Mittwoch, 9. November 2022

Weihnachten in der kleinen Buchhandlung von Jenny Colgan (Happy Ever After 4)

Klappentext:
Als das Londoner Kaufhaus, in dem Carmen gearbeitet hat, kurz vor Weihnachten seine Pforten schließt, zieht sie widerstrebend zu ihrer Schwester nach Edinburgh. Sie soll dort eine kleine Buchhandlung übernehmen. Der Laden hat jedoch schon bessere Tage gesehen, es droht der Verkauf – wenn nicht ein Wunder geschieht.  Carmen will schon alles hinwerfen, doch dann lässt sie sich bezaubern: von den verschneiten Straßen der Stadt, vom Charme der altmodischen Buchhandlung – und von dem attraktiven Star-Autor, der dort plötzlich auftaucht. Ob die Magie der Weihnacht ein Wunder wahr werden lässt?


"Weihnachten in der kleinen Buchhandlung" gehört zwar zur "Happy Ever After"-Reihe, kann aber unabhängig von der Reihe gelesen werden. Gemeinsam haben sie nur die Buchhandlung und Schottland - und einige kurze Auftritte von Ramsay, einmal sogar mit den Jungs Patrick und Hari. 

Was könnte besser zur Adventszeit passen als eine Buchhandlung und einen anwesenden, aber doch abwesenden Besitzer, hier in der Gestalt von Mister McCredie, der lieber selbst die Bücher behält, als sie verkauft. 

Die Autorin stellt ihm Carmen zur Seite, die, nachdem sie ihren Job in einem Kaufhaus verliert, ein Jobangebot ihrer Schwester Sofia in Schottland missbilligend annimmt. Als Kurzwaren-Verkäuferin hat Carmen zwar keine Ahnung über die Arbeit in einer Buchhandlung, doch als sie eben jene betritt, sieht selbst sie, dass es kein Wunder ist, dass die Kunden fern bleiben. Mit viel Elan, aber trotzdem mit einem Groll im Magen gegen ihre Schwester, versucht sie das Beste aus der Situation zu machen und Schwung in den Laden zu bringen. 

Nicht nur in den Laden bringt sie Schwung mit, sondern auch ins gestylte Haus ihrer erfolgreichen Schwester Sofia, die schon immer ganz anders war als Carmen. Jene ist mit dem vierten Kind schwanger, der Ehemann gerade beruflich im Ausland, wird durch eine Nanny, die yogagestählte Studentin Skylar, mit den Kindern unterstützt. Chips essen kommt nicht in Frage und auch die Fernsehzeit ist für die Kids streng begrenzt, und was sie sehen wird sowieso von Skylar und Sofia zensiert. Für die beiden ist das kein Schwung, sondern Chaos, das Carmen verströmt. 

Da wundert es niemanden, dass Carmen sich in der Buchhandlung und deren Nachbarschaft in der Edinburgher Altstadt immer wohler fühlt. Sie freundet sich mit einem Dendrologen (Baumforscher) an, aber auch mit einem sehr speziellen Ratgeber-Autoren, deren Absichten Carmen schnell klar wird. Aber witzig ist der Typ halt doch!

Die schöne Geschichte um Carmen und die Buchhandlung wird durch das tolle Setting, das adventliche Edinburgh im Schneegestöber, unterstützt. Diesem Zauber kann man sich als Leserin kaum entziehen und nur zu gerne würde man durch die Strassen Edinburghs flanieren und sich eine heisse Schokolade gönnen und sich die Nase am Schaufenster von Carmens Buchhandlung platt drücken. Gefolgt von einem Besuch im Innern der Buchhandlung natürlich. 

Jenny Colgan hat eine tolle weihnachtliche Geschichte aufs Papier gebracht, humorvoll, aber auch mit vielen tiefergehenden Inputs. 

Den Hexenladen nebenan hätte es für mich nicht gebraucht, ein Dekoladen hätte meiner Meinung nach besser gepasst. Aber das ist ein Detail, das nicht so viel Raum einnimmt. Weniger zur Seite schieben konnte ich Okes Herkunft Brasilien und seinem Weltbild als Quäker, also seinem Glauben (den er dann doch nicht so richtig hat, sondern mehr traditionell so denkt weil er so aufgewachsen ist). Quäker und Brasilien passt für mich nicht zusammen, die Autorin hätte beides weglassen und ihn einfach nur einen Baumforscher sein lassen können. Colgan geht es mit seiner Herkunft wohl einfach nur um die Rituallosigkeit, doch das hätte sie sicher auch anders hinbekommen. 

Wenn man diese beiden Kritikpunkte zur Seite legt, ist es ein sehr schöner Weihnachtsroman, der mit seiner Atmosphäre und den unterschiedlichen Figuren überzeugt. Wer sich nach Schnee und Christkindlimarkt-Feeling sehnt, weil beides zu Weihnachten einfach dazu gehört, der muss sich "Weihnachen in der kleinen Buchhandlung" unbedingt schnappen und lesen. Damit man sich u.a. Mister McCredie in (vererbter, uralter) Rentierfellkleidung nicht verpasst - ich konnte ihn mir bildlich vorstellen, perfekter geht ein britischer Buchhändler-Weihnachtsmann nicht. 

Der beste Zeitpunkt um den Roman zu lesen ist im November, denn dann startet er auch. Und endet an Weihnachten rum, aber da verrate ich ja nicht etwas Überraschendes. 

Fazit: Weihnachtsatmosphäre in Edinburgh erleben? Spart euch das Flugticket und liest stattdessen diesen bezaubernden Roman. 
4 Punkte. 



Band 4: Weihnachten in der kleinen Buchhandlung (kann unabhängig gelesen werden) 

2 Kommentare:

  1. Hallo Anya,
    du hast einen sehr schönen Blog ♥!
    Mit dem Buch habe ich letztens auch schon in der Buchhandlung geliebäugelt. Ich habe bisher noch kein Buch der Autorin gelesen und finde es sehr schön, dass du hier schreibst, dass man es auch unabhängig lesen kann. Weihnachtsatmosphäre in Schottland ist einfach voll meins. Danke für die tolle Rezi!
    Ganz liebe Grüße, Steffi von
    https://steffi-liest.blogspot.com/

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    1. Hallo Steffi
      danke :-)
      Dann ist das Buch wirklich etwas für dich, und ein schöner Einstieg mit Colgans Bücher. Also nichts wie ab in die Buchhandlung :-)
      Liebe Grüsse
      Anya

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