Freitag, 16. Februar 2024

Weihnachten: Stille Nacht im Schnee von Alexander Oetker

Klappentext:
Es ist Heiligabend. Pünktlich zum Fest öffnet der Himmel seine Schleusen und schneit das idyllische Tal in den Schweizer Alpen tief ein. Kein Problem, denn die Großfamilie von Elisabeth und Pascal will sich ohnehin zum Käsefondue in der gemütlichen Almhütte treffen. Nach und nach kommt die Familie zusammen, aber die besinnliche Stimmung will sich nicht einstellen: Die Schwiegertochter meckert am Essen herum, der Sohn taucht ohne seine Freundin auf und die Tochter kommt viel zu spät. Dann aber geben Elisabeth und Pascal etwas Überraschendes bekannt, das auf unerwartete Weise endlich den Geist der Weihnacht einkehren lässt.


Nach Alexander Oetkers beiden anderen Romanen, die jeweils im Sommer in Frankreich und in Italien angesiedelt sind, war ich gespannt auf Weihnachten in der Schweiz. 

Die winterliche Atmosphäre im Wallis mit dem vielen Schnee, dem gemütlichen Chalet, dem mehrheitlich passenden Essen etc. hat der Autor toll eingefangen und auch die Geschichte an sich ist stimmig. Die Sommerromane sind mir aber lieber. 

Mein Problem: es war das x-te Buch, das ich in Folge gelesen habe, das keine Weihnachtsstimmung verbreiten konnte, weil es mit Weihnachtsgrinchen bevölkert war. In Oetkers Sommerromanen sind die Familienverhältnisse zwar auch nicht bestens, aber hier war mir das Übel einen Ticken zu stark. 

Eigentlich ist es ähnlich wie in vielen Familien: nicht alle sind sich grün und irgendwann lupft es den einen den Hut, während andere oberflächlich schwatzen oder schweigen - oder Zeitung lesen, wie in diesem Falle Sohn Christoph. 

Die Eltern Elisabeth und Pascal laden zum Fest ein. Es ist friedlich, bis die ersten Gäste, der zeitungslesende Christoph samt seiner Frau Gesine und Sohn Mats plus Hamster, eintreffen. Je mehr Gäste, je unfriedlicher die Stimmung. Und Pascal und Elisabeth finden je länger, je weniger den richtigen Zeitpunkt ihrer Familie etwas Entscheidendes mitzuteilen. Kein Wunder, dass nicht nur das Feuerwerk draussen Funken zündet und knallt. 

Pascal war für mich die beste Figur in der Geschichte. Mit ihm hab ich mitgelitten, wenn er mal wieder gedankenverloren in der Küche stand. 

"Stille Nacht im Schnee" umfasst nur wenige, aber prall gefüllte Stunden dieser Familie. Es war unterhaltend, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Vielleicht wäre es anders, wenn ich im Voraus nicht schon so viele Flops in Folge gelesen hätte. 

Fazit: Gut geschrieben, unterhaltsam, für mich aber leider das falsche Buch zu diesem Zeitpunk. 
Knappe 4 Punkte. 



2 Kommentare:

  1. Hallo Anya,

    ohne Weihnachtsflair gehen solche Bücher eigentlich gar nicht.
    Als ich die Inhaltsangabe gelesen habe, war mir auch gleich klar, warum dieses Buch dein Interesse geweckt hat: Käsefondue in der gemütlichen Almhütte in den Schweizer Bergen. :-)
    Und vom Zeitpunkt des Lesens her hätte sich die Vorweihnachtszeit eher angeboten, aber da das Feeling ja scheinbar nicht durchkam, war es ja auch egal.
    Bei meinen Weihnachtsbüchern fehlte übrigens in 2023 auch häufig das entsprechende Flair. Ich weiß gar nicht, was sich die Autor:innen dabei denken.

    Liebe Grüße und freu dich auf den Frühling, den kriegen die meisten Schriftsteller buchtechnisch bildhafter hin.
    Barbara

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    1. Hallo Barbara
      da liegst du gleich zweimal falsch ;-) Dass das Buch in der Schweiz spielt ist natürlich ein Plus, aber ich hab es hauptsächlich deswegen gelesen, weil die beiden anderen Romane von Oetker mir sehr gut gefallen haben. Und gelesen hab ich es tatsächlich in der Vorweihnachtszeit, nämlich im November, du hast das damals in meinem Monatsrückblick gesehen :-)
      Manchmal haben Autor*innen dieselben Ideen und anscheinend war 2023 das Jahr der Grinch-Romane ;-) Ich hätte ja noch fünf ungelesene Weihnachtsromane hier von 2023, vielleicht wären diese anders, aber das erfahre ich dann wohl erst im Herbst 2024, wenn ich sie lese.
      Liebe Grüsse
      Anya

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