Montag, 26. August 2019

Südlichter von Nina George

Klappentext:
Mit ihrem neuen Roman schenkt uns Bestseller-Autorin Nina George das Buch, das Monsieur Perdus Anker im Leben ist und ihm auf seiner Reise den Weg weist: »Südlichter« ist eine Geschichte über die Liebe in all ihren wunderbaren Gestalten. Es ist ein Märchen und ein Trostbuch, wie ein Spaziergang vorbei an Cafés und beleuchteten Fenstern und dem weiten Horizont, so weich im südlichen Licht der Provence, und hinter jedem Gesicht eine unerzählte Sehnsucht nach dem unbedingten Leben. Jetzt, endlich, können wir die ganze Geschichte der Liebe lesen.




"Das Lavendelzimmer" habe ich vor einigen Jahren mit Freuden gelesen. Mir hat die Geschichte um Jean Perdu und seiner literarischen Apotheke, der Buchhandlung auf dem Flussschiff, sehr gut gefallen. Deshalb war ich nun mächtig gespannt auf "Südlichter", das Buch im Buch, das Jean geliebt hat. Geschrieben von Sanary - ein Pseudonym eines Autors, das Jean im Lavendelzimmer entschlüsseln wollte. Wenn ihr wissen wollt, ob es ihm gelang, liest zuerst "Das Lavendelzimmer", bevor ihr zu "Südlichter" greift.

Auch ich habe den ersten Teil nochmals gelesen, einfach um wieder up to date zu sein, um zu wissen, was Monsieur Perdu an "Südlichter" gefiel. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Ich musste und wollte mich überraschen lassen, von der Geschichte, die Nina George nun vorlegt

"Südlichter" ist ein leiser Roman mit zart eingestreuter Magie. Es passiert zwar einiges, wird aber sehr ruhig erzählt. Es geht einerseits um das Thema Liebe, das vor allem in Marie-Jeannes Leben ein grosses Thema ist, andererseits - wie könnte es anders sein - um Bücher. 

Die Liebe ist die Erzählerin der Geschichte um Marie-Jeanne und ihre Zieheltern Francis und Elsa. Es spielt sich alles in der Gegend im französischen Nyons ab. Francis, der selbst nie liest und Angst vor Büchern hat, will genau die zu den Dorfbewohnern bringen und sie zum Lesen animieren. Ob und wie das funktioniert, hat Nina George mit viel stillem Humor beschrieben. 

Marie-Jeanne hat bei ihrer Geburt die Liebe angeschaut - und sieht bei fast allen Menschen Leuchtfäden, bei jedem woanders. Sie spürt auch, wer füreinander gemacht ist. Etwa ihre Schulfreundin Loulou und Lucas oder ihre Zieheltern Francis und die harte Elsa, die nur selten jemandem ein Lächeln zeigt. 

Die Figuren sind interessant, neben der harten, aber innerlich sehr weichen und lieben Elsa gibt es eine sehr steife Notarin und noch viele andere Charaktere, die sehr liebevoll mit Ecken und Kanten gezeichnet sind. 

Der Plot und die Idee hinter "Südlichter" ist sehr schön. Doch trotzdem konnte der Roman mich nicht so recht begeistern, so wie "Das Lavendelzimmer" es schaffte. Die Geschichte um die Leuchtfäden und die Leihbücherei auf Rädern ist mir irgendwie zu unaufgeregt geraten. Sie ist auch mehr wie ein Märchen zu lesen als wie ein Roman. 

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich "Das Lavendelzimmer" erst nach der Lektüre von "Südlichter" nochmals gelesen hätte, anstatt davor. Vielleicht sollte man das Bücherschiff auch komplett ausblenden und erwartungslos an den neuen Roman gehen. Gut, Erwartungen hatte ich zumindest inhaltsmässig keine spezifischen, aber ich ging davon aus, dass mich "Südlichter" ebenso begeistern kann, was nicht der Fall war. So bleibe ich leider ein wenig gelangweilt zurück.

Fazit: "Südlichter" ist eine sprachlich und inhaltlich schön geschriebene, aber sehr ruhige Erzählung, die mich aufgrund fehlender Spannung nicht überzeugen konnte.
3.5 Punkte.


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