Montag, 29. Oktober 2018

Montagsfrage 29.10.2018




Montagsfrage #9

Schaurig schön: Was ist für dich die ultimative Halloween-Lektüre?

Da ich noch zu der Generation gehöre, in deren Kinder- und Jugendzeit Halloween ausschliesslich in Amerika praktiziert wurde, sagt mir dieser importierte amerikanische Brauch gar nichts. Hier in Europa wird stattdessen in aller Ruhe den Toten gedenkt, an Allerheiligen. Dies vor allem in katholischen Gebieten. In der Schweiz haben die katholischen Kantone am 1. November einen Feiertag, in den reformierten Kantonen wird gearbeitet. Ja, und dann ist ja noch der Reformationstag am 31. Oktober, und als reformierte Theologin kann ich damit viel mehr anfangen als mit einem importieren Brauch aus Amerika.

Deshalb empfehle ich als passende Lektüre zur heutigen Frage Romane über drei Frauen, die zu ihrer Lebzeit nicht den Stellenwert bekamen, den sie eigentlich verdient haben. Zum einen lege ich euch "Die geheime Braut" von Brigitte Riebe (Link führt zu meiner Rezension) ans Herz, ein historischer und sehr spannender Krimi rund um die Zeit von Martin Luther, dann von derselben Autorin ebenfalls ein historischer Roman über Schwester Klara und Franz von Assisi; und zuletzt ein aufschlussreicher Roman von der Schweizer Autorin Eveline Hasler über Anna Göldin, der man den Hexenstempel verpasste. Eindrücklich schreibt sie über die Zeit, in der man Dinge, die man nicht verstand, einfach als Hexenwerk abwürgte.


- "Die geheime Braut" von Brigitte Riebe
Klappentext: 
Wittenberg 1528: Bettelarm verschlägt es die ehemalige Nonne Susanna in die Lutherstadt. Dort trifft sie den Maler Jan aus der Werkstatt von Lucas Cranach, der drei junge Frauen nackt porträtieren soll. Mit verhängnisvollen Folgen: Kaum ist die erste der Grazien gemalt, wird sie tot aufgefunden. Eine zweite Frau steht Modell und wird lebendig begraben. Susanna, längst in Jan verliebt, bietet sich als Lockvogel an.
Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit Martin Luther mit dem Anschlag der 95 Thesen dem Papst und der römischen Kirche den Kampf ansagte. Inzwischen lebt er zurückgezogen im Schwarzen Kloster zu Wittenberg, als Malerfürst Lucas Cranach der Ältere von einem geheimnisvollen Kunstsammler den Auftrag für das bis heute berühmte Bildnis der drei Grazien erhält. Zwei der ausgewählten Frauen stehen nackt Modell – und werden kurz darauf grausam getötet. Als der Auftraggeber Luthers Frau Katharina als Dritte im Bunde fordert, befürchtet der Reformator einen Racheakt für seine weltverändernde Kritik. Muss seine Frau dafür mit ihrem Leben bezahlen? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.


- "Die Braut von Assisi" von Brigitte Riebe
Klappentext:
Assisi Anfang des 13. Jahrhunderts. Er speist mit den Armen und gibt den Tieren eine eigene Stimme: Franz von Assisi. In der Äbtissin Klara findet er seine treueste Anhängerin und Weggefährtin. Sie bleiben einander zeitlebens zugewandt und predigen bedingungslose Liebe. Doch die Legende verschweigt, was Klara und Franziskus wirklich verband. Die Äbtissin Klara liegt bereits im Sterben, als der ungeklärte Tod der Nonne Magdalena das Kloster Damiano erschüttert. Mit letzter Kraft versucht Klara, den mit der Aufklärung des Falls beauftragten Bruder Leo davon zu überzeugen, dass es sich um einen Unfall handelt. Doch Leo glaubt ihr nicht. Immer lauter werden die Gerüchte, dass Klara und Franz von Assisi mehr verband als die bedingungslose heilige Liebe zu Gott. Und dass Magdalena davon Kenntnis hatte. Als auch Franz von Assisis engste Vertraute auf entsetzliche Weise ums Leben kommen, muss Bruder Leo handeln, bevor noch mehr Blut fliesst. Die Autorin beschreibt mit den Schauplätzen Umbrien und Assisi ein beliebtes Ziel für zahlreiche Pilgerreisende, die auf den Spuren des wohl bekanntesten katholischen Heiligen wandeln.

- "Anna Göldin - die letzte Hexe" von Eveline Hasler

Klappentext:
Eveline Haslers Roman über die letzte Frau, die in Europa als Hexe hingerichtet wurde, ist in der Schweiz ein Klassiker. 1743 wird Anna Göldin als Kind armer Bauern geboren. Die Eltern sterben früh, Anna wird Dienstmagd, geschwängert und, weil der uneheliche Säugling kurz nach der Geburt stirbt, wegen Kindsmord verurteilt. Nach Verbüßen ihrer Strafe findet Anna Arbeit bei der Familie von Regierungsrat Tschudi. Als eine Tochter Tschudis Stecknadeln spuckt, wird die Magd beschuldigt, sie verhext zu haben. Göldin flieht ins Toggenburg, wird steckbrieflich gesucht, verraten und schließlich verhaftet. Unter Folter gesteht sie, die Kräfte des Teufels zu nutzen. 1782 wird sie hingerichtet. Eindringlich und einfühlsam hat Eveline Hasler das Leben der unglücklichen Frau zu einer Geschichte gestaltet, die niemanden kaltlässt.


Beide heute genannten Autorinnen haben noch viele weitere Bücher über interessante historische Frauen/Begebenheiten geschrieben. Es lohnt sich, mal einen Blick auf diese Titel zu werfen!


Übrigens las ich "Die geheime Braut" vor fünf Jahren im Rahmen eins Historien-Lesemarathons, da damals der Reformationstag und Allerheiligen für viele (für mich leider nicht, lebe im "falschen" Kanton, Zürich ist reformiert) ein verlängertes Wochenende bedeutete. Dieses Jahr lese ich einfach meine normale Lektüre weiter - siehe Seitenleiste rechts.

Jetzt wünsche ich euch einen guten Start in die neue, kalte Woche - ich mach mir gleich mal Kaffee und Tee :-)

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