Mittwoch, 25. Mai 2022

Krimi: Siena Carciofine und die Toten vom Weinberg von Laura Fiore (Siena Carciofine 1)

Klappentext:
Schon lange träumt Siena davon, Ermittlerin zu werden. Die zwei Toten, die unweit vom Haus ihrer Nonna in den Weinbergen der Toskana gefunden werden, kommen ihr da gerade recht. Endlich passiert mal etwas! Nicht ganz so gelegen kommt Siena hingegen, dass sie plötzlich selbst zu den Verdächtigen zählt. Und dann wird sie auch noch von einem Stalker verfolgt, der ihr überall Rosen hinterlässt – genau die Blumen, die auch am Tatort gefunden wurden. Aber die Polizei schenkt Sienas Theorie, wer der Mörder sein könnte, keinerlei Beachtung. Da hilft nur eins: Sie muss die Sache selbst in die Hand nehmen. Wäre doch gelacht, wenn sich Sienas selbst angeeignetes Spionage-Wissen hier nicht auszahlen würde.


Mit neuen Toskana-Krimis kann man mich schnell locken, besonders, wenn das Cover auch noch so nett aussieht wie das von "Siena Carciofine und die Toten im Weinberg". 

Siena ist Online-Reporterin in Florenz, ist aber oft auf dem Land bei ihrer Nonna, bei der sie aufgewachsen ist, zu Gast und hat dort immer noch ein Zimmer. Gerade einmal wieder, und sie hört frühmorgens Schüsse in der Ferne. Ob Gianni, der im Anbau wohnt, wieder auf der Kaninchenjagd war? Doch als sie ihn kurz später sieht, ist er völlig neben den Schuhen. Siena schiebt sein Verhalten auf den frühen Morgen. Als sie aber im Laufe des Tages von einem Doppelmord in den Weinbergen hört und den Auftrag hat, vor Ort einen Bericht zu schreiben, wird sie skeptisch. Erst recht, als sie hört, wer die Opfer waren. 

Siena beginnt selbst zu ermitteln, sie träumt schon lange davon, Polizistin, Detektivin oder gar Geheimagentin zu sein. Nun kann sie sich erstmals beweisen, aber ihr kommt die Polizei und ein Stalker dazwischen. 

Eigentlich ist es ein ganz netter Cosy-Krimi mit einer ziemlich verpeilten Protagonistin. Sie vergisst nämlich ganz oft ihre Brille oder ihre Kontaktlinsen und sieht dann natürlich kaum was. Das sollte wohl ein Spleen sein, aber ich fand das enorm nervig. Sonst aber ist Siena ganz okay, auch die anderen Charaktere wie La Nonna, Gianni, Sienas beste Freundin Sara, ihr Chef Enzo und die Polizei, vertreten durch Luca Bruno und dessen Chef Fabrizio. Ich bin gespannt, wie die alle sich in den nächsten Bänden weiter entwickeln. 

Autorin Laura Fiore kennt Florenz gut, das merkt man bei den örtlichen Beschreibungen. Sie schreibt mit einem Augenzwinkern und so, dass die Spannung bis am Ende aufrecht erhalten wird. 

Ich wurde ganz gut unterhalten und bin bei einem allfälligen zweiten Band gerne wieder dabei.

Fazit: Ein Erstlingskrimi, der Lust auf weitere Abenteuer mit Siena macht. Vielleicht vergisst Siena ihre Brille/Kontaktlinsen dann weniger und dann gibts sicher auch mehr als 3.5 Punkte. 

Dienstag, 24. Mai 2022

Die Hoffnung der Marienkäfer von Patricia Koelle (Inselgärten 5)

Klappentext:
Während eines Kuraufenthalts beginnt Leonie einen Webkurs – und bald darauf, ihren Alltag umzukrempeln. Denn nach vielen beruflichen Jahren am Schreibtisch löst die praktische Arbeit mit den Händen etwas in ihr aus. Kaia hadert mit ihrem Studium. Ihre Freundin Remy Kreyhenibbe möchte sie aufheitern und bittet sie darum, ein Haus auf der Insel Poel anzuschauen, das den Inselgärten gespendet worden ist. Kaia macht sich auf den Weg und fühlt sich erst einmal unendlich einsam. Als Leonie und Kaia aufeinandertreffen, ahnen die beiden Frauen noch nicht, welche Möglichkeiten ihnen diese Begegnung eröffnet, und dass es manchmal besser ist, das Leben auf sich zukommen zu lassen.

Ich finde es immer ein wenig traurig, wenn man den letzten Band einer Reihe liest. Man muss Abschied nehmen von lieb gewordenen Charakteren und im Fall dieser "Inselgärten"-Reihe auch von wunderbaren Gärten, die man am liebsten all besuchen würde.

Zwei Gärten kommen nun noch dazu. Zum einen der eine Garten, von dem Leonie schon als Kind träumte. Sie wohnte gleich daneben, doch die Besitzer erlaubten ihr nicht, den geheimnisvollen Garten zu entdecken. Sie müsse Geduld haben, meinte ihr Vater, Geduld, so wie die Marienkäfer. 

Viele Jahre später, nach einer tollen Karriere in der Finanzbranche und wohl kurz vor dem Burnout, wird sie bei einer Kur an diesen Garten erinnert. An die Farben, die sich ihr einprägten. Zudem ist sie von einer Weberin und ihren gewebten Schaustücken begeistert und macht kurzerhand einen Kurs am Webstuhl. Sie möchte Farbverläufe, die sich ihr einprägten, nachweben - und weiss: sie muss ihr Leben ändern und endlich ihren eigenen Garten haben.

Derweil schickt Remy Kaia auf die Insel Poel. Remy hat von einer Leserin von "Mervins Garten" ein Haus mit Garten geerbt und Kaia soll dort nach dem Rechten sehn und das Haus in einen verkaufsbereiten Zustand bringen. Kaia, die sich nach Wurzeln und Heimat sehnt, fühlt immer mehr, dass Rapakiwi ihr eine Heimat sein könnte, doch wie bisher immer in ihrem Leben, muss sie auch dieses Mal bald wieder Abschied nehmen, spätestens wenn das Haus verkauft wird. Sie hadert mit ihrer Doktorarbeit, will etwas Künstlerisches tun, ist auf der Suche nach sich selbst. 

Dieser fünfte Band ist den Farben, der Kunst und der Suche nach Heimat, nach einem Ort, an dem man sich wie die Pflanzen in den Gärten verwurzeln kann, gewidmet. Alle Charaktere, nicht nur Leonie und Kaia, sind auf dem gleichen Pfad unterwegs und es ist sehr interessant ihre Wege auf diesen 512 Seiten zu begleiten. 

Patricia Koelle beeindruckt in "Die Hoffnung der Marienkäfer" erneut mit ihrem einzigartigen und einfühlsamen Schreibstil. Ihre Liebe zur Natur spürt man in jedem Wort. Man weiss gar nicht, über was man mehr begeistert sein soll, etwa vom Pfirsichbaum Robin, den Marienkäfern, über die man Wissenswertes lernt oder über Szenen, die im Moor spielen oder wenn die Protagonistinnen in ihren Gärten Geheimnisvolles entdecken, dabei denke ich aktuell an farbige Blumen und Bodenmosaike.

Nicht nur die einzelnen Romane sind sehr stimmig in sich, auch die Reihenabschlüsse überzeugten mich bisher immer. So auch hier, denn zum Finale gibt es eine kurze Reise durch alle bisherigen Gärten und Remys Geschäftsidee, alle Gärten miteinander zu verbinden. Da wünscht man sich einmal mehr, man könnte eine Reise durch alle Gärten einfach so buchen. 

Fazit: Ein würdiges Reihen-Ende, bei dem mit Emotionen und wunderschönen Natureindrücken nicht gespart wurde.
5 Punkte. 


Montag, 23. Mai 2022

Das Glück riecht nach Sommer von Meike Werkmeister

Klappentext:
Die große weite Welt muss es für die Ärztin Ina gar nicht sein. Nach dem Studium zog sie zurück in ihre alte Heimat an der Küste – zurück zu einem Mann, von dem sie dachte, er wäre ihre Zukunft. Doch der Mann ist längst Vergangenheit, und die Stelle im Husumer Krankenhaus ist Ina auch los. Kurzerhand folgt sie einem Jugendtraum und zieht nach Hamburg, wo sie in einer kleinen Laube am Alsterfleet unterschlüpft. Während sich das verwilderte Gartenstück unter ihren Händen in ein Blütenmeer verwandelt, blüht auch Ina wieder auf. Und sie erkennt: Nur, wenn sie auf ihr Herz hört, kann aus alten Träumen etwas ganz Neues entstehen.


Ina bewirbt sich auf eine Stelle in einer Hamburger Klinik. Dort, wo sie vor Jahren ein Praktikum absolvierte und dort, wo immer noch ihr damaliger Mentor Tim arbeitet. Unterkommen kann sie bei ihrer Freundin Filiz in deren WG. 

Letzteres glaubt Ina zumindest, doch es wird nicht so einfach. Weder was diese Stelle noch die WG betrifft.  Aber Ina kommt in einem Gartenhäuschen an der Alster unter und da sie viel Zeit hat, beginnt Ina zu gärtnern. Dabei helfen ihr einige andere Schrebergartenbesitzer. Doch wer jetzt einen Gärtner-Roman erwartet, liegt falsch. Die Gartenszenen sind zwar toll und ich mochte die auch am liebsten, denn das unkomplizierte Miteinander dieser unterschiedlichen Charaktere fand ich schön beschrieben.

Hauptsächlich dreht sich alles um die Stellen- und Wohnungssuche - und um Männer. Davon gibt es nämlich zwei: einer, der Ina mag, und einer, den Ina mag. Ein dritter interessiert sich für Filiz. Doch bei allen drei muss sich erst noch herausstellen, welcher davon für wen die grosse Liebe sein könnte oder nicht. 

Meike Werkmeister hat mit "Das Glück riecht nach Sommer" erneut einen unterhaltenden Roman vorgelegt und dabei sehr viele Themen mit eingebaut. Es passte zwar alles, aber irgendwie fand ich es zu überladen. Vielleicht nur "Sophie" oder nur "Ecuador"? Dann war ja auch noch Merle -  das alles zusammen war mir zu viel Tränendrüsendrücken bzw. Charity. 

Sebastian und Tim bekommen viele Szenen, aber sie wirken leicht distanziert, als ob beide trotz allem auf Abstand gehalten werden. Filiz als beste Freundin hat selten Zeit, in ihrem Modeladen würde ich mich aber gerne umsehen. Anfangs hab ich mich gefragt, ob Filiz sich wirklich wohl fühlt in der WG mit Esther und Vicky. Doch die beiden bekamen später mehr Platz um sich zu erklären. Diese Szenen fand ich gut gelungen. 

Auch für gut und wichtig befunden, hab ich neben Inas Selbstfindungssuche, die plausibel daher kommt, die Fragen nach Heimat und richtiger Berufswahl. Insgesamt ist es ein leichter, ruhiger und sehr netter Roman.

Fazit: Summer in the City - gemütliche Sommer-Lektüre, die bei heissen Temperaturen gut unterhält.   
4 Punkte. 


Donnerstag, 19. Mai 2022

Das Glück kommt in Wellen von Gabriella Engelmann (Lütteby 2)

Klappentext:
In Lütteby, der märchenhaft schönen Kleinstadt an der Nordsee, stehen große Entscheidungen an: Soll Linas beste Freundin, Pastorin Sinje, endlich ihren Verlobten Gunnar heiraten und eine Familie gründen, obwohl sie sich nicht bereit fühlt? Auch bei Lina und ihrem Vorgesetzten Jonas Carstensen läuft nicht alles wie erhofft – Lina bekommt bei seinem Anblick Herzklopfen, und auch Jonas fühlt sich zu ihr hingezogen. Aber die Hinweise verdichten sich, dass er gemeinsame Sache mit Falk van Hove, dem skrupellosen Bürgermeister von Grotersum, macht. Schlaflose Nächte bescheren Lina auch die Nachforschungen, die sie anstellt, um endlich ihre Mutter Florence zu finden. Warum ist sie verschwunden und hat Lina als Säugling bei Oma Henrijke gelassen? 


Im ersten Band wurde nichts zu Ende erzählt, in diesem zweiten Band ist es nicht viel mehr - und auch er endet mit einem Cliffhanger. Deshalb mein Tipp: wenn ihr mit der Trilogie noch nicht begonnen habt, wartet bis September und lest dann alle Bände nacheinander, dann hat man das Gesamtbild und sieht, ob die Geschichte stimmig ist oder nicht. Momentan kann man nur die bisherige Handlung, vielleicht noch die Stimmung und einzelne Figuren bewerten, nicht aber das ganze Konstrukt. 

Es geht aber nahtlos dort weiter, wo Band 1 endet. Band 2 beginnt am Folgetag, an dem wir Linas Gefühlschaos über den Fund einer Karte, die ihre Grossmutter ihr verschwiegen hat, mitbekommen. Im Büro sitzt Thorsten statt Jonas und streitet sich gerade. Es ist keine gute Idee, dass er sich selbst aus der Reha entlassen hat. Zeit, mit Thorsten in Ruhe zu sprechen, Jonas danach zu finden oder ihre Grossmutter auf die Karte anzusprechen, hat Lina nicht, denn eine weitere Hiobsbotschaft weht durch Lüttebys Gassen: Helmut, Ankas Mann, ist unerwartet an Herzversagen verstorben, zusammen will die Markt-Gemeinschaft einen Gedenkgottesdienst abhalten. 

Auch Sinje ist vielbeschäftigt und hat daher keine Zeit sich um ihr Gefühlsleben zu kümmern, eigentlich wollte sie Gunnar heiraten, aber ein anderer Mann geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Leider beginnt sein Name nicht mit L, irgendwie glaubt sie nämlich noch immer an das, was ihr eine Wahrsagerin mal sagte.

Amélie soll ihr Café abends öffnen, so wird es vom Vermieter gewünscht. Doch sie arbeitet jetzt schon zu viel - wie soll sie das nur stemmen?

Anstatt die Sage von 1634 wie im ersten Band, wird nun zwischen den Kapiteln eine Geschichte eines Mädchens vor 48 Jahren erzählt. Diese Zwischengeschichte fand ich interessanter zu lesen als die alte Sage. Diese neue Vergangenheitsstory um "Ronja und Björk" hat mir am besten gefallen in diesem zweiten Band. Schnell ist klar, wer das Mädchen sein soll, offen bleibt lediglich der männliche Part, wobei man spekulieren kann - ich hab meine zwei Verdächtige, zu einem davon tendiere ich stärker. Aber mal sehen, ob es dann tatsächlich einer von denen ist und ich mit meiner Vermutung richtig liege.

Irgendwann schafft es Lina ihre Grossmutter mit der Karte zu konfrontieren und erfährt danach - nicht nur von Henrikje sondern auch über andere Charaktere - einiges über ihre Mutter. Das hat mir in diesem Band mit am besten gefallen. 

In diesem zweiten Band ist viel los, langweilig wird es nicht. Auf die offenen Handlungsstränge aus dem ersten Band werden noch weitere gesetzt. Daher erscheint am Ende von "Das Glück kommt in Wellen" vieles - vor allem einige Begegnungen - oberflächlich. Man liest zwar schnell und flüssig durch die Seiten, aber merkt am Ende, dass Thorsten nach der Eröffnungsszene keine Rolle mehr spielt, dass Amelies Café eigentlich auch nur kurz Thema ist, dass Michaela mehr erzählen hätte können und dass Jonas Freunde, die Lina bei einem Essen kennenlernt, sehr plötzlich, zu plötzlich, wieder Kontakt nach Lütteby aufnehmen. Auch Jonas und Lina haben nicht viel gemeinsame Zeit, aber ich hoffe für die beiden, dass nun alles geklärt ist, so recht will ich noch nicht dran glauben. 

Fazit: Rasanter zweiter Band, interessanter als der erste, aber noch immer ist alles offen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 3: Das Wunder küsst uns bei Nacht

TTT Top Ten Thursday 19.05.22 - Zehn Bücher, die in den letzten Wochen frisch bei dir eingezogen sind

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort eine Bücherliste mit zehn Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die in den letzten Wochen frisch bei dir eingezogen sind

Das sind alles Bücher, die bisher im Mai bei mir eingezogen sind (einige gekauft, einige als Rezensionsexemplare und eins aus der Onleihe) der Reihenfolge nach. Zuoberst die allerneuesten Neuzugänge:

 



 

Bis auf "Lady Blake und das Grab am Meer" und "Die Toten von Athen" sind alles Neuerscheinungen. Es ist ja immer noch Frühling und die Verlage hauen Bücher gefühlt im Sekundentakt raus. Deshalb sind auch bis auf die zwei gerade genannten Neuzugänge, "Bunburry 14" und "Cherringham 41", "Ein Lied für Molly" und "Up to date"  alles Rezensionsexemplare, weshalb ich "Das kleine Cottage in Irland" auch schon bei mir habe. Das erscheint nämlich erst Mitte Juni. 

Gelesen hab ich noch keins, deshalb gibt es auch noch keine Rezensionen dazu. Krimis und Romane halten sich in etwa die Waage. Ein Titel, der zweite Band der Hafenärztin, vereint Krimi und historischer Roman.

Jetzt bin ich auf eure Listen gespannt und vor allem auf den Zeitraum der Neuzugänge, meine sind ja alle vom Mai und deshalb wirklich sehr frisch. Wer hat dieselben neuen Bücher zuhause und gegebenenfalls schon gelesen? 



Mittwoch, 18. Mai 2022

Vier Frauen und ein See von Viola Shipman

Klappentext:
Elizabeth, Veronica, Rachel und Emily lernten sich im Feriencamp kennen, wo sie vier Sommer lang die Clover Girls waren - unzertrennlich für diese magischen Wochen der Freiheit. Bis kleine Intrigen und ein großer Verrat das Kleeblatt auseinander riss. Jetzt, in mittlerem Alter, kämpfen die Frauen mit ihren Ehen, ihren Kindern und ihren Karrieren, als Liz, V und Rachel plötzlich jeweils einen Brief von Emily erhalten. Sie bittet die drei, die einst ihre besten Freundinnen waren, noch ein Mal im Camp Birchwood am Lake Michigan zusammenzukommen.  Eine Woche, um sich an die Mädchenträume von damals zu erinnern und alte Wunden zu heilen. Werden sie sich überhaupt noch etwas zu sagen haben? Eine Woche Auszeit vom eigenen erwachsenen Leben erscheint doch ganz schön lang. Was hat Emily sich dabei nur gedacht? 


80er-Jahre-Sommerlagerfeeling - nicht immer nimmt man Positives aus den Ferienlagern mit. Das müssen auch die Clover Girls erfahren, die sich als Freundinnen zwar in so einem Sommercamp kennengelernt, sich dann aber untereinander auch aufs Tiefste verletzt haben. 

Der Einstieg in den Roman gelang mir nicht so gut. "Vier Frauen und ein See" fesselte mich zu wenig, so dass ich über eine Woche an dem Buch gelesen habe. Mich konnte das Thema aktuell gerade nicht wirklich abholen. Es lag aber nicht am Schreibstil, sondern wirklich beim Thema. Denn Shipman schreibt bekanntlich sehr gut, das ist hier nicht anders. Doch für mich war die Lektüre dieses eher ruhigen Romans der falsche Zeitpunkt zum Lesen. 

Abwechselnd wird erzählt, wie drei Frauen Briefe bekommen - von einer Freundin aus der Vergangenheit. Die Briefe treffen die Frauen im Innersten, denn gefühlt wurde jede von den anderen enttäuscht. Die Absenderin, Emily, bittet ihre drei Freundinnen ins Camp Birchwood zu kommen, dahin, wo sie in ihrer Kindheit viel Zeit gemeinsam verbracht haben. Sie waren ein Kleeblatt, Freundinnen - doch sie haben sich gegenseitig alle öfters enttäuscht und verletzt.  

Nie haben sie darüber gesprochen, obwohl es bitter nötig gewesen wäre, die Verletzungen sitzen tief. Stattdessen hatten nur zwei untereinander noch gelegentlich Kontakt. Bis der Brief von Em kam. Nun steht sich das mittlerweile nur noch dreiblättrige Kleeblatt im Camp gegenüber: Liz, V und Rachel, alle drei äusserst misstrauisch, doch Em zuliebe ziehen sie es durch. Erstmal nur für eine Nacht.

Das Buch ist in zehn Teile aufgeteilt, jeder davon überschrieben mit einem für das Camp typische Ereignis, sei es ein Mottoabend, ein Spiel, eine Übung oder eine andere Tätigkeit. Zuerst wird erzählt, was damals in den 80ern im Camp bei so einem Ereignis ablief, dann folgt die Gegenwart, in der sich die drei Frauen mit diesem Ereignis auseinandersetzen müssen. Dabei kommen viele Fragen auf. Nach den Gründen, wieso damals etwas genau so passierte, wieso sich jemand so und nicht anders verhielt und was das mit der einen oder mit allen Freundinnen machte. Diese Aufarbeitung der Clover-Girls fand ich eigentlich sehr gut und authentisch erzählt, für mich war das dieses Mal aber einen Ticken zu nachdenklich. 

Viola Shipman schreibt gewohnt sehr gefühlvoll und gräbt ganz tief an den Emotionen und manchmal trifft man dabei an eine Frage, die man sich selber vielleicht auch schon gestellt hat, zum Beispiel, wieso ehemalige Freunde politisch plötzlich das Lager aufs Extremste wechseln.

Doch insgeheim dachte ich mir bei einigen Dingen auch, wieso die sich die Girls damals noch immer als Freundinnen bezeichnet haben - da waren einige sehr extreme Dinge, die man am besten gleich anspricht oder dann wirklich getrennte Wege geht. Das ist somit auch mein Kritikpunkt an der Umsetzung des Plots. 

Am liebsten mochte ich Liz. Ich hoffte so sehr, dass in der Gegenwart etwas passiert und freute mich, dass Shipman mich nicht enttäuschte. Toll fand ich auch den Bericht, in dem Em schreibt, dass sie mit ihrem Leben voll und ganz zufrieden war - es muss nicht immer die grosse weite Welt oder das viele Geld sei, man kann auch mit wenig absolut glücklich sein.

Fazit: Ein sehr nachdenklicher und ruhiger Roman - für mich war es der falsche Lese-Zeitpunkt, aber Shipman hat die Idee gut umgesetzt. 
4 Punkte. 


Samstag, 14. Mai 2022

Liebe, schmetterlingsbunt von Hannah Juli

Klappentext:
Ella erhält eine überraschende Nachricht aus England. Ihr Vater, der die Familie vor Jahren verlassen hat, ist schwer erkrankt. Aufgewühlt reist sie zu ihm, auch wenn er für sie ein Fremder ist. Sie macht sich mit dem Landleben und dem Gut ihres Vaters vertraut. Ein großer leerer Pavillon im Garten weckt ihre Neugier. Erinnerungen stürmen auf sie ein, und als Ella und ihr Vater sich annähern, kommen gut gehütete Geheimnisse ans Licht. Und auch der Künstler Jacob, der sich immer mehr in ihr Herz stiehlt, scheint etwas zu verbergen.




Was hab ich geheult auf den vorletzten Seiten! Blöderweise sass ich im Zug und schniefte vor mich hin, während ich verstohlen meine Tränen wegwischte. Mein Tipp: das Buch, zumindest das letzte Drittel, also lieber zuhause lesen. 

Schon auf den ersten Seiten merkt man wie feinfühlig Hannah Juli schreibt. Eine absolut emotionale und gefühlvolle Geschichte, die mit einem wunderschönen Cover aufwartet - das wird sicher mein Cover-Highlight des Jahres 2022! Die Geschichte findet auf jeden Fall aber auch einen Platz auf meiner Lieblingsbücher-Liste. 

Ebenfalls bereits auf den ersten Seiten wird die Bedeutung des Covers klar, das fand ich genial. Mir gehen jetzt schon die Adjektive aus, dabei hab ich noch kaum was geschrieben, aber "Liebe, schmetterlingsbunt" ist so wahnsinnig schön erzählt, aber die Story ist auch traurig und super emotional.

Ella ist eine enorm feinfühlige Person, verständnisvoll wie weiss nicht was, obwohl sie manchmal allen Grund zum Ausrufen hätte. Nachdem sie gebeten wird, ihren Vater - zu dem sie seit ihrer Kindheit keinen Kontakt mehr hatte - in England zu besuchen, reist sie zu ihm. Mittlerweile liegt er im Spital und Ella weiss nicht, ob sie zu spät kommt. Das nagt an ihr, denn sie ist neugierig geworden und will unbedingt wissen was damals wirklich passierte, weil ihre Mutter nie darüber gesprochen hat. 

Da Ella nicht rund um die Uhr im Spital sein kann, schaut sie sich auch die Gegend an und lernt dabei Jacob kennen, der in einem Wohnwagen an einem kleinen See haust. Über ihn erfährt sie kaum etwas, er ist sehr verschlossen, hilft aber mit, wo er nur kann. Fast ebenso wortkarg wie Jacob ist Edward, der Verwalter, der mit seiner Mutter Agnes im Haus ihres Vaters wohnt. Doch auch sie sind herzliche Menschen, die sich um alles und jeden kümmern. Und noch weitere Personen tauchen auf, die nicht viel sagen - bis Ella eines Tages entdeckt, weshalb ihr Vater damals wegging. 

Zwischen Schafen, Mooren und Schmetterlingen begleiten wir Ella und die anderen Charakter durch den Lake District, wechseln zwischen Kummer und Auf- und Durchatmen und geniessen die tolle Landschaft, die wie gemacht scheint für diese tolle Geschichte. Die Figurenzeichnung ist gelungen, es ist keine Person zu viel und keine zu wenig. Die verschiedenen Stimmungen und Gefühlswelten wirken echt und machen "Liebe, schmetterlingsbunt" zu einem absoluten Lesegenuss. 

Fazit: Wunderschöner Roman, der zu Herzen geht und noch lange nachhallt, dank dem einfühlsamen Schreibstil der Autorin.
5 Punkte. 

Freitag, 13. Mai 2022

Mit dir ist alles schöner von Kristina Günak

Klappentext: 
Nachdem Franziska vor vielen Jahren aus der Enge ihres kleinen Heimatdorfes in die Großstadt flüchtete, ist sie nicht einmal zurückgekehrt. Nun steht sie hier, an der Ostseeküste, auf dem Campingplatz, den sie nach dem Tod ihres Vaters geerbt hat. Eigentlich will sie so schnell wie möglich wieder weg, doch der Platz ist zwar idyllisch, aber völlig marode und damit unverkäuflich. Auch die Camper sorgen sich um ihr geliebtes zweites Zuhause. Da hilft nur eines: gemeinsam die Ärmel hochkrempeln – unterstützt von Erik, dem schweigsamen Elektriker, der Franziska immer wieder aus der Patsche hilft. Und plötzlich fragt sie sich: Wo gehöre ich hin? Und was will ich wirklich vom Leben?


Ich bin in meinem Leben oft zelten gewesen, doch seit vielen Jahren kann man mich damit jagen. Seit "Mit dir ist alles schöner" könnte ich es mir vielleicht nochmals überlegen. Aber wenn, dann müsste das im Camp der glücklichen Camper sein. Und nicht mehr im Zelt, sondern standesgemäss im Wohnmobil, wie es dort Sitte ist - und auch erst nach der Renovation, denn:

Der Campingplatz von Franziskas Vater hat schon besser Tage gesehen, alles ist renovierungswürdig. Dies muss Franziska mit eigenem Augen sehen, nachdem sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhalten hat. Sie hat vor, den Platz so schnell wie möglich zu verkaufen, doch vor Ort merkt sie, dass es in diesem Zustand unmöglich ist - und Geld ist keines da. Dennoch tut sie alles um den Platz auf Vordermann zu bringen, mit viel Hilfe der teilweise sehr skeptischen Jahrescamper.

Eine grosse Verantwortung und viel Schulden hat sie vererbt bekommen, weshalb man Franziska, die beinahe am Verzweifeln ist, total gut verstehen kann. Die Camper sind aber eine verschworene Gemeinschaft, die sich untereinander viel mehr unterstützen, als von aussen sichtbar wird. In diesen "Genuss" wird auch Franziska kommen, aber erst müssen beide Seiten ihre Vorurteile überwinden.

Wie immer ist Kristina Günaks Schreibstil gefällig, man ist gebannt von der stimmigen Geschichte und vor allem auch sehr gespannt, wie das alles ausgehen wird. Alles dreht sich um Trauer, um Selbstfindung und um die Angst um die persönliche Lebensgrundlage. 

Denn diese Angst haben alle Figuren, nicht nur Franziska. Die Camper konnte ich mir in ihren vielen Facetten bildlich vorstellen, Harald, Gitte, Trudy, Giovanni - um nur einige zu nennen. Es sind nicht einfach nur freundliche, hilfsbereite oder misstrauische Nebenfiguren, sondern eigenständige Charaktere, deren Lebensschicksale Franziska mit der Zeit kennenlernt. Jeder trägt seinen Lebensrucksack mit sich, auch Eric, der Elektriker, der überall mit anpackt. Er wird Franziska am nächsten kommen, aber ist gleichzeitig auch sehr geheimnisvoll und zieht sich immer wieder zurück, was Franziska verwirrt.

Doch wie heisst Franziska denn nun eigentlich richtig? Die Camper nennen sie alle Heike und können mit dem Namen Franziska nicht viel anfangen. Das Getue um die Namen Heike/Franziska konnte ich zwar einigermassen nachvollziehen, also weshalb Heike vor vielen Jahren die Heike ablegte und ihren zweiten Vornamen Franziska als Rufnamen wählte. Aber das Buch hätte auch ohne das Namensgedöns, das ziemlich viel Platz einnahm und ehrlich gesagt auch nervte, funktioniert. Und wenn das Namenswirrwarr überhaupt notwendig gewesen wäre: dann hätte ich es besser gefunden, wäre es der gleiche Namen in zwei Formen gewesen. Fränzi/Franziska, oder beispielsweise Vreni/Verena oder Chrigi/Christina, da hätten wir dann auch je eine "erwachsenere" Form. Dies ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an diesem sehr schönen Camperroman. 

Fazit: Eine bewegende Geschichte mit emotionalen Szenen, aber in der immer wieder auch humorvolle Sequenzen (nicht nur wegen dem vielen Eierlikör!) aufleuchten. Schön zu lesen. 
4 Punkte. 


Donnerstag, 12. Mai 2022

Krimi: Kalte Blüten von Julie Dubois (Marie Mercier 2)

Klappentext:
Es ist Frühling in Saint-André-du-Périgord, die Natur ringsum ein Blütenparadies. Vor kurzem hat Kommissarin Marie Mercier die Leitung des Kommissariats der Region übernommen und Paris Lebwohl gesagt. Sie liebt ihr neues Leben auf einem selbst renovierten Hof und genießt die Kochkünste ihrer rüstigen Großtante Léonie, die gleich nebenan wohnt. Da erhält Marie Nachricht von einem rätselhaften Fund – ein menschlicher Schädel, der bei Ausgrabungen für den Bau einer Ölmühle freigelegt wurde. Das Gelände mit den alten Walnussbäumen gehört zum Hof der vier Barthes-Schwestern, die der Kommissarin zunächst mit schroffer Zurückhaltung begegnen. Dafür gibt es gute Gründe, wie Marie bald herausfindet. Ist einer davon der geheimnisvolle Charmeur Romain Dubosc, der mit seinem besonderen Geschäftsmodell große Pläne für die Gegend hat?


Es ist Frühling im Perigord. Tante Leonie freut sich, dass ihre Nichte Marie nun bei ihr auf dem Hof wohnt und seit dem Ende des ersten Bandes das Kommissariat in Périgueux übernommen hat. Die Stelle wurde frei, weil Kommissar Michel Leblanc, der neue Partner von Marie, nach Bordeaux gewechselt hat. 

Eigentlich ist es gerade ruhig, doch dann werden im benachbarten Weiler bei Bauarbeiten vergrabene Leichenteile gefunden. Die Familie, deren das Land gehört, ist nicht glücklich darüber. Aber das sind sie eh schon lange nicht mehr, seit ihr Sohn bzw. Bruder Antoine vor vielen Jahren angeblich nach Australien auswanderte und sie nichts mehr von ihm hörten. Die Eltern leben zurückgezogen in Trauer, die vier Schwestern haben sich irgendwie arrangiert. 

Marie Mercier und ihr fürsorglicher Assistent Richard Martin beginnen zu ermitteln. Doch Kommissar Maurice Champion mischt sich nicht nur in die laufende Ermittlung mit ein, sondern versucht auch sonst, Marie das Leben schwer zu machen. Als herauskommt, dass Champion bei Antoines Verschwinden damals federführend in den Ermittlungen war und dabei viel zu schlampig arbeitete, reicht es Marie. 

Der Fall ist interessant und regt zum Miträseln an. Es kommen zwar immer mehr Puzzlesteine zusammen, aber das Ganze bleibt lange mysteriös. Bis Marie den Fall gelöst hat, gibt es einige Spaziergänge durch die Gegend und über Märkte. Auch Zwischenmenschliches hat wieder seinen Platz. Georges zum Beispiel möchte seinem Schwein Augustine einen Partner zur Seite stellen, doch Leonie ist dagegen. Leonie steht wieder viel in der Küche, ihre Nachbarin Rose wie immer am Zaun um den neuesten Klatsch mitzubekommen. Und Marie lernt den Bürgermeister von einer ganz anderen Seite kennen. 

Dieser zweite Band, dessen Titel man wortwörtlich nehmen kann, ist flüssig geschrieben und wirkt lebendig mit all den unterschiedlichen Figuren. Ob es tatsächlich ein kaltblütiger Mord war, wird bei der Auflösung klargestellt. "Kalte Blüten" ist nicht so temporeich wie der erste Band, er hat mir aber dennoch gefallen. 

Fazit: Ein unterhaltsamer Cosy-Krimi, der mit viel Landleben punktet. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 1: Trüffelgold


Krimi: Trüffelgold von Julie Dubois (Marie Mercier 1)

Klappentext:
Im malerischen Saint-André-du-Périgord hat Marie Mercier einst unbeschwerte Sommerferien auf dem Bauernhof ihrer Großeltern verbracht. Nun hat die Pariser Kommissarin den Hof geerbt und plant eine Auszeit. Dass nebenan ihre lebensfrohe Großtante Léonie wohnt, eine begnadete Köchin, wärmt ihr Herz. Doch kurz nach Maries Ankunft trübt der mysteriöse Tod eines Bikers aus Bordeaux die Idylle. Das Opfer hatte eine Liaison mit der begehrten Dorfschönheit Hélène, und der zuständige Kommissar Michel Leblanc vermutet Mord aus Eifersucht. Marie hat allerdings einen anderen Verdacht - und ein Problem: Es ist der Fall von Leblanc, der das genauso sieht. Als eine überraschende Entdeckung ein neues Licht auf die Tat wirft, hat das ungeahnte Folgen.


Ich mag Frankreich-Krimis, weswegen ich zu diesem neuen Perigord-Krimi griff, der mich erstaunlich gut unterhalten hat

Marie Mercier hat sich eine Auszeit genommen von ihrem Job als Kommissarin in Paris. Ihre Tante verstarb und vererbte ihr ihre Wohnung auf dem gemeinsamen Hof, auf dem sie mit ihrer Schwester Leonie lebte. Leonie freut sich, dass Marie sich nun Zeit nimmt und sich sogar überlegt, wieder ganz nach St. André zu ziehen. 

Bei einem Spaziergang im Wald wird Marie fast Zeugin eines Mordes. Als die Polizei eintrifft, muss sie sich beherrschen, dass sie sich nicht in die Ermittlungen einmischt. Aber dann tut sie es doch, auch wenn Kommissar Michel Leblanc das gar nicht gerne sieht. Doch Marie, die vor Ort wohnt, bekommt so einiges mit, das wichtig sein könnte. Anscheinend ist sie dem Täter auf die Schliche gekommen, denn nun wird es gefährlich für Marie. 

"Trüffelgold" hat mir gut gefallen. Der Schreibstil überzeugt, die Handlung ist kurzweilig und für einen Cosy-Krimi teilweise sogar temporeich. Der Krimi bleibt gut in Erinnerung, besonders die Besuche in Cafés und die für Frankreich typischen Antiquitätenhandlungen. Das Setting im Dorf St. André ist ansprechend, ich konnte mir die Situation an den verschiedenen Orten gut vorstellen.

Typisch für einen Cosy-Krimi ist aber auch das viele Zwischenmenschliche und der soziale Aspekt, der gerade im Dorfleben sehr wichtig ist. So lernt man auch Georges, einen ehemaligen Hofknecht und sein Trüffelschwein Augustine kennen, aber auch viele andere Dorfbewohner und - originale wie etwa Leonies Nachbarin Rose.
 
Natürlich kommt auch das Kulinarische nicht zu kurz und bald fliegen nicht nur Fetzen sondern auch Funken zwischen Kommissar Michel Leblanc und Marie durch die Gegend.

Fazit: Interessanter und gelungener Auftakt, werde ich gerne weiter lesen.
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Trüffelgold
Band 2: Kalte Blüten 

TTT Top Ten Thursday 12.05.2022 - Zehn Lieblingsreihen mit mehr als 3 Bänden

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zeige zehn deiner Lieblingsreihen mit mehr als 3 Bänden

Viel zu viel Auswahl habe ich heute, weshalb ich einige Reihen grad gestrichen habe, deren einzelne Bände ich beim TTT schon öfters gezeigt habe. Die Krimis sind bei den Reihen in der Überzahl, es gibt aber auch tolle Roman-Reihen. Ich zeig euch pro Reihe den jeweils ersten Band, einige Reihen sind leider schon abgeschlossen, da gibt es kein Nachschub mehr - leider.





Hier geht es zu den Rezensionen:

Schwester Fidelma von Peter Tremayne - Nur der Tod bringt Vergebung
Oxfordkrimis von Katharina M. Mylius - Die Toten vom Magdalen College
Tante Poldi von Mario Giordano - Tante Poldi und die sizilianischen Löwen
Richter Antoine Verlaque von Mary L. Longworth - Tod auf Schloss Bremont
Michalis Charisteas von Nikos Milonas - Kretische Feindschaft
Pierre Durand von Sophie Bonnet - Provenzalische Verwicklungen 
Blossom Street von Debbie Macomber - Das Muster der Liebe
The Comfort Food Café von Debbie Johnson - Frühstück mit Meerblick
Die Sieben Schwestern von Lucinda Riley - Die sieben Schwestern
Eloise/Bebe- Reihe von Mary Kay Andrews - Zweimal Herzschlag, einmal Liebe
Snow Crystal von Sarah Morgan - Winterzauber wider Willen
Green Mountain/Lost in Love von Marie Force - Alles was du suchst

An Reihen kommt man heutzutage ja kaum mehr vorbei, da fiel euch die Auswahl sicher einfach - oder nicht? 

Mittwoch, 11. Mai 2022

Heimkehr nach Whale Island von Miriam Covi (Whale Island 1)

Klappentext:
Greta Lorenz soll ihren Chef, den attraktiven aber unnahbaren Hotelmanager Duncan Sommerset, auf eine Geschäftsreise nach Kanada begleiten. Auf Whale Island, wo die Brandung an die schroffe Küste donnert und Buckelwale ihre Kreise ziehen, betreibt seine Familie ein kleines Hotel. Als Greta für Duncans Ehefrau gehalten wird, und er sie bittet, das Spiel mitzuspielen, bekommt die Reise eine ganz neue Wendung. Umgeben von herzlichen Menschen und atemberaubender Natur wird die wilde kleine Insel für Greta schnell zu dem Zuhause, nach dem sie sich schon ihr Leben lang gesehnt hat. Längst sind ihre Gefühle für Duncan echt. Doch empfindet er auch so für sie? Und warum hat er die Insel vor Jahren so überstürzt verlassen?

Ich freute mich auf diesen neuen Roman von Miriam Covi, auch dieses Mal nimmt uns die Autorin mit nach Novia Scotia. Genauer gesagt auf die Wal-Insel, auf Whale Island. Die perfektionistische 34jährige Greta Lorenz begleitet ihren wortkargen Chef Duncan Sommerset auf eine Geschäftsreise nach Kanada. Doch Greta weiss weder, dass dies Duncans Heimat ist noch hat sie eine Ahnung, weshalb ihr Chef sie mitgenommen hat, ausser dass er ihre deutschen Sprachkenntnisse angeblich benötigt Noch weniger versteht sie, als sie vor Ort spontan Duncans Ehefrau spielen soll. 

Schnell aber versteht man, weshalb Duncans Angestellte ihm den Namen Eisblock verliehen haben. Greta merkt, dass etwas im Argen liegt und hofft, dass Duncan ihr seine Geschichte erzählt. Aber Whale Island macht auch etwas mit Greta, sie fühlt sich von Tag zu Tag wohler auf der Insel, zum ersten Mal fühlt sie so etwas wie Heimat in ihr drin und sie sieht dem Ende ihres Inselaufenthaltes und der Rückkehr nach New York mit gemischten Gefühlen entgegen. 

Die Zeit auf Whale Island scheint abgelaufen, aber zum Glück ist "Heimkehr nach Whale Island" der Auftaktband einer Trilogie, so dass auch wir Leserinnen noch zweimal auf die Insel zurück kehren können. Ich freue mich auf den zweiten Band, wenn es um Duncan Bruder Aidan und Gretas Freundin Stella geht. Spätestens im dritten Band werden wir den dritten Bruder, Glenn, kennenlernen. Die Wartezeit beträgt zum Glück nur wenige Monate! 

Doch zurück zum vorliegenden ersten Band. Das war so ein richtig schöner Wohlfühl-Roman! 

Wie immer ist der Schauplatz von Miriam Covi wundervoll gewählt und ihre Beschreibungen lassen Leserinnen schon vom Flugticket nach Novia Scotia buchen träumen. Obwohl die Autorin so bildgewaltig schreibt, als ob man selbst vor Ort ist, möchte man das Setting trotzdem gerne noch mit eigenen Augen sehen und zusammen mit den Protagonisten an der Küste nach Walen Ausschau halten. 

Auch Miriam Covis authentische Charaktere würde man gerne persönlich kennenlernen. Neben Duncans Familie stehen der deutsche Aussiedler Gottlieb und die Busfahrerin Rae im Vordergrund, zwei ganz tolle Figuren. Je mehr sich die Charaktere öffnen, je mehr bekommt man die tragischen und berührenden Schicksale mit, die die Autorin in den Plot dieser enorm bewegend geschriebener Familiengeschichte gelegt hat. 

Fazit: Nebelbänke, Wale, Meeresrauschen - ein emotionaler und wunderschöner Schmöker!
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 1: Heimkehr nach Whale Island
Band 2: Neuanfang in Whale Island (ET 11.7.2022)
Band 3: Sehnsucht nach Whale Island (11.10.22)

Montag, 9. Mai 2022

Café Meerblick von Christin-Marie Below

Klappentext: 
Noch immer ist Mona tieftraurig. Vor einem Jahr starb ihre beste Freundin Sophie. Auf der Suche nach Trost reist Mona nach Norderney, Sophies Lieblingsort. Die schöne Nordseeinsel hält einige Überraschungen bereit: Erst findet Mona bunt bemalte Steine am Strand und durch diese eine neue Freundin. Von ihr erfährt Mona von einem leerstehenden Café. Die gelernte Konditorin möchte einen Neuanfang wagen und bewirbt sich darum. Da lernt sie Tjark kennen, einen jungen Koch, der ihr Herz höherschlagen lässt. Aber sie zögert: Ist sie bereit für so viel Veränderung? Und kann sie dem Glück wirklich über den Weg trauen?


Ein Jahr ist es her, seit Monas beste Freundin Sophie gestorben ist. Der Jahrestag ist hart für Mona, doch dann entscheidet sie sich, dort Urlaub zu machen, wo sie so oft mit Sophie zusammen war: auf Norderney. 

Schnell kommt Mona in Kontakt zu andern Menschen, und mit Caro versteht sie sich schnell sehr gut. Da Mona sich eh schon lange mit Zukunftsfragen auseinandersetzt, wird sie innerlich hibbelig, als sie von einem Café hört, das neu verpachtet werden soll. Durcheinander wird Mona aber auch durch die Gefühle zu Tjark, den sie ebenfalls frisch kennenlernte - aber ob sie ihm auch vertrauen kann?

Christin-Marie Belows erster Roman "Pension Herzschmerz" hat mir etwas besser gefallen als "Café Meerblick". 

Hier ging mir alles ein wenig zu glatt und schnell vorwärts. Seien es die diversen neuen Freundschaften, die Romantik oder die sich ändernden Lebensumstände von Mona und auch von Franzi, Sophies Schwester. Nach einem Jahr voller Trauer und sich einigeln sich innert zwei, drei Wochen so stark wieder zu öffnen und das ganze Leben umzukrempeln fand ich wenig glaubhaft. Entweder wäre weniger Trauer oder eben mehr Zeit auf Norderney nötig gewesen, um ein stimmiges Gesamtbild abzugeben. Und auch Tjark ist und bleibt geheimnisvoll, da hätten einige Seiten mehr zu seinem Leben gut getan, um den Twist am Ende besser nachvollziehen zu können. 

Der Roman lässt sich aber gut und schnell lesen und macht Lust Norderney selbst mal zu entdecken. Leider bleibt die Story nicht lange im Gedächtnis hängen, das war bei der "Pension Herzschmerz" anders. 

Sophies Wörterliste war eine gut Idee, sie lädt zum Miträtseln ein, welche Wörter sie wohl gewählt hat. Die "Tradition" hätte Mona eigentlich konsequent täglich weiterführen können, das hätte der Story noch mehr Charme gegeben. 

Fazit: Leichte Unterhaltung mit Inselflair.
Knappe 4 Punkte. 



Donnerstag, 5. Mai 2022

TTT Top Ten Thursday 05.05.2022 - Zehn Titel, die mit C beginnen

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Titel, die mit C beginnen

Ich habs geschafft! Keine Artikel, kein/e Autor/in doppelt, keine Reihe zweimal erwähnt, bloss drei sich sehr ähnliche Titel. Krimis und Romane halten sich die Waage, historisches ist nichts dabei. Und bis auf einen Ausreisser sind alle Cover in blauen bzw. blaugrünen Tönen gehalten, wobei auch das Foto des Ausreissers blau-grün ist und damit trotzdem passt (denkt euch einfach das weisse vom Cover weg).



 


Hier geht es zu den Rezensionen:

- Café mit Meerblick von Caroline Roberts 
- Café Meerblick von Christin-Marie Below
Caféglück am Meer von Debbie Johnson
- Cottage mit Meerblick von Caroline Roberts 
Cottage mit Kater von Hermien Stellmacher 
- Canterbury Requiem von Gitta Edelmann
- Château Mort von Alexander Oetker
- Covent Carden im Schnee von Jules Wake 
- Connaisseur von Martin Walker 
- Chiemseesommer von Franziska Blum (hab ich nicht mehr geschafft zu lesen, liegt auf dem SuB)

Wie sieht es heute bei euch aus?