Dienstag, 15. Januar 2019

Die Schokoladenvilla von Maria Nikolai

Klappentext:
Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein – noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will.



Ich mag Schokolade nicht nur zum Essen, sondern auch zum Lesen - so war es keine Frage, dass ich mir "Die Schokoladenvilla" gönne. 

In einer Villa oberhalb von Stuttgart lebt die junge Judith zusammen mit ihrem Vater, ihren zwei kleinen Brüder und einigen Bediensteten. Ihr Vater ist streng und meistens hält er sich in seinem Büro unten in Stuttgart in der Schokoladenfabrik auf. Die beiden Lausbuben nutzen die Abwesenheit des Vaters aus und stellen so einiges an. Judith hingegen liebt es, neue Rezepte zu entwickeln und ist oft in der Fabrik und dem dazugehörigen Laden anzutreffen. Als ihr Vater eines Tages beschliesst, dass Judith heiraten muss, hat er die Rechnung ohne Judith gemacht. 

Ihre Mutter Helene bekommt von all dem nichts mit. Aufgrund einer Depression ist sie am Gardasee zur Kur. Sie lernt viele interessante Menschen kennen und merkt, wie unglücklich sie zuhause war und was sie stattdessen wirklich gerne machen würde. Auch Helenes Ideen passen nicht mit denen ihres Mannes überein. 

"Die Schokoladenvilla" erzählt von zwei Frauen, die ihren eigenen Weg gehen möchten und sich nichts mehr vorschreiben lassen wollen. Dass dies viel Ärger mit sich bringt, überrascht nicht. 

Die spannende Geschichte um Judith und ihre Freunde nimmt einen von der ersten Seite an gefangen. In einem angenehmen Schreibstil schildert die Autorin lebendig die damalige Zeit und lässt ganz viel Historie wie nebenbei einfliessen. Nicht unbedingt geschichtliche Daten, sondern vielmehr die aktuellen Errungenschaften und Erfindungen, die teilweise erstaunen. Oder würdet ihr Ananassorbet mit dem Jahr 1903 in Verbindung bringen?

So hat fast jede Figur im Roman etwas Spezielles an sich, das damals entweder typisch oder neu war. Väter, die Ehen für ihre Kinder arrangieren, um sich gesellschaftlich zu positionieren; Bedienstete, die unzufrieden waren mit Arbeitsbedingungen und damit unterschiedlich umgehen; Söhne, Töchter und Mütter, die sich nicht länger dem Diktat des Vaters oder Ehemannes unterwerfen; neue Maschinen und Apparate, neue Techniken; Gesundheitsdienste und vieles mehr.

Sehr gelungen fand ich die Verbindung der beiden Schauplätze. Auf der einen Seite das geschäftige, traditionspflegende und eher trübe Stuttgart, auf der anderen Seite das sonnige, freigeistige Riva am Gardasee, wo man gesellschaftliche Konventionen den Bach runter schickt.

Mir gefiel, dass nicht nur Judiths Familie, sondern auch ihre Angestellten sowie Handwerker aus der Stadt und weitere Charaktere in der Geschichte ihren Platz inne hatten. Quasi einmal quer durch die gesamte Bevölkerungsschicht, und jeder wurde von der Autorin sorgfältig mit einer glaubhaften Persönlichkeit ausgestattet.

Das einzige Unglaubwürdige für mich war, dass Helene den Brief von Judith nicht sofort liest. Erst recht nicht, wenn der gleichzeitig angekommene Brief vom Ehemann Neuigkeiten über die Tochter verrät - da will man doch als Mutter wissen, wie die Tochter die Situation aus ihrer Sicht schildert.

Bis auf diese Szene gefiel mir dieser historische Schmöker sehr gut und jedesmal, wenn ich nun am Bahnhof an einem Snack-Automaten vorbeikomme, denke ich an den Schokolade-Automaten in Stuttgart und wünsche, der würde stattdessen auf dem Perron stehen.

Maria Nikolai hat mit der "Schokoladenvilla" einen historischen Schauplatz mit Leben gefüllt und lässt den Leser in eine facettenreiche Geschichte eintauchen.

Fazit: Toller Auftakt der Trilogie - ich bin gespannt, was uns in den zwei Folgebänden erwartet. 
4 Punkte.


Weitere Rezensionen von: 
Martina von Martinas Buchwelten
Susanne von Susanne Edelmann
Elisa von RoRezepte
Tanja von nichtohnebuch

Montag, 14. Januar 2019

Das geheime Lächeln von Bettina Storks

Klappentext:
Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.




Der wunderbar geheimnisvolle Titel machte mich neugierig. Ja, ich wollte wissen, was es mit diesem geheimen Lächeln auf sich hat.

Das Lächeln gehört zu Sophie Langenberg. Zu sehen ist es auf einem Bild, das Emilia Lukin bei der Arbeit an der Aufstellung für eine Auktion plötzlich auffällt. Die Frau auf dem Bild erinnert Emilia an ihre Grossmutter. Da sie diese nur vom Hörensagen kennt, beginnt Emilia nachzuforschen. Sie möchte wissen, für wen und wieso Sophie dem Maler Model gestanden ist - und wem dieses Lächeln gilt. Ihre Neugier führt sie an verschiedene Orte in Frankreich, wo Emilia schlussendlich die ganze Wahrheit über ihre Familie erfährt.

Im ersten Erzählstrang lernen wir Emilias Familie - Ehemann Vladi, ihre Söhne Leo und Mischa samt ihrer Mutter Pauline - kennen und begleiten Emilia später auf die Reise an die Stationen, an denen Sophie lebte.

Emilia und ihre Familie wirken sehr distanziert, ich spürte kein herzliches Verhältnis. Dazu trägt bei, dass die Eltern nicht mit Mama/Papa, sondern mit den jeweiligen Vornamen angesprochen werden. Emilia kommt als nüchterne und innerlich gehetzte Person rüber. Als sie beispielsweise im Luberon ankommt, erfährt der Leser, dass Emilia schon im Voraus Möbel bestellte. Alles voraus geplant, aber ihren Job-Auftrag hat sie vergessen?

Nicht nur diese Szene wirkte konstruiert. Es werden spezielle Leitsätze in die Geschichte hinein drapiert und wie ein Mantra wiederholt. Diese Repetitionen wirkten mir zu inszeniert und unterbrechen den Lesefluss. Die Landschaften hingegen wurden sehr schön beschrieben, aber auch hier empfand ich vieles als zu gewollt poetisch.

Mir gefiel der zweite Erzählstrang, in dem man Sophies Geschichte erfährt, viel besser und die Charaktere wesentlich sympathischer. Von Sophie hätte ich gerne noch mehr erfahren. Die Geschichte über Jean-Pierre Roche in Dieulefit fand ich aufschlussreich und sehr interessant eingewebt. Mein Lieblingsmensch ist aber der, der beide Teile miteinander verbunden hat: eindeutig Auktionar Thierry Bonnet.

Fazit: Gut recherchierte und nette Geschichte, doch durch die sprachliche Distanziertheit konnte ich keine Emotionen zu der Protagonistin aufbauen. 
3.5 Punkte.



Weitere Rezensionen von:
Susanne von Susanne Edelmann
Marie von Marie's Salon du livre
Heike von Frau Goethe liest
Martina von Martinas Buchwelten

Freitag, 11. Januar 2019

Krimi: Tödliche Sonate von Natasha Korsakova

Klappentext:
Ein skandalöser Fall erschüttert Rom: Die mächtige und in den Kreisen der klassischen Musik gefürchtete Musikagentin Cornelia Giordano wurde brutal ermordet. Commissario Di Bernardo, erst kürzlich aus Calabrien nach Rom versetzt, muss sich in die Welt der Musikagenten, Opernhäuser und musikalischen Wunderkinder begeben und ermitteln. Es scheint, als sei die Giordano alles andere als beliebt gewesen. Und was hat die „Messias“, Antonio Stradivaris legendäre Violine, mit dem Fall zu tun?





Das Cover ist mega schön und passt perfekt zu diesem Krimi, der in der Musikwelt von Rom spielt. 

Eine Agenturinhaberin wird ermordet, sie hatte Geld und war ein Biest. Familie, Angestellte, von ihr betreute Künstler - alle waren von ihr in der einen oder anderen Weise schon beleidigt oder hintergangen worden. Verdächtige gäbe es also genug. Die Polizei um Commissario Di Bernardo stochert lange im Dunkeln, denn ein ausreichendes Mordmotiv scheint niemand zu haben und durch einige weitere Angriffe dauert es, bis Di Bernardo alle Puzzlesteine beisammen hat. 

Die Idee zum Krimi gefällt mir gut, ich mag die Kombination von klassischer Musik und Krimi sehr gerne, auch Geschichten, die in Rom spielen. Eine perfekte Kombination! Erzählt wird der Kriminalroman in drei Ebenen: es gibt einen Vergangenheitsteil, der von Stradivaris legendärer Geige berichtet; einen Teil, in dem der/die Mörder/in zu Wort kommt; und schlussendlich der Gegenwartsteil mit dem aktuellen Geschehen. 

Leider erfährt man bis über die Mitte hinweg nicht, was die im Vergangenheitsteil beschriebene Geige im aktuellen Mordfall für eine Rolle spielt. Auch war mir bald klar, wer der/die Mörder/in ist. Das ist per se nicht schlimm, aber es fehlte vielleicht ein wenig an Spannung und Würze, obwohl immer wieder etwas passiert. Der Fall zog sich für mich in die Länge, weil man einfach nicht weiss, wie diese Geige ins Geschehen hineinpasst. Ich konnte, genau wie der Commissario, den Fall für ein paar Stunden vergessen und das Buch weglegen ohne das Gefühl zu haben, ich müsse dringend weiter lesen. Ansonsten fühlte ich mich wohl im ersten Krimi von Natasha Korsakova und wurde gut unterhalten.

Vielleicht könnte die Autorin dem Commissario in einem allfälligen zweiten Band neue Kleidung kaufen, damit er nicht immer ans Joggen und Abnehmen denken muss und sich vollumfänglich seiner Familie, seinem Job, Fussballmatches und gutem Essen widmen kann. 

Fazit: Stimmiges Debüt, das man mit Wein und klassischer Musik im Hintergrund in aller Ruhe geniessen kann.
4 Punkte.


Weitere Rezensionen bei:
Franziska von Franzi liest

Donnerstag, 10. Januar 2019

Krimi: Todesklang und Chorgesang von Karin Kehrer

Klappentext:
Seit die pensionierte Bee Merryweather in das beschauliche South Pendrick gezogen ist, genießt sie die Schönheit der Natur und die Ruhe in vollen Zügen. Nur für ihr geliebtes Hobby, das Singen, muss sie einiges auf sich nehmen. Denn der Chorleiter Peter Bartholomew geizt nicht mit barschen Worten und reizt einige Chormitglieder bis aufs Blut. Und dann ist er tot. Ausgerechnet Bee findet Peter eines Morgens mit erstarrter Miene in seinem Haus. Seitdem lässt ihr der Fall keine Ruhe. Wer hatte einen Grund, Peter zu töten? Der Startenor, der keiner ist? Der Pfarrer, der ein ziemlich merkwürdiges Hobby pflegt? Oder die junge Frau im roten Kleid, die aus Peters Haus kam und die niemand je zuvor im Dorf gesehen hat?


Ein kleines Dorf in Cornwall: ein kleiner Lebensmittelladen, eine Kirche, eine Schule mit nur 2 Lehrern. Hier wohnt Bee, seit dem Unfalltod ihres Mannes, alleine in einem hübschen Cotttage. Sie häkelt gerne und singt im Dorfchor mit. Am Tag nach einer hitzigen Chorporbe ist der Chorleiter Peter tot. Böse auf ihn war fast das ganze Dorf, war er doch ein recht arroganter Mensch. Aber auch an seinem früheren Wohnort Oxford hat Peter sich Feinde gemacht. Trotz seiner Unbeliebtheit setzt sich Bee in den Kopf, den Mörder zu finden. Eine schwierige und nicht ungefährliche Sache, auf die sich Bee einlässt. Doch an der Seite des Gerichtsmediziners Dr. Strong fühlt sie sich wohl dabei. 

Viele dunkle Geheimnisse durchziehen diesen Cosy-Krimi, der mit viel Lokalkolorit aufwartet. Ich mochte die farbenfrohe Bee, die die Gepflogenheiten der Dorfbewohner gut kennt, obwohl sie noch nicht so lange im Dorf wohnt.

Auch die anderen Charaktere, insbesondere die Chormitglieder, lernt man gut kennen. Die Autorin beschreibt das Alltagsleben bildlich, dass man sich das fiktiven South Pendrick gut vorstellen kann.

Die geheimnisvolle Geschichte ist gut durchdacht, kurzweilig und flüssig zu lesen. Durch viele unerwartete Wendungen rätselt man bis zum Schluss mit. Wer Krimis, die in kleinen Siedlungen spielen, Musik und Pflanzen mag, der sollte hier zugreifen.

Fazit: Gemütliches und gelungenes Krimivergnügen!  
4 Punkte. 

Mittwoch, 9. Januar 2019

Krimi: Tödliche Zeilen von Dorothea Stiller

Klappentext:
Nach Jahren kehrt die pensionierte Lehrerin Agnes Munro in das malerische schottische Küstenstädtchen Tobermory zurück, um ihrer Freundin Effy in dieser schweren Zeit beizustehen. Denn die Kleinstadt wird von einem tragischen Todesfall überschattet: Effys Sohn Neil kam bei einem Autounglück ums Leben. Ein Unfall? Doch dann kommt es zu einem zweiten mysteriösen Todesfall und die Ereignisse überschlagen sich. Die polizeilichen Ermittlungen können die resolute Agnes nicht überzeugen, also beginnt sie, auf eigene Faust nachzuforschen. Tatsächlich stößt sie auf Ungereimtheiten. Der Dame mit dem extravaganten Modegeschmack gelingt es, den Inselpolizisten auf ihre Seite zu ziehen. Und weiß der Gemeindepfarrer vielleicht mehr als er zugibt? Agnes stürzt sich in ihre Nachforschungen und muss sich eingestehen, dass sie auch mit ihrer eigenen Vergangenheit in Tobermory noch nicht ganz abgeschlossen hat.

Dorothea Stillers Krimi führt die Leser auf die schottische Ile of Mull. 
Neil, der Sohn von Agnes bester Freundin, ist bei einem Autounfall gestorben. Agnes Munro, frühere Lehrerin, reist unverzüglich nach Tobermory um die Familie zu unterstützen. Als kurz darauf noch jemand stirbt, wird Agnes misstrauisch. Niemand unterstützt ihre Sicht, bis einige Ungereimtheiten im Dorfleben zur Sprache kommen. Plötzlich sind auch der Pfarrer Andrew und der Dorfpolizist Matt bei der Auflösung der ungeklärten Todesfällen mit dabei.

Britcrime-Liebhaber werden auf ihre Kosten kommen, denn die Autorin hat einen überzeugenden Kriminalfall hingelegt. Als Ermittlerin prädestiniert ist die ehemalige Lehrerin Agnes, die noch immer die meisten Einwohner des Dorfes kennt. Da sie beliebt war, vertrauen ihr ihre ehemaligen Schüler einiges an. Aber auch für Pfarrer Andrew ist es einfach, Nachforschungen anzustellen. Unterstützt werden die beiden später von Matt, dem Dorfpolizist und ehemaligen Schüler von Agnes. Er ist für die offiziellen Ermittlungen zuständig; zusammen bilden die drei ein tolles Team. Nicht vergessen darf man die junge Polizistin Fiona, die im Hintergrund mitarbeitet. 

Geübte Krimileser werden wahrscheinlich bald mal merken, wo der Hund begraben liegen könnte. Dennoch wissen die Leser nicht mehr als das Ermittlerteam. In klassischer Ermittlungsarbeit kommen sie dem Geheimnis langsam auf die Spur. 

Der Fall ist interessant, stimmig und schlüssig. Markby & Mitchell-Fans werden glücklich beim Lesen. Ebenso empfehlenswert ist "Tödliche Zeilen" auch für alle, für die Agatha Raisin zu nervig ist. 

Fazit: Unterhaltender Erstlingskrimi, weitere Fälle für Agnes, Andrew und Matt würde ich gerne lesen. 
4 Punkte.



Sonntag, 6. Januar 2019

Das war die #litlovehistory 2018/19

Seit 17 Tagen lesen wir #litlovebloggerinnen fleissig historische Romane. An der Litlove 2018 in München werden so tolle Bücher direkt von den Autoren selbst vorgestellt, dass wir Lust hatten einige davon zu lesen - dazu noch andere, die schon längst auf unseren SuBs auf Erlösung warteten. 

Bei mir war es im Gleichgewicht: zwei neue, zwei alte und dazwischen vier Krimis. Plus die Vorgeschichte von dem im Februar erscheinenden historischen Roman "Das Modehaus" von Julia Kröhn, inklusive der ersten Kapitel. 



Begonnen habe ich mit "Das geheime Lächeln" von Bettina Storks. Sie entführt den Leser nach Baden-Baden und nach Frankreich und löst das Rätsel um ein Bild. Mein zweiter historischer Roman war "Die Schokoladenvilla" von Maria Nikolai und berichtet über eine mutige, interessierte junge Frau und gibt Einblick in die Zeit nach 1903. Voraussichtlich im Herbst 2019 erscheint der zweite Teil der Trilogie rund um die Schokoladenvilla. 



Meine beiden anderen gelesenen Romane sind beide von Sylvia Lott. Ihre Bücher sind immer wahre Pageturner - so auch "Die Lilie von Bela Vista" und "Die Fliederinsel". Beide lagen länger auf meinem SuB, weil das eine in Brasilien spielt und ich nicht so Fan von Geschichten, die in Südamerika spielen, bin. Das andere handelt von der Judenverfolgung in Deutschland und Dänemark. Über das Thema, wie auch generell Bücher, die zu Kriegszeiten spielen, habe ich schon so viele gelesen, dass ich die gar nicht mehr lesen mag. Doch die Autorin schreibt so interessant, dass man die Bücher nicht mehr aus der Hand legen mag und tischt dabei immer wieder etwas auf, was man noch nicht weiss. Bzw. ich noch nicht wusste, wie zum Beispiel die Hachschara-Höfe in Deutschland. 



Meine Kolleginnen haben zudem noch andere Bücher gelesen. Bei Heike von Frau Goethe findet ihr die Rezension zu "Die Fotografin" und "Das geheime Lächeln". Bei Betti von Luckyside könnt ihr mehr über das "Das fremde Mädchen" lesen, welches ihr auch bei Larissa von Bücherliebe hoch zwei findet: "Das fremde Mädchen". Ausserdem bei Betti: "Der dunkle Weg" von Susanne Goga. Susanne Edelmann rezensierte "Die Frau im hellblauen Kleid" und "Das geheime Lächeln", ebenso Caroline von Marie's Salon du livre: "Das geheime Lächeln". Elisa von RoRezepte hat "Die Schokoladenvilla" bereits vorher rezensiert und zwei passende Rezepte verlinkt.

Meine Rezensionen zu den Büchern erscheinen in den nächsten zwei Wochen - ab Montag hab ich wieder Zeit zum Schreiben, der Alltag beginnt wieder. Das später-ins-Bett-gehen und morgens länger Ausschlafen werde ich vermissen; meine Lesezeit wird sich deshalb wieder verkürzen.

Konntet ihr in diesen 17 Tagen auch einige historische Romane von euren SuBs befreien? Welche? Und wenn ja, könnt ihr sie empfehlen? Ihr könnt gerne eure Rezensionen dazu in den Kommentaren verlinken.



PS: Vom 19. Januar bis 17. Februar geht es weiter, nämlich #mitlitlovedurchdenwinter - diesmal wird nicht nur gelesen (also schon auch, aber nicht unbedingt zeitnah, eher vorher), es werden aktuelle Zeitromane rezensiert, dazu gibt es Interviews mit den Autorinnen usw. Ihr dürft euch untere anderem auf die #litloveromane2018 von Anna Paulsen, Anne Sanders, Claudia Winter und Frieda Bergmann freuen!










Samstag, 5. Januar 2019

SuB-Abbau oder #19für2019

Kurz entschlossen schliesse ich mich der #19für2019 Challenge an. Es geht drum, 19 Bücher auszuwählen, die man im laufenden Jahr lesen möchte. Vorzugsweise keine Neuerscheinungen, sondern Bücher vom Stapel der ungelesenen Bücher, kurz SuB. 

Meine neunzehn Auserwählten stelle ich euch gerne vor: 
1. Mein Herz ist eine Insel von Anne Sanders
2. Sommerhaus zum Glück von Anne Sanders
3. Glückssterne von Claudia Winter
4. Wirf dein Herz voraus uns spring hinterher von Anna Paulsen
5. Einmal Liebe zum Mitnehme von Frieda Bergmann
6. Nachtblau von Simone van der Vlugt
7. Die Fäden des Glücks von Julia Fischer
8. Mister Franks fabelhafte Talent für Harmonie von Rachel Joyce
9. Becoming von Michelle Obama
10. Wölfe an der Côte d'Azur von Christine Cazon
11. Verborgene Muster von Ian Rankin (Rebus 1)
12. Bitterer Calvados von Catherine Simon
13. Tod in Tintagel von Emma Goodwyn (John Mackenzies 7.Fall)
14. Provenzalische Schuld von Sophie Bonnet (Pierre Durand 5)
15. Die Gärten von Istanbul von Ahmet Ümit
16. Totenstille über dem Lago Maggiore von Bruno Varese (Matteo Basso 3)
17. Mord im Cottage von Anna Bednorz (Aoife 1)
18. Das Geheimnis des alten Strandhotels von Anna Bednorz (Aoife 2)
19. Falsche Austern von Catherine Simon (Leblanc 4)


Es sind acht Romane, zehn Krimis und eine Biografie. Ich weiss jetzt schon, welche davon ich ziemlich schnell lesen werde und bei welchen vier Büchern ich mir Zeit lassen werde... Da ich lieber nach Lust und Laune lese und Listen grundsätzlich durcheinanderbringe oder Titel gegen andere austausche, werde ich mich selbst herausfordern ;-) Eigentlich sind aber nur die bereits erwähnten "vier" schwierige Kandidaten, auf die anderen freue ich mich schon sehr und hätte wahrscheinlich eh nach diesen gegriffen im 2019. Ich brauch jetzt einfach die fünfzehn übrigen Bücher als Hilfe um die vier anderen zu lesen. Und nein, ich nenne jetzt keine Titel...

Nehmt ihr an der Challenge auch teil, oder habt ihr eh immer eine voraussichtliche monatliche Leseliste (wie ich manchmal) oder liest ihr grundsätzlich einfach drauf los? 














Dienstag, 1. Januar 2019

Lesebiografie Dezember 2018

Über die Weihnachtsfeiertage war bei mir mehr los als ursprünglich geplant. Deshalb kam ich nur zum Lesen, nicht aber zum Rezensionen oder andere Beiträge schreiben. Dies widerspiegelt sich an der Anzahl der gelesenen Dezemberbücher:

- Mord in eisiger Nacht von Matthew Costello und Neil Ricards (Cherringham 32)
- Ein Stück vom Winterglück von Abby Clements 
Sternenwinternacht von Karen Swan 
- Hey Siri, willst du mich heiraten von Judith Newmann 
- Tee? Kaffee? Mord! Tod eines Schneemanns von Ellen Barksdale (Band 6) 
- Tee? Kaffee? Mord! Arsen und Käsekuchen von Ellen Barksdale (Band 7) 
- Die Prophezeiung der Giraffe von Judith Pinnow fischer 
- Ich und der Weihnachtsmann von Matt Haig 
- Winterwundertage von Karen Swan  
- Tödliche Sonate von Natasha Korsakova 
- Das geheime Lächeln von Bettina Storks 
- Gschlamperte Verhältnisse von Felicitas Gruber (Kalte Sofie 5)
- Die Schokoladenvilla von Maria Nikolai
- Die Vorgeschichte zu Das Modehaus von Julia Kröhn
- Um fünf unter den Sternen von Holly Hepburn
- Tödliche Zeilen von Dorothea Stiller
- Todesklang und Chorgesang von Karin Kehrer



153 Bücher habe ich insgesamt im 2018 gelesen. 17 Bücher waren es im Dezember, davon nur ein 3-Sterne-Buch ("Winterwundertage" von Karen Swan) und drei 3.5-Sternebücher ("Mord in eisiger Nacht"/Cherringham 32 war schwächer als üblich. Die Rezension zu "Das geheime Lächeln" folgt. "Um fünf unter den Sternen" war mir ein wenig zu oberflächlich). Die restlichen Bücher waren bis auf "Die Vorgeschichte zu: Das Modehaus" mit 4.5 alles 4-Punkte-Titel. 

Ein wenig enttäuscht war ich von "Hey Siri, willst du mich heiraten?". In Klappentext und Titel geht es ausschliesslich um Siri, aber im Buch nahm Siri nur gerade mal ein Kapitel ein. Nichtsdestotrotz war das Buch um den autistischen Sohn der Autorin gut geschrieben. 

Neben den Fortsetzungen der Cherringham- und Tee/Kaffee/Mord-Serie habe ich neue Krimiautorinnen entdeckt. "Todesklang und Chorgesang" und "Tödliche Zeilen" sind beides moderne "Whodunit"-Krimis und haben mich positiv überrascht. Wer klassissche Musik und Krimis mag, sollte "Tödliche Sonate" lesen. Es ist der erste Krimi der Violonistin Natasha Korsakova und spielt in Rom. Die Rezension zu "Tödliche Sonate" und "Tödliche Zeilen" folgen in den nächsten zwei Wochen. 

Seit dem 20. Dezember hab ich im Rahmen der #litlovehistory einige Male zu historischen Romanen gegriffen, begonnen habe ich mit "Das geheime Lächeln" von Bettina Storks; der zweite Roman war "Die Schokoladenvilla" von Maria Nikolai. Ausserdem habe ich die Vorgeschichte plus die ersten Kapitel vom im Februar erscheinenden "Das Modehaus" von Julia Kröhn gelesen. Wie ganz oft bei Vorgeschichten oder Leseproben traf es auch diesmal ein: der Wunsch, sofort den ganzen Roman zu lesen! Leider heisst es noch ein wenig warten, aber mein SuB ist ja gut gefüllt :-) Diese Woche möchte ich "Die Lilie von Bela Vista" und "Die Fliederinsel" von Sylvia Lott für die #litlovehistory - Aktion lesen. Die Rezensionen zu den historischen Romanen folgen ebenfalls im Januar.
Wenn ihr auch noch historische Romane von litlove-Autorinnen auf eurem SuB habt, dürft ihr gerne noch mitlesen.


Ende Januar (20.01-06.02) folgt bereits die zweite litlove-Aktion: auf meiner Leseliste stehen Romane von Anne Sanders, Anna Paulsen, Frieda Bergmann und Claudia Winter. Ihr dürft euch uns gerne anschliessen!

Ausserhalb der Aktion werde ich wie immer Krimis lesen, einige warten bereits auf meinem SuB. Drei Titel, die ich lesen möchte, erscheinen im Januar. Der zweite Band von Mary Ann Fox "Je dunkler das Grab", der siebte Band der Richter Verlaque-Serie von Mary L. Longworth und als drittes der Auftakt zu einer neuen Krimireihe aus dem Atlantik-Verlag.

"Tod am Aphrodite-Felsen" von Yanis Kostas, die Ermittlerin heisst Sofia Perikles. Wie man zweifelsfrei merkt, spielt die Serie in Griechenland - darauf freue ich mich sehr. 

Auf weitere Neuerscheinungen im Laufe des Jahres freue ich mich schon jetzt. Am meisten auf die Ende September erscheinende Fortsetzung der "Mitchell und Markby"-Serie von Ann Granger. Wer hätte gedacht, dass da noch was kommt nach all den Jahren! Am zweitmeisten freue ich mich auf "Madame Piaf und das Lied der Liebe" von Michelle Marly, das im März erscheint. Im 2018 war ihr "Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe" eins meiner Jahreshighlights! 

Natürlich waren noch weitere tolle Bücher im 2018 dabei, aber ich mag die jetzt gar nicht alle aufzählen. Ich hab das Gefühl, ich stehe schon voll im neuen Lesejahr und schaue lieber vorwärts als zurück. Besonders freue ich mich auf den März, da reise ich nach 2016 wieder nach Leipzig an die Leipziger Buchmesse. Frankfurt steht wie immer noch in den Sternen - das werde ich erst kurzfristig entscheiden können. Auf jeden Fall aber reise ich im November nach München, falls es eine vierte Litlove geben wird - was ich und andere doch sehr hoffen. Die #litlove2018 war nämlich nicht nur für mich ein Highlight!



Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch schon Buchmesse-Pläne und freut ihr euch auf Januar-Neuerscheinungen oder "arbeitet" ihr erstmal euren SuB ab? 

Möge das neue Jahr neben guter Gesundheit auch viele gemütliche Lesestunden bereithalten, 
eure SuBs immer gut gefüllt sein, 
eure Reader-Akkus nie mitten in einem spannenden Buch ausgehen! 

Euch allen ein gutes, neues Jahr!

Liebe Grüsse
Anya