Dienstag, 31. August 2021

Lesebiografie und Monatsrückblick August 2021

 
Vom Sommer in den Herbst ging es in diesem August ziemlich plötzlich. Wenn ich jetzt am Ende des Monats auf Anfang August zurück schaue, hab ich das Gefühl, es wären mindestens zwei Monate vergangen und nicht nur einer.


Anfang August ging es für eine Woche in die Berge. Wandern in Zermatt war angesagt und das Matterhorn einmal live aus der Nähe sehen, statt wie bisher nur auf Bildern. Eindrücklich wars, vor allem die Kulisse mit all den anderen 4000er im Monte Rosa-Massiv. 


Seit knapp zehn Tagen sind die Schulferien zu Ende und ich muss mich an die neue Schule meiner Tochter, ihren neuen Stundenplan inklusive einem anderen freien Nachmittag gewöhnen (in der Schweiz ist der Mittwochnachmittag schulfrei - seit jeher und immer, egal welche Schulstufe, und somit quasi hochheilig - doch nun ist es aktuell der Dienstag, könnte im nächsten Semester aber auch der Donnerstag sein oder ganz normal der Mittwoch, aber ich sag euch, ich hab gerade ein totales Durcheinander mit den Tagen...) und auch ans erneut sehr frühe Aufstehen. Keine leichte Sache für uns Nachteulen! Leider heisst das auch, kein Lesen mehr bis die Augen von alleine zu fallen. Dabei stehen im September wieder viele tolle Neuerscheinungen in den Läden. Die zeig ich euch morgen, heute geht es jetzt noch um den August und was ich im vergangenen Monat gelesen habe. 

Nicht so viel wie gedacht, man merkt, dass es aktive Ferien waren und keine Strandferien. Es sind dreizehn Bücher, gefühlt bin ich eher unzufrieden mit der Qualität des Gelesenen.

Im August erschienen unerwartet zwei Fortsetzungen "alter" Romane. Ein zweiter Teil von "Das Lächeln der Frauen" Nicolas Barreau und eine Fortsetzung von Christina Cabonis "Die Rosenfrauen" wurden veröffentlicht - die Autorinnen hätten es lieber gelassen, die ersten Teil würden in sehr guter Erinnerung bleiben. Beide Nachfolger-Bände konnten mich nicht ganz überzeugen, die jeweiligen Figuren wurden leider nicht weiter entwickelt, immerhin reichte es bei beiden noch für 3.5 Punkte. 

Was mich bei Lacroix stört, hab ich im Juli schon erwähnt. Aber auch in Band 3 und 4 bleibt die Auflösung der Bände schwach, obwohl ich das Ermittlerteam mega gerne hab. Der fünfte Band der Cedar Cove-Reihe fand ich wie bereits Band 4 nicht gelungen. "Gezeitenflüstern" war unterhaltend zu lesen, aber schlussendlich dreht sich alles im Kreis und bringt kaum Neues - erinnert mich stark an Radio-Hörspiele auf SWR irgendwas, da wurde bei jedem neuen Teil 5 Minuten wiederholt, was bisher geschehen war und dann in 30 Sekunden der neue Teil erzählt... Macomber hat sich mit ihren neueren Serien und Einzelbänden definitiv weiter entwickelt. Ihr neuester Roman "Die Bucht der Wünsche" liegt noch auf meinem SuB, voraussichtlich lese ich ihn im September - das Vorwort hab ich vorgestern bereits gelesen, dann aber doch zu einem Krimi gegriffen.

Der 13. Fall für Kostas Charitos ist austauschbar. Waren die ersten Bände noch interessant und abwechslungsreich, passiert seit den letzten circa fünf Bänden immer etwas dasselbe. Nur am Privatleben von Kommissar Charitos und seiner Familie sieht man, dass man einen anderen Band liest. 

Mein Monatsflop war aber nicht Charitos, sondern Anne Sanders neuer Roman. Ein super schönes Cover - aber die Geschichte enttäuscht. Ich mochte keine einzige Figur und hätte fast abgebrochen, doch jemand meinte, es würde besser. Das wurde es aber nicht. Die Charaktere haben sich nicht weiter entwickelt, sondern blieben bis gefühlt eine Seite vor Schluss in ihren depperten Verhaltensweisen und suhlten sich im Selbstmitleid. Bisher mochte ich alle Anne Sanders Bücher, aber mit diesem konnte ich rein gar nichts anfangen. 

Meine 13 gelesenen August-Bücher:

2 Punkte: 
- Für immer und ein Wort von Anne Sanders

3 Punkte:
- Zeiten der Heuchelei von Petros Markaris (Kostas Charitos 13) 


3.5 Punkte: 
- Lacroix und die stille Nacht von Montmartre von Alex Lépic (Lacroix 3) 
- Lacroix und das Sommerhaus in Giverny von Alex Lépic ( Lacroix 4) 
- Gezeitenflüstern von Debbie Macomber (Cedar Cove 5)
- Die Zeit der Kirschen von Nicolas Barreau (Band 2) 
- Das Versprechen der Rosenfrauen von Cristina Caboni (Rosenfrauen 2)




4 Punkte:
- Je lauter der Sturm von Mary Ann Fox 256 (Mags Blake 6) 
- Das Leuchten des Safrans von Juliet Hall 
- Song für einen Mord von Matthew Costello und Neil Richards (Cherringham 39) 
- Bretonischer Zitronenzauber von Hannah Luis

4.5 Punkte:
- Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau (Band 1) 

5 Punkte:
- Ein Whisky auf den Tod von Melinda Mullet (Abigail Logan 4)





Zum Glück gab es aber auch 4-Punkte-Bücher, ganze vier und alle unterhaltend. Einzig der Einstieg in "Das Leuchten des Safrans" war ein bisschen verwirrend, doch der Roman entwickelte sich auf den fast 500 Seiten gut weiter. 

Dann gab es noch je ein 4.5-Punkte-Roman ("Das Lächeln der Frauen", schöne Sprache, nur mit einer kleinen Kritik versehen) und ein 5-Punkte-Krimi. Die Serie um Abigail Logan ist abwechslungsreich gestaltet, kein Band wie der andere - so geht Krimi!

Ein Buch der #12für2021-Challenge ist dabei, bzw. sind es bei mir #13für2021 und nun sind noch drei Bücher davon ungelesen. Vom SuB befreit hab ich einige, es hätten aber gerne mehr sein dürfen. Sommer-Bücher lesen klappte nicht, mir wars zu wenig sommerlich und ich hab aktuell mehr Lust auf Krimis und Lichterketten. 


Einige Rezensionen werde ich noch schreiben, auch zu den Juli-Büchern. Nicht aber für Cherringham und Charitos; für Lacroix gibts höchstens eine Serienvorstellung. Ich schliesse hiermit (und neu mit Cover-Bilder als Versuch - damit ich für die monatlichen Forumsfragen nicht immer noch die schönsten oder hässlichsten Cover raussuchen muss) den August und den Sommer ab und somit ist auch meine sommerliche Blogpause vorbei - ich bin wieder da, bloss die donnerstägliche TTT werde ich bis zum Oktober noch ein bisschen vernachlässigen. 

Alles Liebe und allen einen wunderschönen spätsommerlichen oder frühherbstlichen September! 

Das Versprechen der Rosenfrauen von Cristina Caboni (Rosenfrauen 2)

Klappentext:
Elena lebt glücklich mit ihrem Mann in Paris, wo sie in einer kleinen Parfümerie die Emotionen ihrer Kunden in kostbaren Düften verewigt. Nur ganz selten denkt sie noch an den alten Palazzo im Herzen von Florenz, wo die Frauen ihrer Familie viele Jahre lang nach der verlorenen Rezeptur für das Parfüm ihrer Großmutter gesucht haben. Ein Duft, der so perfekt war, dass er den Mensch in all seinen Facetten erfassen konnte. Das ändert sich, als plötzlich Elenas Mutter vor der Tür steht, um mit ihrer Tochter zu einer Reise aufzubrechen, die sie einander wieder näherbringen soll. Und nicht nur das – während die beiden auf den Spuren der Vergangenheit wandeln, kommt ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht. 


Vor sechs Jahren hab ich "Die Rosenfrauen" gelesen. Ein Roman, der mir sehr gut gefiel, auch wenn ich mit Elena ein wenig Mühe hatte. Dass nun, so viele Jahre später, ihre Geschichte weiter erzählt wird, fand ich erstaunlich, war natürlich aber sehr interessiert. 

Elena gründete damals am Ende des Romans zusammen mit ihrer Freundin Monique die Firma "Absolue" und lebte glücklich mit Cail und ihrer Tochter Beatrice zusammen. Aktuell soll sie für einen Kunden ein spezielles Parfüm gestalten, doch Elena hat keinen Zugang mehr zu ihrer Kreativität. Sie leidet still und getraut sich kaum jemanden anzuvertrauen. Als ihre Mutter Susanne, mit der Elena sich nicht gut versteht, sie nach Florenz einlädt, nimmt sie die kurze Auszeit an. 

Susanne sprach die Einladung nicht uneigennützig aus, sie möchte Elena endlich von ihrem bisher unbekannten Vater erzählen. Doch Susanne ist, genau wie Elena, keine Frau, die einfach so ihre Probleme von der Seele redet. Weshalb erst eine Reise, zu der Susanne Elena einlädt, die nach Japan, nach Indien und nach Saudi-Arabien führt, zur Aufklärung und Aussprache beiträgt. 

Optimal wäre es, man würde den ersten Band direkt vor diesem hier lesen, oder gegebenenfalls nochmals lesen, damit man sich auch völlig sicher ist, die Zusammenhänge noch richtig im Kopf zu haben. In einigen Szenen war ich mir nämlich nicht sicher, ob die sich in Band 1 tatsächlich so abgespielt haben oder doch ein wenig anders waren. Es ist bei mir zu lange her, ich kann mich zum Beispiel nicht mehr an Moniques Geschichte erinnern und deshalb auch nicht sagen, ob ich ihre Entwicklung gut finde oder nicht.

Was ich am ersten Band als Trägheit bezeichnet habe, wird hier zur Distanz zu den Charakteren. An die Figuren kommt man ganz schlecht ran. Sympathisch war der nette Cail, der träumt und sich praktisch immer richtig verhält. Elena und Suzanne (liegts an der Familie?) bleiben gefühlskalt, obwohl sie sich Mühe geben. Die Autorin konnte mir zu den beiden Frauen keine Nähe vermitteln. 

Es gab zwar keine Längen im Roman und ich las den Roman flüssig durch, aber ein Manko für mich waren die Zeitabstände. Diese werden oft länger beschrieben, als sie tatsächlich sind. Zum Beispiel gab es einige Situation auf der Reise, die sich nach mehreren Wochen anhören, dabei sind es nur einige Tage. 

Cristina Caboni hat sich ihren Wunsch erfüllt und die Geschichte um Elena zu Ende erzählt. Ob es diese Fortsetzung aber gebraucht hätte? 

Für mich nicht. Denn das Ende dieses Romans lässt mich unzufrieden zurück. Einige neue Konstellationen bergen viel Konflikte. Kulturkonflikte sind es vor allem, die auch in Susannes Geschichte nur angerissen erzählt wurden. Gerade diese Erfahrungen würden Elena in Zukunft helfen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was Susanne erlebte und wie sie sich fühlte, doch die Autorin transportierte das nicht weiter an Elena oder an mich als Leserin. Deshalb wirkt "Das Versprechen der Rosenfrauen" vor allem auch im Gegensatz zum ersten Band recht oberflächlich.

Fazit: Leider eine leicht gefühlskalte und deshalb eher oberflächlich erzählte Fortsetzung. Wer noch nicht hat, sollte den ersten Band unbedingt im Voraus lesen. 
3.5 Punkte. 

Reihenfolge:

Für immer und ein Wort von Anne Sanders

Klappentext:
Für Büchernärrin Annie bestand die Welt schon immer aus Worten. Doch ihr Traum vom eigenen Roman ist in weite Ferne gerückt, und der Mann, mit dem sie ihr Leben verbringen wollte, hat einer anderen Frau das Jawort gegeben. Zutiefst verletzt, lässt sie sich von ihrer besten Freundin überreden, einige Tage in einem Hotel im Dartmoor zu verbringen, um die schmerzvollen Ereignisse zu vergessen. Doch stattdessen findet Annie etwas Besonderes: ein Notizbuch, das jemand in einer der legendären Letterboxen versteckt hat. Annie ist berührt von den Gedanken, die darin niedergeschrieben sind, und als sie auf einer zusammengeklebten Seite die Adresse des Autors entdeckt, macht sie sich auf die Suche nach ihm – nichts ahnend, dass sie dabei auf den stillen Jack treffen wird, der so ganz anders ist, als sie sich den Verfasser des Notizbuchs vorgestellt hat, der ihr aber dennoch unter die Haut geht.


Das Cover des neuen Anne Sanders-Roman ist ein Eye Catcher - ein tolles Bild. Ich freute mich auf "Für immer und ein Wort". 

Doch bereits als ich das eBook, das Anfang August erschien, am Computer durchblätterte, fiel mir der Notiztbuchteil und die vielen Text-Einschübe innerhalb der Kapitel auf. Das sah sehr speziell aus und ich wurde skeptisch (ich habs in meiner August-Vorschau erwähnt). 

Die ersten Seiten lasen sich noch gut, doch ich hatte extrem Mühe mit der Protagonistin Annie. Sie ist 35, seit zwei Jahren von Finley getrennt, seit drei Monaten geschieden. Nun ist sie Gast bei der Hochzeit ihres Ex-Mannes mit Cassandra. Annie liebt ihn noch immer, dabei merken die Leserinnen schnell, dass Finley ein Typ Mann ist, den es weder real noch fiktiv braucht. Ich verstand Annie nicht, dass sie ihm nach all dem, was er ihr antat, nachtrauert. 

Als sie in einer Letterbox ein Notizbuch findet, fühlt sie sich von den Texten darin angesprochen und möchte das Buch dem Schreiber zurück bringen. Zum ersten Mal dachte ich, dass dies nun endlich ihre Rettung ist und Annie sich endlich entwickelt. Doch ich hatte mich zu früh gefreut.

Ich mochte keinen der Charaktere im Roman, höchstens ab und zu vielleicht Jack. Bei ihm konnte man wenigstens manchmal ein wenig verstehen, wieso er sich so verhält, wie er es tut. Alle anderen Figuren fand ich auf die eine oder andere Art furchtbar. Annies Mutter ist übergreifend, Annie nervt sich, wehrt sich nicht. Der Vater schweigt oder verlässt den Raum. Annies Freundin Hoola ist Ärztin, verhält sich wie ein verwöhntes Gör - Hoola hätte wohl noch Potential gehabt, wenn sie sympathischer dargestellt worden wäre. Ben, Annies Bruder ist derjenige, der nur selten, nur wenn er was braucht, auftaucht. Finley ist ein Arsch, sorry. Und Cassandra, auch über die muss kein Wort verschwendet werden. 

Mit so vielen unsäglichen Charakteren konnte ich dann leider gar nichts mit der Geschichte anfangen. Alle sind so in ihrer Art und ihrem Tun gefangen, dass die Story stinklangweilig war. Jemand sagte mir, es werde besser mit der Zeit, weshalb ich nicht abbrach und weiter las. Doch ich kämpfte mich durch die Seiten und es wurde nicht besser, sondern fast noch schlimmer. Leider fand keinerlei Entwicklung statt, die Charakter verstrickten sich noch mehr in ihrer Naivität und in ihren Lügen. Gefühlt einen Satz vor Schluss endlich Einsicht zu zeigen bringt es auch nicht mehr.

Damit mir "Für immer und ein Wort" besser gefallen hätte, hätten die Texte im Notizbuch eine grössere (oder andere) Rolle spielen müssen. Weshalb wurden sie geschrieben, was empfand der Schreiber dabei? Das spielte leider gar keine Rolle. Oder die Charaktere hätten sympathischer und stärker sein müssen. Gefallen haben mir schlussendlich nur das aufgefundene Notizbuch mit seinen Texten und das ABC am Ende. 

Fazit: Das Cover ist ein Hingucker und toppt die eintönige Story um Längen - mir gefallen die Cornwall-Romane der Autorin viel besser!  
2 Punkte. 


Mittwoch, 25. August 2021

Die Zeit der Kirschen von Nicolas Barreau (Band 2)

Klappentext:
Seit einem Jahr sind Aurélie, die schöne Köchin aus dem «Le Temps des Cerises», und André, der Lektor und Bestsellerautor, ein Paar. Nun kommt der Valentinstag – das perfekte Datum für einen Heiratsantrag. Doch ehe André die Frage der Fragen stellen kann, geschieht etwas Unerwartetes: Aurélies kleines Restaurant bekommt einen Michelin-Stern – und die junge Köchin schwelgt im Glück. Bis sie erfährt, dass die Vergabe nur eine Verwechslung war. Ein arroganter Sternekoch aus Vétheuil führt ein Restaurant gleichen Namens und verspottet sie ob ihrer Naivität am Telefon. Doch als sie Jean-Marie Marronnier kurze Zeit später persönlich trifft, ist Aurélie ziemlich fasziniert von dem kultivierten Mann mit den blauen Augen. Aurélie beschließt, einen Kochkurs bei dem Sternekoch zu machen, und der vom Erfolg und von den Frauen verwöhnte André erfährt zum ersten Mal in seinem Leben, was das Wort Eifersucht bedeutet.


Wie viele andere war auch ich überrascht von der plötzlichen Fortsetzungsgeschichte von "Das Lächeln der Frauen". Selbigen Roman fand ich sprachlich sehr schön, inhaltlich nervten mich die Protagonisten der Verwechslungsgeschichte aber ein wenig. Ich war gespannt, was die Autorin nun zu bieten hatte. 

Um eine Verwechslung geht es anfänglich auch hier. Aurélies Restaurant "Le temps des Cerises" (Die Zeit der Kirschen) gewinnt einen Michelin-Stern. Aber nur aufgrund eines Fehlers, der Preis sollte an ein anderes Restaurant mit demselben Namen gehen. Dessen Besitzer nun natürlich sehr wütend ist. Als er sich später wieder einkriegt, ist er zwar netter - mir aber immer noch unsympathisch. 

Aurélie hingegen ist von ihm angetan, auch von seiner Küche. Fast zu sehr, weshalb André anfänglich zu Recht eifersüchtig ist, sich dann aber immer mehr reinsteigert. 

Eifersucht ist das Thema dieses Romans. Somit ist es wieder eine Art von Verwechslungsgeschichte. Es scheint, als haben unsere beiden Pappenheimer nichts gelernt seit ihrem Kennenlernen im ersten Band (welches übrigens immer wieder erwähnt wird; zu oft für meinen Geschmack). Wie schön wäre es, wenn sie ehrlich miteinander reden und nicht irgendwas annehmen und/oder beleidigt agieren. Erst reagiert der eine blöd und verschweigt was, dann agiert der andere und das immer wieder von vorne. 

Ihr seht, viel geändert hat sich nicht zwischen Band 1 und Band 2. Inhaltlich konnte mich die Story dieses Mal nicht begeistern. Mir reicht das wenig Angebotene nicht aus, um mich in der Dreiecksgeschichte wohl zu fühlen. Man hätte zum Beispiel auch viel mehr aus der Tatsache machen können, dass Marronier nicht, nicht mehr oder nur noch selten selbst kocht. Alle drei Charaktere empfand ich viel zu blass. 

Schlussendlich überzeugte mich einzig der erneut poetisch-schöne Schreibstil, der den Roman flüssig und ohne Längen lesen lässt, und einmal mehr das Setting in Paris. 

Fazit: Die schöne Sprache reist die eher belanglose Geschichte um eine Sterne-Verwechslung leider nicht raus, diesmal nicht. 
3.5 Punkte.

Reihenfolge:

Dienstag, 24. August 2021

Krimi: Ein Whisky auf den Tod von Melinda Mullet (Abigail Logan 4)

Klappentext:
Abigail Logan, die Besitzerin einer preisgekrönten Destillerie, besucht ein Whisky-Seminar in Edinburgh. Dort freundet sie sich mit Amanda an, die ein Frauenhaus leitet. Als kurz darauf eine der Frauen tot aufgefunden wird, bittet Amanda Abigail um Hilfe. Dann verschwindet eine weitere Frau spurlos, und eine Lösegeldforderung erreicht das Frauenhaus. Während Abigail sich um die Tochter der Entführten kümmert, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln – denn sie hat einen schrecklichen Verdacht.




Der neueste Band um Abigail, die im ersten Band eine Whisky-Destillerie geerbt hat, ist extrem vielschichtig. 

Während sich Grant noch zu Hause erholt und Angst hat, nie mehr Whiskys zu kreieren, studiert Abi heimlich in Edinburgh, um noch mehr über die Whisky-Welt zu lernen. Ausserdem bekommt sie einen Kontakt in die Stadt in einen Handarbeitsladen vermittelt, zu Amanda, die froh um die gespendete Schafwolle ist. Kurzum: mit der Spende ist nicht genug getan, Abigail ist in Nullkommanix im Vorstand eines Frauenhauses. 

Ein Vorstandsmitglied will die Frauen aus dem aktuellen Haus schaffen und in ein anderes, für Kinder ungeeignetes, Viertel einquartieren. Irgendwas läuft hier ganz komisch, findet Abi. Ihre Vorahnung wird bestätigt, als eine der Frauen plötzlich zu Tode kommt. Wie immer beginnt Abi auf eigene Faust zu ermitteln. Im Hintergrund agiert jedoch ihr guter Bekannter, DI Michaelson, und auch Patrick ist oft als Verstärkung an ihrer Seite anzutreffen. 

Melinda Mullet hat mit "Ein Whisky auf den Tod" einen spannenden vierten Band vorgelegt. Mir gefällt an der Serie eh, dass kein Fall wie der andere ist und die Serie daher, wie auch dieser Band bestens beweist, sehr abwechslungsreich daher kommt. Die Reihe wandert von Band zu Band immer höher in Richtung Top Ten meiner persönlichen Krimi-Hitparade. 

Denn die Autorin führt ihre Protagonistin auf eine interessante Art und Weise auf die Spuren möglicher Verdächtiger und lässt sie einiges aufdecken. Wer davon für den Tod der jungen Frau und weiterer Delikte verantwortlich ist, und ob die miträtselnden Leser*innen richtig geraten haben, zeigt sich in einem dramatischen Finale. 

Fazit: Überzeugt mit einer sympathischen Ermittlerin, einem kniffligen Fall und sonderlichen Bösewichten. 
5 Punkte.


Reihenfolge:

Dienstag, 17. August 2021

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau (Band 1)

Klappentext:
Die junge Restaurantbesitzerin Aurélie hat Liebeskummer: Von einem Tag auf den anderen wurde sie von ihrem Freund verlassen. Unglücklich streift sie durch Paris und stößt in einer kleinen Buchhandlung auf einen Roman, der gleich in den ersten Sätzen nicht nur ihr Lokal, sondern auch sie selbst beschreibt. Begeistert von der Lektüre, möchte Aurélie den Autor des Buchs kennenlernen, doch der ist leider sehr menschenscheu, erfährt sie vom Lektor des französischen Verlags. Aber Aurélie gibt nicht auf.




"Das Lächeln der Frauen" ist eine eigentlich schnell erzählte Geschichte. Eine Frau hat Liebeskummer, fühlt sich durch ein Buch direkt angesprochen und sucht den Autor, den es so aber nicht gibt. Abwechselnd wird nun aus der Sicht der Frau, Aurélie, und des Autors, André, erzählt.

Aurélie ist die Frau, der ein Buch das Leben gerettet hat, wie sie selbst sagt. Sie ist hartnäckig und will sich beim Autor persönlich bedanken. Doch weiter als bis zum Chef-Lektor des Verlages kommt sie nicht. Kein Wunder, denn der ist auch der Autor - und hat seinen Roman unter einem Pseudonym geschrieben. Nicht mal sein Chef weiss Bescheid. Der will unbedingt eine Lesung mit dem Briten Robert Miller, Andrés zweitem Ich. Nun hat André ein grosses Problem und dreht am Rad. 

Es ist eine typische Verwechslungsgeschichte mit vielen Auf und Abs. Aurélie in ihrer Hartnäckigkeit nervt manches Mal, bisweilen auch André mit seinen Vertuschungsaktionen. Er tat mir irgendwie leid, dabei hätte er ja bloss die Wahrheit sagen müssen. 
 
Ein grosses Plus dieses Romans ist seine charmante und poetische Sprache. Ausserdem der Schauplatz Paris. In keiner anderen Stadt würde diese Story funktionieren. Die Stadt der Liebe macht es halt wett.

Über die zeitweilig nervenden Protagonisten konnte ich deswegen hin wegsehen und genoss meinen Aufenthalt in Paris bei André und Aurélie. 

Fazit: Eigentlich eine typische Verwechslunggeschichte, aber sehr charmant und ansprechend umgesetzt.
4.5 Punkte.

Reihenfolge:

Montag, 16. August 2021

Krimi: Je lauter der Sturm von Mary Ann Fox (Mags Blake 6)

Klappentext:
Mai in Cornwall. Die junge Gärtnerin Mags Blake und ihr frischgebackener Ehemann Sam haben sich in Rosehaven ein altes Cottage gekauft. Sie machen sich voller Energie daran, es zu renovieren und den Garten zu gestalten. Eines Tages entwurzelt ein Sturm die Weide hinter dem Haus und legt eine Blechkiste mit rätselhaftem Inhalt frei, die offenbar vor vielen Jahren dort vergraben wurde. Ehe Mags den Mann befragen kann, der mehr über die Vergangenheit ihres Cottages weiß, wird er ermordet in seinem Fischerboot gefunden.




Mags und Sam haben sich endlich getraut, sprich geheiratet, allerdings nicht mit einem grossen Fest, sondern still und leise, bevor sie nach Belize flogen. Miss Clara ist wie das ganze Dorf Rosehaven enttäuscht, aber da scheint noch mehr zu sein, denn Miss Clara ist ganz anders als sonst. Genau wie Jim. Ob das etwas mit der alten Geschichte zu tun hat, mit dem verschwundenen Junge, der in Mags neu gekauftem Cottage lebte?

Als dessen Schwester noch einmal noch Rosehaven kommt, stirbt plötzlich ein Mann und zwei weitere Männer verschwinden. Was ist bloss los?

In diesem sechsten Band ist für einmal alles ein wenig anders. Miss Clara ist komisch drauf, ebenso Jim. Eric scheint irgendetwas zu verheimlichen und Mary misstraut jedem. Und für einmal begibt sich nicht Mags, sondern Sam in Gefahr. 

Die Geschichte wirkt leider ein wenig oberflächlich, auf 247 Seiten hat allerdings auch nicht viel mehr Platz. Alle Charaktere sind aufgewühlt, doch keiner bekommt in diesem Band die Chance, dies genauer und tiefgründiger zu erklären. Dies empfand ich als Manko. 

Einiges wird sicher im nächsten Band weiter erzählt, aber wahrscheinlich - wenn ich mir die Entwicklung der bisherigen Bände ansehe - auch nur in einigen Nebensätzen abgehakt. Das ist sehr schade. Vielleicht müsste man einige Bände am Stück nacheinander lesen, um zu sehen, ob dies nur mein aktueller Eindruck ist oder ob es sich tatsächlich durch die Reihe zieht.

Immerhin muss man auf den nächsten Band, den siebten, nur einen Monat warten, da ist der Abstand nicht so lang wie bei den bisherigen Fällen. 

Fazit: Angenehm erzählter, aufwühlender, aber leicht oberflächlicher Fall für Mags.
Knappe 4 Punkte.


Reihenfolge:
Band 7: Je stiller der Tod (ET 20. September 2021)

Sonntag, 1. August 2021

Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im August 2021

Meine August-Vorschau-Liste ist mit elf Titeln so übersichtlich wie im Juli. Es finden sich darauf hauptsächlich Reihenfortsetzungen wie die ersten vier Krimi-Titel, alles Fortsetzungen auf die ich mich freue. Einzig mit der "Schären-Krimi"-Serie hab ich noch nicht begonnen, "Der mörderische Nordwind" ist der zweite Band, und sobald ich dazu komme, werde ich den ersten Band mal lesen. 


In meiner Liste auch mit dabei sind zwei Fortsetzungs-Überraschungen, mit denen wohl niemand gerechnet hat: Cristina Caboni hat Jahre nach "Die Rosenfrauen" einen zweiten Band geschrieben und Nicolas Barreaus "Die Zeit der Kirschen" ist ebenso überraschender Nachfolgeband von "Das Lächeln der Frauen". 

Des Weiteren können wir Leserinnen uns auf neue Romane von Anne Sanders, Beate Rygiert und Silvia Konnerth freuen. 

Zwei, für mich, neue Autorinnen schafften es auch in die Liste. Zum einen Clare Pooley mit "Montags bei Monica", das als eBook bereits heute erscheint und, weil vorbestellt, bereits auf meinem eReader gelandet ist. Zum anderen Sophie Claire mit dem ersten Weihnachtsroman in diesem Jahr: "Weihnachtsglück in Willowbrook". 

Interessante Neuerscheinungen im August 2021:




 

Must-Reads für mich sind die Romane von Anne Sanders, Cristina Caboni und Nicolas Barreau. Die restlichen Bücher lese ich bei Gelegenheit, voraussichtlich in den nächsten zwei, drei Monaten. Ausser "Frau von Goethe" - die Dame interessiert mich aktuell nicht wirklich, deshalb stecke ich diesen Titel erst mal auf meine Merkliste. Da ich bereits in Herbststimmung bin, kann es sein, dass ich mich tatsächlich schon im August auf das "Weihnachtsglück" einlasse ;-)

Das schönste Cover hat eindeutig "Für immer und ein Wort". Zum Glück kommt es erst gegen Ende Monat heraus, so dass ich mich wie im Juli auch in den nächsten zwei Wochen erneut meinem SuB zuwenden kann. Die Überraschung jetzt gerade, morgens um 2:00 Uhr, in meinem Mailfach: die eBook-Ausgabe ist bereits jetzt am 1. August erschienen, die Printausgabe gibts ab 23. August im Handel. Der Roman scheint auf den ersten Blick speziell zu sein, denn es gibt einen Notizbuchteil am Ende des Buches und viele "handschriftliche" Einschübe wie Gedanken und Gedichte. 

Aktuell lese ich einen Titel von meiner #12für2021-Liste, vielleicht hab ich noch Lust auf einen anderen oder greife zu den Sommerromanen von meinem SuB. Im Juli hab ich mir eine solche Sommerromane-Liste erstellt, darauf stehen sieben Romane mit "Sommer" im Titel sowie 13 weitere sommerliche Romane. Mal sehen, wie sommerlich mir zumute ist in diesem Monat oder ob ich zu gänzlich anderen Titel greifen werde. Rezensionen von mir gibts ab Mitte/Ende August wieder. Bis dahin halte ich an meiner Sommer-Blogpause fest - und werde den heutigen Schweizer Nationalfeiertag hauptsächlich in der Wohnung verbringen, denn einmal mehr in diesem Sommer ist es sehr nass draussen. 

Welche der vorgestellten, neuen Bücher wollt ihr in nächster Zeit lesen? Und seid ihr literarisch noch sommerlich oder auch schon herbstlich oder gar schon weihnachtlich eingestellt?