Samstag, 30. April 2016

Krimi: Stürmische Côte d'Azur von Christine Cazon

Klappentext:
Der dritte Fall der Côte d'Azur-Krimireihe um den Kommissar Léon Duval führt den Ermittler auf die Insel Sainte Marguerite. Unmittelbar vor Cannes gelegen, ist sie ein beliebtes Naherholungsgebiet, im Sommer pendeln die Fähren unablässig zwischen der Stadt und dem kleinen Inselhafen hin und her. Doch inzwischen ist es Herbst geworden, ein Sturmtief liegt über der Bucht, als auf einer Yacht im Hafen von Sainte Marguerite ein Matrose ermordet aufgefunden wird. Duval und sein Ermittlungsteam machen sich an die Arbeit. Bald wird jedoch der Fährverkehr eingestellt, und Duval führt die Ermittlungen vor Ort allein weiter. Er mietet sich im Forsthaus ein, und zum Glück gibt es im Inselrestaurant eine hervorragende Köchin. Doch nicht nur das Wetter ist stürmisch, auch der Mordfall entwickelt sich turbulent, denn kurz nach Duvals Eintreffen auf der Insel wird eine zweite Leiche gefunden. Und auch privat bewegt sich der Kommissar nicht unbedingt in ruhigem Fahrwasser.

Während Duval in seinem ersten Fall in Cannes am Filmfestival ermittelte und in seinem zweiten in einem Hotel, wirkt er nun auf der Insel Sainte Marguerite. 
Das Setting erinnert an "Bretonische Brandung" von Jean-Luc Bannalec. Eine Insel nahe am Festland, das wegen Unwetter mit dem Schiff nicht mehr angefahren werden kann.

Nein, ruhig ist es tatsächlich nicht. Es stürmt und regnet und auf der Überfahrt von Cannes nach Sainte Marguerite wird Léon Duval schlecht. So schlecht, dass er kein Schiff mehr betreten will und deshalb den Leichenfundort seinem Team überlässt. Er erkundigt sich lieber auf festem Boden bei den wenigen Inselbewohnern nach den Ereignissen des Vorabends. Da der zweite Matrose, Pierre Lanvalle, seither spurlos verschwunden ist, nimmt jeder an, dass er der Täter war. Doch das blutverschmierte Messer, das neben der Leiche gefunden wird, gehört ihrem Skipper Théolien. Was nun?

Duval entschliesst sich am späten Nachmittag als einziger vom Team auf der Insel zu bleiben, um weiterhin alle Zeugen zu befragen und den Vermissten zu suchen. Als Verdächtigte kommen ungefähr ein Dutzend Personen in Frage  - all jene, die am Mordabend auf der Insel waren. 

Trotz neuen Erkenntnissen bleibt der Leser wie auch Duval ahnungslos und kommt erst spät auf die mögliche Lösung. Das macht den Kriminalroman aber nicht langweilig, denn es läuft viel auf dem kleinen Eiland. Fast zu viel. Der dritte Band hat zwar spannende Stellen, doch das schlechte Wetter und Duvals angespannte Laune wegen seinen Frauen, der neuen und der alten - die eine ist zu weit weg, die andere nervt, und der daraus entstehenden Szene trüben den Lesegenuss ein wenig. Es ist nicht Duvals beste Zeit und auch nicht sein bester Fall. Nur seine Liebe zum Essen ist beständig. Ich freue mich, wenn er wieder in Cannes bei Sonnenschein ermitteln darf. 

Mit der Autorin muss ich noch äs bitzeli schimpfen, denn kein Schweizer Kind sagt "Och Menno" - das ist eindeutig Deutschland-Deutsch. Von Deutschschweizer Kinder würde man ein mauliges "Ou nai" hören. Den Vornamen nach stammt die Schweizer Familie aber eher aus der Romandie und dort redet man bekanntlich Französisch - von daher wär ein allgemeines "Ach nein" oder "Oh nein" glaubhafter gewesen. Zumindest aus helvetischer Sicht.


Fazit: Nicht Duvals spannendster Fall, aber trotzdem knifflig und unterhaltend. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen