Donnerstag, 1. Januar 2026

Neuerscheinungen und Monatsvorschau Januar 2026


Meine Neuerscheinungliste für den Januar 2026 ist nicht sehr lang, was aber nicht schlecht ist für meinen SuB - respektive nehme ich ja noch einige Rezi-Exemplare mit ins neue Jahr rüber, von daher darf das neue Jahr ruhig mit einer kurzen Liste beginnen.




Drei Titel - die mittlere Reihe - sind bereits bei mir eingetroffen, zwei davon sind heute erschienen (der neue Cherringham-Band, Band Nr. 49, "Mord auf Sendung" und "Mathilde und Marie" von Torsten Woywod), und das Rezi-Ex ("Kleopatra" von Saara El-Arifi) ist an Weihnachten bei mir angekommen. "Mord auf Sendung" werde ich sicher bald lesen, "Mathilde und Marie" leg ich mal noch auf den SuB, das pressiert nicht.

Die dritte Reihe möchte ich gerne lesen, zwei davon erscheinen erst Ende Januar, die lese ich dann vielleicht im Februar, die Titel der obersten Reihe kommen erst mal auf meine Merkliste.  

Jetzt gilt es erst mal noch, die restlichen Rezi-Ex zu lesen, die da wären:




Zwei davon sind fälschlicherweise bei mir gelandet, aber ich werde sie trotzdem lesen (hatte ich irgendwann eh vor). Und bevor ich den 3. Band der "Glückshafen"-Reihe lese, müsste ich noch Band 2 lesen, der schon lange subt. Das mache ich vielleicht gleich am Wochenende, denn die Bücher von Patricia Koelle sind ja meistens wie ein kleiner Wellness-Urlaub. Was ganz schön wäre, bevor im neuen Jahr die Arbeitswochen wieder beginnen. 

Mit welchen Büchern startet ihr ins neue Jahr und in den Januar?


Mittwoch, 31. Dezember 2025

Lesemonat und Monatsrückblick Dezember 2025


Und schon ist der Dezember und somit auch das Jahr 2025 vorbei. Der Dezember ging brutal schnell vorüber, vor allem die letzten elf Tage sind nur so verflogen.

Zweimal war ich im Dezember auf je einem Christchindlimärt, das eine Mal traditionell "alle Jahre wieder" mit meinen Freundinnen, das andere mit meiner Tochter. Doch mittlerweile gefallen sie mir nicht mehr, das sind nur noch Fress- und Trinkmärkte und haben gar nichts mehr Schönes zu bieten. Die Stadt war im Dezember wie immer überfüllt, so dass auch die normalen (Lebensmittel-) Einkäufe mühsam wurden, weil die Touris und Shoppinggeher "schnäggläd" (aka sich so langsam wie Schnecken fortbewegen) und im Wege herum stehen. Auch zwischen den Jahren vermeide ich es normalerweise in die Läden zu gehen. Dieses Jahr musste es aber sein, da ich einige Male kalte Füsse hatte und dringend noch warme Schuhe brauchte - hätte ich letzten Winter schon gebraucht, war dann aber zu spät dran und jetzt wars höchste Zeit, bevor die Kältewelle (und vielleicht irgendwann mal noch die Schneewelle) kommt.  

Der Schnee lässt wohl noch auf sich warten und während es im November erstaunlicherweise wenig Nebel hatte, war der Dezember grösstenteils grau in grau, wir waren praktisch immer unter dem Nebel. Ein Grund, wieso wir zwischen den Feiertagen Ausflüge auf zwei Berge unternahmen, um mal wieder Sonne und blauen Himmel zu sehen. Eindrücklich wars besonders auf dem Säntis, der Blick auf die vielen, vielen Berggipfel nah und fern, auf den Fotos sieht man das nicht so gut wie live, eindrücklich. Auch der Blick aufs Nebelmeer hatte was. Auch wenn "im Nebel" der Blick auf Bäume voller "Riifä" (keine Ahnung, wie diese Bezeichnung, wenn die Bäume weiss sind, weil der Tau gefriert, auf Hochdeutsch lautet) sehr mystisch aussieht, über dem Nebel ist es einfach schöner als unter oder im Nebel. 

Neben dem obligaten Freundinnen-Christchindlimärt-Treffen hab ich mich auch mit anderen Freundinnen und Verwandten getroffen, und gestern bin ich spontan noch in eine ehemalige Tanzlehrerin-Kollegin reingelaufen. Wir haben uns jahrelang nicht gesehen und gingen spontan auf einen Kaffi. 

Gelesen hab ich meinem 2025-Lesejahr entsprechend wenig. Die Feiertage lagen dieses Jahr blöd, so dass ich in den letzten Tagen auch nicht zum Lesen kam und auch nicht, wie sonst üblich, mich durch die Verlagsvorschauen arbeitete. Immerhin war meine Bücherauswahl im Dezember gut bis sehr gut und es war nur ein Titel dabei, der mich nicht überzeugte. 

Im Dezember habe ich folgende 7 Bücher gelesen: 

3 Sterne
- Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht 


4 Sterne 
- Jetzt gerade ist alles gut von Stephan Schäfer 
- You make me feel like Christmas von Emma Bishop 
- Tödliche Ernte von Helena Marchmont (Bunburry 19) 
- Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders von Michelle Marly (Mademoiselle Coco ermittelt 2) 



5 Sterne
- Zwei Familien, eine Leidenschaft von Lisa Graf (Lindt & Sprüngli Saga 1) 
- Lichterzauber in New York von Mary Kay Andrews 


Mit den Rezensionen hänge ich noch "hinädrii", auch hab ich noch nicht alle Rezi-Exemplare gelesen und habe schon das erste Januar-Rezi-Ex hier... Eigentlich hatte ich vor, bis Ende Jahr alles geschafft zu haben, aber es sollte nicht sein. Ende Januar, hoffentlich. 


Mit diesem Gipfelfoto (vom Säntis aus ein Blick in meine Heimat) wünsche ich euch nun einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge es besser werden als das jetzige.



Donnerstag, 25. Dezember 2025

Top Ten Thursday 25.12.25 - Zehn Bücher mit winterlichem Cover

Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. Das es in meinem Layout mit 12 Bildern aber besser aussieht als mit zehn, gibt es bei mir jeweils eine "Top Twelve".



Zehn Bücher mit winterlichem Cover (Schnee oder Weihnachten - oder beides) 

Zu grosse Auswahl eindeutig. Aber alle mit Schnee! 





Frohe und friedliche Weihnachten! 

Dienstag, 16. Dezember 2025

Histo: Zwei Familien, eine Leidenschaft von Lisa Graf (Lindt & Sprüngli 1)

Klappentext:
Zürich 1826: Voller Verzweiflung bringt der kleine Rudolf Sprüngli seiner Mutter eine Tafel Schokolade ans Krankenbett. Sein letztes Taschengeld und all seine Hoffnung legt er in dieses kleine Mysterium, das sich Schokolade nennt. Wie durch ein Wunder wird sein Wunsch erhört und seine Mutter wieder gesund. Ab diesem Tag ist für Rudolf klar, dass er Schokolade herstellen möchte. Jahre später ist aus dem Kind ein Mann geworden, doch der Traum ist geblieben. Eine »Confiserie Sprüngli« soll es bald in Zürich geben, in der feinstes Backwerk, edle Pralinen und zarte Schokolade serviert werden. Schokolade, die im Mund zergeht wie Butter und die Herzen höher schlagen lässt. Sein eigenes Herz hat Rudolf bereits an eine junge Frau verloren. Doch in wenigen Tagen wird Katharina einen anderen heiraten. Reicht Rudolfs unerbittlicher Eifer und unermüdlicher Fleiß, um seine Träume wahr werden zu lassen? Und was, wenn noch jemand den gleichen Traum hegt?


Lange hab ich die Lektüre des ersten Bandes der "Lindt & Sprüngli"-Trilogie heraus gezögert. Doch nach Beenden von "Zwei Familien, eine Leidenschaft" muss ich dafür nicht mehr auf den zweiten Band warten, sondern kann ihn gleich anhängen und weiterlesen. Das mach ich sehr gerne, denn dieser erste Band hat mir total gut gefallen.

Lisa Graf erzählt die Anfänge von "Lindt & Sprüngli", die Firma, die es so heute nicht mehr gibt, sondern (später auf die Söhne und) in zwei Firmen aufgeteilt: "Lindt & Sprüngli" und "Sprüngli". Die Lindt-Schoggi ist heutzutage weltweit bekannt. Sprüngli ebenso, und zudem - mittlerweile mit vielen Filialen - DIE Adresse in Zürich für höchsten Schoggi-Genuss.

Mit vielen schweizerdeutschen Wörtern versehen macht es enormen Spass die Geschichte von Rudolf Sprüngli zu lesen. Von klein auf hat Rudolf die fixe Idee, Schoggi herzustellen und gibt nicht locker, bis ihm dies gelingt. Dabei hat er einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Die grösste aber ist wohl, seinem sturen und altmodischen Vater Paroli zu bieten und an seinen Ideen festzuhalten. Die Leserschaft ist dabei, wenn Rudolf Katharina kennenlernt und auch bei ihr nicht aufgibt, denn sie ist schon von Kindertagen her seine Auserwählte. 

Höchst interessant fand ich auch die Szenen, in denen das alte Zürich beschrieben wird, das sich mit den Jahren unablässig veränderte. Erst konnte der Vater die einfache Bäckerei übernehmen, später lief Rudolf drei Stunden Fussmarsch an der Pfnüselküste entlang zu seiner ersten Schoggi-Fabrik nach Horgen. Es ist heute auch kaum vorstellbar, dass man sich damals über Hotelier Baur lustig machte, der an unbeliebter Stelle ein gehobenes Hotel eröffnete und das Eckhaus in der Nähe Rudolf - für seine Vergrösserung des Ladengeschäfts wie auch für das erste Sprüngli-Café - zum Mieten anbot. Heute ist die Lage piekfein, an der Bahnhofstrasse und direkt am Paradeplatz gelegen. 

Betreffend den eingesetzten Dialekt-Wörter möchte ich noch erwähnen, dass ich noch keinen Roman gelesen habe, in der diese so gut gepasst haben und obwohl es deren viele sind, wirken sie nicht wie andernorts aufgesetzt, sondern äusserst passend. Da hat die Autorin nicht nur den Dialekt, sondern auch die historischen Begebenheiten sehr akkurat recherchiert.

Ich kann diesen Band uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein unterhaltender Schmöker für alle Schoggi-, Zürich- und Historien-Fans. 

Fazit: Grossartig erzählter erster Teil der Geschichte des traditionellen "Lindt & Sprüngli"-Unternehmen.
5 Sterne.

Reihenfolge:
Band 2: Zwei Rivalen, ein Traum 

Weihnachten: Lichterzauber in New York von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Kerry's Familie besitzt eine Weihnachtsbaumfarm in North Carolina, doch als sich ihre Eltern scheiden lassen, wird die Familie früh auseinandergerissen. Durch einen Krankheitsfall ist Kerry dieses Weihnachten gezwungen, mit ihrem Bruder, der ihr inzwischen fremd geworden ist, Tannenbäume in New York zu verkaufen. In der Nachbarschaft findet Kerry schnell Anschluss, vor allem mit dem netten älteren Heinz, mit dem alleinerziehenden Patrick und dessen Sohn Austin schließt sie rasch Freundschaft. Nur mit ihrem Bruder gibt es immer wieder Spannungen. Während sich ihre Gefühle zwischen ihr und Patrick intensivieren, wachsen auch die Sorgen um den diesjährigen Verkauf, der durch eine direkte Konkurrenz leider nicht gut anläuft. Als dann auch noch Heinz kurz vor Weihnachten plötzlich verschwindet, sind alle in heller Aufregung. Können sie die Dinge noch zum Guten wenden und ein besinnliches Fest feiern?


Die Adventszeit in New York kann man mit "Lichterzauber in New York" von Mary Kay Andrews ganz  nahe miterleben. Ihre 34jährige Protagonistin Kerry soll aufgrund eines Spitalaufenthalts des Vaters ihren fünf Jahre älteren Bruder dabei unterstützen, Christbäume in New York zu verkaufen. Schon als Kind war Kerry dabei, als die ganze Familie im kleinen Wohnwagen wohnte und auf "ihrem" Platz ihre Tannenbäume von der eigenen Farm in North Carolina verkaufte. 

Schon ewig war Kerry nicht mehr dabei, auch "Spammy", dem kleinen Wohnwagen sieht man das Alter an. Doch in der New Yorker Nachbarschaft wartet man bereits auf die Familie, man kennt und hilft sich. Nur Murphy ist mies drauf, er beschwert sich immer wieder, dass der Verkauf der Bäume nicht so gut wie sonst läuft, aber goutiert die kreativen Bemühungen von Kerry, die zusätzlich Kränze gestaltet und weitere tolle Ideen umsetzt, gar nicht. Dabei kurbelt sie das Geschäft damit an. Dies sind nicht die einzig schlechten News, denn auch andere Baumverkäufer wollen an ihrem Platz verkaufen. 

Zum Glück ist da der kleine Austin und der alte Heinz, mit denen Kerry zusammen zeichnet und Spass hat. Auch Patrick, der Vater von Austin, ist ein Highlight in dieser Zeit. Doch Kerry sollte an Weihnachten ja wieder zurück. Nur zurück wohin? Auch ein neuer Job wäre wichtig für sie. 

Diese Geschichte über Freundschaft und sich-umeinander-sorgen ist sehr schön erzählt und hat genau die richtigen weihnachtlichen Vibes. Den eigenen Christbaum will man nach der Lektüre am liebsten bei Kerry und Murphy kaufen - was natürlich nicht möglich ist. Man hofft aber, den Baum bei Menschen wie Kerry kaufen zu können und nicht einen Stand wie den von den Brody-Brüdern erwischt.

Die Atmosphäre nimmt einen von Anfang an mit. Tolle Charaktere und der gewohnte mitreissende Schreibstil von Mary Kay Andrews inklusive dem kleinen Geheimnis um Heinz machen diesen Weihnachtsroman zu einer perfekten Lektüre in der Adventszeit. 

Fazit: Weihnachtliche Stimmung und gemütliche Lesestunden sind mit dieser schönen Geschichte rund um den Christbaumverkauf garantiert. 
5 Sterne.




Montag, 15. Dezember 2025

Der Klang von Wind und Wellen von Anne Barns (Amrum 2)

Klappentext:
Bücher und Nougat, darin findet die achtunddreißigjährige Buchhändlerin Julia Trost, wenn sie traurig ist. Nach dem Tod ihres Großvaters, dessen Haus noch vom betörenden Duft gerösteter Haselnüsse erfüllt ist, fühlt sie sich verloren. Hat sie sich zu sehr um andere gekümmert, um noch zu wissen, was sie selbst möchte? Als sie im Nachlass des Großvaters ein geheimnisvolles Schriftstück und ein altes Foto von Amrum findet, reist sie kurz entschlossen auf die Insel ihrer Kindheitssommer. Die See ist aufgewühlt und stürmisch, doch Julia spürt instinktiv, dass sie inmitten von Wind und Meer die innere Ruhe finden wird, um sich über ihre eigenen Wünsche klar zu werden – und wieder Nougat zuzubereiten, so, wie früher. Doch nie hätte sie gedacht, wie sehr die Insel mit der reichen Seefahrervergangenheit ihr Leben verändern wird.


Im zweiten "Amrum"-Band erzählt Anne Barns die Geschichte von Julia, die nach einer Trennung bei ihrem Grossvater wohnt. Obwohl sie weiss, dass es nicht immer so bleiben kann und sie sich eigentlich eine eigene Wohnung suchen sollte, geniesst sie ihre WG sehr. Doch nach dem Tod ihres Grossvaters soll das Haus auf Geheiss ihrer Tante so schnell wie möglich verkauft werden. Nun ist wirklich Zeit vom Haus Abschied zu nehmen, doch noch kann sie sich nicht entscheiden, wohin sie will. Um Abstand zu nehmen und zur Ruhe zu kommen, gleichzeitig aber auch mehr über die Lebensgeschichte ihres Grossvaters zu erfahren, reist sie mit einem alten Foto nach Amrum.

Julia lernt man sehr gut kennen, sie wirkt sofort sympathisch. Für Leserinnen des ersten Bandes gibt es ein Wiedersehen mit Maren, vorher bereits mit Jella, der Mutter von Maren, und Mattes, den grossen blonden Friesen, in den Julia als Teenie verknallt war, der aber vergeben ist. 

Auf Amrum war Julia schon oft als Kind, doch nicht mehr seit sie 15 Jahre alt war. Schnell lernt sie dort neue Menschen kennen, Sönne zum Beispiel oder ihre Herbergsmutter Frau Ingwersen. Jetzt im Spätherbst hat es eh fast keine Touristen mehr, und Julia geniesst das ruhige Leben auf der Insel. Man will ihr verschiedene Jobs andrehen, doch sie entscheidet sich im Naturschutzzentrum Wal-Führungen zu geben, die ihr viel Spass machen. Auch ihr Lieblingshobby Backen kommt nicht zu kurz. Dazwischen sinniert Julia über ihr Leben nach. 

Es gibt auch hier wieder einen Vergangenheitsteil. Der spielt ab 1856 und erzählt die Geschichte von Ingeline, Thulke und ihren Töchtern Mina und Hille. Dabei erfährt man sehr viel Informatives über das Leben damals auf Amrum. Für mich hätte es die Vergangenheitsgeschichte nicht gebraucht, sie ist nett, müsste aber nicht unbedingt sein. 

Ansonsten hat mir dieser zweite Band spätestens ab dem ersten Drittel schon viel besser gefallen als "Der Duft von Kuchen und Meer", da Julia einfach super sympathisch rüberkommt, nahbar ist und ihre Gedanken und Gespräche auch viel mehr in die Tiefe gehen. Sehr einfühlsam von Anne Barns beschrieben. Es ist eine ruhige, eher stille und sehr sanfte Geschichte, die ich sehr sehr gerne gelesen habe. 

Fazit: Um es mit der Protagonistin Julia zu sagen: "Alles war genau richtig!" (epub S.175/282)
5 Sterne.


Reihenfolge:

Dienstag, 9. Dezember 2025

Wenn ich eine Wolke wäre von Volker Weidermann

Klappentext: 
Januar 1956: Siebzehn Jahre, nachdem Mascha Kaléko Nazi-Deutschland in letzter Minute verlassen hat, kehrt sie zurück. Es ist eine Reise in die Vergangenheit – verbunden mit der bangen Frage, ob sie auch eine in die Zukunft sein kann.Sie fährt nach Berlin, in die Stadt, in der sie glücklich gewesen war, in der sie als Dichterin erfolgreich geworden ist, die sie liebte, und durch das ganze Land, ein ganzes Jahr lang. Fast täglich schickt sie Briefe nach New York, an ihren Mann, die Liebe ihres Lebens, und erzählt – von märchenhaften Erfolgen, einem Wunder in Berlin, Abgründen, von einem alten, neuen Land.


Volker Weidermann fasst in "Wenn ich eine Wolke wäre" Mascha Kalekos späte Jahre zusammen. Zuerst wird ganz kurz ihr Leben bis zur Ausreise nach Amerika im Jahre 1938 geschildert, auch die Jahre in Amerika. 

Ausführlich erzählt der Autor dann aber über jene Zeit im Jahr 1956, in der Mascha nach Deutschland zurückkehrt, "ihre" Stadt Berlin und weitere deutsche Städte besucht und neu entdeckt. 

Kurz reist sie nach Amerika zurück, bevor sie sich mit ihrem Mann Chemjo 1959 in Israel niederlässt. Sie besucht aber einmal im Jahr Europa, v.a. die Schweiz und Deutschland, um Verlegerkontakte zu pflegen.

In dieser Zeit erlebt sie so vieles: das geteilte Berlin, das Wiedersehen mit ihrer Schwester Lea, den Tod ihrer Eltern, ihres Sohnes, später auch den von Chemjo. Ebenso erfährt man vieles Interessantes über die Entwicklung der Buchverlage und der Kontakt mit den Verlegern in den Nachkriegsjahren und über die anderen Künstler, mit denen Mascha in Kontakt stand. 

Es ist nicht nur Maschas Geschichte, sondern auch eine Art Dokumentation über das, was die geflüchteten Menschen bei einem Besuch oder ihrer Rückkehr in Deutschland erwartete. Die dortigen Erlebnisse lösen vielfältige und unterschiedliche Gefühle bei Mascha aus, die sie in ihren Briefen an Chemjo und in ihren Gedichten verarbeitet. Immer wieder werden an passender Stelle ihre Gedichte wiedergegeben, was das zuvor Gelesene sogleich vertiefen lässt. 

Fazit: Feinfühlig erzählt Volker Weidermann Mascha Kalekos Geschichte, mit ihren Gedichten achtsam unterlegt. Leseempfehlung!
4 Sterne.