Montag, 12. Dezember 2016

Montagsfrage 12.12.2016


Welchen Stellenwert nimmt das Lesen bei deiner Freizeitgestaltung ein?

Ich mag das Wort Stellenwert nicht, das hört sich für mich nach Arbeit, Wettbewerb und Mathe an. 

Ich lese sehr gerne und oft, für mich gehört Lesen wie Zähneputzen zum Alltag. Meistens lese ich Abends, da ich, seit ich nicht mehr Abends unterrichte, meistens zuhause bin. Mit Familie ist man Abends halt eh zuhause, nicht mehr wie früher als man nach dem Arbeiten abends Kurse besuchte oder sich mit Freunden traf und eher selten mal zuhause war. Da bleibt trotz TV viel Zeit zum Lesen. 
Tagsüber lese ich vor allem wenn ich unterwegs bin und während Wartezeiten, wie beispielsweise auch beim Kochen. Obwohl ich zu Hause arbeite und meine Arbeitszeit selbst einteilen kann, setze ich mich tagsüber eher selten zum Lesen hin. Ausser ich habe in einem extrem spannenden Buch gerade noch eine halbe Stunde zu lesen...
Viel Zeit stecke ich natürlich auch in meinen Blog. Manchmal fast zuviel, und dann ertappe ich mich dabei, wie ich denke "anstatt all die Mails beantworten oder etwas auf FB oder Twitter zu verlinken könnte ich jetzt auch einfach nur für mich lesen". 
Und so bleibt je nachdem verschieden viel Zeit, die ich fürs Lesen "aufwende", manchmal mache ich mehr Sport, manchmal treffe ich mich öfters mit Freunden, manchmal schaue ich öfters TV. In diesem Sinne möchte ich keine Rangliste erstellen und somit auch die Frage nicht so beantworten wie erwartet wird, sondern sie mit einem von mir frei übersetzten Bibelzitat (nach Prediger 3) beantworten:
Lesen hat seine Zeit, Familie und Freunde haben seine Zeit, Sport hat seine Zeit, Arbeiten hat seine Zeit, Nichtstun hat seine Zeit. 
In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und "Carpe diem"! 


Und sonst so:
Während ich hier geschrieben habe, ging gerade die Sonne hinter dem Hügel auf - durch die nackten Äste der Bäume vor meinem Bürofenster konnte ich zusehen, wie innert Minuten die Sonne orange aufging und den Himmel erleuchtete. Schön. 

Habt ihr es schon gesehen? "Die Glasbläserin" von Petra Durst-Benning wurde verfilmt und läuft heute Abend um 20:15 Uhr auf ZDF: Mehr dazu hier.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Krimi: Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague (Lagarde 4) von Maria Dries

Klappentext: 
Philippe Lagarde, Lebenskünstler und Kommissar im Ruhestand, wird von einer jungen Frau aufgesucht, die behauptet, der Tod ihrer Großmutter vor fünf Jahren sei kein Unfall gewesen, sondern Mord. Sie habe einen Mann beobachtet, der fluchtartig das Haus verließ, nur habe ihr niemand geglaubt. Lagardes Interesse ist geweckt – vor allem, als sich wenig später eine ähnliche Tragödie wiederholt. Eine alte Frau stürzt mitten in der Nacht die Treppe hinunter – offenbar wurde sie vorher betäubt. Bald weiß Lagarde, dass er auf der richtigen Spur ist.




Dieser vierte Band der Kommissar Lagarde-Serie ist bereits im Juni erschienen, doch ich habe mit Lesen abgewartet, bis Anfang Dezember der fünfte Band erschien. So konnte ich beide Bücher nacheinander lesen, als Serienjunkie das absolute Vergnügen!

Pierre wird in Gastons Bistro von einem jungen Mädchen und ihrem Bruder aufgesucht. Sie haben gespart, um Pierre zu bezahlen und möchten, dass er den Tod ihrer Grossmutter untersucht. Er informiert sich über diesen Fall und merkt, dass die Beobachtungen der Kinder gar nicht so verkehrt waren. 

Roselin und Valérie fühlen sich betüpft, denn sie waren der Meinung ausreichend ermittelt zu haben und auch der Arzt war sicher, dass es sich beim Tod der Grossmutter um einen Unfall handelte. Doch weitere ähnliche Todesfälle deuten auf einen Serientäter hin. Die Identität des Täters ist bald bekannt und die Ermittler jagen seinen Spuren hinterher. 

Diese Jagd ist spannend dargestellt und führt Pierre und Valérie an einige schöne Plätze quer durch die Normandie. Die Autorin beschreibt diese Ortschaften und die Reisen dorthin ausgiebig und vermittelt einem das Gefühl, selbst dort zu sein. Doch auch die Figuren werden genau beschrieben, so dass man immer weiss, mit wem man es zu tun hat. 

Pierre Lagrande und "sein" Team wachsen mir immer mehr ans Herz. Das Team in Band 4 besteht neben Pierre Lagrande aus dem Hauptkommissar von Cherbourg Ludovic Cleroc, der Rechtsmedizinerin Dr. Delphine Moreau, dem Chef der Gendarmerie Barfleur, Roselin Dumas, sowie seine Assistentin Valérie - alle sind so herrlich normal, obwohl keiner von ihnen langweilig ist. Die Zusammenarbeit ist top. 

Kein Wunder, es stört auch kein böser Chef oder schrullige Kumpanen. Nach all den Serien, in denen ein missmutiger Polizeichef, ein eingebildeter Mitarbeiter oder beides zusammen vorkommen, tut es gut zu lesen, dass es auch Arbeitsteams gibt, die hervorragend miteinander auskommen und Hand in Hand arbeiten. 

Bei "Der Kommissar und..." handelt es sich um eine tolle Serie, die mit ihren unaufgeregten Charakteren heraussticht und für spannende Lesestunden sorgt. Ausserdem ein Must-have für krimilesende Normandie-Reisende!

Fazit: "Der Mörder von Cap de la Hague" liest sich spannend und versetzt den Leser für einige Stunden in die Normandie.
4 Punkte.

Samstag, 10. Dezember 2016

TV-Tipp: Die Glasbläserin von Petra Durst-Benning

Passend auf die Adventszeit wurde der Roman "Die Glasbläserin" von Petra Durst-Benning verfilmt. Gestern Abend lief der Film bereits auf Arte, am kommenden Montag, 12.12.2016, auf ZDF um 20:15 Uhr. 




"Die Glasbläserin" ist der erste Teil einer Trilogie, bei der mir der erste Teil weitaus am besten gefallen hat. Als der erfolgreiche Glasbläser Joost Steinmann stirbt, sind seine drei Töchter auf sich alleine gestellt. Sie wollen den Betrieb weiterführen, auch wenn das in Lauscha anno 1890 Frauen nicht erlaubt war. So gehen sie Anstellungsverhältnisse ein, bei denen keine glücklich wird und bald nehmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand. 







Das Buch wurde nicht eins-zu-eins verfilmt, angedeutet wird dies schon mal, dass nur zwei der drei Schwestern aufgeführt werden. Gespielt werden Marie und Johanna von den Schauspielerinnen Luise Heyer und Maria Ehrich. Ob die dritte Schwester, Ruth, gar nicht vorkommt oder nur in einer Nebenrolle, werden wir ja dann sehen. Ich bin Verfilmungen von Büchern ja immer ein wenig skeptisch gegenüber eingestellt, so auch hier - wohl gerade weil mir das Buch extrem gut gefallen hat. So bin ich sehr gespannt auf den Film, den ich mir leider am Montag nicht anschauen kann, dafür aber aufnehme. 


Wer noch Weihnachtsgeschenke sucht: das Buch ist absolut empfehlenswert! Und die Verfilmung ist bereits als DVD erhältlich. Legt sie doch euren Tanten, Gottis, Müttern etc. unter den Christbaum, vielleicht dekoriert mit einer schönen handgeblasenen Christbaumkugel? 

Wer sich für die Kunst der Christbaumkugeln interessiert, darf sich das Buch nicht entgehen lassen! Und den Film natürlich auch nicht 😀 
Und wem dazu noch das passende Getränkt fehlt, dem sei das Lieblingsrezept der Autorin Petra Durst-Benning zu empfehlen:


Viel Spass beim Film schauen, Buch lesen und Glühwein trinken! 

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Krimi: Mord im stillen Belfrey von Michelle Kelly (Keeley Carpenter 1)

Klappentext:

Tödliche Idylle. Keeley kommt nach zehn Jahren aus New York in die verschlafene englische Kleinstadt Belfrey zurück. Sie hat vor, im ehemaligen Fleischerladen ihres Vaters tagsüber vegetarische Speisen anzubieten und abends Yoga zu unterrichten. Bei den Einwohnern des Ortes stößt das auf wenig Begeisterung. Im Laden bricht ein Brand aus, eine Leiche wird gefunden. Nach einem guten Start in ihr neues Leben sieht das nicht gerade aus. Ob der charmante Detective Ben Taylor ihr helfen kann? Ein spannender Serienbeginn. Library Journal. Das Buch hat alles, was Cosy Crime so populär macht.



England, Krimi, Yoga und vegetarische Cafés - das mag ich alles. Wie toll, wenn all die Themen in einem Buch zusammen vorkommen! 

Keeley erbt die Metzgerei ihres Vaters und plant, darin ein Café und einen Yogaraum zu eröffnen. Noch bevor Keeleys erste Schritte bei ihrer Ankunft in Belfrey in die leere Metzgerei führt, erfährt sie, dass es in einem der Räume nicht nur brannte, sondern auch eine Leiche gefunden wurde. Ihre Eröffnungspläne werden somit total durcheinander geworfen. Ihre Gefühle ebenfalls: so richtig heimisch fühlt sie sich nicht mehr. 

Ja, die Heimkehr hat sich Keeley einfacher und glamouröser vorgestellt. Stattdessen wird sie kaum mehr von den Einheimischen erkannt. Nicht mal ihr ehemaliger Schulschwarm Ben scheint sich zu erinnern. Dafür erinnert sich Raquel, Keeleys Widersacherin, nur zu gut und befürchtet Konkurrenz. Auch einige andere Einwohner wollen kein vegetarisches Café im Ort. Nur Megan und Duane, die Neuen im Dorf, halten zu Keeley. 

Die Charakterbeschreibungen empfand ich sehr gelungen. Klischees werden grosszügig bedient. Egal, ob es der Farmer ist, der Angst hat, zukünftig zu wenig Fleisch zu verkaufen oder die beiden Dorftratschtanten. 

Einzig Keeley nervte mich ein wenig. Sie erinnert mich stark an Agatha Raisin, einfach in jung. Aber so wie sich Agatha von Fall zu Fall entwickelte, so kann in den zukünftigen Fällen ja auch noch was aus Keeley werden. 

Der Fall an sich war nicht sehr spannend, dafür knifflig, denn jeder könnte es gewesen sein. Ich kam erst sehr spät auf eine Idee, die sich dann am Ende des Buches bestätigte.

Zwischen einigen Kapiteln werden Yoga-Atmungen beschrieben. Eine nette Idee, die es für mich nicht gebraucht hätte.

Fazit: Ein typischer Cosy-Krimi und somit ein angenehmer Einstieg in die Keeley Carpenter-Serie mit einem Touch Agatha Raisin und Luft nach oben. 
Knappe 4 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Mord im stillen Belfrey
Band 2: Das bisschen Mord

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Mit Liebe gewürzt von Mary Kay Andrews

Klappentext:

Gina Foxton hat sich gerade als Fernsehköchin eines regionalen Senders einen Namen gemacht, als ihre Welt zusammenbricht. Erst erwischt sie ihren Produzenten und Lebenspartner in flagranti, dann eröffnet ihr dieser, dass ihre Sendung abgesetzt werden soll. Nicht mit ihr! Mit Tränen in den Augen beschließt Gina, dass sie es jetzt erst recht allen beweisen muss. Sie will den Sprung ins nationale Fernsehen wagen. Dafür muss sie jedoch an Tate Moody vorbei, der die Kochszene mit genialen Rezepten, seiner frischen Art und einem sexy Lächeln dominiert. Dem Angeber werde ich es zeigen, denkt Gina und nimmt die Herausforderung zu einem Kochwettbewerb der Superlative an. Wenn sie nur nicht bei jeder Begegnung mit Tate den Kopf verlieren und die falschen Zutaten in den Kochtopf schütten würde. 


Nachdem mich "Kein Sommer ohne Liebe" enttäuscht hatte, brauchte ich erstmal ein wenig Pause von Mary Kay Andrews, obwohl noch mehr Bücher von ihr auf meinem SuB warteten. Erst als ich für eine lange Bahnfahrt nach Frankfurt eine unkomplizierte Lektüre suchte, griff ich wieder zu einem der amerikanischen Autorin.

Als Ginas Produzent sich einen Fehltritt leistet, scheint es mit ihrer Karriere als Fernsehköchin zu Ende zu sein. Doch sie bekommt die Chance sich für einen anderen Sender kochend zu bewerben. Leider ist sie nicht die Einzige, Tate Moody darf ebenso ran. Durch einige Missgeschicke sind sich Tate und Gina nicht gerade grün. Als sie erfahren, dass sie beide sich einer Art Wettkochen ähnlich "The Taste", nur auf einer einsamen Insel, stellen müssen, kommt es zum Showdown.

Die ganze TV-Industrie wird aufs Korn genommen, indem vieles überspitzt erzählt wird: ein Sponsor setzt eine Sendung ab, weil der Produzent mit der Frau des Sponsors eine Affäre hat; Ginas Sendung verspricht regionale und saisonale Küche, verwendet aber mitten im Sommer Kürbisse, bzw. versucht sie es. Gina merkt nicht einmal dabei, dass es die falsche Saison ist.

Während alles über Gina ge- und beschrieben wird - angefangen von ihrem Aussehen über ihren Werdegang bis hin zu ihren Gefühlen und wie sie Tate sehr viel von sich preisgibt - bekommt man zu Tate kaum Infos. Tate bleibt in dieser Geschichte sehr blass, obwohl er und sein Verhalten genauso im Mittelpunkt steht wie Gina. Alle anderen Charaktere wie Ginas Schwester Lisa, ihr Stylist, D'John, Tates Produzentin Valery sind fast ein wenig übertrieben klischeehaft gezeichnet, doch Tate bleibt einfach ein Outdoormensch, der gerne fischt und jägt, nichts weiter. 

Diese Liebesgeschichte mit vielen Schmunzlern wird in einem kochenden Umfeld angesiedelt. Kochen tun nicht nur die Gerichte, sondern öfters auch die Protagonisten samt ihren Produzenten. Als den beiden Köchen die Liebe in die Quere kommt, überläuft der Kochtopf fast. 

Es ist nicht Mary Kay Andrews bestes Buch, aber es ist okay. Ich habe einfache Unterhaltung erwartet und bekommen. Wer gerne kocht und Liebesgeschichten mag, wird zufrieden sein.  

Fazit: Einfach gewürzte und unkomplizierte Unterhaltungslektüre, für alle Fans von Kochsendungen wie "The Taste".
Knappe 4 Punkte.

Montag, 5. Dezember 2016

Montagsfrage 05.12.2016


Beeinflusst die Jahreszeit aktuell dein Leseverhalten/die Bücher, zu denen du greifst?

Alle guten Dinge sind drei - gefühlt haben langjährige Teilnehmer diese Frage nun schon sicher etwa dreimal beantwortet, auch wenn sie anders gestellt wurde. 
Und ja, ich lese noch immer gerne im November/Dezember Weihnachtsromane, im Sommer Sommergeschichten. 
Ausser bei Weihnachtsromanen schaue ich aber nicht bewusst, ob es passt oder nicht, denn meistens spielen die Handlungen übers Jahr oder sogar über Jahre hinweg. Aber ich freue mich, wenn meine Lektüre sich unerwartet als saisongemäss herausstellt. 

Falls ihr gerade Lust auf Weihnachtsromane habt, schaut euch mal bei meinen weihnachtlichen Rezensionen um, vielleicht findet ihr ein euch ansprechendes Buch. 

Und sonst so:
Letzte Woche ging rasend schnell vorbei. Gestern Sonntag merkte ich auf einmal, dass der Freitag ja bereits Geschichte ist, dabei wollte ich noch eine Rezension einstellen. Zweimal besuchte ich Buchhandlungen und wählte Geschenke für Neffen, Götti- und Nachbarkinder aus. 

Am Samstag traf ich mich in Luzern mit anderen Schweizern Büchertrefflern - ein ganz toller Tag, der mit kalten Füssen am Abend (der Christchindlimarkt war schuld) endete. Nicht mal die Tasse Glühwein oder viel später der Lebkuchen Macchiato konnte helfen. Nächstes Mal treffen wir uns wenn es wärmer ist 😉 
Extrem gut gefallen hat mir das Adventskalenderhaus bzw. Weihnachts-fensterhaus beim Rathaussteg, gegen Abend leuchteten die Fenster der einen Hausseite schön über der Reuss.


Diese Woche warten Krimirezensionen auf euch: zwei Neuerscheinungen sind dabei, "Mord im stillen Belfrey" und Band 5 der Kommissar Lagrande-Serie, Band 4 stelle ich ebenfalls vor. 

Seit zweieinhalb Jahren mache ich nun bei der Montagsfrage mit und wie ihr beim Beantworten der Frage sieht, irgendwie wiederholen sich die Frage mit der Zeit. Deshalb habe ich Lust, 2017 bei einer anderen Aktion teilzunehmen - könnt ihr eine empfehlen? Am liebsten wäre mir eine, die vorbereitet werden kann, also die Frage schon ein paar Tage zuvor bekannt ist? 

Ich wünsche euch eine gute zweite Adventswoche - morgen ist Samichlaus!  🎅

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Lesebiografie November 2016

- Zurück auf Start von Petros Markaris 
- Pastorin Viveka und das tödliche Kaffekränzchen von Annette Haaland 
- Winterglücksmomente von Karen Swan 
- Die Holunderschwestern von Teresa Simon
- Strandgut von Benjamin Cors (Guerlain Band 1) 
- Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague: von Maria Dries (Lagarde Band 4)
- Der Kommissar und der Tote von Gonneville von Maria Dries (Lagarde Band 5)