Freitag, 2. September 2016

Krimi: Tödlicher Tramontane von Yann Sola

Klappentext:
Alles in dem kleinen französischen Städtchen Banyuls-sur-Mer, nur wenige Kilometer vor der spanischen Grenze, könnte so entspannt sein, wenn nicht dieser verdammte Tramontane, der von den Pyrenäen herabfallende Wind, die Menschen verrückt machte. Perez, Kleinganove und Hobbydetektiv, würde gern in aller Ruhe sein Restaurant und seinen florierenden Schwarzhandel mit spanischen Delikatessen betreiben. Doch dann tritt der neue Polizeichef aus dem Norden seinen Dienst in Banyuls an, und in Strandnähe explodiert eine stattliche Yacht. Von der Besatzung keine Spur. Und als auch noch Perez’ Freundin Marianne spurlos verschwindet, die zuvor mit ungewöhnlichen Mitteln gegen die geplante Erweiterung des Hafens demonstriert hat, ahnt Perez, dass es an der Côte Vermeille nicht mit rechten Dingen zugeht. Gemeinsam mit Mariannes Tochter und seinem Koch Haziem begibt er sich an die Ermittlungen und erfährt allerhand über mächtige Konzerne und korrupte Strippenzieher. Als er dann auch noch selbst des Mordes verdächtigt wird, hat Perez endgültig genug …

Das Cover weckt meine Sehnsucht nach Meer und der Klappentext machte mich neugierig auf diesen neuen französischen Ermittler. Ob es sich wohl lohnt das Buch zu lesen?

Syracuse Perez, 49, katalanischer Restaurantbesitzer, betreibt einen ähm, sagen wir mal, einen eher versteckten Delikatessenimport im französischen Banyuls, direkt an der spanischen Grenze. Perez liebt Wein und gutes Essen - doch Kochen müssen andere. Zum Beispiel sein wortkarger Koch und Freund Haziem. Perez weiss dafür, wo er das beste Fleisch, die besten Kirschen, den besten Wein herbekommt. Er wohnt praktisch im "Kaninchen", seinem kleinen Restaurant Conill amb Cargols, kurz Conill genannt und geht nur zum Schlafen in seine Wohnung. Perez kennt man in Banyuls, er sitzt im Gemeinderat und weiss was in der Ortschaft geplant ist, theoretisch jedenfalls. Als ihm seine Freundin Marianne von einer Hafenerweiterung erzählt, ist er zu Recht erstaunt. Davon wusste er nichts! 
Kurz darauf explodiert eine Yacht, der Bürgermeister wird verletzt und Marianne und ihre Freundin Claire verschwinden spurlos. So betätigt er sich erneut als Zufallsdetektiv, wie er selbst seine Nachforschungen nennt, und legt sich gleich mit dem neuen Gendarmeriechef Boucher an. 

Perez ist ein toller Detektiv, mal keine "abverheite" Existenz oder ein Polizist, der versetzt wurde. Absolut nach meinem Gusto! Perez liebt gutes Essen, weiss was er will, übernimmt Verantwortung - nicht nur für seine Tochter Marie-Helene sondern auch für Mariannes Tochter Sophie und legt sich deswegen schon mal mit Marianne an. Perez ist sympathisch, unsportlich, kann auch mal laut werden. Man mag ihn in Banyuls und er mag bis auf den Sohn des Bürgermeisters und den neuen Gendarmeriechef praktisch alle im Dorf. 

Ja, es lohnt sich definitiv, sich auf das Buch und den Hobbydetektiv Perez einzulassen! Der Schreibstil gefiel mir ausgezeichnet - flüssig zu lesen mit viel Humor und durchwegs unterhaltsam. Der Kriminalfall bietet viel: Spannung, Emotionen, überraschende Momente, Humor und viele tolle einnehmende Charaktere. Beim Lesen wünscht man sich, direkt vor Ort zu sein und keine einzige Zeile zu verpassen. 

Fazit: Überraschend aktionsreicher Erstlingskrimi, der Lust macht, noch mehr Fälle mit Zufallsdetektiv Perez zu lesen. 
4.5 Punkte.

Vielen Dank an den Kiwi Verlag! 

Reihenfolge:
Band 1: Tödlicher Tramontane
Band 2: Gefährliche Ernte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen