Donnerstag, 25. Februar 2021

Top TenThursday 25.02.21 - Zehn deiner Lieblingsbücher von deutschsprachigen Autor*innen

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer). Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn deiner Lieblingsbücher von deutschsprachigen Autoren und Autorinnen


Blau und Beige sind die vorherrschenden Farben auf den von mir gewählten Büchern für die heutige TTT-Frage. Natürlich habe ich noch viele weitere Lieblingsbücher, vor allem auch im Bereich Krimi (Sophie Bonnet zum Beispiel), aber ich bleib heute bei den Romanen. Alle Romane sind aus den letzten paar Jahren. Mit Ausnahme von: "Verzauberter April" von Elizabeth von Arnim - erstens ein absolutes Lieblingsbuch seit 25 Jahren und die Story darin beginnt an einem grauen Februartag in London, und endet im frühlingshaften Italien. Grau ist es heute nicht, aber es war ja eher ein Ausnahme-Februar. Das Buch, wie auch die Verfilmung, lege ich euch gerne ans Herz. Aber auch die anderen neun Bücher - sie überraschen, gehen ans Herz, haben eine tolle und/oder aussergewöhnliche Story, sind eindrücklich, sprachlich superschön - einfach lesenswert!




 


Hier gehts zu den Rezensionen:
- Spätsommerfreundinnen von Andrea Russo  
- Die Zeit der Glühwürmchen von Patricia Koelle
- Der Geschmack unseres Lebens von Julia Fischer
- Die Lilie von Bela Vista von Sylvia Lott
- Leas Spuren von Bettina Storks
- Verzauberter April von Elizabeth von Arnim 

Nun bin ich gespannt auf eure zehn Lieblingsbücher deutscher Autor*innen! Bei mir waren es heute ausschliesslich Bücher von Autorinnen - hätte ich dazu noch Lieblingskrimis gewählt, wär auch die männliche Schreibzunft vertreten. Wie sieht das Verhältnis bei euch aus?


Mittwoch, 24. Februar 2021

Das kleine Hotel in der Provence von Marion Stieglitz (Auberge de Lilly 1)

Klappentext: 
Lilly glaubt nicht mehr an die Liebe, seit ihr Freund Jan sie von heute auf morgen sitzen gelassen hat. Um ihn zu vergessen, beschließt sie nach Südfrankreich zu ziehen und ein kleines Hotel zu eröffnen: nur für Single-Frauen! In der Provence angekommen, erweist sich die charmante Villa, die Lilly kurzentschlossen gekauft hat, als Bruchbude, und auch sonst scheint alles viel komplizierter als gedacht. Dann taucht auch noch der attraktive Antiquitätenhändler Olivier auf und wirbelt ihren Traum vom Single-Leben gehörig durcheinander.




Lilly will sich von einem Tag auf den anderen ihren Traum erfüllen, den von einem kleinen Hotel in der Provence. Die Gelegenheit muss sie beim Schopf packen, denn ihr Freund hat eine andere und jetzt hält sie nichts mehr in Rostock. 

Schnell findet Lilly ein altes Hotel, und erst noch in der Nähe ihrer Freundin Valeska, die in Südfrankreich verheiratet ist und eine sechsjährige Tochter hat. Zusammen renovieren sie das leerstehende Haus und verwandeln es in ein kleines Hotel, in dem nur Frauen zu Gast sein dürfen - von Männern hat Lilly die Nase voll. Erst wird sie von Noah in London stehen gelassen, dann von Jan verlassen. 

Aber Valeska will Lilly unbedingt mit dem charmanten Antiquitätenhänder Olivier verkuppeln. Bald hat Lilly auch noch seine Tante als Gast. Aber die Komplikationen gehen erst los, als eine englische Reisebloggerin sich für eine Woche im Hotel einnistet. 

Mich hat die Geschichte um Lilly und ihre Auberge wunderbar unterhalten. Den Duft von Rosmarin, Lavendel, Thymian und Jasmin hatte ich in der Nase und ich konnte mir die originell eingerichteten Themen-Zimmer (z.B. Edith Piaf, Jane Austen und Mary Poppins) gut vorstellen. In solch einem Zimmer würde ich auch gerne übernachten und ich könnte mich gar nicht entscheiden in welchem, also würde es auf mindestens eine Nacht in jedem der Zimmer hinaus laufen. 

Ein wenig unrealistisch ist die Story ja schon, denn die Renovation geht blitzschnell vonstatten. Aber der leichte Schreibstil von Autorin Marion Stieglitz und die positive Stimmung tragen einem von der ersten bis zur letzten Seite und dort ist man erstaunt, dass der Roman schon zu Ende ist. 

"Das kleine Hotel in der Provence" ist eine (Lese-)Reise wert, humorvoll und auch ein kleines bisschen romantisch. Lilly ist eine tolle Protagonistin, ihre Freundin Valeska bringt Lilly oft wieder auf den Boden zurück. Die kleine Paula ist ein Goldschatz und Marianne de Boyer bringt als x-mal-Verheiratete das Flair der grossen weiten Welt mit. 

Fazit: Lesen und sich wohlfühlen - das kann man mit dieser Geschichte perfekt.
4 Punkte.

Reihenfolge:
(Die Romane können unabhängig voneinander gelesen werden, es ist aber doch schöner, wenn man weiss, wie Lilly zu ihrer Hotel kam)
Band 1: Das kleine Hotel in der Provence
Band 2: Lavendeltage in der Auberge de Lilly

Dienstag, 23. Februar 2021

Der Horizont in deinen Augen von Patricia Koelle (Ostseetrilogie 3)

Klappentext:
Berlin, 1989: Die junge Architektin Ylvi lernt in der Mauerfallnacht den Gärtner Theo kennen. Eine Begegnung, die ihr Leben auf den Kopf stellt, denn sie ist verheiratet – und jetzt ist sie schwanger. Als ihre Mutter, die auf Teneriffa lebt, stirbt, findet sie in deren Hinterlassenschaft einen Brief ihres Vaters. Er ist eine Beichte und eine Bitte. Ylvi reist nach Ahrenshoop an der Ostsee, um endlich zu erfahren, wer sie wirklich ist.





Die Geschichten von Henny und Nicholas konnte man in den ersten beiden Bänden der Ostseetrilogie mitverfolgen. Jetzt fehlt nur noch eins der drei Bernsteinschiffe, jenes von Myra. 

Doch wo es ist, weiss keiner. Es scheint mit dem Tod von Myras Tochter Liv verschollen zu sein. Was aber niemand auf Ahrenshoop ahnt: schon bald werden die drei Schiffe und die Familien wieder vereint sein.

Was die Geschichte von der Berlinerin Ylvi, die in der Mauerfallnacht ihre Tochter Remona zeugte, mit der von Ahrenshoop zu tun hat, erzählt Patricia Koelle in "Der Hoizont in deinen Augen". 

Architektin Ylvi ist unglücklich verheiratet. Als sie einige Jahre nach Remonas Geburt wieder zu arbeiten beginnt, blüht ihre Liebe zu Gärten auf. Sie schiebt es auf die Sehnsucht nach Theo, ihrem Mauerfallbekannten. 

Jahre später, auf Teneriffa, wie schon so oft in ihrem Leben, gesteht ihr bereits vor Ylvis Mutter verstorbener Vater in einem Brief ein grosses Geheimnis. Ihre und Remonas Neugier sind gross, ebenso die der Leser, die nun unbedingt herausfinden wollen, was da alles dahinter steckt. 

Myras Leben war weitaus interessanter als ich bisher angenommen hatte. Auch sie hat geliebt, doch es sollte nicht glücklich enden und so trauert und wartet sie noch immer auf ein mögliches Zeichen ihrer grossen Liebe. Ihre Geschichte fand ich fast noch eindrücklicher als die von Henny und Nicholas. Die Bernsteinbeschwörerin Myra hat mich beeindruckt mit ihrer Genügsamkeit, auch wenn sie oft schroff rüber kommt.  

Am Ende wartet noch eine kleine Überraschung auf. Hier sieht man, wie gut die Autorin ihre Trilogie geplottet hat. Nichts überlässt sie dem Zufall und so gestaltet sich das Finale enorm stimmig und gipfelt in einem ergreifenden Lesegenuss. 
 
Fazit: Man fühlt sich beim Lesen zärtlich umarmt, es fühlt sich an, als ob sich Koelles Worte und Sätze wie ein weicher Wollschal um des Lesers Schultern legt. 
5 Punkte. 

Reihenfolge:

Samstag, 20. Februar 2021

Das Licht in deiner Stimme von Patricia Koelle (Ostseetrilogie 2)

Klappentext: 
Die tiefen Wellen des Meeres. Die leise Stimme der Sehnsucht. Die langsame Rückkehr zu dir. Tiryn wächst an der Küste Floridas auf. Wenn sie Kummer hat, lauscht sie am liebsten den Geschichten ihres Großvaters Nicholas. Er erzählt von seiner Heimat, dem schmalen Land an der fernen Ostsee. Und er schenkt ihr ein Bernsteinschiff, in dem Erinnerungen geheimnisvoll bewahrt sind. Bald wünscht sich Tiryn nichts sehnlicher, als an die Ostsee zu reisen. Doch ist es ihre eigene Sehnsucht oder die ihres Großvaters? Und wie wird man sie in Ahrenshoop empfangen, wo Nicholas als Verräter gilt? Das Meer selbst und ein Fremder mit hellen Augen, den sie am Strand trifft, drängen sie zu einer Entscheidung.

Tyrin lebt und arbeitet in Florida. Doch tief in ihr drin ist eine grosse Sehnsucht nach der anderen Seite des Meeres, nach der Ostsee, von der ihr Grossvater ihr immer erzählte und die sie selbst im Meer sieht. Wann ist der richtige Zeitpunkt für ihren grossen Traum, die Reise nach Ahrenshoop? Kann sie ihre Mutter einfach sich selber überlassen oder soll sie abwarten, bis diese wieder einen Job hat? 

Ungeduldig wie ich war, ging es mir fast zu lange, bis Tyrin sich endlich auf die Reise macht. Doch Autorin Patricia Koelle hat den perfekten Augenblick erwischt. 

Von Nicholas haben die Leser*innen des ersten Bandes schon gehört. Er ist der Verlobte von Henny, der von einem Tag auf den anderen plötzlich verschwand. Als es soweit ist und Tyrin in Ahrenshoop ankommt, wollen die Bewohner nichts von Tyrin wissen, da ihr Grossvater als Verräter gilt. Doch was es mit Nicolas Verschwinden auf sich hat, überrascht alle. 

Dieses Rätsel um ihn und Henny wird in diesem zweiten Band erzählt, während Tyrin sich mit Myra anfreundet und sich auf Naurulokki einnisten darf. Den geheimnisvollen Nebelmann Claas bekommt man öfters zu Gesicht als noch im ersten Band und Kapitän Flömer überzeugt erneut mit seinem ruhigen Wesen und seinen Worten. 

Tyrin mag den alten Kapitän und seine Weisheiten und möchte, genau wie in Florida, Schmuck aus Meerglas und Strandfundstücken kreieren, aber gerne auch Bernstein verwenden. Sie will die Magie des Meeres einfangen, vor allem aber will sie herausfinden, wie man Gedanken in Bernstein einschliesst. Seit sie das zweite Bernsteinschiff bekommen hat, ist sie fasziniert von der Idee und bringt es mit nach Ahrenshoop.

Doch die Geschichte ist noch nicht vollständig, es fehlt das dritte Bernsteinschiff und somit bin ich nun auf das Finale, das uns im dritten Band erwartet, gespannt. 

Fazit: "Das Licht in deiner Stimme" erzählt eine eindrückliche Geschichte aus der Vergangenheit, die in der Gegenwart seinen Frieden findet.  
5 Punkte. 

Donnerstag, 18. Februar 2021

Top Ten Thursday 18.02.21 - Zehn Buchreihen, die ich in diesem Jahr beginnen oder weiterlesen möchte

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer). Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtiteln, Buchcovern oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Buchreihen, die du in diesem Jahr endlich beginnen bzw. weiterlesen möchtest

Bei der heutigen Frage kann ich mich schamlos an meinen SuB halten:

Beginnen wollte ich schon letztes Jahr mit den Krimis von Alex Lepic (ein Pseudonym von Alexander Oetker). Ich hoffe, ich schaffe es im zweiten Halbjahr, dann passt nämlich auch "die stille Nacht" besser! 


Letztes Jahr habe ich Autorin Patricia Koelle entdeckt. Von der Ostseetrilogie hab ich die ersten beiden Bände gelesen, den dritten lese ich gerade, dann wäre diese Serie "geschafft". Die Inselgärten-Serie wird dieses Jahr abgeschlossen, da freue ich mich auf den dritten und letzten Band, der am 24. März erscheint. Gänzlich ungelesen, aber auf dem SuB wartend - aber ich denke, das sollte dieses Jahr klappen mit lesen - ist die Nordseetrilogie:


Dieses Jahr wird auch "Die Fotografin"-Serie von Petra Durst-Benning zu Ende gehen, *Finger kreuzen*. Ich habe erst den ersten Band gelesen, möchte die nächsten drei Teile sowie der bald erscheinende finale Band nun im 2021 zu Ende lesen. 


Letztes Jahr erschienen, aber die ersten zwei Bände der Herzbach-Serie von Janina Lorenz sind erst Anfang Januar auf meinem SuB eingezogen. Zwei weitere Bände erscheinen in diesem Jahr, ob ich die lesen werde, entscheidet sich nächste Woche, dann werde ich wissen, ob mir "Der kleine Ort zum Glücklichsein" und "Der kleine Chor der grossen Herzen" gefallen oder nicht.  


Ebenso wartend auf dem SuB befindet sich eine Trilogie von Heidi Swain: 


Dieses Jahr kommt eine neue Serie von Ella Thompson heraus, ich müsste aber erst mal die Lighthouse-Saga lesen:


Es ist komisch, denn ich dachte, ich hätte schon ganz viele Engelmann-Romane gelesen, doch ich hab in den letzen paar Jahren nur ganz wenige wirklich als gelesen notiert und deshalb wartet auf mich schon seit letztem Jahr: 


Die Firefly Lake-Serie von Jen Gilroy hab ich auf meine #12für2021-Liste gesetzt, damit sie dieses Jahr endlich gelesen wird. Die Cover mag ich schon mal sehr! 

 


Im September erscheint der letzte Band der "The Comfort Food Café"-Serie. Es ist aber der vorletzte Teil - der deutsche Verlag hat die beiden Bände umgestellt, so dass wir deutschsprachigen Leserinnen mit einem Weihnachtsband die Serie beenden. Ich bin skeptisch und mir noch nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Einige Infos fehlten nämlich, da merkte man sehr gut, dass ein Band übersprungen wurde. 



Und, Trommelwirbel, ich bin garantiert nicht die Einzige, die sehnsüchtig auf den letzten Band der siebenteiligen "Die Sieben Schwestern"-Serie von Lucinda Riley wartet. Die Corona-Pandemie ist schuld daran, dass die Autorin ihre Recherchereise 2020 nicht machen konnte und deshalb kam "Die verschwundene Schwester" nicht wie geplant im Herbst 2020 heraus, sondern erscheint dieses Jahr am 24. Mai. 




Bei mir kommen noch weitere Krimiserien dazu, von denen es dieses Jahr neue Bände gibt, aber bei den Romanen wars das in etwa mit Serien. Wie sieht es bei euch aus?










Mittwoch, 17. Februar 2021

Erdbeerversprechen von Manuela Inusa (Kalifornische Träume 4)

Klappentext:
Amanda hat mit ihrer Familie viele glückliche Jahre auf ihrer Erdbeerfarm nahe Carmel-by-the-Sea verbracht, bis ihr Mann Tom vor achtzehn Monaten verstarb und sie mit ihrer Tochter Jane zurückließ. Jane verkraftet den Verlust ihres Vaters nur schwer, und auch für Amanda ist es nicht leicht, ohne ihren geliebten Tom weiterzumachen und sich allein um die große Plantage zu kümmern. Als ihre beste Freundin vorschlägt, an einer Trauergruppe teilzunehmen, rafft Amanda sich endlich auf und hofft, auf diese Weise besser mit ihrem Kummer klarzukommen. Was sie allerdings nicht ahnt, ist, dass sie dort eine ganz besondere Begegnung machen wird. Und sie erinnert sich an ein Versprechen, das sie einst ihrem Mann gegeben hat.

Ich habe ein ganz grosses Problem mit dem neuesten Band der "Kalifornische Träume"-Serie. Es geht nämlich kaum um Amanda, wie der Klappentext vorgaukelt. Auch fast nicht um Carter, den Amanda in der Trauergruppe kennenlernt. Vielmehr dreht sich circa 75% des Romans um die Teenie-Töchter von Amanda und Carter. Um Jane und Samantha. 

Beide haben ein Elternteil verloren, Jane vor 18 Monaten ihren Vater und Sam vor drei Jahren ihre Mutter. Wie sie mit dem Verlust und der Trauer umgehen, könnte gegensätzlicher nicht sein. Während Jane sich gehen lässt und eine unbändige Wut auf ihre Mutter hat, ist Sam zu allen nett und angepasst. Nett zu praktisch allen Leuten, vor allem zu ihrer kleineren Schwester Astor; angepasst vor allem in ihrer Clique, in der sich die It-Schüler der Montgomery School tummeln, zum Beispiel Lacrosse-Stars und Cheerleaders. Sams Freund Jeremy gehört zum Lacrosse-Team, sie ist Cheerleaderin. Jane besucht dieselbe Schule, gehört seit letztem Jahr aber zu den Freaks der Schule, und hat nur zwei Freunde. Cal und Aiden, wobei Jane praktisch nur mit Cal abhängt. 

Als sich Jane und Sams Eltern sich daten, sind beide nicht begeistert. Es ist nicht der beste Zeitpunkt, denn beide Teenager leiden akut unter Liebeskummer. Ihre Eltern glücklich zu sehen, wenn sie selbst unglücklich sind und mehr denn je den zweiten Elternteil vermissen, ist schwer. 

Die beiden Teenagerstorys werden durch einige wenige Kapitel unterbrochen, in denen es um Amanda und Carter geht. Ihre Geschichte ging mir viel zu schnell, sie hat auch keinen Platz um sich zu entwickeln, weil sich sonst alles um die Teenie-D(r)amen dreht. 

Erzählt ist das Ganze sonst relativ okay, einiges war mir viel zu einfach gelöst und es waren einige Szenen dabei, die man hätte weglassen können. Die Sache mit Chino auf der Erdbeerfarm zum Beispiel. Zusätzliches Drama, das nirgends hinführte und für den Roman nichts tat. 

Aber ich hätte niemals damit gerechnet, einen Teenieroman vorgesetzt zu bekommen. Wenn ich sowas lesen will, bediene ich mich im Kinderzimmer im Bücherregal, oder geh in die Jugendbuchabteilung in den Buchhandlungen. Aber im "Frauenromanregal" würd ich nie vermuten, dass sich da ein Teenieroman versteckt, genauso wenig würde ich hinter einer Tofu-Verpackung Fleisch erwarten.

Daher ist und bleibt der beste Roman der Serie "Orangenträume", dort stimmt alles.

Fazit: Wer Jugendbücher gerne liest, ist gut aufgehoben mit "Erdbeerversprechen". Wer einen Frauenroman lesen will, muss zu anderen Romanen greifen. 
3 Punkte. 


Reihenfolge: 
(Romane können unabhängig voneinander gelesen werden)
Band 1: Wintervanille
Band 2: Orangenträume 
Band 3: Mandelglück
Band 4: Erdbeerversprechen
Band 5: Walnusswünsche (ET 20.9)

Dienstag, 16. Februar 2021

Der Blumenladen der guten Wünsche von Lena Hofmeister

Klappentext:
Der Geruch von Erde, das üppige Grün der Sansevieria und darüber das vertraute Aroma von Großmutters Lieblingstee. Der Blumenladen war früher Charlotte ein zweites Zuhause und ihr geheimer Zufluchtsort. Jetzt ist sie nach Sommerbach heimgekehrt, um das Geschäft zu übernehmen und den alten Zauber in den Blumenladen zurückzuführen. Der kauzige Gärtner Knut und die unzuverlässige Verkäuferin Sheela machen es Charlotte leider mehr als schwer. Aber als sie das alte Buch ihrer Großmutter findet und beginnt, Sträuße mit Botschaften in der Sprache der Blumen zu verkaufen, wendet sich das Blatt. Und mit einem Mal scheint es für Charlotte plötzlich Rosen zu regnen.


Eine Sansevieria kommt zwar im ganzen Roman nicht vor, jedenfalls nicht unter diesem Namen, aber dafür ganz viele andere Blumen und Pflanzen. Diese befinden sich im Blumenladen, der Charlotte von ihrer Grossmutter erbte. 

Als sie nach vielen Jahren Abwesenheit den Laden zum ersten Mal wieder betritt, kennt sie den Laden kaum mehr. Viel Grünzeugs, aber keine Schnittblumen stehen im Angebot. Der mürrische Gärtner Knut will diese nicht abschneiden und es scheint, er will sich überhaupt nicht von seinen Pflanzen, die er in der Gärtnerei hinter dem Laden zieht, trennen. Doch damit der Laden überlebt, muss mehr als nur Trauerflor verkauft werden. 

Charlotte sieht sich aber noch mit weiteren Problemen konfrontiert: eine Klausel im Testament besagt, dass Sheela nicht gekündigt werden kann. Diese scheint das auszunützen und erscheint nur zur Arbeit, wenn es ihr passt. Unpünktlich ist sie sowieso und wenn sie dann mal vor Ort ist, hängt sie am Handy. 

Um sich ein wenig von ihren Problemen abzulenken, sowie um andere Leute in Sommerbach kennen zu lernen, wird sie von Sarah, einer früheren Schulfreundin, mit der Charlotte noch lose in Kontakt war, zu deren Gartenpartys eingeladen. Auf solch einem Fest trifft Charlotte aus Sven, in den sie in ihrer Schulzeit verliebt war, doch sie bekam damals eine Abfuhr und nimmt ihm das immer noch übel. Die beiden freunden sich wieder an - auch Sven kam wieder retour, um den Weinhandel seines Vater zu übernehmen, so haben sie Gesprächsstoff und kommen sich wieder näher. 

Die Geschichte wird von Lena Hofmeister flüssig erzählt. Die beiden wichtigen Punkte im Roman, der Blumenladen und Sven, werden toll miteinander kombiniert. 

Es hätte aber noch viel Platz gehabt für mehr Tiefe, wie auch für mehr Details. Die Autorin hat sich einige Dinge also sehr leicht gemacht, es schrammt gerade noch knapp an der Oberflächlichkeit vorbei. Deswegen hätte ich mir ein bisschen mehr Auseinandersetzung bzw. Genauigkeit beim Beschreiben einiger Szenen gewünscht. 

Zum Beispiel beim Blumenladen. Denn der ist nicht einfach nur ein Blumenladen. Die Blumen und Topfpflanzen kommen aus der eigenen Gärtnerei, Charlotte muss also keine Blumen aus dem Blumengrossmarkt dazu kaufen, wie das normalerweise die meisten Blumenläden machen. Was ich auch gerne wissen würde, wo befand sich die Wohnung der Grossmutter? Oberhalb des Blumenladens? Und wo genau hat sich Charlotte eingenistet? Wie weit entfernt vom Blumenladen und wieso konnte sie die Wohnung der Grossmutter nicht übernehmen? 

Die Idee mit den Blumenbotschaften war mir nicht neu, davon hab ich schon in vielen Romanen gelesen, umgesetzt wurde sie hier nicht so ausführlich, aber ausreichend gut. 

Trotz meiner Kritikpunkte hat mich der "Der Blumenlanden der guten Wünsche" sehr gut unterhalten. Denn zwischen Dahlien, Kamillen und Weinreben fühlt man sich einfach wohl, und so hab ich Roman an einem Abend gelesen. 

Fazit: Ein schöner und gemütlicher Unterhaltungsroman. 
4 Punkte. 


Montag, 15. Februar 2021

Die Frau von Montparnasse von Caroline Bernard (MFzKuL 17)

Klappentext:
Paris, 1929: Die junge Simone will studieren – und schreiben. Dann begegnet sie Jean-Paul Sartre, Enfant terrible, Genie und bald ihr Geliebter. Sie schließen einen Pakt, der ihre Liebe und dabei sexuelle Freiheit sichern soll. Gemeinsam formulieren sie die Philosophie des Existenzialismus, sind der Mittelpunkt der Pariser Bohème. Doch ihren Traum vom Schreiben kann Simone nicht verwirklichen – die Verlage lehnen ihre Texte als »unpassend« ab. Und auch um die Beziehung zu Sartre muss sie kämpfen. Denn: Wie lässt sich eine große Liebe mit dem Streben nach Freiheit vereinbaren?



Sie wusste schon immer, dass sie nicht in die Fussstapfen ihrer Eltern treten will. Sie will denken, schreiben, unabhängig sein - was sich in ihren jungen Jahren erträumte, ging schlussendlich in Erfüllung und so wurde Simone de Beauvoir nicht nur die erste Frau, die in Frankreich Knaben in Philosophie unterrichtete, sondern auch Mitbegründerin des Existenzialismus und Gründerin des modernen Feminismus. 

Simone fand in den 20er und 30er Jahren keine Vorbilder für freie Frauen und entschloss sich, selbst ein Vorbild zu werden. Sie führte ein unkonventionelles Leben, hatte um sich ihre "Familie", eine Patchworkfamilie, die aus Freunden bestand. Doch bis es soweit kam, musste sie sich lange und gründlich überlegen, welches Leben sie führen will - und auch immer wieder hinterfragen. 

De Beauvoir steht anfangs zwischen drei Männern. Doch schnell war klar: keine Beauvoir ohne Sartre und umgekehrt. Sie waren sich extrem nah, sassen fast 24/7 aufeinander, lasen gemeinsam, sie redeten, diskutierten, schrieben - über Gefühle, über einfach alles. Nach dem Lesen von "Die Frau von Montparnasse" ist mir deshalb auch klar, wieso ich in meiner Erinnerung nur immer Fotos von diesem extravagantem Paar sah und nie Foto von ihnen alleine. 

Caroline Bernard erzählt extrem dicht von Simones Leben bis 1951 und lässt gefühlt nichts aus. Die Autorin schreibt auch über einen enorm wichtigen Teil in Simones Leben, nämlich über den Pakt, den Sartre und de Beauvoir geschlossen haben: ein unverheiratetes Paar zu sein. Erst mal für zwei Jahre, doch sie verlängerten diesen unromantischen Pakt immer wieder. Mit den Zufallslieben, die sie sich gestatteten, mussten sie lernen umzugehen. Ebenso wie sich diese auch zu erlauben, was Simone de Beauvoir erst schwer fiel. Für mich hörte sich dieser Pakt kompliziert an, denn er gab Simone zwar die Möglichkeit frei zu sein, zwang sie aber auch dazu, mit vielen Heimlichkeiten zu leben.

Die Autorin streicht in ihrem Roman deutlich heraus, dass Simone de Beauvoir in ihrem Denken und ihrer Philosophie sehr viel praktischer und menschlicher war als Jean-Paul Sartre. Emotionen gehörten dazu, Sartre blendete diese aus. 

Trotz aller Erfolge litt Simone de Beauvoir zeitlebens daran, dass Frauen als nicht selbstständig denken gesehen wurden. Dabei ist sie es, der Sartre so viel von seiner Philosophie verdankt. Und einmal mehr beweist sich, mögen einige auch noch so ein unkonventionelles Leben führen: Hinter jedem berühmten Mann steht eine starke Frau - die oft mehr zu sagen hat, als der Mann selbst. 

Fazit: Sehr interessante Romanbiografie über die grosse Denkerin Simone de Beauvoir, der eindrücklich zeigt, wie sie zu der Philosophin wurde, für die sie heute berühmt ist. 
4 Punkte. 



Reihenfolge der "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe"-Serie:
Band 1: Madame Picasso von Anne Girard - Eva Gouel
Band 2: Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich - Ida Chagall
Fiktionaler Zwischenband: Rendezvous im Café de Flore von Caroline Bernard
Band 3: Die Tänzerin von Paris von Annabel Abbs  - Lucia Joyce
Band 4: Die Malerin von Mary Basson - Gabriele Münter
Band 5: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly - Coco Chanel
Band 6: Die Muse von Wien von Caroline Bernard - Alma Mahler
Band 7: Die Dame in Gold von Caroline Trierweiler - Adele Bloch-Bauer 
Band 8: Marlene und die Suche nach Liebe von C.W. Gortner - Marlene Dietrich 
Band 9: Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly - Edith Piaf
Band 10: Die Malerin des Nordlichts von Lena Johannson - Signe Munch
Band 11: Frida Kahlo und die Farben des Lebens von Caroline Bernard - Frida Kahlo
Band 12: Die Diva von Michelle Marly - Maria Callas
Band 13: Grace und die Anmut der Liebe von Sophie Benedict - Grace Kelly
Band 14: Die Tochter des Zauberes von Heidi Rehn - Erika Mann
Band 15: Miss Guggenheim von Leah Hayden - Peggy Guggenheim
Band 16: Romy und der Weg nach Paris von Michelle Marly - Romy Schneider
Band 17: Die Frau von Montparnasse von Caroline Bernard - Simone de Beauvoir

Sonntag, 14. Februar 2021

Wie sagt man ich liebe dich? von Claudia Winter

Klappentext:
Für die gehörlose Maelys Durant wird ein Traum wahr, als sie ein Kunststudium in Paris beginnt. Doch dann erkrankt ihre Tante Valérie, und Maelys muss auf dem Montmartre Touristen porträtieren, um Geld zu verdienen. Dort macht ihr eines Tages ein geheimnisvoller Fremder ein erstaunliches Angebot: für eine stattliche Summe soll sie seinen Großvater in Lissabon malen. Maelys‘ Neugier ist geweckt, und sie begibt sich auf die Reise in die weiße Stadt am Tejo. Dort stößt sie auf die Spuren einer herzergreifenden Liebesgeschichte, die bis ins Paris der 1960er Jahre zurückreicht – und ahnt nicht, welch besondere Rolle sie selbst darin spielt.


Maelys und ihre Tante Valérie ist den Leserinnen bekannt aus "Die Wolkenfischerin", wo die Geschichte von Maelys Schwester Claire erzählt wird. Maeyls beeindruckte schon damals. Am Ende zog die begabte Künstlerin zu ihrer Tante Valérie nach Paris, um ein Kunststudium zu beginnen. 

Nachdem sie  aber vor kurzem eine zweifelhafte Beurteilung des Schulleiters bekam und etwa zeitgleich merkte, dass Valérie nach einem Armbruch nicht nur die Miete nicht mehr zahlte, lässt die gehörlose Maelys das Studium schleifen und arbeitet Mittags in einem Imbiss als Geschirrspülerin und zeichnet Nachmittags auf dem Place du Tertre Porträts von Touristen.

Genau hier entdeckt der Portugiese Eduardo Maelys - und wird dabei an eine andere junge Frau im senfgelben Mantel erinnert. Einige Wochen später denkt er noch immer an diese Begegnung zurück, und möchte, dass sein Enkel Antonio die unbekannte Frau in Paris sucht.

Schnell ist man eingetaucht in den Roman. Auch in jene, die von Valérie handelt, als sie noch ein junges Mädchen war und aus der Bretagne in die Grossstadt Paris zog. Ihre Geschichte ist sehr interessant und als Leser ist man gespannt, wie sie endet, auch wenn man es schon ahnen kann - was überhaupt nicht stört und dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Der Klappentext ist leider sehr vage, denn der Hauptteil der Story macht die Vergangenheitsgeschichte aus, und nicht diejenige von Maelys. 

Das macht aber gar nichts. Antonio und Maelys sind zwei tolle Charaktere, beide überaus sympathisch. Eduardo hingegen mimt den starrköpfigen Alten, der mich aber oft zum Lachen brachte. Valérie kommt in der Gegenwart aus Gründen nicht so sympathisch rüber wie 1966, als sie eine witzige und entdeckungsfreudige junge Frau war, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Butler Albio ist der allgegenwärtige Schatten, dem man viele Schmunzler verdanken kann. 

Mit am besten hat mir eine klitzekleine Szene gegen Ende des Roman, die kurz in Eduardos Kindheit blickt, gefallen. 

Ein klarer Minuspunkt ist leider das grässlich gelbe und nichtssagende Cover. Paris? Lissabon? Sieht man darauf nirgends. Ich vermisse die erste Fassung des Covers, auf dem durch die blauen Azulejos im Vordergrund und den Tejo im Hintergrund auf den ersten Blick klar ist, wo sich der Roman abspielt. Und wenn sich dann der Verlag für eine Verschlimmbesserung, total nullachtfünfzehn, entscheidet, kann ich nur den Kopf schütteln. Auch wenn es auf die beschriebenen Seiten hinter dem Umschlag drauf an kommt, muss für mich auch das Äussere mit dem Inhalt zusammen passen.

Für den Coverwechsel kann die Autorin zwar nichts, aber ich hatte aufgrund des langweiligen Covers monatelang absolut keine Lust den Roman zu lesen, auch wenn ich mir sicher war, dass die Geschichte mindestens genau so gut ist wie die bereits erschienenen Romane der Autorin.

Denn das ist er, der Roman mit dem schönen Titel "Wie sagt man ich liebe dich", in dem eine sympathische junge gehörlose Frau und eine kämpferische andere junge Frau im Vordergrund stehen, gepaart mit einer tollen, emotionalen Geschichte, die an zwei sehenswerten Schauplätzen - drei, wenn man die Bretagne mit zählt - angesiedelt ist. 

Fazit: Claudia Winter präsentiert einmal mehr ein wunderschönes Leseabenteuer, in das man so richtig versinken kann. 
5 Punkte. 





Samstag, 13. Februar 2021

Cottage mit Kater von Hermien Stellmacher

Klappentext:
Schwere Zeiten für die Krimiautorin Nora: die Mutter gestorben, der Lebensgefährte auf und davon. Da kommt ihr die Einladung in ein Cottage an der Küste Cornwalls gerade recht. Endlich alles hinter sich lassen, Spaziergänge durch leuchtend bunte Blumenwiesen, Sonnenuntergänge am Strand und in Ruhe schreiben – wunderbare Aussichten! Doch wieder einmal macht das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein kleiner Kater, den sie von einer Klippe rettet, weicht ihr fortan nicht mehr von der Seite. Immer wieder schmuggelt er sich heimlich ins Haus und wirbelt ihren Alltag durcheinander. Mit dem neuen Manuskript geht es auch nicht wie erhofft voran. Es ist zum Verzweifeln! Aber da ist noch Phil, der nette, gut aussehende Nachbar, der immer wieder seine Hilfe anbietet.


"Cottage mit Kater" begann gut, wurde aber immer belangloser. 

Nora zieht für einige Wochen nach Cornwall, um das Cottage eines Freundes zu hüten. Sie freut sich auf den Tapetenwechsel, den sie nach dem Tod ihrer Mutter so nötig hat. Als Autorin erhofft sie sich ruhige Schreibtage und viele gute Ideen. Aber die zu schreibende Geschichte hat ihre Macken und so lässt sich sich nur zu gerne vom kleinen Kater, den sie auf einer Klippe findet, ablenken. Und bald ist Nachbar Phil nicht mehr nur der helfende Schwerenöter, sondern der wandelnde Schreibratgeber und perfekte Koch. 

Die Story rund um Kater Smuggler, den Nora nach der Rettung an der Backe hat, ist süss, aber bei allem anderen hätte die Autorin die Tipps, die ihre Protagonistin zum Thema "Buch schreiben" bekommt, selbst beherzigen sollen. 

Es sind zu viele Baustellen (Kater, Phil, Buchprojekt, Trauer um ihre Mutter), die nicht gematcht haben. Am Ende des Romans weiss ich nicht, was uns die Autorin mit ihrer Geschichte erzählen wollte. Spannung ist keine vorhanden und so wirkt der Roman viel zu langweilig. 

Es las sich eher wie ein Erlebnisbericht einer Autorin, die erzählt, mit welchen Tücken sie beim Schreiben ihres Krimis zu kämpfen hat und die zeitgleich mit ihrer Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat. 

Fazit: Der Kater war das Beste an der Geschichte - aber das wars dann auch. 
3 Punkte. 

Freitag, 12. Februar 2021

Spätsommerfreundinnen von Andrea Russo

Klappentext:
Den alten Gasthof in ihrem Heimatort übernehmen und nur noch tun, was sie liebt: kochen und backen. In ihrer Jugend war das Jettes Traum. Aber dann hat sie studiert und ist in die Stadt gezogen, hat geheiratet und ihre wunderbare, inzwischen erwachsene Tochter bekommen. Als Jette jetzt erfährt, dass der Wirt des Gasthauses gestorben ist, fährt sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in den Ort in der Heide, um Abschied zu nehmen. Und plötzlich kehren all die Erinnerungen an damals zurück - und mit ihnen Gefühle, die Jette längst vergessen hatte.



Als Jette die Nachricht erreicht, dass ein väterlicher Freund aus Kindertagen verstorben ist, den sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat, fährt sie in ihr Heimatdorf und trifft auf frühere Wegbegleiter und viele Überraschungen. 

Seite für Seite erfährt man, was in Jettes Leben seit damals alles passierte und erlebt auch einschneidende Szenen aus ihren Kinder- und Jugendjahren mit. Dinge, die damals gesagt oder getan oder falsch verstanden wurden schweben im Raum und wollen, sollten zumindest, geklärt werden.

Alte Träume, neue Wünsche und neue und alte Freunde treffen aufeinander. Alle stehen sie mitten im Leben, sind mittlerweile in ihren frühen 50ern angekommen, in ihren Spätsommerjahren - somit passt der Titel wunderbar. 

Als Leserin fühlt man sich willkommen in der Geschichte, die Charaktere sind grösstenteils sympathisch und wirken echt. Der bereits bekannte flüssige Schreibstil von Andrea Russo (auch bekannt unter ihrem Pseudonym Anne Barns) kommt mit viel Wortwitz daher.

Viel Zeit sitzt man mit den Protagonisten in verschiedenen Küchen zusammen, lacht, trauert, streitet, wird nachdenklich und versöhnlich - gerne würde man das Dorfleben in Lünzen auch nach dem Ende der Story weiter begleiten. 

Fazit: "Spätsommerfreundinnen" ist ein authentischer und mutmachender Roman, der beweist, dass es mit ü50 noch lange nicht fertig sein muss mit sich Träume zu erfüllen.
5 Punkte. 

Donnerstag, 11. Februar 2021

Das Brombeerzimmer von Anne Töpfer

Klappentext:
Nora liebt das Zubereiten von Marmelade – am liebsten für ihren Ehemann Julian. Die beiden sind frisch verheiratet und noch so verliebt wie am ersten Tag. Doch dann erleidet Julian einen Herzinfarkt und stirbt. Noras Welt zerbricht. Eines Tages findet sie einen Brief: Er ist von Julians Großtante Klara. Kurz vor seinem Tod hatte Julian Kontakt zu ihr aufgenommen, um sie nach einem alten Familienrezept für Brombeerkonfitüre zu fragen. Er wollte seine Frau damit überraschen. Nora macht sich auf die Suche nach der Dame, die zurückgezogen in der Vorpommerschen Boddenlandschaft lebt. Sie findet einen verborgenen Marmeladenkeller voller Geheimnisse aus der Kriegszeit, und sie erfährt, wer Klara wirklich ist.


Nora trauert um ihren Eheman Julian, der jung und unerwartet verstorben ist. Sich aus der Trauer heraus zurück ins Leben zu kämpfen, fällt ihr extrem schwer. 

Im letzten Jahr hat sich bei ihr ein riesiges Marmeladen-Lager angesammelt. Jedesmal, wenn sie sich besonders traurig fühlte, hat sie Marmelade eingekocht. Überrascht wird sie von einem Brief von Julians Grosstante Klara, die selbst anscheinend auch sehr oft auf Vorrat einkocht. 

Spontan reist Nora zu Klara, wobei sie erst mit Julians Cousine Mandy spricht und sich mit ihr anfreundet. Der Tapetenwechsel tut Nora gut, sie hinterfragt ihre eigene Geschichte und taucht in Familiengeschichten von Julians und Klaras Familie ein und erlebt dabei so einige Überraschungen. 

Der Schauplatz an der Ostsee ist bezaubernd, da will man sofort hin. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen, der Strandweg, die kleine Siedlung, Noras Nachbarin mit ihrem Hund, das Kellerversteck und alles andere auch. 

Wie immer bei der Autorin Anne Barns/Andrea Russo, die hier unter dem Pseudonym Anne Töpfer schreibt, war ich schon auf der zweiten Seite direkt in der Story drin. Der Roman nimmt die Leserinnen gefangen von der ersten bis zur letzten Seite und enthüllt eine tragische Geschichte aus der Nachkriegszeit. Trotz all den traurigen Begebenheiten, die uns hier begegnen, wirkt der Roman keinesfalls düster, sondern bezirzt durch eine leichte, optimistische Stimmung. 

Ich hab "Das Brombeerzimmer" in kürzester Zeit ausgelesen, weil ich so gespannt auf das Ende war. 

Fazit: So schön! Eine emotionale, aber dennoch federleichte Geschichte, die man mit einem wohligen Seufzer beendet. 
5 Punkte.