Mittwoch, 28. März 2018

Liebe mit zwei Unbekannten von Antoine Laurain

Klappentext:
Laure und Laurent sind sich nie begegnet. Beide leben in Paris. Eines Morgens findet Laurent eine elegante Damenhandtasche - augenscheinlich gestohlen und achtlos weggeworfen. Die Tasche verrät ihm zwar nicht den Namen der Besitzerin, doch ihr Inhalt gibt einiges über sie preis: Fotos, ein altmodischer Spiegel, ein Roman mit Widmung des Autors und ein rotes Notizbuch, in dem die Unbekannte ihre geheimsten Gedanken und Träume festgehalten hat. Laurent ist fasziniert von dieser Frau, immer mehr verliebt er sich in ihre Gedanken. Also beschließt er, sich auf die Suche nach ihr zu machen. Aber wie soll er sie finden?



"Das rote Notizheft" liest sich schöner und spannender als der sperrige deutsche Titel "Liebe mit zwei Unbekannten". Denn "le carnet rouge" ist schuld, dass Buchhändler Laurent nicht von der geheimnisvollen lila Handtasche loskommt. Eigentlich möchte er deren Besitzerin finden, doch es fehlt eine Adresse. Einzig den Vornamen der Handtaschenbesitzerin findet er anhand eines signierten Romans in ihrer Tasche heraus. Der Tascheninhalt macht ihn neugierig auf die unbekannte Frau, die - was er nicht weiss - verletzt im Spital liegt. 

Wunderschön ist beschrieben, wieviel Mühe sich Laurent gibt, diese Frau zu finden. Immer mehr hat er das Gefühl sie aufgrund der Tasche bereits zu kennen und verliebt sich unbekannterweise. 
Auch wir Leser lernen Laure, so der Vorname der Frau, sehr gut kennen und mögen - obwohl sie physisch kaum anwesend ist. Sie ist nicht präsent und doch extrem nahe.  

Der Autor weiss mit Worten umzugehen und spielt mit ihnen. So heisst die unbekannte Frau Laure, ist Vergolderin (L'or = das Gold), und Laurent sucht nach ihr. Das schreit direkt nach einem Happyend zwischen den beiden fast 40-jährigen. Ob es eins gibt, müsst ihr selbst herausfinden. Ich garantiere euch, jede einzelne Zeile ist lesenswert.

Denn auch die Details werden liebevoll erzählt, zum Beispiel die Geschichte mit den Fensterläden der alten Frau. Die Szenen mit den Nebenfiguren wie Laurents Tochter Chloé oder Laures Chef sorgen für einige Schmunzelmomente und viel Wohlfühlambiente.

Wer die fabelhafte Welt der Amélie mag, mag auch diese hoffnungsvoll melancholische Erzählung. 

Fazit: Auf eine feine Art bezaubert die Geschichte den Leser. Sie gibt sich verträumt, ruhig und erwachsen und besticht mit dem durch und durch französischem Charme.
4.5 Punkte.

Kommentare:

  1. Von dem gleichen Autor habe ich "Der Hut des Präsidenten" gelesen, das hat mir auch sehr gut gefallen. Fürchterlich, dass die in den deutschen Titel immer noch dringend was mit "Liebe", "Herz" und "Glück" einbauen müssen, oder? Das Buch liegt auf alle Fälle schon auf meinem Onleihe-Merkzettel!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Domic
      ja, deutsche Titel sagen oft gar nichts zum Buch aus, oder tönen wie dieser hier nicht überzeugend. Anhand vom Titel hätte ich mir das Buch im Laden nie nur in die Hände genommen. "Der Hut des Präsidenten" hat mir auch super gefallen, die Rezension dazu folgt noch. So schade, vom Autor hab ich bisher alle auf deutsch erschienenen Bücher gelesen, jetzt muss ich warten, bis ein Neues kommt :-)
      LG und schöne Ostern
      Anya

      Löschen

Hinweis:
Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass der von dir geschriebene Kommentar und die personenbezogenen Daten, die damit verbunden sind (z.B. Username, E-Mailadresse, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an den Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.