Dienstag, 11. August 2020

Wo dich das Leben anlächelt von Jenny Colgan (Happy Ever After 2)

Klappentext:
Das Leben ist kein Streichelzoo für die alleinerziehende Mutter Zoe. Als Betreuerin in einer Londoner Luxus-Kita machen ihr die verwöhnten Sprösslinge und deren Eltern gleichermaßen das Leben zur Hölle. Ihre Miete ist schon wieder gestiegen, und ihr vierjähriger Sohn weigert sich zu sprechen. Das Angebot, eine fahrende Buchhandlung im idyllischen Schottland zu übernehmen und die drei Kinder eines Schlossherrn zu betreuen, scheint da ein wahrer Traum. Doch die Realität sieht anders aus: Die Kinder wollen Zoe schnellstmöglich wieder loswerden, ihr Arbeitgeber ist zwar attraktiv, aber scheint sie nicht zu mögen, und das Schloss in einem beklagenswerten Zustand. Erst eine geniale Geschäftsidee, ein dramatisches Ereignis und eine Liebeserklärung machen Schottland zum Land von Zoes Träumen.

Der Bücherbus fährt wieder! Allerdings sitzt nun nicht Nina, sondern Zoe am Steuer. Nicht nur das Fahren des Ungetüms, auch alles andere besitzt seine Tücken. 

Da wäre das Huhn, das immer im Wege sitzt; die schwierige Kundschaft, die sich nur von Nina bedienen lassen will; dann ihre andere neue Stelle als Au-Pair in einem Herrenhaus mit drei unerzogenen Kindern. Zudem ihr ständiges Ärgernis: der Vater ihres Sohnes, der sein Geld für sich selbst und eine mögliche DJ-Zukunft ausgibt, anstatt seinen Sohn zu unterstützen. Hari ist vier und spricht nicht. Doch im gleichaltrigen Patrick findet er in seinem neuen Zuhause einen Freund. Immerhin, denn Zoe fühlt sich fast noch einsamer als in London. 

Aber ihr bleibt nichts anderes übrig und so dreht Zoe das Steuer um: sie gibt den Kindern Regeln vor und sucht sich mit dem Bücherbus eine andere Nische. Wird Zoe damit Erfolg haben oder ist "Nanny Sieben", wie sie von den Kindern genannt wird, auch bald Geschichte und muss zurück in die Grossstadt?

Dieser zweite Teil der Happy Ever After-Serie hat mir ausgesprochen gut gefallen. Viel besser als der erste Teil, der sehr märchenhaft und manchmal ein wenig abgehoben daher kam. Denn "Wo dich das Leben anlächelt" ist bodenständig und zeigt echte Probleme auf - und Lösungsansätze.

Gemeinsam haben die beiden Teile die Liebe zu Büchern, die hier - neben dem Bücherbus - in Form von Leseratte Zoe und Antiquar Ramsay auftreten.

Ramsay gewährt aber niemandem Zugang zu seiner Bibliothek. Diesbezüglich kommt Zoe auf tolle Ideen, mit der sie das Leben für alle einfacher und lebenswerter machen kann. Denn die Herrenhaus-Geschichte basiert auf traurigen Begebenheiten, die anstatt verarbeitet, aus Niedergeschlagenheit tot geschwiegen wurden, mit tragischen Folgen für die ganze Familie.

Das Setting ist toll, vor allem weil das Herrenhaus am Loch Ness liegt. Aber auch die Geschichte überzeugt total und spätestens nach dem Lesen dieses Romans möchte ich das Loch Ness mal mit eigenen Augen sehen. 

Fazit: Viel zu schnell ausgelesen war die emotionale Geschichte mit Nanny Sieben am Steuer des Bücherbusses.  
5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Wo das Glück zuhause ist
Band 2: Wo dich das Leben anlächelt

Freitag, 7. August 2020

#litlovetalk August 2020


Wir stellen euch an jedem siebten Tag im Monat eine Frage zu Romanen, die von lit.love-AutorInnen geschrieben wurden.

August-Frage: 


Am liebsten alle! 

Aber so einfach ist das ja nicht, in Zeiten von Corona sowieso nicht. Sehr gerne würde ich aber mal nach Cornwall reisen und mir die Schauplätze von Anne Sanders Romanen anschauen, St. Ives zum Beispiel. Oder an die Nordsee fahren, wo u.a. Sylvia Lotts Bücher spielen, und dort Cheesecake essen oder gleich nach Norderney. Und dann war diesen Mai Persephone Haasis Schuld daran, dass ich total Lust gehabt hätte, einige Wochen in Aprikosenhainen der Provence zu verbringen.

Irgendwann wird das klappen. Vielleicht kann ich euch dann auch wieder mit einem Bericht, wie in diesem hier von meinem "Liebe auf drei Pfoten"-Spaziergang in Rom, beglücken. Fiona Blum hat mir dazu einige Tipps und genaue Strassenangaben gegeben, so dass es uns leicht fiel, alles zu entdecken. Liest ihn euch gut durch, vielleicht bekommt ihr dadurch auch Lust, euer nächstes Urlaubsziel mit einem Buch zu verbinden. Das macht mein Spaziergang doch, nicht? Und Rom ist sowieso immer eine Reise wert.

Auch Susanne Edelmann verrät euch heute auf ihrem Blog, wo sie die Gegenden, die in den Büchern beschrieben werden, genauer ansehen möchte. 

Wie sieht es bei euch aus - an welchen Roman-Schauplatz wollt ihr unbedingt irgendwann einmal hin? 




Damit es für euch einfacher ist passende Bücher zu finden, findet ihr hier die (bisherigen) lit.Love-Autorennamen:




Unter #litlovetalk findet ihr alle bisherigen Fragen und Antworten auch auf Instagram. 

Mittwoch, 5. August 2020

Die Dirigentin von Maria Peters

Klappentext:
New York, 1926: Für Antonia Brico gibt es nur die Musik. Unermüdlich übt sie an dem alten Klavier, das ihr Vater, ein Müllmann, auf der Straße gefunden hat. Ihr großer Traum: Dirigentin zu werden. Doch noch nie hat eine Frau in dieser Rolle auf der Bühne stehen dürfen. Als sie sich als junge Frau zu einem Konzert ihres Idols Willem Mengelberg schleicht, und sich auf einem Klappstuhl in den Mittelgang setzt, wird sie herausgeworfen und verliert dabei auch noch ihren Job im Konzerthaus. Sie steht vor dem Nichts. Doch sie gibt nicht auf und reist nach Europa, um für ihren Traum zu kämpfen. Sie verlässt sogar ihre große Liebe Frank, um nicht in dessen Schatten zu stehen. Unermüdlich klopft sie an die Türen der großen Musiker. Karl Muck, der legendäre Dirigent in Berlin, zerreißt vor ihren Augen ihr Empfehlungsschreiben. Antonia sieht letztlich nur einen Weg: Ein Orchester nur mit Frauen, von ihr selbst dirigiert. Mit dem Eröffnungskonzert ist klar: Es wird Antonia befreien – und die Musikwelt für immer verändern.

Dicht gedrängt wird in "Die Dirigentin" die Geschichte von Willy, Wilhelmina Wolthius, erzählt. Angefangen bei ihrer furchtbaren Mutter, der sie noch mit 23 Jahren ihr ganzes Geld aus zwei Jobs abgeben musste. Wie sie es schaffte, trotz allen Widrigkeiten zum Trotz Musikunterricht zu bekommen, ans Konservatorium zu gehen, in einer Band zu spielen, ihre Familiengeschichte zu enthüllen, und und und. 

Nicht ganz alles davon ist wahr. Maria Peters nahm sich fiktionale Freiheiten heraus und so ist dieser Roman zum gleichnamigen Film extrem spannend geraten. Ich empfehle deswegen den Roman zu lesen ohne zuerst (oder mittendrin, so wie ich) Antonia Brica und ihr wahres Leben zu googeln. Man macht sich sonst vielleicht zu viele Gedanken darüber, wie gewisse Buchszenen in Willys Leben ohne diese Zusätze gewesen wären, was von der spannenden Lektüre ablenkt. Das Lesen ohne Vorab-Info ist in diesem Fall einiges entspannender, obwohl alle Ereignisse eng aneinander gereiht die Seiten füllen und man als Leser*in kaum zum Luft holen kommt. 

Auch dann noch, als Willy es schafft und sie als Antonia Brico als erste Frau am Dirigentenpult steht. Denn nun steht die Frage im Vordergrund, ob die Musikwelt bereit ist, in dieser Männerdomäne eine Frau vor einem Orchester akzeptieren, ob die Musiker die Frau vor ihnen respektieren. Aber auch, ob die Menschen bereit sind, ihr überhaupt zuzuhören.

Das erste Konzert mit einem "Dirigenten, der zufällig eine Frau ist" - so Antonia Brico über sich selbst - war damals ein aufsehenerregendes Ereignis. Für uns heutzutage theoretisch total normal, auch wenn es immer noch eine Seltenheit ist, wenn eine Frau die Leitung eines Orchesters innehat. 

Es ist ein Roman über eine Frau, die hart arbeitete, um ihren Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen. Eine Frau, die aber nie ganz aus sich heraus kommen konnte, was ihrer fast schon gefängnismässigen Kindheit in der sie sich immer fügen musste, anzurechnen ist. So jedenfalls wirkt Antonia in "Die Dirigentin", mit der ihrer Landsfrau Maria Peters ein eindrücklicher Einblick in die starre Männer-Musikwelt der 20er, 30er und 40er Jahre gelingt. 

Doch nicht nur die Frage nach der Stellung der Frau, auch die allgemeine Toleranzfrage wird in einigen Figuren-Beispielen sehr gut eingearbeitet, teilweise fast ein wenig zu klischeehaft überzogen. Auch hier wieder vielleicht etwas zu komprimiert, aber die Leser*innen bekommen einen guten Eindruck der damaligen Zeit. So ist "Die Dirigentin" nicht nur für Klassik-Interessierte ein toller Roman.

Fazit: Spannende und interessante Geschichte über eine willensstarke Frau, die sich ihren Platz vor dem Orchester durch entbehrungsreiche Jahre erobert.
4 Punkte. 


Samstag, 1. August 2020

Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im August 2020

Heute am 1. August feiern wir in der Schweiz unseren Nationalfeiertag. Es ist heiss, 32°, aber bis vor drei Stunden wehte immerhin ein kleines Lüftchen, so dass es Mittags auf dem Balkon doch noch angenehm war. Ich bin froh, haben wir unsere kleine traditionelle Hausfeier auf Montag vorverlegt. Da war es wesentlich angenehmer draussen. 

Deshalb sitze ich jetzt auch wieder drinnen, aber nicht mehr lange vor dem Computer. Ich möchte meinen aktuellen Krimi, den neuesten Brunetti, "Geheime Quellen" noch auslesen, bevor ich nach dem Abendessen ein neues Buch beginne. Habe mir gerade in der Onleihe einige Krimis ausgeliehen - ja, ich weiss, so wird das nie was mit dem SuB-Abbau - aber ich hatte grad Lust darauf. Ausserdem hatte ich mir dort "Die Seidenvilla" vorgemerkt, das Ausleihdatum war auf März 2021 datiert und so staunte ich nicht schlecht, als ich gestern per Mail informiert wurde, dass es bereits schon erhältlich ist. Wollte damit eigentlich wirklich warten, um dann bei Gefallen alle drei Bände hintereinander zu lesen. 


Meine letzten Neuzugänge:

  



Heute ist dann auch ein vorbestellter neuer Roman bei mir eingetroffen: "Der Duft von weissem Burgunder". Hört sich nach einem schönen Spätsommerroman an. Den leg ich aber mal noch auf die Seite, denn es ist ja noch nicht Spätsommer und es warten vier Rezensionsexemplare, die in den nächsten Tagen, bzw. in 18 Tagen erscheinen, es handelt sich dabei um die ersten vier Cover:

Interessante Neuerscheinungen im August 2020:








Wie ihr seht, stehen im August auch einige Fortsetzungen an, der zweite Happy Ever After-Band, der dritte Teil der Kalifornischen Träume und der zweite Band der Cedar Cover-Reihe. Neben einigen historischen Romanen über bekannte Frauen, kommt Ende Monat auch schon der erste Weihnachtsroman 2020! "Eisblumenwinter" hört sich auch eher nach kühler Jahreszeit an. Der wäre vielleicht aktuell nicht schlecht um ein wenig abzukühlen, doch vielleicht passt er Ende August dann auch 😉 Ob ich "Der geheime Code der Frauen" lesen werde, glaube ich aktuell noch nicht. Es hört sich interessant an, aber ich befreie stattdessen lieber mal meine historischen Romane vom SuB.

Auf welche neuen und alten Bücher freut ihr auch im August?