Montag, 25. Juni 2018

Krimi: Major Jules Gabin von Jean Jaques Laurent (Elsässer ...)

Frankreich-Krimis gibt es mittlerweile viele. Die meisten davon sind in der Provence oder der Bretagne angesiedelt. Das Elsass ging bis vor zwei Jahren leer aus, doch 2016 erschienen gleich zwei neue Serien - und beide spielen im Elsass. Eine der Serie spielt in Eguisheim, geschrieben von Jules Vitrac und schon auf meinem Blog vorgestellt. Die zweite Serie spielt im fiktiven Rebenheim, der Autor ist Jean Jaques Laurent. Beide Serien wurden von deutschen Schriftstellern verfasst, doch beide schreiben unter einem französisch klingenden Pseudonym.

Heute stelle ich euch die Serie von Jean Jaques Laurent vor. Sein Ermittler ist Major Jules Gabin. Der neue Polizeichef stammt von der Atlantikküste, nahe La Rochelle und wollte weg. Weg von einer Beziehung, die ihn einengte und in der er schon lange nicht mehr glücklich war. So ganz neu im Elsass muss er sich erstmal mit der anderen Küche, der unterschiedlichen Mentalität und anderen Eigenarten der Elsässer herum schlagen. Rebenheim hat eine Stadtmauer mit zwei Stadttürmen, unter den Einheimischen haben die Gasen entlang der Stadtmauer Namen der besten Weine bekommen - das ist nicht ganz einfach als Neuzugezogener.

Jules kommt für die ersten zwei Bände in der Auberge de la Cigogne unter, Wirtin Clotilde nimmt ihn unter seine Fittiche und gibt ihm Nachhilfe in Elsässisch und viele Tipps. Doch bevor er überhaupt sein Zimmer beziehen kann, wird er schon zum ersten Mord gerufen. Und er dachte, Rebenheim sei ruhig.

So hat er gar keine Zeit um richtig anzukommen und seine Mitarbeiter in Ruhe kennen zu lernen. Auf der Gendarmerie nationale arbeiten der Gendarm François Kieffer und Adjutant Alain Lautner, die beide ein wenig arbeitsscheu sind, um es mal nett auszudrücken. Charlotte Regnier ist die gute Seele des Polizeipostens. Untersuchungsrichterin Joanna Laffargue aus Colmar hat bei den Ermittlungen auch jeweils ein Wörtchen mitzureden.
Mit der hiesigen Arbeitsmoral hat Jules seine Mühe, und er nervt sich, dass die Polizisten untereinander Elsässisch reden und er nichts davon versteht. 


Jules lernt im Laufe der Ermittlungen im ersten Band viele Einheimische kennen, die auch in den nachfolgenden Büchern vorkommen. Die wichtigsten sind sein Vorgänger Lino Pignieres und Journalist Vincent le Claire. Um sich unter die Leute zu mischen und Kontakte zu knüpfen, beginnt Jules Boule zu spielen und fährt bei der örtlichen Radsportgruppe mit.

Wie es beim ersten Band einer neuen Serie so ist: die Fälle stehen meistens noch nicht so im Vordergrund, denn die Crew muss sich erst einarbeiten oder zumindest vorgestellt werden. So auch hier, doch einem ersten Band verzeihe ich es noch, wenn die Vorstellung auf Kosten der Ermittlungen gehen. 

Mich störte in den ersten drei Büchern zwei andere Dinge enorm:
Erstens, dass Jules auf Dinge hingewiesen wird, die anno dazumal in Rebenheim geschahen und zu einem Geheimnis hoch stilisiert wurde. Die Auflösung dieses Geheimnisses erfolgt erst im dritten Band. 

Zweitens benehmen sich Jules Mitarbeiter, insbesondere François Kieffer, nicht sehr kollegial und extrem arbeitsscheu. Sie haben null Elan und müssen auf alles hingewiesen werden. Extraschichten einlegen, wie es zur Polizeiarbeit gehört, wollen sie nicht, sondern werden frech, wenn sie dazu aufgefordert werden. Selbst zu denken und selbst die Initiative ergreifen kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Jules schaut dem Treiben zu und sagt nichts, ärgert sich bloss. Im ersten Band konnte ich noch darüber hinwegsehen, doch danach hat er sich eingearbeitet und hätte längst ein Machtwort sprechen müssen. Doch nein, selbst im vierten Band tanzen sie ihm noch auf der Nase herum.

Diese beiden Beispiele wirken sehr unglaubwürdig und langweilig auf mich. Hätte ich nicht die ersten beiden Bücher miteinander gekauft, sondern nur den ersten Band, ich hätte die Serie nicht weitergelesen. Doch auch im zweiten Band tat sich nichts, aber es wurde zumindest bekannt gegeben, dass diese eine geheime Sache im dritten Band endlich aufgelöst wird - da hab ich ihn dann auch noch gelesen, um zu erfahren, ob das jetzt wirklich so ein grosses Ding war. War es natürlich nicht wirklich. Aber die Serie hat mir ab dem dritten Band angefangen zu gefallen, sie wächst nun aus den Kinderschuhen heraus. 

Zum vierten Band habe ich eine Rezension geschrieben, ich verlinke sie hier in den nächsten Tagen, wenn sie online geht. Schade, dass das Cover nun verändert wurde. Ich vermisse vor allem den verbindenden Storch ("Cigogne"), der zu Rebenheim passt. 

Kennt ihr die Serie um Major Jules Gabin? Habt ihr bis zum vierten Band durchgehalten?


Band 1: Elsässer Erbschaften
Kaum hat Major Jules Gabin seinen neuen Posten im Elsass angetreten, herrscht Unruhe in den verschlafenen Fachwerkgassen von Rebenheim. Vor der mittelalterlichen Stadtmauer wurde eine junge Frau erschlagen. Was wollte die Lokalreporterin auf dem brachliegenden Weinberg? Wurde sie zufällig zum Opfer, oder war sie einer brisanten Story auf der Spur? Während seine alteingesessene Herbergsmutter noch versucht, ihn an Flammkuchen und Silvaner zu gewöhnen, hat Gabin bereits einen ersten Verdächtigen ausgemacht. Doch die Wurzeln des Verbrechens liegen tief in der Geschichte der Region verborgen.




Band 2: Elsässer Sünden 
Ein Brandstifter hält ganz Rebenheim auf Trab. Bisher fielen nur leer stehende Häuser den Flammen zum Opfer, nun jedoch auch ein Mensch. War es ein tragischer Unfall oder mörderische Absicht? Gabins Ermittlungen führen ihn zu Bernadette. Die ehemalige Weinkönigin wurde bei einem Autounfall so schwer verletzt, dass sie seither entstellt ist. Sie hätte ein starkes Motiv, denn der Tote befand sich damals in dem Unfallwagen. Aber sie hat auch ein wasserdichtes Alibi. Und noch etwas anderes bereitet Gabin Kopfschmerzen: Lilou, seine Freundin aus dem fernen Royan, hat ihren Besuch angekündigt. Was passiert, wenn sie auf die hübsche Untersuchungsrichterin trifft, die Gabin mehr als einmal geküsst hat?



Band 3: Elsässer Versuchungen
Seit einem Jahr leitet Major Jules Gabin die Gendarmerie in dem beschaulichen Städtchen Rebenheim mit Erfolg. Nur als ein Toter am Ufer des Rheins angeschwemmt wird, interessiert ihn das zunächst herzlich wenig, denn der Fluss liegt nicht in seinem Zuständigkeitsbereich. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass das Opfer zuletzt Gast in der hiesigen Pension Auberge de la Cigogne gewesen war. Und damit nicht genug: Der Deutsche, ein Geologe, verfolgte eine heikle Mission – er suchte im Elsass, in dem sich eigentlich alles nur um Wein und Kulinarisches dreht, nach Goldvorkommen. Wurde das Opfer aus schnöder Habgier umgebracht? Major Gabin hat da so seine Zweifel.



Band 4: Elsässer Verfehlungen 
Eigentlich hat Major Jules Gabin, Leiter der Gendarmerie im beschaulichen Weinort Rebenheim, gerade überhaupt keine Zeit für dienstliche Belange: Denn seine Ex-Freundin Lilou sitzt im Vorzimmer der Wache – mit einem unübersehbaren Babybauch. Sollte er etwa der Vater sein? Doch die Pflicht ruft: In einer Vogesenhöhle wurde der Leichnam des Rebenheimers Richard Jardin aufgefunden, der bei einer Kletterpartie im Untergrund abstürzte und sich das Genick brach. Die Retter melden Zweifel am Unfalltod des versierten Hobbyhöhlenforschers an, und tatsächlich stößt Major Gabin auf Hinweise, die auf einen perfiden Mord hindeuten.


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