Sonntag, 20. Mai 2018

Mein wundervoller Antikladen im Schatten des Eiffelturms von Rebecca Raisin

Klappentext:
Anouk hat der Liebe abschworen, seit sie von ihrem Exfreund übel hinters Licht geführt wurde. Sie will sich nur noch um ihren kleinen Antikladen kümmern und den Menschen helfen, das zu ihnen passende Schmuckstück zu finden – denn jeder ihrer Schätze hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Dann begegnet sie auf der Suche nach einem einzigartigen Cello dem mysteriösen Tristan, und schon bald merkt Anouk, dass seinem Herzen zu folgen ein bisschen so ist, wie sich in den Straßen von Paris zu verlieren – manchmal verwirrend und voller Irrwege, aber immer aufregend und voller einzigartiger Momente …




Die Protagonistin dieses Romans, Anouk, habe ich in "Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine" bereits kurz kennengelernt und mir war da schon klar, dass ich gerne ein Buch über Anouk und ihren speziellen Antiquitätenladen lesen würde. Jetzt ist es möglich geworden.

Das Spezielle an Anouks Laden ist, das nicht jedermann dort einkaufen kann. Nur wer eine Empfehlung durch die bestehende Kundschaft hat, kommt in den Genuss des besonderen Hinterzimmers. Anouk liebt ihr Geschäft und war glücklich - bis Joshua ihr Herz und ihr Bankkonto ruiniert hat. Ihr Ex beklaute sie im grossen Stil, doch aus Scham ging sie nicht zur Polizei. Anouk ist finanziell gebeutelt, steckt tief in den roten Zahlen und beginnt fast von vorne, um ihr Geschäft wieder aufzubauen. 

Leider wirkte nicht nur ihr Verzicht auf die Anzeige sehr naiv, auch der Umgang mit ihrer Schwester Lilou, die einfach so zu Anouk in die Wohnung zieht, und dies erst noch mit abwechselnden Freunden. Ich hätte mir eine heftigere Auseinandersetzung mit Lilou gewünscht, um die Geschichte glaubhafter zu machen. Anouk ist 28 Jahre jung, am Anfang dachte ich sie sei einiges älter, aber ihr Verhalten macht sie eher jünger. 

Es ist wohl einfach nicht die Stärke der Autorin, ihre Charaktere weniger naiv zu charakterisieren. Diese Naivität und amerikanische Oberflächlichkeit, die mich schon im ersten Band störte, zieht sich leider auch durch den zweiten Band. Dabei bräuchte es gar nicht viel, nur ein bisschen mehr Bodenständigkeit der Charaktere, um aus Rebecca Raisins Texte wirklich schöne Romane zu machen.  

Verständlich hingegen ist Anouks Misstrauen gegenüber dem Amerikaner Tristan. Er taucht plötzlich in der Antiquitätenszene auf, exakt zu dem Zeitpunkt als es in Italien und Frankreich Diebstähle in Auktionshäusern und Kunstsammlungen gibt. Zudem ist Tristan immer in der Nähe der Tatorte oder sagt Treffen ab - und anschliessend erfährt Anouk, dass sich genau dann erneut ein Diebstahl ereignet hatte. Tristan gibt auch nur vage Auskünfte über sich und seine Gefühle, alles in allem sehr auffallend und verdächtig. Gegen Ende des Romans haben Anouk und Uhrenhändlerin Madame Dupont genug und wollen den Täter inflagranti erwischen.

Daneben geht es vor allem um Anouks Gefühle und ihrem, wie schon erwähnt, Misstrauen gegenüber Tristan, dass der ignorante Joshua ihr bei Auktionen immer zuvor kommt und um Anouks Familie, die ihr rät, nicht alles so negativ zu sehen - dabei wissen auch sie nicht, wie es um Anouks Finanzen steht. Ihre Mutter gibt sich auf für den konservativen, rechthaberischen Vater, und Schwester Lilou ist flatterig und scheint nicht arbeiten zu wollen. Der Vater zahlt ja die Schule, die sie nicht besucht und wohnen tut sie gratis bei Anouk... Und damit wären wir wieder bei der Oberflächlichkeit angelangt, die mich auch bei der Antiquitätensache störte: vieles wird angeregt, aber nicht zu Ende erzählt, zum Beispiel das Cello, das Anouk unbedingt kaufen wollte. 

Den Roman raushauen kann aber Anouks Mutter, die mir in der zweiten Hälfte sehr gut gefallen hat, ebenso die über 70jährige Madame Dupont, die für einige Schmunzler sorgt und der kriminalistische Touch der Geschichte. 

Fazit: Eine Raubserie erschüttert die Antiquitätenszene in Paris - Anouk glaubt den Täter zu kennen und verliebt sich ihn in. Eine Liebesgeschichte mit Krimi-Flair, der mich trotz Oberflächlichkeit unterhalten hat. 
4 Punkte.

Vielen Dank an R&L (Rütten & Loening)/Aufbau Verlag und Netgalley!


Reihenfolge:
Wobei es sich nicht wirklich um eine Serie handelt, die Bücher sind eigentlich Einzelbände. In jeder Folge wird kurz jemand erwähnt, der dann im folgenden Teil eine Rolle spielt. Im ersten Band besuchte Océane mit Sarah Anouks Laden, im zweiten Band hatte Anouk mit Sebastians Schwester zu tun und sie sprachen kurz über ihn und seine Einstellung. Océane kaufte im zweiten Band etwas bei Anouk. Das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. 

Band 1: Mein zauberhafter Buchalden am Ufer der Seine
Band 2: Mein wundervoller Antikladen im Schatten des Eiffelturms
Band 3: The little Perfume Shop off the Champs-Elysées - noch nicht auf Deutsch erhältlich 

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    du warst mit 4 Punkten ja wirklich noch großzügig. Nach deiner Rezension zu urteilen hätte ich weniger Punkte verteilt. So ein Buch, mit naiven Protagonisten und wenig Auseinandersetzung lese ich auch gerade, von daher kann ich nachempfinden, wie es dir beim lesen ergangen ist. Für mich fällt dieses Buch auf jeden Fall von der Leseliste.
    Hab einen schönen Montag
    LG
    Yvonne

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    1. Liebe Yvonne
      ich kannte das mit der Naivität ja schon aus Band 1, dort ist die Story aber langweiliger als hier, wo es um eine Raubserie geht. Als alter Krimifan war es für mich spannend zu lesen, auch wenn ich bald wusste, wer gut und wer böse war. Es war nicht langweilig und genug Handlung und deshalb die 4 Punkte.
      Jetzt schau ich gleich mal bei dir, welches Buch du gerade liest - und ob ich mit meiner Vermutung, was du gerade liest, richtig liege.
      Liebe Grüsse
      Anya

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  2. Liebe Yvonne,
    ich habe auch den ersten Band gelesen und kann mich mit den naiven Protagonisten anschließen. Schade, dass Band 2 nun nicht wirklich besser geworden ist.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina
      wie gesagt, der zweite Band ist zumindest um einiges spannender als der erste Band!

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    2. Ups, dann habe ich das wohl falsch verstanden =)
      Liebe Grüße
      Martina

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