In ihren späten Dreißigern kehrt Ivona in ihre Heimatstadt Zadar an der kroatischen Küste zurück. Das Meer schimmert, die Luft duftet nach Sommer, und der Wind streicht sanft durch den alten Olivenhain ihrer Großmutter – doch Ivona hadert mit dem, was nicht geworden ist. Ihre Ehe ist an einem alles verändernden Geheimnis zerbrochen, und statt als Biologin arbeitet sie in einem Schreibwarenladen. Als sich ihre Wege nach Jahren wieder mit ihrem Ex-Mann Vlaho kreuzen, erwachen alte Gefühle, aber gerade jetzt eröffnet ein unerwartetes Angebot Ivona die Chance auf einen Neubeginn in Italien – und sie muss sich entscheiden, ob sie Vergangenes hinter sich lassen kann.
Ivonas Vater hat ein kleines Hotel gebaut und nun vergibt die Bank keinen Kredit mehr, was vor allem für ihren Vater eine Tragödie ist. Verkaufen wollen sie noch nicht, aber sie sollte. Ihr Ex-Mann Vlaho arbeitet auf dieser Bank, und auch er kann nur zum Verkauf raten. Ivona wäre ohne Hotel frei für ihre Leidenschaft, dem Olivenanbau.
Ivona hat ihren Mann Vlaho vor einigen Jahren verlassen, doch noch immer liebt sie ihn. Er weiss den wahren Grund für die Trennung nicht, nach und nach aber bekommt die Leserschaft eine Ahnung davon. Vlaho ist mittlerweile wieder verheiratet und hat zwei Kinder.
Auf diesem Gerüst beginnt dieser langsam erzählte Roman. Neben der Sorge um ihren Vater, das Hotel und ihren Beruf spürt man deutlich, wie sehr sie die Scheidung bedauert und darunter leidet. In Ivonas Gedanken reist man mit in ihre Vergangenheit, erlebt die erste Liebe mit und man merkt schnell, was bzw. wer hinter der Idee der Scheidung steckt, es wird immer wieder angedeutet, bis es auch gesagt wird. Nur Vlaho weiss noch immer nichts.
So sehr ich den Sprachstil von Anfang an mochte, so sehr ärgerte ich mich über den Plot dieses Buches, der zudem noch einen sehr schönen Titel trägt: "Dem Meer entgegen." Das hört sich melancholisch an, aber die Atmosphäre war um einiges schwerer und fast schon bedrückend.
Ob Ivona dem Meer entgegen reiste, weiss ich nicht - wahrscheinlich schon, sonst wäre der Titel unpassend, und es hat sich so was angedeutet -, denn ich habe den Roman nach 40% abgebrochen, da ich genug habe von Romanen, die auf solche "Geheimnisse" bzw. ein Verschweigen von etwas, aufgebaut sind. Man könnte einfach miteinander kommunizieren - aber dann gäbe es dieses Buch nicht. Und sowas mag ich mittlerweile einfach nicht mehr lesen.
Fazit: Abbruch - trotz schönem Schreibstil. Der Plot müsste halt auch überzeugen, was hier nicht der Fall war.
2 Sterne.

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