Dienstag, 22. März 2016

#LBM 2016 Teil 1 - Reisebericht zur Leipziger Buchmesse

Mitte Februar entschied ich mich spontan zu einer Reise an die Leipziger Buchmesse. Da am Mittwochabend bereits eine Lesung auf dem Plan stand, flog ich schon am Dienstag nach Leipzig und kam am frühen Nachmittag an. Ich in Leipzig. Mein Koffer nicht. 
Statt nun die kurze Zeit zu nutzen und mir die Stadt anzusehen, verbrachte ich den halben Nachmittag mit unfreiwilligem Shoppen - Pijama, Unterwäsche, Kosmetik; es war ja alles im Koffer. Auch hatte ich noch Arbeit miteingepackt, die nun liegenblieb. Meine Laune entsprach exakt dem Wetter: grau und kalt und nass. 
Mittwochmorgen schien zwar die Sonne draussen, ideal für Stadtfotos. Doch mein Handy sah schwarz, Akku leer. Und das Aufladekabel, ja, das befand sich im Koffer... Man sagte mir, dass im Einkaufzentrum Höfe am Brühl eine Aufladestation vorhanden sei. War sie auch. Aber Aufladen geht anders :-( Nach 30 Minuten und einer "Voll geladen"-Meldung entnahm ich mein Gerät ungeladen. Läck, war ich sauer! Insgesamt habe ich deswegen mehr als eine Stunde verplempert und kam später im Zoo an als geplant. Herzlichen Dank an dieser Stelle den beiden Mitarbeitern im Safaribüro, die wohl alle Zoomitarbeiter angerufen haben und mir ein Aufladekabel verschaffen wollten! Die Suche war erfolglos, aber die Geste sehr lieb und zuvorkommend. Mit leerem Akku ging es ins Gondwanaland, um mich bei der Flussfahrt ein wenig abzulenken. Die Masoala-Halle im Zoo Zürich gefällt mir besser als das Gondwanaland (weil bei uns alle Tiere frei herumlaufen), aber die Flussfahrt ist wirklich einzigartig und empfehlenswert. 

Nach dem Zoobesuch machte ich mich auf den Weg zurück in meine private Unterkunft - ich hoffte auf den Koffer, der am Morgen ankommen hätte sollen. Denkste... Also erneut in die City. Aufmerksam wurde mir im Mediamarkt eine Powerbank, ein mobiler Akku, empfohlen und verkauft - der Verkäufers erwischte aber eine ungeladene Version. Zum Glück hab ich sie direkt vor dem Laden ausprobiert und konnte gleich wieder rein um sie umzutauschen. 
Während mein Handy lud, machte ich Pause im "Goodies" (Bistro im Veganz, Nikolaistrasse). Ein Akku, ein Soja Latte und ein Stück Raw-Vegan-Blueberry-Cheesecake und ich war im siebten Himmel. Nach dem Zvieri konnte ich wieder Anrufe tätigen und man sagte mir, dass der Koffer um 21:00 Uhr ankommen sollte. Ich traute der Sache nicht so, aber mittlerweile hatte ich mich damit abgefunden und wollte die restlichen Stunden in der Stadt noch geniessen. 

Das Sightseeing konnte weitergehen - die Fotos entstanden alle mit Kabel am Handy. Die Nikolaikirche habe ich mir am Dienstag angeschaut, Mittwochs ging es zur Thomaskirche, wo sie wohl gerade die Orgel stimmten. Eindrücklich tiefe Töne erklangen in der Kirche. So tönte es wohl, als im 18. Jahrhundert Johann Sebastian Bach die Orgel spielte. 

Ich spazierte weiter via Markt und Café Riquet zum Augustusplatz und mit dem Lift ging es in Nullkommanichts hoch auf den Panoramatower. Die Aussicht war wunderbar, von oben sieht alles gleich viel übersichtlicher aus. Auf dem Foto sieht man sogar das Zoogelände.


Da ich am Abend an eine Lesung in die Talstrasse wollte und mein Stadtplan und die ausgedruckte Wegbeschreibung, ja wo wohl, genau, im Koffer lagen, machte ich mich auf die Suche nach der Touristinformation um einen kleinen Gratis-Stadtplan zu bekommen. Da ich die nicht grad auf Anhieb fand, fragte ich im Stadtgeschichtlichen Museum nach. Die Angestellte nahm einen kleinen Plan und erklärte mir den Weg und gab mir den Plan mit. Ich lachte und sagte, nun müsse ich nicht mehr weiter - ich hätte mir dort einen kostenlosen Plan holen wollen. So kamen wir ins Gespräch und ich erfuhr, dass die Frau in der Talstrasse aufgewachsen war. Ich bekam somit die allerbeste Wegerklärung :-)

Nach einem kleinen Abendessen am Augustusplatz war ich in 10 Minuten bei der Grieg-Gedenkstätte mit ihrer eindrücklichen Eingangshalle. Das Musikzimmer war schon gut besetzt, doch ich fand noch einen einzelnen freien Platz ziemlich weit vorne. Die Lesung der "Sturmschwester" von Lucinda Riley wurde musikalisch umrahmt - Hintergrundinfos zu den Musikerinnen bekam ich frei Haus von meiner Sitznachbarin. Dafür bekam sie von mir Infos zu der "Sieben Schwestern"-Serie, welche sie noch nicht kannte. Infos gegen Infos, guter Deal ;-)
Passend zur Lesung wurde Solveigs Lied gesungen und Griegs Klavierkonzert a-moll gespielt. Die Autorin wurde von der C.F. Peters-Verlagsmitarbeiterin Caroline Schatke interviewt. Die beiden verbindet eine persönliche Geschichte, da Lucinda Carolines Vater gut kannte und während eines Telefonats sass die eine in Leipzig und arbeitete oberhalb des Musikzimmers, während die andere genau an der Szene schrieb, in der Edvard Grieg im besagten Musikzimmer zusammen mit Anna Landvik musizierte. Diese Geschichte und weitere Einblicke zur Entstehung der "Sturmschwester" machten den Abend auch für uns Besucher unvergesslich. 
Für mich sowieso, denn ich stand mit Lucinda Riley wegen meiner Einleitung in die Serie bereits in nettem Mailkontakt und so freute ich mich sie persönlich kennenzulernen. Da mir in dem einen Buch ein Detail auffiel, dass mir wegen Ortskundigkeit unlogisch erschien (jeder andere liest darüber hinweg), hab ich sie die Woche zuvor nochmals kontaktiert und bekam prompt Antwort. Als ich dann bei ihr sass und mich vorstellte, rief sie gleich ihre Assistentin und stellte mich Susan vor. Die beiden haben tatsächlich die von mir kritisierte Stelle im Buch nochmals angeschaut und Lucinda hat mir versichert, sie sei diese Strecke tatsächlich so gefahren. Ich fand es sehr schön und auch irgendwie berührend, dass so eine grosse Autorin die Leser ernst nimmt und sogar unwichtige Details nochmals überprüft - das machte mir grossen Eindruck! Mit Susan hab ich später auch noch ein wenig geplaudert. Beides sehr nette und sympathische Frauen :-)

Auf dem Heimweg gelang mir ein Foto vom beleuchteten Gewandhauses und in der Unterkunft bzw. im Restaurant wartete dann endlich endlich der Koffer auf mich. Die letzte Herausforderung des Tages wartete ebenso: den Koffer fünf Stockwerke ohne Lift hochzutragen. Aber Hauptsache, mein Koffer war bei mir, pünktlich zum Messebeginn. 

Morgen folgt der Messebericht. 


Kommentare:

Anja Bauer hat gesagt…

Toller Bericht über Leipzig. Das mit dem Koffer habe ich ja schon am Donnerstag bedauert *tröst*. Aber ich gestehe, ich ärgere mich nun doch ein wenig, das ich die Bootsfahrt im Zoo am Samstag nicht mitgemacht habe. Grummel. Aber nächstes Jahr ist ja wieder Leipzig und vielleicht fahre ich sogar einen Tag früher und gehe nochmals in den Zoo!
Liebe Grüße
Anja vom kleinen Bücherzimmer

Layla hat gesagt…

Danke, Anja! Falls ich wieder nach Dresden komme, könnten wir gemeinsam zum Zoo - ich hab nicht viel vom Rest gesehen. Bloggertreffen im Zoo wäre mal was anderes!