Donnerstag, 6. Oktober 2016

Sonnensegeln von Marie Matisek

Klappentext:
»Private Pflegerin für schwerkranken Unternehmer nach Südfrankreich gesucht. Sprachkenntnisse von Vorteil, aber nicht Bedingung.« Als die Krankenschwester Marita diese Annonce in der Zeitung liest, ahnt sie noch nicht, dass sich ihr Leben von Grund auf ändern wird. Schon lange hadert sie mit sich und den eingefahrenen Gleisen ihrer Existenz. Doch erst ihre achtzehnjährige Tochter bewegt Marita dazu, auf die Anzeige zu antworten. So landet sie auf dem von Blütenduft und Sonnenglut durchtränkten Gut der Lafleurs in der Nähe der Parfümstadt Grasse. Hier blühen die Rosen und der Jasmin, die die Grundlage für wunderbare Düfte und den Reichtum der Lafleurs bilden. Der schwerkranke Unternehmer entpuppt sich als schwieriger Patient, und Lucien, sein Sohn, ist offenbar auch nicht viel besser. Marita könnte verzweifeln, wären da nicht die herzensgute Haushälterin Segolène und der charmante Filou François, der Marita die zauberhafte Côte d’Azur von ihrer schönsten Seite zeigt …

Mal weg von allem und für ein paar Monate woanders wohnen und arbeiten - Marita macht genau das, indem sie ihre Koffer packt und nach Grasse fährt. 

Dort soll sie Lucien Lafleurs Vater pflegen, der halbseitig gelähmt ist. Auf sie wartet ein grosses Anwesen, auf dem Rosen und Jasmin gezüchtet werden um Blütenessenzen herzustellen. Genau so empfindlich wie die Pflanzen ist ihr exzentrischer Patient Georges. Immerhin hält er an seinem Tagesablauf fest, so dass Marita über genügend freie Zeit verfügt. Sie freundet sich mit der Haushälterin Ségolène und deren Familie an und mit Monsieur Aristide Babajou, der ihr am ersten Tag in Nizza half den richtigen Weg zu finden. Plötzlich taucht Ségolènes Cousin François Rebus auf und macht Marita den Hof. Sie ist zwiegespalten, denn kurz vor ihrer Abreise lernte sie in Deutschland Knut kennen, mit dem sie oft telefoniert. Marita hat aber genug Ablenkung, denn für Lucien steht ein grosser Geschäftsabschluss bevor.

Kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der unaufgeregte und interessante Roman lässt einem gleich eintauchen in die französische Parfumstadt. 

Charaktermässig ist alles vertreten: ein zurückhaltender Chef, ein penibler Patient, liebevolles Hauspersonal, treue Freunde, exotische und listige Bekannte. Marita steht mittendrin. Obwohl sie sich nicht sicher ist, ob sie bleiben soll, bleibt sie ruhig und unaufgeregt und geniesst die verbleibende Zeit im Süden Frankreichs und packt mit an wo sie kann. 

Ein wenig übertrieben las sich das eine Treffen der Senioren, aber so konnte sich Marita immerhin ein bisschen aufhübschen. 

Einzig die Einschübe mit der Geschichte von Bo Rickleff, die um 1722 spielt, fand ich unnötig. Sie stören nicht, aber ich erwartete da mehr. Die Autorin erklärt zwar am Schluss, wieso sie diesen Schlenker einführte, doch wäre es auch ohne gegangen. Oder zumindest mit mehr Verknüpfung zur Hauptgeschichte, damit der Einbezug mehr Sinn macht. 

Marie Matisek hat ihren Roman wunderbar leicht und gefühlvoll geschrieben. Die Lektüre empfand ich fast wie ein Kurzurlaub, denn die Geschichte entspannt ungemein.

Fazit: Ein toller Wohlfühlroman mit sympathischen Charakteren in einer schönen Gegend. Macht enorm Spass zu lesen! 
4.5 Punkte.


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