Mittwoch, 13. März 2019

Das kleine Café am Meer von Anja Saskia Beyer

Klappentext:
Für die hübsche Hannah Blumberg, Assistentin in der Modebranche mit einer Vorliebe für teure Handtaschen, läuft es gerade gar nicht gut: Erst wird ihr Arbeitsvertrag nicht verlängert, und dann macht auch noch ihr Freund mit ihr Schluss. Per Mail. Eins ist klar: Hannah braucht dringend eine bezahlbare Auszeit. Da kommt die Einladung von Freundin Lucia nach Mallorca gerade recht – Lucia hat ein Café mit Meerblick eröffnet und serviert den besten Kaffee der Insel. Sie vermittelt Hannah außerdem einen Job als Mädchen für alles in der Pension von ihrem Freund Sam. Zwischen Bettenbeziehen und Zeit mit der Freundin begibt Hannah sich auf Spurensuche – nach sich selbst, ihrer Kindheit und vielleicht auch dem Sinn des Lebens. Und dann wäre da noch Sam, der unnahbar und anziehend zugleich ist und ihr manchmal den letzten Nerv raubt. Er zeigt Hannah, wie Orangenblütenhonig schmeckt und hört ihr wirklich zu. Doch was verbirgt Sam und was diese Insel?

Als ich den Klappentext las, hatte ich Lust diesen leichten, sommerlichen Roman zu lesen. Lust auf Sommer macht diese Geschichte um Hannah, Sam, Lucia und Greta auf jeden Fall!

Hannah und Greta arbeiten beide in der Modebranche in Berlin und haben die Nase voll von ihrem Job. Ihre Träume verlaufen im Sand. Anstatt dass ihre Arbeit gewürdigt wird, müssen sie sich von Designern herum stressen und anschreien lassen, und dann verabschiedet sich auch noch Hannahs Freund auf Nimmerwiedersehen.

Als Hannah von ihrer Freundin Lucia eine Nachricht erhält, ergreift sie spontan die Gelegenheit und fliegt nach Mallorca. Auf der Insel bekommt sie gegen stundenweise Arbeit in einer kleinen Pension gratis Logis/Kost. Dass ihr neuer Chef Sam gar nicht so nervig ist wie angenommen, erstaunt sie. Nur doof, handelt es sich bei Sam um Lucias Freund.

Die Story der vier Frauen ist nett und unterhaltend. Hannah, Greta und Lucia kämpfen mit diversen Problemen in ihrem Leben. Die Insel, das Café und die Zeit zusammen entschleunigt die Freundinnen und gibt ihnen Zeit, sich zu überlegen, wie sie ihre Zukunft gestalten möchten.

Sam verbirgt etwas. Jeden Nachmittag verschwindet er für einige Stunden und niemand weiss, wo er sich aufhält. Sein Geheimnis sorgt für ein bisschen Spannung. Sam ist der wichtigste Mann im Roman. Es kommen zwar weitere Männer wie Yann, Peter oder Clooney vor, sie sind aber mehr Verzierung. Ihr Verhalten sorgt manchmal für lustige Szenen in der Geschichte.

Sprachlich fand ich den Roman zu wenig ausgefeilt. Zu oft wird betont, wie alt Hannah und Greta sind; dann spielen einige Dinge, die anfänglich aufgebauscht werden, später keine Rolle mehr. Wie zum Beispiel die Geschichte um eine verwechselte Handtasche. Als Leser überlegt man sich schon, wie Hannah dann doch noch zu ihren Schlüsseln, zum Portemonnaie und ihrem Handy gekommen ist und denkt hier über einen logischen Fehler gestolpert zu sein, aber dann liest man drei Seiten später den Schluss der Taschengeschichte, die dort in zwei Sätzen belanglos abgeschlossen wird.

Am meisten bedauerte ich, dass der im Klappentext erwähnte Orangenblütenhonig keine Rolle im Roman spielt. Orangen sind wichtig für die Geschichte. Am Ende bekommt der Leser sogar das Rezept für den in einem Restaurant getrunkenen Orangen-Caipirinha (Danke dafür!), aber der Honig kam nicht vor. Dabei war für mich der Honig ein Grund dafür, den Roman zu lesen. Nicht nur deshalb hätte man für meinen Geschmack das Orangenthema noch stärker und bewusster einbinden können, anstatt Wert auf die Handtaschenstory oder eine doofe Verfolgungsjagd zu legen. 

Fazit: Unterhaltender Mallorca-Roman mit leichten Schwächen im Schreibstil. 
3.5 Punkte.


Vielen Dank an Feder und Tinte und Netgalley!

Dienstag, 12. März 2019

Die Stunde der Inseltöchter von Sarah Morgan

Klappentext:
Lauren liebt ihre Bilderbuchfamilie, ihr organisiertes Leben und ihr Haus in Notting Hill. Nur manchmal, wenn sie über die makellosen Wände streicht, fühlt es sich an wie ein Kartenhaus, das jeden Moment in sich zusammenfallen könnte. Dann denkt sie an die ungeheuerliche Lüge, die sie und ihre Tochter für immer entzweien würde - und an ihre Familie auf der malerischen Insel Martha’s Vineyard, der sie den Rücken gekehrt hat. Lauren wahrt den schönen Schein. Doch als eine Tragödie sie für einen Sommer zurück auf ihre Heimatinsel führt, treten schicksalshafte Wahrheiten ans Tageslicht - und Lauren muss herausfinden, was Familie und Liebe wirklich bedeuten.

Von Sarah Morgan sind wir uns Freundinnen-Serien gewöhnt. Nun hat sie einen neuen Weg eingeschlagen und einen Einzelband herausgebracht. 

Schon das Cover lässt ahnen, dass die Geschichte ein wenig anders verläuft, als bisherige Sarah-Morgan-Romane. Dem Cover mit dem eher grauen, bewölkten Himmel und dem leicht unruhigen Meer fehlt die Leichtigkeit und macht nachdenklich. Und tatsächlich, von Anfang liegt etwas in der Luft auf der Insel vor Massachusetts. Es sind Geheimnisse, ganz viele, die endlich ans Tageslicht kommen wollen.

"Die Stunde der Inseltöchter" handelt von zwei Schwestern. Die eine wohnt in London mit Mann und Kind, die andere auf der amerikanischen Insel mit Mann und Kinderwunsch.

Lauren freut sich, bald als Innendekorateurin tätig zu sein. Gerade bereitet sie in London gerade das Geburtstagsfest für ihren Mann vor. Schon seit einigen Wochen scheint Tochter Mack komisch drauf zu sein, auch Ed ist anders als sonst, müde und reizbar.

Jenna ist jünger als Lauren, heiratete ihre erste und grosse Liebe Greg und blieb auf der Insel sesshaft, arbeitet als Lehrerin und mag ihren Job. Sie hat einen unbändigen Kinderwunsch, der ihr Leben extrem belastet.

Nancy hat keine gute Beziehung zu ihren beiden Töchtern. Als Malerin war sie oft unterwegs, zuhause war sie beschäftigt. Spass hatten ihre Kinder nur mit ihrem Vater. Auch Jahre später ist der Besuch der Mutter eher ein Muss als ein Vergnügen.

Jede der Frauen erzählt ihre Geschichte selbst, abwechselnd kommen sie in den Kapiteln zu Wort. Sie kennen sich sehr gut, und doch gelang es allen Geheimnisse voreinander zu haben. Als das Schicksal unverhofft zuschlägt, vereint es die Frauen in ihrem Elternhaus, einem Kapitänshaus auf Martha's Vineyard. Wie in einem Dominospiel werden, kaum wird das erste Geheimnis gelüftet, weitere Dominosteine zu Fall gebracht.

Wie die einzelnen Familienmitglieder und das nähere Umfeld damit umgehen, hat die Autorin schön geschildert. Die Verletzlichkeit der Charaktere, den Mut mit allem Neuen von vorne zu beginnen, zwischen Neuem und Alten zu stehen, zweite Chancen zu packen - das alles bringt Sarah Morgan enorm gut aufs Papier.

Während das, was bisher verschwiegen wurde und nun ans Licht kommt, Dramatik bietet, sorgt das Setting auf der Insel mit Strand, Meer und Schiffen für eine gewisse Heiterkeit und versteckten Optimismus. Für mich ist es der intensivste Sarah-Morgan-Roman bisher, ich habe ihn regelrecht verschlungen.

Fazit: Mit Leidenschaft erzählte dynamische Familiengeschichte vor einer wundervollen Kulisse.
5 Punkte. 



Donnerstag, 7. März 2019

Das Modehaus - Töchter der Freiheit von Julia Kröhn

Klappentext:
Die goldenen Zwanziger, spektakuläre Modekollektionen und ... Coco Chanel. Fanny hat genug von der altbackenen Mode im familieneigenen Imperium und will in Paris als Modeschöpferin durchstarten. Am Ende hat sie nur als Mannequin Erfolg, und auch dieser glitzernde Traum zerplatzt. 1946 kämpft Tochter Lisbeth im zerbombten Frankfurt ums nackte Überleben – und um das Modehaus ihrer Vorfahren. Erfindungsreich führt sie es in eine neue Zeit, zahlt dafür jedoch einen hohen Preis. 1971 ist Rieke die Liebe wichtiger als das Geschäft. Doch dann steht das Familienunternehmen vor dem Bankrott – und sie vor einer folgenschweren Entscheidung.



Am liebsten hätte ich anfangs Jahr, gleich nachdem ich die die Vorgeschichte ausgelesen habe, im "Das Modehaus" weiter gelesen. Doch ich musste mich bis Februar gedulden. Als ich es endlich beginnen konnte, viel mir der Einstieg komischerweise schwer. 

Zum einen lag es sicher daran, dass ich nicht länger als 15 Minuten am Stück lesen konnte, da ich diesen historischen Roman die ersten Tage nur unterwegs las oder sonst kurz vor dem Schlafen als Bettlektüre. Für die meisten Kapitel braucht man 10 bis 15 Minuten und da hört man dann eher auf zu lesen, als spätabends noch ein neues Kapitel zu beginnen. Für das weit verbreitete Phänomen "nur noch ein Kapitel" fehlte mir ein wenig die Spannung sowie der Umstand, dass es in jedem Kapitel um eine der Frauen geht. Wenn man sich also gerade in das Leben der einen eingelesen hat, geht es mit der anderen im neuen Kapitel weiter. 

Zum andern lag es auch daran, dass man als Leser zwar weiss, dass das Modehaus König das Zentrum des Romans ist, aber wie die Leben oder das Schicksal der drei Generationen zusammen hängen bzw. auf was die Geschichte hinaus läuft, wird erst gegen Schluss ersichtlich. 

Mein Roman-Einstiegs-Problem wäre wahrscheinlich nicht aufgetreten, wenn die Geschichten chronologisch erzählt oder samt Vorgeschichte auf zwei Bände aufgeteilt worden wären. Aber das ist nicht so und deshalb empfehle ich allen Lesern, sich am Anfang der Lektüre ein bis zwei Stunden ungestörte Lesezeit zu gönnen, damit man von jeder Person mindestens zwei Kapitel lesen kann um richtig in die Story reinzukommen.

Der Erzählstrang über Grossmutter Fanny beginnt 1914. Mutter Hilde ist Korsettschneiderin, Tante Alma eine Soufragette. Fanny ist fasziniert von neuen Kleiderformen, doch ihre selbstgeschneiderten Kleider finden keinen Anklang bei ihrer Mutter Hilde. Fanny liebt alles Französische, für Fanny ist das der Inbegriff der Modewelt. Als sie Georg König kennenlernt, scheint sie ihrem Wunsch näher gekommen zu sein. Zumindest gehört Georg ein Modehaus in Frankfurt, doch der erste Weltkrieg steht bevor und bald ändert sich alles. Fanny will Modeschöpferin werden, scheitert aber immer wieder. Sie hätte ich mir stärker vorgestellt. Ihr Leben war von Sehnsucht geprägt, doch ihr fehlte der Ehrgeiz und der Mut mehr aus ihrem Talent zu machen. 

Mutter Lisbeth's Erzählstrang beginnt während zur Zeit des zweiten Weltkriegs, um 1944 und berichtet wie Lisbeth alles möglich macht um ihren Kindern Rieke und Martin das Überleben einfacher zu machen und später das Modehaus wieder zu eröffnen. Lisbeth ist enorm kreativ, schneidert u.a. aus alten Regenschirmbespannungen Kleider. Ihr Leben war nicht einfach, sie musste viel entbehren und trotzdem war Lisbeth die Person, die ich am wenigsten mochte. Erst ganz am Schluss bekam sie von mir einige Sympathiepunkte.

Ab 1971 spielt Tochter Riekes Teil. Als Riekes Bruder Martin das Modehaus abwirtschaftet, greift sie ein und übernimmt zum Erstaunen aller das Geschäft. Mutter, Ehefrau und Geschäftsfrau zu sein, war damals unüblich und es wird beschrieben mit welchen Vorurteilen sie zu tun hatte. Riekes Beginn in Paris fand ich nicht so geglückt, man lernt zwar die Figuren besser kennen, es hat aber keine Auswirkung auf das spätere Geschehen, es ging der Autorin wohl mehr um das Verständnis der damaligen Mode- und Musikkultur.

Die Geschichte des Modehauses ist eng an die drei Frauen gebunden. Neben dem Modehaus bildet ein roter Schal den roten Faden durch den 529 Seiten langen Roman. Die Männer der Frauen tragen zwar viel zum Schicksal der weiblichen Familienlinie bei, sind aber immer nur Nebencharaktere. Stattdessen zeigt die Autorin weitere mögliche Frauenschicksale auf, in den Figuren von Tante Alma, Frieda, Klara, Alice, Vera und Ute. Insbesondere Alma und Klara fand ich gelungen - ich freute mich immer, wenn die zwei wieder in einem der Kapitel auftauchten.

Ganz stark sind die mannigfaltigen Informationen, natürlich passend zur jeweiligen Zeit, die Julia Kröhn hervorragend recherchiert und in die Geschichte eingewebt hat. Für mich war zum Beispiel neu, dass in den 70ern Männer die Arbeitsstelle ihrer Ehefrauen kündigen konnten. Die Probleme des Modehauses König über die Jahrzehnte hinweg sind nachvollziehbar. Was in den 70ern das Problem mit den Versandhäusern, ist heute wohl der Onlinehandel.

"Das Modehaus" ist kein Pageturner, dafür abwechslungsreich, anschaulich und trotz aller Dramatik humorvoll geschrieben.

Fazit: Vielfältiger und mit interessanten Infos gespickter Familienroman über die Geschichte eines Modehaus im Zeitraum von knapp 200 Jahren. 
4 Punkte.



Dienstag, 5. März 2019

Krimi: Spanischer Totentanz von Catalina Ferrera (Lindberg/Diaz 2)

Klappentext:
Was treibt ein erzkonservativer Politiker nachts auf dem Cementiri de montjuïc - einem Friedhof, so groß wie eine ganze Stadt, der in den dunklen Stunden Schauplatz illegaler Partys und allerhand anderer unziemlicher Vergnügungen ist? Und, wichtiger noch: Wer hat den Mann dort ermordet? Als eine weitere – unbeerdigte – Leiche auf dem Friedhof auftaucht, geht im abergläubischen Barcelona schnell die Angst um. Comisario Alex Diaz und sein Schwager Karl Lindberg, gerade offiziell zum Sergent der katalanischen Polizei ernannt, haben alle Hände voll zu tun, den »Teufel« selbst dingfest zu machen.




Schlag auf Schlag geht es im zweiten Band der Lindberg/Diaz-Serie weiter. Knapp vier Monate nach seinem ersten Fall für die katalanische Polizei wird der deutsche Kommissar Karl Lindberg offiziell zum Sergent ernannt. Kaum ist der offizielle Teil vorbei, werden er und sein Schwager Alex Diaz an einen Tatort gerufen. Auf einem Friedhof wurde die Leiche des bereits seit zwei Wochen vermissten Politikers Fernando Bunyol aufgefunden. 

Noch bevor offiziell bestätigt ist, dass es sich bei der Leiche um Bunyol handelt, sorgen schon die ersten Zeitungen für dementsprechende Schlagzeilen. Die direkte Vorgesetzte, Cap d'Untitat, Maria Abrol tobt, doch Karl kann gut mit ihr umgehen. Viel mehr macht er sich Sorgen um die zuverlässige Assistentin Marla, die urplötzlich verschwunden ist.

Ihre Abwesenheit spüren die beiden Kommissare und das restliche Team von Tag zu Tag mehr. Doch sie kommen kaum dazu, nach ihr zu suchen, denn schon bald wird eine zweite Leiche auf demselben Friedhof aufgefunden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten, handelt es sich doch nicht um einen Mord mit politischem Hintergrund oder ist etwa ein Serientäter am Werk - und wo um Himmels willen steckt Marla? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die Suche nach dem Täter führt quer durch die Metropole.

Besucher der Stadt werden viele Gegenden wieder erkennen und/oder Lust bekommen, sich die erwähnten Quartiere anzusehen. Doch auch wenn einem die Stadt total egal ist, man den Krimi des Krimi wegen liest, kann man sich durchgehend von der fesselnden Handlung mitreissen lassen.

Das Team findet in "Spanischer Totentanz" immer mehr zusammen. Karls Mitarbeiter werden von seiner Familie fast schon adoptiert. Die Familie ist für Spanier wichtig, deshalb spielt sie auch in der Serie eine grosse Rolle. Umso schöner für Karl, dass sich sein Team mit seiner Familie versteht und sie nicht nur zusammen feiern können, sondern sich auch gegenseitig unterstützen. Nur Alex ist noch nicht so ganz zufrieden mit seinem Privatleben. Ob Alex sein Glück endlich findet, werden wir wohl im dritten Band erfahren.

Zu lesen wie die Ermittler den verschiedenen Fährten und Marlas mysteriösem Verschwinden nachgehen, ist interessant. Und auch wenn man vielleicht etwas in Richtung Täter ahnt, bleibt der Krimi spannend bis zuletzt und macht Spass.

Fazit: Auch der zweite Band der Lindberg/Diaz-Serie überzeugt und kann in Tempo, Witz und Spannung mit dem ersten Band mithalten. Tolle Krimi-Unterhaltung vor schöner Kulisse!  
4 Punkte.


Reihenfolge: 
Band 4: Spanisches Blutgeld

Montag, 4. März 2019

Krimi: Spanische Delikatessen von Catalina Ferrera (Lindberg/Diaz 1)

Klappentext:
Comisario Alex Diaz von der katalanischen Polizei , Mossos d`Esquadra, zieht seinen Schwager Karl Lindberg, einen beurlaubter Berliner Kriminalkommissar, zu Rate, als in Barcelonas traditionsreichstem Delikatessengeschäft ein Schinken mit der Prägung »100 % carne humana« – 100 % Menschenfleisch – auftaucht. Als »Praktikant« darf Karl seine Erfahrung beisteuern, wenn Alexʼ lässiger Charme mal nicht mehr weiterhilft. Der vertrackte Fall führt das ungleiche Ermittler-Paar tief in Familienstreitigkeit und zeichnet gleichzeitig ein authentisches und höchst atmosphärisches Bild von Barcelona. 



Barcelona habe ich bereits vier Mal besucht. Ich mag die Stadt und freute mich deshalb sehr, diesen Krimi, der in der spanischen Hafenstadt zuhause ist, zu entdecken.

Karl Lindberg arbeitete als Kriminalkommissar in Berlin, bevor er vor einigen Monaten seiner Frau Alba zuliebe nach Barcelona zog, wo sie die Apotheke ihrer Eltern weiterführt. Sein junger Schwager Alex wurde kürzlich zum Kommissar der katalonischen Polizei, der Mossos d'Esquadra, ernannt. Für Karl total unverständlich. Deshalb wundert er sich auch nicht, dass Alex ihn bei seinem erstem Fall gleich um Hilfe bittet und mit einbezieht.


Im Quartier, in dem Alex und Karl wohnen, ruft Dolores, die Besitzerin des Delikatessengeschäfts Alex an. Auf einem Schinken klebt eine Etikette, auf dem steht, dass es sich um Menschenfleisch handelt. Dolores gruselt es, Alex weiss nicht was tun, erst Karl kümmert sich und beginnt zu ermitteln. Offiziell als Praktikant - eine Bezeichnung, die der erfahrene Karl gar nicht mag. 

Der Krimi erinnert ein wenig an das "Kommando Abstellgleis", denn auch in Barcelona setzt sich das Ermittlerteam aus unbeliebten Mitarbeiter zusammen. Mit viel Liebe, Humor und Ironie werden die Figuren gezeichnet. Man stösst auf nette Charakter wie Karl und seine Familie, schwierige wie Karls Schwiegermutter oder die Leiterin von Alex Einheit Maria Arbol, clevere wie Rafa, solche die man nicht mag wie Polizist Dominguez und Charmeure wie Alex oder schrullige wie Chi Yung, Marla oder Iris Ramirez - die man einfach gern haben muss.

Wer schon in Barcelona war, wird sich in "Spanische Delikatessen" sehr wohlfühlen. Die Schauplätze in den Hafenviertel der Stadt lassen an eigene Erkundungstouren durch die Stadt erinnern. Wer seine Stadtreise erst plant, packt diesen Krimi unbedingt ins Reisegepäck und liest ihn vor Ort bei einem Café Cortado oder bei herzhaften Speisen.

Gutes Essen ist für Spanier wichtig, ebenso für unsere beiden Ermittler. Somit ist es nicht verwunderlich, dass man beim Lesen Hunger auf Tapas versprüht. Wer diese selbst zubereiten mag, dem werden am Ende des Buches einige Rezepte geboten, wie auch einige wichtige spanische Wörter.

Catalina Ferrera ist das Pseudonym für Eva Siegmund. Die Autorin legt hier einen lässigen Serienauftakt vor, der zu hundert Prozent überzeugt. Der Fall um den mysteriösen Schinken ist spannend, witzig und überrascht immer wieder. Die Figuren bieten Potential für viele weitere Folgen, auf die ich mich jetzt schon freue.

Fazit: Toller Plot, tolles Setting, tolles Team - lese ich gerne wieder.
5 Punkte. 


Reihenfolge: 
Band 4: Spanisches Blutgeld

Samstag, 2. März 2019

Die Gabe der Liebe von Debbie Macomber (Blossom Street 7)

Klappentext:
Michael ist überwältigt. Ein Jahr ist es her, dass er seine große Liebe Hannah verloren hat - ein Jahr voller Trauer. Jetzt hält er ihren letzten Brief in den Händen. Und doch kann er nicht tun, was sie sich von ihm wünscht. Er soll sich neu verlieben, heiraten und das Glück finden, das die Krankheit ihm genommen hat. Nur widerstrebend tut er Hannah den Gefallen, sich wenigstens einmal mit den Frauen zu treffen, die sie für ihn ausgesucht hat. Aber ist vielleicht genau das seine Chance für einen ersten Schritt zurück ins Leben?




Der Klappentext liess mich an "PS: Ich liebe dich" von Cecelia Ahern denken, doch der siebte Band der Blossom Street-Reihe geht in eine andere Richtung. Er kann übrigens gut als Einzelband gelesen werden, denn in "Die Gabe der Liebe" (englischer Originaltitel: "Hannahs List") treten bis auf Winter Adams nur einige der Kinder von bereits bekannten Figuren aus der Reihe auf, die einen Termin bei Kinderarzt Michael haben.

Michael ist seit einem Jahr Witwer, als ihm ein Brief von seiner Frau Hannah überreicht wird. Hannah wünscht sich, dass Michael sich erneut verliebt und glücklich wird. Er hat ihren Tod noch lange nicht überwunden, und sie schreibt von neuer Liebe? Zuversichtlich hat sie eine Liste mit drei Namen von Frauen erstellt, die Hannah sich gut an Michaels Seite vorstellen kann. Er hingegen kann sich nicht mal vorstellen, diese Frauen zu daten. Er nimmt ja nicht mal mehr an den Pokerabenden mit seinen Freunden teil.

Nur eine der Frauen auf Hannahs Liste kennt Michael: Winter Adams, die das French Café in der Blossom Street führt. Sich mit Winter zu treffen findet Michael ja grad noch okay. Schliesslich ist sie Hannahs Cousine. Winter hat sich gerade erneut von ihrem französischen Partner und Koch Pierre Dubois getrennt. Dieses Mal soll es eine dreimonatige Auszeit sein, bevor sie sich final entscheiden, wie es weitergehen soll. Sie streiten sich viel zu oft, was keine gute Grundlage für eine Beziehung ist.

Leanne war Hannahs Krankenschwester und ist die zweite Frau auf der Liste. Leanne hat sich scheiden lassen, nachdem sie erfuhr, dass ihr Mann Mark Geld veruntreut hat und ihr nicht mal, als er bereits im Gefängnis sass, etwas darüber erzählte. Erst bei der Gerichtsverhandlung erfährt sie den Grund für den Betrug.

Die dritte Frau auf der Liste ist Model und Malerin Macy. Sie lebt mit Katzen und einem Hund in einem farbigen und unordentlichen Haus, betreut nebenbei ihren Nachbarn Harvey, ein Kriegsveteran. Macy ist sehr chaotisch, fast immer zu spät und bringt selten eine Arbeit zu Ende.

In gewohntem Macomber-Stil lernen wir Leser alle drei Frauen kennen. Jede von ihnen hat eine Geschichte, die eindrücklich erzählt wird. Es geht bei allen vier Figuren darum, ob sie bereit sind für eine neue Beziehung, bereit sind sich neu zu verlieben und die Vergangenheit abzuschliessen. Das Thema "Liebe" wird durch die vier verschiedenen Lebensgeschichten von allen Seiten beleuchtet. Michael trauert noch, Winter will eine Beziehung ohne täglichen Streit, Leannes Vertrauen wurde missbraucht und Macy hat vor lauter Nächstenliebe keine Zeit für eine Beziehung.

Die Charaktere mag man auf den ersten Blick. Als Leser fiebert man mit, will wissen wie alle, teilweise sehr spannenden, Geschichten ausgehen - nicht nur die von Michael. Bis fast zum Schluss bleibt offen, ob Michael Hannahs Wunsch erfüllen wird oder nicht.

Fazit: Ein romantischer Schmöker mit emotionaler Tiefe.
4 Punke. 


Reihenfolge:
Band 1: Das Muster der Liebe
Band 2: Die Maschen des Schicksals
Band 3: Der Garten des Lebens
Band 3.5: Der Winter der Wunder (Christmas Letter)
Band 4: Die Farben der Herzen
Band 5: Eine Schachtel voller Glück
Band 6: Sommer der Wünsche 
Band 7: Die Gabe der Liebe 

Freitag, 1. März 2019

Lesebiografie Februar 2019

Es ist Freitag, Ende der Woche und gleichzeitig der erste Tag des neuen Monats. Wenn der Monat jeweils in der Mitte des Monats endet, habe ich immer das Gefühl es könne nicht sein. So auch jetzt. Mir wärs lieber, wenn der März erst am Montag beginnen würde. Das würde sich für mich runder anfühlen :-) 


Dann hätte ich sicher auch mein aktuelles Buch ausgelesen, "Das Modehaus" von Julia Kröhn. Ich habe es bereits Anfangs Woche begonnen zu lesen, doch am Dienstag beim Zahnarzt hatte ich den "falschen" Reader dabei und begann mit dem siebten Teil der Blossom Street-ReiheDanach wollte ich nur kurz in einen Krimi reinlesen. In dem blieb ich hängen, und weil er so gut war, las ich gleich noch den zweiten Teil, der diese Woche neu erschienen ist. Es handelt sich dabei um die Lindberg/Diaz-Reihe von Catalina Ferrera. Der Name ist ein Pseudonym für die Autorin Eva Siegmund. Ich fühlte mich sehr wohl in Barcelona mit Karl und Alex - die Rezensionen zu beiden Krimis kommen nächste Woche online. 







Im Februar konnte mich aber auch der dritte Teil der Rosalie-Serie überzeugen, er erscheint am 18. März. Überzeugen konnten mich aber auch die anderen 5-Punkte-Bücher, "Das kleine Sommerhaus am Meer" (macht imfall mega Lust auf Strandferien), "Liebe ist ein Bauchgefühl" und "Das kleine Café in Kopenhagen". Enttäuscht war ich von "Die Oleanderschwestern", der Rezension könnt ihr entnehmen wieso. Auch "Wölfe an der Côte d'Azur" konnte mich nicht begeistern, denn wie bereits im vierten Band ging es hier mehr um das Thema, (hier das Pro und Contra betreffend freilebende Wölfe) als um den Krimi. "Falsche Austern" gefiel mir eigentlich gut, doch den Schluss fand ich einfach nur doof.




Nicht erwähnt habe ich vier der 4-Punkte-Bücher. Die Rezension zu "Das Geheimnis von La Bastide Blanche" ist bereits online, jene zu "Spätsommerliebe" und "Das Biest von Marcouf" werden nachgeliefert. Aufgrund der zwei Wochen Sportferien (=Kind zwei Wochen lang beschäftigen) und meinem kleinen "erweiterten Unfall" (geschwollener Zeh und geschwollene Backe...) am Ende der Ferien, kam ich nicht so viel zum Schreiben wie gehofft.



Gelesen im Februar habe ich folgende Bücher: 

3 Punkte:
Die Oleanderschwestern von Cristina Caboni  
- Wölfe an der Côte dAzur von Christine Cazon (Duval 5) 

3.5 Punkte:
- Falsche Austern von Catherine Simon (4. Fall für Leblanc) 

4 Punkte:
- Spätsommerliebe von Petra Durst-Benning  
- Tee? Kaffee? Mord! Zum Ersten, zum Zeiten … und tot von Ellen Barksdake (Band 8) 
- Der Kommissar und das Biest von Marcouf von Maria Dries (Band 9) 
Das Geheimnis von La Bastide Blanche von Mary L. Longworth (Verlaque 7)
- Die Gabe der Liebe von Debbie Macomber (Blossom Street 7) 
- Spanischer Totentanz von Catalina Ferrera (Lindberg/Diaz 2)

5 Punkte:
- Liebe ist ein Bauchgefühl von Victoria Brownlee
Das kleine Café in Kopenhagen von Julie Caplin (Romantic Escapes 1)
- Rosalie und das Land des Lichts von Julie Lescault (Rosalie 3) 
- Spanische Delikatessen von Catalina Ferrera (Lindberg/Diaz 1) 


Der Buchmarkt wird im März ja jeweils mit Neuheiten überhäuft - auch mein SuB ist dementsprechend schon recht gewachsen, habe einige Bücher schon bekommen, zwei schon gelesen. Auf meiner Märzleseliste stehen zum Beispiel "Das Honigmädchen" von Claudia Winter, "Die Stunde der Inseltöchter" von Sarah Morgan und "Unter dem Limonenhimmel" von Marie Matisek und "Jubilate" von Johanna Alba und Jan Chorin. Zudem freue ich mich extrem auf "Madame Piaf" von Michelle Marly.

Freuen tue ich mich natürlich auch auf die Buchmesse in Leipzig, da stehen einige tolle Punkte auf dem Programm. Zum Beispiel die Lesung und das Frühstück mit Claudia Winter oder die Lesung mit Julia Kröhn. Ich werde berichten! Und nun hoffe ich, dass das warme und sonnige Frühlingswetter uns auch im März, besonders während der #lbm19 nicht im Stich lässt :-)