Montag, 11. Mai 2015

Montagsfrage 11.05.2015


Kaufst oder leihst du Bücher lieber?


Eindeutig kaufen. 
Ganz früher hatte ich eine Freundin, mit der ich Bücher getauscht habe. Doch sie lebt schon seit 20 Jahren im Ausland und tauschen wurde umständlich, bzw. nicht mehr möglich. Bei anderen Büchern ausleihen fällt flach, da mein Umfeld kaum liest und ich selbst nicht gerne Bücher ausleihe.

Ich bin mit nur einer kleinen Schulbibliothek aufgewachsen, für Erwachsene gab es keine Bibliotheken in der Umgebung und in die Schulbibliothek kam man auch nur als Schüler rein - zudem hatte ich mich schnell durchgelesen und als junge Erwachsene interessierten mich die Kinder-/Jugendbücher eh nicht mehr. So war ich mich gewohnt meine Bücher zu kaufen. Da ich in einer Buchhandlung meine Lehre machte, war neue Bücher kaufen auch nicht umständlich, ich war ja schon vor Ort :-)
Später, als ich in eine Stadt umzog und den Beruf wechselte waren die Bibliotheken nicht in der Nähe, doch beim erneuten Umzug in die nächste Stadt hab ich dann aufgrund meines Studiums öfters mal Bibliotheken aufgesucht. Bibliotheken gibt es hier in allen Stadtteilen, aber ich mag sie nach wie vor nicht. Meist hatten sie die Bücher, die ich will nicht und die, die sie da haben sehen nicht sehr "appetitlich" aus. Deshalb kaufe ich meine Bücher, dann weiss ich was ich habe. 

Mittlerweile hab ich für mich aber eine tolle Leihoption gefunden - die virtuelle Bibliothek namens Skoobe. Hier kann ich eBooks ausleihen, sie haben ein grosses Angebot und ich muss nicht auf Bücher warten, wie das bei Onleihen üblich ist. Auch kann ich das Buch sofort zurück geben ohne eine Frist abzuwarten und kann sie mir immer wieder ausleihen. Wer sich dafür interessiert, kann Skoobe mit diesem Code gratis austesten. So mag ich Bibliotheken :-) 

Samstag, 9. Mai 2015

Die Frauen der Rosenvilla von Teresa Simon

Klappentext: 

Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stösst sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stösst sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis...



Ich liebe Schokolade (aber nur dunkle mit mindestens 64%) und von daher war es fast ein Muss für mich dieses Buch zu lesen. Das Thema Schokolade kam zu meiner Freude auch nicht zu kurz. Zum Glück sass ich den grössten Teil der Lektüre im Flugzeug - hätte ich das Buch zuhause gelesen, hätte es mich wohl sehr viel Disziplin gekostet nicht an den HB zu fahren und mich bei Sprüngli oder Läderach mit vielen Trüffes oder Pralinen einzudecken. Sorgt also schon mal vor, bevor ihr mit dem Lesen dieses Romans beginnt.

Anna eröffnet nicht nur ihr zweites Café in Dresden, sondern zieht in die ihr vom Grossvater vererbte Rosenvilla und beginnt den Garten neu mit Rosen zu bepflanzen. 

Sie findet Tagebuchblätter, die sie mit Hilfe ihrer Freundin Hanka ordnet und entdeckt die verwirrende Geschichte ihrer Vorfahrinnen und das gut gehütete Geheimnis ihres Grossvaters. Zufällig lernt Anna einen Amerikaner kennen, der seine Leidenschaft zur Schokolade zum Beruf gemacht hat. Doch wieso schleicht er um die Rosenvilla herum? 

Am Anfang hatte ich ziemlich Mühe den vier unterschiedlichen Zeitebenen zu folgen. All die vielen verschiedenen Frauen- und Männernamen die in den Anfangssequenzen der neuen Tagebuchblätter auftauchten, verwirrten mich. Wer wie mit wem wann zusammengehört - das war anstrengend. Ohne Rückblättern und Namen aufschreiben hätte ich wohl aufgegeben. 

Mittlerweile hab ich gelesen, dass die Autorin sogar empfiehlt sich die Namen und Zugehörigkeiten zu notieren. Aber ehrlich, von einem guten Buch erwarte ich, dass ich es durchlesen kann ohne mir für das Verständnis Notizen machen zu müssen - oft hat man auch gar kein Schreibzeug dabei, wir lesen ja nicht am Schreibtisch, zumindest seltener als an anderen, oft bequemeren Orten. Diese Unübersichtlichkeit ist für mich ein grosses Manko!

Doch sobald ich die Eckdaten der vier Frauen zusammen hatte, wurde das Lesen einfacher und bald schon war ich gespannt wie alles am Ende zusammenkommt. 

Im Buch wird einiges Wissenswertes zu Schokolade und der Rosenzucht eingeflochten. Sehr gut gefallen haben mir die historischen Infos über Dresden. So macht das Buch richtig Lust auf eine Reise nach Dresden. Auf der man sich mit einer heissen Schokolade, von Anna gezaubert, in den Garten der Villa setzt und die Rosen bewundert. Und danach einen Abstecher in Hankas Buchhandlung.

Fazit: Interessante Geschichte mit zu vielen zeitgleich neu eingeführten Figuren, was den Lesefluss stört. 
4 Punkte. 

Freitag, 8. Mai 2015

Krimi: Mord in Honeychurch Hall von Hannah Dennison (Kat Stanford 1)

Klappentext:
Kat Stanford will mit ihrer Mutter ein Antiquitätengeschäft eröffnen, als diese überraschend einen einsamen alten Landsitz kauft. Honeychurch Hall ist mehrere hundert Meilen von London entfernt, und seine exzentrischen Bewohner hüten jede Menge Geheimnisse. Als die Leiche der Haushälterin entdeckt wird, scheint jeder von ihnen ein Motiv für den Mord zu besitzen. Auf der Suche nach dem Mörder muss Kat feststellen, dass sie nicht einmal mehr ihrer eigenen Mutter trauen kann.




Das Cover und die Inhaltsangabe machten mich neugierig auf diese neue Krimiserie. Doch aufgepasst: wem Honey Driver schon zu nervös erscheint, darf sich nicht auf diese Serie einlassen - hier ist alles noch chaotischer, gepaart mit Möchtegern-Adel.

Dass ihre Mutter Iris, die bisher kaum alleine leben konnte und nichts auf die Reihe brachte, spontan umgezogen ist, erfährt Kat erst als es schon zu spät ist. Nun hat Iris auch noch den Arm gebrochen - beides Grund genug, dass Kat sofort hinfährt und Iris zur Vernunft bringen will, sprich sie zurück nach London nehmen möchte. Iris hat aber nicht einfach nur ein kleines Cottage gemietet, sondern ein Haus auf dem Anwesen von Honeychurch Hill in Devon. 

Das Haus ist eine Bruchbude und müsste dringend saniert werden. Eigentlich dürfte man da gar nicht drin wohnen, so viel ist morsch und kaputt. Doch Iris lässt sich nicht davon abbringen und will hier wohnen bleiben. Sie scheint auch sonst viele Geheimnisse zu haben... 

Immerhin gibt Iris zu, dass sie sich den Einzug leichter vorgestellt hat, denn Nachbar Eric macht ihr das Leben schwer. Er stellt das Wasser ab und ist noch für weitere Unannehmlichkeiten zuständig. 

Kat lernt Harry kennen, der Sohn von Lord Rupert und Lady Lavinia. Da sein Kindermädchen Gayla verschwunden ist, "darf" Kat eines Abends einspringen und lernt das Anwesen samt Bedienstete kennen. Die Angestellten scheinen allesamt miteinander verwandt zu sein - mir war das zu viel, ich hab irgendwann abgehängt. Nicht nur Gayla ist verschwunden, sondern auch Antiquitäten aus dem Herrenhaus. Schon länger und immer wieder. Auch Kats Lieblingsteddybär Jazzbo wird nicht mehr aufgefunden, nachdem Harry ihn am ersten Tag gleich ausgeliehen hat.

Eine Schmierenkomödie vom Feinsten. Es kam mir vor, als ob ich im Theater sitze und einer Vorstellung zuschaue. Überspitzte, skurille Figuren kamen im schnellen Wechsel auf die Bühne. Dazu viele Geheimnisse, verschwundene Dinge und ein Mord. 

Doch dieser reicht nicht aus, um daraus einen Krimi zu machen. Obwohl am Schluss der Mord und alle weiteren überraschenden Geheimnisse aufgelöst wurden, blieb es für mich eine Komödie. 

Mir gefällt zwar das deutsche Cover, doch finde ich das der englischen Ausgabe aussagekräftiger. Darauf sieht man den Park und die baufälligen Gebäude, die mich mehr auf den Inhalt einstimmen als das relativ kühl gehaltene deutsche Cover. 

Fazit: Auch wenn mich "Mord in Honeychurch Hall" nicht als Krimi überzeugt, mich aber trotzdem unterhalten hat, gebe ich Band 2 "Schatten über Honeychurch Hall", das im Januar 2016 erscheint, eine Chance. Vielleicht kommt da mehr Krimifeeling durch. 
3.5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Mord in Honeychurch Hall
Band 2: Schatten über Honeychurch Hall











Mittwoch, 6. Mai 2015

Das Flüstern der Wände von Rebecca Michéle

Klappentext:
Cornwall 1940: Um den Bombenangriffen auf London zu entgehen, bringt Robert Carlyon seine Familie nach Cornwall, wo sie auf dem Landsitz Higher Barton eine Bleibe finden. Während Roberts Frau und sein Sohn sich zunächst schwer in das Landleben einfügen, ist die siebzehnjährige Eve von dem Herrenhaus sofort begeistert. Doch nachts meint sie, jemanden ihren Namen rufen zu hören. Eve erfährt, dass Mitte des 19. Jahrhunderts die junge Evelyn Tremaine spurlos verschwunden ist. Seitdem soll ihr Geist in den Mauern umgehen. Welches Geheimnis birgt Higher Barton und welche Rolle spielt der alte Lord Tremaine? Eve beginnt nachzuforschen und stösst auf eine unglaubliche Geschichte, die auch ihr eigenes Leben nachhaltig verändern wird.

Wer die Mabel Clarence-Serie von Rebecca Michéle gelesen hat, kennt die Gerüchte über Higher Bartons angeblichen Hausgespensts. In "Das Flüstern der Wände" nimmt die Autorin die Geschichte von des vermeintlichen, im Haus herumspukenden, Geistes von Evelyn Tremaine auf. 

Das Baugerüst des Romanes ist aber nicht die Story rund um Evelyn, sondern Eves Geschichte - sie wird während dem Krieg zusammen mit Bruder Mickey und ihrer meistens "unpässlichen" Mutter Melanie zu ihrer Verwandten Helen nach Higher Barton geschickt. Eve hilft ihrer Tante im Haushalt und ist sehr neugierig auf das grosse Haus, in dem auch Helens Schwiegervater Alwyn wohnt und ungestört bleiben will. Während Eve zusammen mit Mickey verbotenerweise das Haus erkundet, werden sie von Lord Alwyn erwischt. Er bittet Eve, ihm nun täglich seinen Tee zu bringen - was Eve ausnutzt um ihn über die vor vielen Jahren verschwundene Evelyn auszufragen. Alwyn wird sauer und erzählt zuerst kaum etwas, doch ein wenig mehr erfährt sie von Billy Penrose, der in der Nachbarschaft wohnt. 

Evelyns spannende Geschichte spielt ab 1850 - sie lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter Clarissa und ihrem Stiefbruder Ralph auf Higher Barton. Ihrem Vater, Lord Tremaine, gehören zwei Minen in der Umgebung und hat gerade die dritte, Wheal Kerris. Eve interessiert sich sehr für den Minenbau und würde am liebsten eine Ausbildung machen, aber damals war das für Mädchen tabu. Auch als leibliche Tochter von Lord Tremaine erbt nicht sie, sondern ihr adoptierter Stiefbruder Ralph eines Tages die Minen. Ralph aber lebt bereits seit zwei Jahren im Ausland, er liebt Luxus und interessiert sich überhaupt nicht für Arbeit, schon gar nicht für Minenbau. Da Lord Tremaine ihm den Geldhahn zudrehen will, kommt Ralph widerwillig nach Higher Barton zurück. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Evelyn verliebt sich und in der Mine ereignet sich ein schrecklicher Unfall

Schon auf den ersten Seiten fühlte ich mich "abgeholt" und so blieb es während der ganzen Lektüre über. Ein spannend erzählter Roman, den man nur ungern weglegt. 

Fazit: Die Autorin schafft es hervorragend beide Zeitebenenen miteinander zu verbinden, ohne dass eine der beiden Geschichten darunter leidet.  
Verdiente 5 Punkte. 


Reihenfolge der Mabel Clarence-Serie:
Vorstellung der Reihe (Band 1-4)
Band 1: Die Tote von Higher Barton
Band 2: Der Tod schreibt mit
Band 3: Schatten über Allerby
Band 4: Ein tödlicher Schatz
Band 5: Mord vor Drehschluss
Band 6: Gestorben wird früher
Herbstlicher Kurzkrimi: Der Kürbismörder (nur als eBook)
Ein Roman über Higher Bartons Schlossgeist: Das Flüstern der Wände

Montag, 4. Mai 2015

Montagsfrage 04.05.2015


Gibt es ein Genre, das du noch nicht gelesen hast?

Ja, das gibt es. Es gibt sogar mehrere Bereiche, die ich noch nie gelesen habe, weil die mich nicht ansprechen - und bei denen ich auch im TV gleich weiterzappe. Zum einen ist es das Genre Thriller/Horror, das ist mir einfach zu brutal und blutig. Dann mag ich keine Fantasy, oder zumindest nur in Spuren zugesetzt. Als letztes kommt  Science Fiction - da kann ich gar nichts mit anfangen, ich interessiere mich lieber für Dinge, die auf der Erde geschehen, der Weltraum ist mir ziemlich schnuppe. 


Ich lese lieber Romane und Krimis. Deshalb erwarten euch diese und nächste Woche Rezensionen zu "Mord in Honeychurch Hall", "Die Frauen der Rosenvilla", "Das Flüstern der Wände", "Das Olivenhaus", "Bloody Rosemary" und "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen".


Habt einen guten Start in die neue Woche! 

Samstag, 2. Mai 2015

Krimi: Wer im Dunkeln bleibt von Deborah Crombie (Kincaid James 16)

Klappentext:

Am Londoner St. Pancras Bahnhof wird ein Bombenanschlag verübt, bei dem mehrere Menschen sterben. Ryan March, Mitglied einer Protestgruppe, der eine verdächtige Tasche mit sich führte, gehört zu den Toten. War er der Täter? Superintendent Duncan Kincaid übernimmt die Ermittlungen, muss aber feststellen, dass die einzelnen Puzzleteile des Falls überhaupt nicht zueinanderpassen. Mit Hilfe seiner Frau, Inspector Gemma James, kommt er schließlich peu à peu den Hintergründen der Tat auf die Spur. Doch was er entdeckt, ist unfassbar grausam.



Ich liebe diese Serie! Vor Jahren hab ich vereinzelte Bände gelesen, fast jedes Jahr eins. Bis ich letztes Jahr alle bisher erschienenen 15 Bücher in einem Rutsch direkt nacheinander durchgelesen habe. Das Warten auf Band 16 dauerte seither eine gefühlte Ewigkeit! Jedes neue Buch ist so ein bisschen wie ein Verwandtenbesuch, bei dem man bei Familie Kincaid James für ein paar Tage ins Gästezimmer zieht und mitten drin dabei ist. 

Im Haus gibt es neuerdings auch anderen Zuwachs, vierbeinigen, den die Jungs entdeckt haben und natürlich behalten wollen. Doch immer noch weiss die Familie nicht wie lange sie im Haus der Tochter von Duncans ehemaligem Chef Denis Childs wohnen können. Childs und seine Tochter Liz sind wie vom Erdboden verschwunden. 

Auch sonst ist vieles ungewiss. Duncans neue Stelle in Holborn, Gemmas Beförderung. Viel Zeit um darüber nachzudenken bleibt ihnen nicht: Gemma und Melody stecken in einem schwierigen Fall fest; sie kennen den Täter, konnten ihn aber noch nicht überführen. Dann wird Melody Zeuge eines Brandbombenanschlags, dessen Ermittlung Duncan zum Glück übernimmt. Da er seinem neuem Team nicht traut, hilft ihm inoffiziell auch sein ehemaliger Sergeant Doug Cullen, der wegen eines Unfalls Schreibtischdienst schiebt. Zusammen kommen sie nicht nur den Tätern, sondern auch anderen ungeheuerlichen Zusammenhängen auf die Spur 

Hier endet Band 16, und weist so wohl ein wenig auf Band 17 hin - ich vermute einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Duncans Chef. 

Bis auf das angebliche "Chef besucht kranke Tochter im Ausland und beide sind unauffindbar" (was mir zu platt rüber kommt, denn wenn man wirklich wollte, hätte Duncan und/oder Scotland Yard Denis Childs in Singapur oder wo auch immer sicherlich aufgespürt), fand ich "Wer im Dunkeln bleibt" wieder sehr gelungen. 

Ich hoffe, dass Band 17 Licht ins Dunkel bringt, was dieses ominöse Verschwinden betrifft. Ich mag nicht, wenn sich solche Geheimnisse über mehrere Bände hinwegziehen, irgendwann sind sie nur noch nervig. So ähnlich wie die Story um Red John bei The Mentalist oder bei Major Crimes. Da mag man gar nicht mehr einschalten...

Aber das sind jetzt alles Vermutungen und Spekulationen über den 2016 erscheinenden neuen Band. 

Fazit: Das vorliegende Buch jedenfalls erfüllt alles, was Krimileser gerne haben: Unterhaltung, Spannung und solide Ermittlungsarbeit. 
4.5 Punkte. 

Freitag, 1. Mai 2015

Krimi: Rendezvous auf dem Friedhof Feriköy von Baris Uygur

Klappentext:
"Nach dem Zahlvorgang um 14:18 Uhr verliess Deniz Deren, oder, wie sie sich selbst nannte, Deniz Cengiz Deren den Supermarkt. Der Typ, dessen Aufgabe es war, den Einkaufswagenstau vor dem Laden zu beseitigen, erinnert sich an sie. Seiner Aussage nach fuhr, nachdem Deniz Hanim den Supermarkt verlassen hatte, ein schwarzer Tofas an den Bürgersteig heran; Deniz Hanim wechselte ein paar für den Zeugen aus der Entfernung nicht zu verstehende Sätze mit dem Mann auf dem Beifahrersitz und nahm dann auf der Rückbank Platz. Das war das letzte Mal, dass Deniz Cengiz Deren gesehen wurde."


Der faule Ex-Polizist Süreyya Sami hat seinen sicheren Job auf dem Polizeirevier gegen einfache Auftragsarbeiten eingetauscht. Er jobbt als Handwerker, Helfer bei Behördengängen und manchmal auch als Detektiv. Sein Hobby ist lesen - vor allem alte Zeitungen.

Er soll im Auftrag von Herr Deren, einem Sportjournalisten, herausfinden, weshalb seine Ehefrau so kurz nach der Hochzeit verschwunden ist. Süreyya glaubt nicht an eine Entführung und macht sich auf die Suche nach Deniz. Hilfe bekommt er von Deniz bester Freundin Emel. Mit ihr lässt er sich sogar auf einen Flirt ein - sein grösstes Problem dabei ist die Krawattenfrage.   

Auf den 174 Seiten geht es mehr darum, wie Süreyya sein Leben und seine Jobs managt als um die Entführungsgeschichte an sich.   

So ist der Fall bald erzählt, denn trotz Süreyyas gemächlichen Art ist er schnell erfolgreich. Zum Glück gibt es am Schluss eine kleine überraschende Wende, sonst wäre die "Krimihandlung" nicht nur kurz, sondern eher auch langweilig gewesen. 

Süreyya Bay kann es weder mit Remzi Ünal (Celil Oker) noch mit Kati Hirschel (Esmahan Aykol) aufnehmen, den anderen literarischen Detektiven von Istanbul. Er ist mir aber nicht mal sonderlich unsympathisch, nein, er erinnert mich sogar an türkische Bekannte, die ihr Leben ähnlich leben. 

Es ist mehr der schnell und fast glatt aufgelöste Entführungsfall, der mich stört. 

Fazit: Vielleicht müsste ich noch Band 2 lesen, könnte ja sein, dass der spannender ist. Doch viel Lust dazu hab ich nicht. 
3.5 Punkte.