Freitag, 25. Oktober 2019

Frida Kahlo und die Farben des Lebens von Caroline Bernard (MFzKuL 11)

Klappentext:
Mexiko, 1925: Frida will Ärztin werden, ein Unfall macht dies zunichte. Dann verliebt sie sich in das Malergenie Diego Rivera. Mit ihm taucht sie in die Welt der Kunst ein, er ermutigt sie in ihrem Schaffen – und er betrügt sie. Frida ist tief verletzt, im Wissen, dass Glück nur geborgt ist, stürzt sie sich ins Leben. Die Pariser Surrealisten liegen ihr genauso zu Füßen wie Picasso und Trotzki. Frida geht ihren eigenen Weg, ob sie mit ihren Bildern Erfolge feiert oder den Schicksalsschlag einer Fehlgeburt hinnehmen muss – doch dann wird sie vor eine Entscheidung gestellt, bei der sie alles in Frage stellen muss, woran sie bisher geglaubt hat. 



Frida Kahlo war eine aussergewöhnliche Künstlerin, deren Leben mir im Film "Frida" näher gebracht wurde. Eigentlich dachte ich, das wäre erst vor einer Handvoll Jahren gewesen, doch tatsächlich lief der Film mit Salma Hayek als Frida im Jahre 2003 und heimste einige Filmpreise ein. 

2019 erzählt uns nun Caroline Bernard Fridas Geschichte, einige der Hintergrundinfos stammen wie auch beim Film aus Hayden Herreras Werk. "Frida Kahlo und die Farben des Lebens" beginnt im Jahr 1925, als Frida - kaum von der Kinderlähmung genesen - einen schrecklichen Unfall überlebte und endet mit dem Epilog im Jahre 1953, ein Jahr vor Fridas Tod. 

Fridas Leben war von Schmerzen begleitet. Auf ihrem Krankenbett begann die talentierte junge Frau, die gerne weiterhin die Kunstschule besucht hätte, sich das Leben schön zu malen. Ihre - meist kleinen - Gemälde sind farbenfroh, genau wie Frida selbst auch auftrat. Sie versuchte ihren durch Krankheit und Unfall deformierten Körper in weiten und farbigen Röcken, sowie liebevollen Details wie Bändern oder Blumen zu verstecken. Erst auf den zweiten Blick sieht man, was hinter der ganzen Farbenpracht steckt, bei ihr selbst und auch in ihren Bildern. Politik, Gerechtigkeit, Tradition, Frauen, Kultur, Liebe - das waren die Themen, die Frida interessierte, in ihrem Leben tragende Rollen spielten und die sie in ihren Bildern darstellen wollte. 

Nicht nur Fridas Leben und Leiden konnte mir die Autorin in allen Belangen näher bringen. Auch das damalige Weltgeschehen aus mexikanischer Sicht zu sehen, fand ich spannend. Frida und ihr Mann Diego reisten einige Male in die USA, Frida später auch nach Europa. Frankreich und Amerika mal aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten war sehr erfrischend.

Caroline Bernard vermittelt in ihrem Roman einen wahnsinnig intensiven Eindruck von dieser faszinierenden Mexikanerin, die all ihre Träume begraben und sich neu orientieren musste, die gerne provozierte und mit jeder Pore ihres Körpers liebte, lachte, weinte, träumte, litt, lebte und malte. Beim Lesen fiebert man mit Frida richtig mit und hofft, dass sie ihr Leben trotz allen Rückschlägen und Schmerzen tatsächlich derart auskosten konnte wie in Bernards Geschichte beschrieben. 

Fazit: Unglaublich intensiver und farbenprächtiger Roman über eine eindrückliche Künstlerin - absolut lesenswert!
5 Punkte.



Der Roman gehört zu der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe". Erschienen sind bisher folgende Bücher:


Band 1: Eva Gouel  -  Madame Picasso von Anne Girard
Band 2: Ida Chagall  -  Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich
Fiktionaler Zwischenband:    Rendezvous im Café de Flore von Caroline Bernard
Band 3: Lucia Joyce  -  Die Tänzerin von Paris von Annabel Abbs
Band 4: Gabriele Münter  -  Die Malerin von Mary Basson
Band 5: Coco Chanel  -  Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly
Band 6: Alma Mahler  -  Die Muse von Wien von Caroline Bernard
Band 7: Adele Bloch-Bauer  -  Die Dame in Gold von Caroline Trierweiler
Band 8: Marlene Dietrich  -  Marlene und die Suche nach Liebe von C.W. Gortner
Band 9: Edith Piaf  -  Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly
Band 10: Signe Munch  -  Die Malerin des Nordlichts von Lena Johannson
Band 11: Frida Kahlo  -  Frida Kahlo und die Farben des Lebens von Caroline Bernard
Band     : George Sand  -  George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert
Band 12: Maria Callas  -  Die Diva von Michelle Marly (erscheint am 17.02.2020)

Kommentare:

  1. Liebe Anya,

    mir hat das Buh auch so gut gefallen!
    Ich habe dich bei mir mit verlinkt :)


    Liebe Grüße Anett.

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    1. Hallo Anett, danke vielmals fürs Verlinken! Ich hab ja schon über Instagram mitbekommen, dass dir Frida Kahlo auch so gut gefallen hat.
      Ich lese jetzt ja gerade George Sand, vielleicht ist das auch was für dich? ;-)

      Liebe Grüsse
      Anya

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  2. Ich bin ja so fazsiniert von Frida Kahlo. Diese Frau, diese starke Persönlichkeit. Und das Buch habe ich mir notiert. Danke für diese wundervolle Rezzension.

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  3. Liebe Anya,

    den Roman lese ich gerade und bin fasziniert von der gut erzählten Geschichte, dem schweren Schicksal und dem Kampfgeist dieser Künstlerin. Bisher wusste ich nur Eckdaten von Frida, nun meine ich sie regelrecht zu kennen.

    LG Barbara

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