Samstag, 31. Dezember 2016

Lesebiografie Dezember 2016

- Mord im stillen Belfrey von Michelle Kelly  
- Die Schattenschwester von Lucinda Riley (7-Schwestern Band 3) 
- Küstenstrich von Benjamin Cors 
- Bretonische Flut von Jean-Luc Bannalec (Band 4) 
- Hamish Macbeth fischt im Trüben (Schottland-Krimis 1) von M.C. Beaton 
- Der Museumsmörder (Benni Harper 1) von Earlene Fowler 
- WWWas? Alles, was du schon immer übers Internet wissen wolltest von Jan von Holleben 
- Plus drei Sachbücher über IF


Den Dezember habe ich mit Sachbücher begonnen, danach bis und mit heute mit Krimis verbracht. Mit Ausnahme der "Schattenschwester" (Rezension folgt Mitte Januar). Beim "Der Museumsmörder" bin ich auf den letzten Seiten und beende es noch heute, im alten Jahr. Das neue Jahr starte ich mit einigen Romanen - nach so vielen Krimis (im November waren 5 von 7 ebenfalls Krimis) brauche ich nun erstmal was fürs Herz ;-) Und weil es aktuell so kalt und grau ist und ab Morgen zudem noch nass sein wird, werde ich mich literarisch in den Sommer begeben. Auswahl hab ich ja genug! 

Wie im "Weihnachtspause"-Post angekündigt, geht es mit Rezensionen irgendwann um den 9./10. Januar weiter. 

Nach ganz viel Verwandtenbesuch in der vergangenen Tagen und viele-Stunden-in-der-Küche-stehen werden wir den Silvesterabend ruhig ausklingen lassen: nach einem einfachen Znacht (Kürbissuppe mit Tomatenbaguette für mich, Reste von gestern Abend für die Familie) werde ich mein Buch noch auslesen, und das städtische Feuerwerk um Mitternacht am TV schauen. Als einziges Silvester-Zugeständnis zünden wir wohl nach dem Znacht die Kägifret-Tischbombe :-)

Nun wünsche ich euch einen schönen Silvesterabend und än guatä Rutsch in ein schönes, gesundes und friedliches neues Jahr! 

Freitag, 23. Dezember 2016

Weihnachtspause


Die Zürcher Bahnhofstrasse mit Weihnachtsbeleuchtung
Weihnachten naht und ich habe mich entschlossen, dieses Jahr eine Weihnachtspause einzulegen. Um Silvester rum lasse ich sicher einmal von mir hören und veröffentliche die Dezember-Lesebiografie, und bin spätestens am 9. Januar wieder da. 

Bis dahin wünsche ich euch schöne und friedliche Weihnachtstage (mit viel Zeit zum Lesen) und eine guten Rutsch ins neue Jahr!









Donnerstag, 22. Dezember 2016

Kinderbuch: WWWas? Alles, was du schon immer übers Internet wissen wolltest von Jan von Holleben

Klappentext:
Woher weiß das Internet so viel? Kann man Cookies essen? Bin ich im Internet ein anderer Mensch? Hier erfährst du, was du schon immer wissen wolltest über das Internet und das World Wide Web, seine Entstehung und die unendlichen Möglichkeiten, die es bietet. Aber auch, wie du dich sicher im Netz bewegst. Gemeinsam mit vielen Kindern hat sich der Fotokünstler Jan von Holleben Bilder ausgedacht, die zeigen, wie spannend und vielseitig das Internet ist. Die Fragen zum Buch kommen von Kindern wie dir, beantwortet werden sie von Jane Baer-Krause und Kristine Kretschmer und ihren Experten. Mit einem Lexikon der wichtigsten Begriffe rund ums Netz im Anhang.


Kindern das Internet zu erklären, kann ganz schön schwierig sein. Unterstützung gibt es nun in Form dieses Buches.

Es erklärt Kindern informativ und auf witzige Weise alles, was sie über das Worldwideweb wissen müssen, inklusive einiger Anekdoten. Oder wusstet ihr, dass das erste Mail von Amerika nach Deutschland 1984 mehr als 16 Stunden brauchte? 

In 6 Kapiteln wird erklärt wie Computer entstanden, welche Berufe es rund ums Word Wide Web gibt, wie viel Aufwand es benötigt ein Spiel online zu stellen, wie man sichere Passwörter findet, dass es durchaus auch Diebe im Internet gibt, was Provider sind und ganz vieles mehr. Alles wird in einfachen Beispielen beschrieben. 

Dem wichtigen Thema Sicherheit werden einige Seiten gewidmet und es unterstreicht damit noch einmal, was die Kinder zuhause oder evt. auch in der Schule schon gehört haben: wie wichtig es ist, nicht zu viel Persönliches preiszugeben wenn man surft. Dazu werden Beispiele von sicheren Kinderseiten aufgezeigt. 

Ebenfalls erwähnt wird, dass man nicht einfach Artikel für Hausaufgaben abschreiben darf und was es für Konsequenzen hat, falls man es doch tut. Auch Cybermobbing und der richtige Umgang damit ist ein Thema, ebenso Youtube. 

Ebenfalls erwähnt werden Vor- und Nachteile vom Onlineshoppen. Zuerst dachte ich, dass dieses Thema die Kinder ja noch gar nicht betrifft. Aber sie bekommen sicher mit, wenn ihre Eltern etwas Online bestellen. Von daher schadet es nicht, dieses Thema im Buch behandelt zu wissen, ausserdem werden sie damit vorbereitet und wissen später um Gefahren und kennen eine adäquate Handhabung mit dem Thema. 

Alle Beispiele sind kindgerecht gewählt. Passende Fotos unterstreichen das Thema lustig und bildhaft. Am Ende des Buches gibt es ein Lexikon der verwendeten Begriffe, so dass man jederzeit ein Wort nachschlagen kann.

Meine Tochter hat das Buch vor mir gelesen und fand es sehr spannend und aufschlussreich. Ihr ist durch die Lektüre einiges klar geworden und anderes wurde vertieft. Manchmal erwähnt sie, dass dies und jenes doch im WWWas-Buch stand. Sie braucht das Buch auch als Nachschlagewerk, wenn sie etwas vergessen hat und nochmals nachlesen möchte. Sie fühlt sich nun sicherer, wenn sie sich (natürlich beschränkt auf den ihr erlaubten Seiten) im Internet bewegt. 

Wer für 9- bis 11jährige Kinder ein Geschenk sucht, ist damit auf jeden Fall gut beraten. Das Thema Internet ist wichtig und noch wichtiger natürlich der richtige und sichere Umgang damit. "WWWas? Alles, was du schon immer übers Internet wissen wolltest" trägt einen grossen Anteil zum sicheren Praxis im Netz bei. Es sollte in keinem Haushalt mit Kindern fehlen. 

Fazit: Ein gelungenes Fachbuch für Jung und Alt, das praktisches Wissen und Orientierung im Umgang mit dem WWW vermittelt.
4 Punkte

Montag, 19. Dezember 2016

Montagsfrage 19.12.2016


Guten Morgen ihr Lieben

Schnee liegt in der Luft - leider nur in der Luft und nicht sichtbar am Boden. Vielleicht wird es ja noch was mit Schnee bis oder nach Weihnachten, wer weiss...
Die heutige Montagsfrage ist keine, bzw. hat Svenja vom Buchfresserchen-Blog die letzte Frage in diesem Jahr (und vor der Montagsfragenpause bis zum 9. Januar) offen gelassen und meinte, man könne ja einfach eine von den alten, unbeantworteten Fragen nehmen. Doof für jene Teilnehmer, die bereits alle Montagsfragen beantwortet haben. 

Deshalb werde ich euch einfach erzählen, was diese Woche bei mir so läuft:
Gestern haben wir angefangen mit Guatzlä. Mailänderli, Makronen und Spitzbuben (mit Nutella statt Confi gefüllt!) sind bereits fertig, die Zimtsterne trocknen noch vor sich hin und kommen im Lauf des Tages in den Ofen. Am Abend macht mein Mann seine Brunsli - ich darf nicht, weil ich garantiert nicht die "richtige" Guatzliform dafür nehme (wieso soll ich auch, wenn wir so viele tolle Formen haben? Aber er besteht darauf die einzig richtige dafür zu nehmen - langweilig in meinen Augen 😉 ) Der Teig für die Chräbeli ist ebenfalls parat, sie werden heute Abend geformt, so dass ich sie morgen backen kann. Im Laufe der Woche gibt es noch kleine Lebkuchen und je eine zweite Ladung mit Spitzbuben und Chräbeli.
Danach fülle ich die meisten der Guatzli (bis auf d'Chräbeli - die teile ich nicht, sind auch die einzigen Guatzli die ich mag) in kleine Säckchen ab - unser Weihnachtsgeschenk an Verwandte und Nachbarn. Dazu wird es für einige zusätzlich ein Gläsli mit Granola geben; das kommt aber erst Ende Woche in den Ofen, damit es auch möglichst frisch verschenkt werden kann.
Geschenke einpacken steht auch auf meinem Programm und gut wäre, ich würde sie bis morgen noch einpacken, damit ich sehe, ob ich genug Geschenkpapier habe oder nachkaufen muss. Sämtliche Kinder in der Verwandtschaft dürfen sich auf Bücher freuen 😀 

Heute Abend geht es zum "Weihnachtsessen" mit meinen ehemaligen Tanzschülerinnen - zuerst einen Bummel über den Christkindlimärt, danach gibts Znacht. Mittwochabend werde ich auch wieder am Christkindlimärt sein, habe mit einer Freundin zum Glühweintrinken abgemacht. Dienstagmorgen treffe ich mich nicht zum Glühwein, wäre noch ein bisschen zu früh am Tag, aber zum Kaffi mit einer anderen Freundin in der Stadt. 
Freitagnachmittag ist Kino angesagt, meine Tochter möchte gerne "Sing" gucken gehen, ich auch, perfekt, denn wir haben Kinogutscheine von den Nachbarn bekommen und müssen, bzw. dürfen sie noch bis Ende Jahr einlösen. Eventuell geht es deshalb zwischen den Feiertagen noch einmal ins Kino. Danke Isabel, falls du hier mitliest! 

Wohnung putzen und für die Feiertage einkaufen steht Ende Woche auch noch auf meinem Programm. Und einen Christbaum auswählen und kaufen, wahrscheinlich am Donnerstag, und ihn am Freitagabend oder Samstagmorgen schmücken. Darauf freue ich mich schon! 

Ob bei so viel Programm noch Zeit bleibt für die drei Rezensionen, die ich diese Woche noch veröffentlichen möchte, werde ich sehen. Geplant sind Beiträge zu "Die Schattenschwester" von Lucinda Riley, "Küstenstrich" von Benjamin Cors und "WWWas? Alles was du schon immer übers Internet wissen wolltest". Letzteres ist ein tolles Buch für Kinder von 9 bis 12 - wer für seine Götti-, Nachbarskinder, Neffen, Nichten, Cousinnen und Cousins, jüngere Geschwister oder Enkel noch kein Geschenk hat, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Die Kinder bekommen einen informativen Überblick über Geschichte, Hintergründe und Sicherheit übers Surfen im Internet. 

Am Freitag oder Samstag werdet ihr auf jeden Fall noch etwas von mir hören, danach mache ich eine Blogpause bis Anfang Jahr. Ab 2. Januar geht es dann weiter mit Rezensionen zu vielen Krimis wie z.B. "Rotwein/Whisky für drei alte Damen" - eine finnische Altersheim-Krimiserie. Die Autorin Minna Lindgren soll im Januar für eine Lesung in Zürich sein. Der Verlag wollte mir das genaue Datum noch bekanntgeben, doch ich habe nichts mehr gehört. Vielleicht weiss man Anfang Jahr genaueres.

Was steht bei euch so an diese Woche? Macht ihr auch eine Blogpause über die Feiertage oder bleibt ihr am Ball?


Freitag, 16. Dezember 2016

Krimi: Strandgut von Benjamin Cors (Guerlain Band 1)

Klappentext:
Es war 11:37 Uhr. Eine Minute später ging alles schief. Die Filmfestspiele in Cannes: Dem jungen, aufstrebenden Personenschützer Nicolas Guerlain passiert ein unverzeihlicher Fehler. Durch eine ruckartige Bewegung stößt er versehentlich seinen Schützling, einen namhaften Minister, vor den Augen der Öffentlichkeit zu Boden. Seine Karriere ist ruiniert – er wird in seine alte Heimat, den idyllischen Badeort Deauville in der Normandie, strafversetzt. Mit der Ruhe am Meer ist es jedoch bald vorbei, als eine abgetrennte Hand an den Strand gespült wird. Nicolas beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Und deckt einen Fall auf, der Jahrzehnte zurückreicht.


Dieser französische Krimi beginnt 1967 im Casino von Deauville. 50 Jahre später fällt ein Fotograf über Bord eines Fischerkahns, doch von ihm fehlt jegliche Spur. Die Polizei in Deauville ist nicht begeistert, denn im momentan eher ruhigen Badeort soll in ein paar Tagen eine grosse Gipfelkonferenz mit vielen Politikern aus dem In- und Ausland stattfinden. Die Sicherheitsvorkehrungen sind kaum zu stemmen. Zudem bekommt Polizeichef Michel Bonnet die Nachricht, dass Personenschützer Nicolas Guerlain ihm in Sicherheitsfragen zur Seite gestellt wird. 

Nicolas gehörte zum Bodyguard-Team eines Ministers, doch durch einen Fehler zieht er nationale Aufmerksamkeit auf sich und wird nach Deauville strafversetzt. Sehr willkommen ist er nicht. Doch auf seine eigene Art gelingt es ihm und der ebenfalls neu in Deauville als Praktikantin arbeitenden Claire nicht nur den Mord, sondern auch das Komplott rund um den umsympathischen Minister aufzuklären. 

Sprachlich sehr schön und geschickt flechtet der Autor viele Stränge und Geheimnisse nebeneinander, die erst gegen Schluss miteinander verknüpft werden. Denn lange weiss man nicht, welchen Zusammenhang der Casino-Teil von 1967 mit den aktuellen Vorkommnissen zu tun haben. Ich habe das Gefühl, Benjamin Cors will damit die Leser ein wenig hinhalten: er beschreibt detailliert und unzusammenhängend die Geschehnisse und kostet es aus, den Leser im Dunkeln zu lassen. Nur um dann zum Ende mit einem fast fulminaten Finale die Leser denken zu lassen, sie sässen im Kino und schauen einen Actionfilm. Der Aufbau erinnert deshalb sehr einem Drehbuch. 

Auf Zwischenmenschliches wird viel Wert gelegt und so sind dem Autor die Charaktere gut gelungen: 

Nicolas, der seiner Julie nachtrauert; seine Mutter, die eine Boutique in einem Nobelhotel führt; das gesamte Personenschützerteam unter der Leitung von Gilles Jacombe: Jalabert, Thomas Bolden, Bertrand, Manou und die neue Assistentin, die Nicolas ersetzt; das stets unterbesetzte Polizeirevier in Deauville unter der Leitung von Michel Bonnet: der ehrgeizige Roussel, der es auf die Nachfolge von Michel abgesehen hat, Yves Colinas, Sandrine Poulainc und Claire, die Praktikantin mit den langen Sätzen und kurzen Haaren; auch der äusserst unsympathische Minister François Faure, der meint, sich alles erlauben zu können; und Hugo, der die kleine Fähre in Deauville betreibt.

Auf die Zukunft in Deauville bin ich sehr gespannt. Einerseits bin ich neugierig wie die Zusammenarbeit von Nicolas und Claire weitergeht und natürlich möchte ich auch wissen, was es mit Julie auf sich hat - der Cliffhanger am Schluss lässt erahnen, dass in Band 2 mehr verraten wird. 

Der Titel passt gut zum Inhalt, die Leiche des Fotografen wird zwar vermisst, doch es tauchen dafür andere Strandgüter auf.

Fazit: Mir war "Strandgut" eine Spur zu kryptisch. Trotzdem ein solider Krimi mit gelungenen Charakteren und spannend bis zum Schluss. 
4 Punkte.

Krimi: Der Kommissar und der Tote von Gonneville (Lagarde 5) von Maria Dries

Klappentext:

Philippe Lagarde, der ehemalige Elitepolizist, hat endgültig beschlossen, seinen Ruhestand zu genießen. Doch die Gegend um das Städtchen Barfleur kommt nicht zur Ruhe. Im Wald von Gonneville geschieht ein brutaler Doppelmord. Der Großindustrielle Charles Mirbeau und seine Geliebte werden auf einem Hochsitz getötet. Der zuständige Ermittler steht vor einem Rätsel. Seine einzige Rettung ist Lagarde. Offenbar hatte der Tote viele Feinde ehemalige Geschäftsfreunde, zahlreiche Exfrauen. Lagarde zur Seite steht die junge, ehrgeizige Polizistin Karima Azmi. Beide beginnen bald zu ahnen, dass es in diesem Fall um mehr als nur um Mord geht. 


Hauptkommissar Clerocs Partnerin ist hochschwanger und weil er ihr beistehen will, soll Philippe Lagarde ihn im neuesten Mordfall rund um Cherbourg unterstützen. Die neue Praktikantin wird ebenso beigezogen, und zusammen machen sie sich ans Aufklären dieses undurchsichtigen Doppelmordes. Viele Verdächtige in den verschiedenen Landesteilen von Frankreich müssen verhört werden. Darunter drei Ex-Frauen, einige Umweltschützer, viele Geschäftspartner und Angestellte, die alle ein Motiv haben. 

Zur gleichen Zeit werden Luxusjachten sabotiert, Geld veruntreut und vieles mehr. Trotzdem gehen die Ermittlungen nicht vorwärts und vieles bleibt im Dunkeln. Auch ein weiterer Todesfall stiftet zuerst nur mehr Verwirrung, aber dann ist das Team endlich auf der richtigen Spur.

Philippe geht fremd. Nein, nicht Odette, aber Valérie ist betroffen. Sie und Roselin tauchen in diesem Band nicht auf. Denn der Mordfall ereignet sich im etwa 20 km von Barfleur entfernten Wald von Gonneville. Philippe schnappt sich Karima, die neue Polizeipraktikantin von Ludovic Cleroc, und macht sich mit ihr auf den Weg durch halb Frankreich um mit allen potentiellen Verdächtigen zu sprechen. 

Doch nicht nur Karima sorgt für Kulturaustausch. Ihre marokkanische Mutter verköstigt sie und Philippe das ein oder andere Mal und so lernt Philippe die orientalische Küche kennen. Zudem geht es zum ersten Mal in dieser bereits fünfbändigen Serie ins Ausland: ein kleiner Teil spielt in Italien und Bolivien und verpasst dem Krimi eine internationale Note. 

Auch in "Der Kommissar und der Tote von Gonneville" gelingt es Maria Dries die Leser auf eine interessante Tour durch einen Teil Frankreichs mitzunehmen und viele Delinquenten zu präsentieren. Krimi-Miträtsler kommen total auf ihre Kosten! 

Fazit: Mysteriöser Doppelmord mit vielen Verdächtigen und einem interessanten, zum Teil neu besetzten Ermittlungsteam - ein kurzweiliger klassischer "Whodunit"-Krimi à la française.
4 Punkte.



Mittwoch, 14. Dezember 2016

Bücher mit Aussicht von Jessica Fox

"Bücher mit Aussicht" bekam nur gerade 2 Sterne von mir. Angepriesen als:


Jessica Fox lässt ihr Leben in Kalifornien hinter sich, um in Schottlands offizieller "Buchstadt" Wigtown in einem Antiquariat zu arbeiten. Sofort ist sie verzaubert von dem windschiefen Dorf, seinen schrulligen Bewohnern und der romantischen alten Buchhandlung. Und auch die Schotten schließen die quirlige Amerikanerin ins Herz, die ihren Ort mit neumodischen Ideen wie Yoga oder ihrem Auftritt als jüdischer Weihnachtsmann aufmischt. 





entpuppte es sich als "junge Amerikanerin, die bei der NASA arbeitet, unvorbereitet von einer Grossstadt in ein schottisches Kaff fliegt, beim Besitzer eines Antiquariats wohnt und dort ein wenig mithilft, vertreibt sich joggend die Zeit und hat die Hoffnung, dass das was wird zwischen Euan und ihr."

Naiv geht es weiter, indem sie nach ihrem einmonatigen Urlaub wieder in die USA zurück fliegt, auf ein Zeichen von Euan hofft, nochmals für ein paar Wochen nach Schottland reist und erneut back to the USA. Dort ihren NASA-Job verliert, bis sie knapp vor dem Happyend nicht mehr in England einreisen darf, weil sie zu oft in zu kurzer Zeit mit Touristenvisa einreiste. Däumchen dreht bei ihren Eltern, bis es dann endlich endlich klappt und sie ganz nach Wigtown ziehen kann. 

Das Buch erschien auch unter dem Titel "Die Frau, die in eine Rakete stieg und in Schottland landete" - was meiner Meinung nach besser passt. Denn statt um Bücher geht es um die 26jährige Autorin selbst, die ihren Job bei der NASA aufgibt und nach Schottland zieht, erstmal nur für einen Monat, dann für länger und in einem Antiquariat zu arbeiten beginnt. Mit Touri-Visum darf sie offiziell gar nicht arbeiten, Jessica hilft bloss mit, und arbeitet theoretisch weiter an ihrer Filmproduktion. 

Bücher dienen lediglich als Accessoires und kommen nur als Einleitung in die Kapitel vor, bei dem jeweils ein Zitat eines Buches steht. Daran gefallen mir nicht die Zitate an sich, sondern die Bezeichnung, wo sich das Buch im Antiquariat befindet, zum Beispiel "vorderer Raum, rechts vom Fenster".

Hauptthema ist Jessicas Geschichte und ihr Leben in Los Angeles, das sich so sehr vom Leben im abgelegenen Dorf in Schottland unterscheidet. 

Eins habe ich nach dieser Lektüre gelernt: bei auf Deutsch übersetzten Büchern werde ich zukünftig immer vorher die englische Kurzbeschreibung lesen, damit ich dadurch nicht mehr irregeführt werde: 

Jessica Fox is 26 years old, lives in Hollywood, and has a high-flying career at NASA. Working late one night, dreaming of another life, she's seized by a moment of madness. She taps "second hand bookshop Scotland" into Google, and clicks on the first link she sees. A month later, she arrives 2,000 miles across the Atlantic in Wigtown, on the west coast of Scotland. When she knocks on the door of the bookshop she will be working in for the next month, she is greeted not by the 80-year-old recluse she was expecting, but by a handsome young bachelor called Euan… The rollercoaster journey that ensues - which takes in Scottish Hanukah, bringing yoga to the West Coast, and a waxing that she will never forget - will ultimately both break and mend her heart. Three Things You Should Know About Rockets is a book for everyone who has ever thought "What if" - a true story about grabbing life by the horns, and taking the plunge.

Aber auch dieser Text lässt nicht vermuten wie amerikanisch und oberflächlich die Geschichte verfasst ist. Die Autorin schreibt zwischendurch zwar humorvoll, aber lässt Gefühle vermissen. Dass sie ihren Chef Euan mehr als nur mag, war die längste Zeit über nicht wirklich erkennbar und hörte sich maximal als unbedeutende Schwärmerei an. 

Witzige Geschichten über Weihnachten feiern wirkten übertrieben, da Jessica zuhause in L.A. nie feierte. 

Fazit: Naive Beziehungsgeschichte mit irreführendem Titel, die mich unzufrieden zurück lässt.
2 Punkte.