Samstag, 31. Dezember 2022

Mein Lesemonat und Monatsrückblick Dezember 2022


Der Dezember 2022 in wenigen Stunden vorbei. Darüber bin ich nicht unfroh, denn er war ziemlich bescheiden, in allen Belangen. 

Erst war meine Tochter krank, dann ich, und dann war der Dezember auch fast schon vorbei. Die ersten Wochen waren sehr kalt, so dass der Schnee liegen blieb, was sehr schön war. Doch nachdem es nun fast zwei Wochen wieder warm ist, hab ich das Gefühl, der Winter ist für mich vorüber, der Frühling kann kommen. In diesem Modus bin ich zwar immer im Januar, aber nun setzte das Gefühl schon vor Weihnachten ein. 

Meine Lesestimmung im Dezember war ziemlich mies. Erst hab ich viel Fussball geschaut, und oft waren die Matches spannender als meine Lektüre. Als ich krank war, war ich zu kaputt zum Lesen. Und diese Woche hatten wir nun nicht nur viel Besuch, sondern an den freien Abenden die zweite Staffel von Unorthodox geschaut, so blieb das Lesen auf der Strecke. Irgendwie hatte ich auch nicht viel Lust dazu, denn bei meiner Bücherauswahl im Dezember hatte ich nicht so ein glückliches Händchen. Die ersten Bücher (Hafenärztin und Der Salon) waren noch am besten, aber dann wurde es von Buch zu Buch fast bedeutungsloser. 

Somit hab ich nur acht Bücher gelesen, so wenige wie schon ewig nicht mehr. Ich "kämpfte" mich mit dicken Büchern durch den Dezember, zweimal über 600 Seiten, einmal fast 550, dann eins mit knapp 500 Seiten. Bevor ich zu normal-durchschnittlichen Romanen mit um die 400 Seiten griff, musst erst noch was Kurzes her, Cherringham Band 42 und der Kurzroman "Weihnachtszauber im Salzgarten". Letzteres fand ich preislich sehr frech, für 144 Seiten zahlt man fast genau soviel wie für einen normalen Roman. Den Preis hätte ich nicht bezahlt, ich konnte ihn mit einem Gutschreinrabatt bekommen, sonst hätte ich es gelassen, leider hat er mich auch inhaltlich enttäuscht. 

Zwei weitere grosse Enttäuschungen waren die Weihnachtsromane von Autorinnen, die eigentlich für gute Bücher bekannt sind: Karen Swan und Sarah Morgan. Letzteren werde ich noch rezensieren, dazu hatte ich - abgesehen von wenig Zeit - diese Woche keine Lust. 

Meine im Dezember gelesenen 8 Bücher:

3 Punkte:
- Winterträume im Schnee von Karen Swan 

3.5 Punkte:
- Weihnachtsreise zum Nordlicht von Sarah Morgan
- Weihnachtszauber im Salzgarten von Tabea Bach (Kurzroman)


4 Punkte:
- Ein Apfelbaum am Meer von Anne Barns 
- Ein hoffnungsvoller Aufbruch von Julia Fischer (Der Salon 2) 
- Der Duft von Tee und Winter von Hannah Luis 
- Tod im Herrenhaus von Matthew Costello und Neil Richards (Cherringham 42) 

5 Punkte:
- Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel (Die Hafenärztin 3) 




Erst dachte ich, ich würde "Der Tote im Netz" noch auslesen, aber das war mir gestern schon klar, dass es da nicht mehr reicht. Eigentlich wollte ich lieber "Töchter des Glücks" von Maria Nikolai lesen, aber mit knapp 600 Seiten war mir das ein dickes Buch zu viel im Dezember. Vielleicht hätte ich das doch geschafft anstatt dem aktuellen Krimi, denn bei Band 1 war ich so gefesselt, dass ich ihn in zwei Tagen gelesen habe. Egal, kann ich im Januar noch machen.

Mehr zum Dezember möchte ich gar nicht sagen. Alles Weitere in den nächsten Tagen: die Vorschau auf den Januar (und aufs 2023 und damit wohl ein Wiedersehen mit vielen von euch) gibt es morgen, mein Jahresrückblick im Laufe der nächsten Woche. 

Es bleibt nur noch, euch einen guten Rutsch ins 2023 zu wünschen und stosse gedanklich mit euch auf das neue Jahr an! 

Samstag, 24. Dezember 2022

Frohe Weihnachten - Weihnachtsromane

Schon seit mindestens drei Jahren habe ich vor, euch jeweils im November eine Weihnachtsromane-Sammlung zu zeigen, ähnlich wie ""Sommer" im Titel". Doch ich habe es nie geschafft, aber seit einigen Tagen habe ich die Links meiner Weihnachtsromane-Rezensionen nun in eine eigene Seite gepackt. 

Ihr findet oben rechts nun eine neue Bibliotheksseite: Biblio: Weihnachtsromane. Schaut euch dort doch um, wenn ihr über die Festtage noch nicht wisst, was ihr lesen möchtet und vielleicht auch noch Lust auf einen Weihnachtsroman habt.


Von Herzen wünsche ich euch friedliche und ruhige (oder gesellige, je nach Vorliebe, oder beides zusammen) Weihnachtstage.


FROHE WEIHNACHTEN!

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Winterträume im Schnee von Karen Swan

Klappentext:
Der Snowboarder Kit Foley ist für seine Skandale ebenso bekannt wie für seine spektakulären Siege. Doch über den verheerenden Unfall, in den er und ein Rivale verwickelt waren, spricht er niemals. Die preisgekrönte Regisseurin Clover Phillips ist fest entschlossen, in ihrem neusten Film die Wahrheit ans Licht zu bringen. Sie folgt Kit in die tief verschneiten österreichischen Alpen und quartiert sich kurzerhand in seinem Chalet ein. Clover ist überzeugt, dass Kit etwas zu verbergen hat. Aber je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ist er wirklich so kühl und unnahbar, wie er sich gibt?



Nachdem ich diesen Sommer und Herbst nun alle übersetzten Romane von Karen Swan gelesen habe, freute ich mich auf "Winterträume im Schnee". Ich fand leider nur Schnee, aber keine Träume.

Ja, ich weiss, Karen Swan hat in ihren neueren Romanen nicht mehr so oberflächlich wie noch in ihren ersten Büchern geschrieben und nahm oft ernstere Themen auf, so auch dieses Mal. Doch diese Geschichte um Dokumentarfilmerin Clover und Surfer/Snowboarder Kit war nicht nur ernst, sondern auch kalt. Und damit ist nicht der Schnee gemeint, sondern die Atmosphäre. Emotionen gab es gerade mal am Anfang, als eine Surfer-Zeremonie in Amerika beschrieben wurde. 

Diese Szene war schön, doch danach wurde ich nicht mehr warm - weder mit der Geschichte noch mit den Charakteren. 

Nachdem Clover einen Preis für ihre Doku über einen verunglückten Surfer, Cory, gewann, sucht sie ein neues Projekt. Sie möchte über Kit, den Unfallverursacher, schreiben. Der hat mittlerweile die Sportart gewechselt und fährt Snowboard und will diesen Winter bei Wettbewerben mitfahren. So weit eine gute Idee, aber Clover ist derart in ihren Gefühlen "pro Cory" gefangen, dass sie gar nicht neutral auf Kit zugehen kann. Kit ist  abweisend und eigentlich nur selten in Persona da, es wird viel mehr sehr oft über ihn gesprochen und spekuliert - obwohl sie im selben Chalet wohnen.

Unzählige Male war ich kurz davor, den Roman abzubrechen. Denn das waren keine Winterträume im Schnee, die ich da zu lesen bekam, sondern eine gefrustete Atmosphäre. Die eine Figur ist so von ihrer Sicht geblendet und absolut nicht neutral, die andere Figur einfach nur verstockt und verschlossen. Erst am Schluss ändert sich da etwas daran, aber dass ich bis dahin durchgehalten habe, war nur meiner Neugier, ob es nicht doch noch eine Überraschung gibt, geschuldet. 

Karen Swan kann schreiben, keine Frage. Auch hier ist die Story am Ende mit Biegen und Brechen einigermassen stimmig, aber ich hätte mir definitiv mehr Goodwill, Mitgefühl und Offenheit seitens der Protagonisten gewünscht und ganz viele positive Vibes. Dann hätte die ganze Story immer noch funktioniert, wäre aber bedeutend lesefreundlicher gewesen und die Entwicklung der Beziehung hätte man auch nachvollziehen können.  

Fazit: Kalte Herzen und eingefrorene Gefühle - wäre ein Titel, der besser gepasst hätte. Der Roman hat mich gar nicht begeistert, es waren harte und sehr lange 609 Seiten, mit denen ich mich hier abkämpfte. 
3 Punkte. 

Der Duft von Tee und Winter von Hannah Luis

Klappentext:
Zufällig stößt Laura auf ein wunderschönes altes Buch über die Welt des indischen Tees. Darin entdeckt sie das Sepia-Foto eines jungen Mannes – und den Namen der ehemaligen Besitzerin des Buchs, Agatha Sperlich. Die alte Dame reagiert abweisend, als Laura ihr das Foto zurückzubringen will. Doch dann beginnt Agatha zu erzählen: von ihrer Kindheit in England und Jeevan, ihrer großen Liebe, mit der sie nicht zusammen sein durfte. Auf der Suche nach Jeevan reist Laura schließlich nach Kent. Umgeben von der winterlichen Landschaft und den britischen Teegenüssen deckt sie mithilfe von Jeevans Großneffen Joshua ein lang gehütetes Familiengeheimnis auf. Doch kann es eine Zukunft für zwei Menschen geben, deren Schicksale so verschieden sind? Während sich Laura diese Frage stellt, wird ihr bewusst, dass sie dabei auch an Joshua denken muss.


Da ich weiss, dass es viele Leserinnen gibt, die ihre Lektüre auf eine spezielle Art auswählen, nämlich ob Rezepte enthalten sind oder nicht, sag ich euch gleich, dass es in "Der Duft von Tee und Winter" einen Rezepteteil am Ende gibt. Tee und Kekse toppen den Roman, am besten man bäckt sich gleich Ingwerkekse und hat diverse Teemischungen zum Aufbrühen parat, bevor man mit dem Lesen beginnt. (Ich bin ja mehr Team Ilina. Wer das ist? Erfährt ihr etwa nach 2/3 des Romans.)

Nachdem ich vor ungefähr einem Jahr "Bretonischer Zitronenzauber" gelesen habe, war ich ziemlich neugierig auf diesen winterlichen - jedenfalls sagt dies das Cover und der Titel aus - Roman von Hannah Luis. Die Story spielt zwar Ende des Jahres, aber es ist kein "klassischer" Weihnachtsroman, man kann in gut auch noch im Januar oder eigentlich sogar während dem ganzen Jahr lesen, da er auch einen Vergangenheitsstrang beinhaltet. Der Tee im Titel ist jedenfalls gegenwärtiger als der Winter.

Als Laura in einem offenen Bücherschrank ein Buch über Tee entdeckt, ist ihre Welt noch in Ordnung. Ein Umzug von Wiesbaden nach Hamburg und ein Jobwechsel steht bevor und noch ahnt sie nicht, dass dieses Buch ihr neue Wege ebnet. Im Buch findet sie ein Foto, welches sie der ersten Besitzerin des Buches, deren Name im Buch steht, zurückbringt. Es ist eine ältere Dame, die sehr eigen ist, doch Laura merkt bald, dass diese Agatha Sperlich eigentlich gar nicht so harsch ist, weicher Kern und so. Agatha erzählt Laura bald von diesem Mann auf dem Foto. Von Jeevan, Agathas Liebe, die nicht sein durfte. Laura ist berührt und nutzt einige freie Tage um nach England zu fahren und diesen Jeevan zu suchen. Schneller als gedacht lernt sie Jeevans Familie kennen. 

Hannah Luis hat einen gefälligen Schreibstil und gekonnt gibt sie peu à peu Details über Agathas und Jeevans Leben und ihr Vermächtnis preis. Auch wenn man sich als Leserin zwischendurch gewisse Dinge erklären kann, offenbart sie diese dann noch mit zusätzlichen Geschehnissen, die man nicht erahnt hat. Somit präsentiert sie uns eine tolle Vergangenheitsgeschichte, bei der man durchaus mal emotional werden könnte.

Aber auch Lauras Geschichte ist interessant. Ihre neuen Freundschaften tun ihr gut und mir gefiel, dass die Zeit, die sie für Agatha und England hatte, sich stimmig ergab und nicht auf eine billige "Zufalls-Art". Lauras Leidenschaft für Kräuterteemischungen fand ich passend, aber dass in ihrem Umfeld noch niemand von Chai hörte und Laura selbst nicht auf die Idee kam, die Kräuter mit Schwarztee zu mischen, fand ich nicht so glaubwürdig. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. 

Fazit: Ein schöner Roman über zwei, die sich nicht haben durften - perfekt für ein gemütliches Lese-Wochenende, egal in welcher Jahreszeit 
4 Punkte. 


Donnerstag, 15. Dezember 2022

Ein hoffnungsvoller Aufbruch von Julia Fischer (Der Salon 2)

Klappentext:
München, 1963. Für die junge Leni wird ein Traum wahr: Sie wurde für einen der begehrten Praktikumsplätze bei Starfriseur Vidal Sassoon in London ausgewählt. Das erste Mal in ihrem Leben verlässt sie ihre Heimat und entdeckt in der pulsierenden Metropole das Lebensgefühl der Swinging Sixties - bis ein Versprechen, das Leni ihrer Mutter gab, ihre neu gewonnene Freiheit überschattet. Ihre Schwägerin Charlotte tritt unterdessen eine Stelle im Münchner Modehaus Bogner an, wo sie den charismatischen Fotografen Walter kennenlernt. Sein leidenschaftliches Temperament fasziniert sie, doch ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit führt schon bald zu Konflikten.



Nach den 50er-Jahre im ersten Band sind nun die 60er dran. Etwa fünf Jahre ist es her seit dem dramatischen Ende in Band 1. Charlotte lebt mit Peter bei Käthe und Leni. Käthe möchte den Salon endlich Leni übergeben, doch Leni hat ihre eigenen Pläne - sie hat immer noch den Traum von ihrem eigenen Salon im Kopf. Doch erst geht es für sie nach London, zu einem Praktikum zu Vidal Sasson.

Ihr Chef Alexander hingegen möchte seinen Salon verkaufen, damit er in sein Haus nach Frankreich ziehen kann. Doch der Verkauf zieht sich in die Länge. 

Charlotte bekommt eine Stelle im Modehaus Bogner, als Assistentin der Chefin. Bei der Arbeit lernt sie den Fotografen Walter kennen, der sie überredet, es mal wieder vor der Kamera zu versuchen. So ab und zu könnte sie es sich ja schon vorstellen, aber nicht mehr als Volljob, denn sie möchte ihren fünfjährigen Sohn Peter nicht zu lange alleine lassen. 

Um Peter kümmert sich Oma Käthe, aber auch sein Patenonkel Schorsch ist immer zur Stelle. Schorsch überlegt sich eine Landpraxis zu übernehmen, um in der Nähe von Leni zu sein, denn in sie ist er noch immer verliebt. Doch Leni hat nur ihren Salon im Kopf.

Auch weiteren bekannten Figuren aus Band 1 wird man in "Ein hoffnungsvoller Aufbruch" wieder begegnen. Anhand der Geschichten aller Figuren wird man als Leser*in Zeitzeuge der 60er-Jahre. Autorin Julia Fischer lässt ihre Charaktere Dinge tun oder erleben, die damals im Kommen oder schon Mainstream waren. Lenis Londoner Praktikum beim damaligen Starcoiffeur, das Nachtleben und die Mode in London zum Beispiel oder Charlottes geschäftliche Ausflüge im Bereich Sportmode und alpine Sportarten zu der Zeit. Auch andere Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe, die verboten war und vieles mehr kommt zur Sprache. Das Moderne steht dem Traditionellen gegenüber, letzteres vor allem in der Figur von Käthe, die nicht alles gutheisst, was die junge Generation denkt und macht. 

So war auch dieser zweite Band eine interessante Lektüre, wie immer flüssig und emotional geschrieben und ohne Längen. 

Fazit: Den 60er-Zeitgeist hat Julia Fischer sehr gut eingefangen. Zusammen mit der Geschichte um Lenis Familie kann sich dieser zweite Band sehen lassen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Ein hoffnungsvoller Aufbruch


Dienstag, 13. Dezember 2022

Krimi: Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel (Die Hafenärztin 3)

Klappentext:
Hamburger Hafen, 1911: Anne Fitzpatrick behandelt in ihrer Arztpraxis am Hafen immer häufiger chinesische Frauen, die in den Kolonien als Arbeitskräfte angeworben wurden. Als eine der Frauen vor Annes Augen stirbt, schwört die Hafenärztin, die Verantwortlichen zu finden. Zusammen mit Kommissar Berthold Rheydt fängt sie an, im Chinesenviertel auf Sankt Pauli nachzuforschen. Der Kommissar glaubt, die mörderische Handschrift eines Erzfeindes zu erkennen. Sein Herz jedoch ist nicht ganz bei der Sache – er hat Helene Curtius seine Liebe erklärt. Doch auch Helene kämpft an mehreren Fronten um das Heil misshandelter Frauen. Während Anne sich zunehmend in große Gefahr begibt, macht Rheydt einen Schritt, der sein Leben und das von Helene für immer verändert.


Gleich mal vorneweg: diese Reihe - wie eigentlich jede - muss unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, denn hier kommen einige Dinge aus den ersten beiden Bänden zum Abschluss. 

Weshalb einiges wiederholt wird und der Kriminalfall, hier geht es um eine getötete chinesische Frau, nicht ganz so spannend ist wie in den Vorgängerbänden. 

Glückliche oder unglückliche Paare - das ist auf der anderen Seite des Kriminalfalls Thema im dritten Band. Da stehen einerseits die Ehen von Helenes und Paulinas Eltern im Blickpunkt, mehr aber noch Paulina, die nun ihren Franz heiratet. Helene sorgt sich um ihre Freundin, denn sie hat Paulina ja schon in Band 2 vor der Heirat mit Franz gewarnt, doch Paulina wollte nicht hören. 
Berthold Rheydt gesteht sich nun endlich selbst ein, dass er Helene liebt. Nun muss er nur noch mit dem Gedanken klarkommen, dass eine Heirat mit Helene unter besseren Sternen steht als seine erste. Als Lehrerin dürfte Helene aber nicht heiraten. Wie gut, dass sie noch andere Pläne hat. 
Anne ist bei ihrem London-Aufenthalt endgültig bewusst geworden, dass ihre Liebe zu Milena endgültig verloren ist und hofft, in Hamburg jemanden zu finden, dem sie ihr Herz schenken kann. 

Anne ging in diesem Band fast ein wenig unter, auch wenn sie sehr oft in Szene gesetzt wurde. Vielleicht lag es daran, dass einiges hier nur kurz angesprochen wurde - die Szenen in London zum Beispiel - und dass es fast zu viele verschiedene Brennpunkte gab, von denen die Autorin hier erzählte. Trotzdem war auch "Ein Leben für das Recht auf Liebe" wieder ein unterhaltsames Lesevergnügen.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass es noch weiter gehen könnte mit der Reihe. Das würde mich freuen, besonders über Fannys Reise würde ich sehr gerne etwas erfahren. 

Sehr interessant fand ich die Szenen in der Schmuckstrasse, mir war vorher nicht bewusst, dass es auch in Hamburg eine Art Chinatown gegeben hat. Ebenfalls informativ war die Opium-Geschichte. Wie das in China damals war, hab ich mitbekommen, nicht aber, wie diese Droge nach Europa kam und wie man sie an das Volk bringen wollte, das hat Henrike Engel hier anschaulich geschildert. Toll in diesem Zusammenhang, wie bereits in den vorherigen Bänden, die Rolle des Apothekerehepaars. 

Fazit: Super recherchierter und bestens unterhaltender dritter Teil einer tollen Reihe. 
5 Punkte. 



Reihenfolge:

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Ein Apfelbaum am Meer von Anne Barns

Klappentext:
Als Julie die Einladung nach Juist zu Ennas achtzigstem Geburtstag in der Hand hält, kann sie es kaum glauben. Jahre ist es schon her, dass sie die beste Freundin ihrer verstorbenen Oma getroffen hat. In den lebhaftesten Bildern erinnert Julie sich noch an die zauberhaften Urlaube ihrer Kindheit auf der Nordseeinsel mit der Großmutter. Und an Enna, die den besten Apfelkuchen aller Zeiten gebacken hat. Auf Juist angekommen, muss sie feststellen, dass Enna dabei ist, liebgewonnene Dinge zu verschenken, damit sie die Zeit überdauern können. Auch Julie erhält ein Geschenk, mit dem sie niemals gerechnet hätte. Und da ist auch noch Ole, der ihr als kleiner Junge einst versprochen hat, sie zu heiraten, wenn sie beide erwachsen sind.


Noch einmal nimmt uns Anne Barns mit nach Juist, zu, aus ihren anderen Büchern bekannten, Enna und ihrer Enkelin Merle. Merle führt ein Café auf Juist und sucht händeringend nach weiteren Fachkräften. Julie, die von Enna eine Einladung zu deren Geburtstagsfeier bekommt und gerade arbeitslos ist, entscheidet sich, Merle zu helfen. 

Julie wird auf Juist herzlich empfangen, möchte dann aber doch bald wissen, wieso ihre Nonna Giulietta auf einmal nicht mehr nach Juist zu Enna reiste. Gab es Streit zwischen den beiden Freundinnen? Und dann ist da noch Ole, Julies Jugendfreund. Ob alles noch so ist wie früher oder sich die beiden in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, erzählt Anne Barns in diesem Roman.

Wie immer überzeugt Barns Schreibstil, der einen sofort an die Geschichte fesselt. Mir gefällt auch sehr, dass ihre Figuren normale Menschen sind, mit normalen Problemen und Freuden und ihre Storys Hand und Fuss haben, und nicht die ganze Handlung auf Missverständnissen oder Lügen aufbaut. Das bereits bekannte Umfeld auf Juist zu besuchen, machte mir ebenfalls Spass.

Der einzige Wermutstropfen war, dass der Roman viel zu schnell und für mich sehr plötzlich zu Ende war. Ich dachte, ich hätte noch 40 Seiten eBook-Seiten vor mir, doch dann war die Geschichte bereits zu Ende. Auf den restlichen Seiten warten aber ganz viele Rezepte, die das Bäckerherz so mancher Leserinnen sicherlich höher schlagen lässt. Für mich hätte es gerne mehr Story und weniger Rezeptseiten haben können. 

Fazit: Ein schöner Wohlfühlroman, der einen einmal mehr mit nach Juist mit nimmt. 
4 Punkte.





Freitag, 2. Dezember 2022

Monatsvorschau und Neuerscheinungen im Dezember 2022


Nach dem ruhigen (was für mich interessante Neuerscheinungen angeht) geht es nun wieder aufwärts ;-) Neun Titel kann ich euch zeigen. Darunter ist nun auch "Aurélie und die Nähwerkstatt der Träume", das eigentlich schon früher erscheinen sollte. Nun kommt es, mit anderem Cover. 




Von diesen neun vorgestellten Büchern möchte ich bestimmt lesen "Der Tote von Wiltshire" und "Eine Tote bleibt selten allein". "Aurélie und die Nähwerkstatt der Träume" irgendwann auch, da mir ein anderes Buch der Autorin gefallen hat, alle andern lasse ich mal offen - ihr wisst schon: viele Bücher, wenig Zeit.

Dafür werde ich im Dezember sicherlich mit Schwester Fidelma unterwegs sein, auch den Weihnachtsroman von Sarah Morgan lesen, sowie die noch vom November mitgenommenen Rezi-Exemplare. Da ist der dritte Teil der Hafenärztin von Henrike Engel dabei, ebenso Anne Barns "Ein Apfelbaum am Meer und der zweite Teil von "Der Salon" von Julia Fischer. 

Alles andere wird sich von Lust und Laune leiten lassen, Ende Monat werde ich sicherlich auch an meinem SuB "arbeiten". Den Dezember finde ich - soweit keine litLove-Aktion oder andere Challenge dabei ist - immer sehr entspannend.  Zum Jahresabschluss einfach noch das eine oder andere Buch vom SuB oder der Onleihe zu lesen, das man vielleicht das ganze Jahr schon lesen wollte oder ganz spontan Lust drauf hat. 

Wie sieht das bei euch im Dezember aus?  Seid ihr auch entspannt unterwegs oder habt ihr euch fixe Bücherlisten vorgenommen oder "müsst" noch eine Challenge abarbeiten? 

Meine Monatsabschluss/Monatsvorschau-Tour durch andere Blogs werde ich morgen starten. Heute reicht es nur noch zum Abendessen kochen und Fussball schauen. 

Ich wünsche euch allen eine schöne und ruhige Adventszeit, mit viel Zeit für eure Bücher und die eine oder andere Tasse Kaffee/Tee/heisse Schoggi!