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Montag, 17. April 2017

Sonst so am Ostermontag 17.04.2017


Letzte Woche habe ich es angekündigt und heute ist es nun soweit:
Meine neue Rubrik "Sonst so?" ist geboren!

Mein Blog ist ja eher ein Rezensionsblog als ein über-Bücher-plaudern-Blog. Dennoch hatte ich manchmal den Wunsch ein bisschen über Gelesenes oder Aufgeschnapptes zu plaudern, plus ein paar Verlinkungen hie und da, doch wie sollte ich das noch unterbringen? Meist wären es ja doch nur ein paar Gedankengänge und nicht riesenlange Texte und nur dafür extra einen Blogeintrag war mir irgendwie zu suspekt. Ich stellte mir eher einen Sammelpost vor. Also hab ich Ende letzten Jahres angefangen unterhalb den Montagsfragen-Posts ein paar Sätze zu schreiben, angekündigt mit der Frage "Und sonst so?". Das war gut für Ankündigungen oder andere kurze Mitteilungen, aber eben noch nicht das Richtige. Es sollte eine eigene Rubrik werden und nicht im Zusammenhang mit einer Aktion - oder eine Aktion wie zum Beispiel die Montagsfrage könnte darunter noch Platz finden - doch dazu fehlte mir ein passender Titel. 

Was hab ich mir seit Januar nicht alles überlegt, nur um kurz darauf alles wieder zu verwerfen, weil die Titel schon in anderen Blogs vorkommen oder zu lang wären oder zu Schweizerdeutsch oder nicht treffend. Schlussendlich habe ich mich für die kurze Frage, ableitend vom jetzigen "Und sonst so" für "Sonst so?" entschieden. In der Schweiz ist die Frage "(und) susch (so)?" allgegenwärtig, manchmal reicht schon einfach "susch?" aus. Oft kombiniert mit "und" oder "so" oder mit beidem, gerne auch mit "no öppis". Was auf gut Hochdeutsch im Einzelhandel oder Service "Willst du noch etwas?/Darfs noch etwas sein" und im restlichen Alltagsleben ein "Was ist noch?" bzw. "Was wolltest du noch sagen?" meint. Und dann sind wir bei dem angelangt, was ich möchte, nämlich eben no öppis sägä, imfall. Das imfall ist im Fall auch so ein Schweizer Wort, das sich nicht übersetzen lässt. Das hatte ich auch mal kurz im Sinn, aber es könnte leicht falsch verstanden werden. Und deshalb bleibe ich bei "Sonst so?". Ein Logo dazu hab ich auch bereits gestaltet, aber ich bin noch nicht zufrieden damit, es könnte sich also noch ändern in nächster Zeit. Aber nun warte ich erst mal auf besseres Licht um neue Fotos zu machen. Wer den Wetterbericht gesehen hat, weiss, das dauert noch...
"Sonst so" wird übrigens nicht nach einem fixen Plan veröffentlicht. Wahrscheinlich öfter mal an einem Montag, aber sicherlich auch an anderen Wochentagen.

Über Ostern war ich viel unterwegs, ergo auch oft am Lesen. Natürlich wie immer auf meinen Readern. Ich liebe meine guten Seelen und gebe die nie mehr her. Aber es gibt ja immer noch ganz viele Leute die sagen "ich lese nur Print-Bücher, ein eReader kommt mir nicht ins Haus". Manche davon tun dies recht vehement und so konnte ich mich kaum mehr auf dem Stuhl halten vor lauter Lachen, als ich Pergamentflugzeuge durchs Fenster werfen von Bücherverschlingen gelesen habe. Ein herrlicher Vergleich! 

Apropos eReader, auch beim Sketch von den Knallerfrauen gibts was zu lachen. 

Meine Reader hab ich mir ja angeschafft, weil meine Ferienkoffer permanent überfüllt waren - mit Büchern. Und auch die Bücherregale hatten keinen Platz mehr, mein Nachwuchs liest genau so gern und fast noch mehr als ich. Im Kinderzimmer war letzte Woche deshalb eine Kinderbuchregal-Aufräumaktion angesagt. Als Kind wächst man nicht nur aus den Schuhen, sondern auch alle paar Jahre aus seinen Büchern raus. Alle Bücher, die meine Tochter behalten wollte, blieben im Regal, der Rest kam raus zum Durchsehen. Ich dachte mir dies sei eine Sache von maximal 30 Minuten. Falsch gedacht, denn jedes herausgenommene Buch und jede Kinderzeitschrift wird seither nochmals gelesen und erst dann entschieden, ob es noch bleiben darf oder nicht. Da nimmt es jemand sehr genau ;-)

Diese Woche wird sie hoffentlich noch Zeit finden, alles durchzusehen. Schliesslich sind jetzt Schulferien. Doch da wir Nachmittags jeweils weg sind, wird es vielleicht doch knapp. Knapp wird auch meine Zeit sein, wahrscheinlich werde ich es nicht schaffen, endlich meine drei ersten Bücher der Green-Mountain-Serie zu lesen plus meine Reiseführer. Heute in einer Woche bin ich für einige Tage im Ausland - darauf muss ich mich noch vorbereiten. 


Nun wünsche ich euch erstmal einen schönen Ostermontag und bis bald wieder!
Eure Anya






Donnerstag, 7. September 2017

Sonst so? am 07. September 2017

  
Guten Morgen

Endlich mal wieder ein "Sonst so?"-Post. Dieses Mal mit Neuzugängen, einigen Links und einer Idee für alle vielkochenden Leser (die wohl erst in zehn, zwanzig Jahren verwirklicht werden kann)

Neu eingezogen im September sind bei mir "Nachtblau" von Simone van der Vlugt als Rezensionsexemplar, gekauft habe ich mir "Die Oleanderschwestern" von Cristina Caboni und "Trüffeltod" von Marianne Cedervall. Letzteres habe ich bereits ausgelesen! Manchmal ist es doch gut, wenn Bücher auf dem SuB warten, denn es hat sich bewährt, dass ich mit dem Lesen des ersten Teils gewartet habe bis der zweite Band erschienen ist. So konnte ich die beiden Krimis direkt hintereinander lesen! 




Auf den Oktober freue ich mich nicht nur wegen der #fbm17 (wer von euch ist auch dort, und hat jemand Lust sich auf einen Kaffee oder ein Abendessen zu treffen?), sondern auch auf viele neue Bücher. Am meisten freue ich mich auf "Die Perlenschwester". Der vierte Teil der Sieben-Schwestern-Reihe von Lucinda Riley erscheint am 30. Oktober! Falls ihr die Serie noch nicht kennt, müsst ihr unbedingt mal reinlesen. In diesem Beitrag habe ich die Serie vorgestellt. 




Müsst ihr euch manchmal solche Sätze wie "Machst du auch was anderes, als nur lesen?" anhören? Nicci berichtet auf Trallafittibooks über Sätze, die sich jeder Bücherwurm sicherlich schon oft anhören musste. 

Bei meinem ersten #litnetzwerk Kommentierwochenende im April habe ich bei Lovelymix ihre tollen Mindmaps entdeckt, wie auch bei life4books. So "notieren" sie sich ihre Bücherzusammenfassungen. Beeindruckend! In meinem Studium mussten wir einmal die Notizen einer Lektion als Mindmap festhalten. So sehr ich diese Art Notizen mag, so chaotisch sah mein Blatt aus. Deshalb schau ich mir Mindmaps extrem gerne an, bleibe selbst aber beim Schreiben, obwohl ich mir manchmal schon vorgenommen habe, es wieder einmal auszuprobieren.

Habt ihr euch auch schon gewundert über Protagonisten, die nie aufs Klo müssen? Okay, eigentlich kein Wunder, wenn sie das ganze Buch über auch kaum was trinken. Noch mehr wundersame Dinge, die uns in Büchern vorenthalten werden, gibts im Post von Isabella von Noch mehr Bücher.

Viele weitere Links zu interessanten Blogbeiträgen verlinkt Mikka liest jeweils Mittwochs bei ihrer Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs. 


Letzthin in der Küche kam mir der Gedanke, dass es ganz praktisch wäre, wenn in der Küchenkombination ein eReader eingebaut werden könnte. Ich verbringe sehr viel Zeit in der Küche und lese beim Umrühren von Risotto oder beim Warten bis die Pasta oder anderes gar ist, gerne. In Amerika gehören TV-Geräte praktisch zur Küchenausstattung dazu (ich hab nicht schlecht gestaunt, als ich das in allen Privatwohnungen mit eigenen Augen gesehen habe und nicht nur am TV), viel cooler fände ich bei mir aber einen eingebauten eReader inklusive Seitenblättern per Fusspedal - die Hände braucht man beim Kochen öfters. Vielleicht kommt in 20 Jahren meine Tochter in den Genuss dieses Luxus, wer weiss. Vielleicht gibts das dann auch an der Wand des Badezimmer, damit man aus der Badewanne aus bequem lesen könnte? Wobei ich die Küche bevorzuge, denn in der Wanne geht das Lesen gut mit einem mit einer wasserdichten Hülle versehenem Lesegerät. An welchen Orten wünscht ihr euch eine Lesemöglichkeit? 

Bevor ich bald schon wieder in die Küche muss, werde ich noch an einer Rezension schreiben und freue mich auf den Nachmittag. Donnerstags gibts bei Skoobe immer neue Bücher; da bin ich immer gespannt, ob was für mich dabei ist und meine Merkliste wieder grösser wird. Mehr Lesezeit oder einen zusätzlichen Tag extra steht schon lange auf meiner Wunschliste 😉 

Ach ja, Zürich liest (vom 25.-29.Oktober) hat gestern das Programm veröffentlicht. Für mich habe ich nur einige wenige interessante Veranstaltungen gefunden, dafür eine für meine Tochter. Die Autorin ihrer Lieblingsserie liest daraus vor. Ich glaube, ich besorge uns Tickets und überrasche sie an besagtem Samstagnachmittag damit! 

Auf welche Veranstaltungen und welche Bücher freut ihr euch in den nächsten zwei Monaten?




Montag, 18. Oktober 2021

Ein Rezept für Glück von Veronica Henry

Klappentext:
Laura zaubert ihre berühmten Köstlichkeiten nach alten Familienrezepten. Seit über zwanzig Jahren ist sie mit ihrem liebevollen Ehemann Dom glücklich verheiratet und hat zwei Töchter. Jetzt muss sich Laura auf eine Umstellung gefasst machen, denn ihre Kinder ziehen aus. Bislang war das Haus immer voller Menschen, Gelächter und köstlicher Gerüche – das soll nun vorbei sein? Und dann erfährt sie auch noch, dass Dom eine Affäre hat. Laura fühlt sich vollkommen allein und sucht Trost in der Kiste mit Rezepten. Davon inspiriert beginnt sie ihre selbstgemachten Leckereien zu verkaufen. Denn wie sagt man so schön: Ein gutes Essen ist das Fundament allen Glücks!


"Ein Rezept fürs Glück" ist die Geschichte um das Haus Nummer 11 am Lark Hill in Bath und seiner Bewohner. Trost spenden die vererbten Familienrezepte, die oft auch Leben retten - im übertragenden Sinn. 

Es beginnt in den Kriegsjahren. Ivy und Jilly sind junge Frauen, die eigentlich Spass haben möchten, doch als 1942 Bath bombadiert wurde, müssen sie schnell erwachsen werden. Jilly ist froh, von ihrer Mutter kochen gelernt und die Rezepte von ihr zu haben, so kann sie die hungrigen Mäuler stopfen.

Viele Jahre später sind Jilly und Ivy nach wie vor beste Freundinnen. In Lark Hill 11 wohnt nun aber Jillys Enkelin Laura mit ihrer Familie. Laura liebt es zu kochen - sie hat so einige Ideen, die sie verwirklichen will, jetzt da ihre jüngste Tochter Willow auf die Uni geht und das Haus leer ist. Dass es noch leerer wird, ahnt Laura gerade noch nicht, aber gut, dass sie sich bereits Gedanken um ihre Zukunft machte.

Bisher haben mir alle Romane von Veronica Henry mega gut gefallen - sie gehört zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen - doch mit dieser Geschichte konnte ich mich nicht anfreunden, irgendwie war sie mir zu banal. Wäre dies mein erster Roman der Autorin, ich glaube nicht, dass ich ihre anderen Bücher noch lesen würde - und hätte dann ganz wunderbare Bücher verpasst. Aber mit "Ein Rezept fürs Glück" wurde ich leider einfach nicht warm.

Der Roman ist gut geschrieben, keine Frage, der Schreibstil lässt einen einfach weiterlesen. Aber das für die Autorin sonst so typische Zusammenspiel und das Verknüpfen der Geschichten diverser Figuren ist hier nicht so gut gelungen wie sonst. Ebenso hätte man mit dem Originaltitel "A familiy recipe" mehr anfangen können - die Verbindung war zwar da, mir aber zu schwach, wenn man zum Beispiel mit Viola Shipmans "Weil es dir Glück bringt" vergleicht. 

Herbies Charakter zum Beispiel wurde gut aufgezeigt, aber ob Laura irgendwann begriffen hat, wer er ist? Ich glaube nicht. Lauras stures wochenlanges nicht-reden-wollen fand ich enorm befremdend. Mit dabei waren auch einige Logikfehler: wie kann Laura so viele Einrichtungsdinge kaufen, wenn Dom meint, sich schon die Übernachtung in Leeds nicht leisten zu können?

Dies waren also einige Gründe in der Gegenwart weswegen ich Jillys Geschichte, interessanter fand. Das Ende hab ich mir so ähnlich vorgestellt, aber schade, dass man gar nichts mehr über Helena hörte. 

Wer nach dem Lesen Lust auf die Familienrezepte hat: am Ende sind einige davon notiert. 

Fazit: Zwar unterhaltend, aber der Funke flog nicht rüber und deshalb für mich der bisher schwächste Roman der Autorin. 
3.5 Punkte. 


Dienstag, 25. April 2017

Sonst so? am 25.04.2017


Vergangene Woche war ganz schön viel los auf meinem Blog. Jeden Tag eine Rezension - diese Woche wird es wieder ruhiger und Berichte erscheinen im normalen Rhythmus. 

Kennt ihr Buchdomino? Nein? Ich weiss ja nicht, ob es sowas offiziell gibt, ich nenne es so, weil es mich ans Dominospiel erinnert. Mir ist nun schon des Öfteren aufgefallen, dass mir ein Wort, eine Ortschaft, eine Person oder ein Name oder sonst irgendwas richtig in die Augen sticht, sei es weil es ein seltener Begriff oder ein spezielles Lied oder was auch immer ist. Und dann taucht es im nächsten Buch, das ich lese, wieder auf.
So las ich gerade letzte Woche das Wort "Boutiquehotel" in "Das Glück schmeckt nach Zitroneneis" von Abby Clements und zufällig einen Tag später erneut bei Ava Miles "Zwischen Himmel und Glück". Danach entdeckte ich Edit Piafs Lied "La vie en Rose" im "zauberhaften Buchladen an der Seine", aber auch in "Frühling in Paris". 
Zufall oder nicht, mir ist das nun schon einige Male passiert, meistens war es sogar wie im richtigen Dominospiel, zwei gleiche Begriffe in zwei Büchern und im zweiten Buch dann ein Begriff, das im dritten auftauchte. Leider habe ich mir über die Jahre hinweg die Beispiele nicht notiert und ich habe sie mittlerweile vergessen. Letzte Woche erinnerte ich mich beim "Boutiquehotel" wieder daran.
Sind euch solche Domino-Begriffe auch schon aufgefallen? 

Während ihr meine Dominogeschichte liest, bin ich sonst so gerade ein paar Tage im Urlaub. Wo verrate ich noch nicht, aber vielleicht werde ich bei Facebook oder Twitter mal einen Fotogruss hochladen. 



Zum Abschluss heute eine kleine Frage: Wer von euch liest gerne Romane, die auf historischen Tatsachen beruhen und vom Künstlerleben in Paris berichten? Wie zum Beispiel "Madame Picasso", das ihr auf dem Cover rechts seht. Für ein gemeinsames Blogspecial im Juli suche ich noch zwei interessierte BloggerInnen. Wenn ihr euch angesprochen fühlt, mailt mich bitte an - antworten und verraten worum es geht, kann ich euch aber erst Ende Woche. 
Machts gut und eine gute letzte Aprilwoche!

Montag, 11. September 2017

Montagsfrage 11.09.2017


Liest du mehr Papierbücher oder mehr eBooks, gibt es einen Grund dafür?

Schon lange habe ich nicht mehr mitgemacht bei der Montagsfrage. Doch diese Woche habe  ich es mir fest vorgenommen - die Frage passt perfekt zu meinem Leseverhalten 😁 


Ich lese fast ausschliesslich nur noch eBooks. Es ist nicht nur eine Platzfrage, auch nicht nur eine Gesundheitsfrage (ich schlepp mir dabei nicht meinen Schulterpartie kaputt wie früher), sondern klar eine Augenfrage. Die Printbücher sind mir mittlerweile alle zu klein geschrieben (nächstes Jahr gibt es definitiv eine Gleitsichtbrille...) und somit ist elektronisches Lesen für mich viel angenehmer und augenfreundlicher. Angenehm sind auch die Umstände, dass man mit dem Reader in der Tasche nie Übergepäck hat und immer genug Lektüre dabei (u.a. bei Zugverspätungen oder um Wartezeiten zu überbrücken). Ausserdem brauch ich abends im Bett kein extra Licht zu machen, und niemand wird durch mein Lesen gestört. 

Apropos eBooks: 
Ich lese ja auch gerne auf dem Reader während dem Kochen, wie ich letzte Woche im Sonst so? - Beitrag geschrieben habe. Dort findet ihr auch Links zu interessanten Posts anderer Buchblogger.

Und sonst so:
Diese Woche wollte ich ursprünglich einige Jane-Austen-Adaptionen besprechen. Da ich gestern aber bereits die zweite Adaption abgebrochen habe, wird es nur einen Beitrag geben und zwar zu "Vermählung" von Curtis Sittenfeld. 

Die Rezension zu "Das geheime Tagebuch der Lizzie Bennet" von Bernie Su erspare ich mir. Das Tagebuch in Romanform las sich zwar einiges witziger und besser als "Vermählung", doch mir war es zu jugendlich. "The Lizzie Bennet Diaries gab es ursprünglich als Youtube-Episoden, bis 2015 der Roman dazu erschien. Eine tolle Idee, lustig umgesetzt, mir persönlich zu jung und trendy aufgemacht, so dass ich keine Lust hatte weiter zu lesen - das Ende ist ja bekannt 😉

Stattdessen kann ich euch aber "Jane Austen bleibt zum Frühstück" von Manuela Inusa empfehlen. Die Charaktere sind bis auf Jane Austen zwar auch alle nur knapp über 20 Jahre alt, aber die Geschichte in sich ist sehr stimmig und einfallsreich und der Jane Austen-Regency-Groove geht nicht verloren.

Nun wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche und einen easy Montag. Bei uns ist heute ein halber Feiertag (= "Knabenschiessen", es ist den ganzen Tag Schulfrei, nur Angestellte haben einen halben Tag frei, die Läden sind offen) und somit muss ich nicht so früh aufstehen und kann später ins Bett und deshalb bereits jetzt die Montagsfrage beantworten 😁


Montag, 24. März 2025

Krimi: Stumme Zypressen von Paolo Riva (Commissario Luca 4)

Klappentext:
Normalerweise ist im idyllischen Montegiardino an jeder Ecke fröhliches Geplauder zu hören. Als aber in tiefer Nacht ein Fremder in das kleine Städtchen kommt, verstummt der sonst so lebhafte Klatsch. Commissario Lucas Mitbürger fragen sich: Was will dieser unheimliche Mann hier? Und warum spricht er mit niemandem? Bald geben seltsame Geschehnisse ihren bösen Ahnungen Recht: Erst werden auf einem Bauernhof am Stadtrand eines Nachts die Gänse umgebracht, dann wird in den sonst so malerischen Hügeln ein Wanderer angeschossen. Er sieht dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Wird Commissario Luca das dunkle Geheimnis des schweigenden Fremden lüften können, ehe noch Schlimmeres geschieht?


Montegiardino ist ein kleines Nest, da fallen Touristen und andere Besucher des Dorfes sofort auf. So auch der Mann, der seine Runden um den Marktplatz dreht. Aussergewöhnlich ist, dass dieser Fremde den Einwohnern Angst macht. Commissario Luca versucht die Sache zu entschärfen und sich dem Fremden anzunähern, doch auch er findet nicht allzu viel über ihn heraus. 

Luca hofft, dass alle die Ruhe bewahren, denn er hat genug zu tun. Erst muss er in einem Nachbarschaftsstreit wegen einem lauten Hahn vermitteln, dann werden Gänse umgebracht - anstatt der Hahn, wie von jemand angekündigt - und später wird ein deutscher Wanderer angeschossen. Als Luca bemerkt, dass Wanderer dem unruhestiftenden Fremden vom Marktplatz ähnelt, ist er in Alarmbereitschaft. Der Fremde selbst hat immer noch die Ruhe weg. 

Es gibt natürlich ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren wie den Barbetreibern und -besuchern, Lucas Tochter Emma und seiner Partnerin Chiara. Um diese muss sich Luca und Vice-Questora Aurora Mair bald sorgen. 

Auch dieser vierte Band ist wieder sehr spannend. Ich vermutete bald, auf wen der Fremde wartet und lag damit richtig. Doch was dahintersteckt wird und woher sich diese Menschen kennen, kam erst am Ende aus, und so blieb die Neugier und der Spannungsbogen beim Lesen stets hoch.  

Paolo Riva rollt die Geschichte des stummen Fremden, der eigentlich viel zu erzählen hätte, quasi von hinten auf. Der Krimi ist toll geplottet. Mir gefällt, wie der Autor sich immer auf das Wesentliche beschränkt und nicht noch viele weitere Nebenstränge am Laufen hat. Das einzig Negative daran: man hat die Krimis somit viel zu schnell ausgelesen und muss wieder ein Jahr auf den nächsten Band warten. Ich könnte noch sehr viel mehr Zeit in Montegiardino verbringen.  

Fazit: Ein kreativer Fall und erneut äusserst unterhaltend. 
4 Sterne. 


Reihenfolge:
Band 3: Steinerne Schuld 

Montag, 19. Juni 2017

Montagsfrage 19.06.2017



Gibt es manchmal Bücher, bei denen du zögerst sie zu lesen, obwohl du sie eigentlich unbedingt lesen willst?

Ja, und zwar aus unterschiedlichen Gründen: 
Da gibt es die, die mich interessieren, aber bei denen ich zögere, weil ich doch nicht sicher bin, ob ich sie tatsächlich lesen möchte, weil ich den Autor zwar toll finde und gerne lese, mich das Thema des neuen Buches aber nicht so interessiert (z.B. Sylvia Lotts "Die Lilie von Bela Vista), oder ich zuerst alle anderen Bände nochmals lesen möchte (z.B. der letzte Teil von Harry Potter) oder ich aus Zeitgründen lange nicht alles so zügig lesen kann wie ich möchte, und dann die neueren Bücher den Vorrang bekommen weil sie a) entweder Rezensionsexemplare sind oder b) ich einfach nicht in der richtigen Stimmung bin. 
Und dann zögere ich seit ca. zwei Jahren immer wieder bei historischen Romanen, die ich früher so gerne gelesen habe. Einerseits fehlt mir auch die passende Stimmung dazu, und ich hatte in dem Genre extrem gute Romane gelesen, dass ich wahrscheinlich denke, ich werde bei den noch übrigen bei mir auf dem SuB liegenden, enttäuscht wenn ich sie lese (z.B. "Herrin der Kathedrale" von Claudia & Nadja Beinert); andererseits gab es in den letzten Jahren einfach extrem viele Bücher, die auf zwei Zeitebenen spielen, so dass ich trotzdem viel Historisches zu lesen bekam. 
Wie es auch sei - gelesen werden sie eines Tages alle! Der Tag bräuchte einfach mehr Stunden!

Und sonst so:
Am Wochenende kam ich kaum zum lesen, deshalb bin ich noch immer an "Provenzalisches Feuer" von Sophie Bonnet dran. Danach widme ich mich "Beklage deine Sünden" von Deborah Crombie und "Ein Sommergarten in Manhattan" von Sarah Morgan; Flavie de Luce wartet ebenfalls. Ende Woche sollte ich langsam mit meinen "Paris-Büchern" beginnen, denn vom 10. bis 15. Juli habe ich zusammen mit Kerstin von Wörterkatze ein grosses Paris-Blogspecial geplant! Wir stellen euch Romane vor, dessen Protagonisten Frauen sind, die in irgendeiner Weise mit in Paris lebenden Künstler oder Autoren wie Pablo Picasso, Marc Chagall, David Scott, James Joyce und Samuel Beckett zu tun hatten. Wir freuen uns schon sehr darauf und hoffen, ihr besucht unser Paris-Special im Juli dann fleissig!

Jetzt ist aber erstmal Juni-Sommer angesagt: hier in Zürich soll es die ganze Woche hochsommerliche 30° und viel Sonne geben. Was macht ihr, wenn es so heiss ist? (Ausser Lesen natürlich 😉 ) Euch in der dunklen Wohnung verkriechen, auf Balkonien gemütlich machen oder draussen am See oder in der Badi verweilen?

Diese Woche erwarten euch zwei Rezensionen, zu "Madame Commissaire und das verschwundene Bild" und zu "Fliedersommer", dazu wird es noch einen sommerlichen Bücherpost geben. 

Liebe Grüsse und eine guten Start in die heisse, hochsommerliche Woche!
Anya

Freitag, 25. Mai 2018

Das Meer so nah von Fiona Blum

Klappentext:
Lucy S. Harper ist Lehrerin für Mathematik in Manchester. Sie lebt allein, liebt die Welt der Zahlen und verabscheut Überraschungen. Wie den Anruf, den sie eines Tages erhält: Eine ihr unbekannte Frau namens Maureen teilt ihr mit, dass ihr Vater im Sterben liegt und sie noch einmal sehen möchte. Zuerst glaubt Lucy an einen Irrtum, denn ihr Vater Peter ist wohlauf – von jenem George, der in Irland angeblich auf sie wartet, hat sie noch nie gehört. Doch als ihre Eltern äußerst seltsam reagieren, wird Lucy misstrauisch. Spontan beschließt sie, nach Irland aufzubrechen und der Sache auf den Grund zu gehen. Und damit beginnt das erste Abenteuer ihres Lebens.



Was war ich überrascht als Autorin Fiona Blum im April sich auf Instagram freute, dass ihr neues Buch bald erscheint. Obwohl ich für mich selbst eine Liste mit für mich interessanten Neuerscheinungen führe, fehlte dort ihr neues Buch - keine Ahnung wieso mir das entgangen ist. Umso mehr freute ich mich, so unerwartet wieder einen Roman von ihr lesen zu können, denn seit "Liebe auf drei Pfoten" gehört Fiona Blum zu meinen Lieblingsautorinnen.

Nach Rom und Paris spielt ihr neues Buch in Irland. Stellt euch vor, ihr seid bereits über 40 und erfährt durch einen Anruf, dass euer Vater im Spital ist. Nicht der Vater, den ihr 42 Jahre lang für euren Vater gehalten habt, nein, ein gänzlicher unbekannter Mann. Ich nehme an, ihr wärt genauso perplex wie Lucy, nicht?

Kurzerhand packt diese ihre Sachen und reist nach Irland, wo sie von der ihr noch unbekannten Anruferin Maureen abgeholt wird. Mit ihr und Geordies Freunden durchlebt Lucy einige ungewöhnliche Tage. Als sie danach heimfahren will, wird sie durch unerwartete Zwischenfälle aufgehalten. Spontan entschliesst sich Lucy länger auf der Insel zu bleiben und nach Galway zu reisen. John Lennon ist schuld. Der hat nämlich so einiges mit Geordie und seiner Geschichte zu tun und Lucy ist einfach nur noch neugierig.

Soviel Spontanität ist total ungewöhnlich für Mathematiklehrerin Lucy. Sie liebt Regeln und vernünftige Entscheidungen. Dass sie jetzt so gegen ihr Gemüt arbeitet, überrascht sie selbst am meisten. Die zahlreichen Begegnungen mit ihr bisher unbekannten Menschen in Irland geben ihr Mut dazu. 

Geordie ist der gemeinsame Nenner aller Figuren. Er, der rastlose Musiker, war allen wichtig, er hat in allen etwas bewegt. Nach und nach erfährt der Leser die Lebensgeschichten der Clique; wie auch von Personen, die an den diversen Stationen im Roman auftauchen und natürlich Geordies Geschichte. Der Roman wird für alle Charaktere zu einer Pilgerreise nach Galway, die sie alle verändert - denn nicht nur Lucy ist unterwegs. Beim Lesen hofft man, dass sie alle wie Geordie die "Heimat ihrer Seele" finden werden.

In "Das Meer so nah" mag ich ohne Ausnahme alle Figuren. Oft gibt es ja mindestens eine Figur, mit der man so gar nicht kann. Doch solche Figuren fehlen gänzlich. Man muss sie einfach alle mögen: Maureen, 52, die sich Lucy gegenüber verantwortlich fühlt wie eine Mutter; Roisin, die Pubwirtin und Feenspezialistin, die wie ein Hexe wirkt; Murphy, das Hutzelmännli mit der Zahnlücke; der junge Flynn, der durch sein Tattoo aggressiv wirkt; der 60jährige Seamus mit dem Glasauge; Gracie, Nachfahre einer Piratin und mit Wäscheständer anstatt Rollator unterwegs; deren verschüchterte Nichte Erin, von der niemand viel weiss; nicht zu vergessen der wortkarge Schafbauer Liam Cullen und einige mehr. 

Sie alle werden auch im Personenregister erwähnt, in welchem man besser erst während der Lektüre nachschaut, sonst verwirrt es mehr als es hilft. 

Sympathisch war mir zum Glück auch Protagonistin Lucy S. Harper. In Irland erfährt sie endlich was ihr zweiter Vorname bedeutet. S die Abkürzung für Skye - die vier Buchstaben sollten sie an den blauen Himmel, an die Leichtigkeit und an die Weite erinnern. Denn ihre Augen sind so "blau wie das Meer und der Himmel" (63/221). Sie macht wohl die grösste Veränderung durch - und das nicht laut, sondern sehr leise und wird feinfühlig erzählt. 

Die Sprachstärke der Autorin durchzieht auch ihren dritten Roman. Die Namen der Pubs sind geprägt von Humor und Wortspielen; und nur sie kann so schön und so kurz beschreiben weshalb ein Alkoholiker wurde wie er ist. Oder Irland so präzise umschreiben:
"Ein Land voller Kurven und Umwege, abstruser Geschichten und unerwarteter Ereignisse. Nirgends eine gerade Strasse, keine Linie, die verlässlich in eine Richtung wies, keine Gleichung, die aufging. Stattdessen Schafe und Regen und Strassengräben, Pubs, die nach bösen Schwiegermüttern benannt worden waren, Orte, die sogar Google nur mit Mühe fand und in denen es lediglich eine einzige, flackernde Strassenlaterne gab, Stürme die einem das Hirn wegfegten, seltsame Käuze, schweigende Schaffarmer und nirgends irgendetwas Verlässliches zum Festhalten. Kein Baum, kein Geländer, nirgendwo. Ein einziges Durcheinander. Kein Wunder, dass ihr schwindlig war." (65/221)
Fionas Blums Roman liest man mit einem Dauerlächeln im Gesicht, mal wird daraus ein Grinsen, dann ein melancholisches Nicken gepaart mit einem Seufzer. Mit "Das Meer so nah" legt sie einen gefühlvollen, unterhaltenden und amüsanten Roman vor, geprägt durch seine herrlich einfachen Charakteren - wer fährt denn wegen John Lennon quer durch die Insel, nur um ein Pub zu suchen? 

Fazit: Ein Roman wie ein Dominospiel - jede Handlung setzt etwas anderes ins Rollen. Eine berührende und erzählstarke Geschichte, die von von der ersten Seite an gefangen nimmt. 
5 Punkte. 

Donnerstag, 12. September 2019

Schmidt malt von David Zaoui

Klappentext:
Der junge Pariser Künstler Alfredo hat sich darauf spezialisiert, die Träume von Tieren zu malen. Aber nicht von irgendwelchen Tieren: Alfredo malt die Träume von bipolaren Bären, kleptomanischen Krabben oder kapriziösen Kanarienvögeln. Leider ist es ihm bislang nicht gelungen, einen Galeristen von diesem revolutionären Ansatz zu überzeugen. Lediglich sein bester Freund und seine Eltern bestärken ihn darin, an sich zu glauben. Doch bis ihm der Durchbruch als Maler gelingt, muss Alfredo sich notgedrungen mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, die ihm der roboterhafte Monsieur Dossier vom Arbeitsamt vermittelt. Alles scheint sich zu ändern, als die italienische Touristin Celestina und das Kapuziner-Äffchen Schmidt in Alfredos Leben treten: Celestina versteht Alfredos Bilder und sagt so wunderbare Dinge wie »Du musst mehr Blau in dein Leben bringen.« Und Schmidt? Schmidt wirbelt das Leben von Alfredo und seinen Nachbarn im Pariser Vorort Patin gehörig durcheinander. Und er stellt Alfredo vor die Frage, was ihm wichtiger ist: Erfolg – oder sich selbst treu zu bleiben?

Die Geschichte von "Schmidt malt" läuft nicht ganz so ab, wie im Klappentext beschrieben. Alfredo, ein junger Arbeitsloser, wohnt in einem Vorort von Paris. Er übernimmt Schmidt, das Kappuzineräffchen seiner an Alzheimer erkrankten Grossmutter Daisy. Von Daniel Dossier, Alfredos Betreuer vom Arbeitsvermittlungszentrum, bekommt er immer wieder neue Hilfsjobangebote. Die Jobs passen Alfredo nicht, denn er ist schliesslich weder Möbelpacker noch sonst etwas, sondern Kunstmaler, was er immer wieder betont. Nur hat er keine Kunstschule besucht und keinen Abschluss. 

Bis zur Mitte des Buches malt er nur einmal. Von daher konnte ich bis hierhin auch kein wirkliches Herzensanliegen feststellen, das Malen kommt eher als spärlich betriebenes Hobby rüber. Doch dann verliebt er sich in Celestine, und Schmidt beginnt zu malen. Aber nur unter bestimmten Umständen, die ich hier nicht verrate. Dummerweise sind es genau Schmidts Bilder, die Alfredo verkaufen kann. Nun ist Alfredo im Clinch mit sich selbst: endlich hat er Erfolg, aber es ist nicht sein Verdienst. 

"Schmidt malt" wird erst ab diesem Zeitpunkt interessant, vorher ist es einfach eine Story über einen arbeitslosen jungen Mann, der nicht wirklich etwas dagegen unternimmt. Bis dahin hatte ich Mühe mit der Geschichte, ich fand sie uninteressant, denn ich habe eine Abneigungen gegen inaktive Protagonisten. Deswegen lese ich Romane über junge Männer, die einfach so in den Tag hineinleben, rum maulen und nicht aktiv sind, nicht gerne.

Doch genau dies beschreibt David Zaoui im ersten Teil. Den Alltag von Alfredo, was er so macht oder was nicht, meist alles erfolglos. Der Protagonist zeigt kein Interesse, etwas zu lernen oder sich den Lebensunterhalt irgendwie zu verdienen.

Alfredos Eltern sind sehr nett, insbesondere Alfredos Vater, ein Tierpfleger, fand ich toll. Die Lebensweisheit, die er seinem Sohn mitgibt, ist: sei du selbst. Damit kann Alfredo aber gar nichts anfangen, denn für ihn ist klar, was er ist. Kunstmaler. So wie er es immer an Daniel Dossier schreibt. Bis das "sich selbst sein" in sein Inneres dringt, braucht es einiges - fast die ganze Länge des Romans. Und so sind die Figuren in zwei Gruppen aufgeteilt: die einen, die sich noch suchen und die anderen, sie sich erst noch finden müssen. Originale sind sie jedenfalls fast alle.

Erst im zweiten Teil, als Schmidt endlich malt, kommt Leben in die Geschichte. Das war dringend nötig, sonst hätte ich sie vielleicht nicht zu Ende gelesen - es ist einfach nicht die Art Geschichte, die ich mag, obwohl sie gut geschrieben ist. Zum Schluss hin macht aber alles Sinn, die Botschaft "Sei du selbst. Alle anderen gibt es schon" (so sinngemäss auch der französische Originaltitel) erreicht den Leser auf jeden Fall.

Die Szenen mit dem cleveren Affen sind manchmal schon etwas an den Haaren herbeigezogen, aber sie sind sehr witzig und sorgen für den nötigen Humor im eher tristen Umfeld. Die Kommunikation zwischen Alfredo und Herrn Dossier lockern den eintönigen ersten Teil des Buches auf. Man wartet förmlich drauf, dass Dossier seine Post endlich mal richtig liest und hat gleichzeitig Angst vor dessen Reaktion.

"Schmidt malt" ist kein Roman über Kunst und Malerei, sondern ein Roman über Selbstfindung, anfangs mit Mitleid suchenden Figuren, das Ende immerhin versöhnend. Der Held darin und ruhende Pol ist Alfredos Vater, der mit seiner Freundlichkeit, seinem tiefen jüdischen Glauben, seiner Lebenseinstellung und immer mit Keksen in der Tasche, nicht nur seinem Sohn ein Vorbild ist.

Fazit: Die Quintessenz des Romans: sei du selbst und wasche deine Hände! 
3.5 Punkte. 

Montag, 5. November 2018

Montagsfrage 05.11.2018



Montagsfrage #10 (bei Lauter und Leise)

Unterhalten dich Biografien, oder findest du die non-fiction Geschichten anderer Menschen eher öde?

Biografien las ich früher sehr gerne, mittlerweile bevorzuge ich sie in Form von "Romanen nach einer wahren Geschichte". 

Zum Beispiel wie das neue Buch von Dave Eggers "Der Mönch von Mokka", in dem der Autor die Geschichte von Mokhtar erzählt (Rezension folgt diese Woche), einem jungen Amerikaner mit jemenitischen Wurzeln, der sich die Aufgabe stellte, Kaffee aus dem Jemen in Amerika zu verkaufen. Gespickt mit wissenswerten Informationen über den Kaffeepflanzenanbau, die toll in den Roman verpackt sind. So hat man einen Roman, der gleichzeitig Biografie wie auch Sachbuch ist. 

Oder die Romane über nicht so berühmte Frauen an der Seite berühmter Männer, wie sie in der Serie des Aufbau Verlags regelmässig erscheinen, wie etwa "Madame Picasso" oder "Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe"

Von Biografien bin ich hauptsächlich aus zwei Gründen weg gekommen. Zum einen, weil ich im Laufe der Jahre einfach gesehen habe, dass damit fast inflationär umgegangen wird. Viele - besonders die Cervelatprominenz - meinen, sie hätten ein so aufregendes Leben, dass sie bereits mit 25 Jahren ihre Memoiren schreiben (lassen) müssen. Und dann folgt mit 40 Jahren die nächste Biografie. 

Oder, mein zweiter Grund, wenn es eine wirklich interessante Person war, wird dessen Geschichte oft langweilig präsentiert (ich sage nur Reclam-Biografien über Komponisten...) oder in eine bestimmte Richtung gedrängt, wo man nicht weiss, was nun wirklich stimmt oder was auf die Kappe (bzw. die Phantasie) des Biografie-Schreibers geht.

Deshalb lese ich lieber gleich fiktive Geschichten über reale Personen. Oft sind deren Autoren genauer oder geben zumindest am Ende an, was sie an der Biografie geändert haben.

Wie ist das bei euch? Welche Variante bevorzugt ihr, falls ihr Biografien liest?


Und sonst so:
Meine (Rezensions-)Bibliothek ist auf dem neuesten Stand! Zudem habe ich sie in Romane und Krimis aufgeteilt, weil die Liste sonst einfach zu lang war und unübersichtlich wurde. Falls ihr also mal nach einer Rezension sucht, sollte es nun schneller gehen.

Am Freitag reise ich nach München zur lit.Love. Ich freue mich sehr, es ist meine erste lit.Love! Nachdem ich dieses Jahr nicht zur Frankfurter Buchmesse gehen konnte, ist das nun mein "Ersatz" dafür :-) Wer von euch wird denn auch alles in München sein? 

Habt eine gute neue Woche!


Dienstag, 29. März 2016

Blogparade: Was macht für euch einen guten Krimi aus?

Autorin Joyce Summer stellte hier die Frage, was ein guter Krimi für uns ausmacht. Meine Antworten:

- Lieber Cosy oder Hard Core?
Muss ein Krimi vor Blut und Leichen nur so überquellen? Oder darf es auch gemütlich zu gehen? Wollt ihr den Tod in all seiner Deutlichkeit beschrieben haben? Soll ein Krimi Gänsehaut und schlaflose Nächte bereiten?
Bitte bitte kein Hardcore, keine Details und auch nicht blutrünstig! – In der realen Welt geht es schon häufig extrem brutal zu und sowas möchte ich einfach nicht lesen, mir reichen die Nachrichten. Auch Psychoanalysen der Täter müssen nicht sein, so wie sie bei Elizabeth Georges Linley-Serie ab Band 6 vorkommen. Das zögert den „richtigen“ Krimi nur heraus. Beim Krimi lesen geht es mir ums Mitraten, ums klassische „Who done it?“ Ich will weder Gänsehaut noch schlaflose Nächte. Aber gerne schlafe ich mit dem Gedanken ein, ob ich mit meiner Vermutung wohl richtig liege oder nicht, und wer vielleicht sonst noch als Täter in Frage kommen könnte.

- Seid ihr Mitrater?
Wie steht es damit? Soll der Täter eine der Hauptfiguren sein? Die Hinweise im Text so, dass man die Chance hat mitzuraten? Oder spielt das keine Rolle und auch wenn der Mörder jemand ist, der erst am Ende des Buches eingeführt wird, nehmt ihr das dem Autor nicht übel?
Jajaja, schon seit „Das Geheimnis um...“ von Enid Blyton rate ich immer mit und versuche herauszufinden, wer der Täter sein könnte. Meistens liege ich richtig und nur selten gelingt es mir nicht, den Täter zu erraten wie zum Beispiel in „Die Ernte des Bösen“ von Robert Galbraith. Dass ich total falschliege gab es aber noch nie. In solchen Fällen habe ich meistens zwei Verdächtige, kann mich aber nicht entscheiden wer von den beiden der Bösewicht war. Von mir aus darf der Täter auch erst später eingeführt werden in die Geschichte, immer Schema X wäre ja doch zu langweilig. „Eine Leiche – viele Rätsel“ – das ist für mich der perfekte Krimi!

- Wie sollen die Charaktere sein?
Brauche ich Protagonisten, mit denen ich mich identifizieren kann? Oder kann der Kommissar, Ermittler oder – wer auch immer das Verbrechen aufklären will – unsympathisch, gebrochen oder sogar selber kriminell sein?
Die Ermittler dürfen durchaus ihre Ticks haben, müssen aber nicht mega speziell sein. Ein einfacher Mensch wie du und ich genügt. Kincaid & James von Deborah Crombie mag ich genau so sehr wie der kettenrauchende Nestor Burma von Leo Malet. Ob die Ermittler alleine oder zu zweit ermitteln ist mir eigentlich egal, solange die Handlung stimmt. 

- Welche Rolle spielt der Ort des Geschehens?
Wie wichtig ist euch der Ort des Geschehens? Soll der Autor den Ort genau beschreiben? Oder spielt er eher eine untergeordnete Rolle? Mögt ihr lieber Krimis, die in warmen Ländern spielen? Oder den Krimi, der in der Heimat, im Ort um die Ecke spielt, so dass man vielleicht etwas wiedererkennt? Oder doch lieber den klassischen Skandinavien Krimi?
Skandinavien-Krimis mag ich nicht – jene, die ich bisher gelesen habe waren sehr düster und träge. Wenn es sonnigere und evt. humorvolle Skandinavien-Krimis geben würde, würde ich nochmals einen Versuch starten. Astrid Lindgren hat zwar keine Krimis geschrieben, doch ihr Schweden war viel angenehmer zu lesen als Henning Mankell. Ich denke, das sollte doch auch als Krimi machbar sein, oder?
Aber ich bin sowieso eher ein Südländertyp und daher gefallen mir Schauplätze wie Frankreich, Italien, Spanien und die Türkei besser als der hohe Norden. Trotzdem fand ich auch die Rügen-Krimis von Katharina Peters interessant. Wenn ich den Ort der Krimihandlung kenne, ist es natürlich immer spannend, man kann dann so schön nachvollziehen, ob die auch die richtige Strasse runter gelaufen sind oder so ähnliches. Witzig war, als beim ersten Oxford-Krimi von Katharina M. Mylius Inspector Frederick genau den gleichen Spaziergang gemacht hat, wie wir bei unserem Besuch dort.  Solche Geschichten „vor Ort“ mag ich auch gerne für den Urlaub, ein wenig Lokalkolorit – egal ob Roman oder Krimi und nehme praktisch immer passende Ferienlektüre mit. 
Und um nochmals auf Leo Malet zurück zukommen: Bei seiner Nestor-Burma-Serie fand ich zudem genial, dass jeder Band in einem andern Pariser Arrondissement stattfand. Diese Idee könnten heutige Autoren, die ihre Serien in Grossstädten spielen lassen, auch mal wieder aufnehmen.

- Und was ist mit der Stimmung?
Soll der Krimi eher düster sein? Oder darf es auch mal mit einem Augenzwinkern zu gehen?
Düster lieber nicht, ausser wenn es neblig ist ;-) Klar gibt’s auch mal für Ermittler  schlecht gelaunte Tage, aber ein depressiver Schnüffler muss nicht sein – wenn das Wetter  zusätzlich noch schlecht ist und das andauernd, dann werde auch ich langsam aber sicher depressiv. Oft schleicht sich bei düsteren Geschichten auch viel Psychogedröns rein, und das mag ich wie bereits oben beschrieben nicht.
Was ich auch nicht mag, ist, wenn Ermittlungen sich über Monate hinziehen - klar in der Realität ist es oft so. In einem Buch stört es mich aber. Bei Jean-Luc Bannalec sind die Kapitel jeweils in Tagen angeschrieben, also Tag 1, Tag 2  und meist sind seine Fälle nach dem dritten Kapitel gelöst. 

- Wollt ihr einen realen Bezug?
Kann der Krimi völlig der Fantasie des Autors entspringen, oder mögt ihr es lieber, wenn es einen realen Bezug auf reale Ereignisse und Personen gibt? 
Egal, ich find beides gut. Und finde auch gut, dass es beides gibt, sonst würde das Krimilesen sehr zum Einheitsbrei. Aktuelle Bezüge zur Politik, Wirtschaftslage verwenden Autoren wie Tom Hillenbrand, Donna Leon und  auch Petros Markaris sehr gerne.

Freitag, 26. Juli 2019

Krimi: Leichenschmaus im Herrenhaus von Karin Kehrer (Bee Merryweather 2)

Klappentext:
Es ist Herbst in South Pendrick und die Nachfrage nach Bees gehäkelten Eierwärmern steigt. Bee muss ihren Garnvorrat dringend aufstocken und macht sich auf den Weg ins Dorf. Als sie bei ihren neuen Nachbarn Percy und Lavinia in Waterford Manor vorbeikommt, trifft sie einen Fremden, der vorgibt Fotos vom Herrenhauus zu machen. Wenige Tage später buddelt der Nachbarshund die Leiche eben jenes Mannes aus. Bees Aufmerksamkeit ist geweckt, doch das Nachbarspaar, das sonst immer so freundlich ist, wirkt plötzlich abweisend und reagiert verstimmt auf Bees Schnüffeleien. Anlässlich eines Geburtstages wird auf dem Anwesen eine Feier veranstaltet, bei der ein weiterer Toter gefunden wird. Bee ist sofort klar, dass es nur einer von den Partygästen gewesen sein kann. Doch wer hatte ein Motiv?


Seit dem Geschehen im ersten Band sind eineinhalb Jahre vergangen. Nun ist September und Bee Merryweather hat seit knapp einem Jahr neue Nachbarn. 

Mit der jungen Lavinia versteht sich Bee einigermassen gut, nicht jedoch mit deren Mann Percy. Der tätigt geheimnisvolle Geschäfte und passt irgendwie nicht nach South Pendrick. Aber er gibt sich auch keine Mühe. Lavinia hingegen würde gerne im Dorfleben aufgenommen werden, aber ausser mit Bee hat sie kaum Kontakte - alle haben Vorurteile gegen die Frau, die schon öfters beim Beautydoc war. Vielleicht ist ihre Geburtstagsparty im Oktober ja eine Möglichkeit, die Dorfbewohner besser kennen zu lernen und Freunde zu finden. 

Denn Lavinia fühlt sich im Witwenhaus nicht wohl, der Nebel und eine Spukgeschichte tun ihr übriges, dass es so bleibt. Als Bee über eine Leiche stolpert, scheinen Lavinias Vorahnungen erfüllt. Doch es gibt noch mehr Ungereimtheiten und Percy verhält sich noch wortkarger als sonst.


Bee Merryweather hat viel zu tun mit ihrem neuen Shop - sie häkelt Eierwärmer auf Bestellung, momentan sind vor allem Weihnachtsmotive gefragt. Dass Bee die Farben der gerade zu Ende gehäkelten Bestellungen nicht mehr sehen kann, ist verständlich, wurde mir aber zu oft erwähnt. Das hätte man eleganter lösen können. Auch sonst gab es viele unnütze Wiederholungen, etwa dass Polizist David die falsche Frau liebt oder Marcus seine Frau, die ihn eigentlich verlassen hat, immer wieder bei sich aufnimmt.


Im Gegensatz zum ersten Band gab es in "Leichenschmaus im Herrenhaus" einige Längen, so dass der Spannungsbogen sehr flach blieb. Ausserdem vergeht eine - für einen Krimi - recht lange Zeit, die übersprungen wird, bis wieder etwas passiert. Das mag ich nicht so.

Dafür mochte ich, dass die Geheimnisse gut bewahrt werden. Man weiss schnell, wer Dreck am Stecken hat, bei anderen vermutet es man. Ob man damit richtig lag und was für "Dreck" das ist, erfährt man erst gegen Ende, wenn alle Geheimnisse enthüllt werden und für so manche Überraschung sorgen. 

Fazit: Ein netter, aber sehr ruhiger Häkel-Krimi, da kaum Spannung aufgebaut wird.
3.5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Leichenschmaus im Herrenhaus 

Samstag, 31. Mai 2025

Lesemonat und Monatsrückblick Mai 2025


Der Mai 2025 war für mich ein Musikmonat, ich hörte viel Musik an Orten und zu Zeiten, an denen ich sonst lese. Somit kam das Lesen im Mai zu kurz. Da war nicht nur die grandiose ESC-Woche Schuld daran, aber diese Woche war wirklich ein Highlight. 

Abgesehen von der Herausforderung, dass man keinerlei Taschen dabei haben durfte, nur was in die Hosentaschen passte - und letztere sollte man als Frau erst mal haben -, war der ESC ein tolles Erlebnis. Wir besuchten die Preview Show des ersten Halbfinals am Dienstag, fuhren dann schnell nach Hause, damit wir um 21:00 Uhr rechtzeitig vor dem TV die Show gucken konnten. Es war interessant, mal beide Seiten zu sehen. Dinge, die nur im TV sichtbar waren und andere, die nur wir in der Halle gesehen haben. Donnerstagabend verfolgten wir das zweite Halbfinale zuhause am TV: wir waren froh, waren wir am Dienstag live vor Ort, denn die meisten Songs vom Dienstag haben uns wesentlich besser gefallen. Am Samstag waren wir am Mittag bereits in Basel und streiften durch die Stadt, die sehr viel rund um den ESC bot. Dies bestätigten uns auch viele extra zum ESC angereiste Fans, die öfters zum ESC reisten. Den Abend verbrachten wir beim grössten ESC-Public Viewing aller Zeiten im Fussballstadion direkt neben der Showhalle. Das Vorprogramm begann bereits um 19:00 Uhr und die Stimmung war grossartig. Allerdings verliessen wir das Stadion beim letzten Song, denn wir hatten einen langen Heimweg. Leider wurden Extratrams und -Züge erst ab 01:00 Uhr bereitgestellt und noch nicht um 23:30 Uhr, als viele, genau wie wir, schon nach Hause wollten - das war der neben der Hosentaschen-Sache (die man aus Sicherheitsgründen aber immerhin noch verstehen kann) das einzige Negative. Das Tram war völlig überfüllt, draussen standen mindestens genau so viele Menschen, die noch hinein wollten und so gab es eine Abfahrsverspätung. Den Zug am Bahnhof erreichten wir ganz knapp noch. Alle waren erleichtert und die Stimmung im Zug toll, die Punktevergabe verfolgten alle - zumindest in unserem Wagen - gemeinsam auf den Handys und hatten dabei lustige Momente. Am Sonntag schauten wir uns das Finale noch am TV an, zum Beispiel da wir beim Public Viewing nicht ganz alles sehen konnte, immer bevor es zu Live-Schaltung zu uns ins Stadion ging. (Waterloo singen wurde übrigens schon vor der Show geübt - als Abba-Fans fanden wir die Songauswahl genial!) Und alles was zwischen dem Verlassen des Stadions und der Zugsabfahrt stattfand, verpassten wir ja auch. So konnten wir das am Sonntag nachsehen und für uns so die ESC-Woche gemütlich ausläuten.


Wobei die Woche noch ziemlich nachklang, denn sie war Thema überall: zum Beispiel erst letzte Woche im Alnatura, als zwei Verkäufer beim Regale einräumen einen dieser Songs sangen, aber auch einer meiner Schüler, der den gleichen Song mitten im Unterricht anstimmte (es ging eigentlich um ein ganz anderes Lied und ich musste mich beherrschen nicht mitzusingen) - und der Inhalt dieses Liedes werde ich mir nach Schreiben dieses Artikels gleich machen: Espresso Macchiato. ☺ Meine Favoriten neben des Kaffees waren übrigens "C'est la vie" und "Bara bada bastu"- letzteres eindeutig Platz 1 der Zuschauer beim Public Viewing, da sass niemand mehr auf seinem Sitz! 

Gefreut im Mai habe ich mich auch über die Blütenpracht auf meinem Balkon. Vor allem der Jasmin blüht gerade so schön wie noch nie! 

Und wie so oft liegt Freude immer stark neben Trauer: in dieser letzten Mai-Woche hat mich der Bergsturz von Blatten im Wallis beschäftigt, auch in Deutschland und Österreich wurde im TV davon berichtet. Zum Glück hat man die Bevölkerung des Dorfes vorzeitig evakuiert, dass haben wir in der Schweiz schon vorige Woche mitbekommen. Aber diese Leute haben gar nichts mehr, das Dorf ist verschüttet. Man befürchtet Murgänge in den nächsten Tagen, immerhin droht der See nicht mehr weiter zu überfluten. Da stehen dann einige Politiker hin und erzählen, wie schlimm das Ganze ist (ist es ja auch). Aber schlimmer noch, das sind teilweise dieselben, die mit ihren Parteien nichts für den Klimaschutz tun und alle Initiativen für mehr Schutz abblocken. Sowas nervt.

Genervt bin ich auch ein bisschen über mich, dass ich schon wieder so wenig gelesen habe (wenig für meine Verhältnisse, ich vergleiche meine durchschnittliche Lesezahl nur mit mir selbst, nicht mit anderen). Im Mai waren es wie bereits im April 7 Bücher, darunter aber eine Kurzgeschichte und ein reread.

So schnell habe ich noch nie ein Buch zum zweiten Mal gelesen, doch ich bekam nach dem eBook auch noch die Printausgabe und habe es deshalb direkt nochmals gelesen, vor allem auch weil ich so viele Dinge anstreichen musste/wollte.

Mit dabei war auch ein Graphic Novel, jenes über Anne Frank, das erstaunlicherweise sehr ausführlich war und viel Text beinhaltete, weshalb ich es in meiner Monatsübersicht mit zähle. 

Interessant im Mai war die Geschichte über die Familie Campari, "Bittersüsse Träume". Ganz was anderes, aber auch aus Sicht eines Mannes/Jungen geschrieben, war "Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann, das ich aus Leipzig mitgebracht habe. Eine Bewertung finde ich grad schwierig, weshalb ich wahrscheinlich auch keine Rezension schreiben, sondern eher mal einen seiner Krimis lesen werde.

Einen kurzen Ausflug hab ich nach Kirkby gemacht mit der Kurzgeschichte "Wintersonnenwende in Kirkby". Von der "Highland Happiness"-Reihe hab ich noch nicht alles gelesen, was mich nun freut - voraussichtlich im Sommer möchte ich da weiter lesen. Ein Krimi muss noch sein, dachte ich mir diese Woche, und griff zum 5. Band der "Moira Ruscani"-Reihe von Mascha Vassena, der mir wieder gut gefallen hat. 

4 Sterne
- Das Tagebuch der Anne Frank, Graphic Novel Diary von Ari Folman 
- Mit dir steht die Welt nicht still von Melissa Müller  (re-read)
- Bittersüsse Träume von Silvia Cinelli 448 (Die Geschichte der Familie Campari) 
- Wintersonnenwende in Kirkby von Charlotte McGregor (Highand Happiness KG) 
- Bis die Sonne scheint von Christian Schünemann
- Der Schädel von Sant’Abbondio von Mascha Vassena (Moira Rusconi 4) 



5 Sterne 
- Es kann so schön sein, das Leben von Alexander Oetker 


Dann habe ich im Mai noch sowas wie ein Sachbuch gelesen, nämlich "Es kann so schön sein, das Leben" von Alexander Oetker. Was er über das Dolce Vita-Prinzip schreibt, kann ich zum grossen Teil nachvollziehen und bejahen, da ich ja auch sehr viel Zeit meines Lebens im Süden verbrachte. Mein Highlight des Monats.

Mehr habe ich im Mai nicht mehr geschafft zu lesen, und so muss ich zwei Rezensionsexemplare mit in den Juni nehmen, den ersten "Montmartre"-Band von Marie Lacrosse und "Das Teufelshorn" von Anna Nicholas, ein Krimi, der auf Mallorca spielt. Mehr zum Juni dann morgen in meiner Vorschau. 

Wie war euer Mai, was habt ihr gelesen, was erlebt?