Montag, 30. Oktober 2023

Das Herrenhaus von Kirkby von Charlotte McGregor (Highland Hapiness 3)

Klappentext:
Ainslee Ferguson ist es gewohnt, in viele Rollen zu schlüpfen. Als Darstellerin auf Historienmärkten bessert sie ihr bescheidenes Schneiderinnen-Einkommen auf. Erst in der Kirkby Tartan Mill auf Monroe Manor findet sie langsam zu sich – und zu Paul Starling, dessen Pudeldame Ivy sich in Ainslees Rüden Jules verknallt. Paul ist oft in Kirkby, um seinen leiblichen Vater und seine Halbgeschwister kennenzulernen. Doch dann soll der smarte Historiker Gerüchten um die Besitzverhältnisse von Monroe Manor nachgehen und findet heraus, dass Ainslee womöglich die wahre Erbin ist – eine Erkenntnis, die im Dorf für allerlei Schockreaktionen sorgt. Manchmal braucht es ein Erdbeben, um die Dinge geradezurücken.


Normalerweise beginne ich Reihen immer mit Band 1. Auch bei der "Highland Happiness"-Reihe hatte ich dies eigentlich vor, doch aufgrund Zeitmangel hab ich mit Band 3, "Das Herrenhaus von Kirkby", begonnen.

Ich konnte mir aber schnell vorstellen, was, oder eher wer in den ersten beiden Bänden eine Rolle spielte, und freue mich auch schon, diese Geschichten bald zu lesen und mehr über diese Personen zu erfahren. 

Die Charaktere fand ich alle sehr sympathisch, angefangen von den beiden Protagonisten Ainslee über Paul zu deren Familienangehörigen und Freunden. 

Thematisch ist dieser Band dem Thema "Eltern" gewidmet. Paul steht zwischen seiner eigentlichen Familie, in der er aufgewachsen ist und seiner neuen grossen Familie, da erst kürzlich heraus gekommen ist, dass er der Sohn von Marlin Fraser, dem Besitzer von Monroe Manor ist. Ainslee hat kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, da sich diese kaum um Ainslee gekümmert hat, und nähert sich auch erst jetzt langsam wieder an.

Historiker Paul, der gerade nach Kirkby gerufen wurde, um die Geschichte seiner "neuen" Familie zu erforschen, trifft auf Ainslee und freundet sich mit ihr an. Schuld daran sind vor allem ihre Hunde, beides Pudel, die Gefallen aneinander haben. Pudeldame Ivy und Pudel Jules tun sich diesbezüglich leichter als ihre Besitzer. Paul ist nämlich bald im Clinch, da das Gerücht herum geht, dass Ainslee die wahre Erbin von Monroe Manor sein könnte.  

Während Paul sich an das Leben in Kirkby gewöhnt, sorgen die Hunde für einige Aufregung - und auch für sehr humorvolle Szenen. Ebenso als eine Wahrsagerin Ainslee etwas prophezeit, das sie nicht ernst nimmt und nur darüber lacht. Dabei ahnt die Leserschaft bereits, dass das Gesagte auch auf die eine oder anderer Weise eintreffen wird. Dennoch sorgt die Autorin zusätzlich noch für weitere Überraschungen, was die Lektüre sehr kurzweilig und unterhaltsam macht.  

Ich hab mich in Kirkby wohl gefühlt und freue mich auf weitere Besuche. Die Lovestory ging mir aber zu zügig voran und auch das Ergebnis von Pauls Forschung wurde mir zu schnell abgehakt. Da fehlte mir etwas. 

Fazit: Ein eigentlich schöner Wohlfühlroman, bei dem mir am Ende vieles zu schnell ablief. 
3.5 Punkte.

Reihenfolge:
Band 1: Die Weberei von Kirkby
Band 2: Die Töpferei von Kirkby
Band 3: Das Herrenhaus von Kirkby


Vielen Dank an Netgalley! 


Sonntag, 29. Oktober 2023

Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert von Heike Abidi

Klappentext:
Eine Agentur fürs Zuhören! Diese Idee hat Floriane, 50, nachdem sie innerhalb von 24 Stunden aus ihrem gemütlichen Leben gestoßen wurde. Zuerst hat ihr Ehemann sie wegen einer Dreißigjährigen verlassen, und dann wurde ihr auch noch der Job gekündigt. Erstmal hat Floriane keine Ahnung, was sie nun tun soll. Doch dann besinnt sie sich auf ihr größtes Talent, das Zuhören. Schon bald nach der Gründung ihrer Agentur bemerkt sie überrascht, wie viele Menschen dringend jemanden zum Reden brauchen. Als sie sich auf einmal zwischen zwei Männern entscheiden muss, stellt sie fest, dass das Zuhören auch ihr gutgetan hat. Können die Lebensgeschichten anderer Floriane helfen, ihren Weg zu finden?


Während Floriane sich noch vom Kater von ihrer Party zum 50. Geburtstag erholt, verlässt ihr Ehemann sie von einer Minute auf die andere - beziehungsweise schmeisst er sie aus der Wohnung. Tags darauf verliert Floriane ihren Job. Und nun? 

Die Wohnsituation klärt sich zum Glück schnell, doch beruflich könnte es besser laufen. Ihr Vorstellungstermine laufen ins Leere hinaus. Ihre ehemaligen Arbeitskollegen kommen auf eine gute Idee, auf die sich Floriane nur testweise einlässt: zuhören auf Bezahlung. Bald stellt sich heraus, dass dies nicht nur ihren Kunden und Kundinnen gut tut, sondern auch ihr. 

Dass sich tatsächlich jemand in ihrer Agentur meldet, hätte auch ich nicht gedacht. Doch Floriane hat Erfolg und schlussendlich hat sich nicht nur ihr Leben, sondern das vieler anderer auch positiv verändert. 

Heike Abidi baut einige Verbindungen - und im Falle des neuen Nachbars Verwechslungen - ein, die Spass machen und für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgen. "Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert" hat mich gut unterhalten und oft auch zum Schmunzeln gebracht. 

Dennoch haben mir andere Bücher der Autorin besser gefallen. Während ich mich an andere Romane der Autorin noch bestens erinnere, merke ich, dass ich ohne meine Notizen keine grosse Ahnung mehr hätte, um was in diesem Roman geht. Etwas, das in Erinnerung bleibt, ist leider ausgerechnet die Szene, als Florianes Ex ihr kaum Zeit gibt, um nach so vielen Ehejahren die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Diese Vorgabe fand ich reichlich unglaubwürdig. Der Rest der Geschichte ist dann aber mehrheitlich stimmig. 

Fazit: Kurzweiliges Lesevergnügen, das aber nicht allzu lange in Erinnerung bleibt. 
4 Punkte. 


Krimi: Die Erfindung des Lächelns von Tom Hillenbrand

Klappentext:
Als der Pariser Louvre am 22. August 1911 seine Pforten öffnet, fehlt im Salon Carré ein Gemälde: Leonardo da Vincis »Mona Lisa«. Sofort versetzt der Polizeipräfekt seine Männer in höchste Alarmbereitschaft, lässt Straßen, Bahnhöfe und sogar Häfen sperren. Doch es ist zu spät. La Joconde ist verschwunden. Juhel Lenoir von der Pariser Polizei soll es finden – und die Welt schaut ihm dabei zu. Commissaire Lenoir lebt in der aufregendsten Stadt der Welt – und bekommt den schwierigsten Auftrag, den er sich vorstellen kann: das Bild zu finden, das die Welt betört. Wen hat die »Mona Lisa« so sehr bezirzt, dass er nicht mehr ohne sie leben konnte? Auf seiner Jagd trifft der Ermittler auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Guillaume Apollinaire, die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan und ihren Guru, den Satanisten Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy, die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande und Frankreichs größten Detektiv, Alphonse Bertillon, den »lebenden Sherlock Holmes«. Wer von ihnen ist in die Geschichte des verschwundenen Bildes verwickelt? Die Suche nach der »Mona Lisa« führt durch das Paris der ausgehenden Belle Époque, durch Künstlercafés auf dem Montmartre, in die Opéra Garnier, zu dekadenten Grandes Fêtes im Bois de Boulogne und in absinthgetränkte Spelunken an der Place Pigalle. Dieser historische Roman ist gleichzeitig Detektivroman und Gemälde einer Ära, in der Paris das Zentrum der Welt war.


Ein Krimi rund um den Raub der Mona Lisa im Louvre anno 1911 hörte sich interessant an. Doch ich war sehr schnell ernüchtert, schon nach den ersten Seiten. Ich hielt durch bis zu Seite 100 und überflog den Rest nur noch. 

Am meisten Mühe hatte ich mit dem Schreibstil von Tom Hillenbrand in diesem Kriminalroman. Der liegt mir nicht, es wirkt aufgesetzt und macht keine Lust weiter zu lesen. Zudem sind es viel zu viele Personen, die irgendeine Rolle spielen und somit unzählige Handlungsstränge. Das sollte wohl Spannung erzeugen, für mich war das Gegenteil der Fall: ich empfand das wahnsinnig langweilig.

Ein toller Titel zusammen mit einem eigentlich interessanten Thema - der Raub der Mona Lisa - reicht halt nicht aus, um daraus eine fesselnde oder zumindest interessante Story zu machen. 

Fazit: Zu viele Köche verderben den Brei - zu viele Charaktere in einem Krimi ebenfalls. 
2 Punkte. 


Dienstag, 17. Oktober 2023

Frau Komachi empfiehlt ein Buch von Michiko Aoyama

Klappentext:
«Wonach suchen Sie?» Diese Frage stellt Sayuri Komachi allen Besuchern in ihrer kleinen Gemeindebibliothek in Tokio. Und sie meint die Frage durchaus im übertragenen Sinne. Denn die weise Bibliothekarin spürt genau, wonach die Menschen im Leben suchen: von der rastlosen Verkäuferin, die mit ihrem Job hadert, dem schüchternen Buchhalter, der davon träumt, ein Antiquitätengeschäft zu eröffnen, oder der frischgebackenen Mutter, die sich zwischen Beruf und Familie aufreibt. Sie alle befinden sich in einer Sackgasse. Und alle führt es früher oder später zu Frau Komachi in die Bibliothek. Ihre überraschenden Buchempfehlungen haben ungeahnte Folgen. Die Lektüre entpuppt sich als Katalysator für eine andere Denkweise und eröffnet neue Wege. Und letztlich hilft sie den Besuchern, ihre aktuelle Lebenskrise zu meistern. Denn Frau Komachi weiss: Bücher haben magische Kräfte und sind eine verlässliche Quelle der Inspiration.


Eine junge Frau, die vom Dorf in die Stadt zieht; ein junger Mann, der kurz vor dem Burnout stand und den Job gewechselt hat; eine Frau, die aufgrund ihrer Mutterschaft im Job zurück gestellt wird und zwei weitere Personen, die den Weg in den Gemeindesaal, in dem die Bibliothek untergebracht ist, finden. Dort arbeitet neben Praktikantin Nozomi Morinaga die Bibliothekarin, Frau Komachi. 

"Frau Komachi empfiehlt ein Buch" ist in etwa alles, was Frau Komachi in diesem Roman tut. Sie ist nicht die Hauptfigur, um die sich alles dreht. Es sind die Personen, die zu ihr in die Bibliothek kommen und ein oder mehrere Bücher ausleihen - und dazu von der fast immer nur hinter der trennenden Pinwand sitzenden Frau Komachi immer noch ungefragt ein zusätzliches Buch erhalten. In dem Sinne verbindet Frau Komachi die Geschichten. Auf den ersten Blick ist es somit mehr eine Kurzgeschichtensammlung als ein Roman mit einer geraden Handlung. Doch mit der Zeit gibt es Verbindungen zwischen den Figuren und auch über Frau Komachi erfährt man immer mehr. 

Leider wird Frau Komachi sehr negativ aufgrund ihrem Äusseren dargestellt: immer wieder, nicht nur einmal - das ging mir total durch den Strich. Ich hab mir überlegt, deswegen einen Stern abzuziehen, lasse es aber bei 4 Sternen, denn bis auf diese sehr verletzende und absolut unnötige Darstellung hat mir dieser Roman gut gefallen. 

Manchmal braucht man im Leben einen kleinen Anstupser, wenn man selbst unschlüssig oder noch nicht mutig genug ist, die eingeschlagene Richtung zu wechseln. Auch wenn dies in diesem Roman auf die ruhige, japanische Art gemacht wird, können wir uns hier in Europa etwas davon abschauen. Vielleicht haben wir keine Bibliothekarin in unserer Nähe wie Frau Komachi, aber vielleicht andere Personen, die ähnliches für uns tun und denen wir bisher nicht zugehört haben. Auch diese Personen kommen in "Frau Komachi" vor. 

Im Frühling habe ich "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" gelesen, auch ein Buch, das in Japan spielt und eine Buchhandlung laut Titel eine Rolle spielt, mir hat jenes nicht so gut gefallen, da ich wohl v.a. andere Erwartungen hatte und es dort nur etappenweise um die Buchhandlung geht. Hier hab ich auch etwas anderes erwartet, ein Roman mit Frau Komachi als Protagonist, aber mir gefiel die Story trotzdem viel besser als die andere, da das Verbindende das "richtige" Buch für die "richtige" Person ist. Wie Frau Komachi das macht, bleibt ihr Geheimnis. Man kann es Menschenkenntnis nennen, es ist aber keineswegs irgendwie übersinnlich - falls allfällige Leser*innen deswegen Bedenken haben, ob sie zu dem Roman greifen sollen oder nicht. 

Fazit: Erst war ich skeptisch, dann hat mir "Frau Komachi" doch gut gefallen - bis auf ihre Darstellung gibt es uneingeschränkte 4 Sterne von mir. 


Donnerstag, 12. Oktober 2023

Ist es nicht ein Wunder, dass es uns gibt? von Jostein Gaarder

Klappentext:
30 Jahre nach der Veröffentlichung von "Sofies Welt" widmet sich Bestsellerautor Jostein Gaarder seiner ganz eigenen Lebensphilosophie, als Brief an seine Enkel. Dabei verknüpft er Erfahrungen und Erlebnisse aus seinem Leben mit Themen, die ihn schon immer beschäftigt haben, wie Natur, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Religion, Liebe, Leben, Tod und das Wunder unserer Existenz. Und er setzt sich intensiv mit Fragen auseinander, die die Zukunft seiner Enkel betreffen. Die wichtigste: Wie kann es uns gelingen, die menschliche Zivilisation und die Lebensgrundlage auf unserem Planeten zu bewahren? Ein neugieriger und kluger Blick auf das Privileg, auf dieser Erde zu leben.


Da ich die älteren Bücher von Jostein Gaarder liebe, freute ich mich darauf, sein neuestes Werk zu lesen. Ich erwartete nicht, gleich stark begeistert zu sein, wie ich beim Lesen von "Sophies Welt" oder "Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort" gewesen war, aber eine bestimmte Grunderwartung war schon da: dass mir auch "Ist es ein Wunder, dass es uns gibt?" gefällt. Nicht mehr und nicht weniger.

Leider war es schlussendlich viel weniger. Die Frage, die der Titel stellt, beantwortet Gaarder gar nicht so recht. Vielmehr schlägt er einen grossen Bogen von der Frage, ob es unsichtbare Dinge gibt - vielleicht sogar einen Gott - zu der Frage nach der eigenen Identität, ob wir ein gutes Leben führen bis hin zum Thema Liebe und/oder Zufall. Schlussendlich ist die Quintessenz dieses Buches aber nur "Hebt Sorge zum Planeten".

Das Buch ist eigentlich ein Brief mit vielen Kapiteln. Ein Brief an Gaarders Enkel und alle, die ihn lesen. Die Lektüre dieses Buchbriefes fand ich sehr ermüdend. Ganz oft dachte ich, dasselbe hatte ich doch schon einige Seiten zuvor gelesen. Ein Aufbau und ein roter Faden soll laut ihm vorhanden sei, doch mich erreichten viele seiner Gedankengänge nicht. Und der zwar gute, aber sich stetig wiederholende Appell zum Klimaschutz, macht aus einem Text noch lange kein Werk, an das man sich wirklich (und schon gar nicht gerne) zurück erinnert. 

Fazit: Mich konnte das Buch nicht abholen, es gab mir keine neuen Fragen oder Gedankengänge, die mich während der Lektüre umtrieben. Ziemlich spannungsarm und leider nichts Neues unter der Sonne. 
3 Punkte.


Die Bücherjägerin von Elisabeth Beer

Klappentext:
Sarah ist Bücherjägerin, Kartensammlerin und Restauratorin, sie liebt Manuskripte und alte Landkarten und kann generell besser mit Büchern als mit Menschen umgehen. Seit dem Tod ihrer Tante Amalia, die sie und ihre Schwester aufgezogen hat, lebt Sarah zurückgezogen in deren Marienburger Villa mit dem wild sprießenden Garten. Ihre einzige Gesellschaft: die Schildkröten Bonnie und Clyde. Das ändert sich, als Benjamin, ein junger Bibliothekar aus London, vor der Tür steht. Er bittet Sarah, ihm beim Finden einer alten römischen Straßenkarte zu helfen, ein Auftrag, den Amalia kurz vor ihrem Tod angenommen hatte. Sarah zögert, und dann tut sie es doch, fährt mit Ben in seinem alten Auto einfach los, im Gepäck zwei Schildkröten, ein paar Atlanten und viele Fragen. So machen sie sich auf eine Reise, die sie nach Frankreich und England führt, in die Welt der Bücher und Karten, in Amalias Vergangenheit – und in ein unglaubliches Abenteuer. 


Ich rechnete mit einer Suche nach der im Klappentext erwähnten alten römischen Strassenkarte, doch schlussendlich erwartete mich in "Die Bücherjägerin" mehr Lebensgeschichte-Aufarbeitung als die Jagd nach dem Manuskript. 

Die menschenscheu Sarah ist nach dem Tod ihrer Tante Amalia, bei der sie und ihre Schwester aufgewachsen sind, aufgeschmissen. Sarah kennt nichts anderes als den Job im Antiquariat ihrer Tante und deren Haus, dabei konnten sie beide nur knapp davon leben. 

Als Ben, ein britischer Bibliothekar, auf der Suche nach einem bestimmen Kartenausschnitt, bei ihr klingelt, nimmt Sarah ihren ganzen Mut zusammen und reist mit Ben zusammen nach Frankreich und später nach England. Mit im Gepäck zwei Schildkröten. Auf der Reise lernen Ben und Sarah sich besser kennen, öffnen sich einander und erleben das eine oder andere gemeinsame Abenteuer. 

Doch Spannung ist kaum vorhanden, denn es gibt viel zu viele Rückblicke in Sarahs Kindheit und Szenen, die ihr wichtig sind. Ihre Gedanken musste ich oft mehrmals lesen, auf die konnte ich mich schlechter konzentrieren als auf die Reise selbst. 

Leider bleiben auch die Schildkröten irgendwo auf der Strecke und sind lange nicht mal mehr Beiwerk und auch die Suche der antiquarischen Strassenkarte ist eigentlich nur die Dekoration um Sarahs Geschichte zu erzählen. 

Mir war das zu schwermütig. Sarah empfand ich nicht sonderlich sympathisch. Mir scheint auch, dass die Autorin viel zu viele Themen in das Buch reinnehmen wollte und sich damit verzettelte. So war gar nichts richtig spannend. 

Fazit: Wenn schon "Bücherjägerin" auf dem Cover steht, würde ich gerne eine Bücherjagd erleben und nicht eine Charakterstudie vorgesetzt bekommen, die mit ein bisschen Suche verbunden ist. 
3 Punkte.




Samstag, 7. Oktober 2023

Mord & Croissants von Ian Moore (Ein Brite in Frankreich 1)

Klappentext:
Richard ist Engländer, und eigentlich will er einfach seine Ruhe. Seit ein paar Jahren führt er eine kleine Pension im französischen Loiretal – dort passiert absolut nie etwas, und das ist wunderbar so. Bis eines Tages einer seiner Gäste verschwindet: der alte Monsieur Grandchamps. Was er zurücklässt, ist nicht mehr und nicht weniger als ein blutiger Handabdruck. Fast zeitgleich bezieht die beeindruckende Madame Valérie d'Orcay eines der Zimmer, inklusive Hündchen in der Handtasche. Und erstaunlicherweise interessiert sie sich sehr für das Verschwinden des Monsieurs. Während Richard eigentlich schnellstmöglich zur Tagesordnung zurückkehren möchte, ist er auf einmal Teil eines schrägen Ermittlungsteams – und spätestens als es seiner Lieblingshenne Ava Gardner an den Kragen geht, wird es auch für ihn persönlich.


Als Titel hätte "Mord & Kaffee" viel besser gepasst, denn die "Croissants" waren quasi schon längst verzehrt. Ich hätte mich wohl auch besser an Kaffee und Croissants gesetzt, ich wäre damit höchstwahrscheinlich viel zufriedener gewesen als nach der Lektüre des ersten Bandes von "Ein Brite in Frankreich".

Der Brite ist Richard, angeblich 53 Jahre alt. So wie er beschrieben wird, macht er eher den Eindruck eines ü65 Rentner. Wobei die meisten Rentner, auch ältere, mehr auf dem Kasten haben als Richard. Richard führt ein chambre d'hôtes, quasi ein B&B. Wieso er das tut, und wieso er dabei nicht wirklich Spass hat, wird nicht erklärt. 

Dafür umso mehr, dass ein Gast plötzlich verschwindet und ausser Blut und einem Handabdruck nichts hinterlässt. Auftauchen dagegen tut Valérie d'Orcay, die Richard zum Nachforschen anstachelt. 

Am Ende ist alles aufgeklärt, der Weg dahin ist mit skurrilen Charakteren und fragwürdigen Aktionen gepflastert. Leider konnte mich dieser Krimi nicht begeistern, ich fand ihn reichlich langweilig. 

Ich wurde weder mit dem Plot noch mit den Figuren warm. Denn es gibt keine einzige normale (und normal agierende) Figur in "Mord & Croissants", alles wird enorm überspitzt gezeichnet, was mich ziemlich nervte. 

Fazit: Man merkt, dass Ian Moore ein Comedian ist, sein Humor ist überhaupt nicht mein Fall. Wer seine Spässe mag, wird vielleicht auch diesem Reihenauftakt mögen.
2.5 Punkte.


Sonntag, 1. Oktober 2023

Neuerscheinungen und Monatsvorschau Oktober 2023

Wie im September-Rückblick erwähnt, hätte heute der erste ruhige Tag seit langem sein sollen. Eine Einstimmung in eine ruhige Homeoffice-Woche. Doch Kara, unsere graue Katze, die sonst nie was anderes als ihr Futter frisst, hat heute morgen ein nicht für sie bestimmtes Medikament geschluckt und so musste ich mit ihr zum Notfalltierarzt ins Tierspital (Ein grosses Merci an meine Nachbarin, die uns gefahren hat!). Kara bleibt über Nacht zur Beobachtung dort, wir hoffen fest, dass ich sie morgen gesund nach Hause holen kann. 

Diese Aufregung (und die Sorgen, bis sie dann auch tatsächlich wieder bei uns ist) hätte es nicht noch gebraucht, da ich eh schon total am Anschlag bin momentan. Die vergangenen zwei Monate waren brutal anstrengend und ich hätte einfach nur Ruhe nötig. Hoffentlich geht mit Kara alles gut, dann kann ich den Oktober vielleicht dann auch geniessen und endlich zur Ruhe kommen. 


Es haben sich einige Neuzugänge angesammelt im August und September, die ich in den nächsten Wochen nun lesen möchte. Die Weihnachtsromane vom September leg ich mir für schlechtes Wetter auf die Seite, jetzt möchte ich erst mal noch den Herbst geniessen, so fern es mir möglich ist. 

Einige Oktober-Bücher sind schon bei mir eingezogen. Z.B. "Ich bin Frida" von Caroline Bernard. Ihren ersten Roman über Frida Kahlo hab ich geliebt und erwarte dasselbe von diesem zweiten Roman. "Wer den Löffel abgibt" von Jessa Maxwell passt gut zu meiner Lust auf Krimis, da ich im September gar keinen gelesen habe. Dann ist auch noch "Stille Nacht im Schnee" von Alexander Oetker bereits bei mir.







Sicher noch einziehen im Laufe des Oktobers werden "Herbstleuchten", "Das kleine Schloss in Schottland", der zweite "Monsieur le Comte"-Band, "Eine Ewigkeit für uns", "Im Herzen so kalt" sowie "Sternhimmelleuchten". Und wahrscheinlich auch ein neuer Milchaufschäumer (der alte hat im September seinen Geist aufgegeben), damit ich, wenn das Wetter in Richtung November geht, mir zuhause auch das passende Getränk zubereiten kann... Vielleicht mag ich dann auch "Der späte Ruhm der Mrs. Quinn" oder "Der Cocktailmörderclub" lesen. "Alles, was wir uns wünschen" spielt in der Schweiz, deshalb werde ich da sicher rein blättern. 

Aktuell lese ich gerade "Miss Emily und der tote Diener von Higher Barton", das ich aus dem September mitgenommen habe. Der Lesestoff wird mir im Oktober jedenfalls nicht ausgehen (und theoretisch auch nicht so schnell im 2024). 

Geniesst den goldenen Oktober mit gemütlichen Lesestunden - je nach Wetter draussen oder drinnen!



Mein Lesemonat und Monatsrückblick September 2023

Mein September-Monatsrückblick kommt (wie Anfangs Monat die September-Vorschau) einen Tag später als üblich. Mein September war voll bepackt, ich hab viel gearbeitet und hatte zudem natürlich immer noch enorm zu tun mit all den administrativen und organisatorischen Dingen rund um den Tod meiner Mutter. Die ganzen eigenen verpassten Termine wie z.B. Zahnarztbesuche kamen oben drauf. Die Sommergrippe, die ich Ende August erwischte, wurde Anfang September zu einer Entzündung der Speiseröhre, es ist noch nicht gut, wohl auch stressbedingt, und auch verschleimt bin ich immer noch.

Das schöne Septemberwetter konnte ich also gar nicht richtig geniessen. Bis gestern Abend war ich voll verplant und fiel völlig erschöpft sehr früh ins Bett. Heute sollte der erste ruhige Tag seit langem sein, doch ich war heute im Notfallmodus - mehr dazu in der Oktober-Vorschau, schliesslich ist heute ja schon Oktober.


Im September hab ich 11 Bücher gelesen, leider konnten mich vier davon nicht ganz überzeugen. 

"Ist es nicht ein Wunder, das es uns gibt?" fand ich leider sehr langweilig. Die drei Romane, die 3.5 Sterne bekamen, waren zwar mehrheitlich unterhaltend und gut lesbar, hatten aber den einen oder anderen Mangel.

3 Sterne:


3.5 Sterne:
- Der wunderbare Foodtruck am Strand von Caroline Roberts
- Schneezauber im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald (Der kleine Strickladen 5)
Das Herrenhaus von Kirkby von Charlotte McGregor (Highland Happiness 3) 


4 Sterne:
- Sommer in der kleinen Traumküche in Cornwall von Jane Linfoot 
- Lichter, die vom Himmel fallen von Julie Larsen 
- Wo unsere Herzen sich finden von Christine Bode (Zuhause in Glenbarry 1) 
- Herbstleuchten in den Highlands von Christine Bode (Zuhause in Glenbarry 2) 



5 Sterne:
- Am Horizont wartet die Sonne von Meike Werkmeister 
- Das Leuchten der Blätter von Patricia Koelle (Sehnsuchtswald 3) 


Die fünf 4 Sterne-Romane haben mir gefallen, begeistert haben mich aber meine beiden Monatshighlight mit 5 Sternen. "Am Horizont wartet die Sonne" ist Werkmeisters bester Roman bisher, finde ich. Zum dritten Band der "Sehnsuchtswald"-Reihe muss ich glaub nicht viel sagen - wer was wissen will, wartet auf die Rezension, die bald noch kommt. Bewusst habe ich im September wenig Rezensionsexemplare gelesen, weil ich wusste, dass ich noch keine Zeit zum Rezensieren haben werde. Das soll sich im Oktober ändern. Auch Werkmeister, Abidi, McGregor und Gaarder werde ich rezensieren, das sind Rezensionsexemplare. Die restlichen rezensiere ich nur, wenn ich grad Lust und vorige Zeit habe.

Jetzt freue ich mich auf einen für mich hoffentlich entspannten Oktober, ich hätte ihn dringend nötig!