Mittwoch, 21. September 2016

Krimi: Tödlicher Lavendel von Remy Eyssen (Leon Ritter Band 1)

Klappentext:
Eigentlich hatte sich Rechtsmedizinier Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein Mädchenmörder geht in der Provence um. Zwei weitere Mädchen sterben, und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Ritter kämpft nicht nur gegen eine perfiden Märder, sondern auch mit dem Laisserfaire der südfranzösischen Behörden. Als plötzlich die Tochter seiner Kollegin Isabell Morell entführt wird, wird es heiss in Lavandou, sehr heiss sogar. Und Ritter merkt, dass sogar sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.


Schon lange liegt der Krimi auf meinem SuB. Viel zu lange, wie sich beim Lesen herausstellte.

Der deutsche Arzt Leon Ritter wechselte vor einigen Jahren in die Pathologie weil er keine Angehörigen mehr betrügen wollte: ihnen sagen, dass es für die Angehörigen Hoffnung gibt, obwohl es nicht so war. Er liebt seinen Beruf als Gerichtsmediziner und verlässt Deutschland um in Frankreich eine Stelle in der Klinik Saint Sulpice anzunehmen. Er kommt eine Woche zu früh - weder ist seine Wohnung bereit noch sein Chef vor Ort. Monique, die Krankenhaus-Sekretärin verhilft ihm zu einem Gästezimmer in Le Lavandou, im Haus von der stellvertretenden Polizeichefin Isabelle Morell und ihrer 15jährigen Tochter Lilou. Doch anstatt eine Woche Ferien, auf die sich Leon schnell eingestellt hat, bekommen er und Isabelle Arbeit. Ein kleines Mädchen wird vermisst und bald tot aufgefunden. Die Behörden vor Ort, der Bürgermeister Daniel Nortier wie auch Polizeichef Thierry Zerna, möchten den Fall vertuschen, damit ihr Dorffest wie geplant durchgeführt werden kann. Aber Leon lässt diese Vertuschung nicht zu, seine Ergebnisse sprechen für sich, womit er die Wut von Zerna auf sich zieht.


Leon hat es also nicht so leicht an seiner neuen Stelle. Der cholerische Polizeichef Zerna lässt sich nicht reinreden; Didier Masclau, Isabelles Assistent, ist ein prolliger Beamte mit vielen Vorurteilen und vorschnellen Handlungen, die er nur zu gerne kundtut. Immerhin ist Sous-Lieutenant Moma Kadir der besonnenste auf dem Revier. Aus Toulon wird Kommissarin Patricia Lapierre hinzugerufen, was für etliche Schlagabtausche mit Zerna führt. Sobald die zwei sich nichts mehr zu sagen haben, trumpft Leon mit seinen Ergebnissen auf. Er lässt sich nicht einschüchtern und arbeitet genau; sein ruhiger Assistent Olivier Rybaud hilft ihm dabei. Doch auch von aussen droht immer wieder Ärger: Fotograf Tony und die Journalistin Brigitte Menez vom Var-Matin stören die Ermittlungen immer wieder.


In Le Lavandou freundet sich Leon mit den Boulespielern des Ortes an: mit Rechtsanwalt Gerard le Blanc, mit der 83jährigen Kettenraucherin Veronique und mit dem kauzigen Rollstuhlfahrer Jean-Claude. Während und nach ihren Spielen werden sie im Café Chez Miou von Jeremy und Yolande verköstigt. Diese Kontakte sind ihm auch für seine Arbeit wertvoll, den von ihnen bekommt er immer wieder Einblicke oder Informationen über frühere Geschehnisse oder auffällige Mitbürger.


Die Vorstellung aller Beteiligten dieser Krimireihe wurde in diesem ersten Band gut in die Handlung integriert. Ich flog von Zeile zu Zeile, auch wenn ich Kindermordfälle an sich nicht mag. Im Gegensatz zu anderen Krimiserien spielen sich viele Szenen in der Pathologie ab. Wer sich CSI, Bones, Rizzoli & Isles und Konsorten gewohnt ist, kennt das ja schon, trotzdem fand ich die Beschreibungen, wie Leon sich auf seine ureigene Spurensuche macht, sehr interessant. Er beschränkt sich aber nicht nur auf seine Erkenntnisse in der Pathologie, er ermittelt auch draussen erfolgreich, was vor allem bei Zerna negativ aufstösst. 


Die Krimihandlung an sich ist schlüssig und fesselnd, trotz der dramatischen Geschichte gibt es auch humorvolle Szenen, zum Beispiel wenn Leon mit Jean-Claude diskutiert. 


Das zu-lange-auf-dem-SuB-liegen hat einen Vorteil: ich konnte direkt nach der letzten Zeile zum zweiten Band greifen! 

Fazit: Ganz selten vergebe ich Krimis 5 Punkte, doch dieser Erstling hat mich derart gut unterhalten und überzeugt, so dass er die maximale Punktzahl bekommt! 
5 Punkte.

Reihenfolge Leon Ritter-Serie:
Band 1: Tödlicher Lavendel
Band 2: Schwarzer Lavendel
Band 3: Gefährlicher Lavendel

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