Mittwoch, 20. Juli 2022

Die kleine Bäckerei der Träume von Susan Wiggs

Klappentext:
Jerome »Sugar« Barnes hat die Kunst des Backens in der Bäckerei seiner Großmutter erlernt – doch plötzlich muss er sich seine Küche mit Margot Salton teilen, einer Grillmeisterin aus Texas. Für sie erfüllt sich endlich ihr größter Traum: ein Restaurant weit, weit entfernt von ihrer Heimat. Zwischen Margot und Jerome knistert es gewaltig, obwohl ihre Leben bis zu diesem Punkt nicht unterschiedlicher hätten sein können. Doch gerade als Margot beginnt, Jerome in ihr Herz zu lassen, wird klar, dass sie ihre Vergangenheit nicht so einfach verdrängen kann.



Neben der "Buchhandlung zum Glück" an der Perdita Street steht die alte Bäckerei. Sugar and Salt" ist der Originaltitel, den ich auch wörtlich übersetzt für die deutschsprachige Ausgabe toll gefunden hätte. Zucker und Salz machen sehr viel Sinn und haben eine enorm grosse Bedeutung, weshalb ich es absolut nicht verstehe, weshalb man irgendeinen Fantasietitel gewählt hat.

Der furchtbare deutsche Titel und auch das Cover lassen nichts von der brisanten Geschichte erahnen, die Susan Wiggs erzählt. Als Erstes gebe ich gleich mal eine Triggerwarnung: alle, die nichts über Gewalt an Frauen und alles was damit zusammenhängt lesen möchten, dürfen das Buch auf keinen Fall in die Hand nehmen. (Mehr möchte ich nicht spoilern, ihr dürft mich aber gerne genauer fragen, falls ihr mit dieser Thematik Probleme habt).

Eine Bäckerei, wie im deutschen Titel erkennbar, kommt zwar vor, hat aber keinen grossen Stellenwert - mehr der Bäcker, Jerome Sugar, und seine Mutter. Neben ihrer Bäckerei zieht das Restaurant von Margot Salton ein, es heisst Salt. Und ja, wie im Klappentext, der praktisch nichts vom Inhalt verrät, erwähnt, passiert das was zwischen Margot und Jerome. Doch das ist nur die Rahmenhandlung.

Auch nicht das, was am Anfang passiert, als Margot eine alte Zeitung findet und Ida B, Jeromes Mutter, darin entdeckt und man in Folge mehr zu Idas Leben erfährt, das sehr viel mit Rassismus zu tun hat und eigentlich schon genug Tragik bietet, ist das, was den Roman ausmacht. 

Nein, es ist Margots Geschichte, die erzählt wird und schockiert. Es ist eine Geschichte, die leider gerade top aktuell ist und aufzeigt, wie morsch und unstabil das amerikanische Rechtssystem ist. Wie man mit Geld alles haben und kaufen kann und wie man ohne Geld sich nicht mal auf eine faire Untersuchung verlassen kann.

Hut ab vor allen Frauen, die selbst so eine Geschichte erlebten, wie Margot es tat. Susan Wiggs hat eine hoch emotionale Story geschrieben. Ihre Charaktere versuchen ihren Alltag zu meistern und wollen kein Mitleid. Der Roman ist fesselnd geschrieben, so dass man ihn kaum aus der Hand legen mag, ausser man braucht kurz Luft, um alles Geschehene zu verdauen. 

Fazit: Eindrückliche Story, bei der man ins Schlucken kommt, weil man genau weiss, dass es viele Länder gibt, bei dem solche Lebensgeschichten leider immer noch alltäglich sind. 
5 Punkte.

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