Sonntag, 1. Februar 2026

Neuerscheinungen und Monatsvorschau Februar

Büchermässig beginnt der Frühling bereits im Februar - die Anzahl der Neuerscheinungen sind wieder gestiegen und so ist auch meine Februar-Auswahl mit 20 Titeln für Anfangs Jahr relativ hoch ausgefallen. 


Neben einigen Krimis stehen viele zeitgenössische plus zwei historische Romane auf meiner Liste. Wer jetzt genau zählt, kommt auf einen Titel mehr. 

Dieser Titel ist nämlich schon länger erschienen, aber da Band 2 im Februar rauskommt und die beiden Bücher die einen oder andern von euch auch interessieren könnten, zeige ich ihn euch auch jetzt. Es ist das Sachcomic "Die Frau als Mensch" und äusserst empfehlenswert für alle geschichtlich Interessierten. Band 2 zieht nach Erscheinungstermin bei mir ein. Vielleicht rezensiere ich die beiden im Februar dann noch. 

Ähnlich verhält es sich mit "Prep". Dies ist keine Neuerscheinung, sondern eine Neuauflage. Grund dafür dürfte wohl sein, dass in "Mittelalte Frauen" von Curtis Sitterfield eine Protagonistin auftaucht, die aus "Prep" bekannt sei. Von der Autorin hab ich mal "Vermählung" (eine Jane Austen "Stolz und Vorurteil"-Adaption) gelesen, das hatte ich damals abgebrochen, deshalb werde ich in ihre andern Bücher nur unverbindlich reinlesen. 






  


Einziehen dürfen einige Titel von der Februarliste, doch die lege ich erst mal zur Seite, da ich noch einiges von den letzten Monaten abzulesen habe und deshalb für diesen Monat keine Rezi-Exemplare angenommen habe.

Heute bereits eingezogen ist der Auftakt der neuen Reihe von Julie Caplin, der erste Band der "Vintage Kleiderträume" - ich mag die Autorin (von der "Bloomsbury"-Reihe) - und dann hörte sich "Sommer, Glück und Ringelblumen", Schweden und Blumen, einladend an. Im Laufe des Monats werden ausserdem "Hold me in Summer" und auch "Das Salz in der Luft" einziehen. Beides sind Reihen-Fortsetzungen. 

Lesen werde ich zusätzlich, ebenso nicht zeitnah, auf jeden Fall die drei Krimis und bei Gelegenheit vielleicht auch die anderen noch nicht genannten Titel. Die beiden historischen Bücher irgendwann ebenso, aber "Der Rosenhof" hat über 600 Seiten, und da ich nicht gerne so dicke Bücher lese - davon hatte ich im Winter eh grad zu viel - kommen deshalb erst mal die unter 450-seitigen Bücher zum Zug.

Zwischendurch ein dickes Buch ist okay, aber zu viele davon in einem Monat mag ich nicht lesen. Was mir aber im Februar bevorsteht und ich im gestrigen Januar-Rückblick schon durchblicken liess. Auch ein Grund, wieso ich auf den den 2026 Neuerscheinungsliste kaum Bücher mit mehr als 500 Seiten zeigen werde, weil ich weiss, dass die einfach auf dem SuB liegen bleiben.

Wie sieht es bei euch im Februar aus? Welche Neuerscheinungen ziehen bei euch ein, welche werdet ihr irgendwann lesen und welche SuB-Bücher möchtet ihr im Februar davon befreien?

Samstag, 31. Januar 2026

Lesemonat und Monatsrückblick Januar 2026

Anfang Januar war ich noch gar nicht parat für das neue Jahr. Erst nach etwa 10 Tagen, als ich in meiner neuen Agenda 2026 (Print, nicht digital!) die wichtigsten Daten nachgetragen habe und die Zeit bis zu den Schulferien im Februar geplant habe, plus "Weihnachten" verräumt habe, war ich dann langsam ready. 


Das Wetter war in diesen ersten Tagen eisig kalt, leider waren nur die Wiesen noch ein wenig mit Schnee bedeckt und durch den Kiesweg konnte man wegen - abwechslungsweise - Eisflächen oder See bis fast Ende Monat nicht mehr laufen. 

Der Januar ist immer so ein Winterschlafmonat für mich, der schlimmste Monat im Jahr: kalt, eisig, oft neblig, keine Feiertage, keine Ferien, bloss Geburtstag und den mag man im Januar auch nicht feiern. Deshalb war ich gar nicht unterwegs und mit einer Freundin abgemacht hab ich auch nur einmal. 

Dafür haben meine Tochter und ich die Eiskunstlauf-EM verfolgt und freuen uns schon auf die Olympischen Spiele im Februar, um erneut die Wettkämpfe auf den Kufen zu schauen. Gerne würde ich mal so eine Kür choreografieren! 

Gelesen hab ich 6 Bücher im Januar. Bis auf eins waren sie gut bis sehr gut. Das eine, mit dem ich ein wenig kämpfte, war "Liebesrausch", eine Romanbiografie über Anaïs Nin und Henry Miller. Ich tue mich auch schwer mit einer endgültigen Bewertung, denn über so schwierige Charaktere zu schreiben, ist sicher nicht einfach. Über der Rezension brüte ich noch, die kommt nächste Woche. 

3.5 Sterne 
- Liebesrausch von Charlotte von Feyerabend

4 Sterne
- Wie ein Mann nichts tat und so die Welt rettete von Lukas Maisel 
- Wolkenschiffe tragen dich von Patricia Koelle (Glückshafen 2) 
- Verhängnisvoller Champagner von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 8) 

5 Sterne
- Wohin die Wünsche fliessen von Patricia Koelle (Glückshafen 3) 



Somit bin ich nun nach mit Rezensionen schreiben, ich habe auch noch einige zu den Dezember-Bücher geschrieben und die Rezensionen in den entsprechenden Lesemonaten verlinkt. Etwas, was ich sonst im Dezember tue, brauchte in der letzen Januarwoche auch noch viel Zeit: die Frühlingsvorschauen durchackern. Ich sag euch, meine Neuerscheinungslisten werden im 2026 schon ab Februar lang! 

Dafür fehlte mir dann die Zeit, um weitere Bücher zu lesen. Deshalb stehen noch immer Rezi-Exemplare auf meiner Leseliste. Bis Ende Februar werde ich auf jeden Fall durch sein damit und dann kann ich ab März erst mal keine Bücher mit über 400 Seiten mehr sehen. Denn fast alle, die warten, sind dick: 415, 432, 480, 496, 560, 576 und zweimal 378 Seiten. Im Januar waren auch schon drei ü400-seitige, eins davon hatte knapp 500 Seiten, dabei. 

Inhaltlich war ich sehr zufrieden, bis eben auf "Liebesrausch", mit dem kam ich beim Lesen dann leider auch nicht so voran. Teil 2 und 3 der "Glückshafen"-Reihe waren perfekt, um sich gedanklich dem Winter zu entziehen, die beiden Krimis waren spannend. Von "Wie ein Mann nichts tat und so die Welt rettete" hab ich letztes Jahr an der LBM gehört und war neugierig drauf, weshalb ich es in der Onleihe ausgeliehen hatte. Es ging quasi darum, dass einer den Alarmknopf nicht drückte und so wahrscheinlich den dritten Weltkrieg verhinderte, war interessant.

Jetzt muss ich aber erst mal den Kopf lüften und werde dies mit dem neuesten Cherringham-Band tun und danach zu "Das Wintermärchen von Kerry" greifen, bevor es dann mit den jeweils zweiten Bänden der "Montmartre"- und der "Lindt & Sprüngli"-Reihe weitergeht. 

Wie habt ihr den Januar erlebt?





Freitag, 30. Januar 2026

Wohin die Wünsche fliessen von Patricia Koelle (Glückshafen 3)

Klappentext:
Rixa ist auf dem alten Gulfhof an der ostfriesischen Küste aufgewachsen, doch lange hält sie es dort nicht aus. Ihrer Mutter Feeke nimmt sie die Trennung zu ihrem Vater übel und außerdem hat sie dessen Wanderlust geerbt und möchte etwas von der Welt entdecken. Erst als sie über Umwege erfährt, dass es dem Hof und ihrer Mutter nicht gut zu gehen scheint, überkommt sie das schlechte Gewissen und sie möchte helfen, das Zuhause ihrer Kindheit zu retten. Sie begibt sich auf die Suche nach einem weiteren Flaschenschiff und wird dabei von Rufus unterstützt, zu dem sie gleich eine tiefe Verbindung spürt. Die beiden geben sich Halt, beflügeln gegenseitig ihre Kreativität und entdecken in Cuxhaven nicht nur einige Geheimnisse, sondern gewinnen vor allem Erkenntnisse über sich selbst.


Rixa möchte eigentlich gerne mal wieder nach Hause auf den Filapperhof, der vom ersten Band dieser "Glückshafen"-Reihe her bekannt ist. Doch sie traut sich nicht, denn sie denkt, dass nun Pixie bei ihrer Mutter Feeke und ihrem Bruder Sebo ihren Platz eingenommen hat. Die Annäherung an ihr Zuhause macht sie auf eine unübliche Art und Weise: Rixa meldet sich bei Remy und bietet ihr an, sich auf die Suche nach weiteren Lebensstationen von Kapitän Flömer zu machen. Unkompliziert wie Remy ist, lässt sie sich darauf ein, lässt die Vertrage aber ihren Bruder Rufus überbringen. 

Obwohl Rufus als Schreiner einen Möbelrenovationsauftrag hat, hilft er Rixa bei ihrer Suche nach einem weiteren Flaschenschiff von Kapitän Flömer. Rufus und Rixa stecken beide gerade in Fernbeziehungen, beide Partner befinden sich zur Zeit im Ausland. Die Frage nach der Zukunft ist bei ihnen deshalb sehr aktuell. Schnell fassen sie Vertrauen ineinander und freuen sich, im jeweils andern einen guten Gesprächspartner gefunden zu haben. 

Rixa, die keine Ausbildung hat, aber gerne Mobiles gestaltet, trifft auf Glaskünstlerin Kira, deren Werke Rixa beeindrucken und die sie gerne auch herstellen würde. Die zur Zeit am Arm verletzte Kira nimmt Rixa bei sich auf und weiht sie in ihre Kunst ein. Die eigentliche Flömer-Suche gerät in den Hintergrund, doch dann stossen Rixa und Rufus bei einem Ausflug eher zufällig auf seine Spur. Und die ist heiss!

Der Teil von Flömers Lebensgeschichte, der hier in "Wohin die Wünsche fliessen", enthüllt wird, ist sehr spannend geschildert und höchst interessant. Man bekommt einen ganz neuen Blick auf den sympathischen Kapitän, den man gerne persönlich kennengelernt hätte. 

Das Setting in diesem dritten Band ist wie immer in Patricia Koelles Bücher toll ausgewählt. Der Wunsch, einmal eine Reise zu all diesen Schauplätzen zu unternehmen, wird von Buch zu Buch grösser. 

Der Roman erzählt von Begegnungen, die zur rechten Zeit kommen. Menschen, die die Protagonisten - sowie in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit - einen Teil des jeweiligen Lebens begleiten. Es sind eher zufällige Begegnungen, die unerwartet in so was wie Lebensabschnittsgefährten münden. 

Fazit: Ein mehr als gelungener dritter Band, der durch überraschende Begegnungen besticht und bestens unterhält. 
5 Sterne.


Reihenfolge:
Band 4: Der Wind in unseren Segeln (ET: 25.03.26)

Wolkenschiffe tragen dich von Patricia Koelle (Glückshafen 2)

Klappentext:
Elin ist vom Leben gefrustet: Ihre berufliche Karriere will einfach nicht in Gang kommen und außerdem hat sie schrecklichen Liebeskummer. Aus diesem Grund flüchtet sie auf den alten Gulfhof mit der Hoffnung auf Erholung und trifft dort auf den eigenbrötlerischen Tede Tönjes. Der wurde von seinen Geschwistern beauftragt, auf Usedom ein wichtiges Flaschenschiff zu finden, wofür er sich zunächst verweigert. Doch die temperamentvolle Elin bringt ihn schließlich dazu, sich mit ihr zusammen auf die Suche zu machen. Das gemeinsame Abenteuer und die aufkeimenden Gefühle füreinander beflügeln die beiden, bis ein entscheidender Hinweis sie dann in das malerische Wolgast führt. Dort müssen sie auf den Spuren der Vergangenheit Entscheidungen für ihre Zukunft treffen. 


Elin liebt Wolken, ausserdem träumt sie davon, beruflich Ökologie und Tourismus zu verbinden. Sie hat einige Monate auf dem Filapperhof verbracht und soll nun Tede dabei unterstützen, ein weiteres Flaschenschiff zu suchen. Tede ist ein ruhiger, sensibler junger Mann, ein Fassadenmaler, der Gärten liebt. Zusammen mit Elin reist er nach Usedom, beide sind gespannt auf ihr Hotel. 

Ich war es auch. Als treue Leserin von Patricia Koelles Bücher weiss man bereits im Voraus, dass da was Spezielles kommen wird. Und so war es dann auch. 

Zusammen erkundigen die beiden nicht nur weitere besondere Unterkünfte, sondern auch kreative Gärten. Was sie noch nicht wissen: bald bekommen sie die Chance, beides selbst zu gestalten. 

Die Suche nach Kapitän Fiete Flömers zweitem Flaschenschiff gestaltet sich dagegen ein bisschen schwieriger. Die Suche nach dem Schiff ist für beide eine Art Jakobsweg. Beide nehmen sich aber immer wieder Zeit in den Himmel zu schauen, und die Wolken zu betrachten. Auch sogenannte "Luchtwieven" sichten sie.

Diese "Lichtweiber" kannte ich bisher noch nicht, ebenso lehrreich waren die Beschreibungen und Namen der Wolken. Die konnte ich mir wie Elin bisher auch nicht gut merken. Am Boden hingegen finden sich immer wieder neue Worte. Geschrieben mit Kreide. Wer Flömer kennt, weiss weshalb.  

Auch alles was sich zwischen Himmel und Erde abspielt war interessant zu lesen. Deutlich macht die Autorin in diesem Band, dass Flömer zwischen Dasein und Fortsein hin- und hergerissen war, klar ersichtlich auch an seiner Lebensgeschichte, von der in jedem Band mehr herausgefunden wird. 

Fazit: "Wolkenschiffe tragen dich" ist erneut eine schöner Roman, bei dessen Lektüre man zur Ruhe kommt. Er schenkt den Leserinnen, v.a. den Städterinnen, einen langen Blick aufs Meer - und natürlich auf den Himmel mit all seinen Wolkenspielen. 
4 Sterne.

Reihenfolge:
Band 4: Der Wind in unseren Segeln (ET: 25.03.26)

Mittwoch, 28. Januar 2026

Krimi: Verhängnisvoller Champagner von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 8)

Klappentext: 
Seine Lehre hat der Luxemburger Koch Xavier Kieffer einst in der Champagne absolviert. Als er dort einen alten Freund besucht, der inzwischen ein Champagnerhaus leitet, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Oder war es Mord' Kieffer beginnt zu ermitteln und muss feststellen, dass sich hinter den luxuriösen Fassaden der großen Champagnerhäuser allerlei Geheimnisse verbergen – und dass nicht alles, was perlt und moussiert, auch tatsächlich den Namen Champagner verdient. Während seiner Recherchen in Paris, Reims und Luxemburg lernt der Koch, dass manchen jedes Mittel Recht ist, um im globalen Milliardengeschäft mit Schaumwein mitzumischen.



Als Xavier im Lager seines Restaurants einige spezielle Kisten Champagner entdeckt, erinnert er sich an früher, an seine Ausbildungszeit in der Champagne. Kurz darauf sieht er einen von seiner damaligen Clique, Luc Reiser, in Paris an einem Gabin-Event. Sie verabreden, dass Xavier Luc bald mal besuchen kommen wird. Als dies dann geschieht, findet Xavier Luc schwer verletzt auf, Luc verstirbt noch vor Ort. Spätestens einige Tage später, als Xavier in Luxemburg unerwarteten Besuch erhält, ist ihm klar, dass es sich um einen gezielten Mordanschlag auf Luc gehandelt haben muss. 

Während in Rückblicken immer wieder Details von früher erzählt werden, von Boudier, Xaviers Chef und seinen damaligen Kollegen, darunter Paul, der exzentrische Argentinier Leonardo, Yves Colrier, neben Luc Reiser der zweite Champagnerprinz in der Gruppe, und Fabienne, die erst mit Xavier anbandelte, dann mit anderen und nun mit Luc verheiratet ist, ermittelt in der Gegenwart Xavier auf Bitte von Fabienne auf eigene Faust. Er informiert sich über das Champagnergeschäft und stösst dabei auf viele legale und illegale Mauscheleien.

Zum Glück mag ich keinen Champagner und auch keinen Sekt, sonst wäre mir die Lust darauf wohl tatsächlich vergangen. Verschnittenes Blubberwasser - ein Millionengeschäft. Xavier kommt dem allen auf die Spur und ermittelt am Ende auch die Täterschaft.

Dieser achte Band ist wie bereits der siebte Fall wieder echt gut geschrieben. Es macht wieder richtig Spass, die Reihe zu verfolgen, besonders nachdem ich nach der Lektüre von Band 5 und 6 eigentlich keine Lust mehr dazu hatte. Xavier raucht noch immer viel, aber auch das ist längst nicht mehr so schlimm wie den vergangenen Bänden. 

Neben der Champagner-Mord-Geschichte geht es nebenbei auch um einen Vorfahren von Xavier, um den sich Legenden ranken, das war nett zu lesen. 

In "Verhängnisvoller Champagner" trifft die Leserschaft auf altbekannte Figuren wie der Finne Pekka, Xaviers Freundin Valérie und der ganze "Deux Eglises"-Staff, der dieses Mal sehr oft auf Xavier verzichten muss und natürlich auch noch kurz seine Polizei-Bekanntschaften. 

Ein Fall mit hohem Spannungsbogen und interessanten Details zur Champagner-Herstellung. Mir gefielen auch die Rückblicke in die 80er-Jahre, so lernte man Xavier gleich noch ein bisschen besser kennen. Wie immer kommt auch das Lokalkolorit nicht zu kurz.

Fazit: Ein gelungener achter Band, der mit viel Spannung und Hintergrundwissen zur Champagner-Herstellung auftrumpft. 
4 Sterne.



Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift 

Freitag, 23. Januar 2026

Jetzt gerade ist alles gut von Stephan Schäfer

Klappentext:
Ein kleiner Schnitt am Finger, schon wenige Stunden später hängt das Leben des Erzählers an einem durchsichtigen Schlauch. Er besiegt die Sepsis, aber die existenzielle Bedrohung bringt eine neue Frage in sein Leben: Wenn sich von einer Sekunde auf die andere alles verändern kann – wieso nehmen wir so selbstverständlich hin, dass wir unser Leben ständig auf später vertagen? Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, wird er zum Sammler kostbarer Momente. In Liebe, Familie, Freundschaft, Natur sucht er nach dem, was wirklich zählt. Dabei entdeckt er, dass die berührendsten Geschichten oft in den überraschendsten Augenblicken auf uns warten, sogar in vermeintlichen Nebensächlichkeiten. Eine Einladung, das Leben wieder bewusster wahrzunehmen.


Wenn das Leben plötzlich am seidenen Faden hängt - diese erfuhr Autor Stephan Schäfer am eigenen Leib. Und hatte kein Plan, wie es weiter geht. Wie es dazu kam und was er daraus mitgenommen hat, erzählt er in "Jetzt gerade ist alles gut."

Wenn gerade nichts mehr gut ist, geht es erstmal ums Überleben, dann erst ums Leben. Er entschied sich dafür, zukünftig schöne Momente zu sammeln und lässt uns an einigen von diesen Momenten teilhaben. 

Das Buch liest sich flüssig, und ist ganz okay, mich hat es aber nicht vom Hocker gerissen. Ich hatte aufgrund der vielen positiven Bewertungen von "25 letzte Sommer" andere Erwartungen. Eigentlich wollte ich sein erstes Buch zuerst lesen, doch ich kam noch nicht dazu. So bleibt ein "Jo, nicht schlecht, aber auch nicht mehr". 

Wer gerne Lebensratgeber liest, wird vielleicht mehr Freude als ich an diesem Buch haben, seine schönen Momente sind nett erzählt und seine Tipps, wie man lebt anstatt überlebt, ebenso gut verpackt. 

Am Ende bricht er alles herunter auf sein Fazit: Es sind menschliche Beziehungen, die zählen. Eigentlich sind dies ja alles Dinge, die wir selbst wissen. Wenn nicht, wäre mir wohl viel mehr hängen geblieben aus "Jetzt gerade ist alles gut."

Fazit: Ein Buch für Menschen, die einen Anstups brauchen, um mehr Zufriedenheit im Leben zu verspüren. 
Knappe 4 Sterne.


Krimi: Miss Emily und die Schatten der Vergangenheit von Rebecca Michéle (Miss Emily 3)

Klappentext:
Cornwall, Winter 1906: Die Vorfreude in Higher Barton könnte größer nicht sein – das englische Königspaar hat sich zu Weihnachten angekündigt! Selbst Emily, im Herzen Republikanerin, lässt sich von der freudigen Aufregung anstecken. Doch als die ersten Hofbediensteten eintreffen, um den royalen Besuch vorzubereiten, werfen mysteriöse Vorfälle ihre Schatten voraus: Ein rätselhafter Sturz, der beinahe tödlich endet. Und dann wird ausgerechnet Walter Collins, der charmante Kammerherr des Königs, leblos in seiner Badewanne gefunden – mit einem Toaster. Während der Palast den Tod eilig als tragischen Unfall abtut, um einen Skandal zu vermeiden, macht sich Emily auf die Suche nach der Wahrheit. Denn warum hätte Collins einen Toaster mit in die Badewanne nehmen sollen? Je tiefer sie gräbt, desto mehr erfährt sie über den charismatischen Collins, der nicht nur die Herzen der Damenwelt höher schlagen ließ. Hat sich der Kammerherr mit seinen Eroberungen zu viele Feinde gemacht? Oder steckt hinter seinem Tod ein viel größeres Geheimnis? Die Zeit drängt, denn der königliche Besuch rückt näher, und der Mörder hat Emily bereits ins Visier genommen.


Miss Emily gesteht sich ein, dass sie sich langsam doch auf den Besuch des englischen Königspaar freut, auch wenn dieser Besuch viel Mehrarbeit für die Bewohner und Angestellten von Higher Barton bedeutet. Trotzdem haben alle noch Zeit, Diskussionen pro und contra Elektrik anzuzetteln. Kleinere Vorfälle liefern beiden Lagern immer wieder Argumente dafür oder dagegen. 

Doch dann überstürzen sich die Ereignisse - im wahrsten Sinn des Wortes. Erst ein Sturz, für den eventuell ein aggressiver Pächter, dem gekündigt werden soll, als Täter in Frage kommt und dann stirbt der Kammerherr in der Badewanne. Der soll kurz zuvor jemanden getroffen haben, dem Emily sehr nahe steht. Emily will keine Polizei im Hause und ermittelt wie immer selbst. Hilfe bekommt sie von Vikar Horatio Cranleigh, aktuell gerade die einzige Person, der sie noch vertraut. 

Schnell ist man wieder in der Szenerie rund um Higher Barton versunken. Während sich das Thema der neuen technischen Errungenschaften der damaligen Zeit in den vergangenen Bänden eher um Automobile drehte, geht es hier nur um Stromanschlüsse in den Häusern. Jetzt fehlen nur noch die Fernsprechgeräte. Interessant war es, den Befürwortern und Gegnern zu lauschen, bei letzteren ist auch viel Aberglaube mit im Spiel, weil man der neuen Technik nicht traut.  

Geschickt kombiniert Rebecca Michéle geheimnisvolle Vorfälle mit einem Familiengeheimnis und verwebt diese mit den vielfältigen Charakteren, so dass man sich nicht für eine Täterschaft entscheiden kann. Bis zuletzt, bis die Wahrheit endlich aufgedeckt wird, bleibt es spannend. 

Schade fand ich einzig, dass es zwischen Emily und Horatio immer noch nicht weitergeht. Auch seine Vergangenheit bleibt noch im Dunkeln. Ich hoffe, dass zumindest diese im nächsten Band enthüllt wird, denn bei solchen Hintergrund-Geheimnissen bin ich sehr ungeduldig und mag nicht bändelang auf die Auflösung warten. 

Fazit: Unterhaltender, ereignisreicher und spannender dritter Band der "Miss Emily"-Reihe. 
4 Sterne. 



Reihenfolge: