren Freunden hat euch gefallen und macht Lust, das Buch zu lesen und auch einmal nach Rom oder an den Schauplatz eurer Lieblingsbücher zu reisen! Mir und meiner Familie hat es auf jeden Fall viel Spass gemacht mit einem etwas anderen Reiseführer durch Testaccio und Trastevere zu schlendern und den Aventin zu erklimmen! 

Vielen Dank an Fiona Blum, die mir bereitwillig Auskunft über das Setting ihres beliebten Romans gab! 


(Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf das eBook, gelesen auf dem Tolino)