Mittwoch, 19. November 2014

Krimi: Tote Vögel singen nicht von Alan Bradley (Flavia de Luce 6)

Klappentext:
Es ist ein Frühlingsmorgen im Jahr 1951. Flavia de Luce hat sich mit ihrer Familie am Bahnhof von Bishop’s Lacey eingefunden, um die Heimkehr ihrer beim Bergsteigen in Tibet verschollenen Mutter Harriet zu erwarten. Als der Zug einfährt, nähert sich ein großer Fremder der elfjährigen Hobbydetektivin und flüstert ihr eine kryptische Botschaft zu. Einen Augenblick später ist der Mann tot – jemand aus der Menschenmenge hat ihn offenbar vor den Zug gestoßen. Ein neuer Fall für Flavia de Luce, die sich dieses Mal sogar in die Lüfte schwingt, um einen Killer zur Strecke zu bringen, und die endlich die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Mutter erfährt.


Das gelingt Flavia schlussendlich auch, war ja klar. Klar war mir auch sofort beim erstmaligen Auftauchen einer Person, dass nur diese Person als Täter in Frage kommt. Somit war für mich das Lesen diesmal eher langweilig, auch weil sich eben alles nur um Flavias Familie und ihre spezielle Aufgabe dreht - und es sich nicht wie seine Vorgänger witzig und spannend las, sondern ereignislos und zudem melancholisch geprägt ist. 

Es schien mir so, als ob dies der letzte Band der Reihe ist. Doch gerade gestern habe ich die englische Kurzbeschreibung von Band 7 gelesen. Weitere Bände sind anscheinend auch geplant. Es geht also weiter. 

Zum Inhalt kann ich nicht mehr dazu schreiben, als das, was in der Kurzbeschreibung bereits drin steht. Ansonsten müsste ich das einzig Überraschende am Anfang des Buches verraten. Und das will ich nicht.

"Tote Vögel singen nicht" verrät und erklärt uns die Hintergründe von Flavias Familie, so dass einiges am Leben auf Buckshaw samt Familienhintergründe verständlicher ist. 

Fazit: Dennoch konnte es mich nicht überzeugen. Band 7 werde ich jedenfalls eine Chance geben, denn ich bin gespannt, ob die Serie mit der dann neuen Kulisse noch ihr altes, bekanntes Flair behalten wird oder nicht.
3 Punkte.


Reihenfolge: 
Band 2: Mord ist kein Kinderspiel
Band 3: Halunken, Tod und Teufel
Band 4: Vorhang auf für eine Leiche
Band 5: Schlussakkord für einen Mord
KG: Das Geheimnis des kuperroten Toten
Band 8: Mord ist nicht das letzte Wort
Band 9: Der Tod sitzt mit im Boot
Band 10: Todeskuss mit Zuckerguss 

Montag, 17. November 2014

Montagsfrage 17.11.2014



Wer ist euer liebster Antiheld/Bösewicht?

Wenn ich Serien lese, dann sind meist nur die Guten diejenigen, die immer vorkommen und die Bösen ändern sich von Buch zu Buch. Da wären höchstens manchmal Chefs (oft Polizeichefs) die Unsympathischen. Aber so richtig als Bösewicht kommen mir spontan nur drei in den Sinn: 
Draco Malfoy und Snape von der Harry Potter-Serie (und Dracos Vater Lucius, aber der ist wirklich böse und unsympathisch, Draco und Snape dagegen sind böse und haben trotzdem ein wenig Charakter) und die guten alten Panzerknacker :-)



Samstag, 15. November 2014

Not amused: Sie dreht sich um von Angelika Overath

Klappentext:

Anna Michaelis, Journalistin, 50 Jahre, nimmt ihre Scheckkarte, ihr Handgepäck und geht. Gerade hat sie erfahren, dass ihr Mann, Altphilologe an einem Münchner Gymnasium, sie mit einer jungen Kollegin betrügt. Anna will retten, was zu retten ist, also sich. Doch wohin jetzt? Der erstmögliche Flug bringt sie nach Edinburgh, eine Stadt, in der sie nie war. Und da sie sich in der Fremde immer unter Bildern heimisch gefühlt hat, stolpert sie in die Schottische Nationalgalerie. Während sie müde und irritiert vor einem Gemälde von Gauguin sitzt, beginnt eines der bretonischen Mädchen, plötzlich zu sprechen. Es erzählt, wie es damals war in Pont Aven, als die Maler kamen. Anna staunt und versteht, dass weibliche Rückenfiguren wie jene Frau auf dem Gemälde Gauguins ihr etwas sagen können. Ihr verraten wollen, wie es wirklich war: als Modell, als Ehefrau eines Malers, als Künstlerin. Von da an begibt sich Anna, frisch verlassen, auf eine Reise zu Rückenfiguren in aller Welt: von Edinburgh nach Kopenhagen, weiter bis Boston und zurück auf den Kontinent nach St. Moritz; von dort nach Paris und noch einmal bis ins dänische Skagen. Anna begegnet Gemälden von Paul Gauguin, Vilhelm Hammershøi, Edward Hopper, Giovanni Segantini, Ingres, Jacobus Vrel und Anna Ancher. Über die Antworten der Bilder lernt Anna Michaelis, sich und ihre lange Ehe anders zu sehen, und am Ende weiß sie, dass sie neu beginnen kann.


Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Ich wollte sogar zur Lesung, die am "Zürich liest"-Wochenende stattfinden sollte. Doch ich war verhindert und nach dem Lesen des Buches sogar froh darüber: Das Buch hat mich enttäuscht. 

Die Idee, Bilder mit Rückansichten von Frauen sprechen zu lassen, find ich klasse. Das Buch ist bis etwa zum zweiten Bild, zur zweiten Reise recht gut. Doch danach wird das neue Reiseziel nicht mehr wirklich systematisch ausgewählt (die Frau aus dem Bild gab einen Hinweis), sondern extrem konstruiert. So im Sinne von: "Berge? Hhm, erinnert mich an St. Moritz, fahr ich halt mal hin." Ganz zufällig gibt es dort eine Ausstellung… Gähn

Während die ersten Erzählungen der Bilderfrauen interessant sind, werden sie gegen Schluss belangloser. Trotzdem haben mir diese Erzählungen besser gefallen als die Haupthandlung an sich. Die war ab dem zweiten Bild nur noch langweilig und die Protagonistin macht Dinge, die sie handkehrum ihrem Mann vorwirft. Wenn zwei dasselbe tun ist es halt nicht dasselbe. Dazu meint die Autorin sie müsse alles "sexualisieren", das nervt.

Kann mir jemand sagen, was ein Olm ist/sein soll? Ich kenn den Begriff nur aus der Tierwelt, es ist eine Lurchart. Die Autorin benutzt den Begriff im Buch im Bezug zu einem Mann. Ich hab keine Ahnung was sie damit sagen will. 

Die Autorin möchte mit ihrer Sprache ausdrucksstark rüberkommen, aber ich war von den Beschreibungen eher gelangweilt. Die Sprache ist zu bemüht (wie pack ich möglichst viele Fremdwörter in den Text und wie schreib ich möglichst lange Sätze, die nicht wirklich Sinn ergeben?), oft zu gestelzt, v.a. bei den nachträglichen Bildbetrachtungen. "Ein schwindelsanfter Tod" - was ist das? Schwindel empfinde ich nicht als sanft. Aber vielleicht bin ich einfach zu fantasielos. 

Ich kannte nicht alle der sieben erwähnten Bilder und so fand ich es sehr schade, dass im Ebook (und soviel ich weiss auch in der Hardcoverausgabe) die erwähnten Bilder nicht abgebildet sind. Ich musste jedes einzeln googeln und so die Lektüre unterbrechen. Wenn das Bild direkt im Text abgebildet wäre, hätte man direkt mitbetrachten können. 

Das Buch ist ein Mix zwischen Reise- und Museumsführer, garniert mit einem bisschen Roman, dessen roter Faden zu wenig ausgefeilt ist. Statt an möglichst interessant tönenden Neukreationen von Wörtern hätte die Autorin besser ein wenig mehr in den Inhalt investiert. 

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. 
2 Punkte. 

Montag, 10. November 2014

Keine Montagsfrage

Heute morgen hab ich erfolglos die Montagsfrage bei libromanie gesucht, erst als ich schon aufgeben wollte, hab ich ganz klein im Twitterfeld entdeckt, dass es heute keine Frage geben wird. Ich hoffe aber, es geht nächste Woche wieder weiter damit.

Es wäre sonst schon die zweite "Wir hören auf"-Meldung innert Tagen: Letzten Mittwoch wurde bekannt, dass die Iron Buchblogger nicht mehr weitergeführt werden. Da wurde ganz viel liebevolle Arbeit hineingesteckt, doch nun wurde es den zwei Machern zuviel. Begreiflich, aber doch schade. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Charlotte und Leander!

Ich habe mich immer auf den Montag gefreut. Fast schon zu einem Ritual geworden, rief ich zuerst die Montagsfrage auf und beantwortete sie, und machte mich dann - mit einem Kaffee in der Hand - an das Mail der Ironblogger, in dem man nachlesen konnte, welcher Blog welchen Beitrag veröffentlicht hat und ich klickte mich durch die mich interessierenden Postings. Ich habe mich darauf eingestellt, dass es heute morgen nicht genau so wird, aber wenigstens die Montagsfrage - und dann war die auch nicht da. Und das an einem Montagmorgen, als ob die nicht schon hart genug wären ;-)

Auch auf meinem Blog war es letzte Woche ruhiger als normal und auch in dieser Woche werde ich wohl nicht im gewohnten Abstand posten können. Aber nächste Woche wird es wieder ruhiger und dann geht es wieder mit Mo-Mi-Fr (und evt. noch zusätzlich am Wochenende) - Postings weiter. 

Im Dezember habe ich dafür viele Postings mit Weihnachtslesetipps vorgesehen und dann nehme ich auch noch am Blog-Adventskalender von Tintenhain teil. Es wird spannend!

Liebe Grüsse und euch allen eine gute Woche

Donnerstag, 6. November 2014

Brombeerwinter von Sarah Jio

Klappentext:
Die Journalistin Claire Aldridge traut ihren Augen kaum: Es ist Mai, die Brombeeren blühen schon, doch vor ihrem Fenster tobt ein Schneesturm. Das gab es in Seattle zuletzt vor achtzig Jahren. Bei ihren Recherchen stößt Claire auf die Geschichte eines kleinen Jungen, der in dem Unwetter damals spurlos verschwand. Sein Schicksal lässt sie nicht mehr los, denn auch sie muss einen tragischen Verlust verwinden. Immer tiefer taucht Claire in die Vergangenheit ein und ahnt noch nicht, wie sehr diese Spurensuche auch ihre eigene Zukunft bestimmen wird.




Ganz am Anfang war ich entsetzt: ein dreijähriges Kind in der Nacht alleine zu Hause! Aber das war eine andere Zeit, 1933, und es blieb der Mutter anscheinend nichts anderes übrig, als zur Arbeit zu gehen, wollte sie überleben. 

Am Morgen nach so einer Nacht, als Daniel alleine zuhause war und schlief, kommt seine Mutter Vera heim und findet ihn nicht. Nur seinen Teddybär, draussen im Schnee. Der Schnee, ja, das war auch aussergewöhnlich, denn es war Mai.  

Wenn ein Wintereinbruch im Mai mit Kälte und Schnee verbunden ist, während die zarten weissen Blüten der Brombeerranken sich öffnen, nennt man Brombeerwinter. Ich hab noch nie gehört davon, aber es tönt poetisch. So erklärt sich auch der Buchtitel und der Brombeerzweig auf dem Cover.

Daniel wird nicht gefunden. Und die Geschichte geht fast ganz vergessen…. 

Bis 80 Jahre später ein Wintereinbruch mitten im Mai in Seattle für Chaos sorgt. Die Journalistin Claire bekommt von ihrem Chef den Auftrag über dieses Phänomen zu schreiben. Bald schon entdeckt sie die Geschichte von Daniel und ist so angetan, dass sie das Rätsel herausfinden muss. Claire selbst steckt nach einem schweren Unfall in der Krise, und sie und ihr Mann entfremden sich immer mehr, da kommt ihr diese Recherche genau recht und was sie da entdeckt, ist heftig.

Die Autorin wurde vom Lied "Blackberry Winter" von Hilary Kole zu diesem Buch inspiriert. Bei Youtube könnt ihr es euch anhören.  Von Keith Jarrett gibt es eine instrumentale Version davon.

Ich habe das Buch an einem nebligen Tag während einer langen Zugfahrt gelesen. Der Nebel passte perfekt zu dem düsteren Winterwetter in Seattle. Die Geschichte nahm mich gefangen, schnell schloss ich mich Claire an und wollte unbedingt wissen, was damals wirklich geschah. Ungemein schön und traurig zugleich! 

Fazit: Nastüechlifaktor am Schluss und von mir 4.5 Punkte für diese fesselnde Erzählung!

Montag, 3. November 2014

Montagsfrage, 3.11. 2014


Habt ihr Euch schon mal vor reinem Buch gedrückt, obwohl ihr es eigentlich lesen wolltet?

Ja, zum Beispiel der letzte Harry Potter. Gekauft als es erschienen ist, dann irgendwie keine Zeit gehabt dafür und seither steht es im Gestell und wartet auf mich. Aber, es ist so dick, taugt also nicht für unterwegs und schon gar nicht für den Urlaub und dann ist die Jahreszeit nicht wirklich die richtige und dann möchte ich lieber zwei andere lesen und und und und und…

Eigentlich hab ich vorgenommen, es diesen November zu lesen, die "Abers" sind aber auch schon wieder grosszügig bei mir.

Samstag, 1. November 2014

Lesebiografie Oktober 2014

- Das grosse Buch der Pflanzenwasser von Susanne Fischer-Rizzi 
- An einem Sonntag im Oktober von Hilary Boyd 
- Die dritte Schwester von Liz Balfour 
- Solange am Himmel Sterne stehen von Kristin Harmel 
- Mord in Weiss, Honey Driver ermittelt Band 11, von Jean G. Goodhind 
- Julia von Anne Fortier 
- Ein Laden der Glück verkauft von Beth Hoffman 
- Die Teerose von Jennifer Donnely 
- Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry von Rachel Joyce 
- Im Hause Longbourn von Jo Baker 
- Winterapfelgarten von Brigitte Janson 
- Tote Vögel singen nicht, Flavia de Luce Band 6, von Alan Bradley 
- Brombeerwinter von Sarah Jio