Sonntag, 18. Mai 2014

Rose Harbor und der Traum vom Glück von Debbie Macomber

Klappentext: 
Nach einem schweren Schicksalsschlag beschließt Jo Marie Rose, noch einmal neu zu beginnen um endlich ihren Frieden zu finden. Sie zieht in das beschauliche Küstenörtchen Cedar Cove und eröffnet ein gemütliches kleines Bed & Breakfast – das Rose Harbor Inn. Bald schon kann sie ihre ersten Gäste begrüßen, die beide aus Cedar Cove stammen – Abby Kincaid und Joshua Weaver. Dass beide nicht ganz freiwillig in ihre Heimatstadt zurückkehrten, merkt Jo Marie sehr schnell. Ein turbulentes Wochenende steht ihnen bevor, doch am Ende schöpfen alle drei neue Hoffnung für die Zukunft.



Wahrlich turbulente und aufwühlende Tage für alle drei Hauptpersonen. Jeder der drei trägt sein Päckli mit sich: 

Abby und Joshua kommen nur schweren Herzens nach Cedar Cove zurück. Beide sind in Cedar Cove aufgewachsen, zogen später weg. Abby, die sich immer noch verantwortlich für den Autounfall fühlt, bei dem ihre beste Freundin Angela gestorben ist und denkt, dass nach wie vor sämtliche Einwohner auf sie wütend sind. Nur ungern reist sie zur Hochzeit ihres Bruders an. Joshua, der nach einem Streit mit seinem Stiefvater nur noch zur Beerdigung seiner Mutter und seines Stiefbruders zurückkam. Michelle, eine frühere Nachbarin ruft ihn an und bittet dass er vorbei kommt, denn sein Stiefvater sei sehr krank. 

Für die junge Witwe Jo Marie sind es ihre ersten Gäste in ihrem Bed & Breakfast. Sie muss sich erst zurecht finden in Cedar Cove, doch die Einwohner sind ihr freundlich gesinnt. 

Alle drei müssen sich mit ihrer Vergangenheit versöhnen, Frieden schliessen und bekommen die Chance auf einen Neuanfang.

Mir gefiel das Buch sehr gut. Obwohl alles vorhersehbar ist, wird es nicht kitschig und berührt. Vorsichtshalber Taschentücher bereitlegen.

Einiges bleibt am Schluss offen und es zeichnet sich ab, dass es eine Fortsetzung geben wird - "Rückkehr nach Rose Harbor" erscheint am 15. Dezember 2014. Und ist direkt auf meine Wunschliste gehüpft. 

UPDATE 1: Der zweite Band ist leider nicht wie gehofft erschienen. 
UPDATE 2: Blanvalet legt die Bücher neu auf. Das hier beschriebene "Rose Harbor und der Traum vom Glück" wird als "Winterglück" am 19. Oktober 2015 erscheinen, "Rückkehr nach Rose Harbor" als "Frühlingsnächte" am 15. Februar 2016 und Band drei wird "Sommersterne" heissen und erscheint am 16. Mai 2016. 







Mich erinnerte "Rose Harbor und der Traum vom Glück" an "Der Club der gebrochenen Herzen" von Deborah Moggach. Auch dort geht es um Neuanfänge. Geschichten über B&B's eignen sich gut fürs Vermischen verschiedener Schicksale :-) Beide Bücher sind sympathische Erzählungen, die ans Herz gehen. 













Im sehr berührenden B&B-Roman "Der Sommer der Frauen" von Mia March steht zwar auch ein B&B im Mittelpunkt, doch im Gegensatz zu den beiden nun Vorgestellten dreht sich die Geschichte fast ausschliesslich um die Familie weniger um die Gäste. 







Fazit:
B&B-Romane - bisher fast immer ein Garant für schönes Lesevergnügen! 
("Fast immer" deswegen: Nur eins hat mir gar nicht gefallen: "Die Pension am Deich" von Sigrid Hunold-Reime)

Samstag, 17. Mai 2014

Viviens himmlisches Eiscafe von Abby Clements

Klappentext: 
Als Imogen und Anna das wunderschöne Eiscafé ihrer Großmutter an der Strandpromenade von Brighton erben, stellt sie das vor eine schier unlösbare Aufgabe. Das alte Café quillt zwar über vor Charme – keineswegs jedoch von Gästen. Die beiden Schwestern setzen alles daran, Viviens Erbe zu retten und ihm zu altem Glanz zu verhelfen. Also fliegt Anna nach Italien, um an einem Gourmet-Eiscreme-Kurs teilzunehmen, und ihre Rezepte verzaubern bald nicht nur die Kunden, sondern auch einen ganz besonderen Mann.




Als Grossmutter Vivien stirbt, hinterlässt sie ihren Enkelinnen Anna und Imogen ihr Eiscafé. Doch Anna ist eben erst zur Marketingleiterin befördert worden und Imogen arbeitet als Fotografin in Thailand. 

Die Glaceteria hat schon bessere Zeiten gesehen und die beiden Enkelinnen wissen zuerst gar nicht was sie damit machen sollen. Behalten oder verkaufen? Sie beginnen mit der Renovation und mühen sich zeitgleich mit ihren Privatleben ab bis dann alles zu einem Happend führt.

"Viviens himmlische Eiscafé" war unterhaltend, aber nicht mehr. 

Annas Zeit in Florenz ist für Glacéliebhaber das Interessanteste an der Story. Mir fehlte das gewisse Etwas, das den Unterschied von einem netten Buch zu einem guten Buch ausmacht. 

"Ein Kuss unter dem Mistelzweig" derselben Autorin fand ich eine minime Spur besser. 

Doch bei beiden kommen keine wirklichen Emotionen rüber. Obwohl eigentlich alles vorhanden ist - unterschiedliche Charaktere, viele Schicksalsschläge, unterschiedliche Lebensentwürfe etc. - und viel Möglichkeit bestände, den Charakteren mehr Leben und Tiefgang einzuhauchen, bleiben die Geschichten flach. 

Fazit: Eine nette Lektüre, die man von der Hotelbibliothek ausleiht, damit man am Strand oder im Flugzeug was zu lesen hat. 
3.5 Punkte.

Freitag, 16. Mai 2014

Not amused

Eigentlich schreib ich lieber über Bücher, die mir gefallen haben, als über solche, die es nicht taten. Doch manchmal kommen Rückfragen zu nicht rezensierten Büchern aus meiner Lesebiografie. Deshalb erschaffe mit "Not amused" eine neue Rubrik, in dem ich ein paar Worte zu Büchern schreibe, die ich sonst eher stillschweigend abhaken würde.

Not amused 

war ich im Frühling zum Beispiel über folgende Bücher, Rezis dazu folgen in nächster Zeit: 


- Das Schatzbuch der Köchin von Martine Bailey
Die verborgene Sprache der Blume von Vanessa Diffenbaugh
Zeit deines Lebens von Cecelia Ahern




Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra von Robin Sloan

Klappentext:

Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.


Wie wohl alle Leseratten werde ich ganz hibbelig, wenn ich ein Buch über Buchhandlungen entdecke. Wenn dann auch noch Bücher auf dem Cover zu sehen sind, ist meine Neugier definitiv geweckt. So griff ich gespannt zu "Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" über das kontrovers gesprochen wird. 

Das Buch ist wirklich seltsam, eher ein Buch für Informatikfreaks. Eigentlich wollte ich es abbrechen, denn ich stehe nicht auf diese Technik-über-den-Klee-loben-Propaganda. 

Doch der Gwunder auf die Lösung des Rätsels war stärker und ich las weiter. Auf der einen Seite steht die moderne Technik, auf der anderen Seite die "alten" Papier-Bücher. Es geht um einen mysteriösen Geheimbund der mit Hilfe aller möglichen Computerprogrammen und natürlich Google erforscht werden soll. 

Wie dann des Rätsels Lösung aufgespürt wurde, liess mich einige Male schmunzeln. 

Fazit: Google allmächtig? Lasst euch überraschen! Mich hat das Buch gut unterhalten - es ist eine Ode an die Schrift. 
4 Punkte. 

Donnerstag, 15. Mai 2014

Himmlische Juwelen von Donna Leon

Klappentext: 
Caterina Pellegrini ist Musikwissenschaftlerin ohne feste Anstellung. Da bietet sich ihr ein Job mitten in ihrer Heimatstadt Venedig: Zwei geldgierige Cousins streiten sich um den Nachlass eines fernen Vorfahren. Caterina bekommt Zugang zu zwei unerforschten Truhen, die womöglich Schätze bergen. Der Besitzer der Truhen, ein ehedem hochberühmter Komponist, entpuppt sich als schillernde Gestalt. Je tiefer Caterina in die Truhen vordringt, desto brisantere Fragen stellen sich. Hatte jener Vorfahr etwas mit dem berühmtesten Mordfall der damaligen Zeit zu tun? Und welche Rolle spielt der elegante Rechtsanwalt Moretti, den die beiden Cousins eingeschaltet haben?



Donna Leon ohne Commissario Brunetti - Donna Leon einmal anders.
Das Buch entstand aufgrund der Freundschaft der Opernsängerin Cecelia Bartoli mit der Autorin und Musikliebhaberin Donna Leon. Cecelia Bartoli nahm eine CD mit Arien von Agostino Steffani auf und überredete Donna Leon eine Roman über ihn zu schreiben. 

Hintergrundberichte zum Downloaden vom Diogenes-Verlag: Donna Leon über Agostino Steffani und Donna Leon und Cecelia Bartoli

Viele Rezensionen benoten den vorliegenden Roman schlecht. Zu Unrecht, finde ich. Wer hier einen weiblichen Protagonisten im Stil von Brunetti erwartet liegt falsch. Wer sich nicht für klassische Musik interessiert ebenso. Wer sich nicht für Geschichte erwärmen kann, auch. 

"Himmlische Juwelen" ist ein Roman über das Leben des Barockkomponisten und Bischofs Agostino Steffani (1654 - ca. 1728) eingepackt in eine Rahmenhandlung: 

Caterina arbeitet gelangweilt in Manchester und greift zu, als ihr in der Fondazione Musicale Italo-Tedesca in Venedig eine neue Stelle angeboten wird. Sie soll in zwei Truhen nach dem Testament von Agostino Steffani suchen. Ihre neuen Arbeitgeber und deren Anwalt erscheinen ihr dubios. 

Mit Hilfe ihrer Schwester Caterina, Ordensschwester und Professorin in Tübingen, kommt sie dem so gar nicht langweiligen Leben Agostinos auf die Spur.

Das Buch ist angenehm zu lesen, mit witzigen Details wie z.B. die humorvolle E-Mail-Unterhaltung mit ihrer Schwester, in der auf eine angenehme leichte Weise viel Theologie steckt.

Da ich über die Hannoversche Dynastie bisher nicht viel wusste, wurde mein geschichtliches Wissen darüber ein wenig aufgestockt. Und ich weiss nun auch wie das Schloss Charlottenburg in Berlin zu seinem Namen gekommen ist.

Fazit: Ich mag Bücher, in denen bisher eher unbekannte historische Gestalten ein Gesicht bekommen und deren Geschichte in eine interessante und/oder witzige Rahmenhandlung eingefügt wird und dabei das eigene Wissen auf unterhaltende Weise ergänzt. Genau das bietet "Himmlische Juwelen". 
4 Punkte. 



Mittwoch, 14. Mai 2014

Schwester Melisse von Tanja Schurkus

Klappentext: 
Als unter Napoleon alle Klöster säkularisiert werden, verlässt sie den Orden. In der Schlacht von Waterloo pflegt sie unter größtem Einsatz Verwundete. 1825 kommt sie nach Köln und nutzt ihre guten Kenntnisse aus der Klosterapotheke und Pflanzenheilkunde, um ihr "Melissenwasser" als Arznei herzustellen. Je erfolgreicher ihre Firma ist, umso lauter stellt sich ihr die Frage: Darf sie als Frau, die einmal das Gelübde der Armut abgelegt hat, ein profitables Geschäft betreiben? Wie sieht Gottes Weg für ihr Leben aus?




"Klosterfrau Melissengeist" - wer kennt die blau-weisse Schachtel samt durchsichtigem Fläschchen nicht?

Dass hinter diesem Kräuterheilmittel tatsächlich eine Klosterfrau samt ihrer Geschichte steckt, wusste ich allerdings nicht. Kloster vereint mit Pflanzen-heilkunde sind bekannt. Doch das sich damals eine Klosterfrau derart unternehmerisch betätigt (und damit erfolgreich war/immer noch ist) ist speziell.

Maria Clementine Martin, Schwester Melisse, erhält für ihren Einsatz in der Schlacht von Waterloo eine Rente vom preussischen König. Dies ermöglicht ihr, Gerätschaften und Pflanzen anzuschaffen, die sie für ihr Melissenwasser benötigt. Dass sie es aber trotzdem nicht einfach hat, zeigt dieser Roman.

Fazit: Eine interessante und gut verpackte Hintergrund-Lektüre zu einem altbekannten "einfachen" Heilmittel. 
4 Punkte. 




PS: Einige Tropfen Klosterfrau Melissengeist auf einem Würfelzucker eingenommen soll gegen Muskelkater helfen. Ein Geheimtipp von anderen Klosterfrauen - von Schwestern des François de Sales - Orden!

Montag, 12. Mai 2014

Die Montagsfrage 12.05.2014

Jeden Montag stellt Nina von libromanie eine Bücherwelt-Frage, die BloggerInnen auf ihren Blogs beantworten. Mir gefällt diese Aktion und ich würde mich freuen, wenn ihr per Kommentarfunktion oder auf meiner Facebookseite mitantwortet.



  Die Frage von Montag, 12. Mai 2014 lautet:

Autor oder Autorin: Von wem lest ihr mehr Bücher?

Eindeutig mehr Autorinnen! Frauenpower ist angesagt :-) Ich achte bei der Auswahl meiner Bücher nicht auf das Geschlecht des Autors, sondern auf Titel und Buchbeschrieb. Anscheinend sprechen mich deutlich mehr Bücher an, die von Frauen geschrieben wurden. Selbst bei meiner Pädagogik/Sport/Tanz-Fachliteratur sind die Frauen in Überzahl. Nur bei der theologischen Fachliteratur in meinem Gestell sind mehr Autoren vertreten. Bewusst ist mir ein Schreibunterschied zwischen Männlein und Weiblein erst zweimal aufgefallen, bei "Und es hat Om gemacht" und bei "Mistralmorde". Da dachte ich tatsächlich: "Sowas konnte nur ein Mann schreiben". Ansonsten lese ich nach Gusto und ich hab sicher etwa gleich viele Lieblingsautoren wie Lieblingsautorinnen. Doch lesen tue ich definitiv mehr von Frauen geschriebene Bücher.