Dienstag, 22. Juni 2021

Krimi: Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen von Stephanie Austin (Juno Browne 1)

Klappentext:
Juno Browne ist Reinigungskraft und Hundesitterin, da macht man in jedem Fall einiges mit. Doch als sie eines Morgens in den Antiquitätenladen ihres guten Bekannten kommt und diesen dort erschlagen vorfindet, hört der Spaß auf. Dass der schlitzohrige ältere Herr in nicht ganz saubere Geschäfte verwickelt war, wusste sie – aber wer würde ihn dafür gleich umbringen? Juno krempelt die Ärmel hoch und ermittelt auf eigene Faust. Doch bald schon muss sie sich selbst in Acht nehmen, denn Old Nick hat ihr den Laden vermacht – sehr zum Missfallen seiner Kinder. Schnell findet Juno sich zwischen den erzürnten Erben und der Antiquitäten-Mafia in einer äußerst misslichen Lage wieder.


Neu auf Deutsch erschienen ist der erste Band der Juno Browne-Reihe. Im englischen Original gibt es bisher bereits vier Bände. Wir dürfen uns also freuen - denn dieser erste Band macht Lust, die weiteren Teile auch noch zu lesen.

Juno ist in göttlicher Mission unterwegs - als Haushaltshilfe, Hundesitterin, je nach dem, wo man sie gerade braucht. Zum Beispiel ganz neu bei Mr. Nick, bei dem sie Antiquitäten putzt und einiges über das Thema lernt. Bis sie Nick eines Tages tot auffindet.

Der Roman rollt die Sache erstmal von hinten auf und erzählt danach, wie es kam, dass Juno auch noch beim kurligen alten Nick arbeitet, obwohl sie schon genug zu tun hat. Wen sie dabei kennenlernte, nette Personen wie Paul, weniger nette wie Vlad und Igor. Und später Inspector Ford und seine zickige Kollegin DeVille. 

Die Leser bekommen auch einen Einblick in Junos Arbeit und begegnen dabei einigen ihrer Auftraggeber: sympathische wie Maisie oder hochnäsige wie Verbena Clarke. Lernen aber auch ihre Vermieter Kate und Adam und väterlichen Freunde Ricky und Morris kennen. Ich denke, die werden in den weiteren Bänden Juno teilweise noch weiter begleiten. 

Stephanie Austin hat ihrer Protagonistin tolle Figuren zur Seite gestellt. Juno muss man einfach mögen mit ihrer offenen Art, aber noch viel mehr die beiden vom Theaterkostümverleih, die sich kümmernden und trotzdem neugierigen Männer, Ricky und Morris. Aber auch die anderen, oben erwähnten, können sich sehen lassen.

Der Kriminalfall ist interessant, und zwar schon lange bevor Nick tot aufgefunden wurde. Nick hatte mit schmierigen Typen zu tun, wurde bedroht, wovon Juno Zeuge wurde und deshalb eh auf Zack (aber deswegen nicht wirklich vorsichtiger) war. Aber auch andere nutzen die Hintertüre oft und wollen dabei nicht gesehen werden. Wer also hat Nick auf dem Gewissen? Könnte es eventuell sogar seine Familie gewesen sein, die erst nach seinem Tod auftaucht und sich in Lügen verstrickt?

Witzige Szenen wechseln sich mit Verfolgungsjagden ab, Hilfe kommt oft von unerwarteter Seite, die Dialoge sind geprägt von britischem Humor - ein Cosy Krimi, der toll unterhält und immer wieder überraschende Wendungen nimmt.

Nach den Ereignissen in "Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen" bin ich gespannt, in welchem Umfeld Juno im nächsten Band ermitteln wird. 

Fazit: Juno Browne macht Lust auf mehr! Unterhaltender Cosy-Krimi mit tollen Charakteren.
4 Punkte. 




Montag, 21. Juni 2021

Die Glücksschneiderin von Ulrike Sosnitza

Klappentext:
Clara hat sich ihren Traum erfüllt und in Würzburg ein Nähcafé eröffnet. Dort gibt sie Nähkurse, verwandelt alte Kleidungsstücke in neue und macht die Menschen mit maßgeschneiderten Röcken, Jacken und Hosen glücklich. Auf einem Flohmarkt findet sie eines Tages ein ganz besonderes Vintage-Kleid aus den Zwanzigerjahren. Als sie es anprobiert, steht plötzlich Finn, ihre erste große Liebe, vor ihr und behauptet, dass dieses Kleid ein Familienerbstück von ihm sei. Mit einem Schlag kehrt das Gefühlschaos von damals wieder. Was will er mit diesem Kleid? Und warum hat er sie vor vielen Jahren ohne ein Wort verlassen? Fragen, die Claras Leben von Jetzt auf Gleich völlig durcheinander wirbeln.


Als Clara auf dem Flohmarkt ein tolles Vintage-Kleid entdeckt, dass sich nicht nur im Schaufenster ihres Nähcafés gut machen würde, ist sie happy. Vielleicht lockt dieses Kleid ja mehr Kunden an! Doch mit dem Mann, der plötzlich in der Türe steht, hätte sie nie gerechnet. Es ist Finn, ihr Ex-Freund, der sie vor einigen Jahren sang- und klanglos verliess. 

Finn ist auf der Suche nach dem Kleid seiner Urgrossmutter, das seine aktuelle Ex-Freundin von seiner Familie ausgeliehen, aber niemals zurück geben hat, sondern nach ihrer Trennung und ihrem Auszug zum Secondhand-Laden brachte. Auch Finn ist überrascht, als er Clara mit Mimis Kleid sieht. 

Beide sind erstmal überfordert, reden dann aber doch einige Sätze miteinander. So empfindlich wie Spitzenstoff ist ihr aktueller Umgang miteinander, trotzdem wollen sie gemeinsam heraus finden, wie Urgrossmutter Mimi zu diesem Kleid kam und wieso sie es all die Jahre aufbewahrt hatte - dies heraus zu finden, ist der rote Faden des Romans.

Neben der erneuten Annäherung haben die beiden auch in ihrem jeweiligen Umfeld einiges zu klären. Finn mit seiner Ex und seiner Schwester. Clara mit ihrer Cousine Merle, die im Nähcafé aushilft, aber das "Näh-" davor aus irgendeinem unerfindlichen Grund immer ausklammert. Sonja, Merles Mutter und Claras Tante sowie Geschäftspartnerin, versucht Clara von ihren Treffen mit Finn abzuhalten. 

Zum Glück hat Clara ihre WG. Helena, die Gärtnerin fand ich einfach toll, aber auch die beiden jungen Studenten mochte ich. Claras Nähkundinnen waren ebenso vielseitig und interessant gezeichnet. Mit Lea aus "Die Novemberschokolade" gibt es sogar ein kurzes Wiedersehen. Die Charaktere sind der Autorin gelungen. Keiner zu viel, keiner zu wenig, alle haben ihre berechtigten Plätze.

Wer die bisher erschienenen Romane von Ulrike Sosnitza kennt, weiss, dass man sich auf einen tollen Schreibstil freuen darf. Die Autorin schafft es, auch schwere Themen seidenleicht zu verpacken, ohne das Schmerzliche daran zu verheimlichen. 

Der Roman ist nicht nur für Hobbyschneiderinnen ein Lesegenuss, sondern auch ein Gewinn für alle Leserinnen, die gerne interessante Geschichten lesen, die federleicht daherkommen und trotzdem das gewisse Etwas haben. 

Fazit: "Die Glücksschneiderin" war viel zu schnell ausgelesen - von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diese sehr schöne Geschichte.
5 Punkte. 


Der kleine Teeladen in Tokio von Julie Caplin (Romantic Escapes 6)

Klappentext:
Die angehende Fotografin Fiona ist überglücklich, als sie zu einer Reise nach Japan eingeladen wird. Es ist ein Stipendium, und ihre Bilder sollen anschließend in einer angesehenen Londoner Galerie gezeigt werden. Doch in Tokio stellt sich heraus, dass der Engländer Gabriel Burnett ihr Tutor sein wird. Ausgerechnet Gabe! Für ihn hat Fiona lange und unerwidert geschwärmt. Und Gabe hat sichtlich kein Interesse an einer Zusammenarbeit. Zum Glück wohnt Fiona bei einer warmherzigen Gastfamilie, die einen traditionellen Teeladen führt und ihr die japanische Kultur näherbringt. Dank Zen-Garten und Teezeremonie blüht Fiona auf. Aber kann sie auch einen Zugang zu Gabes Herzen finden?


Ihr habt Lust auf eine zweiwöchige Reise nach Tokio? Dann begleitet Fiona, die bereits in Kopenhagen dabei war, auf ihrer Reise. Die junge Fotografin hat ein Stipendium erhalten. In diesen 14 Tagen wird ihr als Mentor der japanische Professor Araki zur Seite gestellt. Doch der hat einen Trauerfall in der Familie und wird von Gabriel Burnett, einem erfolgreichen englischen Fotografen und mehrfacher Preisgewinner, vertreten.

Gabe hat sichtlich nicht gross Lust - und merkt erst noch nicht, dass er Fiona eigentlich kennen müsste. Fiona ist gelinde gesagt genervt, macht aber das Beste aus der Situation. Obwohl sie scheu ist, auf den Mund gefallen ist sie nicht. Sie bringt Gabe aus der Reserve, zeigt auf seine negativen Punkte, die er theoretisch kennt, aber bisher nichts dagegen unternahm. Er selbst ermuntert Fiona ihrer manipulativen Mutter Gegenwehr zu geben. So helfen sie sich gegenseitig, was beide zwar anfänglich nicht als Hilfe sehen, und trauen ihren erneut aufgewallten Gefühlen dennoch nicht. 

Die Charaktere sind liebenswürdig, haben aber alle ihre Ecken und Kanten, egal ob die Briten oder Japaner. Die scheue Fiona will unbedingt fotografieren, sucht sich viele Sujets aus, denn am Ende soll sie ihre japanischen Bilder in London ausstellen, doch die finale Idee fehlt ihr noch. Gabe hat sich aufgegeben, nimmt aber noch Kundenaufträge an, ihm fehlt seit einigen Jahren aber das Feuer für seinen Job. Haruka ruht in sich selbst, kann aber auf ihre Art gut zeigen, wenn sie mit einer Verhaltensweise nicht einverstanden ist. Teenager Mayu fand ich super gut gezeichnet: einerseits teenietypisch rebellisch, macht sie es ihrer Mutter und Grossmutter nicht leicht, gesteht Fiona aber, dass sie beide liebt und später in die Fussstapfen ihrer Grossmutter treten möchte. 

Fionas Gastfamilie (Teemeisterin und Grossmutter Haruka, Mutter Setsuko, Teenietochter Mayu) und auch Gabe zeigen Fiona Tokio und bringen ihr und allen Leserinnen die japanische Kultur ein wenig näher. "Der kleine Teeladen in Tokio", im Original der sechste Band der "Romantic Escapes"-Serie, macht deshalb Lust auf eine Reise nach Tokio und erzählt zeitgleich eine schöne Liebesgeschichte. Fotografiert wird natürlich auch. 

Nach 2020 bin ich ein wenig ausgehungert nach Reisen und Kulturen entdecken. So genoss ich es total, mit Fiona zusammen Tokio zu entdecken: mit einem Hochgeschwindigkeitszug fahren, an einer Teezeremonie teilnehmen, einen Schrein besuchen, Tempura und Ramen essen, Karaoke singen und noch ganz vieles mehr. Obwohl mich eine Reise nach Tokio nie reizte, gebe ich nach diesem tollen Roman von Julie Caplin Japan eine Chance. Falls es die Gelegenheit dazu gäbe, würde ich mich nicht mehr dagegen sperren. 

Dieser Geschichte bin ich von der ersten Seite an verfallen. Julie Caplin hat so einen leichten, aber doch intensiven Schreibstil, so dass man erst nach der letzten Seite wieder zurück in der Realität ankommt. 

Fazit: Diese schöne Lovestory macht auch aus Japan-Skeptikern Japan-Fans!
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 5: The Secret Cove in Croatia (wird vorerst nicht auf Deutsch übersetzt)
Band 6: Der kleine Teeladen in Tokio  
Band 7: Das kleine Chalet in der Schweiz (ET 19.10) 
Band 8: The Cosy Cottage in Ireland (ET in England am 29.09) 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Top Ten Thursday 17.06.21 - Zehn Bücher, die an von mir besuchten Orten spielen

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die an Orten spielen, an denen du selbst schon gewesen bist

Ich mag Städtetrips, deshalb war ich schon in vielen Städten dieser Welt: in Paris, Colmar, London, Oxford, Rom, Florenz, Siena, Venedig, Stockholm, Barcelona, Athen, Istanbul, Wien, Chicago, Hamburg, München, usw. In den Schweizer Städten wie Genf, Bern, Basel, Lugano, Locarno sowieso.

Auch auf grossen Inseln wie Kreta, Rhodos, Zakynthos, Kos, auf vielen kleineren griechischen Inseln, aber auch auf spanischen Inseln wie Ibiza, Mallorca, Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Urlaubsgebiete wie der Algarve in Portugal, in Tunesien, Ägypten, Südfrankreich, in der Toskana, in der Cinque Terra, war ich bereits - an einigen Orten davon sogar öfters. Meine zweite Heimat an der Südwestküste der Türkei hab ich natürlich fast jedes Jahr, manchmal mehrmals pro Jahr, besucht. 

So hatte ich heute die Qual der Wahl und ich hab einfach mal drauf los gesucht, die Liste war sehr schnell übervoll und ich musste wieder einige Destinationen streichen, obwohl ich mit der Suche noch nicht durch war. 

Geblieben sind diese zwölf, die auf ihren Covern auch je noch eine Sehenswürdigkeit zeigen:






 

Algarve:
- Mord an der Algarve von Carolina Conrad
- Lost in Fuseta von Gil Ribeiro

Barcelona:
Spanische Delikatessen von Carolina Ferrera 

Paris:
- Der Hut des Präsidenten von Antoine Laurain
- Frühling in Paris von Fiona Blum 

London:
- Geister auf der Metropolitan Line von Ben Aaronovitch (sogar mit Foto aus der U-Bahn!)
- Covent Garden im Schnee von Jules Wake

Oxford:
Die Toten vom Magdalen College von Katharina M. Mylius

Rom:
Tödliche Sonate von Natasha Korsakova

Venedig:
Nachts nach Venedig von Veronica Henry

Kreta: 
-Tödliche Feindschaft von Nikos Milonas
 
Wien: 
- Lottes Träume von Beate Maly 

Durch die heutige Frage hab ich Fernweh bekommen - das wird heute wohl andauern, wenn ich mich durch eure Beiträge wühle! 





Mittwoch, 16. Juni 2021

The Secret Cove in Croatia von Julie Caplin (Romantic Escapes 5)

Klappentext:
When no-nonsense, down-to-earth Maddie Wilcox is offered the chance to work on a luxury yacht for the summer, she can’t say no. Yes she’ll be waiting on the posh guests… But island-hopping around the Adriatic sea will more than make up for it – especially when Nick, her best friend Nina’s brother, is one of them. Sparks fly when they meet on board and Maddie can’t believe self-entitled jerk Nick is really related to Nina. But in a secret, picture-perfect cove, away from the real world, Maddie and Nick discover they might have more in common than they realise.



Der fünfte Band der Romantic Escapes-Serie von Julie Caplin wird leider nicht auf Deutsch übersetzt. Schade, denn ich fand genau diese Destination total interessant und viel zu untervertreten in der Romanwelt. Deshalb hab ich ihn auf Englisch gelesen. Ich kann jedem nur empfehlen, es mir nachzutun und den Band zu lesen - es lohnt sich!

Nicht jedes Wort habe ich wortwörtlich verstanden, vor allem nicht die diversen Modebezeichnungen, die hier öfters mal vorkommen, gehören doch zwei Models zu den Gästen auf der Yacht, auf der Nina knapp drei Wochen aushilfsweise arbeitet. Noch gefrustet von der Absage eines Galeristen, muss Maddie weiter jobben, um Geld zu verdienen: Mit ihrer Kunst schafft sie es ja anscheinend nicht. 

Wie gut, dass im Wissen darum Nina Maddie angefragt hat, ob sie nicht für einige Wochen auf einer Yacht in Kroatien arbeiten will, putzen und kochen für die sechs Gäste. Kochen hat Maddie ja bei Sebastian, Ninas Freund, in Paris gelernt - ihr erinnert euch an den Kochkurs aus Band 3, "Die kleine Patisserie in Paris"?

Ninas Bruder Nick wird Gast auf der Yacht sein, zusammen mit seiner neuen Freundin Tara, einem bekannten Model. Der Partner ihrer Model-WG-Kollegin Cory, Douglas, hat die beiden Models und Nick auf die Yacht eingeladen, dazu noch Simon, eine ehemalige Tennishoffnung, und Siri, Douglas beste Freundin. 

Inmitten diesen reichen Yuppies halten sich Maddie und Nick gut. Für beide ist die Welt der Mondänen und Reichen aber enorm fremd. Oft schämen sie sich auch für die Verhaltensweisen der anderen. Douglas ist zwar trotz enormen Reichtum fast noch am bodenständigsten neben Stylistin Siri. Aber Simon ist ein Kotzbrocken sondergleichen, doch die Schlimmste von allen ist die selbstverliebte Tara. Sie lässt Nick links liegen, "braucht" ihn nur, wenn es ihre gerade danach ist - eine arrogante, nervige Zicke. Man fragt sich, was Nick an ihr findet.

Auch Maddie fragt sich das, sieht sie doch hinter die Fassade von Tara, bzw. hinter ihre Kabinentüre. Je länger je mehr merkt Nick, dass er sich in dieser High Society Welt, mit diesen unmöglichen Umgangsformen nicht wohl fühlt und sich nach Hause, nach der Schaffarm sehnt. Immer öfter sucht er die Gesellschaft von Maddie. Zusammen schaffen sie es sogar dorthin, wo Tara und Cory am liebsten wären - und man merkt, nicht alle Reiche sind so egozentrisch wie die beiden unreifen Mädels und freut sich schon auf die Gesichter der Möchtegern-Prinzessinnen, wenn sie dies irgendwann erfahren.

Es macht unheimlich Spass Maddie und Nick auf der Chartertour zu begleiten, die dalmatische Inselwelt zu entdecken, Maddies Kochkünste zu geniessen und sich die ganze Geschichte einzuverleiben. 

Ich war so gebannt von den Ereignissen, dass ich sogar vergessen hatte, dass es laut Titel ja um eine geheime Bucht gehen soll und merkte es erst, als diese Bucht dann auch vorkommt. Hach, in dieser Bucht würde ich auch gerne einige faule Bootstage verbringen! 
 
"The Secret Cove in Croatia" ist ein must-read in diesem Sommer. Die Story mit den gegensätzlichen Charakteren, ihren Abenteuer auf der Reise, geprägt von dem gefälligen und humorvollen Schreibstil der Autorin Julie Caplin ist einfach lesenswert.

Fazit: Macht definitiv Lust auf Urlaub in Kroatien! 
5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 5: The Secret Cove in Croatia (wird vorerst nicht auf Deutsch übersetzt)
Band 6: Der kleine Teeladen in Tokio  
Band 7: Das kleine Chalet in der Schweiz (ET 19.10) 
Band 8: The Cosy Cottage in Ireland (ET in England am 29.09) 

Dienstag, 15. Juni 2021

Krimi: Bretonische Idylle von Jean-Luc Bannalec (Dupin 10)

Klappentext:
Die Hitzewelle hat in diesem August sogar die Bretagne fest im Griff, keine Aussicht auf Abkühlung für Kommissar Dupin. Und zu allem Überfluss plant Nolwenn auch noch die große Feier seines zehnjährigen Dienstjubiläums. Doch dann wird eines Morgens ein Toter an der Küste bei Concarneau aus dem Meer gefischt, ein Bewohner der legendären Belle-Île – und ehe sich Dupin versieht, befindet er sich an Bord eines Schnellbootes auf dem Weg zur »schönsten Insel der Welt«.





Mit "Bretonische Idylle" feiert die Krimiserie um Georges Dupin den 10. Geburtstag. Oder anders gesagt: das zehnjährige Dienstjubiläum an seiner nun nicht mehr neuen Arbeitsstelle in der Bretagne. 

Wer erinnert sich auch noch an den ersten Band, als Georges strafversetzt wurde und neu beginnen musste? Sein eigenwilliges Ermitteln ist mittlerweile für seine Untergebenen ganz normal geworden. Dass er nur mit Café im Blut richtig nachdenken kann und ab und an seine Ruhe braucht um sich Notizen zum jeweils aktuellen Fall zu machen, ist schon fast normaler Alltag. Auch ist jedem bekannt, dass Georges nicht gerne Schiff fährt. 

Doch dies muss Dupin in seinem zehnten Fall, einige Tage vor dem grossen Fest, erneut tun. Hinüber auf die Belle-Île geht es kaum anders. Der an einem schönen Morgen aufgefundene Tote stammt von dort. Patric Provost, Schafzüchter von der schönen Insel, hat die Belle-Île nur einmal jährlich verlassen, zum Geburtstag seines Onkels. Genau diesen Tag hat der Mörder erwischt - bewusst oder zufällig?

Patric war bei allen unbeliebt. Es gibt keinen, der ihn mochte, nicht mal sein Onkel. Alle innovativen Ideen der Inselbewohner hat Patric sabotiert. Er war niemandes Freund, ein schlechter Arbeitgeber und ein Nein-Sager, der niemandem etwas gönnte oder auch nur zwei Zentimeter entgegen kam. In diesem Umfeld ermittelt Dupin mit seinem Team, unterstützt vom Insel-Commandant Cosqueric.

Rival stammt von der Insel und hat Heimvorteil. Er erzählt wie immer bretonische Sagen, diesmal solche, die sich um die Belle-Île ranken. Nolwenn hingegen lässt keine Anrufe an Dupin vergehen, ohne ihm nicht noch mindestens einen bretonischen Sätze abzuverlangen. 

Zusammen mit dem Team erleben die Leser die Belle-Île, und wie so oft beim Lesern der Dupin-Bände, bekommt man sofort Lust, den Schauplatz zu besuchen. Ein Café oder Whisky im Garten des Goulou zu trinken oder ein Essen beim Leuchtturm, bei dem auch Vegetarier in Versuchung geraden könnten, das berühmte Salzlamm der Insel zu degustieren und dabei über die Möglichkeit einer autarken Energiegewinnung zu diskutieren. 

Dieser Fall ist interessant, obwohl ich mir bald sicher war, wie er ausgehen wird. Bis dahin passiert aber noch einiges Unvorhergesehenes und wie immer ist das Ermittlungs- und Erzähl-Tempo extrem hoch. Apropos Erzählen: einige Verdächtige würde man am liebsten knebeln, damit sie nicht so viel reden, Madame Corbel zum Beispiel. Riwal ist fast schon stumm dagegen. 

Mir hat es Spass gemacht, Dupin und sein Team bei ihrem Jubiläum zu begleiten. 

Den Fall hab ich in weniger Tagen ausgelesen, als er gelöst wurde. Ich staunte dabei über einige tolle Ideen betreffend Alibiüberprüfungen, und freue mich, wenn der nächste Fall - hoffentlich ohne Schifffahrt für Dupin - ansteht. 

Fazit: Mit "Bretonische Idylle" feiert die Serie ein würdiges Jubiläum!
4 Punkte. 



Montag, 14. Juni 2021

Krimi: Mord in Parma von Dani Scarpa (Paolo Ritter 1)

Klappentext:
Mord und Dolce Vita in der neuen spannenden Krimiserie aus der beliebtesten Urlaubsregion Italiens, der Emilia-Romagna: Der deutsche Kommissar Paolo Ritter ist ein grüblerischer Mensch. Und der beste Ermittler des bayerischen LKA. Beides liegt an seinem episodischen Gedächtnis. Sein Nicht-Vergessen ist im Job hilfreich, privat eine Belastung. Nun soll er in München aufgefundene NS-Raubkunst nach Parma überstellen. Die Übergabe des Correggio läuft nach Plan, und Paolo kann das kleine Hotel seines vor Jahren verstorbenen Bruders in Cervia aufsuchen. Im Ristorante im Erdgeschoss kocht die temperamentvolle Lucia, die nicht weiß, dass er der Erbe ist. Bevor er entscheiden kann, was mit dem Haus werden soll, wird der Kurator der Galerie in Parma tot aufgefunden.


"Mord in Parma" ist der Auftakt einer neuen Krimiserie, von der der erste Teil im italienischen Parma angesiedelt ist. In Parma ist nicht nur der Schinken berühmt, sondern auch die Galleria Nazionale im Palazzo della Pilotta, die Bilder des einheimischen Künstlers Correggio beherbergt.

Eins von Correggios Bildern taucht urplötzlich in München auf. Paolo Ritter, Mitarbeiter des LKA, soll den Transport des wertvollen Gemäldes zurück in die Heimat begleiten. Paolo wundert sich zwar über den Job, denkt aber, dass er auch noch eine weitere Aufgabe in Italien zu bewältigen hat - er hat eine Abneigung gegen das Land, gegen Sand, gegen Kaffee. Einiges davon ist familiär geprägt, anderes hat er sich angewöhnt. Aber alles aus Gründen, die die Leserschaft nach und nach erfahren. 

Eigentlich sollte er am nächsten Tag gleich wieder zurück fahren, doch erst gibt es ein Planänderung bei der Transportfirma, dann ändert der Tod des Galeriekurators Paolos Pläne. Zusammen mit Lucia, die er in Cervia kennenlernt, will er herausfinden, wieso der Museumskurator sterben musste. Der gewissenhafte Paolo legt sich mit dem deutsche-Gründlichkeit-hassende Commissario Borghese an, denn der will einfach nicht sehen, dass Signor Tantaro nicht eines natürlichen Todes starb. 

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, bleibt es nicht nur bei dem einen Zusammenstoss mit dem Kommissar. Für Paolo ist das nicht so angenehm, für die Leser hingegen schon. 

Dani Scarpa (ein Pseudonym eines deutschen Krimi-Autors) präsentiert uns einen eigenwilligen und auf den ersten Blick sonderbaren Ermittler, der sich in diesem ersten Band zuerst um seine Vergangenheit kümmert - damit die Zukunft beginnen kann. Zu Gast in seinem Kopf ist erst ein kleiner Junge in roter Badehose, später begleitet ihn Tantaro. 

Unterstützt wird Paolo von Köchin Lucia, die er auf seiner Reise kennenlernt. Lucia hilft Paolo nicht nur mit der italienischen Sprache, sie hilft ihm auch öfters aus der Patsche und bringt ihm das so verhasste italienische Dolce Vita näher. 

Paolos Vorgesetzte und Verlobte Julia bleibt vom fernen München zugeschaltet, viel bekommt man von ihr nicht mit, braucht man auch nicht. Paolo, Lucia und Borghese - die drei reichen vollends aus, mehr an Personal braucht dieser Krimi wirklich nicht. 

Der Kriminalfall an sich ist interessant und spannend, denn der Mord an Tantaro war nur ein Steinchen im Rad, es passiert noch einiges mehr - langweilig wird es nie. 

Nach dem Ende bin ich nun natürlich gespannt, ob und wie es mit Paolo weitergeht - ich bin jedenfalls gerne dabei, seine weiteren Schritte zu begleiten. 

Fazit: Ein humorvoller, aber auch interessanter Italien-Krimi mit einem ebensolchen Ermittler. Naja, das mit dem Humor muss er vielleicht noch ein bisschen lernen. (Der Paolo, nicht der Autor - der hat es im Griff!)
4 Punkte. 




Samstag, 12. Juni 2021

Top Ten Thursday 10.06.21 - Zehn Bücher, die ich mehrmals gelesen habe

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zeige uns 10 Bücher, die du mehr als einmal gelesen hast 

Das sind bei mir vor allem ältere Bücher, die ich teilweise Jahr für Jahr immer wieder gelesen habe oder Reihen bei denen ich pausiert habe und dann einfach noch mal von vorne begonnen habe, weil es schon so lange her war, wie bei der Mitchell & Markby-Serie von Ann Granger. 

Sehr oft habe ich auch Rosamunde Pilchers "September" einmal jährlich, natürlich im September, gelesen. Dazu auch ihre "Muschelsucher". Aber auch John Greens "Paris" durfte viele Jahre lang im Frühling aus dem Regal kommen und wurde nochmals gelesen. Das war fast schon ein Ritual für mich.

Auch mehrmals hab ich "Sofies Welt" und "Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort" von Jostein Gaarder (und andere Bücher von ihm) gelesen. Ebenso "Das rote Zelt der Frauen" von Anita Diamant, Barbara Woods "Das Paradies" sowie "Traumzeit" und "Der Alchimist" von Paulo Coelho. 

Das sind alles Bücher, die ich vor meiner Bücherbloggerzeit zum ersten Mal gelesen und darum auch nie rezensiert habe (ausser "Das rote Zelt der Frauen"). Daher habe ich auch keine Cover-Fotos auf meinem Compi, teilweise haben die Bücher schon einige Cover-Änderungen durchgemacht. 

Deshalb gibt es heute keine Cover zu sehen und mein Beitrag zum TTT kommt ausnahmsweise erst am Samstag anstatt am Donnerstag - hab lange überlegt, ob ich die Frage überhaupt beantworten soll oder nicht. Aber ja, ich mach es nun, auch ohne Cover und Rezensionen. 

Seitdem ich blogge, hab ich generell weniger Bücher mehrmals gelesen - es gibt jährlich so viele Neuerscheinungen, da kommt man schon kaum nach, die alle zu lesen und es bleibt nicht mehr viel Zeit, ältere oder neuere Bücher nochmals zu lesen. 

Aber irgendwann wird sicher wieder die Zeit dazu kommen, bis dahin wird die jetzt schon grosse Liste der möglichen Re-Read-Bücher wachsen.

Habt ein schönes Wochenende - ich verbringe es mit zwei Neuerscheinungen in den Händen, und ihr? 




Mittwoch, 9. Juni 2021

Krimi: Mord au Vin von Sandrine Albert (Claire Molinet 1)

Klappentext:
Claire Molinet, Privatdetektivin und Foodbloggerin, hat ein Faible für gutes Essen, vollmundige Weine und knifflige Kriminalfälle. Bei einem Spaziergang auf der Düne von Pilat entdeckt sie eine mumifizierte Leiche. Die tote Winzerin war Verfechterin des Bioanbaus, was den alteingesessenen Weinbauern gar nicht gefiel. Claire wird beauftragt, eine verschwundene Studentin zu suchen. Schon bald beginnt sie zu ahnen, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Gemeinsam mit Commandant Raoul Chénier von der örtlichen Polizei entwirrt die Detektivin die Fäden, die tief in die Welt des Bordelaiser Weinbaus führen. Doch die Zeit arbeitet gegen sie, denn der Täter hat bereits ein neues Opfer im Visier.

Krimis, die in Frankreich angesiedelt sind, mag ich. Ebenso mag ich es, wenn das Thema Weinanbau in einem Roman vorkommt. Deshalb griff ich zum ersten Band der neuen Krimiserie von Sandrine Albert, ein Pseudonym für die Autorin Sandra Aslund, die bereits eine mehrteilige Provence-Kommissarin-Serie geschrieben hat. 

In dieser neuen Serie gibt es gleich zwei Ermittler: zum einen Commandant Raoul Chénier und die junge Privatdetektivin Claire Molinet - eine der wenigen, die sich wirklich so nennen darf, wie man im Krimi erfährt. Ob das real auch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber für die Geschichte macht es Sinn, denn Claire wird somit auch von der Polizei, hier im Speziellen von Raoul, ernst genommen. Beide leben erst seit wenigen Jahren in Bordeaux. 

Claire ist aber auch Foodbloggerin, nicht nur, damit sie ihre Ermittlungen gut verschleiern kann. Sie soll eine vermisste Studentin, nur wenig jünger als sie selbst, suchen. Der einzige Anhaltspunkt könnte die Bar sein, in der Délia arbeitete. 

Man ahnt es, dass es sie gibt, aber lange scheint es nicht danach: Berührungspunkte zwischen Claires Fall und dem von Raoul. Ihn beschäftigt eine im Sand verbuddelte Leiche, die der Hund von Claires Gärtner und Freund mit gewissen Vorzügen, Philippe, entdeckte. Die Dünenleiche ist die vor drei Jahren verschwundene Winzerin Anaïs. Mögliche Tat-Motive wären Eifersucht und Erbstreitereien. Raoul stochert im Heuhaufen.

Ich mochte beide Ermittler. Sie sich auch. Claire und Raoul merken schnell, dass ihnen beiden gedient ist, wenn sie ihre Informationen teilen. Jeder bleibt an seinem Fall, aber mit Bonus-Informationen, die sie beide weiterbringen.

Mir gefiel diese Herangehensweise sehr. Es war schön zu lesen, dass man ohne Gesichtsverluste miteinander arbeiten kann, ohne dass jemand sich wichtiger als der andere fühlt und eine Zusammenarbeit von Anfang an möglich ist - und nicht erst nach zig Fällen, wie das in vielen Krimi-Reihen üblich ist.

Das Thema "Weinbau mit oder ohne Pestizide" ist top aktuell - in einigen Tagen wird hier in der Schweiz über ein Pestizid-Verbot abgestimmt. Beim Lesen wünschte ich mir, dass sich alle Wähler die nötigen Infos auf solch eine einfache, aber deutliche Weise erlesen könnten. 

Nicht nur aufgrund des Themas ist "Mord au Vin" ein interessanter Krimi. Die beiden Ermittler mag ich und deshalb würde ich mich auf weitere Fälle freuen. Ich bin gespannt, was das beachtenswerte Gespann in Zukunft noch leisten wird.  

Fazit: Ein toller Krimi-Reihen-Start, der mich für sich eingenommen hat. 
4 Punkte. 


Dienstag, 8. Juni 2021

Krimi: Madame le Commissaire und die panische Diva von Pierre Martin (Isabelle Bonnet 8)

Klappentext:
Saint-Tropez hat Brigitte Bardot. Fragolin dagegen den Film- und Gesangsstar Colette Gaspard - auch wenn kaum einer weiß, dass die Diva hier geboren wurde. Schließlich hat sie das provenzalische Dorf schon in jungen Jahren verlassen. Einziger Kontakt zu ihrem Geburtsort ist ihre Zwillingsschwester Yvonne, die noch immer in Fragolin lebt. Genauso wie die Kommissarin Isabelle Bonnet. Diese befindet sich wieder einmal im Erholungsmodus. Der wird jäh unterbrochen, als Yvonne sie im Namen ihrer berühmten Schwester um Hilfe bittet: Die Diva wird von einem Stalker terrorisiert, der sie mit unheimlichen Anrufen, Drohmails und perversen Botschaften verfolgt. Colette Gaspard wohnt in Ramatuelle. Das ist nicht weit weg. Die Diva bittet Isabelle, den Stalker zu finden und auf sie aufzupassen, schließlich sei sie mal Personenschützerin gewesen. Madame le Commissaire lässt sich überreden – und befindet sich plötzlich mitten in ihrem nächsten Fall, der sie für einige Kapitel von der Provence nach Paris führen wird. Obwohl sie dort nie mehr hinwollte.


Der Klappentext hörte sich vielversprechend an. Isabelle kurz in Paris zu erleben, das tönt gut - wenn man ihre Vorgeschichte kennt, ist man interessiert und gespannt zu erfahren, wie es ihr dabei geht. 

Doch bis es soweit ist, kümmert sich Isabelle in Ramateulle um eine berühmte Sängerin, die gestalkt wird. Die Sängerin ist eine Diva, panisch gerade zu Recht. Isabelle und Apollinaire durchleuchten sämtliche Bekannte von Colette Gaspard, kommen aber nicht vorwärts mit ihren Backgroundchecks, Observationen und ihrer Verdächtigenliste. 

Nichts hilft, die Gaspard wird weiterhin bedroht - sogar in Paris, so dass Isabelle wider Willen ihre Reisetasche packen und einige Tage in Paris verbringen muss. Die Spur wird heiss, die Reise könnte sich also auszahlen. 

Ich genoss es, Paris mit den Augen von Isabelle zu sehen und alte Bekannte wie Rouven, Nicolas, Clodine, Isabelle erneut und endlich einmal Maurice Balancourt "live" zu treffen. Diese Wiedersehen machten für mich den Reiz in diesem achten Band aus. 

Aber leider blieb die erwartete Spannung in diesem Band aus. Pierre Martin gibt sich zwar alle Mühe, doch mir hätte er weitere wirklich Verdächtige auftischen müssen, die mich vielleicht auf eine falsche Fährte führen hätten können. Es gab zu wenig Möglichkeiten an in Frage kommenden Tätern. 

Ich war Madame le Commissaire und Co. um Längen voraus und wartete, bis sie endlich den richtigen Hinweis bekam und um die Ecke dachte und somit endlich auf die richtige Spur kam. Hätte sie mich gefragt, wäre ihr einiges erspart geblieben ;-)

Für mich ist es daher der langweiligste Band bisher, da mich auch der Twist am Ende nicht überraschen konnte. 

Fazit: Ein schönes, aber leider spannungsarmes Wiedersehen mit den Helden aus Fragolin. 
3.5 Punkte. 


Reihenfolge:

Donnerstag, 3. Juni 2021

Sommerlese von Marie Matisek (Capri 2)

Klappentext:
Hanna könnte glücklich sein, denn sie hat das geschafft, wovon viele Autorinnen nur träumen können: Sie hat einen Bestseller gelandet. Das Problem: Keiner weiß, dass sie die Autorin ist, denn sie hat ihn unter Pseudonym geschrieben. Und das noch größere Problem: Sie soll nach dem Willen ihres Verlags so schnell wie möglich einen weiteren schreiben. Doch das ist leichter gesagt als getan, und so schickt ihr Agent Hanna auf die Insel Capri, auf der sie ihre Schreibhemmung überwinden soll. Wo sonst als auf dieser Trauminsel sollte dies möglich sein? Eine wunderbare Idee, und bereits auf dem Weg in den Süden wächst Hannas Zuversicht. Dann aber erobert ein kleiner Hund am Straßenrand ihr Herz, und der Capri-Sommer wird ganz anders, als ihn sich Hanna in ihren kühnsten Träumen vorgestellt hat und der auch in Sachen Liebe ein paar Überraschungen parat hält. 



Auf den Hund gekommen - ist Hanna. Auf ihrer Fahrt nach Capri, wo sie vier Wochen an ihrem neuen Roman schreiben soll, liest sie einen Welpen auf, der schnell ihr Herz erobert. 

Hanna ist im Gästehaus von Salvatore und Livia einquartiert und fühlt sich wohl. Während sie sich um das junge, verschüchterte Hundemädchen kümmert, das Leben auf Capri zu geniessen versucht, einem Flirt nicht abgeneigt ist, und endlich eine Idee für ihren zweiten Roman hat, ist sie aber immer noch gehemmt. Hanna merkt, dass sie es belastet unter einem Pseudonym zu schreiben, das quasi zur Protagonistin ihres ersten Romans gehört und allen, vor allem auf Social Media, etwas vorspielen muss. Ob Capri Hanna von ihrer Schreibflaute erlösen kann?

Marie Matisek zeigt in "Sommerlese", dass die Liebe ausnahmsweise mal nicht durch den Magen, sondern durch den Hund geht. Liebhaber von Hunde-Romanen kommen total auf ihre Kosten. Anderen könnte es vielleicht ein wenig zu viel "Hund" sein. 

Mich störte es keinesfalls, und ich mochte das Wiedersehen mit den bekannten Capri-Charakteren sehr. Denn die Leserinnen begegnen erneut den Figuren aus der zweiteiligen Amalfi-Serie und aus dem ersten Capri-Band. Lucia ist mittlerweile schwanger, Annunziata wagemutig und Salvatore hat grosse Sorgen, von denen Clivia nichts weiss. 

Die Autorin verbindet deren aktuelle Geschichten mit derjenigen von Hannah und macht, dass man sich beim Lesen dieses Roman wie bei einem Familienbesuch auf Capri fühlt. 

Ich mag, dass Matiseks Romane für Abwechslung sorgen und nicht immer nach dem gleichen Schema aufgebaut sind. Der Schreibstil ist gefällig, so dass es ein Leichtes ist, den Roman fast am Stück durchzulesen. 

Fazit: Dieser warmherzige Roman ist genau richtig, um sich ein bisschen Sommer, in dem es nicht vorrangig um Sonne, Strand und die grosse Liebe geht, nach Hause zu holen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge: 
Vorgeschichte zu Band 1: Rückkehr nach Capri 
Band 1: Der Schmetterlingsgarten 
Vorgeschichte zu Band 1: Ein Hauch von Sommer (mit Salvatore als Protagonist)
Band 2: Sommerlese 

Top Ten Thursday 03.06.21 - Zehn Bücher von Autoren, deren Nachnamen mit Q oder R beginnt

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem Q / R anfängt (zur Not auch Vorname)

Beim Q hatte ich keine Chance, bzw. hätte ich eine Autorin mit Q, aber deren Buch liegt noch auf dem SuB, dafür hab ich eine gute Auswahl beim R gefunden:


 

 

        


Hier gehts zu den Rezensionen: 
- Tiefer Grund von Matthew Costello und Neil Richards
- Lost in Fuseta von Gil Ribeiro
- Jahre des Aufbaus von Brigitte Riebe
- Die Roseninsel von Anna Reitner
- Das Mädchen auf den Klippen von Lucinda Riley
- Spätsommerfreundinnen von Andrea Russo
- Die Chocolaterie am Meer Caroline Roberts
- Die verlorene Zeit von Michelle Ross


Seid ihr beim Q fündig geworden? Oder habt ihr wie ich alle R's rausgesucht?



Dienstag, 1. Juni 2021

Liebe, lavendelblau von Hannah Juli

Klappentext:
Gibt es einen Ort, an dem das Glück auf einen wartet? Sarahs Leben liegt in Scherben. Mann, Job und Wohnung in Hamburg muss sie hinter sich lassen. Überstürzt bricht sie nach Südfrankreich auf, wo sie Unterschlupf auf einem Weingut in den Bergen findet. Lavendelbewachsene Hügel, Mandelbäume, blauer Himmel – die wilde Landschaft der Provence inspiriert Sarah. Sie folgt ihren Träumen und beginnt Gedichte zu schreiben, das wollte sie schon immer. Wenn nur die blauen Augen des Weinhändlers Lucien sie nicht so ablenken würden. Doch Blau scheint Sarahs Glücksfarbe zu sein und Lavendel der Duft ihres neuen Lebens.  


Passend zum Erscheinungstermin Ende Mai beginnt auch der Roman in den letzten Maitagen. Richtig los geht es im Juni. Denn da fliegt Sarah anstatt zu ihrem Freund nach Kalifornien kurzentschlossen nach Südfrankreich zu ihrer dort lebenden besten Freundin Cleo.

Ebenso spontan organisiert Cleo für Sarah eine Bleibe, eine Wohnung im Gästehaus des jungen Winzers Lucien. Er scheint nicht viel zu reden, doch peu à peu lernt Sarah ihn besser kennen. Lucien ist so ziemlich das Gegenteil ihres Freundes Tobias, der ein totaler Egozentriker ist. Sarah spürte dies schon lange, wollte es aber nicht wahrhaben. Auf die schmerzliche Art muss Sarah dies nun erfahren, doch sie ist auf gutem Wege, sich von Tobias zu lösen. 

Während Sarah in Südfrankreich die Gegend erkundet, zu schreiben beginnt und ein wenig auf dem Weingut mithilft, findet sie wieder zu sich und versucht ihre nächste Zukunft zu planen. 

Bei Cleo im Restaurant essen, bei Margrit Französisch lernen, mit Lucien schwimmen gehen oder sich den Weinbau erklären lassen und Anouk streicheln - bildhaft beschreibt die Hannah Juli Land und Leute. 

Die Autorin macht es den Leserinnen leicht, sich wohl zu fühlen in der schönen Geschichte. Der Schreibstil ist locker leicht, aber mit der nötigen Tiefe. Die Figuren sind glaubhaft gezeichnet - die meisten davon würde man gerne kennenlernen. 

Auch der Titel passt hervorragend und wenn man die Augen schliesst hört man sogar den Lavendel flüstern.

"Liebe, lavendelblau" ist ein kurzweiliger Sommerschmöker und ein gemütlicher Liebesroman, der einem das Gefühl gibt, selbst vor Ort zu sein. 

Fazit: Ideal für einige schöne Lesestunden im Lesesessel, draussen auf dem Liegestuhl mit einem Glas Rosé in der Hand oder inmitten blühendem Lavendel. 
4 Punkte.