Donnerstag, 26. September 2013

Holunderliebe von Katrin Tempel

Klappentext: 
Geschichtsstudentin Lena stösst während der Recherchen zu ihrer Doktorarbeit im Klostergarten von Reichenau am Bodensee auf eine Pflanze, die in der Gartenchronik nie erwähnt wurde. Doch keiner will ihr im Kloster Auskunft geben. Ihre Suche führt Lena zurück in eine Zeit, in der allein die Kräuterkunde Rettung bei schweren Krankheiten bot. Und zu einem vergessenen Heilkraut, das ein junger Adeliger einst aus dem Emirat von Cordoba mitgebracht und heimlich im Garten gepflanzt hatte. Der Kraft dieser Pflanze verdankte seine grosse Liebe das Leben. Ganz allmählich kommt Lena dem uralten Geheimnis des Klosters auf die Spur - und entdeckt dabei auch ihre eigenen Wurzeln. 


Lena sollte endlich an ihrer Facharbeit schreiben, doch sie kümmert sich lieber um ihren Garten. Sie stiehlt ein Buch aus der Bibliothek, damit sie am Wochenende weiter arbeiten kann. Auf dem Heimweg verunfallt sie mit ihrem Rad und das alte Buch wird beschädigt. Ihre Mutter kennt eine Buchbinderin, an die sie es schickt. Diese findet versteckt eingearbeitet im Buch ein Gedicht, das um ca. 840 von einem Mönch namens Walahfrid vom Kloster Sintlasau (Insel Reichenau) geschrieben wurde. Das Gedicht "Hortulus" ist die erste Anleitung zum Anbau eines Kräutergartens in Deutschland. Jetzt ist Lenas Neugier erwacht und sie fährt nach Reichenau um zu recherchieren. Dabei lernt sie Simon kennen, Inhaber eines Kräuter- und Teeladens. Ein Mann der sich mit Kräuteranbau so gut auskennt ist ihr noch nie begegnet. Sie erzählt Simon den Fund des Gedichtes, verschweigt aber, dass sie öfters von Walahfrid und seiner Zeit träumt, seit sie in Reichenau ist.

Die Vergangenheit wird als Traum aufgeschrieben. Die Vergangenheits-Geschichte um Walahfrid, Gottschalk, Thegan, Hemma und die Hebamme ist sehr viel spannender als die Gegenwart. Leider hört sie ziemlich abrupt auf, ich hätte gerne noch gelesen wie es weiterging. 
Dafür wurde es jetzt in der Gegenwart spannend, Lenas heile Welt wird mit einem Geständnis auf den Kopf gestellt. Es löst sich alles auf, aber für mich bleibt die Geschichte unfertig. Die Verbindung der Vergangenheit (wie ging es nach der Geburt weiter?) mit der Gegenwart (z.B. zu Christine) hätte noch beschrieben werden können. Unfertig und unpassend auch Eriks Erscheinen und Verschwinden bei Lenas Pensionswirtin. Da haben sich alle drei komisch verhalten. Selbst Simon kommt teilweise sehr kauzig rüber. 

Bis zum Ende offen bleibt auch der Name der "Wunderpflanze". Beim Anblick des Covers und Lesen des Buchbeschriebs ging ich davon aus, dass es sich bei der geheimen 24. Pflanze des Hortulus um einen Holunder handelt. Dem ist leider nicht so. Der Titel "Holunderliebe" finde ich zwar wunderschön, aber nicht passend. Der Holunder spielt eine zu geringe Rolle im Buch, um ihm seinen Namen für den Roman zu geben. Deshalb nur 3 Sterne.

Fazit: Wer sich für Kräuterkunde und frühes Mittelalter interessiert, dem sei dieses Buch mit dem wunderschönen Cover trotz aller Unausgereiftheit empfohlen. 

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