Mittwoch, 1. November 2017

Lichterzauber in Manhattan von Sarah Morgan (From Manhattan with Love 3)

Klappentext:
Eva ist eine hoffnungslose Romantikerin und sieht nur die guten Seiten des Lebens. Kein Wunder, dass sie Weihnachten in New York liebt wie kein anderes Fest im Jahr. Um ihr Konto aufzustocken, tritt die New Yorker Food-Bloggerin eine Stelle bei dem erfolgreichen Horror-Autor Lucas Bale an. Womit sie nicht gerechnet hat: Der grimmige Brite kann die Feiertage nicht ausstehen. Mit Tannenschmuck und Plätzchenduft will Eva ein kleines Weihnachtswunder an ihm wirken - mit mehr als frostigem Ergebnis. Warum nur fühlt sie sich zu ihm hingezogen, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten?


Eigentlich wollte ich an dem einen Abend nur noch schnell zwei, drei Seiten lesen - flugs war ich in der Geschichte drin und aus drei Seiten wurden drei Kapitel. Die restlichen Seiten folgten am anderen Tag: "Lichterzauber in Manhattan" ist eindeutig ein Pageturner aus der Feder von Sarah Morgan. 

Im Auftrag seiner Grossmutter Mitzi soll Eva die Wohnung von Thriller-Autor Lucas Blade weihnachtlich herrichten und seinen Kühlschrank mit gutem Essen füllen. Er selbst sei abwesend in diesen paar Tagen. Doch Lucas steckt nicht wie gedacht in Vermont, sondern mitten in der Wohnung. Nach einer turbulenten Kennenlernszene merkt Lucas schon bald, dass er dank Eva seine Schreibblockade überwinden kann.

Die Geschichte nimmt ihren Verlauf und findet hauptsächlich in Lucas Wohnung statt. Erstaunlicherweise kaum im Schlafzimmer, sondern mehrheitlich in der Küche. Beim Essen erzählen sie sich von einander und diskutieren ganz schön heftig. Beide spüren, dass da mehr ist, doch beide denken, sie seien nicht der richtige Partner für den jeweils anderen. 

Eva und Lucas sind wie Tag und Nacht. Eva ist romantisch und optimistisch, schlagfertig, akzeptiert Verletzungen und ist realistisch trotz rosa Brille und glaubt an die Liebe. Lucas ist der geborene Zyniker, misstrauisch, glaubt nicht mehr an die grosse Liebe und weiss kaum wie er mit der allzeit fröhlichen Eva umgehen soll. Doch etwas haben sie gemeinsam: die Trauer und Verarbeitung eines schweren Verlusts. Lucas hat seine Frau bei einem Unfall verloren; Eva ihre Grossmutter, die ihr Mutterersatz war. 

Sehr gut gelungen sind die Gespräche zwischen Pessimist Lucas und Optimistin Eva. Fast wie bei einem Tennismatch verfolgt der Leser den Schlagabtausch ihrer Unterhaltungen, gefüllt mit Tiefe, Humor und auch Sarkasmus. Die beiden stehen sich verbal in nichts nach: 
Eva die ihre Gedanken auf der Zunge trägt und die nicht verstehen kann, wieso man Thriller schreiben kann und der wortgewaltige Misanthrop Lucas, der Happy Ends und Romantik für überflüssig hält. 
"Was genau ist so schön an einem künstlichen Weihnachtsbaum, der nur ein auf Petroleum basierendes Produkt ist, das vermutlich in China hergestellt wurde?" "Künstlich? Wer hat den was von künstlich gesagt? Künstlich kann ich nicht, Mr. Blade. Weder bei Weihnachtsbäumen noch bei Handtaschen oder Orgasmen." (Tolino S.39/253)
Lucas Penthouse hoch über dem verschneiten Central Park ist ein toller Schauplatz und sorgt für die perfekte Kulisse. Die horizontalen Szenen sind endlich mal nicht so ausgeprägt; kein 12gängiges Menu sondern wirklich nur auf das Dessert beschränkt. Die Autorin setzt in diesem Band mehr auf dialogische Höhepunkte.  

Hochemotionale Momente, gutes Essen gekocht von Eva und teurer Wein aus Lucas Weinsammlung folgen auf den restlichen Seiten. So fliegen die Seiten beim Lesen nur so dahin und das Buch ist viel zu schnell zu Ende. Das Finale passt zwar grandios, kommt aber fast ein wenig zu plötzlich und lässt den Leser verträumt in der verschneiten Fifth Avenue zurück.

Obwohl das Buch zu einer Reihe gehört, kann es als einziges von den bisherigen drei Titeln als Standalone gelesen werden.

Fazit: Grossartige Charaktere, witzige Geplänkel und viele Emotionen - ein herrliches Buch für die Vorweihnachtszeit, ob mit oder ohne Schnee. 
5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 3: Lichterzauber in Manhattan 

Kommentare:

  1. Gerade habe ich bei Bücherblogs auf Twitter Deine Rezension entdeckt. Meine ist heute morgen auch online gegangen und witzigerweise ging es mir wie Dir, ich wollte das Buch nur kurz ablesen ��

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    1. Hallo Daggi
      so gut! Aus kurz wurde lang :-) Aber es war trotzdem viel zu schnell ausgelesen!
      Liebe Grüsse
      Anya

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