Freitag, 6. März 2020

Wo das Glück zu Hause ist von Jenny Colgan

Klappentext:
Bibliothekarin Nina weiß genau, was ihre Kundinnen lesen sollten, was gegen Liebeskummer hilft oder Trübsal vertreibt. Doch als die Bibliothek geschlossen und Nina arbeitslos wird, helfen Bücher ihr auch nicht weiter. Oder vielleicht doch? Nina eröffnet ihre ganz besondere eigene Buchhandlung: Mit einem Bücherbus kutschiert sie durch die schottischen Highlands, um Leser mit Lektüre zu versorgen – nur um festzustellen, dass das Happy End im wahren Leben komplizierter ist als in manchen Romanen. Glücklicherweise gibt es da den zwar etwas mürrischen, aber dafür extrem attraktiven Farmer von nebenan, der sie aus so mancher Notlage rettet.   


Fast wie ein Märchen mutet Jenny Colgans neuer Roman an. Denn wo gibt es noch Züge, die nachts einfach irgendwo anhalten können ohne den Fahrplan minutiös einhalten zu müssen?

So ein bisschen Märchen und heile Welt vermittelt "Wo das Glück zu Hause ist" ja auch. Wenn man das Cover betrachtet, entdeckt man ganz viel - ein Bus, zwei Häuser, Schafe, Hügel, Bäume, Bücher und eine lesende Frau. Um all das geht es in der Geschichte. Wer sich wundert, was der Stempel "Happy ever after" auf dem Cover neben dem Titel soll: auch der passt dazu, denn Ninas mobile Buchhandlung wird so heissen. 

Doch bevor es soweit ist, muss Nina erst die ganze Neustrukturierung ihrer Bibliothek, in der sie in Birmingham arbeitet, durchlaufen. Sie ahnt, dass sie danach im neuen Zentrum keinen Job erhält. Auch zuhause in der WG läufts nicht gut - ihre vielen Bücher könnten die Decke zusammen stürzen lassen. Aber ihr kleines Auto ist bereits voller Bücher. Wohin damit? Sie sucht einen Bus, in dem sie für alle Bücher Platz hätte. So einen findet sie, doch der Bus steht in Schottland. Und der ist so gross, dass sie eine verwegene Idee hat: eine Bus-Bücherbuchhandlung, mit dem sie von Markt zu Markt fahren kann. 

Doch da Nina sich das Fahren mit dem Ungetüm noch nicht zutraut und auch ihre Bücher alle noch in Birmingham sind, mietet sie sich kurzfristig in die Ferienwohnung auf dem Hof von Bauer Lennox ein und gewöhnt sich ans Landleben. Natürlich gibt es einige Auf und Abs bis endlich alles so ist, wie Nina es sich wünscht.

Im Roman gibt es scheue, biestige, herzensgute, misstrauische, kratzbürstige, brummlige, romantische, hochnäsige, unsichere, gemütliche und einfach nur nette Charaktere. Leider werden die einen im Verlaufe der Geschichte links liegen gelassen, was ich sehr schade finde. Am Ende vermisste ich die einen oder anderen, da hätte ich zu jedem noch einige Sätze erwartet, um den Roman wirklich rund enden zu lassen. 

Und irgendwie hätte ich mir noch mehr "Baumszenen" gewünscht (die, die es schon gelesen haben wissen was ich meine) - ich fand diesen Schauplatz soooooo toll! - oder zumindest am Schluss eine Verbindung, denn wenn ich nun an den Roman zurück denke, erinnere ich mich vor allem an die Baumszenen (lasst euch überraschen!) und an Nina, wie sie auf den Stufen ihres Buses sitzt und aus ihrem Lieblingsbuch vorliest. 

Dennoch hat Jenny Colgan mit "Wo das Glück zu Hause ist" ein Wohlfühlbuch geschrieben, ein Buch für BücherliebhaberInnen. Und alle, die das Romantik-Gen in sich tragen, werden beim Lesen glücklich werden. 

Fazit: Märchenhaft anmutende BücherliebhaberInnen-Story.
4 Punkte.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis:
Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Verarbeitung deiner Daten durch Blogger/Google. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.
Um nervige und gehäufte Spam- und anonyme Kommentare zu verhindern, wird manchmal eine Sicherheitsfrage zu beantworten sein.