Mittwoch, 30. September 2026

Lesemonat und Monatsrückblick September 2026


Es war noch immer sommerlich warm im September, heute wahrscheinlich zum letzten Mal mit 28°, doch es kühlte abends immerhin besser ab. Auffallend war das schnelle Eindunkeln am Abend, wohl aufgrund der extremen Hitze der Vormonate waren wir nicht darauf vorbereitet, dass eben schon September ist. 

Der Monat ging sehr schnell vorbei, es war immer etwas los. Es reichte für Treffen mit Freundinnen, und wie bereits im Vormonat war ich spontan nochmals auf dem See. 

Ende des Monats verbrachte ich einige Tage in Göteborg. Bin in jede Buchhandlung rein, die meinen Weg kreuzte und war sogar noch kurz auf der Buchmesse, die zeitgleich stattfand. Von weitem hab ich Louise Penny bei einem Talk gesehen, einen Tag später wäre dort Elizabeth George gesessen. Im Vergleich zur LBM und FBM ist die "Göteborg Bokmässan" klein, aber noch lauter. Nur im Kinderbereich war es wohltuend ruhig. Es gab nur eine Halle, in der sich Verlage etc. präsentierten. Ich kam mir in dieser Halle eher vor wie in einem Ramschladen, da die Bücher gar nicht schön ausgestellt wurden. Hauptsache gestapelt, egal wie. In der oberen Etage gab es zwei Lesungen-Bereiche, ein Restaurant und viele Konferenzräume, unten in der Halle gabs analog der LBM viele kleine Lesezelte, aber alles sehr eng zusammen gequetscht. 

Der Besuch dort lohnt sich also nicht, dafür aber der Besuch in der "Science Fiction Bokhandeln" Ich steh ja auch nicht auf SciFi, aber wenn ihr mal in Göteborg seid, müsst ihr da unbedingt rein, das ist ein Erlebnis! Daneben steht gleich der "The English Bookshop", da gibts haufenweise coole Stofftaschen und Karten, weiter hinten an der Ecke eine grosse "Ad Libris"-Filiale mit Strickcafé bzw. viel Wolle zum Kaufen, durch eine Türe geht es in ein herziges Café. In allen Buchhandlungen habe ich die Cover mit den unsrigen verglichen, einige gefielen mir besser, andere weniger gut. Aufgefallen ist mir, dass sie in keinem der Läden eReader verkauften. 
Das mit dem Bücher nicht schön präsentieren, ist mir auch in einigen Buchhandlungen aufgefallen, weshalb ich am letzten Tag einen Buchhändler angesprochen habe, ob das einen Grund hätte. Nö, hätte es nicht, man wolle wohl einfach alles auf den Tisch schmeissen, vielleicht sei das "just a Göteborg Thing". Ja, vielleicht - das passte jedenfalls genau zu meinem Eindruck von Göteborg. 


Trotz Reise habe ich wieder im normalen Bereich gelesen, es war alles dabei, wirklich alles von quasi null bis fünf Sterne. 

Null bzw. keine Sterne vergebe ich an "Weil ich Ruth bin", das war eine 464-seitige Pflichtlektüre, die ich freiwillig nie gelesen hätte und die keinen Spass machte. Die Autorin ist supernett, aber mit diesem Buch konnte ich gar nichts anfangen. 

Ich habe immer mehr - eigentlich habe ich den schon seit ewig, aber aktuell wieder vermehrt - den Verdacht, dass "literarische Lektüre" vor allem heisst "gefällt den allermeisten nicht, aber weil es unter diesem Label verkauft wird, muss man solche Titel lesen, besser gesagt, sie werden gelesen, obwohl den meisten Menschen viele dieser Bücher gar nicht gefallen, man diskutiert dafür dann drüber". Dann lese ich doch lieber normale Belletristik. Im besten Falle werde ich dabei gut bis sehr gut unterhalten und kann oft auch etwas dazu lernen. Mich ärgern und diskutieren kann ich auch im normalen Leben genug ;-) Das ist dann wohl so ein DACH-Ding: im englischsprachigen Raum gibt es diese E-Unterscheidung (das E steht für "ernste" Unterhaltung) weder in der Musik noch in der Literatur. Diese Leichtigkeit hätte ich gerne auch bei uns. 

Geärgert hab ich mich auch über das Ende von "Das Gurkerl". Den Schluss hab ich nicht wirklich verstanden, also schon, aber ich fand es unpassend. Nicht meine Art von Humor. 

"Die Lockvögel", der zweite Band der "Isabel Flores"-Reihe war nicht wirklich schlecht, aber es hätte auch besser sein können. Die Reihe werde ich weiterlesen, aber nicht rezensieren. 

Gelesen hab ich folgende 9 Bücher im September (plus zwei Reiseführer):

ohne Bewertung
- Weil ich Ruth bin von Julia Weber 

3 Sterne
- Das Gurkerl von Johanna Sebauer 

3.5 Sterne
- Die Lockvögel von Anna Nicholas (Isabel Flores 2) 


4 Sterne
- Wo der Wind von Liebe erzählt von Tanja Janz (Himmelsee 2) 
- Das kleine Landhotel in Portugal von Julie Caplin (Romantic Escapes 13) 
- Signora Commissaria und die Insel der Träume von Alexander Oetker (Signora Commissaria 4) 
- Silberküste von Alexander Oetker (Luc Verlain 10)



5 Sterne
- Unter Wasser von Tara Menon 
- Jae-yeons Reise ans Meer von Kim Ho-Yeon 


Meine September-Highlights waren ganz klar "Unter Wasser" von Tara Menon (und schaut euch mal das britische Cover an!) und "Jae-yeons Reise ans Meer" von Kim Ho-Yeon. Zu beiden werde ich noch eine Rezension schreiben. Bei den beiden Krimis bin ich mir noch unsicher, ob ich sie rezensiere oder nicht, das hängt von meiner freien Zeit im Oktober ab. 

Fast wären es zehn Bücher gewesen, denn ich habe Heike Abidis "Spätsommerglück" vom SuB befreit, da es passend für meine Reise nach Schweden war. Allerdings habe ich es erst auf dem Heimflug begonnen und ich bin gerade noch auf den letzten Seiten, vielleicht beende ich es noch heute Abend, sonst sicher morgen, aber ich werte es dann als Oktober-Buch. 

Apropos Oktober: eigentlich plante ich den diesjährigen Besuch der FBM schon letztes Jahr, doch aufgrund der nächtlichen Bauarbeiten, die in der FBM-Woche nicht stattfinden, dafür dann wieder die Woche darauf, hab ich mich ziemlich spontan entschieden, nicht an die FBM zu reisen. Was ich stattdessen mache, erfährt ihr dann im Oktober-Rückblick. 

Und wie war euer Lese-September? 




Freitag, 18. September 2026

Das kleine Landhotel in Portugal von Julie Caplin (Romantic Escapes 13)

Klappentext:
Nach einer Trennung wagt Rebecca einen Neuanfang in Portugal. In einem kleinen idyllischen Fischerdorf an der Algarve hilft sie in einem Boutique-Hotel aus. Hier im Schatten der Orangenbäume, umgeben von köstlichen Pastéis de Nata und dem Rauschen der Wellen will sie auf andere Gedanken kommen. Und schon bald wird sie verzaubert von den malerischen Farben der Natur, den romantischen Sonnenuntergängen und der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen um sie herum. Vor allem Felipe ist bemüht, Rebecca die schönsten Orte zu zeigen. Aber kann er auch ihr Herz heilen?



Rebecca ist die Cousine von Anna, bekannt aus "Das kleine Zuhause in Prag". Dort schon hat man ein wenig über Rebeccas Familiensituation gehört. Sie ist in den Brauerei-Mitarbeiter Will verliebt, doch als er ihr die kalte Schulter zeigt, nimmt Rebecca eine Stelle in Portugal an. In einem Landhotel soll sie Pilates-Lektionen unterrichten und daneben im Hotelbetrieb als Zimmermädchen arbeiten. Schon vor Arbeitsbeginn lernt sie Felipe kennen, gegen den sie zu einem spontanen Schwimmwettrennen antritt. 

Es sollte nicht ihr letzter Wettkampf sein und sie weiss es noch nicht - die Leserschaft allerdings schon - aber Felipe ist der Hotelchef. Bis sie dies herausfindet, vergeht einige Zeit, in der sie sich bereits mit Felipes Familie angefreundet hat.

Schnell knistert es zwischen ihnen, doch für beides soll es einfach was Zwangloses sein. Bald merken beide unabhängig voneinander, dass da doch mehr ist zwischen ihnen, beide müssen nun herausfinden, was sie wirklich vom Leben und der Liebe wollen. 

Während sie das tun, und dabei u.a. einige Ausflüge in die Umgebung und in die Hauptstadt von Portugal unternehmen, erfährt man viel über beide Charaktere und ihre Familien. Das Land tut Rebecca gut, sie reflektiert ihre Gefühle zu Will. Wars vielleicht doch nicht die grosse Liebe? Humor kommt durch, wenn der eben genannte und überspitzt gezeichnete Brite Will in Szene tritt: er schreibt Ratgeber, verhält sich aber völlig anders. 

Wie gewohnt, nimmt einen Julie Caplins Schreibstil schnell gefangen und sie erzählt ihre Geschichte auch dieses Mal flüssig und glaubhaft ohne unnötige Twists. Die Themen in "Das kleine Landhotel in Portugal" sind Umgang mit Trauer, schwierigen Familienverhältnissen, zudem wird das Thema dysfunktionale Beziehung leicht angerissen.

Würde ich mal wieder an die Algarve reisen, ich würde mir einige Tage in der Quinta do Mar gönnen (wenn es die real geben würde), damit ich die nette und quirlige Familie Rebelo kennenlernen könnten. Nur wird Ana, Felipes Cousine nicht da sein, da sie in Paris bei Nina's Patisserie arbeiten wird - soviel wird für den nächsten Band schon mal verraten. 

Fazit: Das Lesen dieses sehr gut unterhaltenden 13. Bandes macht grossen Spass und ist eine kleine Flucht aus dem Alltag. 
4.5 Sterne.



Reihenfolge:

Dienstag, 15. September 2026

Krimi: Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger (DC Smith 1)

Klappentext:
Nach einem internen Ermittlungsverfahren hätte man DC Smith bei der Polizei von Norfolk gern in Rente geschickt. Zu alt, zu eigensinnig, zu charakterstark befand man, doch Smith lebt für seinen Beruf und schert sich wenig darum, was seine Vorgesetzten gern hätten. Er bekommt einen Routinefall zugeteilt – der Unfalltod eines Siebzehnjährigen –, doch was sich da vor Smith eröffnet, ist nichts weniger als die Frage nach Recht oder Gerechtigkeit.





DC Smith ist ein Ermittler, der einen bemerkenswerten Spürsinn beweist und der, einmal angebissen, sich in einen Fall festbeisst.

So auch, als er bei seiner Rückkehr in den aktiven Dienst einen anscheinenden Unfall mit Todesfolge nur kurz überprüfen soll, um in ad acta zu legen. Die gerichtsmedizinische Assistentin Olive Markham jedoch findet eine merkwürdige Einkerbung auf einer Wunde, die auch DC Smith aufhorchen lässt.

Doch Smith muss aufpassen, dass er keine schlafenden Hunde weckt, insbesondere da ihm nur der neue Praktikant, Chris Walters, zu Hilfe steht. Smith beweist aber auch hier sehr viel Gespür, um ihn später so gut wie möglich zu schützen. 

Chris ist der Sohn eines ehemaligen Mitarbeiters von Smith, was er zuerst verheimlicht. Chris ist klug und kann vieles, was Smith nicht gerne mag: moderne Technik zum Beispiel. Smith schreibt seine Aufzeichnungen nach wie vor ins Notizbuch. Und das gleich doppelt: einmal in jenes im Büro und abends zuhause in Ruhe in das zweite Notizbuch - wahrscheinlich wird im dies eines Tages noch zugutekommen. 

Auf sein altes Team konnte Smith sich verlassen. Aber da er sich nach einem Einsatz, bei dem nicht alles nach Plan lief, zurückversetzen liess, ist nun seine ehemalige Mitarbeiterin DI Alison Reeve seine Vorgesetzte, zum Team gehören noch DC John Murray und Maggie Henderson. Smith's früherer Partner Paul Harrington hat sich gar in einen kleineren Ort versetzen lassen, doch hilft immer noch gerne, wenn er kann. Was damals genau passiert ist, erfährt man nur in Andeutungen, demzufolge hatte John Wilson, der mit etwa zwei Weggefährten eher Unwesen treibt, anstatt korrekt zu arbeiten, etwas damit zu tun. 

In diesem Fall ist es aber nicht Wilson, der Smith bei der Arbeit beschränken will. Andere "Organisationen" sind aufmerksam geworden, dass ermittelt wird. Denn der Unfalltod des 17jährigen Schülers ist quasi nur ein Nebeneffekt von etwas Grossem. Um was es tatsächlich geht, bröselt Autor Peter Grainger langsam und plausibel auf. 

Ich freue mich, dass in diesem Jahr gleich auch noch Band 2 und 3 erscheinen und man sich somit so richtig einlesen kann in diese neue Krimireihe. Im ersten Band wird ja immer das ganz Personal vorgestellt, weshalb die Kriminalfälle eher weniger Platz einnehmen. In "Ein unglücklicher Tod" ist es trotz viel Personal einigermassen ausgewogen. Dafür lernt man Smith recht gut kennen, auch dank Chris Walters Hartnäckigkeit. Man spürt, dass die beiden ein gutes Team abgeben werden, das Urgestein und der Grünschnabel. 

Die Reihe um DC Smith reiht sich ein in die britischen Krimiserien, bei denen die klassische Detektivarbeit im Vordergrund steht. 

Fazit: Dieser erste Band macht neugierig auf mehr von DC Smith und Chris Walters.
4 Sterne.



Reihenfolge:
Band 2: Gnade vor Recht (ET 23.09.26)
Band 3: Nach menschlichem Ermessen (ET 09.12.26)

Dienstag, 1. September 2026

Neuerscheinungen und Monatsvorschau September 2026


Endlich September!
 
Kann das bitte jemand dem Wetter sagen? Ich hätte endlich gerne Herbst und entsprechende Temperaturen. Um aufzuräumen, aber auch für gemütliche Lesestunden. Die Sommertassen werden Ende Woche durch meine Herbsttassen abgelöst, vielleicht merkt das Wetter dann auch, dass es wechseln könnte.

Herbstliche Titel habe ich keine gefunden, bzw. bereits im August gezeigt, dafür erscheinen praktisch alle Weihnachtstitel im September. Dazu mehr weiter unten, jetzt erst mal die saisonunabhängigen September-Neuerscheinungen: 









Neugierig bin ich auf "Ein ganz normales Wunder". Dies ist der einzige Titel, den ich unbedingt im September lesen möchte. Andere Titel wie zum Beispiel der dritte "Lindt & Sprüngli"-Band dürfen auch einziehen, aber da werde ich dann spontan entscheiden, wann ich die lesen werde. "Die drei Farben der Liebe", "Book Love", "Mord im Grand Alpine Hotel" und "Silberküste" könnten auch dabei sein :-)

Kommen wir zu den Weihnachtsbüchern, die im Laufe des Monats erscheinen werden: 






Bei den Weihnachtstitel dürfen jene von Caplin, Colgan, Swan und Morgan (kam schon im August raus) einziehen, bei den anderen entscheide ich spontan in den letzten zwei Monaten des Jahres.

Welche Neuerscheinungen dürfen im September bei euch einziehen?