Mittwoch, 9. März 2016

Die sieben Schwestern von Lucinda Riley (Sieben-Schwestern Band 1)

Klappentext:
Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als Einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See, denn anders als ihre Schwestern, die es drängte, draußen in der Welt ein ganz neues Leben als Erwachsene zu beginnen, fand die eher schüchterne Maia nicht den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. Doch das ändert sich, als ihr Vater überraschend stirbt und ihr einen Umschlag hinterlässt – und sie plötzlich den Schlüssel zu ihrer bisher unbekannten Vorgeschichte in Händen hält: Sie wurde in Rio de Janeiro in einer alten Villa geboren, deren Adresse noch heute existiert. Maia fasst den Entschluss, nach Rio zu fliegen, und an der Seite von Floriano Quintelas, eines befreundeten Schriftstellers, beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte in der Vergangenheit ihrer Familie, und sie taucht ein in das mondäne Paris der Jahrhundertwende, wo einst eine schöne junge Frau aus Rio einem französischen Bildhauer begegnete. Und erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet.


Dieser Roman von Lucinda Riley ist der Auftakt einer Serie von sieben Büchern, von der bisher die ersten zwei erschienen sind. Eine Einleitung zu der Serie hab ich gestern veröffentlicht. 

Pa Salt stirbt und alle seine Adoptivtöchter kommen zur Beerdigung nach Hause, fliegen aber danach gleich wieder weg. Immerhin werden so alle Schwestern kurz vorgestellt. Pa Salt hinterlässt ihnen je einen Hinweis auf ihre Herkunft plus einen Leitsatz. 

Die älteste der Schwestern, Maia, fliegt kurzentschlossen von Genf nach Rio um einerseits einen Schriftsteller, dessen Bücher sie übersetzt, zu besuchen und andererseits herauszufinden, wieso sie adoptiert wurde. Eine alte Fliese sowie eine Mondscheinkette begleiten sie auf der Reise. Ihr Leitsatz "Lass dich nie von der Angst leiten" gibt Maia Mut, da sie eher zurückgezogen und scheu lebt - als als einzige der Schwestern wohnt sie noch Zuhause, wenn auch im Pavillon neben dem Haupthaus. 


Kaum in Rio angekommen, tauchen wir sogleich ein in die Welt des brasilianischen Geldadels anno 1927, in der wir Izabela, Maias Urgrossmutter, Leben begleiten können. Izabela wächst in einer starren Umgebung auf, wo Geld und Ansehen wichtiger sind als Gefühle und arrangierte Ehen mehr den Eltern als den Kindern dienen. Izabela gelingt es trotzdem, an der Seite der Familie von Heitor da Silva Costa, für einige Monate nach Europa zu reisen und erlebt in Paris das pure Gegenteil. Die Stadt der Liebe und Kunst lässt Izabela nicht kalt. Wie das alles mit Maia zusammenhängt, finden Floriano und Maia gemeinsam heraus.


Als Leser werden wir zu Zeitzeugen und bekommen die Planung und den Bau des Wahrzeichen von Rio, den "Christo auf dem Corcovado" in den Jahren 1925-31 hautnah mit. In Paris sitzen wir gemeinsam mit Jean Cocteau im Bistro und hören Maurice Ravel Klavier spielen. Geschichten, in denen man die Entstehung von Kunst- oder Musikwerken mitbekommt, mag ich extrem gerne. Aber nicht nur deshalb hab ich den Roman verschlungen. Die Autorin schildert die Lebensbedingungen in den 20er Jahren extrem gut - einerseits das Gefangensein in alten Konventionen in Rios Belle Epoque, andererseits das liberale und freie Boheme-Leben in Paris. Auch die Veränderung der Gesellschaft samt Stellung der Frauen wird thematisiert. 


Faszinierend fand ich die Entstehungsgeschichte des Cristo - auch wenn real vielleicht einiges anders war, so verpackt macht sie doch beträchtlich mehr Spass als wenn man sie in einem trockenen Architekturbuch nachliest. Auf jeden Fall werde ich jetzt jedes Mal, wenn ich ein Bild der Statue sehe an Izabelas und Margaridas Hände denken :-)

Izabelas Geschichte nimmt gehörig viel Raum ein. Obwohl sie äusserst interessant ist, war ich ein wenig enttäuscht darüber, dass Beatrix und Cristinas Geschichten nur sehr kurz angeschnitten wurden. Ich kann mir aber vorstellen, oder vielmehr hoffe ich, dass die Dinge, die in diesem ersten Band offen blieben in den Nachfolgebüchern aufgeklärt werden. 


Hängt euch ein "Bitte nicht stören"-Schild an die Tür - und lasst euch auf diesen wunderbaren Roman ein. 


Fazit: Eine faszinierende Geschichte im Rio der Belle Epoque, so spannend, dass ihr bei der Lektüre nicht gestört werden wollt. Zudem ein grossartiger Auftakt zu Lucinda Rileys imposanter neuer Reihe.

4.5 Punkte.

Dienstag, 8. März 2016

Vorstellung: Die sieben Schwestern-Serie von Lucinda Riley


Lucinda Riley schreibt aktuell an einer Serie von sieben Büchern: "Die sieben Schwestern":


Foto-Copyright: Astrid Waller

Traurige News: Am 11. Juni 2021 verstarb Lucinda Riley an Krebs. Während ihrer vierjährigen Krankheit schrieb Lucinda fünf Romane und in dieser Woche steht in vielen Ländern "Die verschwundene Schwester"/"The missing Sister" als Nummer 1 in den Büchercharts.

Lucinda Riley ist bekannt für ihre Zeitebenen-Romane und suchte nach einer neuen Idee. In der griechischen Mythologie und im Sternbild der Plejaden wurde sie fündig: Der Plejaden-Sternhaufen ist der Erde am nächsten, und besteht aus sieben Sternen - in der Mythologie als die sieben Schwestern bekannt und so entstand ihre neue Serie. Davon erschienen sind bereits Band 1 und Band 2. Laut Lucinda Riley wird jeweils im Herbst eine neue Folge als Hardcover erscheinen, und 18 Monate später wird die Taschenbuchausgabe erhältlich sein.

Die Autorin setzt die Legende der Plejaden auf ihre Weise um. Sie gab den Schwestern einen Adoptiv-Vater, ein Zuhause, einen passenden Charakter und erfand zu jeder der Schwestern zwei Geschichten: die jetzige aktuelle und eine zweite, in der ihre Herkunft ergründet werden sollen. 
So spielt im ersten Band die Entstehung der Christos-Statue in Rio und im zweiten Band der Komponist Edvard Grieg eine gewichtige Rolle. 
Der "Wohnsitz" der Serie liegt versteckt in der Nähe von Genf, am See. Als Schweizerin finde ich das natürlich toll :-) Auch wenn wir in der Schweiz weitere schöne bzw. schönere Seen als der Genfersee haben, so ist er für ein ruhiges Zuhause wie Atlantis perfekt geeignet. 

Nachfolgend stelle ich euch die Protagonisten vor: 

Pa Salt ist der Adoptivvater der sechs Schwestern. Er stirbt mit über 80 Jahren am Anfang des ersten Buches. Der Nachname d'Aplièse steht als Anagramm für die Plejaden (Pleiades). Er soll  den Titan Atlas darstellen, der Himmel und Erde auf seinen Schultern trägt. Das P kommt von Pleione. Pleione ist die Mutter mythische Beschützerin aller Seefahrer. Eventuell vereint die Autorin Mutter und Vater in der Figur von Pa Salt. Ich könnte mir aber gut Marina als Pleione vorstellen, sie ist für die Adoptivschwestern eine Mutterfigur. 

Kreeg Eszu (Milliardär, Industriemagnat und Leiter eines internationalen IT-Konzern) und sein Sohn Zed Eszu spielen auch eine Rolle in den Büchern. Welche Rolle das ist, wird sich wohl erst im Laufe der Serie zeigen. Sie stehen als Anagram für Zeus. Zeus war König der Götter und der Herrscher von Olymp. Zeus hatte Kinder mit drei der Schwestern und verwandelte sie als Schutz vor dem Jäger Orion zu Tauben. 

Tauben fliegen in den Taubenstamm hinein und hinaus; genauso wie die Schwestern in ihrem Zuhause am Genfersee, der Villa Atlantis ein- und ausgehen. Atlantis ist die mythische versunkene Stadt und in den Romanen das "Elternhaus" der Schwestern. 
Pa Salt wie auch Kreeg Eszu besitzen je eine Yacht. Pa's Yacht heisst Titan, der war einer der sieben Titangötter. Kreegs Yacht heisst Olympus - Olympus war das Zuhause der grossen Götter.

Neben der Villa Atlantis steht ein Pavillon, indem sich Maias Wohnung befindet, die als einzige der Schwestern noch zuhause wohnt. 
Maia steht für Schönheit und Zurückgezogenheit und soll eine Einzelgängerin sein. Bei den Römern ist sie die Frühlingsgöttin (deshalb der Monat Mai). Auch im Roman wird Maia als sehr schöne, aber schüchterne Frau dargestellt. Sie arbeitet als Übersetzerin.
Ihre Lieblingsschwester Ally (Alkione) ist eine mutige und starke Leitfigur und liebt (und bewacht) das Meer. Im Roman hat die offene und vertrauensvolle Ally als begabte Flötistin Musik studiert, sich aber für eine Laufbahn als Seglerin entschieden.
Die schlanke und blasse Star (Asterope) ist zusammen mit der dunkelhäutigen und stämmigen Pragmatikerin Ce-Ce (Celaeno) die schwächste Schwester, beide wohnen zusammen. Ce-Ce ist Künstlerin und will in London Kunst am Royal College of Art studieren. Star möchte derweil einen Kochkurs machen, sie hat einen grünen Daumen. Altersmässig sind sie nur drei Monate auseinander und wirken so fast wie Zwillinge. 
Tiggy (Taygeta) liebt die Unabhängigkeit und ist die Sensibelste der Schwestern. Sie ist zart und war als Kind oft krank, leidet unter Asthma. Tiggy strahlt eine innere Ruhe aus, ist anspruchslos und liebt Tiere, sie hat Zoologie studiert und arbeitet nun in den schottischen Highlands als Tierpflegerin mit Wildkatzen.
Die temperamentvolle Elektra ist der dritthellste Stern. Sie ist die jüngste und war als Kind anstrengend. Obwohl sie sehr grosszügig ist und gerne hilft, leidet sie unter Stimmungsschwankungen und ist jähzornig. Elektra lebt in New York, ist ein erfolgreiches Model, aber Alkohol und Kokainsüchtig. 

Nun haben wir alle sechs Schwestern, doch da es noch ein siebtes Sternbild gibt und in der Serie auch sieben Bücher geplant sind, wird es wohl Merope, der verlorenen Schwester und dem schwächsten Stern im Haufen, der mit dem blossen Auge nicht sichtbar ist, gewidmet. Pa Salt erzählte der 14jährigen Maia, dass er Merope nicht gefunden hat.

Doch am Ende des sechsten Bandes "Die Sonnenschwester" kommt Anwalt George Hoffmann mit der Nachricht nach Atlantis, dass Merope augenscheinlich gefunden wurde.
So ist es dann auch tatsächlich in Band 7, "Die verschwundene Schwester": zwei Frauen, Mutter und Tochter, beide heissen Mary, kommen in Frage, die verschwundene Schwester zu sein. Beide leben in Neuseeland auf einem Weingut, die junge Mary ist sehr offen, die ältere Mary erlebt man als ängstliche Frau.

Auf Atlantis wohnen zudem die deutsche Haushälterin Claudia und Marina, die gute Seele des Hauses und Mutterersatz. Zum Personal gehört ausserdem Skipper Christian, der die Schwestern und Besucher zum Haus fährt. In Genf lebt Georg Hoffman, Pa Salts Anwalt, der dessen Testament verliest und die Finanzen verwaltet.

Pa Salt hinterliess seinen Töchtern jeweils einen Brief, dazu die Koordinaten ihrer Herkunft und eine griechische Inschrift (ein persönlicher Leitsatz) auf den goldigen Bändern auf der Armillarsphäre. Da keine eine Geburtsurkunde hat, können sie mit diesen Angaben ihre Herkunft erforschen. Das ist sozusagen das Gerüst der Serie, denn nun machen sich die jungen Frauen auf und erkunden ihre Geschichte. Und Maia ist die Erste, die das wagt :-)

Die Serie nimmt uns mit auf eine Weltreise, und so können wir zusammen mit den Schwestern die Welt entdecken. Ich bin sehr gespannt, in wieviele Länder und vor allem in welche Länder wir Leser reisen dürfen. 

Interessant finde ich, dass man in jedem Band etwas mehr über einzelne der Schwestern erfährt. Nicht jede spricht mit jeder über dasselbe, manchmal treffen sich zwei von ihnen zuhause oder an einem Event oder entdeckt etwas, was die anderen nicht wissen. Und so fügen sich in jedem Buch einige Puzzlestücke mehr über die Frauen zusammen. Ich entdeckte auch geheimnisvolle Andeutungen rund um Pa Salt und bin gespannt, wie am Ende alles zusammenhängen wird.

Die bisherigen Bücher sind sehr spannend und ich freue mich schon jetzt, sie in einigen Jahren alle direkt nacheinander zu lesen. Ich stelle mir vor, dass man dadurch noch mehr in den Büchern entdeckt, Einzelheiten, die man längst schon wieder vergessen hat, die sich vielleicht zu etwas Interessantem zusammenfügen. Hart, sehr hart ist aber die lange Wartezeit bis die ganze Serie komplett ist.

Viel Spass beim Lesen der Bücher! 




Wer genaueres über die griechische Mythologie wissen will, findet online und in Bibliotheken sicher ganz viel Informationen, kurz kann sich hier über die Plejaden informieren.

Interessant ist folgender Text über die Plejaden-Sternenkonstellation aus dem Vorwort zu "Das Schweigen der Schwestern"von Earlene Fowler: 
Ein interessantes Phänomen dieser Gruppierung ist, dass die Sterne nah beieinander zu stehen scheinen, obwohl sie in Wirklichkeit recht weit voneinander entfernt sind. 

Mehr zu dieser Serie gibt es direkt bei Lucinda Riley zu lesen. 

Montag, 7. März 2016

Montagsfrage 07.03.2016


Bist du jemand, der seinen Buchbestand regelmässig ausmistet, oder behältst du lieber alle deine Bücher?

Ich gehöre zu den "Ausmistern" - ich bin zwischen 19 und 34 sehr oft umgezogen, quer durch die Schweiz, je nachdem wo ich gerade arbeitete oder studierte: von WGs in eine eigene Wohnung, dann in zwei WGs, von dort ins Studentenhaus, dann wieder in WGs, endlich in eine eigene kleine Wohnung bis ich schlussendlich mit meinem Partner zusammenzog. Seither sind wir nur  einmal noch umgezogen. In all den Jahren kamen natürlich viele Bücher zusammen und die jeweils alle mitzüglä (züglä = umziehen) war unmöglich - trotzdem haben alle Umzugshelfer über die schweren Kisten gestöhnt... "Die mit ihren vielen Büchern" hiess es. Dabei waren es imfall gar nicht mehr so viele, da ich dauernd Bücher weitergab, in die Brocki brachte oder im Urlaub in die Hotelbibliothek stellte. 

Mittlerweile habe ich fast nur noch Lehrmittel und Nachschlagewerke und ganz wenige Lieblingsbücher im Gestell. Der Platz ist beschränkt und wird immer weniger für mich, da meine Tochter mein Lesegen geerbt hat und für ihre Bücher auch mehr Platz beansprucht; ihr Büchergestell im Kinderzimmer ist bereits voll. Nächstens miste ich mal meine Kochbücher aus, da brauche ich nicht mehr alle, dann gibts wieder ein bisschen Platz.

Wie bin ich froh, dass wir schon vor einigen Jahren auf eReader umgestiegen sind! So braucht meine Bibliothek keinen physischen Platz mehr im Gestell sondern sammelt sich in der Cloud und auf meinen Lesegeräten. Schön ist, dass immer mehr ältere Bücher als eBooks erhältlich sind und so dürfen auch meine Lieblingsbücher auf den Reader ziehen und ich kann auf die im Büchergestell verzichten. Ausser bei Einzelnen, bei denen ich emotional noch dran hänge.

Ungelesene Bücher hab ich im Gestell nur etwa eine Handvoll; die lasse ich mal noch stehen und entscheide irgendwann ob ich sie noch behalte oder in die Bücherbrocki bringe. Auf dem Reader hatte ich anfangs einige ungelesene Gratisbücher, die ich nach einem Jahr wieder löschte - sie waren mir dann doch zu uninteressant und mir wurde bewusst, die werde ich nie lesen, also kann ich sie auch gleich löschen. So ist nicht nur mein Büchergestell sondern auch meine elektrische Bibliothek gut aufgeräumt. 

Wie sieht es bei euch aus?


Diese Woche gibt es auf meinem Blog eine Lucinda Riley-Woche:
Morgen eine Einleitung zu ihrer neuen siebenteiligen Serie "Die sieben Schwestern", Dienstag und Mittwoch Rezensionen zu den ersten beiden Büchern der Serie und Ende Woche eine zu ihrem allerneuesten Roman, "Helenas Geheimnis".

Freitag, 4. März 2016

Krimi: Die Ernte des Bösen von Robert Galbraith (Cormoran Strike 3)

Klappentext:
Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist. Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis.


Cormoran und Robin sind zurück. Während sich London auf die Hochzeit von Prinz William und Kate vorbereitet, sind die beiden mit langweiligen Observierungen beschäftigt. Ein an Robin adressiertes Paket mit einem Leichenteil erschüttert den Alltag der beiden. Strike ist überzeugt, dass der Anschlag ihm gegolten hat und so machen sie sich zusammen mit Inspector Wardle auf die Suche nach dem Absender. Vier Verdächtige werden auf den restlichen Seiten beschattet, überprüft, verworfen, erneut verdächtig und wieder verworfen. Cormoran bekommt Hilfe von seinen Kollegen von der Special Investigation Branch und erfährt Nützliches. Doch immer wieder schafft es der perverse Täter die ganze Stadt zu erschrecken. 


"Die Ernte des Bösen" spielt während drei Monaten in der Zeit rund um die "The Royal Wedding". Deren Hochzeit ist kein Thema, Robins und Matthew bevorstehende Hochzeit hingegen schon. Matthew ist mittlerweile mehr besorgt als eifersüchtig, dennoch streiten die beiden munter weiter. Als Leser fragt man sich spätestens seit "Der Seidenspinner", wieso Robin derart an Matthew hängt, der so nicht zu ihr passen will. In diesem Roman lässt uns Robin tief in ihre Seele und ihre Geschichte blicken, so dass die Verbindung zu Matthew begreiflicher wird. Trotzdem hoffte ich, dass jemand sie davon abbringt. 


Es müsste aber nicht gerade der Täter sein, der einen Groll gegen Strike hegt und es deshalb auf Robin abgesehen hat. Doch der Serienkiller löst wenigstens aus, dass nicht nur Robin sondern auch Strike über seine Vergangenheit redet. Dass wir in diesem Band sehr viel Persönliches und Hintergründe vom Ermittlergespann erfahren, hat mir sehr gut gefallen und machte den Krimi für mich aufschlussreicher als die eigentlichen Ermittlungen. Interessant ist, wie Robin sich ermittlungstechnisch entwickelt und sich häufiger nicht an die Ansagen ihres Chefs hält.

Weniger gefallen hat mir, dass Strikes amputiertes Bein soviel Augenmerk bekam. Irgendwann hatte ich das Thema rund um diese krankhaften Vorstellungen einiger Leute deutlich über. 


Da alle Verdächtigen in Strikes Vergangenheit eine Rolle spielten, wusste er einiges über ihre Schandtaten zu berichten - ein drogenabhängiger geldgeiler Stiefvater, ein Verbrecher, ein gewalttätiger schottischer Armeesoldat und ein Pädophiler. Sie liefern eine geballte Lieferung an grausamen Details und Perversion um die Erzählung auszuschmücken. Zusammen mit den ausgiebigen Psychoanalysen und den vielen Ermittlungen, die nicht so recht vom Fleck kommen, werden zu viele Seiten gefüllt. Und erinnerten mich stark an die Linley-Krimis von Elizabeth George, die ab Band 7 vor lauter Psychogedröns nicht mehr lesbar waren. So empfand ich "Die Ernte des Bösen" mehr als Psychothriller denn als Kriminalroman. Das Hausieren mit all den Leichenteilen hätte auch nicht sein müssen - das Buch ist definitiv keine gute Wahl als Gutenachtlektüre.

Nicht alles habe ich der Autorin abgenommen. Es wurden Handlungen beschrieben, die in echt kaum so schnell oder unauffällig erledigt werden könnten. 

Meine Kritik bezieht sich aber hauptsächlich auf das "zu viel". Zu viele grässliche Details und viel zu viele Seiten. Das Buch war nicht langweilig, aber zu seitenlastig. 200 Seiten weniger hätte es auch getan. 

Schade finde ich, dass das deutsche Cover des dritten Bandes nicht mehr zu den ersten beiden Teilen passt, das englische hingegen bleibt dem gewohnten Stil treu.  


Fazit: Ein angespannter, schwerer und zu langer Psychothriller, doch die Überraschungseffekte gegen Schluss machten die zu vielen Seiten wieder wett. 

4 Punkte.

Vielen Dank an blanvalet und Random House

Reihenfolge:

Donnerstag, 3. März 2016

Frühlingsnächte (Rose Harbor 2) von Debbie Macomber

Klappentext:
Jo Marie Rose hat nach einem schweren Schicksalsschlag in dem beschaulichen Küstenstädtchen Cedar Cove einen Neuanfang gewagt. Mit ihrem Bed & Breakfast, dem Rose Harbor Inn, steht sie nun vor einer neuen Herausforderung: Als Erinnerung an ihren verstorbenen Mann will sie einen weitläufigen, üppigen Rosengarten anlegen. Hilfe erhält sie dabei von Mark, einem begabten Handwerker, in dessen Gesellschaft sie sich fast schon gefährlich wohl fühlt. Doch auch ihre neuen Gäste halten Jo Marie in Atem, denn Mary und Annie tragen beide ein Geheimnis mit sich herum, dessen Grundsteine in Cedar Cove liegen.


Im zweiten Band der Rose Harbor-Serie hat Jo Marie sehr viel zu tun, ihre Pension ist voll besetzt. Hauptsächlich von Gästen, die zum Goldhochzeitsfest von Julie und Kent Shivers kommen. Auch das ältere Ehepaar ist Gast, zusammen mit ihrem jüngern Nachbarn Oliver Sutton. Annie, ihre Enkeltochter, hat das Fest organisiert und reist spontan einen Tag früher an, um so ihrem Ex-Verlobten zu entfliehen. Annie ist extrem erstaunt, dass ihre Grosseltern sich plötzlich so zanken und fürchtet um das Fest.


Jo Maries anderer Gast, Mary Smith, ist krank, möchte aber keine Hilfe annehmen. Wie schon bei ihrer Anmeldung per Telefon, bei dem sie sehr scheu rüberkam, ist sie auch im Rose Harbor Inn sehr für sich und zurückgezogen. Doch Mary nimmt allen Mut zusammen um einen ihr sehr wichtigen Anruf zu tätigen und bald darauf erfahren die Leser die bestürzende Geschichte, die Mary nach Cedar Cove führte. 

Mark ist dabei den Rosengarten anzulegen, doch dann verkracht er sich mit Jo Marie und kündigt. Als ob ein volles Haus, der Stress mit Mark und der bevorstehende Tag der offenen Türe nicht schon genug wären, erhält sie eine Nachricht von der Armee betreffend Pauls Tod. Den kann sie bis heute noch nicht akzeptieren und verarbeiten.

Warmherzig schreibt die Autorin über tragische Ereignisse, es ist ein Hoffen und Bangen. Die Ereignisse und Gefühle der Protagonisten sind eine einzige Achterbahn, auf die der Leser mitgenommen wird. Einfühlsam und mit vielen überraschenden Wendungen erzählt Debbie Macomber die Lebensgeschichten ihrer Protagonisten. 


Mich freute, dass sie auch die ersten Gäste aus "Winterglück" nicht vergass und sie kurz erwähnte. Denn ich schätze es sehr, wenn ich von ehemals liebgewonnenen Protagonisten in späteren Büchern wieder etwas höre. 

Auffallend und erfrischend ist in diesem Buch der Perspektivenwechsel. Oft stören solche Wechsel den Erzählfluss, aber hier fügt es sich fliessend ein und man fühlt sich näher an der Geschichte dran. 


"Frühlingsnächte" hat mir sogar noch besser gefallen als "Winterglück" - durch die grosse Bandbreite an verschiedenen Themen wird es nie langweilig. Gut, das war "Winterglück" auch nicht. Aber besonders Marys Geschichte, die anfangs sehr unscheinbar wirkte, hat es in sich und birgt einen grossen Spannungsbogen. Auch Jo Marie entwickelt sich und nimmt es mit Mark auf und teilt genauso aus wie er, was nicht nur ihn, sondern auch mich beeindruckte. 

Dass der Leser am Ende der Bücher die Namen (und eventuelle Charakterzüge, die sich schon beim Anmelden nicht verstecken lassen) der Pensionsgäste und somit die neuen Protagonisten des jeweiligen Folgebandes mitkriegt, finde ich ganz nett, so ist der Abschied nicht ganz so hart und man freut sich schon auf den nächsten Band. 


Fazit: Emotionsgeladen und mit Überraschungen vollgepackt - ein toller Schmöker über wahre Liebe. 

4.5 Punkte 

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und Randomhouse


Reihenfolge Rose Harbor-Serie:
Teil 1: Winterglück
Teil 2: Frühlingsnächte
Teil 3: Sommersterne
Teil 3.5: Wolkenküsse (Kurzgeschichte, Mark erzählt)
Teil 4: Herbstleuchten
Teil 5: Rosenstunden

Mittwoch, 2. März 2016

Winterglück (Rose Harbor 1) von Debbie Macomber (Rose Harbor 1)

Klappentext:
Nach einem schweren Schicksalsschlag beschließt Jo Marie Rose, noch einmal neu zu beginnen um endlich ihren Frieden zu finden. Sie zieht in das beschauliche Küstenörtchen Cedar Cove und eröffnet ein gemütliches kleines Bed&Breakfast – das Rose Harbor Inn. Bald schon kann sie ihre ersten Gäste begrüßen, die beide aus Cedar Cove stammen – Abby Kincaid und Joshua Weaver. Dass beide nicht ganz freiwillig in ihre Heimatstadt zurückkehrten, merkt Jo Marie sehr schnell. Ein turbulentes Wochenende steht ihnen bevor, doch am Ende schöpfen alle drei neue Hoffnung für die Zukunft.



Dieser Roman von Debbie Macomber erschien 2014 bereits unter "Rose Harbor und der Traum vom Glück". Der Nachfolgeband hätte Ende 2014 erscheinen sollen, doch damit war nichts. Blanvalet entschied sich aber 2015 für einen Relaunch und so erschien der Roman unter dem Titel "Winterglück" im Oktober 2015. Da die drei restlichen Teile der Serie alle im 2016 erscheinen, entschied ich mich auch für einen Relaunch und update so quasi meinen alten Beitrag und stelle die Personen vor, die wohl in allen vier Büchern vorkommen: 

Hauptcharakter der Serie ist die frisch verwitwete Jo Marie Rose, die unter dem Verlust ihres Mannes Paul leidet. Drei Monate nach der Hochzeit starb er bei einem Helikopterabsturz im Hindukusch. Um neu anzufangen, hat Jo Marie sich diese Pension gekauft und freut sich auf ihr neues Leben in Cedar Cove und ihre ersten Gäste. Cedar Cove liegt am Pudget Sound in der Nähe von Bremerton, gegenüber von Seattle. 


Die Pension gehörte den Frelingers, ein älteres Ehepaar, das nun auf Weltreise ging. Sie waren beliebt in Cedar Cove und so kommt Jo Marie bald in Kontakt mit Peggy Beldon, die das Thyme & Tide auf Cranberry Point leitet. Von ihr bekommt sie viele wertvolle Tipps. Jo Marie freundet sich mit der Bibliothekarin Grace Harding an, auch mit Familienrichterin Olivia Griffin, deren Mann Herausgeber der Lokalzeitung ist, und mit Corrie McAfee. Ihr Mann Roy ist pensionierter Polizist und nun Privatermittler. Lauter nützliche und nette Kontakte. Als Handwerker wird ihr Mark Taylor empfohlen. Er arbeitet zuverlässig und gut, nur ist er schwierig und meist miesepetrig drauf. Doch Jo Marie schafft es, mit ihm auszukommen.

Als neuer ständiger Bewohner des Bed&Breakfast kommt Mischlingshund Rover, den Jo Marie aus dem Tierheim holt, hinzu. 

In "Winterglück" erleben wir die ersten beiden Pensions-Gäste, Abby und Joshua, die nur schweren Herzens nach Cedar Cove zurück kommen. Beide sind in Cedar Cove aufgewachsen, zogen später jedoch weg. Jo Maries erste Gäste müssen sich während ihrem Aufenthalt den Schatten ihrer Vergangenheit stellen:


Abby fühlt sich immer noch verantwortlich für den Autounfall bei dem ihre beste Freundin Angela vor Jahren starb. Abby denkt, dass nach wie vor sämtliche Einwohner auf sie wütend sind. Deshalb reist sie nur ungern zur Hochzeit ihres Bruders an und hofft, niemanden von ihren früheren Freunden über den Weg zu laufen. Doch schon an ihrem ersten Morgen trifft sie auf eine ehemalige Schulkollegin.

Joshua war seit Jahren nicht mehr in Cedar Cove. Nur einmal zur Beerdigung seines Stiefbruders. Jetzt soll er seinen kranken Stiefvater Richard Lambert in ein Hospiz bringen. Ihm graut davor, denn die beiden sind zerstritten. Nur Michelle, Joshuas Schulkollegin und Nachbarin, scheint von Richard akzeptiert zu werden. Von Michelle ist Joshua sehr überrascht, v.a. als er erfährt, dass sie gar nicht auf seinen Stiefbruder stand.

Ob es ihnen gelingt Frieden zu schliessen und eine Chance auf einen Neuanfang zu bekommen, steht in den Sternen. Nein, nicht in den Sternen, sondern am Ende des Buches.


Hauptthema nicht nur dieses Buches, sondern der ganzen Serie ist die Verarbeitung der Vergangenheit und Umgang mit Schuld und Vergebung. Debbie Macomber bindet die Themen nachvollziehbar und mit viel Gefühl in ihre Romane ein. Und wie im richtigen Leben ist es oft ist es nicht klar wer wem hilft - die Gäste Jo Marie oder sie ihnen. Die kurzen Gespräche in der Pension tun allen Beteiligten gut. 

Mir gefiel "Winterglück" sehr gut.
 Debbie Macomber verbindet die Geschichte der Pensionsgäste mit derjenigen der Pensionswirtin unaufdringlich. Obwohl vieles vorhersehbar ist, wird es nicht kitschig und berührt durch das Gespür der Autorin für verschiedene Stimmungen.


Die Neugestaltung der Serie finde ich gelungen, die Titel passen gut zu den Covern. Auf jedem Cover ist ein Fensterrahmen zu sehen, dahinter ein wenig Natur in Farben der jeweiligen Jahreszeit entsprechend und davor passende Dekoobjekte. Wenn man die Taschenbücher aufschlägt sieht man auf der rückwertigen Klappe alle vier Bücher auf einer Fensterbank - eine tolle Dekorationsidee zum nachmachen. Mir fehlt die Fensterbank.


Fazit: Schöner, liebenswerter Auftakt einer emotionsgeladener Serie.

4 Punkte.

Reihenfolge Rose Harbor-Serie:
Teil 1: Winterglück
Teil 2: Frühlingsnächte
Teil 3: Sommersterne
Teil 3.5: Wolkenküsse (Kurzgeschichte, Mark erzählt)
Teil 4: Herbstleuchten
Teil 5: Rosenstunden

Dienstag, 1. März 2016

Lesebiografie Februar 2016

- Jene Jahre in Paris von Rachel Hore 
- Hops's Crossing: Zauber der Hoffnung von RaeAnne Thayne 
- Aprikosenküssse von Claudia Winter 
- Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf von Alan Bradley 
- Winterglück von Debbie Macomber (Reread) 
- Frühlingsnächte von Debbie Macomber
- Die Ernte des Bösen von Robert Galbraith 
- Die sieben Schwestern von Lucinda Riley