Sonntag, 23. November 2014

Sommer in Grasgrün von Annell Ritter

Buchbeschrieb:
Carla erbt überraschend einen Bauernhof in Brägenbeck, einem abgelegenen Dorf in Norddeutschland. Gemeinsam mit ihrer extrovertierten Freundin Lou macht sie sich auf, die Erbschaft zu begutachten. Das Landleben mit seinen rustikalen Gepflogenheiten und schweigsamen Bewohnern ist für die gestandene Münchnerin erst einmal eine Herausforderung. Doch nach einer durchtanzten Nacht auf der Brägenbecker Scheunenparty kommen die Freundinnen zu der Einsicht, dass das Leben außerhalb der Großstadt gar nicht so übel ist. Ein streikendes Cabrio, ein attraktiver Mechaniker und ein arroganter Großbauer später fasst Carla einen weitreichenden Plan.

Dieses eBook wurde mir von den Autorinnen zur Rezension zur Verfügung gestellt - herzlichen Dank!

Die Münchner Juristin Clara, 39, erbt einen alten Bauernhof in einem Dorf im Norden Deutschlands. Claras Lebensumstände sorgen dafür, dass sie das Grundstück nicht verkauft, sondern den Hof renoviert. Ihre Schickeria-Freundin Lou will ihr dabei helfen. Auch Kai, der Lous Auto repariert, ist mit von der Partie sowie eine italienische Sippe. Bösewichte sind auch dabei, hier in Form eines reichen Bauers, der auf dem Grundstück nebenan eine Schweinezucht hinstellen will. 

Während Clara noch Bodenhaftung hat, passt Lou mit ihren Stilettos und Designerklamotten so gar nicht in das abgelegene Dorf. Leben kommt auf als die italienische Sippe zum Renovieren eintrifft - sie brachten ein bisschen Italianità rein und davon hätte ich gerne mehr gelesen. Einzelne Charaktere wie z.B. der Dorfpolizist oder Lou sind sehr überspitzt gezeichnet, das war mir zu übertrieben. Unglaubwürdig für eine Juristin fand ich die Schwein-Olli-Aktion.
Und dann war das Buch plötzlich fertig - die vielen verbleibenden Seiten wurden mit Werbung für andere Bücher samt einer Leseprobe gefüllt. Das fand ich extrem schade (aber dafür kann die Autorin nix). Das Buch war also überraschend aus und ich vermisste besonders eine Auflösung der Olli-Aktion wie auch ein Abschliessen der Mastanlage-Geschichte mit dem Grossbauern. Stattdessen haben sich sehr schnell sämtliche Beziehungsfragen wie von Zauberhand gelöst und alle schienen glücklich… 

Ullstein hat zwei neue Digitalverlage gegründet. Der eine, Midnight, ist für Krimis gedacht und Forever-Verlag für Frauenromane. Ullstein beschreibt den Forever-Verlag so: "Lesen, Lieben, Träumen. Im neuen Digitalverlag der Ullstein Buchverlage lassen lustige Freundinnenromane und romantische Liebesgeschichten die Herzen der Leserinnen höher schlagen." 
Genauso würde ich die mir vorliegende Geschichte bezeichnen, als "lustiger Freundinnenroman". Ziel erreicht - wenigstens für die Autorinnen und den Verlag ;-) Mein Herz schlug jedenfalls nicht höher. Mir war die Geschichte stellenweise zu versessen darauf möglichst viele Klischees zu bedienen und zu Lovestory-mässig. Aber ich denke, es gibt da draussen wahrscheinlich einige Frauen, die besser zum Zielpublikum für diese Art von Geschichten taugen als ich. 
Fazit: Kurzweiliger Frauenroman, teilweise zu bemüht möglichst humorvoll zu sein. Wer Kinsella mag, wird dieses Buch mögen. 
3.7 Punkte. 


Am Dienstag poste ich den Vergleich zu dem sehr ähnlichen Buch "Winterapfelgarten" von Brigitte Janson.

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