Sonntag, 12. Juni 2016

Die kleine Bäckerei am Strandweg von Jenny Colgan

Klappentext:
Es klingt fast zu gut um wahr zu sein - Polly wird ihr Hobby zum Beruf machen, und das in Cornwall, auf einer romantischen Insel mit Männerüberschuss. Genau die richtige Kur für ein leeres Konto und ein gebrochenes Herz. Aber die alte Bäckerei ist eine windschiefe Bruchbude, am Meer kann es sehr kühl sein, und der Empfang, den manche Insulaner ihr bereiten, ist noch viel kälter. Gut, dass Polly Neil hat, einen kleinen Papageientaucher mit gebrochenem Flügel. Doch bald kauft der halbe Ort heimlich ihr wunderbares selbstgebackenes Brot, und als sie Neil fliegen lassen soll, ist sie schon fast heimisch geworden. Nur das mit der Liebe gestaltet sich komplizierter als gedacht ...


Nach dem Konkurs und der Trennung von ihrem Partner braucht Polly eine neue Bleibe und findet diese auf Mount Polbearne in Cornwall. Die Wohnung hat Löcher im Dach und rissige Fenster - aber einen tollen Ausblick aufs Meer. Polly mietet den Klapperkasten kurzerhand an. Nach der ersten Nacht in der ungewohnten Umgebung hat sie bereits einen Mitbewohner, einen verletzten Papageientaucher, von dem sie sich eine Trennung schon bald nicht mehr vorstellen kann. Sie geniesst zwar die Stille des Ortes, doch eigentlich müsste sie sich um einen neuen Job kümmern. Um sich von ihren Problemen abzulenken beginnt sie zu backen und schnell sind nicht nur die Fischer und der Tierarzt begeistert von ihrem Brot. Doch Vorsicht vor der Dorfbäckerin Mrs Mansell, die eifersüchtig auf Pollys Backerfolge und sehr misstrauisch ist - und auch sonst ist so einiges los im ruhigen Polbearne: ein Gespenst soll des Öfteren mitten in der Nacht auf der Hafenmauer zu sehen sein. 

Viele Leser, die Sarah Morgan lieben, könnten auch Jenny Colgans Bücher mögen. Doch bei Jenny Colgan stehen nicht Liebesgeschichten im Vordergrund, sondern sind eher i-Tüpfli des Romans. Hauptsächlich geht es um die kargen Lebensbedingungen in Polbearne, um Neuanfänge und um den Wunsch beruflich das zu tun, was man gerne machen möchte und nicht einfach einen Job zu haben, der einem das Überleben sichert. 

Die Autorin schreibt leicht und flüssig über das Leben von diesem kleinen Ort auf einer Halbinsel. Es treten mehr oder weniger überzeugte Fischer auf, eine missmutige Bäckereiverkäuferin, ein Amerikaner, der sich als Imker versucht und viele weitere interessante Protagonisten in der bunt zusammengewürfelten Dorfgemeinschaft. Liebevoll schreibt die Autorin auch von tragischen Begebenheiten und kann die Stimmung gut einfangen. Der Humor kommt nicht zu kurz, viele witzige Dialoge bringen den Leser zum Schmunzeln und in Person von Kerensa und Reuben auch oft zum Lachen. 


Spätestens am Ende des Buches kann sich auch der härteste Lowcarber dem Duft des Brotes nicht entziehen - deshalb warten auf den letzten Seiten einige Brotbackrezepte aufs Ausprobiert werden. 

In England sind in den letzten Jahren einige Titel von Jenny Colgan erschienen, doch es ist ihr erstes Buch, das auf Deutsch übersetzt wurde. "Die kleine Bäckerei am Strandweg" ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie. Es würde mich freuen, wenn auch die anderen Titel auf Deutsch herausgegeben werden. 


Fazit: Leichte, liebe- und humorvolle Lektüre über eine  sympathische Frau, die einem kleinen Fischerort Leben einhaucht. 
4 Punkte. 


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